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Posts Tagged ‘Wolfram Howein’


Kaum ein Projekt entwickelt sich derart erfolgreich und, um einen Begriff aus der Thematik des gegenwärtigen Treffens zu verwenden, nachhaltig wie das Gesprächsforum Prisma, das sich seit Dienstag den Fragen des Umwelt- und Naturschutzes mit Schwerpunkt Vermeidung, Entsorgung und Wiederverwertung von Müll widmet. Nicht auf Expertenebene, sondern unter dem Blickwinkel des Zusammenspiels von Politik, Behörden und Zivilgesellschaft.

Wjatscheslaw Kartuchin, Gerda-Marie Reitzenstein, Jürgen Schnieber, Schamil Chabibullin, Olga Kanischtschewa und Anatolij Kurganskij

Am Montag eingetroffen, besuchten die Gäste, begleitet vom Prisma-Mitglied Gerda-Marie Reitzenstein, zunächst die Müllumladestation mit all den verschiedenen Fraktionen, die vorab getrennt werden, so daß am Ende in Erlangen gerade einmal noch 30% als Restmüll verbleibt, der per Bahn nach Bamberg und Coburg in die Verbrennungsanlagen geht.

Anatolij Kurganskij, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Kanischtschewa, Gerda-Marie Reitzenstein und Schamil Chabibullin

Inhaltlich vorbereitet hatten die Thematik bereits im April die beiden Journalistinnen Karina Romanowa und Julia Kusnezowa, die nach ihrem Besuch in Erlangen zusammen mit Wjatscheslaw Kartuchin, dem Leiter der Akademie für Verwaltung und Wirtschaft, eine regelrechte Informationskampagne buchstäblich auf allen Kanälen starteten und in der Öffentlichkeit wie in der Politik demonstrierten, wie Abfallfragen in der deutschen Partnerstadt behandelt werden.

Treffen mit Ulrich Klement, zweiter von links

Einige der Stationen kannte Wjatscheslaw Kartuchin deshalb bereits, andere, wie die Biogasanlage in Strullendorf, wo auch Abfälle aus Erlangen in einem etwa siebzigtägigen Prozeß fermentiert werden, waren ihm ebenso neu wie seinem Kollegen, dem Abgeordneten der Regionalduma Wladimir, Schamil Chabibullin, oder Olga Kanischtschewa, der Chefökologin der Region Wladimir, und Anatolij Kurganskij, Kreisrat von Kameschkowo, unweit von der Partnerstadt gelegen. Und noch niemand von der Vierergruppe war bisher schon einmal am Dechsendorfer Weiher, wo es dann sogar noch ein zufälliges Treffen mit Ulrich Klement, Leiter des Sportamts, gab, der auch für Unterhalt und Pflege der beiden Schwimmbäder dort verantwortlich zeichnet.

Anatolij Kurganskij, Elisabeth Preuß, Georg Hollfelder, Schamil Chabibullin, Manfred Eichhorn, Gerda-Marie Reitzenstein, Wjatscheslaw Kartuchin, Julia Obertreis und Olga Kanischtschewa

Auf dem Weg in Richtung Bamberg vervollständigte sich schließlich die Gruppe: Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Julia Obertreis, Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Osteuropa an der FAU, stießen dazu und ließen sich ebenfalls über Vergärung und später, in Bamberg, Verbrennung von Abfällen informieren.

Im Müllheizkraftwerk Bamberg: Schamil Chabibullin, Anatolij Kurganskij, Gerda-Marie Reitzenstein, Wjatscheslaw Kartuchin, Elisabeth Preuß, Arnd Externbrink, Olga Kanischtschewa und Julia Obertreis

Nach all dem praktischen Anschauungsobjekten folgte dann gestern unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens der theoretische Teil des Treffens im Erlanger Rathaus mit Fachleuten aus dem Umwelt- und Abfallbereich.

Prisma im Plenum

Julia Obertreis stellte die Geschichte der Ökobewegung in BRD wie DDR ab den 70er Jahren vor und erklärte, wie es zur Gründung der Grünen kam, während Susanne Lender-Cassens erläuterte, welche Rolle in Erlangen die Umweltfragen spielen und was vor allem unternommen wird, um Müll zu vermeiden und wiederzuverwerten.

Julia Obertreis, Susanne Lender-Cassens, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Kanischtschewa, Anatolij Kurganskij und Schamil Chabibullin

Anna Barth vom Jugendparlament berichtete von den Umweltinitiativen der Jugendlichen und natürlich von Fridays for Future, dies Klimabewegung von Schülern, die in Rußland noch völlig unbekannt ist und wohl auch nicht die Ausmaße annehmen dürfte wie etwa in Deutschland, denn, so Olgan Kanischtschewa, man habe nicht nur Schulpflicht, sondern lege in den Klassen auch viel Wert auf Umweltbildung. Außerdem bestehe für alle die Möglichkeit, sich in zivilgesellschaftlichen Kammern und Beiräten zu engagieren und so auch Umweltthemen voranzubringen. In Wladimir schon lange ein wichtiges Thema, auch daran abzulesen, daß man 12% der Fläche des Gouvernements unter Natur- und Landschaftsschutz gestellt habe, während diese Kennziffer in den Nachbarregionen bei gerade einmal 8% liege.

Im Bereich Umwelterziehung – das stellte sich dann auch beim Vortrag von Regina Meinardus heraus – gibt es sicher die größten Übereinstimmungen, und da stieß denn der Vorschlag von Wjatscheslaw Kartuchin auf großes Interesse, einen gemeinsamen Umweltpreis für Jugendliche auszuloben oder zumindest ein Projekt der Partnerstädte im Bereich der Öko-Pädagogik zu starten.

Gruppenbild mit Bezirksrätin Maria Scherrers, vierte von rechts und mit Oxana Kirej, die mit ihrem Nachwuchsteam vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde wieder famos für die Verständigung sorgte

Heute stehen noch einige Termine auf dem Programm, vor allem die Besichtigung des Klärwerks, aber fest steht schon jetzt: Wladimir will eine Fachgruppe zu dem Thema Müll einladen, um mit dem Expertenteam ein für die Region geeignetes Konzept zu erarbeiten, und die nächste Prisma-Begegnung, möglichst noch in diesem Jahr, soll die zivilgesellschaftlichen Komponenten dieser Frage weiter vertiefen: Wie können Vereine und Verbände, Ehrenamtliche und Organisationen ihren Beitrag zur Müll-Problematik leisten?

Schamil Chabibullin, Wjatscheslaw Kartuchin, Susanne Lender-Cassens, Anatolij Kurganskij, Olga Kanischtschewa und Wolfgang Niclas

„Wir haben wieder viel voneinander gelernt“, resümierte Susanne Lender-Cassens gestern abend bereits, „und wir haben von viel gemeinsam vor. Ich freue mich darauf!“

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Vom 5. bis 8. September 2018 fand die 9. Internationale wissenschaftliche und praktische Konferenz über die „Ökologie der Einzugsgebiete von Flüssen“, veranstaltet durch die Staatliche Universität Wladimir, in Susdal statt. Der historisch bedeutsame Ort liegt circa 40 km nördlich der Partnerstadt an der Kamenka, die sich in weiten Schleifen durch das kleine Städtchen schlängelt.

Eva Gruber, Mitarbeiterin im Amt für Umweltschutz und Energiefragen in den Aufgabenbereichen Natur- und Gewässerschutz, erhielt durch die Stadt Erlangen die Möglichkeit an der Konferenz teilzunehmen und einen eigenen, kurzen Vortrag (auf Englisch) zu halten.

Obwohl die Konferenz für vier Tage angesetzt war, fanden nur am 6. und 7. September Vorträge statt. Am 5. September stand eine Stadtführung durch Susdal auf dem Programm, und der 8. September war als Abreisetag vorgesehen. Da die Stadtführung nicht verpflichtend war und zudem nur auf Russisch stattfinden sollte, wurde dieser Tag als Anreisetag gewählt und auf die Führung verzichtet.

Eindrücke aus der Metro

Von Nürnberg aus ging es über Frankfurt in Richtung Moskau, wo ein Deutschstudent aus Wladimir meinen Mann und mich bereits am Flughafen erwartete, um uns dann durch das Labyrinth der Moskauer U-Bahn bis zum Kursker Bahnhof zu lotsen. Da der nächste Zug erst einige Stunden später fahren sollte, nutzten wir die Zeit um eine Kleinigkeit zu essen. Gegen 18.30 Uhr kamen wir dann im Erlangen-Haus in Wladimir an. Die Begrüßung war herzlich, und Wolfram Howein, der gerade ebenfalls vor Ort war, gab bei einem gemeinsamen Abendessen in der Innenstadt hilfreiche Hinweise für den ersten Aufenthalt hierzulande: Restaurants mit englischen Speisekarten in Wladimir, das Überqueren von Straßen (nur an Ampeln und Zebrastreifen) und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (Zahlung bei einer speziellen Person im Bus, nicht beim Fahrer) sowie Informationen über Wladimir, Land und Leute im allgemeinen, um nur einiges zu nennen.

Susdal

Am 6. September begann dann die 9. Internationale Gewässerkonferenz, veranstaltet von der Universität Wladimir. Mit dem Taxi ging es zum Hotel Puschkarskaja Sloboda in Susdal. Schon bei der Anmeldung stellte sich die Kommunikation auf Englisch als schwierig heraus. Alle Teilnehmer erhielten ein Buch über das Einzugsgebiet der Kljasma, an der auch Wladimir liegt. Dieser Band ist der erste seiner Art auf dem russischen Markt, wie die Autorin in ihrem Vortrag auf der Konferenz stolz erklärte. Die Tagung fand in einem eng bestuhlten Raum im Keller des Hotels statt. Dort wurde mir „meine“ Dolmetscherin vorgestellt, die für mich die Vorträge aus dem Russischen ins Englische übersetzen sollte. Nach der Begrüßung durch Vertreter der Universität begann die Konferenz mit der bereits erwähnten Vorstellung des Buches, das sich detailliert mit der Geologie, der Entstehung, der Flora und Fauna des Einzugsgebietes der Kljasma aber auch mit den Funden historischer Nachweise früher menschlicher Besiedlung sowie aktueller Nutzung durch den Menschen beschäftigt. Nach etwa eineinhalb Stunden begannen dann die eigentlichen Vorträge. Die Konferenz war dabei in verschiedene Themenblöcke aufgeteilt, wobei sich hier schon bald zeigte, wie etliche Beiträge, die erst zu einem späteren Zeitpunkt und einem anderen Thema eingeplant waren, vorgezogen wurden, da manche Referenten noch andere Verpflichtungen hatten. Leider übersetzte die Dolmetscherin ausschließlich auf Nachfrage, was ein ständiges Frage-und-Antwort-Spiel nach sich zog. Das ständige Nachhaken zum Inhalt einer Powerpoint, zu einem Referat oder dazu, warum sich die Teilnehmer nach einem Vortrag auf einmal stritten und gegenseitig anbrüllten, war auf Dauer ziemlich ermüdend, und viele interessante Inhalte gingen sicherlich verloren, da die Übersetzung oftmals sehr allgemein gehalten war. Da hatte ich mir deutlich mehr erhofft, denn die Vortragstitel klangen durchaus interessant.

Vorbereitung auf die Konferenz

Am frühen Nachmittag stand dann mein Vortrag über Biber im städtischen Umfeld am Beispiel der Stadt Erlangen auf dem Plan. Ich sagte einige Sätze zu der jeweiligen Powerpointfolie, dann war die Dolmetscherin an der Reihe, die alles ins Russische übersetzte. Die Resonanz im Nachhinein war sehr positiv. Während der anschließenden Kaffeepause fanden sich etliche Teilnehmer bei mir ein und erzählten mir von ihren ganz eigenen Biberproblemen. Ich lernte dabei unter anderem: Die Biber wandern hier abhängig von der Jahreszeit und lassen sich im Winter gerne in größeren Gruppen in der Nähe von Städten nieder, während sie sich im Sommer über das ganze Land verteilen. So ein Verhalten wurde bei Bibern in Deutschland bisher nicht beobachtet – kein Wunder, sind doch unsere Winter bei weitem nicht so kalt, rauh und lang wie in den russischen Weiten. Für uns alltägliche Lösungen wie das Anbringen von Maschendraht rund um Baumstämme, um diese vor Verbiß zu schützen, stießen gleichermaßen auf Interesse und Unverständnis. Die einen äußerten sich begeistert, weil sie nun endlich wissen, wie sie ihre Obstbäume schützen können, andere wiederum äußerten ihr Unverständnis, warum man dem Biber verwehre, seinem natürlichen Verhalten nachzugehen. Leider blieb keine Zeit für eine tiefere Diskussion darüber.

Konferenzraum

Tatsächlich zeigte sich schon sehr bald, die Zeit werde nicht für alle Vorträge reichen, denn es gab sehr viele Referate, und die Planung war sehr optimistisch gestaltet. Und obwohl noch sehr viele Vorträge fehlten, die für den Tag geplant waren, wurde die Veranstaltung tatsächlich auch noch früher beendet. Mir wurde noch gesagt, für den nächsten Tag sei keine Dolmetscherin vorhanden, allerdings werde der Mitarbeiter des Organisationskomitees, mit dem ich bereits im Vorfeld Kontakt hatte, etwas für mich übersetzen.

Blick auf Wladimir

Mit dem Taxi ging es zurück nach Wladimir – eine Fahrt, die von Raserei und riskanten Überholmanövern geprägt war und noch dazu das doppelte wie am Morgen kosten sollte. Ich war auf alle Fälle sehr froh, als ich endlich am Erlangen-Haus aussteigen konnte. Nachdem sich meine Nerven wieder etwas beruhigt hatten, ging es zu Fuß zum Abendessen in die Innenstadt, die wir aufgrund der frühen Dämmerung wie bereits am Vortag nur bei Dunkelheit besichtigen konnten.

Blick auf die Kljasma-Auen

Tag zwei der Konferenz. Wieder ging es mit dem Taxi nach Susdal, und wieder zahlte ich nur die Hälfte von dem, was mich die Rückfahrt am Tag zuvor gekostet hatte. Die Anzahl der Teilnehmer war drastisch zurück gegangen. Der Raum war nur noch halb besetzt. Obwohl mein neuer „Dolmetscher“ nicht so gut Englisch sprach wie seine Vorgängerin, übersetzte und erklärte er deutlich mehr von dem, was in den Vorträgen referiert wurde. Zugegeben, der Google-Übersetzer war dabei eine wirklich große Hilfe. Auch diesmal wurde die Veranstaltung früher geschlossen, obwohl noch knapp ein Drittel der Vorträge fehlte. Für den Nachmittag war eine Exkursion nach Wladimir und Bogoljubowo angesetzt.

Boboljubowo

Eigentlich wollten mein Mann und ich zusammen daran teilnehmen. Im Vorfeld wurde auch bestätigt, dies sei möglich. Wie sich nun aber vor Ort herausstellte war die Führung zu einem Sonderpreis geplant, der nur für Russen galt. Wir hätten teilnehmen können, hätten uns dann aber nicht unterhalten dürfen. Die Entscheidung fiel dann auch relativ leicht, nicht an der Exkursion teilzunehmen. Nach einer herzlichen Verabschiedung ging es mit dem Taxi wieder zurück nach Wladimir.

Lenin-Denkmal vor der historischen Bank auf dem Kathedralenplatz von Wladimir

Auf diese Art und Weise hatten wir nun einige Stunden Zeit, um das erste Mal seit Ankunft Wladimir bei Tageslicht besichtigen zu können, wobei wir uns erst einmal auf die Hauptstraße konzentrierten. Am nächsten Tag zogen wir gleich morgens bei herrlichem Wetter los. Es war für russische Verhältnisse zu der Jahreszeit noch sehr warm.

Die Altgläubigen-Kirche mit dem neuen Springbrunnen

Zu unserem Glück fand an diesem Tag auch ein City-Halbmarathon statt, weshalb die Straßen für Autos gesperrt waren. Insbesondere nach dem Lauf hatte man so die einmalige Gelegenheit, Bilder vom Goldenen Tor von der Straßenmitte aus machen zu können. Während unseres Aufenthalts in Wladimir waren wir abends in verschiedenen Restaurants essen. Am besten hat es uns aber im „Vegan Bro“ gefallen und geschmeckt. Das Essen war superlecker, und während vegane Restaurants in Deutschland meist relativ teuer sind, war das Essen dort auch für russische Verhältnisse sehr günstig.

Fortsetzung folgt.

Eva Gruber

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Die Künstlerfreundschaften zwischen Erlangen und Wladimir gehören zu den schönsten Facetten dieser schönen Städtepartnerschaft. Seit drei Jahren gehört dazu schon die fruchtbare Verbindung zwischen Othmar Wiesenegger und Wladimir Fedin, der im September vergangenen Jahres eine eigene Ausstellung gewidmet war, von der hier zu lesen ist: https://is.gd/yTBXXd

Othmar Wiesenegger auf seiner Ausstellung in Wladimir

Othmar Wiesenegger, 1960 in Österreich geboren, kam mit 20 Jahren nach Erlangen und arbeitet seither bei der Siemens AG, zuletzt im Patentbüro. Der verheiratete technische Zeichner und Vater eines Sohnes kaufte sich mit 16 Jahren seine erste Kamera und machte zunächst hauptsächlich Urlaubsbilder.

Rasch aber erweiterte sich sein Spektrum auch auf die Bereiche Sport, Portrait, Konzert, Tiere, Lost Places, Makro und Reportagen.

Wichtig darüber hinaus bleibt aber für sein Schaffen das Leben in anderen Ländern. Reisen gehört zu den großen Leidenschaften des Photographen: USA, Portugal, Island, Ägypten, Thailand, um nur einige der Staaten zu nennen, die Othmar Wiesenegger bereiste und im Bild festhielt.

Jelena und Swetlana

Zwei Fahrten nach Wladimir eröffneten ihm nun auch die russische Welt, und bereits im September will der zweite Vorsitzende des Siemens Foto- und Videokreises https://foto-video-erlangen.de wieder in die Partnerstadt reisen.

Bis dahin brauchen wir nicht zu warten, denn soeben erreichten die Blog-Redaktion diese Bilder zur Ausstellung im September 2018 von 25 Aufnahmen aus Erlangen, Island, Malta, Namibia und einige Makros.

Wolfram Howein und Irina Chasowa

Am Tag der Vernissage begann auch das Internationale Fest der Volkskunst im Staatlichen Haus der Russischen Volkskunst mit Tanzgruppen und Musikern aus Spanien, Österreich, Portugal, Polen, Slowakei, Italien, Kroatien und natürlich Rußland.

Das Festival hatte 2001 in der Region Rostow begonnen und wird seit 2011 in Wladimir veranstaltet.

Dabei kommen verschiedene Genres der Musik und der Choreographie zur Aufführung.

Othmar Wiesenegger mit der steirischen Gruppe

Die tanzenden und musizierenden Gäste besuchten innerhalb einer Woche die Region Wladimir und traten in Susdal, Kowrow, Gus-Chrustalnyj, Murom sowie in Koltschugino auf und besucht und tauschten sich mit lokalen Kulturgruppen aus. Die steirische Gruppe (sic, aus Österreich) nahm sich dann am Ende der Tournee Zeit für die Ausstellung und ein Gruppenbild mit Othmar Wiesenegger.

Othmar 9

Blumen für Othmar Wiesenegger

Wir dürfen gespannt sein, was das Künstlertandem an weiteren Plänen für Ausstellungen hier und dort schmiedet.

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Seit zwanzig Jahren gibt es nun schon den Förderverein für das Rote Kreuz in Wladimir, ein Jahrzehnt schon sind in dessen Vorstand Barbara Wittig, zuständig für die Finanzen, und Gründungsmitglied Jürgen Üblacker als Schriftführer tätig. Beide wurden gestern bei der Mitgliederversammlung für weitere vier Jahre im Amt bestätigt, ebenso wie Melitta Schön als Vorsitzende und Wolfram Howein als ihr Stellvertreter.

Melitta Schön, Wolfram Howein, Barbara Wittig und Jürgen Üblacker

Einen kleinen Grund zu feiern gibt es auch vor Ort in Wladimir. Es besteht nämlich Aussicht auf die langersehnten Räumlichkeiten, in denen das Rote Kreuz, unweit des Zentrums der Partnerstadt, die geplanten Kurse für Ehrenamtliche aufnehmen kann, die in der häuslichen Pflege ausgebildet werden sollen. Wenn alles nach Plan laufen sollte, könnte das neue Domizil der Organisation schon im nächsten Jahr eröffnet werden. Dann kann auch der Verein in Erlangen seine Arbeit wieder aufnehmen und finanziell wie organisatorisch Unterstützung leisten.

Siehe auch: https://is.gd/5BKqfe

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Das Rote Kreuz Wladimir

An einem schönen Spätsommertag präsentierten Wladimirer Vereine aus Sport und Kultur sowie ethnische Minderheiten und diverse Bildungseinrichtungen ihre Aktivitäten und Projekte. Am Stand des Wladimirer medizinischen Kollegs traf ich auch Olga Antropowa, die Vorsitzende des Roten Kreuzes, mit Studenten ihrer Berufsfachschule, z. T. auch mit T-Shirts vom Roten Kreuz. Die Vielfalt an Ständen und Informationen zeigt mir, welch hohen Stellenwert ehrenamtliches Engagement inzwischen auch in der Partnerstadt hat.

Rot-Kreuz-Jugend mit Olga Antropowa

Meine konkreten Gespräche mit dem Roten Kreuz fanden in der Wladimirer Berufsfachschule für Medizin statt. Zu dem Treffen kam dann auch die Direktorin, Inna Morosowa, dazu. In diesem Institut unterrichtet auch Olga Antropowa und rekrutiert junge Leute als freiwillige Helfer für das Rote Kreuz. Konkret ging es bei unserem Gespräch um das Projekt „Silbersträhnen“, in dem ältere Wladimirer Bürger als ehrenamtliche Helfer zur Unterstützung und Anleitung von Angehörigen schwerkranker Menschen gewonnen werden sollen. Dieses Projekt soll der Erlanger Förderverein für das Rote Kreuz in Wladimir unterstützen.

Schulungsraum des Wladimirer Roten Kreuzes

Es geht für uns dabei im ersten Schritt um die Mithilfe bei der Einrichtung eines Schulungs- und Beratungszentrums für das Rote Kreuz im Gebäude der Schule. Derzeit benutzt das Rote Kreuz bereits einen kleinen Schulungsraum für seine Erste-Hilfe-Kurse, der aber wegen des vorherrschenden Kapazitätsmangels primär vom der Bildungseinrichtung selbst genutzt wird und daher für die Arbeiten des Roten Kreuzes nicht ausreicht. Hier findet man auch die diversen, von unserem Verein gespendeten Unterrichtsmittel sowie ein Krankenbett als Demonstrationsobjekt, gespendet von einem Wladimirer Duma-Abgeordneten.

Olga Antropowa am Puls des Patienten

Die Wladimirer Berufsfachschule für Medizin steht weiter zu ihrer Zusage, dem Roten Kreuz ausreichende Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, allerding erst nach dem Umzug in ein größeres Gebäude, das noch renoviert wird. Die Arbeiten werden aber sicher noch bis weit in das Jahr 2019 dauern. Ich konnte dieses „neue“ Gebäude besichtigen.

Neues Gebäude für die Räume des Roten Kreuzes

Die Renovierung ist voll im Gange, und die für das Rote Kreuz vorgesehenen Räume überzeugen. Direkt an einem Nebeneingang liegt, reserviert für das Rote Kreuz, ein kleiner Büroraum mit einem anschließenden kleinen Lagerraum, und daneben findet sich der vorgesehene Schulungsraum, den ich auf ca. 100 m² Fläche schätze.

Künftiger Raum für das Rote Kreuz

Mit diesen Eindrücken haben wir die zukünftige Zusammenarbeit diskutiert. Auch die Schule ist sehr an der Zusammenarbeit interessiert, und so konnten wir – d. h. das Rote Kreuz Wladimir, die Wladimirer Berufsfachschule für Medizin und ich – im Namen des Fördervereins eine Absichtserklärung unterschreiben, die eine gute Basis für unsere weitere Unterstützung sein kann. Zur gegebenen Zeit soll ein entsprechender Vertrag unterzeichnet werden.

Wolfram Howein, Inna Morosowa und Olga Antropowa bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung

Das Erlangen Haus

Im Erlangen-Haus war in diesen Tagen ein ständiges Kommen und Gehen. Es liefen die Einschreibungen für die Sprachkurse. Wir hoffen, die Meldezahlen der letzten Jahre wieder zu erreichen.

In den Gesprächen mit den Deutschlehrerinnen kamen wir noch einmal auf den Sommersprachkurs in der Volkshochschule Erlangen zurück. Auch dieses Jahr waren die 18 Teilnehmer wieder voll des Lobes. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Beteiligten, an die VHS mit Reinhard Beer, Heide Thies und das VHS-Café, an die Gasteltern, an den Freundeskreis – und dort vor allem an Gerhard Kreitz für die mühsame Zimmersuche – sowie an die Gruppe Kommunalka an der FAU und, und, und…

Es besteht der dringende Wunsch, den Sprachkurs 2019 fortzusetzen.

Es zeigt sich an einigen Stellen des Hauses Renovierungsbedarf, der in meinen Gesprächen konkretisiert wurde. Vordringlich gilt dies für den Heizraum, verbunden mit einer Modernisierung der ganzen Anlage. Im ersten Schritt findet bereits in diesen Tagen, also noch vor der Heizperiode, eine nach mehr als 20 Jahren überfällige Spülung der Anlage und ein Austausch der Heizungsventile statt. Im Frühjahr 2019 soll die Steuerung der Heizung durch eine wetterabhängige neue Automatisierung einschließlich neuer Pumpen und Armaturen ersetzt werden. Kessel und Brenner bleiben durch diese Installation unberührt erhalten. Neben einem nachhaltig gesicherten Betrieb erwarten wir von der Änderung eine Senkung der Heizkosten von mehr als 20%.

Mittelfristig stehen auch wieder Malerarbeiten im Flur und im Hotelbereich an. Insgesamt ist aber das Erlangen-Haus auch mehr als 20 Jahre nach seiner Restaurierung und Eröffnung in einem erfreulichen Zustand. Das gilt auch für die Zahlen. Immerhin müssen alle Aufwendungen selber verdient werden, und das gilt auch für die Reparaturen und Modernisierungen. Somit ist für Besucher aus Erlangen vielleicht verständlich, wenn das Erlangen-Haus für Zusatzleistungen, wie z. B. Dolmetscher und Transfers, Geld verlangt.

Irina Chasowa (stehend) und ihr Team vom Erlangen-Haus

Das engagierte Team um die Leiterin, Irina Chasowa, verdient immer wieder ein besonderes Lob!

Wolfram Howein

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Die Stadt

Es war Ende August 2018 nach 14 Jahren meine vierzigste Reise nach Wladimir. Strahlend blauer Himmel, die ganzen zehn Tage lang, der „Jubiläumsreise“ angemessen, meine ich.

Fußgängerzone Wladimir

Es ist immer wieder beeindruckend, zu erleben, wie sehr sich die Stadt in den wenigen Jahren entwickelt hat. Vor 14 Jahren waren Spaziergänge, vor allem bei schlechtem Wetter, eher ein Hindernislauf um Pfützen und Stolperfallen herum, heute sind Gehsteige gepflastert, und man wird allenfalls gelegentlich von Radfahrern gestört, die verständlicherweise die Bürgersteige den von Autos beherrschten Straßen vorziehen.

Fußgängerzone Wladimir

Auch die Straßen wurden modernisiert, nördlich von der Altstadt entstand eine neue, vierspurige Trasse, um den Durchgangsverkehr durch die Innenstadt besser zu verteilen. Allerdings kann der Straßenbau mit der Zunahme der Fahrzeuge nicht mithalten, und damit wird „Stop and Go“ zum Standard während der Rushhour. Das Internetportal mit der aktuellen Verkehrssituation zeigt jeden Tag morgens und nach Feierabend über die Stadt verteilt rot eingefärbte Straßenabschnitte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von weniger als 2 km/h.

Patriarchengarten

Eine Oase der Ruhe und Erholung ist dagegen die neue Fußgängerzone neben der Hauptstraße am Abhang zur Kljasma. Alte, restaurierte Häuser, Boutiquen und Andenkengeschäfte, kleine Museen sowie drei Aussichtsplattformen mit Blick zur Kathedrale, zur Kljasma und zum Patriarchengarten laden zum Verweilen ein. Dieser Park (Eintritt 80 Rubel) mit einer großen Fontäne und Blick auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale ist besonders schön im Mai, wenn die Kirschen blühen.

Springbrunnen im Zentrum von Wladimir

Ganz neu und erst zum Stadtfest am 26. August eingeweiht, ist der Springbrunnen vor dem Schauspielhaus am Goldenen Tor. Der Brunnen ist ebenerdig mit Gitterrosten angelegt, und so kann man zwischen den in der Intensität ständig wechselnden Fontänen einherspringen, ein Magnet für Kinder und gelegentlich auch für jung gebliebene Erwachsene. Abends erstrahlt das Ensemble dann in bunten Farben, und stündlich wird das Ganze noch mit Musik untermalt.

Wasserfreuden

Nicht weit entfernt liegt die Kirche der katholischen Rosenkranzgemeinde. Natürlich hat Pfarrer Sergej Sujew Zeit, mir die Fortschritte auf der Baustelle des Pilgerzentrums zu zeigen. Strom, Wasser, Abwasser und Heizung sind installiert, jetzt steht der Innenausbau an. Zurzeit wird aber noch an der Außenanlage gearbeitet. Durch einen Gerichtsentscheid wird das Grundstück geschätzte 100 m² größer, was z. B. zusätzliche Parkflächen ermöglicht. Leider erschweren und belasten immer wieder neue Auflagen die Kostenseite und damit den Fortgang der Arbeiten. So müssen jetzt alle Stromzuführungen unterirdisch verlegt werden, und dies trifft nicht nur den Neubau, sondern auch das Pfarrhaus und die Kirche. Bis zur Einweihung des Zentrums wird sicher noch mindestens ein Jahr vergehen, vorausgesetzt, die Spenden kommen rechtzeitig an.

Die Initiative Swet

Seit 1995 besteht in der Region Wladimir die Initiative Swet, in der sich mehr als 800 Eltern von Kindern mit den verschiedensten Behinderungen zusammengefunden haben. Ziel ist es, die jungen Leute aus der durch die administrativen Vorgaben und die medizinische Therapie entstandenen Isolation zu befreien und in die Gesellschaft zu integrieren, ein Recht, das ihnen durch die Gesetze der Russischen Föderation garantiert wird. Swet erfuhr vielfältige Unterstützung durch die Partnerschaft mit Erlangen. Mit Einzelspenden und Spendenaktionen wurden die Projekte gefördert. Mit Unterstützung von Erlangen entstanden Kontakte zu deutschen Einrichtungen und Institutionen der Behindertenarbeit, die WAB in Kosbach stellte z. B. Hospitationen zur Verfügung.

Jurij Katz in Susdal

Einer der Initiatoren und engagierten Repräsentanten ist Jurij Katz, mit dem ich über die Wiederbelebung von Hospitationen bei den Barmherzigen Brüder in Gremsdorf geredet habe. Diese Zusammenarbeit geht zurück auf das Projekt „Lichtblick“ mit dem Kinderzentrum „Blauer Himmel“. Aus dieser Zusammenarbeit erhielt Swet 2015 ein Datscha-Grundstück am Nerl zur geeigneten Verwendung. Das Grundstück wurde dann verkauft, weil die von Swet betreuten Menschen in der Gesellschaft, in Städten leben sollen, ein Leben auf dem Land würde wieder eine Isolierung bedeuten.

Swet-Baustelle in Susdal

Jurij Katz fuhr deshalb mit mir nach Susdal, um die aus dem Erlös des Grundstücks gekaufte Wohnung zu besichtigen. Sie liegt in der Mitte der Stadt, direkt gegenüber von den Handelsreihen. Es handelt sich um eine von drei Wohnungen in einem alten Holzhaus. Zurzeit läuft eine umfassende Renovierung, drei Handwerker waren auf der Baustelle tätig. Es entstehen drei Wohn-/Schlafzimmer, eine Wohnküche, ein WC mit Dusche und ein kleiner Lagerraum. Das Ganze soll als Schulungszentrum für Behinderte (ggf. mit Angehörigen) genutzt werden. Bis zu neun Personen können unterkommen und sollen in ein- bis mehrwöchigen Kursen die Grundlagen eines eigenständigen Lebens erlernen.

Jurij Katz im neuen Zentrum

Danach besuchten wir noch ein Therapiezentrum für behinderte Kinder in Susdal. In sozial schwachen Susdaler Familien sind 80 behinderte Kinder bekannt. Das Zentrum wurde von einer privaten Initiative gegründet, die Organisation Swet hilft beratend.

Therapiezentrum in Susdal

Die Finanzierung erfolgt durch Sponsoren, auch die Stadt Susdal gibt mit kleinen Anteilen Unterstützung. Ein verfallener Gebäudekomplex wird, getaktet durch die Verfügbarkeit von Spenden, Raum für Raum ausgebaut. Es ist immer wieder erstaunlich, was mit einfachen Mitteln erreicht werden kann!

Jurij Katz

Auf dem Weg zurück fällt uns etwa in der Mitte zwischen Susdal und Wladimir auf der linken Seite ein großer Neubau ins Auge, ein privates Museum mit Autos und Motorrädern. Darin befindet sich ein Café, an dessen Bar man auf Motorrädern Platz nimmt.

Wolfram Howein

Wir machen eine Sitzprobe, verziehen uns für unser Gespräch aber gerne auf die Stühle an den nebenstehenden Tischen. Ob sich das Investment rechnet? Ich bin mal gespannt, was daraus in einem Jahr geworden ist, wenn ich mal wieder nach Susdal fahren werde.

Wolfram Howein

Fortsetzung folgt.

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Es ist genau ein Jahr her, seit Othmar Wiesenegger zum ersten Mal nach Wladimir kam, damals mit Bürgermeisterin, Susanne Lender-Cassens, und einem kleinen Team, das am Halbmarathon teilnahm. Damals lernte der aus Österreich stammende Wahl-Erlanger seinen Kollegen, den Photographen Wladimir Fedin, kennen, der im vergangenen Winter seine Bilder in den Redaktionsräumen der Erlanger Nachrichten zeigte.

Othmar Wiesenegger bei der Eröffnung der Ausstellung. Im Hintergrund links Irina Chasowa und Wolfram Howein

Und nun schon die „Revanche“. Auf Initiative von Wladimir Fedin wurde vorgestern in den Räumen des Regionalen Zentrum der Kultur eine Ausstellung mit Arbeiten von Othmar Wiesenegger eröffnet. Im Publikum neben Irina Chasowa, der Direktorin des Erlangen-Hauses, auch Wolfram Howein, der sich ebenfalls derzeit in der Partnerstadt aufhält.

Othmar Wiesenegger im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern

Bis kurz vor der Eröffnung wußte übrigens Othmar Wiesenegger nichts von den Plänen seines Freundes. Die beiden hatten nur immer wieder per Internet ihre Arbeiten ausgetauscht, und aus dieser Sammlung stellte dann wohl Wladimir Fedin, von dem auch alle Aufnahmen dieses Beitrags stammen, die Gesamtschau zusammen.

Othmar Wiesenegger zeigt der Künstlerin, Tatjana Grebnjewa, schon wieder neue Bilder

Wir wissen nicht, was sich aus dieser Künstlerfreundschaft noch so alles ergibt, aber freuen darf man sich schon auf die neuen Eindrück von Othmar Wiesenegger, der seine Tage in Wladimir vor allem für eines nutzen will: Bilder machen von allem, was er so zu sehen bekommt.

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