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Posts Tagged ‘Wolfgang Fuchs. Stefan Engelhardt’


Ja, der Abschied gestern fiel Olga Dejewa schwer. Auch wenn Wladimirs Oberbürgermeisterin dank ihrem ersten Besuch vor drei Jahren, damals als Vorsitzende des Roten Kreuzes in der russischen Partnerstadt, sowie einer fruchtbaren Zusammenarbeit im Bereich Hospiz und Erste-Hilfe-Ausbildung mit dem Förderverein bereits kunstvoll an dem Beziehungsnetz mitgeknüpft hatte, waren der Einblick in die Fülle der Kontakte und der Ausblick auf die weiteren Möglichkeiten der Kooperation doch überwältigend für die Besucherin.

Olga Dejewa, Peter Steger und Dieter Rossmeissl

Olga Dejewa, Peter Steger und Dieter Rossmeissl © Karin Günther

Vor allem die Allgegenwart des Partnerschaftsgeistes in Erlangen taten es Olga Dejewa an. Nicht nur bei den Veranstaltungen wie im Club International der Volkshochschule oder bei der Eröffnung der Tschernobyl-Ausstellung im Rathaus und den Unterredungen mit ihrem Kollegen, Florian Janik, sondern im Alltag, auf der Straße, wenn etwa eine Marktfrau den Gast aus Wladimir erkennt und anspricht oder Dekan Josef Dobeneck sich in der Fußgängerzone Zeit für einen kleinen Plausch nimmt. Kleine Zeichen, die oft mehr sagen als wohlgesetzte Deklarationen und Absichtserklärungen.

Wolfram Howein, Jürgen Ganzmann, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Leonhard Hirl

Wolfram Howein, Jürgen Ganzmann, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Leonhard Hirl

Aber für diesen Partnerschaftsgeist stehen natürlich auch ganz konkrete Projekte wie der Austausch von Fachkräften mit der WAB Kosbach, die in den nächsten Tagen wieder vier Hospitanten aus Wladimir aufnimmt, um ihre Ansätze bei der Arbeit mit Menschen zu vermitteln, die an psychischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden. Ein Austausch übrigens, der bis in das Jahr 1999 zurückreicht und aus dem u.a. das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ hervorgegangen ist.

Stefan Engelhardt, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Wolfgang Fuchs

Stefan Engelhardt, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Wolfgang Fuchs hoch über dem Klärwerk Erlangen

Noch weiter in die Geschichte der Partnerschaft zurück, bis ins Jahr 1991, reicht die Kooperation des Entwässerungsbetriebs der Stadt Erlangen mit den Kollegen aus Wladimir. Und zum 25jährigen Jubiläum dieser so pragmatischen Freundschaft bietet das Erlanger Klärwerk dem russischen Partnerbetrieb – kostenlos – eine hochmoderne Schlammentwässerungsanlage an, die hier wegen der Umstellung auf eine andere Technik nicht mehr benötigt wird. Schon im Sommer kommen dann Fachleute von der Kljasma an die Regnitz, um Fragen der Demontage und des Transports all der vielen Gewerke und Aggregate für das erste Halbjahr 2017 vorzuklären. Da erklärt es sich fast von selbst, daß Wolfgang Fuchs, Leiter des Entwässerungsbetriebs, und Stefan Engelhardt, zuständig für das Klärwerk, Olga Dejewa zusagen, den Kollegen in Wladimir auch weiterhin bei allen Modernisierungsmaßnahmen beratend zur Seite stehen zu wollen.

Karin Lippert und Olga Dejewa

Karin Lippert und Olga Dejewa

Noch nicht so lange, aber immerhin auch schon seit fünf Jahren, betreut Karin Lippert vom Kulturamt den Austausch von Newcomer-Rockbands mit Wladimir, so erfolgreich, daß eine Erlanger Band, die schon einmal in der Partnerstadt von den Fans gefeiert wurde, nun auf eigene Faust und Kosten nochmals nach Osten aufbrechen will. „Es ist unglaublich, wie begeistert bisher alle Musiker zurückgekehrt sind“, freut sich Karin Lippert, und Olga Dejewa weiß von ihren ersten Erfahrungen mit dem Projekt, daß auch schon die erste Wladimirer Band gerne ein zweites Mal nach Erlangen käme… Was könnte deutlicher für den Erfolg sprechen?! Schön jedenfalls zu wissen: Unter Olga Dejewa soll nichts von dem, was bereits in der Zusammenarbeit geschaffen wurde, auf der Strecke bleiben. Im Gegenteil: Neue Projekte sollen dazukommen.

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Besonders wünscht sich Wladimirs Oberbürgermeisterin unmittelbar vor dem Abflug bei ihrem Überraschungstreffen mit Altoberbürgermeister, Siegfried Balleis, der die Partnerstadt seit 1989 aus eigener Anschauung kennt, einen Ausbau der Wirtschaftskontakte, ein „steiniges Feld“, wie das ihr Gegenüber nennt, aber natürlich wert, immer wieder neu bestellt zu werden. Und so war es denn für Olga Dejewa ein Abschied, der neue Treffen, der ein Wiedersehen in der Zukunft verheißt, um Altes zu bewahren und Neues zu gestalten.

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