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Posts Tagged ‘Wladimirer Künstler’


Dietrich Puschmann, Vorstand des Kunstkreises Tennenlohe, hat allen Grund, sich zu freuen. Nachdem Isabelle Brigget bereits am Sonntag aus Rennes eingetroffen war, landeten gestern auch Kirill Wedernikow sowie Igor und Sergej Tschernoglasow aus Wladimir wohlbehalten am Flughafen Nürnberg.

Dietrich Puschmann, Sergej Tschernoglasow, Isabelle Brigget, Albrecht Dürer, Igor Tschernoglasow und Kirill Wedernikow

Das Partnerschaftsquartett wird nun bis zum kommenden Sonntag zwei Figuren und zwei Wandgemälde schaffen und damit den Skulpturenpark im Erlanger Stadtteil Tennenlohe um vier neue Werke erweitern. In einer bisher nicht dagewesenen deutsch-französisch-russischen Konstellation. Die Kultur macht es möglich.

Nun besteht also in den nächsten Tagen die einmalige Gelegenheit, den Gästen bei ihrem schöpferischen Akt über die Schulter zu schauen, zu sehen, wie aus der rohen Materie ungeahnte Gestalten entstehen.

Igor Tschernoglasow, langjähriger Vorsitzender des Künstlerverbandes der Region Wladimir, war vor 14 Jahren zum letzten Mal in Erlangen, und hinterließ in Tennenlohe bereits zwei Skulpturen. Nun will er seine dritte Arbeit aus Kalkstein hauen, während sein Sohn Sergej seinen Einstand gibt.

Engel, Igor Tschernoglasow

Kirill Wedernikow hatte während seiner Ausstellung im Februar an der Volkshochschule Erlangen https://is.gd/WOpuWi die Aufmerksamkeit von Dietrich Puschmann auf sich gezogen. Ohne lange zu zögern lud damals der Kunstfreund den Maler zu dem August-Symposium während der Tennenloher Kirchweih ein.

Dialog, Igor Tschernoglasow

Wer es unter der Woche nicht schaffen sollte, im Skulpturenpark vorbeizuschauen, sollte sich die Präsentation der Arbeiten am Sonntag, den 18. August, um 15.00 Uhr nicht entgehen lassen.

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Heute nimmt die Partnerstadt Abschied von dem letzten Großmeister der Wladimirer Malschule, Walerij Kokurin, der zusammen mit den bereits verstorbenen Kim Britow und Wladimir Jukin ein Dreigestirn von landesweiter und internationaler Strahlkraft gebildet hatte.

Walerij Kokurin

1930 in Wladimir geboren, widmete der Künstler nach seiner Ausbildung in Pereslawl-Saleskij ab 1954 auch den Großteil seines Schaffens der Heimatstadt, wo er zunächst als Restaurator tätig war.

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Schon 1956 nahm Walerij Kokurin an allen Ausstellungen der Region Wladimir teil, und vier Jahre später wurde er bereits in den Künstlerverband der UdSSR aufgenommen. 1960 war auch das Jahr, als er erstmals zusammen mit Wladimir Jukin und Kim Britow in Moskau ausstellte. Damals sprach man erstmals von der „Wladimirer Schule der Landschaftsmalerei“ und von den „Wladimirer Impressionisten“, Begriffe, die bis heute geläufig sind und das Schaffen einer ganzen Generation von Künstlern aus der Partnerstadt prägten.

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Bei all seiner Reisetätigkeit durch das Land entstanden doch seine besten Arbeiten dort, wo die Farben aus den Melodien seiner geliebten „Wladimirer Landstraßen“. Die Vaterstadt und das Wladimirer Land wurden für ihn zur wichtigsten Quelle der Inspiration. Deshalb gehören zu seinen Herzensthemen die Darstellungen der Provinz und die mit dem Skizzenblock erkundeten Ecken der Heimat. Sein Wladimir versteht er, aus einem unerwarteten Blickwinkel zu sehen. In seinen Stadtansichten zeigt der Künstler oft ganz charakteristische Objekte des modernen Lebens vor dem Hintergrund der patriarchalen Wladimirs. Er ist auf der Suche noch der Begegnung von Altem und Neuem und versucht, dem Betrachter sein Empfinden vom Eindringen der Geschichte in die Gegenwart zu vermitteln. Walerij Kokurin arbeitet nie nach einer Schablone, vervielfältigt keine gelungene Komposition. Vielmehr ist jedes seiner Bild individueller Natur und trägt die große Arbeit der Suche nach jenen Gefühlen in sich, die sich nicht mit einfachen Worten ausdrücken lassen und die der Künstler doch uns allen näherbringen möchte.

So auf der Homepage des Wladimirer Künstlerverbands zu lesen, der mit Walerij Kokurin seinen Patriarchen verliert, dessen Arbeiten erstmals bereits 1987 auch in Erlangen zu sehen waren.

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Zum Ausklang des Monats wieder einmal eine Kollektion des Wladimirer Malers Georgij Parfjonow. Zur Erinnerung: Der Juni war und ist nicht überall nur brüllend heiß und staubtrocken. Es gab und gibt ihn auch farbensatt und lichtfeucht mit einer wohltemperierten Sonne.

Juni-Etüde

 

Heißer Junitag

Blühender Juni

Weidenröschen

Pfingstrosen

Es zieht sich zu

Abendstimmung im Juni

Juni-Rhapsodie

Abende im Juni

Juniwiesen

Pusteblumen

Im Juni am Fluß

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Georgij Parfjonow, orthoxer Geistlicher und Maler, gehört zu den bekanntesten Künstlern der Region Wladimir. Der Blog berichtete auch bereits über sein vielfältiges Schaffen, zu dem natürlich auch Frühlingsmotive gehören – von April bis Mai. Doch sehen Sie selbst:

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Auf das Schaffen von Ilja Schanin wies der Blog schon des öfteren hin. Er arbeitet ja gern mit vergänglichen Materialien – mit Eis und Sand -, wobei er aus dem Fundus der großen Meister schöpft.

Nun sind Arbeiten des Wladimirer Künstlers zusammen mit Werken von 39 anderen Kollegen aus aller Welt im Groeninge Museum Brügge zu sehen, entstanden nach den Vorlagen alter Meister wie Hans Memling, Jan van Eyck oder Hieronymus Bosch. Dazu Ilja Schanin selbst:

Früher arbeitete ich häufig mit Reliefs. In Brügge aber wurde die Arbeit dadurch erschwert, daß es notwendig war, bei der Gestaltung der Skulpturen die optimale Balance zwischen dem eigenen künstlerischen Ich und dem klassischen Gemälde zu finden. Mir scheint, unserem internationalen Team ist es dennoch gelungen, diese anspruchsvollen Pläne umzusetzen.

So entstand in sieben Sälen ein „Museum des neuen Blicks“, eine 60 Tage währende Ausstellung auf 700 qm Fläche, für deren Gestaltung 22 Tonnen Putz notwendig waren. Wer in nächster Zeit nicht in die Stadt der Brücken kommt, erfreue sich an den Kunstwerken unter: http://www.facebook.com/ilyashanin

Siehe hierzu auch: https://is.gd/PyPuws

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Die 125 km bis in die nordwestlich von Wladimir gelegene 60.000-Seelen-Kreisstadt Alexandrow lohnen sich besonders in diesen Tagen. Noch bis zum 24. März ist in dem Gebäudekomplex der ehemaligen Residenz von Iwan dem Schrecklichen, der hier von 1564 bis 1581 hofhielt und wohl im unheiligen Zorn seinen Sohn und Thronfolger erschlug, eine Ausstellung zu sehen, die unter dem Titel „Auf der Suche nach dem Leben“ das über Jahrzehnte gereifte Schaffen eines der gewiß größten russischen Künstler der Gegenwart zeigt.

Plakat zur Ausstellung „Auf der Suche nach dem Leben“

Jakow Jakowljew kam 1947 auf Sachalinsk in der Familie eines Generalmajors und Weltkriegsveteranen zur Welt und wurde 1952 heimlich in Moskau getauft. Kindheit und Jugend waren, bedingt durch die militärische Laufbahn des Vaters und die unregelmäßigen Versetzungen, geprägt durch ständige Ortswechsel, bis er 1965 das Studium der Architektur in Nowosibirsk aufnahm und fünf Jahre später, bereits als Dozent, heiratete. 1975 folgte die Aufnahme in den Russischen Künstlerverband mit Ausstellung vor allem seiner Graphiken auch im Ausland. Daneben half der bekennende Christ als Architekt und Ikonenrestaurator bei der Renovierung von Kirchen und Klöstern in der Region Nowosibirsk, bis Jakow Jakowljew 1983 nach Wladimir umzog.

Bischof Innokentij, Patriarch Kirill und Erzbischof Tichon

Nach dem Tod seiner Frau, neun Jahre später, ließ sich der Vater von zwei Töchtern zum Diakon und später zum Priester weihen und wurde noch im gleichen Jahr in den Diözesanrat aufgenommen, zuständig für Bau- und Restaurierungsaufgaben. Wenige Monate später schon übertrug man dem Geistlichen die Aufgabe des spirituellen Rats im Fürstinnenkloster, und 1997 nahm er als Mönch den Namen Innokentij an, nachdem ihn Erzbischof Jewlogij zwei Jahre zuvor bereits zu seinem Generalvikar ernannt hatte.

Bischof Innokentij in seinem Atelier

Genau ein Jahr darauf die Erhebung in den Rang eines Hegumen (Igumen) und der Abschluß seines theologischen Fernstudiums. Ende 2005 geht P. Innokentij als Abt des Alexander-Klosters nach Susdal und wird 2007 in den Rang eines Archimandriten erhoben. 2011 schließlich die Bischofsweihe, der Abschied von Wladimir, die Übernahme der Diözese Nischnetagil und Jekaterinenburg im Ural – und am 14. Mai 2018 die Rückkehr in die Region Wladimir auf den Bischofsstuhl von Alexandrow, zuständig auch für die Kreise Jurjew-Polskij, Kirschatsch und Koltschugino.

Stilleben eines Künstlers

Über all die Jahre seines kirchlichen Werdegangs blieb der Geistliche stets Künstler mit einem Blick auf das Metaphysische, auf die Kostbarkeit des Augenblicks, oft festgehalten in asketisch anmutenden Kompositionen.

Was das Spätwerk besonders auszeichnet, ist die Grenzüberschreitung, das Zusammengehen von Photographie und Graphik, das Übereinanderlegen verschiedener Schichten, das Durchscheinen einer anderen Welt hinter dem ersten Eindruck. Subtil, feinnervig, vieldeutig und polyphon, ganz im Geist der Ikone, gedacht als Fenster in den Himmel, ins Jenseits.

Neben nachgerade prototypischen Portraits finden sich im Œuvre immer wieder Landschaften mit der sprichwörtlichen Weite der russischen Ebene, mal menschenleer, wie im Moment der Schöpfung, dann wieder belebt mit Figuren, die ihre Arbeit verrichten, immer schlicht, ohne Anmutungen von Heroismus oder auch nur einer ausgeprägten Individualität. Bisweilen freilich gestattet sich der Künstler ein Selbstbildnis in der Arbeit zu verstecken oder einen Kollegen anzudeuten. Oder er zitiert andere Meister wie Marc Chagall.

P. Innokentij auf Motivsuche

Selbst deutet der spirituelle Künstler beim Atelierbesuch nicht so gerne die Botschaften seiner Werke; für sich selbst und aus sich selbst heraus sollen sie sprechen, und die Interpretation bleibt dem Betrachter überlassen. Daran tut wohl auch die Blog-Redaktion gut und beläßt es bei folgenden Bemerkungen:

Vitrine mit den Katalogen der beiden bisherigen Ausstellungen in Erlangen

Jede Begegnung mit dem Künstler-Bischof darf man als Geschenk des Himmels erleben. Wenn es die Gegenwart Gottes auf Erden gibt, dann in der Aura eines Menschen wie Pater Innokentij.

Peter Steger und Bischof Innokentij

Und dann: Kann es Zufall sein, daß der erste Eintrag des Blogs am 27. September 2008 https://is.gd/TlpyJY just diesem Künstler und seiner zweiten Ausstellung in Erlangen gewidmet war? Da liegt es nahe, eine dritte Ausstellung anzukündigen. Noch ohne Datum. Aber sie wird kommen, denn, wie der russische Volksmund sagt: „Gott liebt die Drei“.

Mehr Bilder aus dem Atelier und der Ausstellung sind hier auf Facebook zu sehen: https://is.gd/Dlyc6c

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Er ließ es sich nicht anmerken, aber ein wenig nervös war Kirill Wedernikow gestern schon, so kurz vor der Ausstellungseröffnung in der Volkshochschule mit Oberbürgermeister Florian Janik und all den vielen Gästen aus Politik, Verwaltung und vor allem natürlich Kunst und Kultur. Doch schon im Gespräch mit Erlangens Stadtoberhaupt löste sich die Spannung und wich der Freude darüber, mit welcher wißbegierigen Offenheit man seinen Arbeiten begegnete.

Irene Hetzler, Florian Janik, Kirill Wedernikow, Carolin Gugel und Hans-Peter Singer

Der Künstler hätte es freilich auch schon vorher wissen können. Denn von Beginn an hatte er – „trotz meiner geringen Englischkenntnisse“ – mit der Gruppe Andersartig eine gemeinsame Sprache gefunden, hatte die Verständigung über die Kunst, diese universelle Form des menschlichen Ausdrucks, bestens funktioniert. Und es war manchmal beim Aufbau, als hätten die Bilder ihren Platz an den Wänden und in den Räumen selbst gefunden.

Jutta Brandis

Glücklich und zufrieden jedenfalls waren nicht nur die Künstler, sondern vor allem Jutta Brandis, die mit „(R)Evolution“ nach dreißig Jahren des Wirkens an der Volkshochschule hiermit ihre vorletzte Ausstellung kuratierte, darunter viele mit Gästen aus Wladimir. Doch keine hatte sie nach eigenen Worten bisher so mit Freude über das Gelingen erfüllt wie diese, die nun noch bis zum 12. April in den Räumen der Volkshochschule, Friedrichstraße 19, zu sehen sind.

Peter Steger, Kirill Wedernikow, Hans-Peter Singer, Jutta Brandis, Carolin Gugel, Irene Hetzler, Michael Ort und Eva Herrmann

Zeit genug also, sich selbst noch einen Eindruck zu verschaffen von diesem deutsch-russischen Projekt einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die Florian Janik in seinem Grußwort als wichtiges Element der Verständigung in Zeiten politischer Konflikte lobte, die aber auch zeigt, wie gut Künstler verschiedener Länder konzeptionell zusammenfinden können. Denn, so Kirill Wedernikow: „Sie entsteht zwar in Raum und Zeit, ist aber nicht an diese Dimensionen gebunden, wirkt darüber hinaus.“ Worte, die so auch gelten könnten für das eigens zu dieser Ausstellung komponierte „Concertino für Vibraphon und Klavier“, uraufgeführt von Michael Ort und Eva Herrmann.

Anke Steinert-Neuwirth, Peter Steger, Kirill Wedernikow, Hans-Peter Singer, Carolin Gugel und Irene Hetzler

Ein großer Teil der Bühne – und auch der Ausstellungsfläche – gehörte gestern dem Gastkünstler, der Gelegenheit erhielt, anhand eines Videos mit beeindruckend animierten Arbeiten aus seiner jüngsten Schaffensperiode und einer Präsentation seinen Werdegang darzustellen. Erstmals im Ausland und erstmals in dieser Ausführlichkeit, denn in der Heimat können sich nicht alle an seiner Ästhetik etwas abgewinnen.

Karin Günther und Peter Millian

Sie hat ja auch tatsächlich etwas Düsteres, und vor allem in seinem Zyklus der Lost Places und Industriebrachen sehe man wenig Optimismus und Aufbruch, wie Peter Millian von den Erlanger Nachrichten bemerkte. „Richtig“, bestätigte der 27jährige Künstler aus Wjasniki, hundert Kilometer östlich von Wladimir gelegen, „aber aus diesem Schatten bin ich herausgetreten, diese Periode liegt hinter mir.“

Zwar, so der Künstler, ziehe ihn noch immer diese Landschaft des Verfalls mit ihren groben Formen und den unendlichen Räumen des Vergehens magisch an, weil es da so viel Gestaltungsmöglichkeit gebe, aber nach seinen Anfängen im Bereich des Graffiti und der Straßenkunst und all den Lehrjahren durch die Kunsthochschule in Susdal sowie die Aufenthalte in Sankt Petersburg und Moskau wende er sich nun stärker philosophischen, theologischen und mythologischen Themen zu.

Kirill Wedernikow im Gespräch

Man hört es aus seinen Worten heraus, man merkt es seinen Bildern an: Hier wird man Zeuge eines künstlerischen Reifeprozesses, der auf dem Weg zu echter Meisterschaft ist, im Ausdruck wie im Handwerk. Passend zum evolutionären Titel der Ausstellung mit dem R in Klammern.

So richtig zur Geltung kommt das im Musikzimmer, wo die Keramiken von Carolin Gugel und die Arbeiten von Kirill Wedernikow einander nicht nur ergänzen, sondern in ihrer Wirkung verstärken, formal wie inhaltlich. Aber davon sollte man sich selbst überzeugen. Zeit ist ja noch genug.

Und nehmen Sie sich auch ein paar Minuten für die Mappen, wo sich neben Angaben zu den Persönlichkeiten auch die Preise für die Arbeiten finden. Es bietet sich die exklusive Gelegenheit, eine Wedernikow-Sammlung, die erste in Deutschland und außerhalb seiner russischen Heimat, aufzubauen.

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