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Posts Tagged ‘Wladimir Filimonow’


Einmal noch, vom 29. Juli bis zum 4. August, habe ich mich in unsere Partnerstadt Wladimir aufgemacht, vor  allem, um alte Freunde aufzusuchen, die ich aus den 1990er Jahren bei deren Aufenthalt in Erlangen kennengelernt hatte, und um besonders das Psycho-Neurologische Heim zu besuchen. Dort lebt seit langer Zeit Stanislaw Katkow, den ich auch seit über 20 Jahren kenne und bei meinen Aufenthalten in Wladimir immer wieder antreffen konnte.

Alewtina Sinowjewa: Sonnenuntergang

Mein lang gehegter Wunsch, die Fußmalerin, Alewtina Sinowjewa zu treffen, ging dieses Mal endlich in Erfüllung. Immer wieder illustrierte sie Gedichte von Stanislaw Katkow.

Alewtina Sinowjewa: Winternacht

Zu einer Festveranstaltung im Saal des Heimes lud uns – Hans Gruß vom Freundeskreis Wladimir, die Deutschdozentin Tatjana Kolesnikowa aus dem Erlangen-Haus und mich – die Direktorin, Irina Morosowa, ein. Frau Kolesnikowa kenne ich seit langem von ihren Aufenthalten in Erlangen als Gastdozentin. Sie war bereit, uns als Dolmetscherin zu begleiten. Frau Sinowjewa, die außerhalb von Wladimir lebt, begleitete ihr Vater zu dieser Veranstaltung und saß neben Herrn Katkow und dessen Frau. Wir erlebten den musikalischen Auftritt einer Gruppe aus einem anderen Heim.

Anschließend wurden wir alle zusammen mit der Heimleitung in das Zimmer von Herrn Katkow geleitet. Dort konnten wir uns miteinander unterhalten, natürlich mit Tatjanas Hilfe als Dolmetscherin. Für das Treffen im Heim hatten wir uns ein paar Gedichte ausgesucht, um sie Russisch-Deutsch vorzutragen. Man sah es Herrn Katkow an, wie er daran Freude hatte, seine Texte zu hören. Danach rezitierte Frau Katkowa eines ihrer Lieblingsgedichte ihres Gatten. Ich wußte, daß sie seine Lyrik auswendig kennt. Bei einem früheren Besuch sagte sie mir, sie könne den „März“ noch nicht richtig. Jetzt fragte ich sie, ob sie inzwischen den „März“ gelernt habe. Zu meiner großen Überraschung trug sie dann dieses Gedicht in deutscher Übersetzung vor, auswendig! Frau Katkowa kenne ich auch schon lange Zeit. Sie hatte viele Jahre ihrem späteren Mann beim Aufschreiben seiner Gedichte geholfen.

Von Frau Sinowjewa erhielt ich einige ihrer Bilder in Kopie sowie einen Reiseführer in russischer Sprache,  an dessen Herausgabe sie beteiligt war: „Unbekanntes Katalonien“.

Es ist gut, im Erlangen-Haus so hervorragend untergebracht zu sein und von der Köchin Galina schon am Morgen mit einem sagenhaften Frühstück versorgt zu werden, das einen für den ganzen Tag fit hält.

Die wenigen Tage meines Aufenthalts waren voll verplant:

Hans Gruß und Ute Schirmer beim Unterricht

Vormittags drei Stunden Russisch im Erlangen-Haus. Hans Gruß und ich wünschten die Möglichkeit, im Land zu nutzen, um sprachlich ein wenig besser dazustehen. Tatjana Kolesnikova nahm sich darum unser intensiv an und schloß manche Lücke bei uns.

Einladungen am Nachmittag oder am Abend begannen meist mit einem Festessen, oft mit Tafelmusik. Die Familien meiner alten Freunde sind größer geworden. Inzwischen musizieren oder tanzen die Enkelkinder.

Bei Familie Alexej Krasnow

Galina Saikina und Familie Krasnow

Familie Dmitrij Tichonow, links im Bild Alexander Tichonow

Auch bei einer Familie, die ich erst im vergangenen Jahr in Erlangen kennengelernt hatte, war ich mit Hans Gruß und Tatjana Parilowa  eingeladen. Nach dem Festmal konnten wir einen Einblick in die Werkstätten der Möbelfirma des Gastgebers erhalten, in der Nähe des Dorfes Suromna im Landkreis Susdal angesiedelt.

Für Samstag, dem Tag vor meiner Heimreise, war der Besuch bei Tatjana Oserowa vorgesehen. Auch sie verwöhnte mich mit einem festlichen Essen. Danach durfte ich sie zum Friedhof begleiten, der etwa 15 km von der Wohnung entfernt liegt und nur mit dem Taxi bequem zu erreichen ist. Das Grab von Genrich Oserow und nun auch des Sohnes Alexander, der im April plötzlich verstorben ist, liegt in einem ruhigen, von Bäumen umgebenen Areal mitten in der Natur.

Es war gut, diesen Besuch auf den letzten Tag meines Aufenthaltes in Wladimir gelegt zu haben. Bei meinem Abschiedsspaziergang am Abend vom Zentrum zum Erlangen-Haus blieb so Zeit dazu, manches noch einmal zu überdenken.

Brunnen am Theaterplatz

Erlangen-Haus

Rosenkranzkirche

Die Fahrt zum Flughafen Domodjedowo in Moskau verlief ohne Stau. Mein Chauffeur hatte mich im Erlangen-Haus etwas früher abgeholt. Dadurch war Zeit, unterwegs in Lakinsk die betagten Eltern von Wladimir Filimonow zu besuchen. Ich kannte sie von früher, wenn sie in Wladimir zu Besuch waren.

Ute Schirmer mit den Eltern von Wladimir Filimonow

Weil das Ehepaar jetzt nicht mehr reisen kann, freuten sie sich die beiden über ein Wiedersehen mit mir zu Hause ganz besonders.

Ute Schirmer

Vor dem Heimflug

Mehr zu Ute Schirmer und ihrer einzigartigen Verbindung zu Wladimir unter: https://is.gd/4LJWU8

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Am Jahresende stellt sich immer die Frage nach dem Rückblick, nach der Auswertung. Man will wissen, was unter dem Strich bleibt. Nun, im Fall der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir fällt die Bilanz wieder unerwartet erfreulich aus. Ungeachtet der Verwerfungen seitens der „großen Politik“ fanden in den letzten zwölf Monaten erneut mehr als einhundert Austauschmaßnahmen in allen nur denkbaren Bereichen statt, wohlgemerkt allein die aktenkundigen. Ungezählte neue Verbindungen wurden zwischen den Städten geknüpft, bestehende Freundschaften fanden ihre Fortsetzung und Vertiefung. Unmöglich, den Lesern die ganze Statistik der Begegnungen zumuten zu wollen. Selbst die täglichen Meldungen des Blogs schaffen es oft nicht, all die mitunter zeitgleich agierenden Austauschpartner angemessen zu Wort kommen zu lassen. Deshalb auch heute nur der Hinweis auf die exemplarische Freundschaft der Schwimmer, die sich mit der Kappe auf dem Kopf und dem Anstecker am Revers zu ihren besonderen Beziehungen bekennen.

Freundschaft der Schwimmer aus Erlangen und Wladimir

Freundschaft der Schwimmer aus Erlangen und Wladimir

Beziehungen, die Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg mit beherztem Blick in die Zukunft schon vor mehr als drei Jahrzehnten aufnahm, und für die er im Januar beim Empfang zu seinem 80. Geburtstag in Anwesenheit seiner drei Kollegen aus Wladimir – Igor Schamow, Alexander Rybakow und Sergej Sacharow – von Vizekonsul Andrej Isjurow mit dem Abzeichen des Außenministeriums der Russischen Föderation geehrt wurde. Beziehungen, die auch in den vier Büchern ihren Ausdruck finden, allesamt in diesem Jahr und ganz im Geist von Dietmar Hahlweg erschienen.

Dietmar Hahlweg und Andrej Isjurow

Dietmar Hahlweg und Andrej Isjurow

Im Band zum zwanzigjährigen Jubiläum des Erlangen-Hauses, mit dessen Errichtung Dietmar Hahlweg der Bürgerpartnerschaft ein Dach geschenkt hat; in der Monographie des wissenschaftlichen Trios Wiktor Malygin, Natalia Judina und Klaus Steinke zum „russisch-deutschen sprachlichen Dialog“, dem Erlangens Altoberbürgermeister sich immer eng verbunden fühlte; in der Anthologie mit „Gedichten aus dem Land der Sonderlinge“, einem zweisprachigen Zeugnis des Literaturaustausches, den Wolf Peter Schnetz, ein politischer Weggefährte des Erlanger Ehrenbürgers bereits in den 70er Jahren aufgenommen hatte; schließlich in der Sammlung von Überlebensberichten aus Kriegsgefangenenlagern in und um Wladimir mit dem Titel „Komm wieder, aber ohne Waffen!“, geprägt von jenem Geist der Versöhnung und Verständigung, der von Beginn an das Miteinander der Partnerstädte belebt und bewegt.

Verleihung der Ehrendoktorwürde des Pädagogischen Instituts Wladimir an Dietmar Hahlweg im Mai 1995. Es gratuliere oben Klaus Wrobel und Percy Gurwitz, unten Wiktor Malygin und Tamara Anischtschuk. Photo: Wladimir Filimonow

Verleihung der Ehrendoktorwürde des Pädagogischen Instituts Wladimir an Dietmar Hahlweg im Mai 1995. Es gratulieren oben Klaus Wrobel und Percy Gurwitz, unten Wiktor Malygin und Tamara Anischtschuk. Photo: Wladimir Filimonow

Der Blog erhebt heute, am 81. Geburtstag von Dietmar Hahlweg, das Glas auf jenen Menschen, ohne den es weder die offizielle Partnerschaft noch all die freundschaftlichen Kontakte zwischen Erlangen und Wladimir gäbe. Mit den dankbaren Glückwünschen an den Jubilar nimmt auch dieses Jahr wieder ein gutes Ende, und das schönste Geschenk für diesen lebensfrohen Menschenfreund ist sicher das Wissen, daß gerade seine beiden in ihrer Anbahnung wohl schwierigsten außenpolitischen Kraftakte – die Verbindungen zu Wladimir und Jena – nun schon seit acht Jahren in einer fruchtbaren trilateralen Zusammenarbeit aufgegangen sind. Es war eben wohlgetan, was Dietmar Hahlweg behutsam begonnen und seine Nachfolger im Amt, Siegfried Balleis und Florian Janik, umsichtig mit ihrem jeweiligen Gegenpart in Wladimir und Jena fortgesetzt und zur Freundschaft geführt haben. Ach, gäbe es nur mehr davon zwischen Deutschen und Russen. Gerade jetzt. Das bleibt zu wünschen für das Neue Jahr!

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Es verletzt die russischen Kriegsveteranen am Vorabend des 70.  Jahrestages des Sieges über das Dritte Reich, wenn zu ihrem größten Fest, zum Triumph über den Faschismus gerade Deutschland nicht der Einladung des Kreml folgt und damit bei der Parade heute auf dem Roten Platz nicht durch Mitglieder der Bundesregierung vertreten ist. Immerhin versteht man es als Zeichen dafür, die Verbindung nicht abbrechen zu wollen, wenn Angela Merkel morgen gemeinsam mit Wladimir Putin einen Kranz zu Ehren der 27 Millionen sowjetischen Opfer des von Deutschland entfachten Zweiten Weltkriegs niederlegt.

Die Erlanger Delegation und die Veteranen im Erlangen-Haus

Die Erlanger Delegation und die russischen Veteranen mit Philipp Dörr in ihrer Mitte  im Erlangen-Haus. Photo: Wladimir Filimonow

Dennoch der Vorschlag an Oberbürgermeister Florian Janik, er möge doch die Kanzlerin nach Wladimir einladen. Sie werde dann sehen: „Hier sind keine blutdürstigen Krieger unterwegs. Hier sind die Straßen voller friedliebender Menschen, die keinen Krieg wollen!“ Wie auch! Diese Männer haben die verbrannte Erde von der Wehrmacht zurückerobert, haben Leid, Elend und Tod durchlitten, die Konzentrationslager befreit, von Deutschland und Europa das Joch des Faschismus genommen. Sie hatten die Hauptlast des Vernichtungskrieges der Nationalsozialisten zu tragen. Allein vom Jahrgang 1923 sind 80% der Männer nicht mehr von der Front zurückgekehrt. Die Rote Armee hat aber zugleich mehr als Dreiviertel der Wehrmachtseinheiten aufgerieben und 76 von 100 deutschen Panzern zerstört. Gleichwohl, so bekunden die ehemaligen Frontkämpfer, haben sie nie Haß gegenüber dem deutschen Volk empfunden, verstanden sie sich immer als Befreier, schätzen bis heute, vor allem auch dank der Partnerschaft mit Wladimir, die Freundschaft mit den einstigen Feinden. Sie erinnern sich dankbar an die humanitäre Hilfe aus Erlangen, die in ganzen Lastwagenkonvois Anfang der 90er Jahre Lebensmittelpakete für die Veteranen antransportierten, sie denken zurück an die von Nikolaj Schtschelkonogow genau protokollierten Begegnungen – fast 30 an der Zahl – seit 1991 mit den deutschen Schicksalsgenossen, und sie lassen die Freunde in Erlangen grüßen: Wolfgang Morell, Alfred Trautner und – immer wieder – Fritz Wittmann.

Wassilij Samarin

Wassilij Samarin. Photo: Wladimir Filimonow

Erlangens Oberbürgermeister findet da die richtigen Worte, wenn er den Gästen im Erlangen-Haus für ihren unschätzbaren Beitrag dazu dankt, daß die Deutschen seit 70 Jahren in Frieden leben und: „Ich will mir nicht vorstellen, wie unser Land, wie Europa heute aussehen würde, wenn Sie nicht den Hitler-Faschismus besiegt, wenn Sie nicht Deutschland befreit hätten!“ Und er weiß die Gesten der Vergebung zu erwidern. Etwa, wenn er der einstigen Zwangsarbeiterin, Nadjeschda Barinowa, eine Spende aus Erlangen in Höhe von 600 Euro überreicht, gesammelt von Bloglesern und Delegationsmitgliedern für eine Frau, die es durch unglückliche Umstände versäumt hat, fristgerecht die ihr zustehende Kompensation für das erlittene Unrecht zu beantragen. Nun ist mehr zusammengekommen, als sie vom deutschen Staat erhalten hätte, und dabei sind noch einige Spenden angekündigt…

Nadjeschda Barinina und Florian Janik

Nadjeschda Barinowa und Florian Janik. Photo: Wladimir Filimonow

Eine andere symbolische Geste als Gastgeschenk an die Veteranen: der Friedenskreis von Fritz Wittmann, angefertigt in Wladimir. Ein Zeichen, das alle verstehen – als Vermächtnis der Kriegsgeneration, als Mahnung, den Frieden zu bewahren.

Florian Janik und der Friedenskreis von Fritz Wittmann

Florian Janik und der Friedenskreis von Fritz Wittmann. Photo: Wladimir Filimonow

Auch Wassilij Samarin hat diese Friedensbotschaft erlebt: in der Begegnung mit Erlangern, beim Besuch des Nordfriedhofs in Nürnberg, in den Worten eines deutschen Geistlichen, aber auch schon als Offizier in der DDR, wo er für sein Wirken im Rahmen der Sowjetisch-Deutschen Freundschaft mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde, die er bis heute voller Stolz trägt.

und Florian Janik

Wassilij Nikitenko und Florian Janik. Photo Wladimir Filimonow

Oder Renad Kadyrytsch, ein Kriegskind mit besten Erinnerungen an deutsche Kriegsgefangene, mit denen er gern Fußball spielte, denen man immer wieder aus der Kantine etwas zum Essen mitbrachte, obwohl das ja eigentlich nicht gestattet war. „Meine Eltern haben gegen die Deutschen gekämpft, aber ich habe keinen Haß auf sie empfunden.“ Einer seiner Kameraden an der Militärschule stand sogar in Briefkontakt mit einem in die Heimat zurückgekehrten Kriegsgefangenen. Aber die Post wurde überwacht, und als der Freund dann eine Einladung nach Deutschland erhielt, wurde er vom Studium ausgeschlossen. So waren die Zeiten.

Vor dem Erlangen-Haus

Vor dem Erlangen-Haus. Photo: Wladimir Filimonow

Den Brief von Wassilij Samarin, den er für Fritz Wittmann übergibt, wird niemand außer dem Empfänger aufmachen, und was sich der einstige Wehrmachtssoldat, Philipp Dörr, und die Zwangsarbeiterin, Nadjeschda Barinowa, zu sagen haben, belauscht keiner. Und täte es doch jemand… Man würde Zeuge der Versöhnung und Verständigung.

Philipp Dörr und Nadjescha Barinina

Philipp Dörr und Nadjescha Barinowa. Photo: Wladimir Filimonow

Und der Begegnung. Ganz so, wie sich das auch der Erlanger Künstler, Johannes Koch, mit seiner Skulpturengruppe im Garten des Erlangen-Hauses vorgestellt hat.

Die Besuchergruppe mit den Figuren von Johannes Koch im Garten des Erlangen-Hauses

Die Besuchergruppe, angeführt von Stadträtin Anette Wirth-Hücking, mit den Figuren von Johannes Koch im Garten des Erlangen-Hauses. Photo: Wladimir Filimonow

Aber man blickte nicht nur zurück an diesem Tag. Es war auch wieder viel von Aufbruch zu spüren, und es kündigen sich neue Projekte an. Vor allem im Gesundheitswesen. Alexander Kirjuchin, zuständig für die fast 90 Krankenhäuser in der ganzen Region, regt im Gespräch mit Stadträtin Birgitt Aßmus und Oberbürgermeister Florian Janik an, die ohnehin schon intensiven Kontakte im Bereich Medizin weiter auszubauen. Angeregt von den begeisterten Eindrücken seiner beiden Stellvertreterinnen, Ljubow Bykowa und Tatjana Aninnina, die im April Erlangen besucht haben, wünscht sich der Gastgeber, in Zukunft auch medizinisches Fachpersonal aus anderen Städten des Gouvernements nach Erlangen schicken zu können, um neueste Methoden kennenzulernen, um zu hospitieren und um von den Erfahrungen in der Partnerstadt zu lernen. Wünsche, die man gerne zu erfüllen versucht, sobald die Prioritätenliste zusammengestellt ist. Jelena Owtschinnikowa, in der Stadtverwaltung unter vielem anderen für den Bereich Gesundheit zuständig und selbst Ärztin, zeigt sich da ganz zuversichtlich: „Bisher haben wir noch nie eine Absage aus Erlangen bekommen, wenn es um einen Austauschwunsch ging.“ Und so soll es auch bleiben, versichern die Gäste.

Florian Janik, Alexander Kirjuchin, Tatjana Aninnina, Jelena Owtschinnikowa, Birgitt Aßmus und Ljubow Bykowa

Florian Janik, Alexander Kirjuchin, Tatjana Aninnina, Jelena Owtschinnikowa, Birgitt Aßmus und Ljubow Bykowa

Doch zurück zum Erlangen-Haus: 20 Jahre ohne Zuschüsse, alles selbst erwirtschaftet, immer genug auf dem Konto, um die notwendigen Reparaturen aus eigener Kraft zu finanzieren, längst zur Botschaft Erlangens geworden, zum Sprachlernzentrum, das vom Goethe-Institut Moskau gern anderen Einrichtungen als Musterprojekt empfohlen wird. Demnächst erwartet man sogar Besucher aus Weißrußland, die sich in Wladimir Rat holen wollen, um bei sich Deutsch-Kurse zu starten. Da kann man Irina Chasowa und ihr großartiges Team nur beglückwünschen!

Florian Janik, Peter Steger, Sergej Sacharow und Irina Chasowa

Florian und Max Janik, Peter Steger, Sergej Sacharow und Irina Chasowa. Photo: Wladimir Filimonow

Ein Wunder nennt Sergej Sacharow denn auch das Erlangen-Haus nach der morgendlichen Sitzung des Vorstandes, wo Wolfram Howein, Berater und Revisor der Geschäftsleitung, den erfreulichen Jahresbericht für 2014 mit – wegen der Wirtschaftskrise und möglicherweise ausbleibender russischer Geschäftsreisender, die das Gros der Gäste darstellen  – verhalten positivem Ausblick auf das laufende Jahr vorstellte. Und an diesem Wunder sollen auch die Freunde aus Erlangen und Jena teilhaben, die nach einem Tagesausflug nach Susdal zum Empfang in den Garten des Erlangen-Hauses kommen.

Helmut Eichler, Josef Schmitt und Willi Merz

Helmut Eichler, Josef Schmitt und Willi Merz. Photo: Wladimir Filimonow

Und Florian Janik ist glücklich zu erleben, wie gut es gelungen ist, das Haus mit Leben zu erfüllen, ihm einen ganz besonderen Geist zu verleihen, hier die Menschen zusammenzubringen. Ohne zu zögern, hat er übrigens das ihm als Hausherrn eigentlich zustehende Zimmer den mitgereisten Monteuren von damals, von vor mehr als 20 Jahren, um Helmut Eichler, überlassen: Willi Merz, Josef Schmitt…

Sergej Sacharow, Wjatscheslaw Morosow, Otmar Krafft und Swetlana Schelesowa

Sergej Sacharow, Wjatscheslaw Morosow, Otmar Krafft und Swetlana Schelesowa

… Otmar Krafft, der nicht nur mir kostenlosen Transporten von Material beim Bau der Erlangen-Hauses half, sondern auch mit Swetlana Schelesowa und Wjatscheslaw Morosow Anfang der 90er Jahre das erste Joint Venture zwischen Erlangen und Wladimir, die Spedition Transmoroz, gründete, die dann auch gleich zwei Büroräume anmietete.

Jürgen Pillipp und Irina Chasowa

Jürgen Pillipp und Irina Chasowa

… Jürgen Pillipp, der bereits 1985 als Schüler mit der ersten Austauschgruppe der Wirtschaftsschule nach Wladimir gekommen war, dann beim Bau des Erlangen-Hauses ehrenamtlich anpackte und nun voll Freude sieht, was aus diesem Gemeinschaftswerk geworden ist.

Eduard Markin und Florian Janik

Eduard Markin und Florian Janik

Ein langer, ereignisreicher Tag, der niemanden unberührt gelassen hat, der 70. Jahrestag der Kapitulation Deutschlands, klingt mit einem Konzert des Knabenchors unter Leitung von Eduard Markin stimmungsvoll aus. Eigens für die Gäste aus Erlangen und Jena veranstaltet als „Generalprobe“ für einen demnächst anstehenden Auftritt am Moskauer Konservatorium und – passend zum 8. Mai – mit dem Lied „Buchenwald-Alarm“ am Ende, das mit den Worten schließt: „Bewahrt den Frieden!“ Ein Motto, unter dem der ganze Besuch steht, wie Florian Janik in seiner Danksagung betont.

Das Lied, freilich in einer anderen Interpretation und unterlegt mit jenen erschütternden Bildern der Barbarei, ist hier zu hören: http://is.gd/RwYQm8

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Anfang Februar 1945 waren sich Philipp Dörr, Jahrgang 1926, und der 90jährige Nikolaj Schtschelkonogow an der Front bei Kunersdorf an der Oder gegenübergelegen, gestern, am Vorabend der Kapitulation des Dritten Reiches, lagen die Feinde von einst als Freunde von jetzt einander in den Armen. Denn der Veteran aus dem Odenwald hat Wort gehalten. Bei jedem seiner vorausgegangenen fünf Besuche in der Stadt, wo er als Kriegsgefangener eingesetzt war, hatte der Odenwälder wiederzukommen versprochen, wenn es denn die Gesundheit zulasse. Und den 70. Jahrestag des Kriegsendes wollte er unbedingt in Wladimir verbringen, in dankbarer Erinnerung an die russische Ärztin, deren Namen er nicht mehr weiß und von der er so gerne noch ein Bild bei sich aufhängen würde, hat sie ihm doch mit der Einweisung ins Krankenquartier und der damit besseren Verpflegung vor dem sicher geglaubten Tod gerettet.

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Nikolaj Schtschelkonogow und Philipp Dörr. Photo: Wladimir Filimonow

Die Erinnerung geht aber auch zurück an die etwa 10.000 Kameraden, die von 1943 bis 1949 als Kriegsgefangene die Lager der Region Wladimir durchliefen, oft aber auch für immer in der russischen Erde blieben, wie der Vater von Otmar Koch, der 1947 hier wohl an Lungenentzündung verstorben ist. Das Hier wird sich nur noch schwer genau ausmachen lassen, aber der Sohn des aus Ehingen stammenden Wehrmachtssoldaten hat nun einen Ort der Trauer und des stillen Gedenkens, einen Stein zur Erinnerung an die Überlebenden und Toten jener Zeit auf dem Gelände des Traktorenwerks, umgeben von Gebäuden, die von Deutschen errichtet wurden.

Gedenkstein. Photo: Wladimir Filimonow

Der Stein, gestiftet von den Partnerstädten Erlangen und Jena, steht aber auch für das Miteinander von Gefangenen und Einheimischen, die immer wieder Wege fanden, miteinander in Freundberührung zu kommen, auch wenn das die Vorschriften verhindern wollten. Eine Arbeitsveteranin von damals erinnert sich immer noch gern daran, wie ordentlich die Männer arbeiteten, welchen Wert sie darauf legten, die Umgebung ihrer Baracke mit Blumenbeeten zu verschönern, wie zivilisiert sie sich benahmen.

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Blumen am Gedenkstein. Photo: Wladimir Filimonow

Und Oberbürgermeister Sergej Sacharow erzählt bei der Enthüllung des Gedenksteins nicht nur von den Werkshallen, sondern auch von den Häusern für die Fabrikarbeiter, die von den Deutschen in der unmittelbaren Umgebung des Betriebs gebaut wurden. In einem von ihnen ist er selbst aufgewachsen, und im Traktorenwerk hat er, ebenso wie seine Eltern, seine Berufskarriere begonnen. Eine Verbindung, die prägt und trägt.

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Verständigung über die Grenzen hinweg: Ute Missel mit der Arbeitsveteranin des Traktorenwerks, Rimma Kaljomowa. Photo: Wladimir Filimonow

Sergej Sacharow ist es denn auch, der mit seinen Amtskollegen, Florian Janik und Albrecht Schröter, immer wieder betont: „Es ist die Volksdiplomatie, der wir heute dieses enge Miteinander verdanken und die Verständigung auch da möglich macht, wo die Politik schon wieder auf Konfrontationskurs geht. Unsere Freundschaft lassen wir uns von niemandem nehmen!“ Erlangens Oberbürgermeister formuliert es so: „Deutsche und Russen können miteinander, gehören zusammen und haben eine gemeinsame Geschichte, Gegenwart und Zukunft.“

Blumen für Philipp Dörr

Blumen für Philipp Dörr. Photo: Wladimir Filimonow

Und die Gestalter der Volksdiplomatie? Die bringen diese Gedanken mit einem spontanen Blumengruß zum Ausdruck. Philipp Dörr wird die Ärztin von damals wohl nie mehr finden, aber er darf immer wieder die Herzenswärme der russischen Menschen erleben, dieses unglaubliche Geschenk des Verzeihens und der Vergebung an die Feinde von gestern.

Nikolaj Schtschelkonogow und Philipp Dörr

Nikolaj Schtschelkonogow und Philipp Dörr. Photo: Wladimir Filimonow

Etwa bei der Enthüllung eines weiteren Gedenksteins, der an den 22. Juni 2011 erinnert, als der Erlanger Kriegsveteran, Wolfgang Morell, zusammen mit Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und den Gastgebern einen Friedensbaum pflanzten, eine Eiche zum 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion.

Gedenktafel für den Friedensbaum

Gedenktafel für den Friedensbaum

Als eine in Stein gehauene Verpflichtung für den Frieden sehen die Veteranen diese Tafel, als ein Versprechen an die Zukunft, an eine Absage an den Krieg. Die Botschaft von heute an künftige Generationen und eine Mahnung. Denn bereits Reichskanzler Otto von Bismarck hatte gewarnt, auch nur einen Soldatenstiefel auf russisches Gebiet zu setzen. Hätte sich da nur sein brauner Nachfolger im Amt daran gehalten, meinen heute die Veteranen von Wladimir.

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Siegerehrung im Erlangen-Haus mit Florian Janik und Sieghard Hellmann. Photo: Wladimir Filimonow

Nachmittag und Abend standen dann gestern ganz im Zeichen des zwanzigjährigen Jubiläums des Erlangen-Hauses, das am 7. Mai 1995 eröffnet wurde. Und wie sollte man den Geburtstag schöner feiern als mit einer Siegerehrung für Schüler, die in 16 Einzelprojekten den Spuren von Deutschen in Wladimir nachgegangen sind?

Torsten Hilscher und die erfolgreichen Spurensucher

Torsten Hilscher und die erfolgreichen Spurensucher. Photo: Wladimir Filimonow

Die Dokumentationen werden sicher nach und nach hier im Blog veröffentlicht, heute sei aber schon eines verraten. Die drei ersten Preise, von einer Jury ausgewählt, der auch Sieghard Hellmann vom Freundeskreis Wladimir angehörte, ermöglichen es den Jugendlichen, im Juli zum Sommerkurs an die Volkshochschule in Erlangen zu kommen – mit der spontan von Willi Merz zugesagten Unterstützung der Elsner-Stiftung. Und Florian Janik denkt schon über einen ähnlichen Wettbewerb an Erlanger Schulen nach, denn da gibt es ja auch russische Spuren zu entdecken. Nicht nur die Russengräber auf dem Zentralfriedhof.

Florian Janik, Klaus Wrobel und Tatjana Kirssanowa

Florian Janik, Klaus Wrobel und Tatjana Kirssanowa. Photo: Wladimir Filimnowo

Auch bei diesem Projekt hilft sicher die Volkshochschule, deren ehemaliger Direktor, Klaus Wrobel, zusammen mit Erlangens Oberbürgermeister einen ganzen Stapel von neuem Lehrmaterial an Tatjana Kirssanowa übergibt, zuständig für das Sprachlernzentrum. Das es ohne Klaus Wrobel so kaum gäbe. Zwei Mal traf er sich Mitte der 90er Jahre mit Vertretern des Goethe-Instituts in Moskau, um sie von dem Projekt in Wladimir zu überzeugen und ihre Vorbehalte auszuräumen. Erfolgreich, wie man heute weiß, wo um die 200 Interessierte die verschiedenen Kurse am Erlangen-Haus besuchen.

Kira Limonowa, Helmut und Tatjana Eichler

Kira Limonowa, Helmut und Tatjana Eichler. Photo: Wladimir Filimonow

Nur möglich freilich dank der mutigen Entscheidung der damaligen Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, das Erlangen-Haus als Begegnungszentrum der Städtepartnerschaft Wirklichkeit werden zu lassen. Nur möglich vor allem auch dank dem Baumeister, Helmut Eichler, seiner Frau Tatjana, der ersten Geschäftsführerin, und Kira Limonowa, der Architektin des Projekts. Nur möglich dank all den Handwerkern und Sponsoren, von denen Otmar Kraft, Josef Schmitt, Willi Merz, Herbert Hummich und Jürgen Pillipp noch einmal mitgereist sind. Nicht  möglich ohne den fachlichen Rat von Claus Uhl, das administrative Geschick von Helmut Schmitt, die planerische Vorarbeit von Jürgen Schwandner und Johannes Tuczek. Nicht denkbar ohne Wiktor Malygin im Vorstand des Erlangen-Hauses und erst recht nicht ohne Wolfram Howein und natürlich das Team um Irina Chasowa.

Helmut Eichler und Florian Janik

Helmut Eichler und Florian Janik. Photo: Wladimir Filimonow

Verdiente Dankesurkunden gehen an sie alle und der Applaus von allen an diese Menschen, denen das Erlangen-Haus seine Existenz verdankt, der Torsten Hilscher, bei der Deutschen Botschaft in Moskau zuständig für die zentralrussische Verwaltungsregion Vorbildcharakter bescheinigt.

Gemischter Chor des Goethe-Instituts Moskau

Gemischter Chor des Goethe-Instituts Moskau. Photo: Wladimir Filimonow

Eine Anerkennung, die auch durch den Auftritt des Chores vom Goethe-Institut Moskau bei dem Festakt am Institut für Kunst der Universität würdig zum Ausdruck kommt. An einem Abend, der die erstaunliche Vielfalt musikalischer Stile und Ausdrucksmittel zeigt, die hier gelehrt werden. Auf einem Niveau, das Albrecht Schröter sagen läßt: „Wenn ich am Sonntag fahre, bleibt mein Herz in Wladimir!“

Sergej Sacharow, Albrecht Schröter, Florian Janik und Peter Steger

Sergej Sacharow, Albrecht Schröter, Florian Janik und Peter Steger. Photo: Wladimir Filimonow

,Doch damit war der Tag, war der Abend noch nicht zu Ende. Die Stadt Wladimir lud zum Festbankett, und alle kamen. Zu alten Freunden gesellten sich neue, die Gruppen mischten sich, die Gespräche wollten kein Ende nehmen.

Klaus Wrobel, Tatjana Eichler, Jurij Fjodorow und Florian Wrobel

Klaus Wrobel, Tatjana Eichler, Jurij Fjodorow und Florian Wrobel. Photo: Wladimir Filimonow

Aber es gab auch noch einen Höhepunkt, die Präsentation des Buches über die zwanzigjährige Geschichte des Erlangen-Hauses, zusammengestellt von Irina Chasowa und Wolfram Howein auf der Grundlage der Protokolle von Helmut Eichler, der Akten aus dem Rathaus und von ungezählten Interviews mit Zeitzeugen und Akteuren. Diese in ihrer Art bisher einzigartige Dokumentation erhält hier im Blog natürlich noch Raum für eine ausführliche Darstellung und Würdigung.

Natalia Korssakowa und Wolfram Howein

Natalia Korssakowa und Wolfram Howein.

Für heute genüge aber der Hinweis, daß der Band ab nächster Woche über die Volkshochschule in Erlangen gegen einen Unkostenbeitrag von acht Euro erhältlich ist und dann Platz in den Bücherregalen von möglichst vielen Erlangern findet.

Nikolaj Schtschelkonogow und Jonas Eberlein

Nikolaj Schtschelkonogow und Jonas Eberlein

Das letzte Wort des Abends aber wurde gesungen. Nikolaj Schtschelkonogow, Komponist und Texter von drei Liedern über Erlangen und die Städtepartnerschaft, probte schon einmal mit Jonas Eberlein, der den Chor des Goethe-Instituts nach Wladimir brachte und mit ihm das „Erlangen-Lied“ einstudierte. Heute zu hören für die 50 deutschen Gäste + x, die ihr Herz hier in Wladimir lassen.

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Zu Ihrem 80. Geburtstag sende ich Ihnen die aufrichtigsten, besten und herzlichsten Glückwünsche! Von ganzem Herzen wünschen wir alle Ihnen noch viele glückliche, aktive und fruchtbare Lebensjahre sowie viel Gesundheit und Wohlergehen. Ich nutze aber auch gern die Gelegenheit, Ihnen, lieber Herr Hahlweg, vielmals zu danken für Ihre Initiative zur und aktive Unterstützung bei der Begründung der Partnerschaft zwischen unseren Städten vor mehr als 30 Jahren. Damals, 1983, konnte man sich nur schwer vorstellen, wie unsere zunächst nur offiziellen Kontakte diese Grenzen eines Tages würden überschreiten würden, um sich zu einer wirklichen und aufrichtigen Freundschaft zwischen den Menschen aus Erlangen und Wladimir, zu einem Beispiel für die Volksdiplomatie und richtiger Zusammenarbeit, zu einer Blaupause für andere russische und deutsche Städte zu entwickeln. Gerade darin sehe ich Ihr großes Verdienst, für das Ihnen heute tausende von Menschen Dank sagen.

Ich hoffe, Sie werden unsere Stadt noch oft besuchen, und ich würde mich sehr über die Gelegenheit freuen, mich mit Ihnen zu treffen, um die Pläne für unsere weitere Zusammenarbeit zu besprechen. Nochmals herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Jubiläum und meine besten Wünsche für Sie,

Ihr Sergej Sacharow, Oberbürgermeister Wladimir

Dietmar Hahlweg, 1998 in Wladimir, mit Klaus Wrobel und Peter Steger

Dietmar Hahlweg, 1998 in Wladimir, mit Klaus Wrobel und Peter Steger

Da, an diese Pläne, ist leicht anzuknüpfen, denn der Pionier in Sachen kommunaler Umweltpolitik regte vor einigen Monaten an, Wladimir in seinem Bemühen zu unterstützen, eine fahrradfreundliche Verkehrsinfrastruktur zu entwickeln, etwas wozu er, dem Erlangen in diesem Bereich so viel zu verdanken hat, schon früh seine russischen Gesprächspartner immer wieder ermunterte. Nun ist es bald so weit: Marlene Wüstner, Referentin im Rathaus von Erlangen und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Kommunen in Bayern, plant für das Frühjahr eine Reise in die Partnerstadt, um vor Ort die bereits bestehenden Ansätze zu unterstützen und ihre Expertise anzubieten.

Dietmar Hahlweg

Dietmar Hahlweg zum 50. Geburtstag, gesehen vom Nürnberger Künstler Michael Mathias Prechtl.

Wladimir und Jena sind die beiden Partnerstädte, die sicher ohne den politischen Weitblick, das behutsam-beharrliche Zuwerkegehen und den gewinnenden Charakter des Jubilars nie mit Erlangen Freunschaft geschlossen hätten. Bei all seinem segensreichen Wirken auch für die anderen internationalen Kontakte aus seiner Zeit als Oberbürgermeister – von Rennes über Stoke-on-Trent bis zu Eskilstuna und San Carlos – waren es unzweifelhaft diese von den Rahmenbedingungen her so herausfordernd schwierigen Verbindungen, an denen Dietmar Hahlweg ganz besonders lag. Sicher auch aus seiner Biographie heraus zu verstehen, hatte doch der geborene Schlesier als Kind die Schrecken der Vertreibung erleben müssen und später die Kraft gefunden, auf die Feinde von einst mit ausgestreckter Hand zuzugehen, sie für das friedliche Miteinander zu gewinnen, sie für gemeinsame Vorhaben zu begeistern und die Voraussetzungen für die ihm so wichtige Bürgerpartnerschaft zu schaffen. Eine Mission, die er bravourös ins Werk setzte und an seine Nachfolger im Amt hier wie dort weitergab.

Dietmar Hahlweg im Gespräch mit dem Wladimirer Journalisten Sergej Schtschedrin im Jahr 2000

Dietmar Hahlweg im Gespräch mit dem Wladimirer Journalisten Sergej Schtschedrin im Jahr 2000. Photo: Karin Günther.

Gelungen ist dem Jubilar dies alles dank einem besonderen Talent der Zuwendung. Dietmar Hahlweg hat Martin Bubers Du-Philosophie in die Politik transponiert und vermeidet glaubwürdig den Ursprung aller Konflikte zwischen sich und seinen Mitmenschen, der darin zu sehen ist, daß man nicht sagt, was man meint und nicht tut, was man sagt. Wenn Erlangens Altoberbürgermeister mit jemandem spricht, gleich welchen Ranges, weiß sich das Gegenüber angenommen und ernstgenommen, es darf auf ungeteilte Aufmerksamkeit rechnen, spürt sein Anliegen gut aufgehoben und – sei es auch noch so klein – nie für zu leicht gewogen.

Gerade die Menschen in der DDR und der UdSSR öffneten sich angesichts dieser entwaffnenden Hinwendung, einer Haltung, die sie von ihren eigenen Politikern trotz aller proklamatorischen Volksnähe kaum erlebten. Aber auch den Machthabern begegnete Dietmar Hahlweg stets mit diesem humanen Grundvertrauen und dem Hinweis an seine Kritiker, die im Umgang mit den Kommunisten mehr Zurückhaltung forderten, auch die Funktionäre seien Menschen. Dabei hatte er sicher auch sich selbst im Sinn, den qua Amt gehörte er ja auch zu jener Kaste, wenn auch demokratisch legitimiert. Wäre es nicht ein Oxymoron, man könnte deshalb Dietmar Hahlweg einen demokratischen Aristokraten nennen, einen Menschen, der die besten moralischen Eigenschaften in sich vereint und diese einsetzt, damit sich die Herrschaft des Volkes nach besten Kräften verwirkliche. Dafür gibt es ungezählte Belege in seiner Kommunalpolitik, dafür gibt es scheinbar unbedeutende Gesten, von denen einige wenige hier genannt werden sollen.

Dietmar Hahlweg und der Schlüssel zum Erlangen-Haus am 7. Mai 1993 mit Peter Steger, Igor Schamow und Tatjana Garischina; Percy Gurwitz, Jurij Fjodorow

Dietmar Hahlweg und der Schlüssel zum Erlangen-Haus am 7. Mai 1993 mit Peter Steger, Igor Schamow und Tatjana Garischina; Percy Gurwitz, Jurij Fjodorow, ein Vertreter der Deutschen Botschaft in Moskau, Jurij Wlassow und Nikolaj Winogradow. Photo: Kurt Fuchs.

Bei der Eröffnung des Erlangen-Hauses am 7. Mai 1995 waren neben den mitgereisten Gästen natürlich auch Personen des öffentlichen Lebens aus Wladimir geladen. Von dem Auflauf angezogen, versammelten sich auch einige Passanten vor dem Tor. Von niemandem bemerkt, außer von Dietmar Hahlweg, der sofort entschied, diese Menschen sollten doch aus erster Hand erfahren, was hier geschah. Und schon war er draußen auf dem Gehsteig, mitten unter den wildfremden Menschen und lud sie ein, doch mitzufeiern und das Erlangen-Haus als Botschaft der Städtepartnerschaft zu verstehen und zu nutzen. Oder die Episode, als sein Kollege, Wladimir Kusin, ihm und seiner Gattin Heidi 1990 einige Städte des Goldenen Rings, darunter Jaroslawl, zeigte. Auf der Landzunge, die, als Promenade genutzt, in die Wolga hineinreicht, lag ein Abfalleimer auf dem Weg, umgestoßen, der Inhalt verstreut. Der hohe Besuch aus Deutschland bückte sich zum Entsetzen seiner Gastgeber, räumte den Dreck in den Kübel zurück und stellte ihn wieder auf. Oder seine Einladung an die freilich ob der unerwarteten Aufforderung zumeist hellauf verwirrten Fahrer, doch während des Mittagessens nicht im Auto sitzen zu bleiben, sondern sich ebenfalls im Restaurant zu stärken.

Dietmar Hahlweg im Mai 1993 im Gespräch mit Kindern. Im Hintergrund Martina Jasper und Heid Hahlweg.

Dietmar Hahlweg im Mai 1993 im Gespräch mit Kindern. Im Hintergrund Martina Jasper und Heid Hahlweg.

Es ist vielleicht wirklich vor allem diese Tugend der ungeteilten Aufmerksamkeit allen und allem, gerade auch dem Kleinen, gegenüber, die Dietmar Hahlwegs Größe ausmacht. Eine Qualität, die schon vor der Erfindung der mobilen Telekommunikation als ein Ausweis von seltener Noblesse verstanden wurde, die heute freilich, wo der vermeintliche Zwang zur ständigen Erreichbarkeit und das fahrig-zerstreute Multitasking ein dialogische Einlassen aufeinander gar nicht mehr ermöglichen, wie die fahle Erinnerung an eine ferne Vergangenheit anmutet.

Was könnte man nicht alles anführen, um zu belegen, was dieser Großmeister kommunaler Außenpolitik alles erreicht hat. Es genüge aber das Zitat aus einer Mail, die kurz vor Weihnachten ein Ehepaar aus Wladimir an seine fränkischen Gastgeber gerichtet hat:

Frohe Weihnachten und alles Gute im Neuen Jahr, Glück, Liebe und Zufriedenheit. Mögen sich im Neuen Jahr all Ihre Herzenswünsche erfüllen. Wir sehnen uns nach Euch, träumen davon, Euch wiederzusehen. Ein Teil unserer Herzen ist in Deutschland geblieben und stromert irgendwo zwischen Erlangen und Nürnberg herum. Es will uns einfach nicht gelingen, von Euch in die Heimat zurückzukehren. Staunenswertes Deutschland, staunenswertes deutsches Volk.

Dietmar Hahlweg am 7. Mai 1993 vor dem Erlangen-Haus im Gespräch mit Passanten

Dietmar Hahlweg am 7. Mai 1993 vor dem Erlangen-Haus im Gespräch mit Passanten. Photo: Wladimir Filimonow

Es genüge der Hinweis auf das Erlangen-Haus, zu dessen zwanzigjährigem Jubiläum der heutige Jubilar hoffentlich die Einladung von Sergej Sacharow annimmt, in dem all das angelegt ist und zum Ausdruck kommt, wofür die Partnerschaft einst gedacht war, das aber auch dank Dietmar Hahlweg auf ein so solides Fundament gesetzt wurde, das noch heute trägt. Anders als das Italienische Haus, das wegen des fortwährenden Desinteresses ihrer Stifterin, der IHK Rom, nach zehn Jahren der Untätigkeit zu einem Jugendzentrum umgewandelt werden soll, anders als das Amerikanische Haus, um das sich derzeit das Wladimirer Rathaus mit dem Gründer, Ron Pope, aus der Partnerstadt Bloomington-Normal vor Gericht streitet.

Ergänzt um den Hinweis, daß im zu Ende gehenden Jahr, ungeachtet der verfahrenen geopolitischen Lage, so viele Austauschmaßnahmen wie nie zuvor – 120 an der Zahl – auf allen Ebenen zwischen Erlangen und Wladimir stattfanden, daß Dietmar Hahlwegs Nachfolger im Amt, Siegfried Balleis und Florian Janik, die deutsch-russische Partnerschaft mit ansteckender Begeisterung als Chefsache der Völkerverständigung und Versöhnung fortgeführt haben, daß der Beitrag der ehrenamtlichen Kräfte wieder alle Erwartungen übertraf…

Dietmar Hahlweg im Jahr 2005 in Wladimir mit Nikolaj Schtschelkonogow beim Pflanzen der Friedensallee

Dietmar Hahlweg im Jahr 2005 in Wladimir mit Nikolaj Schtschelkonogow beim Pflanzen der Friedensallee. Photo: Roland Thamm.

Ergänzt aber auch um den Hinweis auf die Probleme, die im nächsten Jahr auf die Partnerschaft zukommen, wenn es mit der Wirtschaftskrise in Rußland so schlimm kommt, wie man befürchten muß. Erst gestern dazu aus dem Erlangen-Haus eine Mail:

Unsere jungen Leute haben heute die Reise nach Erlangen endgültig abgesagt. Mit diesen Kursausschlägen, wo der Euro eine Sprung macht von 45 bis auf 85 (!) Rubel, haben sie bestimmt schon 100 mal ihre Absichten zu der Fahrt zu Euch geändert. Heute nun haben sie die Versicherung zurückgegeben und gesagt, sie werden nicht fahren. Die Kosten haben sich nämlich mittlerweile verdoppelt. Ich verstehe diesen Entschluß. Jetzt wollen sie mit dem Geld eine Skitour in Sibirien buchen. Es gibt da im Altaj einen Kurort, Schergesch, wo man Wintersport treiben kann. Binnentourismus! Danke für die Einladung und die damit verbundenen Mühen.

Im Kontrast dazu – zwischen Lustration und Frustration – gestern Rufe von jungen Menschen auf dem Manegenplatz in Moskau – „Freiheit für Rußland“, „Neujahr ohne Putin“ oder „Wir sind Rußland“ – während die Behörden gleichzeitig einer Anzeige nachgehen, wonach nun auch noch der Deutsch-Russische Austausch als „ausländischer Agent“ eingestuft werden soll; während der Westen grübelt, was er denn falsch gemacht haben könnte im Umgang mit dem Kreml. Unterdessen hieß gestern Nordkorea die Annexion der Krim offiziell gut, und ein Sprecher vermeldete, Kim Jong-un werde die Einladung zur Siegesfeier am 9. Mai 2015 nach Moskau annehmen. Ob er da, bei seiner ersten Auslandsreise, wohl ein Interview gibt?

Alles Gute zum 80. Geburtstag!

Alles Gute zum 80. Geburtstag!

Keine einfachen Zeiten für die deutsch-russische Freundschaft, fürwahr. Aber Dietmar Hahlweg weiß sein Lebenswerk in guten Händen bei seinem Nachfolger, Florian Janik, und dessen Stellvertreterin, Elisabeth Preuß, die wie aus einem Munde bekunden: „Gerade jetzt gilt es. Gerade jetzt dürfen wir nicht nachlassen im Bemühen um Verständigung. Wir haben ja die Partnerschaft nicht nur für Schönwetterperioden.“ Das ist auch ein Versprechen, das dem Gründervater dieser Jumelage gilt und seinem Vermächtnis des guten Willens und der mutigen Tat, worauf er stolz sein kann und worüber wir alle uns mit ihm zusammen freuen. Nicht nur an seinem Geburtstag. Danke für all das, lieber Dietmar Hahlweg, alles Beste zum Geburtstag, einen guten Rutsch und ein спасибо an die vielen, die diese wunderbare Bürgerpartnerschaft leben und weitergeben, hier wie dort.

Mehr zu Person und Wirken von Dietmar Hahlweg unter: http://is.gd/Z3EPrE und http://is.gd/VXCMwj

 

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Stadtrat Jürgen Zeus hatte sich unters Publikum gemischt und wollte eigentlich nur die Gelegenheit nutzen, wieder einmal Bilder aus Wladimir zu sehen. Doch dann fiel ihm gestern abend plötzlich die Rolle des Hausherrn zu, nachdem Oberbürgermeister Siegfried Balleis wegen eines anderen Termins kurzfristig verhindert war.

Sepp Martin und Jürgen Zeus

Sepp Martin und Jürgen Zeus

In die unerwartete Rolle schlüpfte der erfahrene Kommunalpolitiker mit Bravour – ohne jedes Skript, ebenso spontan wie spritzig. Nicht ganz unvorbereitet freilich auf das Thema, denn Wladimir kennt Jürgen Zeus aus vielen Besuchen und Begegnungen, besonders im Zusammenhang mit dem Projekt Blauer Himmel. Gerade jetzt, so sein Tenor, wo die große Politik so ihre Schwierigkeiten habe, sei es wichtig, die kulturellen Austauschprojekte an der Basis fortzuführen, gerade jetzt könne und müsse sich die Städtepartnerschaft bewähren.

Sepp Martin, Jelena Arssenjewa und Anneliese Martin

Sepp Martin, Jelena Arssenjewa und Anneliese Martin

Und das tut sie nach Kräften und dank Menschen wie dem Ehepaar Sepp und Anneliese Martin, die nach fast zwanzigjähriger Pause im Vorjahr wieder einmal nach Wladimir gekommen waren, um dort eine Ausstellung zu zeigen, alte Freunde zu treffen und neue kennenzulernen. Unter den neuen auch Jelena Arssenjewa, die freilich auch schon eine lange Geschichte mit Erlangen verbindet.

Ausstellungseröffnung

Ausstellungseröffnung

Sie ist zwar zum ersten Mal in Erlangen, hat aber schon 1986 als Studentin für die hundertköpfige Delegation aus der Partnerstadt gedolmetscht und unterrichtet jetzt Deutsch als Nebenfach an der Staatlichen Universität Wladimir. Zur Vernissage ist sie nun in Vertretung der drei Photographen, Wladimir Filimonow, Sergej Uchin und Wladimir Fedin, angereist, weil die drei Künstler verhindert sind.

Nadja Steger und Anette Wirth-Hücking

Nadja Steger und Anette Wirth-Hücking

Dabei beließ sie es nicht bei einführenden Worten, sondern sie trug auch – ebenso spontan, wie Jürgen Zeus seine improvisierte Rede – ein Gedicht von Stanislaw Katkow vor, gemeinsam mit Ute Schirmer, die ihre Übersetzung der Verse deklamierte.

Karin Günther und Jelena Arssenjewa

Karin Günther und Jelena Arssenjewa

Ein freudiges Wiedersehen am Rande der Vernissage gab es auch mit Karin Günther, die Jelena Arssenjewa im Vorjahr während des Partnerschaftsjubiläums kennengelernt hatte. Man sieht sich halt immer mindestens zwei Mal in der kleinen Welt von Erlangen und Wladimir.

Bilder einer Ausstellung

Bilder einer Ausstellung

Zu sehen gibt es in der Ausstellung Bilder – übrigens auch von Sepp Martin aus seiner aktullen Rußland-Schau – von überwältigender Schönheit: Panoramen, Portraits, Landschaften…

Bilder einer Ausstellung

Bilder einer Ausstellung

Und immer wieder Eindrücke vom russischen Winter voll poetischen Zaubers. Winter-Etüden aus Wladimir, Susdal, Bogoljubowo und dem Ural. Aber auch Momente aus England, gesehen von einem russischen Photographen.

Bilder einer Ausstellung

Bilder einer Ausstellung: Gouverneurin Swetlana Orlowa mit ihrer Mannschaft

Viel zu entdecken also noch bis zum 18. April im Foyer des Rathauses Erlangen zu den üblichen Öffnungszeiten und bei freiem Eintritt. Mehr zur Ausstellung unter: http://is.gd/OLiF2h

 

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Zur Eröffnung der Feiern zum dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläum besuchte der Photograph Sepp Martin mit seiner Frau Anneliese Ende Januar 2013 Wladimir und zeigte eine Ausstellung seiner Arbeiten im Haus der bildenden Künste. Dies war ein willkommener Anlaß, die russischen Photo-Freunde wiederzusehen, die den schon seit 20 Jahren bekannten Gästen aus Erlangen nicht nur einen herzlichen Empfang bereiteten, sondern auch gleich die Idee einer gemeinsamen Ausstellung hatten. Am Montag, den 7. April, eröffnet nun um 18.00 Uhr Oberbürgermeister Siegfried Balleis im Foyer des Rathauses die Ausstellung, in der die drei Photographen aus der Partnerstadt, Wladimir Fedin, Sergej Uchin und Wladimir Filimonow, gemeinsam mit Sepp Martin ihre Werke der Öffentlichkeit vorstellen.

Wladimir, wie es Sepp Martin sieht.

Wladimir, wie es Sepp Martin sieht.

Im Mittelpunkt der Bilder, die zu den üblichen Öffnungszeiten des Erlanger Rathauses bis zum 18. April zu sehen sind, stehen Augenblicke aus dem Leben von Menschen im 2.500 km entfernten Wladimir, Bilder, die sich an die Freunde Rußlands richten und Eindrücke von Land und Leuten vermitteln wollen. Da die Sichtweisen der Künstler sehr unterschiedlich sind und die Motive ein breites Spektrum abdecken, haben die Vier den übergreifenden Ausstellungstitel „Vier Sichtweisen“ gewählt.

Sepp Martin 2Wladimir Fedin betreibt in der Partnerstadt ein Photogeschäft und -studio. Er ist Preisträger des Wettbewerbes „Master Kodak“. Eines seiner Lieblingsthemen sind Menschen. Für die Ausstellung hat er seinen Blick auf Straßenszenen in Wladimir gelenkt und läßt so den Betrachter am öffentlichen Leben in Wladimir teilhaben. Wladimir Filimonow ist Photoreporter und arbeitet für die Zeitung Molwa. Seine Aufnahmen stellen Dokumente und Zeugnisse dar, bilden eine Art Chronik. Bei ihm steht das Leben des „kleinen Mannes“ im  Mittelpunkt. Sein journalistischer Blick wird beim Betrachten seiner Bilder deutlich sichtbar. Sepp Martin aus Kersbach gehört mehreren Fotozirkeln in unserer Region an. Er ist hier bekannt durch seine Ausstellungen und Reiseshows. Über den Besuch in Rußland hat er die Multivisionsshow „Rossiya“ erstellt. Für die Ausstellung wählte er daraus überwiegend  Aufnahmen von Kirchen und Gebäuden sowie von Menschen in traditioneller russischer Tracht. Auch Sergej Uchin arbeitet schon lange Jahre als Photograph. Derzeit macht er gerne Panoramabilder von seiner Heimatstadt und ihrer Umgebung. Er hat sich für Winterbilder entschieden. Einige Fotos zeigen auch das ausgelassene winterliche Treiben in der Butterwoche, dem russischen Karneval. Aber am besten selbst kommen – und sehen.

 

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