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Posts Tagged ‘Wiktor Malygin’


Heute feiert Ute Schirmer ihren 85. Geburtstag. Grund genug, um an einen Artikel in der Wladimirer Zeitung „Molwa“ zu erinnern, der fast auf den Tag genau vor sechs Jahren hier im Blog nachgedruckt wurde: https://is.gd/wJuhN7. Aber auch willkommener Anlaß für ihren russischen Begleiter, Wiktor Malygin, wie sie ein Schutzengel der Partnerschaft, der Jubilarin zu gratulieren:

Ute und Herbert Schirmer beim Ehrenamtsempfang 2013

Meine liebe Ute!

In herzlicher Verbundenheit wünsche ich Dir zu Deinem Geburtstag alles, alles Gute! Möge Dir das kommende Lebensjahr in jeder Beziehung Freude und Glück bringen! Auf Grund unserer langen und herzlichen Freundschaft darf ich Dir auch gute Genesung wünschen! Die Zeithetze hat uns davon abgebracht, einen regelmäßigen Briefwechsel zu führen. Aber ich habe mit dieser Grußbotschaft eine wunderbare Möglichkeit, mich an Dich zu wenden, und ich freue mich immer, Deine liebevollen Lebenszeichen zu bekommen.

Seit wir uns kennen, bist Du mit Leib und Seele immer dabei, unsere Bürgerpartnerschaft zu erweitern und zu vertiefen! Unvergeßlich sind jene vier Wochen, die ich in Eurem gemütlichen Haus in voller Zufriedenheit verbrachte! Nie werde ich unsere Treffen und zahlreichen Begegnungen sowohl in Erlangen als auch in Wladimir zu verschiedenen Anlässen vergessen! Sie bleiben in meinem Herzen und in meiner Seele auf immer! Vielen Leuten in Wladimir und sicher auch in Erlangen hast Du, liebe Ute, mit Wort und Tat auf Deine eigene Initiative hin selbstlose Hilfe geleistet!

Dir und Deinem lieben Ehemann Herbert habe ich viele schöne Stunden voll liebevoller Gespräche und Diskussionen zu verdanken! So viele Gedichte wurden rezitiert, so viele Lieder wurden gesungen! Ihr beide seid aus unserer Partnerschaft nicht mehr wegzudenken!

Hoffentlich erhältst Du, liebe Ute, meine Glückwünsche rechtzeitig!
Nochmals alles Gute und Liebe wünscht Dir Dein
Prof. Dr. Wiktor Malygin

Herbert und Ute Schirmer, Christian Meier, Gabriele Popow, Boris Laskin und Wiktor Malygin, Februar 2018

Da beide eine innige Liebe zur Literatur und insbesondere zur Lyrik verbindet, hier noch ein druckfrisches Gedicht des Germanisten in der Übertragung von Peter Steger und im Original.

Völlig gleich, wen man auch fragt, / gilt in Rußland, unverzagt / in der Banja sich zu baden, / denn es kann gewiß nicht schaden, / sich mit Reisern zu bestreichen, / ein Genuß, ganz ohnegleichen! / Etwas, das man nicht beschreibt. / Ob man dünn ist, ob beleibt, / Kraft gibt das und macht gesunden, / schenkt im Schweiß uns frohe Stunden! / Ob aus Kiefer oder Tanne, / Banja heißt nicht Badewanne, / sondern ist die schönste Wonne / unter Gottes bester Sonne. / Rutenschläge auf den Rücken, / damit kann man sich beglücken: / erst den Freund, dann selbst sich auch, / gerne fest auf Brust und Bauch. / Gieß noch Wasser auf die Steine! / So kommst wieder auf die Beine.

Хоть кого о том спроси, / Повелось так на Руси: / В бане парились и мылись, / В бане силою хвалились, / В бане веником хлестались / И шутили и смеялись! / Баня точно не предаст, / Баня только силы даст! / Баня лечит, баня правит / И здоровьица прибавит! / То за чудо банное! / Это вам не ванная! / Подставляй, товарищ, спину! / Я мочалочкой пройдусь! / Жару я ещё подкину, / А потом собой займусь! / Ах, ты, веничек дубовый / И берёзовый родной! / Выхожу из бани новый, / Абсолютно молодой!

Schirmer

Ute Schirmer und Natalia Oserowa-Pedersen, Oktober 2013

P.S.: Als Kommentar ging gegen Mittag noch ein Gruß ein, der hier seinen Platz finden soll:

Liebe Ute!

Alles Liebe und Gute zu Deinem Geburtstag: Glück, Gesundheit und Lebensfreude! Deine Hilfe und Menschenliebe sind unvergeßlich. Vielen Dank für Deinen Besuch in Wladimir in diesem Sommer.
Weil Du in all den Jahren so gut Russisch gelernt hast, kommt nun ein kleiner Gruß mit einem Lied von Bulat Okudschawa in russischer Sprache an Dich, unseren Schutzengel:

Тьмою здесь все занавешено
и тишина как на дне…
Ваше величество женщина,
да неужели — ко мне?

Тусклое здесь электричество,
с крыши сочится вода.
Женщина, ваше величество,
как вы решились сюда?

О, ваш приход — как пожарище.
Дымно, и трудно дышать…
Ну, заходите, пожалуйста.
Что ж на пороге стоять?

Кто вы такая? Откуда вы?
Ах, я смешной человек…
Просто вы дверь перепутали,
улицу, город и век.

Herzliche Glückwünsche von Tatjana und Natascha Oserowa

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Heute gibt es drei Geburtstage zu feiern: den elften des Blogs, den 79. von Heinrich Niemann, Ehrenprofessor der Staatlichen Universität Wladimir, und den 80. von Wolf Peter Schnetz, der sich 1981 zusammen mit Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg, wie er selbst einmal sagte, in der Verständigung und Aussöhnung mit der Sowjetunion und Rußland „auf dem richtigen Weg“ sah. Als wie richtig sich dieser Weg der Annäherung und des Austausches erweisen sollten, konnten sich damals nicht einmal diese beiden großen Visionäre des deutsch-russischen Dialogs vorstellen. Aber sie machten sich auf diesen Weg, unbeirrt und zielstrebig, ungeachtet aller Hindernisse, nachlesbar hier im Archiv des Blogs: https://is.gd/EPfXgC

Wolf Peter Schnetz

In einem Gespräch mit dem Granden der Städtepartnerschaft, Wiktor Malygin, Germanistikprofessor, Vorsitzender des Freundeskreises Wladimirer Schauspielhaus und Vorstandsmitglied des Erlangen-Hauses, um nur einige Funktionen zu nennen, meinte Wolf Peter Schnetz: „Am Ende blieben vielleicht ein paar Gedichte.“ Auch wenn er durchaus nicht nur nebenher poetisch verdichtete Prosa schreibt, war und bleibt die Lyrik wesentliche Ausdrucksform des promovierten Germanisten aus Regensburg, der im Ruhestand in seine Heimat zurückkehrte und in seiner Zeit als Referent von 1973 bis 2000 das Kulturleben Erlangens prägte wie niemand sonst – mit den internationalen Schriftstellertreffen, dem Poetenfest, dem Comic Salon, dem Figurentheaterfestival…

Manche Menschen schlägt man mit ihren eigenen Worten, einen Lyriker ehrt man am besten mit seinen eigenen Versen, mit Gedichten wie diesem, übertragen von seiner bereits verstorbenen Kollegin aus Wladimir, Julia Alexandrowa:

September

An solchen Tagen saß ich oft / in alten Gärten. Ein leichter Wind. / Septemberlicht. Den Schatten sah ich wandern / unter Apfelbäumen…

В такие дни сидел я часто / в садах старинных. Лёгкий ветер / и свет сентябрский. Я движение теней / под яблонями видел…

Manchmal ein Brief

Manchmal ein Brief. / Federleicht / im sandweißen Umschlag, / leichter / als der luftigste Vogel, / wenige Gramm.

Aufgewogen / gegen / die Schwere der Welt, / ein freundlicher Gruß / aus der Ferne.

Ein Brief / kann Berge versetzen.

Иногда письмо

Иногда письмо. / Лёгкое, как пёрышко, / в белом, как песок конверте, / легче птицы в воздухе, / несколько граммов.

Защита от всех / тягот мира, / дружеский привет / издалека.

Письмо / может сдвигать горы.

Wiktor Malygin und Wolf Peter Schnetz, August 2018

So einen Brief schickte nun auch Wiktor Malygin an die Redaktion des Blogs:
Mein langjähriger, echter Freund, Wolf Peter Schnetz, begeht heute seinen 80. Geburtstag. Wir kennen uns seit längerer Zeit. In meinem Gedächtnis bleibt er auf immer als ein kluger, eleganter Mann, der nicht nur schön schreiben, sondern auch  ausdrucksvoll und überzeugend reden kann. Seine originellen und poetisch reichen Gedichte zitierte ich mehrmals für meine Studenten, und sie haben immer großen Anklang gefunden.
Lieber Freund! Bleib gesund und munter auf viele Jahre!

Dietmar Hahlweg und Wolf Peter Schnetz, 1981 in Moskau

Wer mehr über diesen vorausblickenden Wegbereiter der Partnerschaft und sein fortlebendes Werk der Volksdiplomatie erfahren möchte, gebe in der Suchfunktion des Blogs das Stichwort „Wolf Peter Schnetz“ ein, wer seine lyrische Welt entdecken möchte, greife am besten zur Anthologie „Täglich ein Wunder. Gedichte aus 40 Jahren.“
P.S.: Heute feiert noch jemand Geburtstag, eine Mitarbeiterin der Volkshochschule, die eher im Hintergrund der Partnerschaft mit Wladimir Gestalt gibt: Edith Kaluza, deren Portrait demnächst in Ihrem Blog folgt.

 

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Am Vorabend des Poetenfestes und zu Ehren des Germanisten Wiktor Malygin, der Anfang des Monats für einige Tage Erlangen besuchte und über den mehr hier https://is.gd/3dzq36 zu lesen ist, heute ein Auszug aus dem Poem „Zerfall des Atoms“ von Georgij Iwanow. Als eine der überragenden Gestalten der russischen Emigration vollendete der Dichter diesen Text 1937, der erst jetzt im Berliner Verlag Matthes & Seitz in deutscher Übersetzung von Alexander Nitzberg erschien. Spät, aber zeitlos aktuell in seiner verstörenden Radikalität und in so mancher Aussage, wie der folgenden, die heute wie seherisch für die Postmoderne zu lesen erscheint.

Elisabeth Preuß und Wiktor Malygin

Was gestern noch möglich war, erweist sich heute als undenkbar, unerreichbar. Wer glaubt heute an die Erscheinung eines neuen Werther, die auf einmal in ganz Europa begeisterte Schüsse von faszinierten, berauschten Selbstmördern nach sich zöge? Genauso unverstellbar wäre ein Heft voller Verse, das dem modernen Menschen, der es durchblätterte, echte spontane Tränen entlockte und ihn zum Himmel, zu demselben abendlichen Himmel in schmerzlicher Hoffnung emporblicken ließe. Unmöglich. Und zwar derart unmöglich, daß man bezweifelt, es sei überhaupt jemals möglich gewesen. Neue eiserne Gesetze, die unsere Welt wie nasses Leder hin- und herzerren, kennen keinen Trost in der Kunst. Mehr noch, diese – noch unklaren, bereits unabdingbaren – Gesetze, die in der neuen Welt geboren werden oder die neue Welt gebären, so seelenlos und so gerecht, bewirken genau das Gegenteil: Nicht nur ist es unmöglich, etwas auf geniale Weise Tröstendes zu erschaffen, es ist auch beinahe nicht mehr möglich, sich mit dem Bestehenden zu trösten. Noch gibt es Menschen, die fähig sind, Anna Kareninas Los zu beweinen. Noch stehen sie auf jenem mit ihnen zusammen schwindenden Grund, in den das Fundament des Theaters eingearbeitet ist, wo Anna, gestützt auf den Samt der Loge und leuchtend vor Schönheit und Qual, ihr Schmach erleidet. Dieses Leuchten reicht kaum noch bis zu uns. Nur noch schwache und schiefe Strahlen – als letzter Abglanz des Verlorenen oder als Bestätigung dessen, daß der Verlust endgültig ist. Bald wird alles für immer verblassen. Was bleibt, ist ein Spiel der Phantasie und des Talents, unterhaltsame Lektüre, die keinen verpflichtet, ihr Glauben zu schenken, und auch gar nicht glaubhaft ist. Eine Art „Drei Musketiere“. Was schon Tolstoj als erster geahnt hat, jene verhängnisvolle Grenze – und dahinter kein Trost von erdachter Schönheit, keine Träne um erdachtes Glück.

Alexander Markin und sein Grabmal für Oleg Popow

Wiktor Malygin ist als großer Förderer des Schauspielhauses Wladimir und der Literatur in der Partnerstadt einer, der noch auf jenem „schwindenden Grund“ steht und auch noch hinüberreicht in jene Zeit, geprägt von großen Namen wie des Clowns Oleg Popow, dessen Grab er zusammen mit Familie Herbert und Ute Schirmer besuchte – und dabei, ganz in der Gunst des Augenblicks und des Genius loci, nicht nur des Künstlers Witwe Gabriele, sondern auf dem Friedhof von Egglofstein auch den Bildhauer des Grabmals, Alexander Markin, traf, dessen „erdachte Schönheit“ sehr wohl zu trösten weiß. Aber Georgij Iwanow hätte sich sicher gern widerlegen lassen:

Wiktor Malygin und Alexander Markin

Ich will ganz einfache, ganz gewöhnliche Dinge. Ich will weinen, ich will mich trösten. Ich will in schmerzlicher Hoffnung zum Himmel emporblicken. Ich will dir einen langen Abschiedsbrief schreiben, einen beleidigenden, himmlischen, schmutzigen, den zärtlichsten Brief auf der Welt. Ich will dich einen Engel nennen, ein Biest, dir Glück wünschen und dich segnen…

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Da trafen sich gestern in Regensburg zwei große Gestalter der Städtepartnerschaft: Wolf Peter Schnetz, der als Autor und Kulturreferent schon in den 70er Jahren Kontakte zu sowjetischen Schriftstellern aufgenommen und den Kontakten zwischen Erlangen und Wladimir entscheidende Impulse gegeben hatte, und Wiktor Malygin, seinerzeit als stellvertretender Leiter des Pädagogischen Instituts Initiator des bis heute andauernden Austausches mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde und bis heute Mitglied im Vorstand der Stiftung „Erlangen-Haus“.

Wiktor Malygin und Wolf Peter Schnetz

Nun also das Wiedersehen, um, wie der Gast aus Wladimir ankündigte, über die Situation von „Lyrik auf der Welt“ zu sprechen. Ein großes Thema, zu groß für die kurze Begegnung. Die Freunde tauschten dann doch lieber Erinnerungen aus. Wie kam die Städtepartnerschaft zustande? Was hat sich seitdem verändert? Was macht dieser und was jene? Und wie geht es Deiner Familie, wollte Wolf Peter Schnetz vom Besucher wissen. Er lebe gern den Sommer über auf seiner Datscha, umgeben von alten Bäumen, Blumenbeeten und Johannisbeersträuchern, wo er häufig von seinen drei Kindern und fünf Enkeln besucht werde, erzählte er. Wenn er sich nicht seiner Familie oder seinen Studenten widme, sei er viel auf Reisen oder er schreibe: wissenschaftliche Erörterungen, Essays, Theaterkritiken und Lyrik. „Der Dichter schafft, schreibt, liebt, träumt“, sagt Wiktor Malygin und fragt sich manchmal: „Was bleibt, was nimmt er mit?“ Ein paar Gedichte werden vielleicht bleiben, meint Wolf Peter Schnetz, Menschen, die Lyrik lieben, wird es immer geben.

Regine Arends

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Die Nabelschau ist so eine Sache; über Gebühr lange sollte man sich nicht mit ihr aufhalten, sonst ist man für andere nicht mehr auszuhalten. Aber diese magische Zahl von einer Million Zugriffen auf den Blog hat eben doch die eine oder andere Reaktion hervorgerufen, von denen einige hier zitiert werden sollen.

Hans Gruß in einer Wladimirer Apotheke

Bereits am 19. Juni schrieb Hans Gruß:

Lieber Peter, morgen vormittag müßte ein kleines Feuerwerk vom Rathaus ausgehen. Dein einmillionster Blogaufruf wird ganz sicher kommen. Herzlichen Glückwunsch dazu und viel Kraft für die zukünftigen Blogs.

Susanne Lender-Cassens beim Russischen Abend 2018

Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens gratulierte per Facebook:

Danke für diese unermüdliche Direktleitung zu und in unsere Partnerstadt Wladimir. 1 Mio mal geklickt… Wow!

Elisabeth Preuß und Michail Mojsejantschik

Ihre Kollegin, Elisabeth Preuß, schickte dann folgende Rezension:

Ich wäre so gerne Millionär…

….müssen so manche singen, Peter Steger aber ist es. Irgendwann in der vergangenen Nacht war es so weit: Einer der Klicks auf den Blog war der einmillionste! Nie werden wir erfahren, ob es einer der vielen täglichen Leser war, die keine der reich bebilderten, geschliffenen Texte verpassen, ob es jemand war, der im Rahmen der WM auf russischen Wegen im Internet wandelt und zufällig darauf stieß, ob Schlaflosigkeit oder Informationshunger über unsere Partnerstadt der Grund für den einmillionsten Klick waren.

Eines ist jedenfalls sicher: Das Niveau der Artikel stünde mancher Zeitung gut an, es wird nicht gehetzt, nicht gelogen und nicht geneidet. Informationen sind wohl recherchiert, auch die „Stimme der anderen“ kommt zu Wort, Quellen sind sauber angegeben, Wladimir wird uns in seiner ganzen Vielfalt dargeboten, alle Lebensbereiche finden Eingang in den Blog.

Kurz: Wer diesen Blog regelmäßig liest, kennt nicht nur das „who is who“ der Partnerschaft, sondern auch die wichtigen Meilensteine dieser 35jährigen Erfolgsgeschichte.

Ein anderer Aspekt soll aber auch noch zu Wort kommen: Redaktion, Archiv, Recherche, das Schreiben, Bebildern und Online-Setzen – all das wird ehrenamtlich gemacht und das mit Freude, wie ich aus gelegentlichen Begegnungen mit dem Blog-Redakteur bezeugen kann.

Lieber Peter, von Herzen спасибо für diesen Blog, der sicher nicht nur mein Frühstück jeden Tag mit einem Happen Rußland garniert.

Hermann Proksch

Ein Glückwunschschreiben kam schließlich gestern auch noch aus Höchstadt, von Hannelore und Hermann Proksch:

Mach weiter so ehrgeizig und informativ in Deiner Berichterstattung, wir freuen uns täglich auf Informationen aus Wladimir.

Wiktor Malygin (rechts im Bild) in Egglofstein

Da darf natürlich auch Wladimir selbst nicht hintan stehen, und so schreibt Wiktor Malygin:

Gratulation zur ersten Million! Das gehört ins Guinness-Buch der Rekorde.

Igor Tschernoglasow

Und Igor Tschernoglasow, Vorsitzender des Kunstvereins der Region Wladimir und Mitglied im Vorstand des Erlangen-Hauses, grüßt im Namen seines Verbandes von allen Mitgliedern.

Blog 7

Zu schön, um es nicht zu zeigen: Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl, gesehen von Sergej Skuratow

Nun aber genug der Nabelschau, werfen wir noch einen letzten Blick zurück auf den 27. September 2008, als alles noch so zaghaft und bescheiden begann mit dem Eintrag https://is.gd/jUf407 – und richten wir die Augen auf die zweite Million. Bleiben Sie also Ihrer Partnerschaft und Ihrem Blog gewogen, sonst wird das nichts. Denn das eine wie das andere sind für Sie geschaffen und werden durch Sie geschaffen.

Zugabe für alle, die noch dran sind, quasi als Kommentar zum Skuratow-Bild, eine Meditation von Anatolij Gawrilow, dem Wladimirer Großmeister der Kurzprosa:

Alles muß von Rauch überzogen sein. Keine Landschaften, Menschen, Philosophien, Klänge. Nichts darf auf etwas anderem bestehen. Rauch im Lauf einer unbestimmten Zeit. Dunst allein, Brodem und Geheul.

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In Wladimir gibt es ein Organ der Lokalpolitik, das sich „Ältestenrat“ nennt. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ausschuß, den die bayerische Gemeindeverordnung vorsieht. Der russische Namensvetter hat beratende Funktion und gibt Empfehlungen zu Fragen der sozial-ökonomischen und kulturellen Entwicklung der Partnerstadt und setzt sich aus ehrenamtlich arbeitenden Vertretern der Gesellschaft zusammen, vorgeschlagen von einer Initiativgruppe.

Igor Schamow und Wiktor Malygin. Quelle: Zebra-TV

Zwei auch in Erlangen bekannte Mitglieder dieses sechzehnköpfigen Gremiums scheiden nun aus, Igor Schamow, der langjährige Oberbürgermeister aus gesundheitlichen Gründen, und Wiktor Malygin, früherer Rektor der Universität und Begründer des Studentenaustausches zwischen den Partnerstädten wegen seiner vielfältigen sonstigen Ämter und Verpflichtungen.

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde, April 2015

Schade auch aus Sicht der Partnerschaft, denn beide kennen die Beziehungen so gut wie kaum jemand. Immerhin aber rückt jetzt jemand nach, der im Kulturaustausch mit Erlangen aktiv ist: Alexander Sneschin, Leiter der Kunstschule Nr. 3, deren Mädchenchor in Kontakt steht mit dem Partnerensemble des Christian-Ernst-Gymnasiums. Die Musik wird es also schon richten…

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Als Bühne für die Kammerspiele der „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule dient der Club International, geschaffen für Veranstaltungen ohne Mikrophon und Rednerpult, ganz so, wie man es sich für eine literarische Lesung vorstellt, wie sie gestern abend vor einem zweiundzwanzigköpfigen Kreis zu erleben war. Mit einer poetischen Bekanntschaft, die der Referent des Abends, Peter Steger, seit 1990 pflegt, als in seiner Übersetzung der Lyrikband „Denkmal für den unbekannten Feigling“ des Moskauer Autors Wjatscheslaw Kuprijanow erschien.

Peter Steger

Das Tandem hat seither eine Vielzahl von Büchern – auch mit Erzählungen und Romanen – veröffentlicht, eine weitere Publikation ist derzeit in Vorbereitung. Natürlich gab es aber auch Übertragungen von Lyrik aus Wladimir zu hören, und mit Wiktor Malygin – in der Partnerstadt nicht nur als Germanist bekannt, sondern auch als Rezitator geschätzt – war vereinbart, in seiner inspirierten Interpretation auch zwei Gedichte von Alexander Puschkin erklingen zu lassen.

Peter Steger und Wiktor Malygin

Nicht vereinbart war dann freilich, womit der russische Gast am Ende der Veranstaltung Publikum wie Referent überraschte: Dieser Tage wurde an der Regionalen Wissenschaftlichen Maxim-Gorkij-Bibliothek in Wladimir zum dritten Mal das „Buch des Jahres“ gewählt. In der Sparte „Memoirenliteratur“ entschied sich die zehnköpfige Jury unter elf nominierten Titeln für den Band „Komm wieder, aber ohne Waffen!“, auf Deutsch zusammengestellt und herausgegeben von Peter Steger im Jahr 2015 und im April 2017 in der russischen Übersetzung von Jelena Tschilimowa erschienen.

Diplom für das „Wladimirer Buch des Jahres 2017“

Mit dieser Auszeichnung, so der glückliche Autor, ist das Buch tatsächlich dort angekommen, wo es hingehört: im kollektiven Gedächtnis der Partnerstadt. Als Gelegenheitsübersetzer fügt er freilich in Anerkennung der Arbeit von Jelena Tschilimowa an, wie schön es gewesen wäre, wenn man auch deren Leistung namentlich gewürdigt hätte. Viel zu oft noch bleibt nämlich der Anteil des Übersetzers am Erfolg eines Buches unerwähnt, nicht gebührend geschätzt. Doch die Freude über den Preis kann das nicht trüben.

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