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Posts Tagged ‘Wetter Wladimir’


Alle reden vom Wetter, der Blog auch. Nach der apokalyptischen Gewitterfront, die am 28. Mai in Moskau ein Dutzend Tote hinterlassen hatte, zog das Unwetter weiter in Richtung Nordosten und richtete auch in der Region Wladimir schlimmen Schaden an. Erst gestern morgen um 8.00 Uhr konnten die Behörden die Reparatur aller Stromleitungen melden, nachdem am Vorabend in mehr als 30 Ortschaften des Gouvernements das Licht ausgegangen war.

Die gute Nachricht: Niemand kam ums Leben, nicht einmal Verletzte werden gemeldet. Freilich ist so manches Auto zu Bruch oder baden gegangen.

Meteorologisch darf man schon jetzt ein annus horribilis für Wladimir und Umgebung ausrufen – mit einem viel zu langen Winter und gar kalten Frühjahr sowie Wetterextremen wie Naßschnee und Frösten bis in die letzten Maitage hinein. Da findet man nur noch Trost bei Wilhelm Busch, der rät: „Dauerhaftem schlechten Wetter / mußt du mit Geduld begegnen, / mach es wie die Schöppenstedter: / Regnet es, so laß es regnen.“

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Schnee ist nun wirklich keine für Wladimir ungewöhnliche Requisite, im Winter putzt das Weiß ja die Partnerstadt sogar richtig malerisch heraus. Aber Mitte Mai? Klar, die Eisheiligen versehen auch am Goldenen Ring mit einiger Regelmäßigkeit ihren strengen Dienst, aber doch eher selten führen sie derart viel Schnee im Gepäck wie in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai.

Gestern vormittag fiel wegen der Last des Naßschnees – stellenweise bis zu zehn Zentimeter hoch – auf den Leitungen gleich reihenweise in fast allen Landkreisen der Region Wladimir der Strom aus: zunächst waren 23 Dörfer im Westen des Gouvernements betroffen, dann, 20 Minuten später, blieb der Saft in weiteren 80 zentral gelegenen Ortschaften weg. Mittlerweile sind alle Störungen behoben.

Wladimir selbst blieb von den Ausfällen verschont, aber die Kälte hält sich noch einige Nächte. So richtig Trost kann da Lou Reed zwar mit dem melancholischen „Caroline says“, ganz in sein warmes Timbre eingehüllt, „It’s so cold in Alaska“ zwar auch nicht spenden, aber einen prächtigen Ohrschützer gibt der Song allemal ab: https://is.gd/2woLpj – nicht nur im Frühling, wenn es schneit…

 

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Während wir hier in Erlangen sogar nachts vor Hitze schwitzen und angesichts der chronischen Trockenheit vielleicht bald statt Kartoffeln Kaktusfeigen anbauen sollten, regnet es sich in Wladimir so richtig ein. Mehrfach wurde die Partnerstadt in den letzten Tagen regelrecht geflutet.

Regenzeit in Wladimir

Regenzeit in Wladimir. Quelle Zebra-TV

Nun behaupten die Statistiker der Staatlichen Russischen Hydrometerologischen Universität sogar, Wladimir gehöre zu den zehn regenreichsten Städten des Landes. Am meisten Naß vom Himmel falle in Sewero-Kurilsk auf den Kurilischen Inseln mit 1.800 mm p.a., gefolgt von Sotschi am Schwarzen Meer mit 1.644 mm p.a., das unlängst auch mit Überschwemmungen zu kämpfen hatte.

Regenzeit in Wladimir. Photo

Regenzeit in Wladimir

Den neunten Platz auf dieser Skala nimmt Wladimir ein, auf das pro Jahr im Schnitt 546 mm heruntertropfen, gleichzeitig einer der höchsten Werte in Zentralrußland, übertroffen freilich – wie in allem – von Moskau, wo man 700 mm Niederschläge mißt. Nun wird gemutmaßt, es könne justament an der Hauptstadt liegen, wenn Wladimir derart viel Feutigkeit abbekomme. Das Firmament über Moskau wird nämlich regelmäßig vor und während großer Feste und Feierlichkeiten – und deren gibt es von staatswegen eine stattliche Zahl – von ganzen Flugzeugstaffeln jodisiert, damit sich die Wolken im Umfeld abregnen. Nicht immer zur Freude der „Anwohner“, denn die würden ihre Festivitäten ja auch gern unter blauem Himmel begehen.

Regenzeit in Wladimir. Warten auf Grün - und blauen Himmel

Regenzeit in Wladimir. Warten auf Grün – und blauen Himmel

Wie auch immer, hier in unseren Landen knallt die Sonne unbarmherzig vom weiß-blauen Himmel, und man darf mutmaßen, daß der Landesvater wegen dringender politischer Termine heute ganz gern dem Tag der Franken im brütend heißen Erlangen fernbleibt und lieber von den wohltemperierten Räumen seiner Staatskanzlei aus einen festlichen Gruß in den überhitzten Norden Bayerns sendet.

Der Sommerschneemann von Wladimir

Der Sommerschneemann von Wladimir

Noch besser aber ist es, in diesen vorgezogenen Hundstagen (und nicht nur da!) in Wladimir zu Besuch zu weilen. Da nämlich steht ein Eispalast, in dessen Nähe es auch sommers einen Haufen Schnee gibt. Genauer gesagt, handelt es sich um die „Abfälle“ der Eisbearbeitungsmaschine, die für die Schlittschuhläufer eine stets glatte Oberfläche schafft. Von den meisten unbemerkt, gestern aber vom Wladimirer Bürgeraktivisten, Michail Mojsejantschik, im Zentralpark entdeckt und in seinem Blog veröffentlicht. In Ermangelung einer ähnlichen Attraktion in Erlangen hier also der sommerliche Schneemann aus Wladimir zur allseitigen virtuellen Abkühlung in diesen schweißtreibenden Tagen und Nächten. Wladimir, du hast es eben besser! Uns bleibt einstweilen nur, hier mitzusingen und auf den großen Regen zu hoffen: http://is.gd/LwSN75

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Tatjana Gurinowitsch und ihr Sonnenbad im Schnee

Noch bis Anfang April verheißen die Wetterprognosen für Wladimir das Frühjahr nur auf dem Kalender. Acht Grad Frost hatte es heute nacht, und es gibt leichten Schneefall. Tagsüber klettern die Temperaturen bisweilen für einige Stunden in den Plusbereich und sorgen dann für Tauwetter. So sehr sich die Menschen aber auf die wärmere Jahreszeit freuen, so sehr fürchten sie auch die Folgen: Die über Monate gefallenen Schneemassen werden im ganzen Wladimirer Land zu großen Überschwemmungen führen. Und es gibt auch Gefahren von oben: Schneelawinen von den Dächern haben schon so manchen Schaden angerichtet, und abbrechende Eiszapfen haben bereits in zwei Fällen zu ernsthaften Verletzungen geführt. Schlimmer noch: Am Donnerstag sind zwei Buben, fünf und sieben Jahre alt, am Ufer eines Weihers mit ihrem Schlitten gefahren, in ein Eisloch gefallen und ertrunken. Sogar die Staatsanwaltschaft interessiert sich für den Übeltäter Winter beziehungsweise die für den Winterdienst zuständigen Organisationen und Behörden. 180 Verstöße von deren Seite sind aktenkundig, 25 Bußgeldverfahren wurden eingeleitet, und den Gerichten liegen acht Anträge auf Schadensersatz vor.

Schneeblume

Der viele Schnee oder besser dessen schleppende Räumung und Beseitigung spielte überdies eine leidige Rolle beim Wahlkampf. Immer wieder wurden Vorwürfe laut, der Winterdienst koste in Wladimir das Zehnfache vom landesweit üblichen Tarif – bei unzureichender Leistung. Teuer wird dieser Winter für die Partnerstadt in jedem Fall, dürften doch die ohnehin geplagten Nebenstraßen und Innenhöfe eine gar nicht so wunderbare Schlaglochvermehrung erleben. Aber der Schnee hat auch seine schönen Seiten, wie die beiden Photos von Witalij Gurinowitsch und seiner Frau Tatjana zeigen. Der Vorgänger von Alexander Rybakow im Amt des Oberbürgermeisters, Igor Schamow, pflegte dazu immer zu sagen: „Das Wetter kann man nicht bestellen. Aber man kann das Beste daraus machen.“ Noch gibt sich deshalb auch der Blog winterlich mit einem Gemälde von Kim Britow. Auch wenn er heuer sehr spät nach Wladimir kommt, er kommt bestimmt noch, der Frühling.

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Alle reden vom Wetter. Der Blog auch. Seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen in Wladimir vor 78 Jahren war es noch nie so warm wie gestern: 14°C konnte man auf den Anzeigen lesen. Genauer messen natürlich die Meteorologen, und die hielten 12°C fest, immer noch 4°C wärmer als am 11.11.1954. Normal – aber was ist schon noch oder war je normal bei einer so chaotischen Sache wie dem Wetter? – wären jetzt Temperaturen um den Gefrierpunkt, sogar richtiger Frost dürfte es schon sein. Doch für diese Jahreszeit seltene Luftmassen – zunächst vom Mittelmeer und nun vom Atlantik halten – den Winter noch fern. Auch in den nächsten Tagen bei Temperaturen bis zu 10°C und Regen. Kommen wird er aber, der Winter. Nur nach dem vergangenen sengenden und brennenden Hitzesommer muß man sich wohl auch beim Winter auf alles gefaßt machen. 

Daß man in Rußland sogar das Wetter zum Politikum machen kann, zeigt folgender Witz:

Nachrichten im Staatsfernsehen: Diese Woche hat Präsident Putin den Ukas über das Ende des Winters unterzeichnet. Damit hat der Sommer begonnen. Allerdings behaupten die sogenannten Oppositionskräfte, der Winter habe sich wegen der politischen Verfolgungen zurückgezogen, denen er sich ausgesetzt sah. Der Kreml habe sich nicht länger herausfordern lassen von Glatteis und niedrigen Temperaturen als Mittel der politischen Auseinandersetzung und der Sache ein Ende gesetzt. Beim Übergang zum Sommer habe man freilich das Frühjahr übersprungen. Nachvollziebar, hat es sich doch im Vorjahr mit seinen provozierenden Wasserständen bei Politik und Behörden nachhaltig diskreditiert. Die Staatsduma und fast alle Medien schenkten dem Umstand allerdings kaum Beachtung. Die Vertikale der Macht ist nach wie vor stark. Zu unserer folgenden Reportage über all jene, die noch genug Zivilcourage aufbringen, um über Fakten zu sprechen, die der Regierung nicht gelegen sind, schalten wir nun um ins Wetterstudio.

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Dezember extrem


Eis und Kälte ohne Schnee

Mit + 8° C hat der Dezember begonnen, regelrecht – oder besser allen Regeln widersprechend – frühlingshaft, doch nun hat Väterchen Frost die Kälte losgelassen. Heute nacht sank in Gus-Chrustalnyj, 70 km von Wladimir entfernt, das Thermometer auf – 35° C, eine Temperatur, die deutlich unter der Norm liegt. Erste Schulen wurden dort geschlossen, in Wladimir gab es für einige Wohnhäuser Heizungsausfall wegen geplatzer Rohre. Angesichts dessen, daß die Fröste anhalten und nach offiziellen Angaben 60% des Fernwärmenetzes sanierungsbedürftig ist, muß man leider mit weiteren Havarien rechnen. Schlimm für die Vegetation und Landwirtschaft übrigens: Es liegt noch immer keine schützernde Schneedecke.

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… wir auch, hat es doch in Zentralrußland und damit auch in Wladimir gegenwärtig recht Außergewöhnliches zu bieten. Wo man ansonsten zu dieser Jahreszeit sicher mit Eis und Schnee rechnen kann, regnet es zur Zeit in Strömen, und selbst nachts fällt das Thermometer nicht unter + 5° C; tagsüber liegen die Temperaturen sogar bei bis zu + 6° C. Diese Kapriolen schlägt das Wetter schon seit gut zehn Tagen, und sie werden wohl auch noch einige Zeit anhalten. Erst gegen Mitte der Woche klopft der Winter – freilich erst zaghaft – wieder frostig an die Tür.

Die höchste je in Wladimir gemessene Dezembertemperatur lag übrigens am 5. Dezember 1953 bei + 6,2° C. Na, und vor zwei Jahren gab es auch schon einmal einen viel zu warmen Start in den Winter. Was nicht ist, kann ja noch werden.

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