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Posts Tagged ‘Waldorfschule Wladimir’


Als Heidi Binder mit einer kleinen Schüler- und Lehrergruppe der Waldorfschule im April 2014 nach Wladimir reiste, wohnte sie in der Familie von Jelena Below. Die beiden blieben seither in Kontakt, und als nun die Gastgeberin von damals mit ihrem Sohn Daniil Berlin besuchten, lag gestern ein Abstecher nach Erlangen nahe, wenn auch nur für einen Tag. Bald schon gibt es dann ein Wiedersehen, denn der dem Austausch eng verbundene Allgemeinarzt, Jürgen Binder, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Ehrenmitglied des Bayerischen Hausärzteverbandes, hat wieder einmal eine Medizinerdelegation zusammengestellt, die Wladimir im Juni einen Fachbesuch abstattet. Mit dabei natürlich auch seine Frau, wieder in Sachen Waldorfpädagogik.

Heidi Binder, Daniil Below, Jelena Belowa und Jürgen Binder

Jelena Belowa ihrerseits unterrichtet zu Hause Englisch am Amerikanischen Haus und nimmt selbst – man hört es: ausgesprochen erfolgreich – Deutschunterricht bei Marina Gajlit, ehemals Dozentin am Erlangen-Haus und jetzt an der Universität Wladimir tätig, während Daniil Deutsch an der Schule lernt. So kommt man sich näher, so versteht man sich in der Bürgerpartnerschaft – abseits der offiziellen Agenda des Austausches. Gut so!

Leseempfehlung: https://is.gd/HqEFKu

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Es ist immer wieder schön, Zaungast außerpartnerschaftlicher Begegnungen Wladimirs mit anderen Städten und Gegenden Deutschlands zu sein, besonders dann, wenn Erlangen auch noch – und sei es nur durch Kurierdienste – ohne jede Eifersucht begleitend mit von der Partie sein kann. Heute nun ein etwas verspätet in der Redaktion des Blogs eingetroffener Bericht aus Wangen im Allgäu, wo sich ein Austausch der Waldorfschulen etabliert. Mehr davon in diesen schweren Zeiten!

Ende April, Anfang Mai letzten Jahres fand der Gegenbesuch der Austauschschüler aus Wladimir in Wangen statt, nachdem unsere Gruppe im Oktober/November 2014 ihren Aufenthalt in Wladimir hatte. Es waren jeweils zehn Schüler und zwei Lehrkräfte. Da der Besuch in Wladimir solch positive Erlebnisse für unsere Schüler mitbrachte – sowohl in den Familien als auch in der Schule wie beim Besichtigungs- und Kulturprogramm – waren alle hochmotiviert, nun ihrerseits ein schönes Programm für die russischen Schüler zu erstellen. In ihrer Vorfreude fuhren sogar sechs Schüler im Bus mit zum Flughafen nach München und begrüßten dort die Gäste mit großem Jubel. Untergebracht wurden sie in deutschen Familien, die liebevoll für ihr leibliches und seelisches Wohl sorgten.

MOD 3

Der erste Tag war dem Kennenlernen der Schule, der Stadt Wangen und einem gemeinsamen Minigolfspiel gewidmet. Am Abend, wie auch an vielen folgenden Tagen, setzten sich die Schüler in Gruppen noch privat zusammen. Große gemeinsame Ausflugsziele waren Neuschwanstein und Kempten sowie Lindau, der Bodensee und der Pfänder.

Extrakurse für die russischen Gäste gab es an der Schule in verschiedenen Bereichen wie Kupfertreiben (jeder konnte sich eine kleine Schale erstellen), Trommeln und Sprachkurse, in denen kleine deutsche Szenen einstudiert wurden, die am Abschlußabend zur Aufführung kamen. Dieser letzte Kurs wurde von den russischen Lehrkräften sehr geschätzt, und sie äußerten den Wunsch, ihn bei zukünftigen Begegnungen auszuweiten.

Waldorfschule Wladimir

Waldorfschule Wladimir

Außerhalb der Schule gab es zwei Unternehmungen, die nur für die russischen Gäste durchgeführt wurden: Ein Besuch in einer Bäckerei, bei dem man nach der Besichtigung eigenes Backwerk aus Brezelteig herstellen konnte, das später mit Freude von den Schülern der 11. Klasse und ihren Gästen verspeist wurde. Außerdem der Besuch des Wangener Stadtmuseums mit Käserei und mittelalterlicher Badstube. Weitere gemeinsame Unternehmungen waren Unterrichtsstunden, Sportunterricht, Volkstanz, Singen, Schwimmen im „Aquaria“ von Oberstaufen.

MOD 2

Am Abschlußabend, den die Wangener Eltern sehr schön gestalteten, hielten die russische Klassenlehrerin und zwei Wladimirer Schüler rührende Dankesreden. Wir haben gemeinsam gesungen und gegessen, und kurze Szenen wurden aufgeführt. Am letzten Tag reihte sich noch die Besichtigung von München ein, da das Flugzeug nach Moskau erst um 23.20 startete. So konnten wir noch gemeinsam im „Augustiner“ speisen. Es war eine schöne und erfüllende Begegnung!

Annegret Mayer

Mehr zur Entstehung der Waldorfschule in Wladimir sowie dem Schüleraustausch unter: http://is.gd/NoUhkf und http://is.gd/HqEFKu

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Am 10. April brachen wir – eine kleine Gruppe, bestehend aus zwei Lehrerinnen, einem Lehrer und vier Schülerinnen von der Freien Waldorfschule Erlangen – nach Wladimir auf. Für einige war es der erste Flug und für die meisten der erste Rußlandbesuch. Am Flughafen erwartete uns unsere Dolmetscherin Kristina mit einem Schild „Erlangen“, und wir stiegen bei bestem Wetter in den bereitstehenden Bus ein, um die letzten 180 km in Angriff zu nehmen. Nach dem dritten Stau und gut fünf Stunden später waren die Gesichter ziemlich lang. Wie wohl die Gastfamilien sein würden? Würde die Verständigung klappen?

Die Waldorfgruppe mit den beiden begleitenden Ärzten, Jürgen Binder und Walter Otto

Die Waldorfgruppe mit den beiden begleitenden Ärzten, Jürgen Binder und Walter Otto

Doch schon beim ersten Blick hellten sich die Mienen wieder auf: Die Gastgeber waren alle wirklich super nett, und die Verständigung funktionierte problemlos auf Deutsch. Und unser Kollege Thomas freute sich, mal wieder ausgiebig Russisch sprechen zu können. Unsere Tage waren ausgefüllt mit interessanten Unternehmungen: erstes Kennenlernen der Stadt; ein wunderschönes klassisches Konzert mit Gershwin und Prokofjew; die Fahrt nach Susdal, das auch beim zweiten oder dritten Besuch immer wieder Neues bietet; das Kloster mit den blauen Kuppeln und dem unaussprechlichen Namen, wo die Frauen und Mädchen Wickelröcke über die Hosen anzuziehen hatten. Der orthodoxe Gottesdienst in der Wladimirer Mariä-Entschlafens-Kathedrale (mit Wickelrock) war ein besonders eindrucksvolles Erlebnis.

Waldorfschülerinnen vor der Mariä-Schutz-Kirche an der Nerl

Waldorfschülerinnen vor der Mariä-Schutz-Kirche an der Nerl

Und dann war da natürlich der Sonntag in Moskau mit Irina. Eigentlich schafften wir nur drei Highlights – den Kreml, das Kaufhaus GUM und den Roten Platz, der an diesem sonnigen Frühlingstag den vielen Menschen aus aller Welt gehörte, die dort herumschlenderten.

Waldorfschülerinnen auf dem Roten Platz

Waldorfschülerinnen auf dem Roten Platz

Besucht haben wir natürlich auch die Waldorfschule Wladimir und das Gymnasium Nr. 23. Zu Schülerinnen aus diesem Gymnasium hatten wir von Anfang an Kontakt. Die Gastgeberinnen begleiteten Nina, Sophia, Veronika und Antonia aus Erlangen zum Pizzaessen und ins Einkaufszentrum, und dank den modernen Medien ist dieser Kontakt auch nicht abgebrochen. Zu der Waldorfschule hätten wir gerne intensiveren Kontakt, aber gerade in dieser Woche gab es viel zu tun – das große Jahreskonzert stand bevor, und 40 Besucher aus Berlin wurden erwartet. Schön wäre es jedenfalls schon, wenn sich da mehr ergeben könnte.

Die Waldorfgruppe bei Freunden und Kollegen mit Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses

Die Waldorfgruppe bei Freunden und Kollegen mit Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses

Die Freizeit hat bald jeder von unserer Gruppe auf seine Weise genutzt – zum Hubschrauberflug über Wladimir, zum Einkaufsbummel auf eigene Faust, zum Treffen mit Freunden und Bekannten, zum Besuch in einem Restaurant (davon gibt es immer mehr), zum Ballettabend oder auch als Gast bei einem der ausgezeichneten Deutschkurse des Erlangen Hauses (Goethe-Institut)… Das Erlangen Haus war wieder Treffpunkt für Unternehmungen, ein gemeinsames Abendessen oder einfach ein Ort zum Ausruhen.

Zur Stärkung im Erlangen-Haus mit der Kollegin Ludmila Mironowa, ganz rechts

Zur Stärkung im Erlangen-Haus mit der Kollegin Ludmila Mironowa, ganz rechts

Am 18. April sind wir mit einer Menge neuer Erfahrungen nach Hause gefahren. So manche Meinung über Rußland hat sich revidiert. Wir haben offene und gastfreundliche Menschen getroffen und ein Land gesehen, in dem vieles wie bei uns ist und manches auch überraschend anders.

Waldorfklassen auf Russisch

Waldorfklassen auf Russisch

Bei der Stadt Erlangen bedanken wir uns für die unentbehrliche Unterstützung bei der Planung und Durchführung unserer Fahrt, und wir freuen uns auf das Wiedersehen mit den Wladimirer Schülern im Oktober in Erlangen. Denn wichtig ist: Die Menschen in Europa sollten einander besser kennenlernen und verstehen, und vielleicht bekommen das nächste Mal noch mehr Schüler wie Lehrer Lust, sich auf eine Fahrt nach Wladimir einzulassen.

Heidi Binder

Der Bericht der beiden begleitenden Ärzte ist hier nachzulesen: http://is.gd/OKHF6h

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Als ich am Dienstag nach Ostern auf dem Moskauer Flughafen Domodjedowo ankam, war alles noch grau in grau. Nach einer Woche voller Sonnenschein hatten die Bäume längs der Straße und der Zugtrasse  ein zartes Grün aufgelegt. Fer Frühling hat auch in Rußland Einzug gehalten. Und anders als in der politischen Großwetterlage zeigten sich auch bei den Projekten, die ich besucht habe, positive Ansätze, die es zu pflegen und zu entwickeln gilt:

Erlangen-Haus vom Garten aus gesehen

Erlangen-Haus vom Garten aus gesehen

Im Erlangen-Haus sind es vor allem die Deutschkurse, die Freude machen. Mit mehr als 230 Teilnehmern wurde 2013 ein neuer Höchststand erreicht. Dabei sind es die KiKuJuKu, die Kinder- und Jugendkurse, die auch dem Goethe-Institut (GI) in Moskau besonders gefallen und für die das Erlangen-Haus von dieser deutschen „Kulturbotschaft“ eine weitere interaktive Tafel und eine Dokumentenkamera bekommen hat. Das Erlangen-Haus gilt jetzt als die Nummer Eins unter den 18 Partnerinstituten des GI in der Russischen Föderation.

Wolfram Howein mit den Porfessoren für Erlebnispädagogik Ultrich Lakemann aus Jena und Werner Michl aus Nürnberg im Juni 2011, Erlangen-Haus

Wolfram Howein mit den Porfessoren für Erlebnispädagogik Ultrich Lakemann aus Jena und Werner Michl aus Nürnberg im Juni 2011, Erlangen-Haus

Im Kinder-Rehazentrum „Blauer Himmel“ merkt man, daß die leitende Ärztin und die erste Pädagogin im Februar an der erlebnispädagogischen Winteruniversität im Bayerischen Wald teilgenommen und begonnen haben, neue Ideen umzusetzen. Erste Anfänge eines Erlebnispfades waren zu sehen, der jetzt Zug um Zug von den folgenden Kindergruppen erweitert werden soll.

Erlebnispfad im Blauen Himmel

Erlebnispfad im Blauen Himmel

Beim Roten Kreuz Wladimir braucht das zarte Pflänzchen „Ambulantes Hospiz“ noch viel Pflege. Gerade mal 20 schwerstkranke Patienten kann man derzeit betreuen. Unsere Hilfe aus Erlangen ist dringend gefordert. Mehr Fahrt aufgenommen haben inzwischen die Kurse in Erster Hilfe, wobei der Beitrag des Erlanger Fördervereins in erster Linie aus materieller Unterstützung besteht.

Die Baumaßnahmen zum Pilgerheim der Rosenkranzgemeinde Wladimir

Die Baumaßnahmen zum Pilgerheim der Rosenkranzgemeinde Wladimir

Bei der Rosenkranzgemeinde wurde mit dem Bau des Pilgerzentrums begonnen. Ein Haus mit 46 Betten soll hier entstehen und später die Finanzierung des Sprengels sichern helfen. Dazu ist zunächst der Hang zum darüberstehenden Pfarrhaus durch eine Stützmauer zu sichern. In den nächsten Monaten wird sich auf dem Grundstück viel bewegen!

Speiseraum der Waldorfschule Wladimir

Speiseraum der Waldorfschule Wladimir

Zwei Schulen konnte ich besuchen, die Waldorfschule in Wladimir und die neunte Klasse eines Gymnasiums in Gus-Chrustalnyj, wo ich paar Bilder mit fränkischen Osterbrunnen zeigen durfte. Zwei unterschiedliche Konzepte der Schulbildung, die mir zeigten, wie sehr und lange in Rußland der sozialistische Einheitsbrei Vergangenheit ist.

Der Bettentausch von Wladimir

Der Bettentausch von Wladimir

Schließlich war ich noch im Unfallkrankenhaus, wo die restlichen ausgemusterten Betten des Erlanger Bettenhauses schon lange erwartet waren. Der Ärztliche Direktor, Jewgenij Jaskin, konnte mir die ersten Zimmer mit den Erlanger Betten zeigen. Eine ältere Patienten schilderte mir die Situation recht drastisch: „Einen Nacht habe ich schon in dem neuen Bett geschlafen, es war wie im Himmel. Die alten Betten waren die Hölle!“

Wolfram Howein

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