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Posts Tagged ‘Volkshochschule Erlangen’


Zu den Konstanten des Austausches zwischen den Partnerstädten gehört die Teilnahme des 1996 gegründeten Wladimirer Klöppelstudios an Ausstellungen und Wettbewerben in ganz Deutschland. Begonnen hatte alles 1999, als die Leiterin der Werkstatt erstmals an die Volkshochschule Erlangen kam, um ihre Arbeiten zu zeigen. Schon ein Jahr später hatte Kontakt zum Deutschen Klöppelverband aufgenommen, dem sie dann nach einem Besuch in Annaberg und des Museums Abenberg 2002 als erstes und bisher einziges russisches Mitglied beitrat.

Wera Miroschnitschenko und Jekaterina Nowikowa

Seither versäumte die Kunsthandwerkerin keine Gelegenheit zur Teilnahme an Ausstellungen und kam Jahr für Jahr nach Deutschland und zeigte ihre Arbeiten auch schon in Spanien oder Italien. 2015 schrieb der Deutsche Klöppelverband erstmals einen Wettbewerb für Kinder aus, an dem – nicht ohne Erfolg! – der Wladimirer Klöppelnachwuchs teilnahm. Preis um Preis ging in die Partnerstadt, und dieser Tage traf wieder Post vom Verband mit froher Kunde ein. Zum Thema „Unterm Zirkuszelt“ hatten nämlich auch Wera Miroschnitschenko und Jekaterina Nowikowa ihre Arbeiten eingereicht, den „Lustigen Jongleur“ und das „Tapfere  Löwenbaby“, und belegten den dritten und den zweiten Platz.

Wera (elf Jahre) und Jekaterina (neun Jahre) sind Stiefschwestern, deren Mutter, Julia Kasakowa, die selbst als Kind sehr erfolgreich in der Kindergruppe klöppelte. Wieder ein Grund zur Freude für Jelena Gorbunowa, die schreibt:

Schön, wie der kreative Faden weitergesponnen wird und sich von Generation zu Generation zieht und dabei immer auch nach Erlangen zurückkehrt, wo alles begonnen hat.

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Seit gut zwei Jahren geht wladimirpeter mit Facebook fremd, wo auf https://is.gd/Dlyc6c ein kleiner Artikel über Kirill Wedernikow erschien, dessen von der Volkshochschule angekaufte Arbeit einen Handzettel zur Werbung für die Veranstaltungsreihe „Studium generale“ ziert. Nun veröffentlichte der Wladimirer Künstler eine Stellungnahme hierzu, die es verdient, hier in Übersetzung wiedergegeben zu werden:

Kirill Wedernikow reagierte spontan auf diese Publikation mit den Worten: „Das ist SEHR wichtig für mich!“

Vor ungefähr einem Jahr fand in Erlangen (Deutschland) die Eröffnung der Ausstellung (R)Evolution in der Volkshochschule statt. Bevor ich die Einladung zur Teilnahme erhielt, hatte ich durchaus seltsame Mißgeschicke wegzustecken. Das eine ums andere Mal verweigerte man mir die Möglichkeit, Monumentalarbeiten in meiner Heimat, der Region Wladimir, zu verwirklichen. Mal ging es ums Geld, mal kam Druck durch kritische Worte, wonach ich alles andere als ein Künstler sei. Und das, obwohl es damals schon Straßenkunst von mir in Petersburg, Nischnij Nowgorod oder Astrachan gab. Alles Situationen, die ganz gewöhnlich sind für die Kunstwelt! Doch damals nahm ich mir mein Mißlingen sehr zu Herzen.

Und da kam die Ausstellung (R)Evolution! Es drängt mich gleich, einige Worte zu Erlangen zu sagen, wo das alles geschah. Ungeachtet dessen, daß sie eher klein ist, überwältigt Wladimirs Partnerstadt mit ihrer Zahl an wissenschaftlichen Forschungsinstituten und Hochschulen. Natürlich war denn auch das entsprechende Publikum anwesend. Ohne auf Einzelheiten der Ausstellung selbst und der teilnehmenden Menschen einzugehen, kann ich mit Überzeugung sagen: Alles fand auf höchstem Niveau statt! Einfach und lakonisch gesagt! Neben allem anderen gab es einen Runden Tisch, an dem ich mit Kulturschaffenden über die Kunst und über Rußland sprach. Gar nicht so wenige meiner Arbeiten blieben dort, in Deutschland. All das ist zweifellos sehr wichtig für mich. Aber noch wichtiger und wohl die Hauptsache ist jener Impuls der deutschen Kultur und Philosophie, den ich erhielt. Etwas, das ich jetzt in meinem Werk verarbeite. Im Raum irgendwo zwischen Industrieschloten und verfallenen gotischen Gotteshäusern…

Kirill Wedernikow: Ohne Titel, 2019/20

Und dann verweist der Künstler auf den Artikel „der Kollegen“: https://is.gd/BC2Z9s, wobei er auch diesen Eintrag im Blog hätte erwähnen können: https://is.gd/oj42Mw

Kirill Wedernikow: Festmahl der Könige, 2019

Anlaß genug, neben der Gruppe Andersartig und dem Kunstverein Tennenlohe in Zusammenarbeit mit Dieter Erhard wieder einmal besonders der Volkshochschule, namentlich Jutta Brandis, für den unschätzbaren Beitrag zur Städtepartnerschaft und insbesondere für die künstlerische Entwicklung von Kirill Wedernikow zu danken.

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Es ist jenes besondere Licht, das die Ikonen von Andrej Rubljow zum Erstrahlen bringt, ein Leuchten, das tief von innen kommt und das der russische Wandermönch ebenso wie sein deutscher Bewunderer, der evangelische Pfarrer und Jenas Oberbürgermeister, Albrecht Schröter, auf den Schöpfer, auf Gott zurückführt. Eine innig-transzendente Verbindung zu Wladimir ist da vor fast genau sechs Jahren entstanden, die schon in der Studienzeit des Theologen gründet, als der spätere Politiker zu der russischen Sakralkunst forschte. Und dann dem Geheimnis der göttlichen Schönheit gegenüber, in Wladimir, in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale, in einem Augenblick der Zurückgezogenheit, außerhalb des Protokolls und Programms seines offiziellen Besuchs. Das hält zusammen. Über Ämter und Fristen hinaus.

So im Blog am 7. April 2015 zum 60. Geburtstag von Albrecht Schröter zu lesen, einen Monat vor seiner zweiten Reise in die Partnerstadt, und nun auf „Wiedervorlage“ zum Rückblick auf den gestrigen Vortrag des Altoberbürgermeisters von Jena im gut gefüllten Großen Saal der Erlanger Volkshochschule im Rahmen der Russisch-Deutschen Wochen zum Thema „Ikonen – ein Schlüssel zum Verständnis“.

Albrecht Schröter

Der gelernte Krankenpfleger, dem als Kind einer bekennend religiösen Familie der direkte Weg zum Studium verbaut war – Albrecht Schröters Vater kam vor genau 70 Jahren zum Theologiestudium nach Erlangen – ließ sich am „Institut für Konfessionskunde der orthodoxen Kirchen“ an der Universität seiner Heimatstadt Halle an der Saale, geprägt von dessen Gründer, Konrad Onasch, vom Geist der Ikonen ergreifen. Wobei es in den sechs Jahren neben der Wissenschaft vor allem eines zu begreifen galt: Die Seminare, Vorlesungen und Forschungen sind wichtig und geben das Rüstzeug zum Verständnis. Verstehen wird man das Bild, von dem das orthodoxe Christentum so geprägt ist, aber erst bei der Betrachtung mit dem Blick der Liebe.

Albrecht Schröter und Elisabeth Preuß

Und so ist denn auch der Schlüssel zum Verständnis, den der Gast mitbringt, die innere Haltung, weniger der rationale Ansatz einer Interpretation, als vielmehr der emotionale Zugang zur Darstellung. Denn es geht bei allen Ikonen, gleich aus welchem Jahrhundert, gleich ob für den liturgischen, privaten oder öffentlichen Raum geschaffen, gleich ob im Herrgottswinkel klappbar aufgestellt oder bei Prozessionen mitgetragen, immer um das eine: das liebende Auge.

Andrej Rubljow: Wladimirer Gottesmutter

Bis weit zurück in den Bilderstreit der Ikonodulen und Ikonoklasten, bis zum Propheten Daniel und seinem „Alten an Tagen“, wie Gott da bezeichnet wird, führt der Vortrag zurück und zieht die Linie von der Kaiserverehrung der Römer bis zu der in Byzanz entstanden Gottesmutter, die ihren Weg bis nach Wladimir und schließlich in die Tretjakow-Galerie in Moskau fand. Technik und Stil, Aufbau und Deutung, Perspektiven und Motive – nichts kommt zu kurz in dieser Stunde voller Wirklichkeit des Jenseits, in dieser Einführung in die heiligen Bilder, die Himmel und Erde verbinden, das Fenster zu Gott öffnen, durch das der Höchste seinerseits den Menschen anblickt – in wechselseitiger Liebe und Zuwendung.

Andrej Rubljow: Dreifaltigkeit

Eine Stunde kann nicht genug sein für die Fülle der Ewigkeit, für die Vielfalt der Ikonen. Mancher im Publikum hätte sich denn auch gewünscht, länger bei der einen oder anderen Ikone zu verweilen. Desto dankbarer war man dann für die eingehende Betrachtung der Dreifaltigkeit von Andrej Rubljow mit ihrer feinsinnigen Wahl der Farbgebung und der Komposition des dreifachen Kelches oder der Schilderung des Acheiropoieton, des nicht von Menschenhand geschaffenen Urbilds der Ikonographie.

Albrecht Schröter im Gespräch

Eine Wissenschaft für sich, könnte man sagen, die gestern abend aber vor allem eines schaffte: Herzensbildung und – Albrecht Schröter sei Dank! – einen spirituellen Höhepunkt der Russisch-Deutschen Wochen, die zum ersten Mal in ihrer zehnten Auflage das Geheimnis der Ikonen thematisierten, ohne es zu profanisieren.

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Inklusion ist schon lange kein Fremdwort mehr in Wladimir. In fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens praktiziert man die Einbeziehung von Menschen mit Einschränkungen und Behinderungen. Nun schließt sich dieser Entwicklung auch das Schauspielhaus in der Partnerstadt an. Das erste Stück mit Audiodeskription für Blinde ging vor kurzem bereits über die Bühne, dieser Tage folgt eine Aufführung mit Gebärdendolmetscher. Schon länger ist die Homepage des Theaters barrierefrei, und dank Rampen und speziellem Aufzug kann man den Musentempel auch mit dem Rollstuhl gut erreichen. Eine Hürde bleibt freilich – zumindest für die „Stummen“, wie man uns Deutsche in den meisten slawischen Sprachen nennt – bestehen: Das Repertoire sieht vorerst alles exklusiv auf Russisch vor.

Dies gilt zwar auch für die beiden Märchen, die am Samstag um 10.00 Uhr und um 14.00 Uhr im Club International – bei freiem Eintritt für Kinder wie Erwachsene – im Rahmen der Russisch-Deutschen Wochen an der Volkshochschule zu sehen sind, aber gemach: Es ist für Simultanübersetzung gesorgt. Auch eine Art von Inklusion. Probieren Sie es aus mit oder ohne Kinder und Enkel. Mehr zu dem Puppentheater aus Wladimir auf seiner ersten Gastspielreise in Erlangen unter: https://is.gd/8g0nos

Puppenspielerin Irina Ponomarjowa-Rjaschtscheko

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Zum ersten Mal besuchte ich Erlangen im Sommer 2006. Damals war ich Hörerin der Deutschkurse am Sprachlernzentrum des Erlangen-Hauses in Wladimir und nahm an einer Reise nach Erlangen unter Leitung meiner Lehrerin, Marina Gajlit, und Irina Chasowa, der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, teil. Wir besuchten damals einen zweiwöchigen Sprachkurs an der Volkshochschule und waren in Familien untergebracht, ich bei der überaus gastfreundlichen Silvia Singer-Fischer in Baiersdorf.

Silvia Singer-Fischer und Maria Wedenejewa, 2006

Neben dem Kurs erlebten wir ein großartiges Kulturprogramm mit Ausflügen nach Nürnberg und Bamberg, einer Führung durch Erlangen, dem Besuch der Firma Siemens sowie des Theaterstücks „Mutter Courage und ihre Kinder“ und vieles mehr. Am Ende gab es eine Stadtrallye mit einer ganzen Liste von Fragen über Erlangen, seine Sehenswürdigkeiten und bedeutungsvollen Orte. Wir mußten entweder selbständig auf diese Fragen antworten oder Einheimische um Rat fragen.

Wiedersehen mit der Volkshochschule für Maria Wedenejewa, Dezember 2019

Für mich war das eine gute Erfahrung und eine ausgezeichnete Sprachpraxis. Just da kam in mir der Wunsch auf, noch einmal nach Erlangen zurückzukehren. Und nun habe ich es 2019 – dreizehn Jahre später – doch geschafft, wieder nach Erlangen zu kommen, allerdings in einer anderen Funktion, nämlich als leitende Mitarbeiterin des Büros für Internationale Zusammenarbeit an der Staatlichen Universität Wladimir.

Maria Wedenejewa und die internationale Delegation an der FAU

Vom 2. bis 6. Dezember besuchte ich die Friedrich-Alexander-Universität im Rahmen des europäischen Programms Erasmus +, um an einem Personaltraining zum Thema „Herausforderungen der Digitalisierung“ teilzunehmen. Eingeladen waren auch Fachleute von Universitäten aus Sankt Petersburg, der Tschechischen Republik, Serbien, Estland, Portugal, Kuba, Bosnien-Herzegowina, Ägypten, Israel, Jordanien, Tunesien, Südafrika sowie aus der Ukraine und dem Iran. Man hatte ein straffes Programm für uns vorbereitet, das nicht nur Vorträge, Präsentationen und Seminare beinhaltete, sondern auch Ausflüge nach Nürnberg und Fürth, eine Stadtführung durch Erlangen und andere Veranstaltungen vorsah.

Maria Wedenejewa im Seminar

Die Vorträge und Seminare widmeten sich den Fragen der Digitalisierung in der Bildung, dem Online-Studium. Man machte uns mit innovativen Programmen der digitalen Transformation vertraut, wie sie bereits an der FAU Anwendung finden, und demonstrierte uns Beispiele des Online-Studiums an verschiedenen Fakultäten sowie des Internationalen E-Examens, aber auch die Möglichkeiten des Multimedia-Zentrums. Ihre Erfahrungen in diesem Bereich teilten mit uns darüber hinaus die Hochschule für Wirtschaft in Prag, die Universität von Porto oder die Schule für Wissenschaft und Technik in Sarajewo.

Maria Wedenejewa und Bianca Köndgen

Außerdem nahm ich an der Internationalen Börse für Pädagogische Bildung teil, die am 3. Dezember in Nürnberg stattfand, und wo ich die Staatliche Universität Wladimir präsentierte.

Maria Wedenejewa

Die Führungen durch Erlangen, Nürnberg und Fürth sowie der Besuch des Weihnachtskonzerts des Symphonieorchesters Nürnberg gaben mir nicht nur Gelegenheit, Geschichte, Architektur und Kultur von deutschen Städten kennenzulernen, sondern auch in die festliche Adventsatmosphäre einzutauchen und die Weihnachtsstimmung mitzuerleben.

Maria Wedenejewa

Insgesamt betrachte ich meinen Besuch in Erlangen im Dezember 2019 als ausgesprochen nützlich. Neben den neuen Bekanntschaften, neuen Kontakten und dem Erfahrungsaustausch stehen gute Laune und schlicht und einfach Sprachpraxis. Und jetzt hoffe ich, ein weiteres Mal nach Erlangen kommen zu können.

Maria Wedenejewa im Jahr 2006

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die hervorragende Organisation unseres Aufenthalts. Danken möchte ich insbesondere allen, die meinen Besuch der FAU Erlangen-Nürnberg möglich machten, insbesondere der Koordinatorin des Programms Erasmus +, Bianca Köndgen, dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, und der Leiterin des Büros für Internationale Zusammenarbeit an der Staatlichen Universität Wladimir, Nadeschda Troschina.

Maria Wedenejewa

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Am späten Montagabend in Nürnberg gelandet, sitzt die 16köpfige Gruppe aus dem Erlangen-Haus nun seit Dienstag jeden Morgen bis Freitag nächster Woche im Deutschkurs von Heide Thies im Club International der Volkshochschule, paukt Grammatik und übt Konversation. In der Freizeit und am Wochenende sollen die Gäste dann Erlangen – von „Klassik am Berg“ bis zu den Regnitzwerkstätten – und möglichst viel von Franken kennenlernen und sogar einen Ausflug bis nach Kloster Weltenburg unternehmen. Ein vielseitiges Programm, zusammengestellt vom Freundeskreis Wladimir, der auch diese, die zwölfte Sprachreise des Erlangen-Hauses in Folge, aufmerksam vorbereitete und begleitet. Immer für die zweiten Julihälfte schreibt das Erlangen-Haus in Kooperation mit der Volkshochschule Erlangen für seine jährlich gut 200 Deutsch-Kursteilnehmer diese Möglichkeit der Vertiefung von Sprachkenntnissen aus. Es kann nicht oft genug gesagt werden: Was von Klaus Wrobel, dem seinerzeitigen Direktor der VHS, und seinen Nachfolgen, Christine Flemming und Markus Bassenhorst, mit der tatkräftig-kompetenten Unterstützung des Sprachenbeauftragten, Reinhard Beer, schon Mitte der 90er Jahre ins Werk gesetzt wurde und unermüdlich fortgesetzt wird, trägt nicht nur erstaunliche Früchte, sondern entwickelt eine großartige Eigendynamik.

Markus Bassenhorst

Dank den Bemühungen von Klaus Wrobel und Reinhard Beer kamen die Deutsch-Kurse des Erlangen-Hauses unter die Fittiche des Goethe-Instituts Moskau, die wachsende Dozentenschar aus Wladimir wurde dort geschult und auf die eigenen pädagogischen, an der Sprachpraxis ausgerichteten Lehrmethoden eingeschworen. Mit Erfolg. Das Konzept hebt sich offenbar so wohltuend von den Angeboten anderer Einrichtungen – vor allem der Schulen und Universitäten – ab, daß die Kurse ungeachtet des allgemein zu Gunsten des Englischen nachlassenden Interesses an der deutschen Sprache immer stärker nachgefragt werden, besonders übrigens von jungen Leuten.

Florian Janik und Irina Chasowa

Beim gestrigen Treffen mit Oberbürgermeister Florian Janik zeigte denn auch Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, eine gehörige Portion Selbstbewußtsein, als Markus Bassenhorst bei seiner Begrüßung meinte, man werde an seiner Volkshochschule erst demnächst das erste Smartboard einsetzen können, eine Technik, die im Wladimirer Sprachlernzentrum bereits vor gut zwei Jahren den Praxistest bestanden hatte. Die Besucherin bot nämlich gleich schlagfertig ein Praktikum in der Partnerstadt vor, um die Erlanger Dozentenschaft von den Vorteilen der schlauen Weißwandtafel zu überzeugen. Ein Angebot, das Florian Janik, der als Gastgeschenk seine russische Lieblingsleckerei erhielt, gern aufgriff, denn: „Gründe, Wladimir zu besuchen, gibt es viele!“

Aber natürlich gibt es auch nicht weniger Gründe, Erlangen zu besuchen. Gerade in diesen Zeiten, wie das Stadtoberhaupt anmerkte, wo, ohne Schuldzuweisungen aussprechen zu wollen, das Verhältnis zwischen unseren Staaten besser sein könnte. Gerade da komme es auf den bürgerschaftlichen Austausch, auf die Volksdiplomatie an. Und die lebt tatsächlich zwischen Erlangen und Wladimir, zumal wieder alle Gäste in Familien untergebracht sind und so, wie sich Florian Janik wünscht, neue Verbindungen und Freundschaften zwischen Deutschen und Russen entstehen. Denn davon kann es gar nicht genug geben. Gerade in diesen Zeiten.

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Städtediplomatie – zur Rolle von Städtepartnerschaften in Zeiten zwischenstaatlicher Krisen am Beispiel deutsch-russischer Beziehungen

Städtepartnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil der deutsch-russischen Beziehungen. Auch wenn Außenpolitik im Kompetenzbereich von Staaten liegt, gibt es dennoch Situationen, in denen sich Städte zu außenpolitischen Themen positionieren. Im Vortrag geht es darum, die deutsch-russischen Beziehungen seit Beginn der 90er Jahre zu reflektieren und zu diskutieren, wie sich Kommunen in Zeiten zwischenstaatlicher Krisen verhalten. Der Vortrag bezieht sich auf Forschungen im Rahmen einer Masterarbeit zu deutsch-russischen Städtepartnerschaften, darunter auch die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir.

Bianca Creutz

Bianca Creutz M.A. hält ihren Vortrag am Freitag, den 26. Juli, um 19.00 Uhr im Club International der Volkshochschule, Friedrichstraße 17. Die Sozialwissenschaftlerin mit Fokus auf Urbanisierung und Osteuropa studierte in Münster, Leipzig und Sankt Petersburg Sozialwissenschaften, European Studies und Internationale Beziehungen. Nach dem Masterstudium arbeitete sie in Moskau im Urban Consulting bei Strelka KB und ist aktuell bei TOPOTEK 1 Landschaft und Architektur in Berlin als Business Development Managerin tätig. Bianca Creutz engagiert sich für internationale Zusammenarbeit mit Ländern des östlichen Europas.

Siehe auch: https://is.gd/DI7bBY

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