Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Nürnberg’


Ein wenig im „Schatten“ des Antrittsbesuchs von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa besuchte auch Wjatscheslaw Kartuchin, Leiter der Verwaltungsakademie Wladimir, die Metropolregion, ehrenamtlich begleitet und sprachlich betreut von Amil Scharifow, Mitarbeiter des Bürgermeister- und Presseamtes, der überdies der Redaktion des Blogs seinen Bericht zur Verfügung stellte:  

Richard Bartsch, Christine Berg, Alina Kartuchina, Wjatscheslaw Kartuchin, Amil Scharifow

Richard Bartsch, Christine Berg, Alina Kartuchina, Wjatscheslaw Kartuchin, Amil Scharifow

Bei allen historischen Fortschritten hat die öffentliche Verwaltung in vielen Kulturen immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen. Einst diente die Administration allein den Königen, erst im Laufe der Zeit hat sich die Funktion der Staatsdiener geändert. So unterstanden die Magistrate im alten Rom nicht nur dem Kaiser, sondern waren auch dem Gemeinwesen verpflichtet. Bis heute ist dieser Dienst für das Gemeinwohl und die Frage nach Art und Weise bzw. Effizienz der Arbeit in der öffentlichen Verwaltung sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft ein immer wiederkehrendes Thema. Permanent wird in den Behörden und Ämtern reformiert, optimiert und umstrukturiert.

Richard Bartsch präsentiert den Bezirk Mittelfranken

Richard Bartsch präsentiert den Bezirk Mittelfranken

Dieses Thema stand denn auch im Zentrum des Treffens in Ansbach zwischen dem Bezirkstagspräsidenten von Mittelfranken, Richard Bartsch, und dem Direktor der Wladimirer Filiale der Russischen Verwaltungsfachakademie, Wjatscheslaw Kartuchin. Die Begegnung hatten Wilfried Berg, Professor an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Nürnberg, und seine Ehefrau, Christine Berg, Geschäftsführerin der Bildungseinrichtung, organisiert.

Richard Bartsch, Alina Kartuchina, Amil Scharifow, Wjatscheslaw Kartuchin, Christine und Winfried Berg

Richard Bartsch, Alina Kartuchina, Amil Scharifow, Wjatscheslaw Kartuchin, Christine und Winfried Berg

Im Vorjahr besuchten die beiden Fachleute für Verwaltungsrecht Wladimir zu einem Vortrag vor Studenten, nachdem bereits 2014 ein Kooperationsvertrag mit der dortigen Verwaltungsakademie abgeschossen worden war.

Amil Scharifow, Richard Bartsch, Alina und Wjatscheslaw Kartuchin, Christine und Winfried Berg

Amil Scharifow, Richard Bartsch, Alina und Wjatscheslaw Kartuchin, Christine und Winfried Berg

Bei seinem Besuch im Bezirksrathaus von Mittelfranken wollte Wjatscheslaw Kartuchin, der nicht nur die Akademie in der Partnerstadt leitet, sondern auch russisches Verwaltungsrecht unterrichtet, Einblicke in die Arbeit der öffentlichen Verwaltung in Bayern erhalten. Anhand einer ausführlichen Videopräsentation erhielt der Gast Informationen zur Region Mittelfranken und zu seiner administrativen Struktur. Fragen über Fragen stellte der ehrenamtlich auch als Abgeordneter des Wladimirer Regionalparlaments aktive Besucher, etwa zum Weg von Verwaltungsakten, beginnend bei der Antragstellung bis hin zur Genehmigung im Bezirkstag. Vor allem die Aufgabenteilung zwischen Kommune und Bezirk interessierte Wjatscheslaw Kartuchin. So müssen etwa die Anträge auf Schulbegleitung für Kinder mit Behinderung in Mittelfranken beim Bezirk gestellt werden.

Christine Berg, Alina und Wjatscheslaw Kartuchin

Christine Berg, Alina und Wjatscheslaw Kartuchin

Nun ist es an Richard Bartsch, die Einladung nach Wladimir anzunehmen. Jedenfalls bildet der Besuch eine gute Grundlange für die Aufnahme eines Austausches von Studenten beider Akademien, an dem, geht es nach Wilfried Berg, auch junge Leute aus der ganzen Region teilnehmen könnten. Die Gastgeber wollen nun alles tun, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, und der zufriedene Besucher wird sicher seinen Teil dazu leisten und damit die Hochschulkontakte mit Wladimir weiter auffächern.

Amil Scharifow

Zur Vorgeschichte des Kontakts geht es hier: http://is.gd/2X03Xk und http://is.gd/WTebFp

Read Full Post »


Am 17. Juni 2014 wurde in den Räumen der VWA Nürnberg das Kooperationsabkommen zwischen der Außenstelle Wladimir der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Öffentlichen Dienst beim Präsidenten der Russischen Föderation und unserer Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie besiegelt. Am 14. Februar 2015 reisten wir – Christine Berg, Geschäftsführerin, und Prof. Dr. Wilfried Berg, stellvertretender Studienleiter – zu einem ersten wissenschaftlichen und kulturellen Austausch in Erlangens Partnerstadt.

Knapp drei Stunden nach dem Start in Frankfurt a.M. landeten wir gegen 16 Uhr (Ortszeit) in Moskau.

VWA I

Dort erwarteten uns der Dekan unserer Partnerakademie, Alexej Kudrjawzew und Aljona Abramowa, PR-Managerin der Hochschule. In einem nagelneuen schwarzen VW- Multivan

VWA II

brachte uns der Chef-Fahrer der Akademie in knapp drei Stunden an unser Ziel, das Erlangen-Haus in Wladimir.

VWA III

Eine sportliche Leistung, wenn man den Stau berücksichtigt, der uns in der Nähe des Flughafens wegen Brückenbauten eine halben Stunde gekostet hatte.

Autofahren ist auf den im Umfeld des Flughafens auf bis zu zehn Spuren ausgebauten Fernstraßen eine echte Herausforderung. Permanente Spurwechsel von allen Seiten und überraschende Spurts und Stops fordern höchste Aufmerksamkeit. Blinker werden nur in Notfällen eingesetzt, in denen effektiv kein Platz zum Ausscheren ist. Gleichzeitig gilt es, die vielen Zebrastreifen (die sehr ernst genommen werden), die zahllosen Überwachungskameras, Polizeiposten und die Notarztwagen im Blick zu behalten: Die rasen mit Blaulicht und Sirenen in der „Rettungsgasse“ an den Leitplanken des Mittelstreifens entlang. Die Landschaft kann man erst wahrnehmen, wenn man den Einzugsbereich der 13-Millionen-Metropole Moskau hinter sich gelassen hat: Eine endlose schneebedeckte Ebene, geprägt von Birkenwäldern und Kiefern; und immer wieder erscheinen bunte Datschen und Holzhäuser mit kunstvollem Schnitzwerk an Fenstern und Giebeln.

VWA IV
Ein unvergeßliches Erlebnis ist die erste Begegnung mit der Stadt Wladimir, deren „Goldenes Tor“ uns schon von weitem begrüßte. Die kilometerlange Prachtstraße und die sie säumenden historischen Bauten waren zu Jahresbeginn bunt beleuchtet. Die Schneedecke auf den Wiesen und Parks am Kreml gab einen stimmungsvollen Hintergrund. – Bei einem Late Dinner mit Wiktor Malygin im Restaurant „Barin“ genossen wir den herzlichen Empfang in Rußland.

Wiktor Malygin als Gastgeber

Wiktor Malygin als Gastgeber

Nach einem Frühstück mit Quarkkuchen und anderen russischen Spezialitäten im Erlangen-Haus wurden wir am folgenden Tag durch die weltweit einmalige „Museumsstadt“ Susdal geführt, deren wichtigste Bauensembles seit 1992 Unesco-Weltkulturerbe sind. Susdal, im Jahre 1024 erstmals urkundlich erwähnt, führt uns schlagartig vor Augen, wie wenig man bei uns über Rußland weiß. Russische Geschichte beginnt nicht erst mit Zar Peter dem Großen, und russische Baukunst läßt sich nicht auf die Paläste in Petersburg und den Kreml in Moskau reduzieren.

VWA 15

Bis zum Jahr 1170 war Susdal russische Hauptstadt, wurde dann von Wladimir abgelöst, dessen Rolle 1328 Moskau übernahm, als Großfürst Iwan Kalita seine Residenz dorthin verlegte. In dem 1352 großartig angelegten Erlöser-Euphymios-Kloster

VWA 10

finden sich Mausoleum und Denkmal des „Susdaler Helden“, des Fürsten Dmitrij Poscharskij,

VWA 11

der an der Spitze einer Volksbewegung im Jahre 1612 die polnischen Besatzer aus dem russischen Reich vertrieb. – Ein ganz besonderes Erlebnis war in diesem Kloster in dichtem Schneegestöber das Konzert der 19 Glocken auf der Glockengalerie.

VWA 12
– Ein Erlebnis ganz anderer Art war der Besuch der Holzkirchen,

VWA 13

der Bauernhäuser und die Besichtigung der Schneeskulpturen in Susdal.

VWA 14

Der „Rosenmontag“ stand ganz im Zeichen des wissenschaftlichen Austauschs mit der Führung der Akademie, mit ihren Lehrkräften und ihren Studierenden. In Fernsehinterviews wurden die Themenbereiche und die Erwartungen aufgezeigt. In einem bis in den späten Mittag dauernden und von Wiktor Malygin übersetzten Vortrag über „Verwaltung in Deutschland“

Vortrag Wilfried Berg

Vortrag Wilfried Berg

erhielten die Teilnehmer im vollbesetzten großen Hörsaal

VWA 18

einen ersten Eindruck von den Besonderheiten einer Mehrebenen-Verwaltung im föderalistischen Verfassungsrahmen der Bundesrepublik Deutschland. In einer lebhaften Diskussion ging es dann um Probleme der Finanzverteilung zwischen Bund und Ländern und um die Kontrolle der öffentlichen Ausgaben, aber auch um die rechtliche Stellung der Staatsanwaltschaft im Verhältnis zu Richtern und Politik. Großes Interesse fanden die Frage nach der Bedeutung des Föderalismus für die kulturelle Entwicklung und das Thema Pressezensur und danach, inwieweit Korruption in Deutschland als Problem empfunden wird. Schließlich war auch das Verhältnis zwischen staatlicher Verwaltung und kommunaler Selbstverwaltung ein Thema, das noch intensiv rechtsvergleichend bearbeitet werden sollte.

Wilfried und Christine Berg

Wilfried und Christine Berg. Photo: Tv-Sender Zebra.

In einer am Nachmittag des folgenden Tages angesetzten Podiumsdiskussion mit Lehrkräften der Akademie wurde deutlich, wie viele Vorurteile abgebaut werden müssen und welch große Aufgaben noch vor uns liegen. So wurde gefragt, ob aus der Überschrift: „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ hergeleitet werden könne, das Grundgesetz sei nicht von Deutschland, sondern von den Westmächten „für“ Deutschland geschaffen worden. Diskutiert wurden ferner das Verfahren der Wiedervereinigung 1989/90, aber auch die Problematik politischer und wirtschaftlicher Sanktionen und die Rolle von Frauen in der Politik. Auch Alina, die Tochter des Akademiedirektors, die Deutsch lernt, beteiligte sich an der Diskussion und wünschte sich nähere Informationen über die Stadt Nürnberg, den Sitz unserer VWA.

VWA 1

Der Nachmittag des 16. und der Vormittag des 17. Februar waren der Besichtigung der Kulturdenkmäler Wladimirs gewidmet. Besonders faszinierend war die Präsentation der Ende des zwölften Jahrhunderts errichteten Demetrius-Kathedrale mit ihren romanischen Bögen, ihren Reliefs aus weißem Kalkstein und dem Kreuz auf einer Mondsichel

VWA 2
oberhalb der vergoldeten Kuppel. In wohl einmaliger Weise sind in den Reliefs biblische Motive und Symbole aus der griechischen Mythologie verarbeitet. – Ein festlicher Höhepunkt war die Besichtigung der Maria-Entschlafens-Kathedrale –

VWA 3

ebenfalls aus dem zwölften Jahrhundert – mit ihren kostbaren Reliquien und mit der prachtvoll-barocken Ikonostase. – Ein ganz besonderes und ganz anders geartetes Erlebnis von russischem Land und russischer Kultur war die Wanderung bei strahlender Sonne durch das tief verschneite Naturschutzgebiet in Bogolubovo zur Mariä-Schutz-Kirche am Nerl und der Besuch des dortigen Nonnen-Klosters

VWA 4

mit einem von geradezu himmlischem Gesang begleiteten Gottesdienst. Überhaupt waren wir tief beeindruckt von der Religiosität der Bevölkerung

VWA 5
– und nicht nur der Alten. Wann immer unser Fahrer in die Nähe einer Kirche kam, schlug er dreimal das Kreuz. – Obwohl es sicher nicht wenige Arme gib, haben wir keine Bettler gesehen. In Deutschland, Österreich und noch mehr in Frankreich und Italien werden die Eingänge der meisten öffentlichen Gebäude von Bettlern oft geradezu belagert.

Überwältigt waren wir von der Gastfreundschaft unserer Partner-Akademie. Wir wurden in sieben ganz unterschiedlichen Restaurants bewirtet – vom „Max-Bräu“

VWA 6

bis zum Luxuslokal „Panorama“ beim festlichen Abschiedsbankett. Unsere ursprüngliche Sorge, wir könnten den russischen Trinkgewohnheiten nicht gewachsen sein, hatten wir schnell vergessen. Stets standen reichhaltige und vielfältige Vorspeisen auf dem Tisch,

Die Gastgeber: Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Alexander Illarionow

Die Gastgeber: Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Alexander Illarionow

bevor der Wodka gereicht wurde. Und dessen Wirkungen wurden durch reichlich Wasser und Säfte gemildert. Exzellent und phantasievoll waren die Desserts mit Kaffee und einer großen Tee-Auswahl. Etwas überrascht hat uns die stets laufende Musikunterhaltung, – in vielen Lokalen ergänzt durch Fernsehshows auf Bildschirmen an allen Wänden.

VWA 8

Ganz besonders angetan waren wir von dem großen Interesse aller unserer Gesprächspartner an Deutschland, an seinen Landschaften, seinen Sitten und Gebräuchen und seiner Sprache. Wir haben das Gefühl, als sei Rußland uns bisher viel fremder, als Deutschland unseren russischen Partnern. Dieser Eindruck mag seine Gründe in den beiden Weltkriegen im 20. Jahrhundert und in ihren Folgen haben. Umso wichtiger ist es, endlich zu beginnen, unsere Defizite abzubauen und zu erfahren, was die Menschen in Rußland bewegt, damit wir in Freundschaft miteinander leben können. Den Anfang haben wir jetzt gemacht. Im Oktober erwarten wir unsere Partner bei uns in Franken. Alina, die Tochter von Direktor Kartuchin, wird dabei sein. Die russisch-deutsche Freundschaft geht in die nächste Generation. Aber diese Hoffnung ruht nicht allein auf Alina. Als wir den Kreuzsaal des Erzbischöflichen Palastes in Susdal besichtigten, sammelte sich allmählich eine ganze Schulklasse um uns. Die Kinder hatten deutsche Töne gehört. Sie lernen in der 5. Klasse Deutsch und wollten mehr hören, nicht von ihren Lehrern, sondern von Deutschen.

VWA 16
Einer der viel für den Aufbau einer neuen deutsch-russischen Freundschaft getan hat, ist Peter Steger. Ohne ihn hätte es die Partnerschaft zwischen unseren Akademien in Wladimir und Nürnberg nicht gegeben. Wir danken ihm!

Text: Wilfried Berg; Bilder: Christine Berg

Und hier hat alles begonnen: http://is.gd/2X03Xk

Read Full Post »


Gestern ist ein lange schon gehegter Wunsch von Wiktor Malygin in Erfüllung gegangen. Anfang September 2012, unmittelbar nach seinem Wechsel vom Posten des Leiters der Fremdsprachenabteilung der Staatlichen Universität zur Akademie für Volkswirtschaft und Verwaltung. hatte der habilitierte Germanist – in gleicher Funktion – die Idee, mit einer ähnlich ausgerichteten Bildungseinrichtung in Franken Kontakt aufzunehmen.  Die Wahl war rasch getroffen und fiel auf die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Nürnberg. Eine gute Wahl, wie sich bald zeigen sollte.

Wilfried Berg, Christine Berg, Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Ella Rogoschanskaja

Wilfried Berg, Christine Berg, Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Ella Rogoschanskaja

Schon die erste Anfrage im Herbst 2012 an Christine Berg, Geschäftsführerin des von der Metropolregion Nürnberg, der IHK Nürnberg, dem Bezirk Mittelfranken, von einigen Firmen und Kommunen, darunter auch Erlangen, getragenen Vereins, erwies sich als Volltreffer. Man sei durchaus interessiert an einer Zusammenarbeit mit der russischen Akademie, lautete die hoffnungsfroh stimmende Antwort, die nun gestern nach einer kundigen Stadtführung durch Ella Rogoschanskaja, der aus Wladimir stammenden und mittlerweile in Nürnberg ansässigen Journalistin, und einer zünftigen Stärkung im Bratwursthäusle zu einem ersten persönlichen Kennenlernen und der anschließenden Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags führte.

Wilfried Berg, Michael Amberg, Wiktor Malygin, Wjatscheslaw Kartuchin und Christine Berg

Gesprächsrunde: Wilfried Berg, Michael Amberg, Wiktor Malygin, Wjatscheslaw Kartuchin und Christine Berg

Der Termin freilich hatte immer wieder verschoben werden müssen. Und dann kam es auch noch zu einem Wechsel in der Wladimirer Akademie, an der etwa 3.500 Studierende aus dem ganzen Gouvernement das Rüstzeug für eine solide Arbeit in Verwaltung und Wirtschaft erhalten. Der neue Direktor, Wjatscheslaw Kartuchin, griff den Plan einer Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Metropolregion Nürnberg allerdings sofort auf und trat vorgestern seine erste Auslandsreise nach Bayern an. Erfolgreich, wie sich zeigen sollte! Im Unterschied zu Wiktor Malygin, der bereits 1987 zum ersten Mal nach Erlangen gekommen war, um als stellvertretender Rektor des Pädagogischen Instituts mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde den bis heute so lebendigen Kooperationsvertrag abgeschlossen hatte und danach noch häufig in der Partnerstadt zum Arbeitsbesuch war, kannte der promovierte Jurist, Wjatscheslaw Kartuchin, die fränkischen Freunde bisher nur von Begegnungen in Wladimir, wo er allerdings in vielfacher Funktion in Erscheinung trat: als Stadtrat sowie als Leiter des städtischen und später regionalen Jugendamtes.

Michael Amberg, Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Christine Berg

Präsentation der Akademie Wladimir: Michael Amberg, Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Christine Berg

Nun also am Runden Tisch in Nürnberg in einer guten Tradition der Städtepartnerschaft. Denn neben dem bereits erwähnten Vertrag mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde gibt es Kooperationsabkommen mit der Friedrich-Alexander-Universität, dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen, dem Bayerischen Laserzentrum, der Volkshochschule Erlangen, der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg – und nun eben auch mit der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie der Metropolregion.

Wjatscheslaw Kartuchin und Michael Berg

Unterzeichnung des Vertrags: Wjatscheslaw Kartuchin und Michael Amberg

Die beiden Professoren, Studienleiter Michael Amberg, und sein Stellvertreter, Wilfried Berg, freuen sich auf die Zusammenarbeit mit der russischen Akademie, die bereits Kontakte in die USA oder nach China unterhält. Dieser Tage erst ist Wiktor Malygin von einer Tagung aus Paris zurückgekehrt. Die Nürnberger können sich nämlich recht gut vorstellen, vor allem einige der russischsprachigen Studierenden zum Austausch nach Wladimir zu schicken, und die Russen wollen mehr über den Verwaltungsaufbau in Deutschland wissen. Gegenseitige Wißbegier ist ja der schlechteste Antrieb nicht. Und so planen die frischgebackenen Partner schon den Gegenbesuch in Wladimir, voraussichtlich im Februar nächsten Jahres, um den Vertrag mit Leben, sprich mit konkreten Austauschprogrammen und Projekten zu erfüllen.

Wjatscheslaw Kartuchin, Michael Amberg, Christine Berg und Wilfried Berg

Besiegelung des Vertrags: Wjatscheslaw Kartuchin, Michael Amberg, Christine Berg und Wilfried Berg

Es bleibt allerdings Christine Berg vorbehalten, auf das besondere Datum des Vertragsabschlusses hinzuweisen, den 17. Juni, als vor 61 Jahren sowjetische Panzer den Volksaufstand in der DDR blutig beendeten. Derlei tragische Ereignisse in der Zukunft zu verhindern, dazu möge auch dieser Vertrag seinen Beitrag leisten.

Dietmar Hahlweg, Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Rudolf Schwarzenbach

Freundestreffen: Dietmar Hahlweg, Wjatscheslaw Kartuchin, Wiktor Malygin und Rudolf Schwarzenbach

Die deutsch-russische Verständigung und Versöhnung müsse weitergehen. Darin sind sich auch die Gesprächspartner am Abend, Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg und der ehemalige „Wladimir-Referent“ Rudolf Schwarzenbach, einig. Und just an dem Tag twittert denn auch noch der Politikwissenschaftler Roman Jewstifejew zum Ukraine-Konflikt, der natürlich auch auf diese Begegnungen seine schweren Schatten wirft: ,Alle reden davon, man müsse den Krieg beenden. Mit geballten Fäusten und gegenseitigen Verwünschungen tut man das. Solange dies so ist, werden wir weiter Krieg führen.“ Möge es den einstigen Brudervölkern, den Russen und Ukrainern, so gelingen, wie das dank den großen Friedensstiftern Dietmar Hahlweg, Rudolf Schwarzenbach und Wiktor Malygin seinerzeit so vorbildlich für die einstigen Feindvölker, die Deutschen und die Russen, gelungen ist. Möglichst bald – mit ausgestreckter Hand, nicht mit der drohenden Faust! Vielleicht ist ja dann eines Tages sogar ein Dreierabkommen unter Einschluß einer Verwaltungsakademie in Nürnbergs ukrainischer Partnerstadt Charkiw möglich. Wiktor Malygins Wunsch ist ja auch in Erfüllung gegangen…

Wann und wie alles begann, ist hier nachzulesen: http://is.gd/Jcebrc

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: