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Posts Tagged ‘Ulrike Rascher’


Bevor das „Theater aus dem Koffer“ gestern wieder die Heimreise nach Wladimir antrat, gaben Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko und Denis Malinin noch einmal das „Märchen vom gestohlenen Lied“ für die erste und zweite Klasse der Heinrich-Kirchner-Schule. Eine echte Wohltätigkeitsveranstaltung, denn die Kleinen hatten ja im Advent einen Pausenverkauf für das Kinderkrankenhaus in der Partnerstadt veranstaltet – mit einem erstaunlichen Ergebnis: 300 Euro kamen zusammen.

Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko und Denis Malinin, gesehen von Igor Rjaschtschenko

Doch dabei blieb es nicht, gleich entstand auch noch eine neue Idee, nämlich im Mai, wenn eine offizielle Delegation zu den Gedenkveranstaltungen 75 Jahre Kriegsende und 25 Jahre Erlangen-Haus nach Wladimir reist, im Kinderkrankenhaus eine Vorstellung des Puppentheaters einzuplanen und dabei das Geld zu übergeben. Ein Vorschlag, der vom ganzen Klassenzimmer einstimmig und einmütig angenommen wurde.

Fragestunde in der Heinrich-Kirchner-Schule mit dem Theater aus dem Koffer mit Peter Steger, Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko, Andrej Malinin und Helga Corpus, gesehen von Igor Rjaschtschenko

Besonders erfreulich aber: Nicht nur den Kindern, sondern auch den beiden Lehrerinnen, Helga Corpus und Ulrike Rascher, gefiel das Stück – mit anschließender Fragestunde – so gut, daß gleich die Bitte kam, bei der nächsten Spendenübergabe in einem Jahr, wieder das Klassenzimmer zur Bühne zu machen. Das kann natürlich heute noch niemand versprechen, auf jeden Fall aber wird es auch im nächsten Advent wieder – wie in einem Fortsetzungsmärchen – einen Pausenverkauf für das Kinderkrankenhaus in Wladimir geben. Wie all die 20 Jahre zuvor schon. Siehe: https://is.gd/Wp9YK6

Wolfram Howein und Hans Gruß mit Kaviar und der Fünf-Minuten-Torte

Und wo wir schon beim Rückblick sind: Am Sonntag galt wieder einmal beim Russischen Brunch das Motto „Partnerschaft geht durch den Magen“. Mitglieder des Freundeskreises tischten zum Gabelfrühstück im ausgebuchten Club International auf, was Leib und Seele verbindet, und der Frauenchor des deutsch-russischen Vereins Brücken gab auch noch ein vielbeklatschtes Ständchen. Das Ensemble sucht übrigens Verstärkung. Stimmen, vor allem auch männliche, die sich berufen fühlen, melden sich bitte unter: http://bruecken-erlangen.de

Frauenchor von Brücken e.V., gesehen von Othmar Wiesenegger

Die zehnten Russisch-Deutschen Wochen sind damit freilich noch lange nicht am Ende: Am kommenden Donnerstag spricht Albrecht Schröter, Altoberbürgermeister von Jena und evangelischer Theologe, der über die russische Orthodoxie promovierte, ab 19.00 Uhr im Großen Saal (nicht, wie im Programm ausgedruckt, in der Aula!) der Volkshochschule zum Thema „Ikonen – ein Schlüssel zum Verstehen“ – wie bei allen Veranstaltungen dieser Reihe bei freiem Eintritt.

Albrecht Schröter, Sergej Sujew und Sergej Minin, 2015 nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Rosenkranzkirche, Wladimir

Und dann, am Freitag, wieder ab 19.00 Uhr, im gesamten ersten Stock der Volkshochschule, Friedrichstraße 19, der „Russische Abend“, sicher der Höhepunkt – wenn auch noch lange nicht der Abschluß – des Veranstaltungsreigens, gedacht für alle Freunde der russischen Sprache, Kultur und Kulinarik, umrahmt von sanften Flötentönen der Sing- und Musikschule sowie harten Riffs von zwei Newcomer-Bands mit Wladimir-Erfahrung. „Kommet zuhauf!“ kann man nur rufen, denn mit einem Vortrag von Wolfram Howein und Peter Steger sowie zwei Dozentinnen vom Sprachlernzentrum Erlangen-Haus wird an dem Abend der 25. Geburtstag der „deutschen Botschaft“ in Wladimir gefeiert – mit Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und hohen Gästen aus dem Russischen Generalkonsulat in München. Ohne jetzt schon alles verraten zu wollen – ein paar Überraschungen sind bestimmt noch eingebaut -, sei noch auf das Jubiläumsquiz hingewiesen, bei dem es wieder viele attraktive Preise zu gewinnen gibt. Aber natürlich nur für die, denen am Freitag kein Weg zu weit ist zum „Russischen Abend“.

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Wenn der Advent eingeläutet wird, ist es in der Redaktion des Blogs, als erklänge die Pawlow’sche Glocke. Da ist kein Halten mehr, die ansonsten lustlosesten und trägsten Mitglieder melden sich plötzlich freiwillig für die Berichterstattung über den Pausenverkauf in der Heinrich-Kirchner-Schule. Kein Zweifel, es handelt sich im Kollegium um den beliebtesten Termin im Jahreskreis. Und das nicht von ungefähr.

Anno 2000 war es, als Christine Delfs zum ersten Mal ihre Aktion mit einer ihrer Klassen durchführte und aufforderte, das Taschengeld für das Kinderkrankenhaus in Wladimir zu spenden. Später entstand die Idee, für die kleinen Patienten in der russischen Partnerstadt einen Verkauf von Süßigkeiten und Leckereien in der Pause zu veranstalten. Und so gingen Jahr für Jahr zwischen 150 und 270 Euro von den Kindern zu den Kindern. Bis im Juli die Lehrerin in den Ruhestand trat – und nicht so ganz klar war, wie und ob ihre Aktion weiterhin bestehen würde.

Helga Corpus und Ulrike Rascher

Doch an dieser Grundschule geschah etwas, das alles andere als selbstverständlich ist. Die Idee blieb nicht unlösbar mit einer Person verbunden, sondern sie wurde weitergegeben an zwei Kolleginnen, Ulrike Rascher und Helga Corpus, die nun mit ihren zweiten Klassen den Pausenverkauf zu Gunsten des Kinderkrankenhauses Wladimir fortsetzen. Zunächst ganz nach dem Muster von Christine Delfs, aber auch schon mit ersten Neuerungen.

Die Kinder nämlich sind um zwei Jahrgangsstufen jünger und bedürfen einer noch besseren Vorbereitung und Anleitung. Doch da scheint alles gelungen. Die Preise wurden aufgerundet, damit sich niemand verrechnet, die ersten Klassen haben den Vortritt, damit sie nicht im Pulk der 250 Kinder untergehen, und die Unterstützung durch die Eltern ist etwas deutlicher sichtbar als früher.

Aber die Begeisterung ist die gleiche, und die Phantasie kennt bei den Plakaten keine Grenzen.

Der Termin für die Übergabe der Einnahmen steht übrigens auch schon: der 27. Januar. Und dann geht die Aktion in ihr zwanzigstes Jahr. Zu dem Jubiläum hat sich die Redaktionsleitung eine Überraschung ausgedacht. Die freiwilligen Meldungen zur Berichterstattung gehen bereits ein. Süßer die Pawlow’schen Glocken nie klingen.

 

 

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Man hat ihr schon so manchen hohen und höchsten Posten in der Verwaltung des Gesundheitswesen der Region Wladimir angeboten, aber, so Swetlana Makarowa, „ich kann doch meine Kinder nicht verlassen.“ Und so ist und bleibt die gelernte Pulmologin und Pädiaterin gern ärztliche Direktorin des Kinderkrankenhauses, in dem junge Patienten aus dem ganzen Umland, so groß wie ganz Franken und die halbe Oberpfalz, bei schweren Erkrankungen medizinische Hilfe finden. Was ihr dabei besonders gefällt: An einem Tag in der Woche (einschließlich Nachtdienst) praktiziert sie selbst in ihrer Klinik, kennt also die Abläufe aus eigenem Erleben, sieht Schwächen und Stärken, weiß, wo Verbesserungen notwendig und möglich sind.

Wolfgang Rascher, Swetlana Makarowa und Patrick Morhart

Um aber das Notwendige möglich zu machen, wendet sich Swetlana Makarowa an Erlangen, dessen Unterstützung sie seit Beginn der Aktion „Hilfe für Wladimir“ 1990 zu schätzen weiß, erst recht, seit sie vor elf Jahren zur Direktorin berufen wurde. An ihrer Seite hat sie dabei seit 1998 ihren Kollegen, Wolfgang Rascher, der bereits zwei Besuche in Wladimir hinter sich hat und dabei die Fortschritte vor Ort zu sehen bekam. Nun gibt er zwar Ende März endgültig die Leitung der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche an der FAU ab, verspricht jedoch: „Der Austausch geht weiter.“ Dafür steht auch jemand wie Patrick Morhart, ärztlicher Leiter der Neonatologie I, der seiner Besucherin erklärt, welche Geräte und Therapien man im Bereich der Hämodialyse für Früh- und Neugeborene einsetzt, etwas, das man bald auch in Wladimir einführen möchte. Darüber hinaus soll in der Partnerstadt eine ambulante Palliativversorgung für Kinder aufgebaut werden. Die gesetzlichen Voraussetzungen seien zwar gegeben, aber es fehlten die Erfahrungen, meint die Kinderärztin, weshalb man gern die fast zehnjährige Expertise der deutschen Freunde nutzen möchte.

Wolfgang Rascher, Birgitt Aßmus, Swetlana Makarowa und Patrick Morhart

Je länger die Gespräche am Montag dauern, desto mehr Ideen entstehen, und wenn man, wie etwa Stadträtin Birgitt Aßmus, über die Jahre beobachten konnte, wie positiv dieser Erfahrungsaustausch der Pädiater sich entwickelt, glaubt man auch an die baldige Umsetzung der Anregungen, die der Gast heute wieder mit nach Hause nimmt. Doch damit nicht genug, Swetlana Makarowa will auch Einblick nehmen in die Arbeit des Gesundheitsamtes, das am Tag ihres Besuches gerade vor 99 Tage ins Landratsamt eingezogen ist.

Swetlana Makarowa und Frank Neumann

Was Swetlana Makarowa von Frank Neumann, promovierter Mediziner aus dem Vogtland, der in Erlangen studierte und die Behörde seit Herbst 2015 leitet, erfährt, kennt sie so von der eigenen Gesundheitsadministration nicht: Man hat hier eigene Ärzte, die Untersuchungen machen und Gutachten erstellen, man entlastet die Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte, indem Assistenten die medizinischen Einschulungstests machen, man bietet anonyme Geburten und Schwangerschaftsberatung an… So viel wird hier anders gemacht, daß die Besucherin ihren Kollegen möglichst bald in Wladimir begrüßen möchte, um im größeren Fachkreis von seinen Zuständigkeiten zu berichten. Da gäbe es in vielen Bereichen – etwa bei der HIV-Problematik oder bei der TBC-Vorbeugung und Impffrage – Erfahrungen, die man nutzen könnte. Nützlich dabei könnten sicher auch die Russischkenntnisse des Gastgebers sein.

Christine Delfs, Swetlana Makarowa, Ulrike Rascher und Susanne Schmid

Christine Delfs muß in dieser Hinsicht dieses Mal passen. Bisher hatte sie in ihrer 4. Klasse an der Heinrich-Kirchner-Schule immer Kinder, die aus russischsprachigen Familien kamen. Nun ist da nur noch ein Junge, der aber selbst kein Russisch mehr spricht. Aber ausschlaggebend ist das ja nicht. Sie will ihre Aktion unbedingt fortsetzen, die sie 1999 mit Taschengeldspenden für das Kinderkrankenhaus Wladimir begonnen hatte und die mittlerweile mit dem Pausenverkauf von Leckereien aus der elterlichen Küche im Advent regelmäßig dreistellige Summen erbringt, mit denen Swetlana Makarowa bedürftige Patienten unterstützt oder Mal- und Bastelutensilien kauft. Denn es gehen immer wieder auch Bilder und Zeichnungen hin und her. Und wenn Christine Delfs eines Tages in Ruhestand geht, übernimmt diese Tradition – so vereinbarte man das im Beisein von Schulleiterin, Susanne Schmid – nach dem Motto „Familientradition verpflichtet“ Ulrike Rascher, Tochter des Professors für Kinderheilkunde. So schließen sich Kreise.

Soroptimist-Präsidentin Christine Faigle, Swetlana Makarowa, Rentia van Eldik und Doris Lang

So ein Kreis schließt sich auch beim Treffen mit den Schwestern von Soroptimist International, wo Swetlana Makarowa Mitglied ist. Der Serviceklub organisierte ja bereits die Ausstellung „Heimat“ mit dem Kinderkrankenhaus und richtete den ersten gynäkologischen Behandlungsraum für Mädchen in der Region Wladimir ein. Nun erhielt die Besucherin wiederum eine Spende für ihre Klinik, und schon im November will Doris Lang sich selbst ein Bild von der Partnerstadt machen und den Kontakt mit Soroptimist Wladimir ausbauen.

Susanne Lender-Cassens und Swetlana Makarowa

Am Ausbau dieser Verbindungen möchte auch Susanne Lender-Cassens verstärkt mitwirken. Bereits zu der Zeit, als sie noch als Krankenschwester am Universitätsklinikum arbeitete, schickte sie regelmäßig medizinisches Verbrauchsmaterial an das Kinderkrankenhaus. Nun versucht sie, dabei zu helfen, den Austausch von Pflegepersonal voranzubringen. Und Swetlana Makarowa kann der Bürgermeisterin auch schon eine erste Kandidatin benennen, die sie gerne für eine Hospitation nach Erlangen schicken würde. Und überhaupt – wen wundert das noch? – kann sie mit Stolz berichten, eine ihrer Krankenschwestern habe unlängst den ersten Preis bei einem regionalen Wettbewerb gewonnen. An Können und Motivation fehlt es da sicher nicht.

Christine Hetterle und Swetlana Makarowa

Woran es aber leider noch mangelt, ist eine Unterbringungsmöglichkeit für Eltern, deren Kinder – vor allem wegen onkologischer Erkrankungen – für einen längeren Zeitraum auf Station bleiben müssen. Zwar wurden mit Hilfe von Soroptimist einige Krankenzimmer und Räume für diese Bedürfnisse eingerichtet, aber es bräuchte etwas in der Art wie das Ronald-McDonald-Haus in Erlangen. Sicher ein noch langer Weg, aber, mit den Erfahrungen und Erläuterungen von Christine Hetterle im Gepäck, macht sich Swetlana Makarowa ermutigt und zuversichtlich heute auf die Heimreise. Wer, wie sie, erfolgreich die Bauchfelldialyse von Erlangen nach Wladimir übertragen hat, wird auch Behörden und Politik von der Notwendigkeit eines Gästehauses oder der Einführung einer palliativen Ambulanz für Kinder überzeugen.

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