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Posts Tagged ‘Ulrich Klement’


Kaum ein Projekt entwickelt sich derart erfolgreich und, um einen Begriff aus der Thematik des gegenwärtigen Treffens zu verwenden, nachhaltig wie das Gesprächsforum Prisma, das sich seit Dienstag den Fragen des Umwelt- und Naturschutzes mit Schwerpunkt Vermeidung, Entsorgung und Wiederverwertung von Müll widmet. Nicht auf Expertenebene, sondern unter dem Blickwinkel des Zusammenspiels von Politik, Behörden und Zivilgesellschaft.

Wjatscheslaw Kartuchin, Gerda-Marie Reitzenstein, Jürgen Schnieber, Schamil Chabibullin, Olga Kanischtschewa und Anatolij Kurganskij

Am Montag eingetroffen, besuchten die Gäste, begleitet vom Prisma-Mitglied Gerda-Marie Reitzenstein, zunächst die Müllumladestation mit all den verschiedenen Fraktionen, die vorab getrennt werden, so daß am Ende in Erlangen gerade einmal noch 30% als Restmüll verbleibt, der per Bahn nach Bamberg und Coburg in die Verbrennungsanlagen geht.

Anatolij Kurganskij, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Kanischtschewa, Gerda-Marie Reitzenstein und Schamil Chabibullin

Inhaltlich vorbereitet hatten die Thematik bereits im April die beiden Journalistinnen Karina Romanowa und Julia Kusnezowa, die nach ihrem Besuch in Erlangen zusammen mit Wjatscheslaw Kartuchin, dem Leiter der Akademie für Verwaltung und Wirtschaft, eine regelrechte Informationskampagne buchstäblich auf allen Kanälen starteten und in der Öffentlichkeit wie in der Politik demonstrierten, wie Abfallfragen in der deutschen Partnerstadt behandelt werden.

Treffen mit Ulrich Klement, zweiter von links

Einige der Stationen kannte Wjatscheslaw Kartuchin deshalb bereits, andere, wie die Biogasanlage in Strullendorf, wo auch Abfälle aus Erlangen in einem etwa siebzigtägigen Prozeß fermentiert werden, waren ihm ebenso neu wie seinem Kollegen, dem Abgeordneten der Regionalduma Wladimir, Schamil Chabibullin, oder Olga Kanischtschewa, der Chefökologin der Region Wladimir, und Anatolij Kurganskij, Kreisrat von Kameschkowo, unweit von der Partnerstadt gelegen. Und noch niemand von der Vierergruppe war bisher schon einmal am Dechsendorfer Weiher, wo es dann sogar noch ein zufälliges Treffen mit Ulrich Klement, Leiter des Sportamts, gab, der auch für Unterhalt und Pflege der beiden Schwimmbäder dort verantwortlich zeichnet.

Anatolij Kurganskij, Elisabeth Preuß, Georg Hollfelder, Schamil Chabibullin, Manfred Eichhorn, Gerda-Marie Reitzenstein, Wjatscheslaw Kartuchin, Julia Obertreis und Olga Kanischtschewa

Auf dem Weg in Richtung Bamberg vervollständigte sich schließlich die Gruppe: Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Julia Obertreis, Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Osteuropa an der FAU, stießen dazu und ließen sich ebenfalls über Vergärung und später, in Bamberg, Verbrennung von Abfällen informieren.

Im Müllheizkraftwerk Bamberg: Schamil Chabibullin, Anatolij Kurganskij, Gerda-Marie Reitzenstein, Wjatscheslaw Kartuchin, Elisabeth Preuß, Arnd Externbrink, Olga Kanischtschewa und Julia Obertreis

Nach all dem praktischen Anschauungsobjekten folgte dann gestern unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens der theoretische Teil des Treffens im Erlanger Rathaus mit Fachleuten aus dem Umwelt- und Abfallbereich.

Prisma im Plenum

Julia Obertreis stellte die Geschichte der Ökobewegung in BRD wie DDR ab den 70er Jahren vor und erklärte, wie es zur Gründung der Grünen kam, während Susanne Lender-Cassens erläuterte, welche Rolle in Erlangen die Umweltfragen spielen und was vor allem unternommen wird, um Müll zu vermeiden und wiederzuverwerten.

Julia Obertreis, Susanne Lender-Cassens, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Kanischtschewa, Anatolij Kurganskij und Schamil Chabibullin

Anna Barth vom Jugendparlament berichtete von den Umweltinitiativen der Jugendlichen und natürlich von Fridays for Future, dies Klimabewegung von Schülern, die in Rußland noch völlig unbekannt ist und wohl auch nicht die Ausmaße annehmen dürfte wie etwa in Deutschland, denn, so Olgan Kanischtschewa, man habe nicht nur Schulpflicht, sondern lege in den Klassen auch viel Wert auf Umweltbildung. Außerdem bestehe für alle die Möglichkeit, sich in zivilgesellschaftlichen Kammern und Beiräten zu engagieren und so auch Umweltthemen voranzubringen. In Wladimir schon lange ein wichtiges Thema, auch daran abzulesen, daß man 12% der Fläche des Gouvernements unter Natur- und Landschaftsschutz gestellt habe, während diese Kennziffer in den Nachbarregionen bei gerade einmal 8% liege.

Im Bereich Umwelterziehung – das stellte sich dann auch beim Vortrag von Regina Meinardus heraus – gibt es sicher die größten Übereinstimmungen, und da stieß denn der Vorschlag von Wjatscheslaw Kartuchin auf großes Interesse, einen gemeinsamen Umweltpreis für Jugendliche auszuloben oder zumindest ein Projekt der Partnerstädte im Bereich der Öko-Pädagogik zu starten.

Gruppenbild mit Bezirksrätin Maria Scherrers, vierte von rechts und mit Oxana Kirej, die mit ihrem Nachwuchsteam vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde wieder famos für die Verständigung sorgte

Heute stehen noch einige Termine auf dem Programm, vor allem die Besichtigung des Klärwerks, aber fest steht schon jetzt: Wladimir will eine Fachgruppe zu dem Thema Müll einladen, um mit dem Expertenteam ein für die Region geeignetes Konzept zu erarbeiten, und die nächste Prisma-Begegnung, möglichst noch in diesem Jahr, soll die zivilgesellschaftlichen Komponenten dieser Frage weiter vertiefen: Wie können Vereine und Verbände, Ehrenamtliche und Organisationen ihren Beitrag zur Müll-Problematik leisten?

Schamil Chabibullin, Wjatscheslaw Kartuchin, Susanne Lender-Cassens, Anatolij Kurganskij, Olga Kanischtschewa und Wolfgang Niclas

„Wir haben wieder viel voneinander gelernt“, resümierte Susanne Lender-Cassens gestern abend bereits, „und wir haben von viel gemeinsam vor. Ich freue mich darauf!“

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Das war schon eine Tour de Force: Am Dienstagmorgen erhielt die Jugendboxstaffel erst in Moskau die Visa, setzte sich in zwei Kleinbusse und stürmte los Richtung Deutschland. Um 4.00 Uhr morgens kam dann gestern die fünfzehnköpfige Gruppe in ihrem Quartier an und fand sich schon um 11.00 Uhr vollzählig zum Empfang im Erlanger Rathaus ein.

Boxstaffel mit Ulrich Klement und Susanne Lender-Cassens in ihrer Mitte

Viel Zeit zum Regenieren bleibt den Sportlern nicht, denn heute steigen sie bereits um 14.00 Uhr in der Ejadonhalle, Straubing, in den Ring. Und am Sonntag stehen um 10.30 Uhr im Festzelt von Weißenburg die nächsten Wettkämpfe auf dem Programm, bevor es zu Wochenbeginn wieder zurück nach Wladimir geht.

Die Boxer aus Wladimir mit Igor Krotter und Sergej Schtschedrin in ihrer Mitte

Geht es nach dem Trainer Igor Krotter, der seit 2014 seitens des TV 1848 den Boxaustausch mit der russischen Partnerstadt pflegt und mit seinem Team schon im November eine Gegeneinladung nach Wladimir annimmt, soll es bereits im nächsten Jahr eine eigene Boxabteilung seines Vereins in Erlangen geben. Dann wären solche „Gastspiele“ in anderen Städten nicht mehr nötig, man könnte in Erlangen die Kräfte messen. Und überhaupt wolle man mehr Sportaustausch, betonte Sergej Schtschedrin, Initiator der Boxkontakte, gegenüber Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Sportamtsleiter Ulrich Klement und kündigte für September konkrete Vorschläge an. Ganz im Sinne der Kommunalpolitikerin, denn: „Je mehr wir an solchen Begegnungen haben, desto besser für die Verständigung und unsere Städtepartnerschaft.“

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So voll war das Karree im 14. Stock des Rathauses selten, und kaum einer Besuchergruppe wird die protokollarische Ehre zuteil, gleich von beiden Bürgermeisterinnen, Birgitt Aßmus und Elisabeth Preuß, empfangen zu werden, unterstützt von Stadtrat Robert Thaler in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Stadtverbands Sport und von Ulrich Klement, Leiter des Sportamtes. Vorgestern abend ist die Gruppe aus Wladimir eingetroffen, eine Gruppe, die aus zwei Teilen besteht: aus Sportlehrern von der Schule Nr. 37, die in den 90er Jahren einen engen Austausch mit der Erlanger Wirtschaftsschule pflegte und aus Mitgliedern des Laufklubs „Bodrost“, die gekommen sind, um am heutigen Winterwaldlauf in der Brucker Lache teilzunehmen. Zum zweiten Mal nun und mit alten wie neuen Gesichtern – im Teufelsdutzend, wie man die Zahl 13 im Russischen gern nennt.

Läufer und Sportlehrer aus Wladimir beim Empfang mit den Bürgermeisterinnen Elisabeth Preuß und Birgitt Aßmus. Photo: Anna Tschischowa.

Läufer und Sportlehrer aus Wladimir beim Empfang mit den Bürgermeisterinnen Elisabeth Preuß und Birgitt Aßmus. Photo: Anna Tschischowa.

Auch wenn die Bürgermeisterinnen an diesem Morgen nur eine halbe Stunde Zeit haben, springt der Funke doch sofort über. Es sind eben nicht nur die 30 Jahre der Partnerschaft, die verbinden, es ist vielmehr die immer wieder neue und erstaunlich spontan empfundene und bekundete gegenseitige Sympathie, von der all diese Begegnungen geprägt sind. Besonders im Sport, dessen integrative Kraft über Sprachbarrieren und Ländergrenzen hinweg Birgitt Aßmus, zuständig u.a. für Schulen und Sport, gerade auch im Beisein der Integrationsbürgermeisterin Elisabeth Preuß besonders hervorhob. Da fügt es sich trefflich, wenn die Gäste als Morgengabe einen Schal und eine Tasse von Torpedo Wladimir überreichen, just von dem Fußballverein, der schon zwei Mal in Erlangen ein Trainingslager durchgeführt hat und nun um den Wiedereinzug in die 2. Liga kämpft, die man eine Saison lang aus Geldmangel hatte verlassen müssen, obwohl die Kicker aus der Partnerstadt immer ganz vorne mitspielten. Das Gespräch ging nach dem Abschied der Bürgermeisterinnen aber noch eine gute Stunde lang weiter als Austausch zwischen den beiden zum Empfang gekommenen Erlanger Sportlehrern und den Kollegen aus Wladimir, die bei allen Unterschieden eines teilen: den Kampf um mehr Unterrichtsstunden und mehr Anerkennung ihrer Leistung. Denn hier wie dort erschrecken die Lehrer über die wachsenden Defizite bei der Motorik der Kinder, klagen über Bewegungsmangel. In Rußland will man dem nun damit entgegenwirken und auf vier Unterrichtsstunden pro Woche aufstocken, außerdem soll der Wettbewerbsgedanke wieder stärker ins Spiel kommen. Etwas, worauf man in Wladimir mit seiner wiedererstarkenden Turnschule schon bestens vorbereitet ist. Vor allem auch dank dem großen Angebot an außerschulischen Fördermaßnahmen in einem Dutzend Disziplinen. Etwas, das die Erlanger Sportlehrer vor Neid erblassen läßt, aber auch etwas, das zeigt, wie ernst man den Vorschlag von Michail Tschischow nehmen sollte, der Erlangen seit den frühen 90er Jahren kennt, einen Fachaustausch aufzunehmen und vielleicht sogar Schüler aus beiden Städten sportlich gegeneinander antreten zu lassen, wenn auch, wie die Gastgeber fürchten, die deutsche Seite dabei schlecht abschneiden könnte. Daß dies nicht unabdingbar so sein muß, beweist übrigens der so erfolgreiche Austausch der Schwimmer beider Städte. Jedenfalls liegt der Ball nun in der Erlanger Hälfte!

John Stockmann mit dem Vorschußgeschenk zum 60. Geburtstag, überreicht von Alexej Butakow, Gründer und Vorsitzender des Laufklubs "Bodrost".

John Stackmann mit dem Vorschußgeschenk zum 60. Geburtstag, überreicht von Alexej Butakow, Gründer und Vorsitzender des Laufklubs „Bodrost“.

Am Vorabend des Winterwaldlaufs, zu dem Bürgermeisterin Elisabeth Preuß als Schirmherrin ein beseeltes Grußwort geschrieben hat (www.winterwaldlauf.de), hat dann John Stackmann, Cheforganisator des Sportereignisses, das Team aus Wladimir zu einem Trainingslauf auf die Strecke in der Brucker Lache eingeladen. Kühl, aber trocken ging es zügig über die Waldwege. Nicht zu schnell, um die Kräfte zu schonen, um noch nicht alle Stärken zu zeigen. Obwohl die ja bei den russischen Gästen bekannt sind. Dennoch fragt der Gastgeber immer wieder nach, ob nicht unter den Neuzugängen weitere Spitzenläufer zu erwarten seien. Man wird ja sehen heute.

Das Team von "Bodrost" im Abendlicht vor dem Frankenhof.

Das Team von „Bodrost“ im Abendlicht vor dem Frankenhof.

Und gestern? Da saß man um den Tisch, ließ es sich nach getanem Lauf gut schmecken, schmiedete Pläne für die Zukunft und machte einander Geschenke. Als schönstes Geschenk empfinden aber alle diese sportliche Freundschaft, die zurückgeht auf das Jahr 1992, als John Stackmann zum ersten Mal in Wladimir war, zum Marathon Goldener Ring. Ende Mai will er es noch einmal wissen: Er wird zum dreißigjährigen Jubiläum der Partnerschaft mit den Freunden von „Bodrost“ die 30 km von Susdal nach Wladimir laufen. Symbolischer geht es wohl kaum, zumal die gleiche Strecke auch die beiden Oberbürgermeister zurücklegen wollen, allerdings per Fahrrad. Man stelle sich da einen gemeinsamen Zieleinlauf vor! Aber damit greifen wir nun weit vor. Freuen wir uns auf die heutigen Läufe, alle mit Beteiligung aus Wladimir! Da heißt es nur noch „Keine Gnade für die Wade!“ und „Fersengeld geben!“

Wie stark das Team aus Wladimir im Vorjahr war, ist nachzulesen unter http://is.gd/tSv256.

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