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Posts Tagged ‘Till Fichtner’


Zwei Monate vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft lieferte die Druckerei nun dieser Tage ein Quartett aus, das sicher das Zeug hat, von Erlangen aus zu einem Stürmer unter den Fanartikeln zu werden. Exklusiv für den Blog stellten die beiden Spiele-Entwickler, Erik Thomas und Till Fichtner, gestern die neueste Auflage ihrer Erfindung vor: die erste russischsprachige Ausgabe.

Erik Thomas und Till Fichtner

Seit 2006 gibt das Kreativ-Duo zu jeder Weltmeisterschaft ein überarbeitetes, jeweils auf das Gastgeberland und die teilnehmenden Mannschaften abgestimmtes Quartett heraus: nun, in der vierten Runde, erstmals nicht auf Deutsch, sondern auf Russisch – in der Übersetzung von Aljona Tarassowa.

Quartett der Fußball-Weltmeisterschaft

Wer also russische Gäste erwartet, sich selbst auf den Weg in eines der Stadien zwischen Kaliningrad und Wolgograd macht oder einfach gern einmal zwischen den TV-Übertragungen eine Runde Karten spielt, macht sich und anderen mit dem Quartett eine Freude, denn es handelt sich dabei um etwas, das „mit einem Augenzwinkern Fußballfreunde für Fußballfreunde“ – offenbar mit viel Spaß an der Sache – entworfen haben.

Das Quartett der Fußball-Weltmeisterschaft und seine Regeln

Da erhalten nämlich Mannschaften schon mal Attribute wie „Brasilienbändiger“, „Stammgäste“ oder „Agenten des Siegs“. Aber man sollte auch Detailwissen mitbringen oder, will man denn gewinnen, zumindest die Bereitschaft, sich dieses anzueignen. Denn die beiden Fußballhistoriker haben in das Spiel sämtliche WM-Daten aller seit der ersten Austragung im Jahr 1930 teilnehmenden Länder eingearbeitet. Eine Fleißarbeit, die sich gelohnt hat und mit einem Stückpreis von fünf Euro wohl nicht über Gebühr entlohnt wird. Bestellungen – auch auf Deutsch – unter erik-driggo@web.de

 

 

 

 

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Gestern haben Oberbürgermeister Siegfried Balleis und sein Vorgänger im Amt, Dietmar Hahlweg, jemanden in den Ruhestand verabschiedet, der es verstanden hat seinen Bereich zur „zentralen Stelle der Verwaltung zu machen, die den Überblick über die großen Entwicklungslinien Erlangens behält.“ Jemanden, der, wie er selbst sagt, unter drei Oberbürgermeistern seinen treuen Dienst versehen und mit 226 Stadträten zusammengearbeitet hat. In 48 Berufsjahren und seit 1986 als Leiter des Bürgermeister- und Presseamtes, das er erst zu dem gemacht hat, was es heute ist.

Helmut Schmitt mit seiner Familie und Dietmar Hahlweg

Die Rede ist von Helmut Schmitt, dessen Schaffen und Wirken auch den beiden Laudatoren nur in groben Zügen und im großen Bogen gelingen konnte, zu vielschichtig, ja, filigran ist das verästelte Netz seiner Initiativen, Aktionen, Verbindungen und Erfolge. Ein Ausnahmebeamter, wie man sie kaum mehr findet, ein Mann, der beim Blick auf die übergeordneten Zusammenhänge immer auch ein scharfes Auge auf jedes Detail wirft, vor allem auf jene vermeintliche Kleinigkeit, die das Zeug hat, das Große scheitern oder erst richtig groß werden zu lassen.

Helmut Schmitt und Siegfried Balleis

Ein Mann mit erstaunlichem Gespür für Stimmungen, aber auch mit Willen und Durchsetzungskraft, selbst schwierigste Ziele – mit meist eng begrenzten Verwaltungsmitteln – zu erreichen. Unter enormem persönlichen Einsatz und ohne je auf die innere Stechuhr zu achten. Doch, was nicht einmal den beiden Oberbürgermeistern in Gänze gelingen wollte, soll auch hier gar nicht erst versucht werden. Der Blog hat ja das Privileg der Exklusivität, darf alles ausblenden, was nicht mit Wladimir zu tun hat.

Das Geschenk an Helmut Schmitt

Wie gut es da doch ist, daß Helmut Schmitt auch und gerade mit Wladimir zu tun hat. Viel sogar. Viel mehr, als man meinen möchte. Ihm ist es nämlich auch zu verdanken, daß die Städtepartnerschaften an jener „zentralen Stelle der Verwaltung“ nicht nur als ornamentaler Appendix geführt, sondern als zentrale Aufgabe gestaltet werden. Und Wladimir ist da mitten drin, im Zentrum, bei all seiner Liebe zu den übrigen Partnerschaften. Helmut Schmitt gehört nämlich noch jener Generation an, die verinnerlicht hat, was die Folgen des Zweiten Weltkrieges für die Menschen bedeuteten, was es konkret bedeuten kann, wenn ganze Völker Erbfeindschaften, tiefe Gräben, erbitterten Haß, ideologische Grenzen und als unüberwindbar geltende Spaltungen überwinden, kurzum, wenn Verständigung und Versöhnung gelingen.

Wegbegleiter Hermann Gumbmann und Rudolf Schwarzenbach

„Wir wollen – und wir müssen mit den Russen Freundschaft halten!“ Ein Lebensmotto für Helmut Schmitt, der es vom Stadtassisentenanwärter z.A. bis zum Verwaltungsdirektor gebracht hat. Eine Karriere übrigens – und das nur als Einschub -, die angesichts der heute so rigiden Einstellungs- und Beförderungsvoraussetzungen undenkbar wäre, wie selbst Siegfried Balleis bedauernd einräumte.

Dietmar Hahlweg und Helmut Schmitt

Die Freundschaft mit den Russen ist ihm Herzenssache. Das hat er bewiesen, wenn es galt, mit den Kommunisten die Verständigung zu suchen, das hat er bewiesen, als eine Besuchergruppe aus Wladimir im August 1991 während des Putsches gegen Michail Gorbatschow in Erlangen buchstäblich nicht mehr weiterwußte, das hat er bewiesen mit der Aktion „Hilfe für Wladimir“, vor allem aber hat er es bewiesen mit seiner umfassenden Unterstützung für das Erlangen-Haus, dieses Dach der Bürgerpartnerschaft, das ohne seine ordnende Hand – vor allem in der Bauphase -nicht vorstellbar wäre.

Willi Götz, Dietmar Hahlweg, Siegfried Balleis, Helmut Schmitt, Gerd Lohwasser, Ursula Rechtenbacher, Birgitt Aßmus, Elisabeth Preuß.

Dietmar Hahlweg sprach von dem Glück, das ihm zuteilgeworden mit einem solchen Amtsleiter an seiner Seite, und Siegfried Balleis lobte den „Politikmanager“ als „loyale, zuverlässige rechte Hand“. Ja, es ist ein Glück, daß Helmut Schmitt für Wladimir brennt und der Partnerstadt ein loyaler und zuverlässiger Freund ist – und bleibt!

Elisabeth Preuß, Birgitt Aßmus, Helmut Schmitt

Und ja, es ist ein Glück in ihm jemanden zu haben, der immer wieder nach dem Rechten sieht, der die Dinge richtet, der es zwar nicht allen recht machen will, der aber mit seinen Entscheidungen fast immer recht behält. Er ist nämlich – nicht nur hinsichtlich Wladimir – mehr als nur die rechte Hand: Er ist der rechte Mann am richtigen Ort mit einem großen Herzen am richtigen Fleck.

Helmut Schmitt und Herbert Lerche mit dem Team: Silvia Klein, Ute Klier, Anita Lochner, Andrea Kaiser, Till Fichtner, Britta Chiarelli, Jolana Hill und Gerhard Mahler.

In seinem sehr persönlich gehaltenen Schlußwort machte Helmut Schmitt gestern Hoffnung auf ein Wiedersehen: „Ich sage auf Wiedersehen. Und wir sehen uns bestimmt wieder!“ Das ist gut so – für die viele Projekte, an denen er noch arbeitet, für seine Freunde, die ihn sonst sehr vermissen würden, für sein Team, dem er noch einiges geben kann, für seinen Nachfolger, Herbert Lerche, in dessen bereits bürgermeisteramtserfahrene Hände er den Leitungsstab gern übergeben hat. Besonders gut aber ist dieses Versprechen für die Partnerschaft mit Wladimir und das Erlangen-Haus, dem er seit Anfang September als Mitglied des Beirates ehrenamtlich enger denn je verbunden ist. Wie gut!

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