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Posts Tagged ‘Tatjana Kolesnikowa’


Des Rauhreifs Gemälde / ließ all die Bäume lichtblau werden. / Blau geworden ist auch die Brücke über den Bach, / als wenn aus Eis sie wäre. / Hin zu den Bachufern neigt sich das Blau. / Und ringsumher, wohin man auch schaut – / Blau nah und in der Ferne. / Die Erklärung dafür ganz einfach: / Ein eisiger Wintertag. / Ausgebreitet überall das Blau des Himmels. / Laß uns hineingehen, ein paar Schritte nur, / in das Reich der Bläue. / Erfreuen wir uns doch, mein Freund, / an dieser zauberhaften Schönheit! / Wahrnehmen werden wir das Knistern des Rauhreifs, / und einatmen dürfen wir die reine Luft. / Von der Frische des Waldes ein wenig / nehmen nach Hause wir mit. / Noch lange im Gedächtnis wird uns sein / des blauen Zaubers Reich. (Stanislaw Katkow / Ute Schirmer)

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa

Im September 2013 wurde Ute Schirmer mit  dem „Ehrenbrief für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften“ ausgezeichnet, kein Grund, für die Ärztin, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil, sie bleibt weiterhin unermüdlich aktiv im Austausch mit Wladimir und besuchte nun vom vergangenen Samstag bis heute die Partnerstadt erneut. Natürlich wieder mit einer selbstgestellten Aufgabe.

Tatjana Kirssanowa

Im Erlangen-Haus lud Ute Schirmer zu einem Poesie-Abend ein, wo sie ihre Übersetzungen des Wladimirer Lyrikers Stanislaw Katkow vortrug und sich mit alten und neuen Freunden traf. Aber auch eine Deutschstunde gab sie mit einem Vortrag über ihre Heimatstadt Erlangen.

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa

Die Redaktion dankt Wladimir Fedin für die Bilder und kann nun nur hoffen, bald einen ausführlichen Bericht von der Reisenden zu erhalten. Einstweilen sei auf diesen Eintrag verwiesen: https://is.gd/4LJWU8

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Auch in diesem Jahr erwarten wir wieder in der zweiten Julihälfte eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus. Wie gut man dort darauf vorbereitet ist, zeigt dieser kleine Zwischenbericht, dieser Tage in der Redaktion eingegangen.

Am 21. Februar nahmen unsere Prüferinnen, Tatjana Kolesnikowa und Tatjana Kirssanowa, die Prüfung „Fit in Deutsch 1“ des Goethe-Instituts ab. Dieses Mal hatten überraschend viele Schüler am Projekt „Fit-Offensive“ des Goethe-Instituts teilgenommen – insgesamt 23!

Glückliche Prüflinge mit ihren Zertifikaten

Bemerkenswert,  daß alle Kandidaten die Prüfung bestanden. Unser Sprachlernzentrum bietet als offizieller Prüfungskooperationspartner des „Goethe“ solche Examina für Jugendliche schon seit 2012 an. Es ist aber das erste Mal, daß niemand durch die Prüfung gefallen ist!

Das läßt sich dadurch erklären, daß das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache in Wladimir weiterhin groß ist.

Der Preis für den Schweiß

Nicht zuletzt haben wir den Erfolg der Jugendlichen der guten Arbeit in den Schulen zu verdanken, qualifizierten, engagierten und innovativen Lehrkräften, die aktiv an allen Initiativen unseres Sprachlernzentrums teilnehmen: Irina Smirnowa (Schule Nr. 16), Anna Tschekalina (Schule Nr. 36) und Irina Smirnowa (Schule Nr. 44 und mit der Kollegin aus der Schule Nr. 16 nicht verwandt und nicht verschwägert).

Irina Smirnowa und Anna Tschekalina

Wir findet es sehr wichtig, formelle und informelle Kontakte zu Schulen zu pflegen und zu fördern. Wir sind unseren Partnern aus Erlangen sehr dankbar, daß sie uns dabei helfen.

Das Deutsch-Dozentinnen-Team mit Wolfram Howein und Gerhard Kreitz

Vom 19. bis 26. Juli 2016 haben beispielsweise sechs Lehrkräfte aus dem Erlangen-Haus zusammen mit drei aktiven Schullehrerinnen eine Teamreise in die Partnerstadt Erlangen unternommen. Irina Smirnowa und Anna Tschekalina waren auch dabei. Ohne die Unterstützung seitens der Erlanger Stadtverwaltung, der Volkshochschule, des Gymnasiums Fridericianum, des Freundeskreises Wladimir und der Gastgeberfamilien wäre eine solche Initiative kaum möglich gewesen.

Mit herzlichen Grüßen aus Wladimir

Tatjana Kirssanowa

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Was ein richtiger Arbeitstag in Wladimir ist, beginnt – so wie am gestrigen Morgen – mit einem Empfang und Arbeitsgespräch im Rathaus mit Oberbürgermeisterin Olga Dejewa und Oberstadtdirektor Andrej Schochin, um gemeinsam mit Alina Wedechina, der Leiterin des Kulturamtes, dem die Internationalen Beziehungen unterstellt sind, Wladislaw Poldjajew, persönlicher Mitarbeiter der Oberbürgermeisterin sowie der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, Irina Chasowa, und der Partnerschaftsbeauftragten, Olga Dugina, akutelle Fragen des Austausches zu besprechen – vom Newcomer Festival bis zum 2018 anstehenden 35jährigen Partnerschaftsjubiläum.

dezember-1

Alina Wedechina, Olga Dejewa, Wolfram Howein, Andrej Schochin, Irina Chasowa, Wladislaw Poldjajew und Olga Dugina

Dann aber geht es mit Wolfram Howein, der vorgestern auf eigenen Wegen angereist ist, gleich weiter zur Rosenkranzgemeinde, um den Fortgang der Bauarbeiten am Pilgerzentrum in Augenschein zu nehmen.

Tor zur Rosenkranzgemeinde

Tor zur Rosenkranzgemeinde

Und da ist tatsächlich in den letzten Wochen wieder viel passiert.

Maria im Schnee

Maria im Schnee

Die Fassaden und Fenster sind ebenso fertiggestellt wie das Dach. Sogar erste Ornamente wurden bereits angebracht.

Pilgerzentrum

Pilgerzentrum

Im Eingangsbereich, der übrigens nach russischen Bauvorschriften behindertengerecht zu gestalten ist, bleibt noch einiges zu tun, vor allem die Aufschüttung hoch zur Tür und die Anlage des Weges.

Pilgerzentrum Eingangsbereich

Pilgerzentrum Eingangsbereich

Aber die gußeiserne Feuertreppe am rückwärtigen Teil des Gebäudes steht.

Pilgerzentrum mit Feuertreppe sowie Rosenkranzkirche im Hintergrund

Pilgerzentrum mit Feuertreppe sowie Rosenkranzkirche im Hintergrund

Vor allem aber: Die Besucher sind angetan von der Qualität der handwerklichen Arbeit gerade auch im Innenbereich.

Dieter Kümpers in einem der Zimmer

Dieter Kümpers in einem der Zimmer

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Mauerwerk, das laut Auflagen des Denkmalschutzes den Maßen von Pfarrhaus und Kirche entsprechen soll, um die Einheitlichkeit des Komplexes zu wahren.

Eisblumen

Eisblumen

Sogar die Fenster – so die Vorschrift – sind im neugotischen Stil gehalten, was den Räumen eine ganz eigene Spiritualität verleiht, an Klosterzellen denken macht.

Fensterfront

Fensterfront

Überall sind Sorgfalt und das Bemühen um gute Ausführung zu sehen. Und auch wenn es nicht mehr gelang, vor der Frostperiode die Heizung einzubauen, braucht man sich keine Sorgen um die Substanz zu machen.

Durchblick

Durchblick

Sämtliche Anschlüsse sind verlegt, die Vorgaben der Behörden erfüllt, ein architektonisches Juwel reift da heran, das sich ideal einfügen dürfte in das Ensemble um die Rosenkranzkirche herum. Nun gilt es, die katholischen Hilfswerke „Renovabis“ und „Kirche in Not“ sowie die Bistümer, die bereits ihr Scherflein zum Gelingen des Projekts Pilgerzentrum beigetragen haben, für die Fortsetzung der Unterstützung zu gewinnen.

Rosenkranzkirche

Rosenkranzkirche

Dieter Kümpers läßt sich deshalb auch genau das Konzept für den späteren Betrieb des Zentrums erläutern. Der Unternehmensberater und Tourismusfachmann verfügt als Vorstandsmitglied des Vereins Christlicher Hoteliers nicht nur über jahrzehntelange Berufserfahrung, sondern ist auch mit Wladimir eng verbunden, seit er 1989 in Erlangen die „Woche der Russischen Küche“ und im Jahr darauf in der Partnerstadt die „Woche der Fränkischen Küche“ durchführte.

Dieter Kümpers und Sergej Sujew

Dieter Kümpers und Sergej Sujew

Wichtig dabei auch Kennzahlen zum Fremdenverkehr in Wladimir. Gerade ist eine Statistik erschienen, wonach die Nachbarstadt Susdal unter ausländischen Touristen auf der Beliebtheitsskala den 12. Platz unter allen russischen Städten einnimmt; Wladimir kommt immerhin noch auf die Position 28.

Sergej Sujew, Ljubow Kunzewa, Wolfram Howein, Swetlana Schelesowa, Dieter Kümpers, Alexej Kurilow und Dmitrij Pawlow

Sergej Sujew, Ljubow Kuzewa, Wolfram Howein, Swetlana Schelesowa, Dieter Kümpers, Alexej Kurilow und Dmitrij Pawlow

Die beiden Bauunternehmer, Dmitrij Pawlow und Alexej Kurilow, haben ihren Teil bestens erledigt, die Abnahme ist fast nur noch Formsache; nun gilt es also für Pfarrer Sergej Sujew, gemeinsam mit seiner Haushälterin, Ljubow Kuzewa, und Swetlana Schelesowa, stellvertretende Leiterin des Erlangen-Hauses, sowie Dieter Kümpers und Wolfram Howein einen Geschäftsplan zu erarbeiten.

Blick vom Pfarrhaus zur Altgläubigenkirche

Blick vom Pfarrhaus zur Altgläubigenkirche

Eine lohnende Aufgabe, wie Dieter Kümpers meint, denn eine hohe Auslastung kann er sich durchaus vorstellen. Doch um sich eine endgültige Meinung bilden zu können, sind für den anderen Tagen weitere Fachgespräche angesetzt. Seine Expertise will ja Hand und Fuß haben.

Rosenkranzkirche

Rosenkranzkirche

Nach all den Gesprächen gönnen sich die Gäste einen Spaziergang zurück zum Erlangen-Haus in winterlicher Abendstimmung.

Der gestiefelte Kater

Der gestiefelte Kater

Der Weg führt vorbei am Schauspielhaus, wo demnächst das Weihnachtsstück „Der gestiefelte Kater“ gegeben wird,

Altgläubigenkirche und Goldenes Tor

Altgläubigenkirche und Goldenes Tor

hinüber zur Altgläubigenkirche, die das berühmte Glasmuseum beherbergt und zum Goldenen Tor.

Dieter Kümpers am Kontrabaß vor dem Goldenen Tor

Dieter Kümpers am Kontrabaß vor dem Goldenen Tor

Immer wieder begegnen den winterlichen Flaneuren unterwegs Skulpturen, die der Stadt ein künstlerisches Flair verleihen.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Am Befestigungswall entlang, den die Mongolen im Februar 1238 erstürmten, richten sich die Schritte zu dem Platz, wo einst Großfürst Andrej Bogoljubskij seine Residenz errichtete und wo seit dem späten 18. Jahrhundert die Verklärungskirche steht.

Fahrradständer

Fahrradständer

Verwunderlich nur, wie wenig Passanten in der hier angelegten Fußgängerzone anzutreffen sind. Es kann nicht nur am Frost liegen.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Möglicherweise fehlt doch in all dieser patriarchalen und erhabenen Schönheit ein irdischer Fixpunkt mit gastronomischen Angeboten, vielleicht auch ein Kiosk oder kleiner Laden.

Blick zur Kuppel des Goldenen Tors von der Verklärungskirche

Blick zur Kuppel des Goldenen Tors von der Verklärungskirche

Aber das kann ja noch kommen. Bisher allerdings menschenleer, ein Freiluftmuseum ohne Publikum.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Wenn da nicht immer wieder diese Figuren und Skulpturen wären, die dem Weichbild ihre Strukturen verleihen.

Feuerwache

Feuerwache

Städtebaulich freilich bestens gelungen, was hier entstanden ist.

St. Georgij

St. Georgij

Ein großer Gewinn auch die Restaurierung der Wohnhäuser, die sich noch vor wenigen Jahren in einem beklagenswerten Zustand befanden.

Häuserzeile in der Fußgängerzone

Häuserzeile in der Fußgängerzone

Aber jetzt sollen einfach die Bilder für sich wirken. Es muß ja nicht immer alles kommentiert werden…

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Wladimirer Bazi-Lumpazi

historische Zollstation

historische Zollstation

Der Wladimirer Spitzel

Wladimirer Spitzel

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Dieter Kümpers vor St. Georgij

Dieter Kümpers vor St. Georgij

Dieter Kümpers und der Wladimirer Apotheke

Dieter Kümpers und der Wladimirer Apotheker

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

zweisprachige Wegweiser

zweisprachige Wegweiser

Was Dieter Kümpers vor kurzem noch angemahnt hatte, ist jetzt schon umgesetzt: In der gesamten Altstadt von Wladimir findet man zweisprachige Wegweiser.

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Natalia Dumnowa und stehend Tatjana Kolesnikowa

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Natalia Dumnowa und stehend Tatjana Kolesnikowa

Und dann sind wir schon wieder im Erlangen-Haus, wo sich die Deutsch-Dozentinnen über vorweihnachtliche Mitbringsel der Gäste freuen, gut geeignet zur Auszeichnung von Kursteilnehmern mit besonderen Leistungen.

Kathedralenplatz

Kathedralenplatz

Unterdessen ist es ganz dunkel geworden, doch überall gehen die Lichter in Wladimir an. Für manchen Geschmack mancherorts ein wenig zu viel der Illumination, aber es geht auch ganz dezent mit wenigen Kerzen wie im Fenster des Erlangen-Hauses.

Abendgruß im Erlangen-Haus

Abendgruß im Erlangen-Haus

Bevor wir das Licht nun löschen noch ein Wintergruß an Erlangen bei erfrischenden 15 Grad Frost.

 

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Beim gestrigen Abschiedsabend für neunköpfige Damengruppe aus Wladimir präsentierte jede Besucherin ihr persönliches Lieblingswort der deutschen Sprache. Anna Nikonowa bekannte sich zu „geil“ und fand auch gleich die richtige Verwendung dafür, sogar im Superlativ: „Es war geil in Erlangen, megageil!“

Anna Nikonowa und ihr deutsches Lieblingswort

Anna Nikonowa und ihr deutsches Lieblingswort

Tatjana Kirssanowa, im Bild ganz links, begründete ihre persönliche Neigung zu dem Verb „lieben“ mit dessen Nähe zum „Leben“ und versprach: „Wir lieben Erlangen und nehmen diese Liebe zu Erlangen in unseren Herzen mit nach Hause, wo wir sie dann an unsere Schüler und Kursteilnehmer weitergeben.“

Reinhard Beer, Christine Flemming, Natalia Korsanowa, Anna Nikonowa, Tatjana Kolesnikowa und Elisabeth Preuß

Reinhard Beer, Christine Flemming, Natalia Korsanowa, Anna Nikonowa, Tatjana Kolesnikowa und Elisabeth Preuß

Wie groß diese Liebe zur deutschen Partnerstadt ist und wie gut sie Erlangen kennen, bewiesen die Besucherinnen denn auch mit dem Erfolg beim „Quiz 2016 für die Gäste aus Wladimir“, an dem sich auch die deutschen Freunde und Gastgeber beteiligten. Zwölf knifflige Fragen zum Knobeln hatte sich Reinhard Beer, Leiter der Sprachenabteilung an der Volkshochschule, ausgedacht, etwa danach, wo ein goldener Handschuh aus welchem Grund hängt, wann das Palais Egloffstein gebaut wurde und welche berühmte Persönlichkeit dort lebte oder wie viele Stockwerke das Erlanger Rathaus hat… Bis zu 14 Punkte konnten erreicht werden, und Anna Nikonowa hat mit einer Wertung von 13,5 das Maximum fast erreicht. Natalia Korsakowa und Tatjana Kolesnikowa belegten nur knapp hinter ihr mit einem halben Punkt weniger gemeinsam den zweiten Platz und freuten sich mit der Siegerin über einen Stick aus den Händen von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Christine Flemming, der Leiterin der VHS.

Dieter Argasts und die Gruppe aus Wladimir

Dieter Argast und die Gruppe aus Wladimir

Der Abend im Club International bot aber auch Gelegenheit, nochmals den Gastgebern zu danken und dem Freundeskreis Wladimir, besonders aber auch den ehrenamtlichen Dozenten, die den Gästen die unterschiedlichsten Themen näherbrachten. Dieter Argast, pensionierter Lehrer für Sozial- und Erdkunde, stellte das verwirrend vielfältige Schulsystem in Deutschland und Bayern vor.

Christofer Zwanzig und die Gruppe aus Wladimir

Christofer Zwanzig und Praktikantin Anja Kuplich mit der Gruppe aus Wladimir

Wie die Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus funktioniert, wie die Verwaltung mit den Medien und der Stadtgesellschaft interagiert, erklärte Pressesprecher Christofer Zwanzig.

Rudolf Schloßbauer und seine Gäste

Rudolf Schloßbauer und seine Gäste

Rudolf Schloßbauer, ehemaliger Schulreferent und einer der Väter der Erlanger Bürgerstiftung, empfing zu seinem Vortrag über die „Methodik des Fremdsprachenunterrichts“ sogar in seiner „Datscha“ in Waischenfeld, die über einem ehemaligen, in Stein gehauenen Bierkeller steht. Neun Mal war der begeisterte Pädagoge schon in Wladimir, bepackt mit Lehrmaterial und inspiriert vom Wissensdurst der russischen Kollegen an den bis heute 18 Schulen, wo Deutsch als erste Fremdsprache gelehrt wird.

Klaus Stuhlmüller, Gerhard Kreitz, Rudolf Schloßbauer und Wolfram Howein mit der Gruppe aus Wladimir

Franz Stuhlmüller, Gerhard Kreitz, Rudolf Schloßbauer und Wolfram Howein mit der Gruppe aus Wladimir

Auf Rudolf Schloßbauer gehen die ersten Deutsch-Olympiaden zurück, ausgetragen schon Mitte der 90er Jahre, und damals, vor gut 20 Jahren hatte er auch erstmals eine Gruppe von Deutschlehrerinnen nach Erlangen und Waischenfeld geladen. Eine gute Tradition, die nun ihre Fortsetzung fand.

Birgitt Aßmus und die Gruppe aus Wladimir

Birgitt Aßmus und die Gruppe aus Wladimir

Ein Thema des zehntägigen Arbeitsprogramms aber auch „Frauen in der Politik“, Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Stellung der Frau in der Politik, aus eigenem Erleben und Gestalten dargestellt von Stadträtin Birgitt Aßmus, die auch qua Amt, ihre Zugehörigkeit zum Vorstand der Stiftung „Erlangen-Haus“, eine ganz besonders enge Beziehung zu Wladimir pflegt.

Abschiedsabend im Club International

Abschiedsabend im Club International

Nimmt man all die Ausflüge von Coburg bis Weimar, von Bamberg bis Prichsenstadt oder Nürnberg, vor allem aber die vielen Gespräche und Begegnungen mit den Gastgebern hinzu, stimmt sicher, was Bürgermeisterin Elisabeth Preuß bei ihrem gestrigen Abschiedswort den Besucherinnen mit auf den Heimweg gab: „Ich hoffe, Sie haben erlebt und gespürt, wie freundschaftlich man in Erlangen – und nicht nur hier – russische Gäste aufnimmt, wie willkommen Sie uns sind.“ Aber das wurde ja eingangs schon von Anna Nikonowa unaufgefordert bestätigt: „Es war geil in Erlangen, megageil!“

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Das Programm ist schon voll im Gange: Unter Leitung der stellvertretenden Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, Swetlana Schelesowa, sind bereits am Mittwoch fünf Dozentinnen vom Wladimirer Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts und drei Deutschlehrerinnen aus Schulen der Partnerstadt eingetroffen, um ganze acht Tage lang ihre Kenntnisse von Sprache, Land und Leuten zu verbessern, die deutschen Freunde wiederzusehen.

Wiedersehensfreude am Flughafen Nürnberg

Wiedersehensfreude am Flughafen Nürnberg mit Gerhard Kreitz; Bild: Georg Kaczmarek

Zum ersten Mal findet nun eine derartige pädagogische Dienstreise der Deutschdozentinnen vom Erlangen-Haus statt, nachdem bisher immer die Kursteilnehmer verschiedener Niveaus und Stufen sieben Jahre in Folge Ende Juli gekommen waren, um an der Volkshochschule Sprachpraxis einzuüben und Landeskunde zu betreiben, stets sorgend betreut vom Freundeskreis Wladimir.

Die Gäste mit Amil Scharifow, Elisabeth Preuß und Gerhard Kreitz

Amil Scharifow, Elisabeth Preuß und Gerhard Kreitz mit den Gästen aus Wladimir

Für den sprachlichen Feinschliff sorgen natürlich vor allem die Fortbildungen des Goethe-Instituts in Moskau, und so liegt der Schwerpunkt des Programms in Erlangen auf der Landeskunde mit Vorträgen zu Themen wie Flüchtlingsfrage, Schulwesen, Aufgaben der Volkshochschule, Ehrenamt und Politik, Medienarbeit oder Schwerpunkte der Städtepartnerschaftsarbeit, umrahmt von Ausflügen nach Coburg, Nürnberg, ins Mainfränkische, in die Fränkische Schweiz…

Das Direktorat persönlich, Gerhard Nöhring und Gerhard Hammer, begrüßt die Gruppe aus Wladimir

Das Direktorat persönlich, Gerhard Nöhring und Gerhard Hammer, begrüßt die Gruppe aus Wladimir

Und natürlich darf auch ein Schulbesuch nicht fehlen, möglichst an einem Gymnasium, das bereits einen Austausch mit Wladimir unterhält, wie das Fridericianum, wo Reisen in die Partnerstadt seit dem Jahr 2000 auf dem Lehrplan stehen. Ein Besuch, der zeitlich symbolischer nicht sein könnte, fand er doch gestern statt, am Vorabend der offiziellen Verabschiedung des Direktors, Gerhard Hammer, der heute den Stab an seinen bisherigen Stellvertreter, Gerhard Nöhring, weitergibt.

ERH 4

Das Schaufenster nach Wladimir im Fridericianum

Einmal mitzuerleben, wie das Fach Deutsch an einer deutschen Schule unterrichtet wird, eine weitere Stunde dem Englischunterricht zu folgen, Literatur in fränkischer Mundart von Helmut Haberkamm vorgetragen zu hören… Was könnte interessanter sein für Sprachlehrerinnen?

Christiane Krautwurst und ihre Kolleginnen aus Wladimir

Christiane Krautwurst und ihre Kolleginnen aus Wladimir

Vielleicht nur noch die Führung durch das Gymnasium an der Hand der Kollegin, Christiane Krautwurst, die im Oktober die nächste Austauschgruppe aus Wladimir erwartet.

Jelena Krajnowa, Irina Smirnowa und Tatjana Kolesnikowa

Jelena Krajnowa, Irina Smirnowa und Tatjana Kolesnikowa

Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, formuliert es am Russischen Abend in der Volkshochschule treffend in seinen Dankesworten an die Gastfamilien, wo die Lehrerinnen untergebracht sind: „Unsere Besucherinnen haben da nicht nur ein Bett, sondern ein Zuhause, wo miteinander gesprochen, miteinander gesungen und manchmal sogar miteinander gekocht wird.“ Mit russischen Piroggen, gebacken in der Küche von Ute Schirmer, stehen denn auch für viel mehr als nur den kulinarischen Erfog des Treffens.

Reinhard Beer bei der Eröffnung des Russischen Abends

Reinhard Beer bei der Eröffnung des Russischen Abends

Es ist schon immer ein Kraftakt vor allem für Reinhard Beer, den Leiter der Sprachenabteilung an der VHS, Sommer für Sommer die Begegnungen mit Wladimir auszurichten. Aber die Deutschkurse am Erlangen-Haus – man kann es gar nicht deutlich und oft genug sagen – sind nun einmal vor 20 Jahren wesentlich auf seine Initiative zurückzuführen und verdanken ihren Erfolg gerade auch seiner ungebrochenen und vielfältigen Unterstützung. Das verbindet und verpflichtet.

Miteinander

Miteinander

Ebensowenig denkbar aber wäre das alljährliche Programm für die Gäste – in immer wieder neuer Zusammensetzung – ohne den Freundeskreis Wladimir mit all seinen Ideen für das begleitende Kulturprogramm, mit der Privatunterbringung, mit den Transfers und all den Gesten der Freundschaft.

Spontanquintett mit Tatjana Parilowa und Tatjana Kolesnikowa

Spontanquintett mit Tatjana Parilowa und Tatjana Kolesnikowa

Und wo schon so viele Gäste beisammen sind, ist auch noch Platz für die Musiklehrerin Tatjana Parilowa, die sich, seit gut einem Vierteljahrhundert der Partnerschaft eng verbunden, derzeit gerade über die Montessori-Pädagogik informiert und am gestrigen Abend das tat, worauf sie sich – bei all ihren Talenten – wohl am besten versteht: singen, – am besten im Chor.

Soloauftritt von Tatjana Parilowa

Soloauftritt von Tatjana Parilowa

Als Chorsängerin war sie nämlich auch 1990 zum ersten Mal in Erlangen, bevor sie vor allem beim Projekt „Lichtblick“ die Musiktherapie für Kinder in der Psychiatrie für sich entdeckte.

Stille Post

Stille Post

Kleine Rollenspiele, die „stille Post“ und eine Premiere füllten den Abend zusammen mit der Erstaufführung eines Werbefilms, gekonnt gedreht von einem Team des Goethe-Instituts als Image-Kampagne für die Deutschkurse an den 21 Sprachlernzentren in der Russischen Föderation. Und wen nimmt es da wunder, wenn das Erlangen-Haus eine zentrale Rolle einnimmt? Noch ist der Clip nicht offiziell veröffentlicht, aber in den nächsten Wochen sollte er freigeschaltet werden, und dann findet er sicher auch hier im Blog die gebührende Würdigung.

Hofspiele

Hofspiele

Auch für die Gäste ist der Besuch übrigens ein Kraftakt, denn der Rubel-Kurs hat sich zwar in den letzten Wochen etwas stabilisiert, liegt aber mit 1 : 70 gegenüber dem Euro immer noch fast doppelt so hoch wie vor zwei Jahren. Da kann man sich vorstellen, was bei einem Pädagogengehalt eine derartige Reise für das private Budget bedeuten mag. Und auch da beweist sich wieder der Freundeskreis, der fast 2.000 Euro gesammelt hat, um den Besucherinnen die Anreise etwas zu erleichtern.

Gerhard Kreitz, Swetlana Schelesowa und Wolfram Howein

Gerhard Kreitz, Swetlana Schelesowa und Wolfram Howein

Ein Dankschön, ein großes спасибо deshalb von Swetlana Schelesowa an alle Spender und Freunde, die geholfen haben, die Begegnungen zu ermöglichen, Begegnungen, die wir angesichts wachsenden Mißtrauens auf der Ebene der „großen Politik“ mehr denn je brauchen.

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Im Erlangen-Haus standen wieder einmal Prüfungen an. Dieses Mal für Schüler, die sich auf den Stufen 1 und 2 des Programms „Fit für Deutsch 1“ examinieren ließen. 15 Mädchen und Jungen wollten es wissen und wurden am vergangenen Samstag für ihren Schweiß der Tüchtigen mit Zertifikaten belohnt, die weltweite Anerkennung genießen und natürlich bei Bewerbungen für Stipendien helfen.

Tatjana Kirssanowa und Irina Smirnowa

Tatjana Kirssanowa und Irina Smirnowa

Auch wenn das Klagelied hier schon des öfteren erklungen, bleibe es auch heute nicht ungesungen: Das Deutsche ist leider an den russischen Schulen – auch in Wladimir – auf dem Rückzug und weicht immer mehr dem Englischen. Desto lobenswerter der begeisterte Einsatz des Teams um Tatjana Kirssanowa, im Sprachlernzentrum immer neue Angebote zu machen und die Schulen stärker einzubinden. Unverzichtbar dabei die Programme des Goethe-Instituts Moskau sowie das Engagement von Lehrerinnen wie Irina Smirnowa, der es gelingt, Schüler wie Eltern für die Kurse am Erlangen-Haus zu gewinnen.

Tatjana Kolesnikowa, Tatjana Kirssanowa und Irina Smirnowa mit ihren glücklichen Absolventen

Tatjana Kolesnikowa, Tatjana Kirssanowa und Irina Smirnowa mit ihren strahlenden Absolventen

Da fügt es sich glücklich, wenn im Juli fast die ganze Dozentenschaft zusammen mit Deutschlehrerinnen an Wladimirer Schulen, darunter auch Irina Smirnowa, für zwei Wochen nach Erlangen kommt, um auch die eigenen Sprachkenntnisse – so gut sie auch schon sein mögen – zu verbessern, ganz dem Motto verpflichtet: Das Bessere ist des Guten Feind. Zurückbringen werden sie dann sicher neben Schmetterlingen im Bauch weitere Appetithappen für künftige Teilnehmer an den Deutschkursen und damit das Projekt des Goethe-Instituts, „Deutsch im Gepäck“, ergänzen, das in der Partnerstadt bereits angelaufen ist. Buchstäblich. Natalia Korssakowa vom Team des Erlangen-Hauses ist nämlich schon unterwegs an Wladimirer Schulen mit ihrem riesigen grünen Koffer, voller Preise, Spiele und Lehrmaterial. Ein Stoff, wie gemacht für eine Fortsetzungsgeschichte im Blog…

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Bisher ist das Erlangen-Haus bekannt für seine Deutsch-Kurse. Man weiß auch von den alljährlichen Reisen von Gruppen aus dem Erlangen-Haus, um im Juli an der hiesigen Volkshochschule eigens für die Besucher eingerichtete Kurse zu Sprache und Landeskunde zu besuchen. Ganz neu aber ist die Idee des Erlangen-Hauses, Russisch für Gäste aus Erlangen anzubieten.

Gerhard Kreitz, am Tischende im rechten Eck, mit einem Teil seiner Gruppe auf dem Balkon des Erlangen-Hauses

Gerhard Kreitz, am Tischende im rechten Eck, mit einem Teil seiner Gruppe auf dem Balkon des Erlangen-Hauses

Unter Leitung von Gerhard Kreitz, dem Sprecher des Freundeskreises Wladimir, hält sich nun seit Donnerstag vergangener Woche eine elfköpfige Gruppe von Pionieren in der Partnerstadt auf, um ihre Russischkentnisse auf unterschiedlichem Niveau aufzufrischen und zu vertiefen. Ganze zwei Wochen lang mit Unterbringung in Familien.

Auf Erkundungstour durch Wladimir

Auf Erkundungstour durch Wladimir

Vormittags Unterricht in zwei Gruppen am Erlangen-Haus und nachmittags sowie natürlich an den Wochenenden landeskundliche Ausflüge und Unternehmungen. Gelegenheiten, das Erlernte im Feldversuch zu praktizieren.

Ute Schirmer beim Einkaufen

Ute Schirmer beim Einkaufen

Gleich am ersten Arbeitstag stand übrigens Einkaufen auf dem Programm. Denn am Abend sollten die Gäste im Erlangen-Haus einen Fränkischen Abend gestalten: kulinarisch wie kulturell.

Ute Schirmer und Gerhard Kreitz beim Kochen für den Fränkischen Abend

Ute Schirmer und Gerhard Kreitz beim Kochen für den Fränkischen Abend

Gerhard Kreitz hatte erst kurz vor der Abreise von dem Programmpunkt erfahren und deshalb noch einige Einkäufe in Erlangen getätigt, zum Beispiel einen Laib Bauernbrot eingepackt. Aber alles, was man sonst so für ein Festmahl benötigt, wurde dann doch vor Ort besorgt – und natürlich frisch zubereitet. Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses und ehrenamtliche Spezialkorrespondentin des Blogs, berichtet im Telegrammstil über diesen ersten Tag:

Gruppenbild mit Natalia Korssakowa (rechts)

Gruppenbild mit Natalia Korssakowa (rechts)

Am ersten Tag ging alles ein wenig durcheinander. Die Gäste hatten ihre Pässe für die Registrierung in den Wohnungen gelassen und wechselten dann immer wieder zwischen den Gruppen. Nach dem Unterricht machten wir eine kleine Begrüßung mit Sekt und Obst, bevor es zum Mittagessen ging. Alle genossen das angenehm warme und sommerliche Wetter und erzählten von den Höllentemperaturen bei euch. Nach dem Mittagessen machten sie sich zu Fuß zum Markt auf (wegen der Bauarbeiten an der Umgehungsstraße ist die halbe Stadt umgegraben, und die Busse fahren alle möglichen Schleichwege). Zurück kamen sie über die Schlucht und das Stadion und querten die künftige Umgehungsstraße. Gerhard Kreitz und Ute Schirmer zaubern jetzt in der Küche, bereiten sich auf den Fränkischen Abend vor. Andere lernen fleißig weiter, wieder andere sitzen einfach in der Küche und plaudern dort nach guter alter russischer Sitte…

Auf dem Bahnhof Wladimir vor der Abfahrt nach Nischnij Nowgorod mit Tatjana Kolesnikowa (2. v.r.)

Auf dem Bahnhof Wladimir vor der Abfahrt nach Nischnij Nowgorod mit Tatjana Kolesnikowa (2. v.r.)

Eines kann man wohl schon jetzt nach den ersten Tagen sagen: Das Konzept bewährt sich. Die Gruppe unternimmt möglichst viel selbständig, begleitet von immer wieder anderen Dozentinnen des Erlangen-Hauses, und lernt so Land und Leute kennen. Ganz anders als bei einer rein touristischen Reise. Viel unmittelbarer. Und so ganz nebenbei erwirbt sich das Erlangen-Haus neue Kompetenzen und wird nun wohl regelmäßig im Sommer Russisch-Kurse anbieten. Nicht nur für Gäste aus Erlangen.

Blick auf die Wolga, Nischnij Nowgorod

Blick auf die Wolga, Nischnij Nowgorod

Noch etwas passiert so ganz nebenbei: Die Bürgerpartnerschaft beweist wieder einmal im Zusammenspiel mit dem Erlangen-Haus ihre Vitalität und Vielfalt, fast ohne das Zutun der Rathäuser hier wie dort. Ganz im Sinne der Erfinder und Begründer dieser wunderbaren deutsch-russischen Freundschaft. Молодцы!

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