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Posts Tagged ‘Tatjana Kirssanowa’


Heute vor 25 Jahren, am Vorabend zum 50. Jahrestag des Sieges über den Nationalsozialismus, eröffneten die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, das Erlangen-Haus in Wladimir als Botschaft der Bürgerpartnerschaft, der Volksdiplomatie und der Verständigung zwischen Deutschen und Russen. Nach zweieinhalbjähriger Bau- und Sanierungsarbeit einer deutsch-russischen Brigade unter Leitung von Kira Limonowa und Helmut Eichler und einer heute wohl so kaum mehr möglichen Spendenaktion gelang es, am 7. Mai 1995 das einstige Kaufmannshaus, mittlerweile schon fast abrißreif, als Begegnungsstätte einzuweihen, die schon sechs Jahre später vom damaligen Bundespräsidenten, Johannes Rau, mit dem „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“ ausgezeichnet wurde. In der Zwischenzeit hatte das Team – zunächst unter Leitung von Tatjana Garischina, später von Jelena Jewtuchina-Tschilimowa und schließlich von Irina Chasowa – mit Hilfe der Volkshochschule Erlangen, namentlich Klaus Wrobel und Reinhard Beer, neben dem Gästetrakt die Deutschkurse in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Moskau derart erfolgreich aufgebaut, daß man ein eigenes, zertifiziertes Sprachlernzentrum etablieren konnte, das jedes Audit mit Bestnoten besteht und als erste Adresse für alle Lernwilligen gilt.

Zoom-Konferenz mit dem Erlangen-Haus

Dies und vieles mehr sollte heute eigentlich mit einer großen Delegation aus Erlangen unter Leitung des soeben im Amt bestätigten Oberbürgermeisters, Florian Janik, gewürdigt und gefeiert werden. Aber wenn der Virus es so will, steht die Partnerschaft ganz still. Nicht ganz! Immerhin gibt es ja das Internet mit den Sozialen Netzwerken, den Blog und neuerdings auch Zoom, ein Medium, das auf Initiative von Tatjana Kirssanowa, der Leiterin der Deutschkurse, dieser Tage erstmals genutzt wurde, um aktuelle Fragen mit den Freunden in Erlangen zu besprechen. Sicher nicht zum letzten Mal.

Florian Janik bei der Aufzeichnung seiner Grußbotschaft

Und es gibt die kleinen Videobotschaften, aufgenommen von TV Мы. Das Team Amil Scharifow – Peter Steger verfügt zwar noch nicht über alle technischen Möglichkeiten und Fertigkeiten, aber die ersten Versuche sind es wert, auch wenn manches Mal der Wind gar zu laut ums Smartphone pfeifen mag. Diese technischen Unzulänglichkeiten bittet das Duo, großmütig zu entschuldigen, und gelobt Besserung.

Amil Scharifow und Siegfried Balleis bei der Aufzeichnung der Grußbotschaft

Immerhin erhalten so neben Dietmar Hahlweg, dem Begründer der Partnerschaft und Visionär des Erlangen-Hauses, auch seine Nachfolger im Amt, Siegfried Balleis und Florian Janik, Gelegenheit, einen Gruß an das Team des Erlangen-Hauses zu richten.

Dietmar Hahlweg bei der Aufzeichnung seiner Grußbotschaft

Aber auch die beiden Stadträtinnen, Birgitt Aßmus und Anette Christian, beide Mitglieder des Vorstands der Stiftung Erlangen-Haus, und Wolfram Howein, Berater und Revisor, sowie Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der Volkshochschule und seit einem Vierteljahrhundert Förderer der Deutschkurse, kommen in eigenen Grußbotschaften zu Wort.

Amil Scharifow bei der Aufzeichnung der Grußbotschaft von Reinhard Beer, Wolfram Howein und Anette Christian

Dies alles kann natürlich das geplante Gartenfest im Erlangen-Haus nicht ersetzen, kann nur ein kleiner Trost für die ausgefallenen persönlichen Begegnungen sein, kann lediglich als Versprechen verstanden werden, das Treffen sobald als möglich nachzuholen, denn, wie Dietmar Hahlweg in seinem Grußwort sagt: „Wir brauchen das Erlangen-Haus gerade heute mehr denn je!“

Und so gratuliert denn auch der Blog im Namen all der vielen Gäste aus Erlangen dem liebreizenden Team vom Erlangen-Haus zu der fünfundzwanzigjährigen Erfolgsgeschichte. Man kann ohne jede Übertreibung sagen: Ohne das Erlangen-Haus wäre die Partnerschaft mit Wladimir nicht das, wofür wir alle diese einzigartig intensive und vielseitige deutsch-russische Zusammenarbeit so sehr schätzen. Ihr seid die besten! Молодцы!

Swetlana Schelesowa, Natalia Korssakowa, Irina Chasowa und Tatjana Kirssanowa

Und hier geht es nun zu den Videobotschaften: https://is.gd/ibWNdz und https://is.gd/veqAHA sowie https://is.gd/2F2W69

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Wer Bambus malen will, muß ihn im Herzen haben.

(Fernöstliche Weisheit)

Zunächst möchte ich sehr gerne herzliche Grüße nach Erlangen an alle Blog-Leser richten, die mich noch kennen, mit einigen bin ich leider nicht mehr in Kontakt. Und zwar an Irina Seidner (Gossmann), Kristina Werner, Gerhard Kreitz, Tatjana Parilowa, Georg Schneider und Peter Steger.

 

Heutzutage wird das Thema Berufung, oder, wie es John Strelecky nennt, Zweck der Existenz, oft diskutiert. Ich habe mir auch darüber Gedanken gemacht. Wenn unsere Arbeit da halbe Leben ist, dann sollten wir davon profitieren. Und nicht nur im finanziellen Sinne! Auf welcher Weise kann es begriffen werden, wofür unser Herz schlägt? Die Antwort auf diese Frage habe ich erst vor einigen Monaten gefunden, blieb aber jahrelang meinem Bauchgefühl treu.

Aus meiner persönlichen und sehr subjektiven Sicht ist es die wahre Berufung erst dann, wenn man sich mit einer gewissen Tätigkeit ehrenamtlich und uneigennützig beschäftigen kann. Wenn man Hobbys in einen Job umwandelt und dadurch nicht nur vergütet, sondern auch erfüllt wird. Das klingt märchenhaft, nicht wahr?

Wie die deutsche Sprache klingt, habe ich zum ersten Mal in einem Waldorfkindergarten begriffen, den ich mehrere Jahre lang nach einer damals tapferen Entscheidung meiner lieben Eltern besuchte. Mit 18 absolvierte ich eine Waldorfschule, wo Deutsch als erste Fremdsprache vermittelt wurde. Ungeachtet der unmittelbaren Nähe zur deutschen Kultur sowie anthroposophischen Pädagogik von Rudolf Steiner und zahlreichen Möglichkeiten, mit deutschen Gästen ins Gespräch zu kommen, blieb mein Verhältnis zur deutschen Sprache weiterhin kühl.

2008 wurde ich an der Wladimirer Pädagogischen Universität (die historische Fakultät) immatrikuliert. Zu jener Zeit stand Geschichte im Vordergrund, und Deutsch als Fremdsprache wurde mein zweites Fach im Studiengang. Am Wendepunkt meines Prioritätenwechsels lag die Anmeldung 2010 zu einem allgemeinen B1-Deutschsprachkurs im Erlangen-Haus.

Zwischenfazit 1: Jede bewußt gelernte Fremdsprache gewinnt für dich erst dann an Aktualität, wenn sie zu deinem Lebensbedarf gehört und eine praktische Anwendung in deinem Alltag findet!

Durch den spannenden Lernprozeß und eine kompetente Betreuung meiner Lehrerinnen, Tatjana Kirssanowa und Marina Gailit, wurde die Deutsche Sprache ein Werkzeug, ein Schlüssel zu einer lebendigen Kommunikation.

Zwischenfazit 2: Habe keine Angst vor Fehlern. Statt dessen mach Deine Fehler zu deinen besten Lehrern und wachse daran! Sei begehrlich nach Sprachkenntnissen und setze sie in die Praxis um! Die deutsche Sprache ist ein Werkzeug der Kommunikation und kein Museumsgegenstand.

Ich habe sehr gut meinen ersten B1-Sprachkurs bei Tatjana Kirssanowa in Erinnerung. Vor dem Unterrichtsbeginn sollten wir zwei Fragen beantworten: „Wie geht es Dir/Ihnen?“ und „Was gibt’s Neues?“. Jeder Teilnehmer sollte von einer interessanten Tatsache aus seinem Alltag berichten. Manchmal blieb ich vor der Eingangstür kurz stehen, um meine chaotischen Gedanken in Ordnung zu bringen und ein sinnvolles Ereignis aus meinem Leben als Antwort auf die kommenden Fragen zu formulieren. Vermutlich halten Sie dieses Benehmen für Blödsinn, doch das zeugt, meines Erachtens, von Verantwortung und Selbstdisziplin.

Iwan Nisowzew, Anna Kulakowa, Anastasia Owtscharow, Johanna Großer und Regina Halbfinger, 2017 in Jena

Zwischenfazit 3: Nimm das Erlernen der deutschen Sprache wahr! Erweitere gewissenhaft deine Wortschatz sowie Grammatikkenntnisse. Führe deine Notizen ordentlich, lies sie immer wieder, hefte alle erhaltenen Kopien ab! Denke während des Sprechens. Du trägst in gewissem Sinne eine Verantwortung für deine gesprochenen Gedanken. Es ist ganz gleich, ob es sich um eine Fremdsprache oder um deine Muttersprache handelt.

2010 habe ich an meiner ersten Sprachreise nach Erlangen teilgenommen und bereiste das Heimatland von Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. Daraus haben sich bereichernde Freundschaften und Bekanntschaften herauskristallisiert, auf die ich bis heute großen Wert lege. Durch diese beeindruckende Reise wurde mein Interesse sowohl an der Vielfältigkeit der deutschen Sprache als auch an der deutschen Kultur geweckt. Deutsche Filme, Literatur, Kommunikation mit Muttersprachlern habe ich seitdem in mein alltägliches Leben einbezogen.

Zwischenfazit 4: Schaffe um dich herum ein kommunikatives Umfeld! Schaue Filme auf Deutsch mit und ohne Untertiteln, höre deutsche Radiosendungen, lies Online-Zeitungen, gründe ein Sprachtandem und setzte deine erworbenen Kenntnisse bei einer Tasse Kaffee oder Tee in die Praxis um. Lerne auf Deutsch zu denken, führe Dialoge mit dir selbst und auch bei Gelegenheit mit Muttersprachlern.

2013 schloß ich mein Studium als Lehrerin für Geschichte und Deutsch als Fremdsprache an der Wladimirer Pädagogischen Universität ab und fuhr für ein Jahr nach Deutschland. Der Wladimirer Euroklub bot mir eine Stelle als Freiwillige in unserer Partnerstadt Jena an. Für diese Gelegenheit bin ich Jelena Guskowa und Cornelia Bartlau sehr dankbar! Während meines Europäischen Freiwilligen Sozialen Jahres sammelte ich wertvolle Erfahrungen. Ich arbeitete in einem Jugendzentrum und organisierte rußlandorientierte Projekte für Jugendliche. Koch- und Länderabende, landeskundliche Spiele, Sprachanimation erweisen sich als besonders erfolgreich. Nebenbei bereiste ich Deutschland, nahm an einem deutsch-tschechischen Filmprojekt teil und knüpfte Kontakte.

Zwischenfazit 5: Sammle verschiedenartige Erfahrungen, reise und erweitere deinen Horizont, dein Bewußtsein. Halte dich auf dem laufenden in bezug auf Europäische Programme und Projekte, knüpfe Kontakte und pflege Freundschaften!

Mein unvergeßlicher Europäischer Freiwilliger Dienst legte die Basis für meine weitere sprachliche und persönliche Entwicklung. Ein paar Jahre widmete ich der Forschung der deutschen Sprache und Literatur. 2017 schloß ich erfolgreich mein Masterstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ab. Als Sprachdozentin für Deutsch als Fremdsprache, Deutsch als Zweitsprache war ich viel in der Türkei und in Deutschland unterwegs. Ich unterrichtete Deutsch in verschiedenen Kontexten und heterogenen Gruppen. Im Moment unterrichte ich online und bin als DaF/DaZ-Dozentin an einem Interkulturellen Zentrum für Bildung und Kommunikation in Rudolstadt tätig.

Meine jetzige Arbeit erfüllt mich und hält mich in einer ständigen Entwicklung. Ich wünsche jedem, seinen Beruf zur Berufung zu machen.

Fazit: Lerne in jedem Alter und bei jeder Gelegenheit! Habe unbedingt Spaß damit!

Mit einem schönen Zitat von Johann Wolfgang von Goethe komme ich zum Ende meines Berichts und danke Dir recht herzlich für die investierte Zeit und Geduld. Hoffentlich kannst Du aus diesem Text Inspiration schöpfen. Viel Erfolg auf Deinem Wege!

Nichts auf der Erde ist ohne Beschwerlichkeit! Nur der innere Trieb, die Lust, die Liebe helfen uns Hindernisse überwinden, Wege bahnen und uns aus dem engen Kreise, worin sich andere kümmerlich abängstigen, emporheben.

Herzliche Grüße aus der Lichtstadt Jena!

Anna Kulakowa

P.S.: Anna Kulakowa wollte ursprünglich in diesem Artikel auch Bernd Uebel grüßen, erfuhr dann aber von dessen Tod, der sie zutiefst erschütterte und schreiben ließ: „Mein Beileid. Ich kannte Bernd seit acht Jahren… Seit meiner ersten Reise nach Erlangen. Ein strahlender Mensch mit einem großen Herzen.“

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Seit zehn Jahren sorgte er als Pächter des Bistros im Club International der Volkshochschule für das leibliche Wohl seiner Gäste und gab allen, die in seinem Café Platz nahmen oder sich am Büfett einer Veranstaltung bedienten, das Gefühl, er habe genau auf niemanden sonst, sondern nur noch auf sie gewartet. Nun ist Bernd Uebel, an dessen Seite hinter und vor dem Tresen Lala Reyef und Franco Tommasino standen am 24. April ganz unerwartet verstorben. Für all die vielen anderen, die den Wirt mit dem gastlichen Herzen kannten und schätzten, nimmt Tatjana Kirssanowa, Leiterin der Deutschkurse am Erlangen-Haus, Abschied aus der Ferne.

Bernd Uebel

Bernd Uebel und Franco Tommasino

Das ist eine erschütternde Nachricht für uns alle, ein schwerer Verlust. Wir alle haben Bernd sehr geliebt und werden ihn sehr vermissen. Es gibt Menschen, die Spuren in unserem Herzen hinterlassen. Bernd hat zu ihnen gehört: Er hat sich nicht einfach nur so um uns, um unsere Gruppe, gekümmert. Nicht einfach nur gekocht und bedient. Es gab etwas Besonderes, etwas mehr, immer mehr: sein Lächeln, seine Witze, seine Komplimente, seine Herzlichkeit… Im Februar, bei unserem letzten Wiedersehen, hat er uns über seine Träume für die Zukunft erzählt… Unser Beileid und aufrichtiges Mitgefühl gelten seiner Familie. Es ist schwer, bei einem solchen Anlaß tröstende Worte zu finden, vor allem für seine Töchter, die er so sehr geliebt hat. Einfach unvorstellbar! Armer Bernd!

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So wie auch der schönste Abend einmal zu Ende geht, schließt selbst der längste Fortsetzungsbericht mit dem letzten Punkt. Und im Fall des Russischen Abends mit einem großen Dankeschön an die vier ehrenamtlichen Köchinnen, die für die russischen Teil des Büfetts sorgten, während das gastronomische Team vom Club International unter Leitung von Bernd Uebel den fränkischen Part und die Getränke beisteuerte.

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Jelena Schaab

Alle Getränke? Nein: Wie schon bei den letzten Russisch-Deutschen Wochen spendete Köstlich & Co. in der Friedrichstraße 18, von seinen Delikatessen aus aller Welt die richtige Teemischung für den Abend.

Gabriele Steinbach, Inh. von Köstlich & Co.

Geschmeckt hat es offensichtlich allen, jedenfalls blieb so gut wie nichts übrig, alles wurde brav aufgegessen. Kein Wunder aber auch nach dem gut eineinhalbstündigen Programm mit Reden und Präsentationen. Da war leibliche Stärkung angesagt.

Russischer Abend 46

Jekaterina Korschofski und Natalia Kaiser mit Othmar Wiesenegger als „Kiebitz“

Auch für Jekaterina Korschofski, die nicht nur beim Verpflegungsteam aktiv war, sondern auch am Dienstag, den 11. Februar, und am Donnerstag, den 13. Februar, im Rahmen der Russisch-Deutschen Wochen beweist: „Kyrillisch schreiben… ist gar nicht so schwierig“. Ob das so stimmt? Kalligraphisch ist es auf jeden Fall.

Essen hin, Trinken her, aber nie ohne den Bildungsauftrag der Volkshochschule! Viele grübelten auch noch bei Tisch, wie hier Hans Gruß, über den Quizfragen.

Unterdessen konnte sich das Orga-Team schon einmal erleichtert freuen: gut 130 Gäste beim Russischen Abend, um die 600 Teilnehmer an den bisherigen Veranstaltungen der Russisch-Deutschen Wochen. Eine Statistik, hinter der mehr als Zahlen stehen, sondern vor allem die ungezählten Ehrenamtlichen, die ihre je eigenen Verbindungen zu Wladimir pflegen, ihre je ganz besonderen Projekte entwickeln und einfach Freundschaft halten. Sie alle sind das Salz der Partnerschaft, um es biblisch auszudrücken.

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Elisabeth Hein, Nadja Steger, Reinhard Beer und Peter Steger

Da ist Fredi Schmidt, Fahrer des Erlanger Oberbürgermeisters, der sich schon auf seinen nächsten Laufwettkampf in Wladimir freut.

Russischer Abend 32

Nadja Steger, Fredi und Martina Schmidt

Da ist Tom Weinhold, Frontmann der Band Meloco, der zusammen mit Marcel Desch und Christian Marsch von Impvlse so begeistert von dem nun schon zehn Jahre währenden Austausch von Rockgruppen mit Wladimir berichten kann, der im Herbst schon – dann freilich mit anderen Ensembles – fortgesetzt wird.

Tom Weinhold

Da ist John Stackmann, der hofft, nach einem Jahr Pause zum zwanzigjährigen Jubiläum seines Winterwaldlaufs in der Brucker Lache wieder Athleten aus Wladimir am Start begrüßen zu können.

Michael Cassens, Susanne Lender-Cassens und John Stackmann

Da ist der Weltkriegsveteran, Wolfgang Morell, der ungeachtet seiner 96 Jahre noch kaum eine Veranstaltung der Russisch-Deutschen Wochen ausließ und voll des Lobes für das Orga-Team ist.

Russischer Abend 35

Wolfgang Morell

Da sind Helene Decker vom Jugendamt und Haram Dar vom Jugendparlament, die Ende des Monats nach Wladimir reisen, um dort ein ganz neues Austauschprojekt zu starten, von dem sicher hier im Blog bald zu lesen sein wird.

Helene Decker und Haram Dar

Da sind Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner vom Städtischen Bauamt, die in der Planungsphase für das Erlangen-Haus die architektonischen Grundlagen schufen und im Mai zu dessen fünfundzwanzigjährigen Jubiläum in die Partnerstadt fahren.

Michael Cassens, Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner

Da sind Rolf Wurzschmitt und Abram Dyck, die mit dem „Kesselhaus Erlangen“ und den gebrauchten VAG-Bussen Anfang der 90er Jahre maßgeblich halfen, die Infrastruktur Wladimirs zu stabilisieren und auch bei der Sanierung des Erlangen-Hauses eine hilfreiche Hand anlegten, während Stadtrat und Internist i.R., Jürgen Zeus, bis heute den von Rotary Erlangen finanzierten Medizinaustausch koordiniert.

Rolf Wurzschmitt, Peter Steger, Abram Dyck und Jürgen Zeus

Da ist das Ehepaar Eva und Gerhard Hammer, das im Vorjahr Wladimir besuchte, wo auf Initiative des damaligen Direktors, Gerhard Hammer und mit Unterstützung der seinerzeitigen Partnerschaftsbeauftragten, Nadja Jewrassowa, das Gymnasium Fridericianum seit zwanzig Jahren (!) seine russische Partnerschule hat.

Gerhard und Eva Hammer

Eine Galerie, die sich noch lange fortsetzen ließe, die aber – eingedenk der Einleitung – nun zu einem Ende kommen soll. Aber nicht ohne ein Bild vom Glückspilz des Abends, der die Reise nach Wladimir (und zurück, wie Reinhard Beer verschmitzt anmerkte) gewann. Sehr zur Mitfreude des ganzen Saals.

Sieghard Hellmann, festgehalten von Othmar Wiesenegger

Eine Fortsetzung der Berichterstattung über den Russischen Abend am 31. Januar gibt es jetzt nicht mehr. Aber zum einen werden ja die Russisch-Deutschen Wochen am kommenden Samstag um 15.00 Uhr im Club International der Volkshochschule unter dem Motto „Russischer Humor“ fortgesetzt, und zum andern gibt es schon die ersten Ideen für die nächste russisch-deutsche Biennale Anfang 2022. Es gilt eben auch hierfür der Sepp-Herberger-Spruch in Abwandlung: Nach dem Russischen Abend ist vor dem Russischen Abend!

Finis cum grano salis , Ende auf Anfang gesetzt, конец – молодец!

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Im Mittelpunkt des Russischen Abends am Freitag stand natürlich das Jubiläum des Erlangen-Hauses. Vor 25 Jahren, am 7. Mai 1995, eröffnet, hatte die Botschaft der Partnerschaft natürlich auch eine Vorgeschichte.

Die Geburtstagstorte für das Erlangen-Haus

Selbst an einer solchen Festveranstaltung ist es unmöglich, die ganze Geschichte der Sanierung, Eröffnung und Fortführung des Hauses darzustellen, aber der Versuch war es wert: in zwei Teilen zu je zwei Pärchen.

Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa

Während Wolfram Howein und Peter Steger die von Helmut Eichler geleitete Entwicklung bis 1995 skizzierten, berichteten die beiden Dozentinnen, Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa, von der Entstehung des Sprachlernzentrums, das in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und dem Goethe-Institut entstand und heute so erfolgreich seine Deutschkurse anbietet: Sprachlernzentrum Erlangen-Haus

Wolfram Howein

Namen und Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart, Menschen und Erinnerungen, ohne die das Erlangen-Haus nicht denkbar wäre. Alles akribisch zusammengetragen im Jubiläumsband des Autorenduos Irina Chasowa und Wolfram Howein – zweisprachig auf gut 120 Seiten – unter dem Titel „Das Erlangen-Haus in Wladimir“.

Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa mit John Stackmann im Hintergrund

Dieses beim Russischen Abend präsentierte Standardwerk über Werden und Sein des „Deutschen Hauses“, wie es in Wladimir oft auch genannt wird, gehört ab sofort zur Pflichtlektüre aller, die sich für die Städtepartnerschaft interessieren, denn kein Projekt vorher oder nachher kann sich mit dem Erlangen-Haus und seiner Bedeutung messen. Nicht von ungefähr wurde ja das Erlangen-Haus 2001 von Bundespräsident Johannes Rau mit dem „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“ ausgezeichnet. Erhältlich ist das Buch gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro unter peter.steger@stadt.erlangen.de

Wolfgang Morell und das Jubiläumsbuch zum Erlangen-Haus in Wladimir

Es ist aber auch noch ein Jubilar zu nennen, der heute seinen 75. Geburtstag feiert: der Kinderarzt und Prof. em. Dieter Wenzel, dem für seine Verdienste um die medizinische Zusammenarbeit mit Wladimir vor zehn Jahren der Ehrenbrief der Stadt Erlangen verliehen wurde https://is.gd/ULXMpm.

Dieter Wenzel und Wolfram Howein

Gratulation und ein großes SPASIBO für alles, lieber Dieter! Und danke an Nadja Steger und Othmar Wiesenegger für die Bilder!

Fortsetzung folgt

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Dieser Tage prüfte das Goethe-Institut Moskau wieder einmal das Sprachlernzentrum Wladimir im Erlangen-Haus auf Herz und Nieren. Immerhin werden ja in der Partnerstadt sämtliche Prüfungen abgenommen, für die man früher eigens in die Hauptstadt zu reisen hatte. Da muß Qualitätsmanagement sein. Und – man darf es vorwegnehmen – das Ergebnis überzeugte wieder einmal auf ganzer Linie. Von 180 möglichen Punkten erzielte das Team um Tatjana Kirssanowa fast 172 Zähler, in den entscheidenden Kategorien wie Qualifikation des Personals, Angebot und Kundenzufriedenheit sowie Sprachkursorganisation gab es sogar überhaupt keinen Abzug, sprich, die Erwartungen wurden zu 100% erfüllt. Da kann man nur voller Bewunderung und Anerkennung gratulieren!

Jelena Michajlowa, Natalia Dumnowa, Tatjana Kolesnikowa, Natalia Kirssanowa, Jekaterina Ussojewa und Tatjana Kirssanowa

Hinter diesem Erfolg stehen natürlich ganz konkrete Gesichter. Beginnen wir links mit Jelena Michajlowna, die nach längerer Pause im Mutterschutz mit zwei Kindern wieder an Bord ist und als einzige Lehrkraft des Erlangen-Hauses auch noch an der Fakultät für Fremdsprachen der Universität Wladimir tätig ist. Die Dozentin hat demnächst die Möglichkeit mit einem Stipendium des Goethe-Instituts einen Sprachkurs in Deutschland zu absolvieren. Am nächsten Dienstag beginnt ihr „Start Deutsch“ für alle, die bis Ende Januar rasch viel lernen wollen und dafür genug Zeit mitbringen, zum Beispiel jene, die es zwecks Eheschließlung in die Bundesrepublik zieht. Natalia Dumnowa, Tatjana Kolesnikowa und Natalia Korssakowa, die drei Allzweckwaffen im Team, wobei letztere auch noch für die Online-Kursräume zuständig ist und die beiden Accounts in den Sozialen Netzwerken betreut. Jekaterina Ussojewa kam schon als Zwölfjährige ans Erlangen-Haus und wurde damals ausnahmsweise aufgenommen, weil sie durch ihre Mutter, eine Deutschlehrerin, sprachlich schon „vorbelastet“ war. Noch vor ihrem Schulabschluß bestand sie die C1-Prüfung des Goethe-Instituts, bevor sie nach Sankt Petersburg zum Studium ging und nun im Vorjahr zurückkehrte nach Wladimir und ans Erlangen-Haus. Die Pädagogin ist neben Anna Lesnjak, derzeit im Mutterschutz, sozusagen ein hauseigenes Gewächs. Fehlt nur noch Tatjana Kirssanowa, die alle organisatorischen Fäden des Sprachlernzentrums in Händen hält und im Lehrberuf ihre Erfüllung findet.

Am ersten Sonntag im Oktober begeht man in der Russischen Föderation den „Tag des Lehrers“, den Natalia Korssakowa zum Anlaß nahm, um auf Instagram folgende Nachricht zu hinterlassen: http://www.instagram.com/n.kors @n.kors

Я люблю свою работу 💚

Ich liebe meine Arbeit.

💚Люблю за то, что она никогда не бывает скучной, как бы банально это не звучало 😊 люблю заходить в аудиторию и видеть интерес в глазах учеников, когда им нравится и процесс, и результат 👍

Ich liebe sie dafür, daß sie nie langweilig wird, wie banal das auch klingen mag. Ich gehe gern in die Klasse, um das Interesse in den Augen der Schüler zu sehen, wenn ihnen der Ablauf wie das Ergebnis gefallen.

💚Получаю истинное удовольствие от своих трудов: люблю и искренне радуюсь, когда ученики достигают своих целей – поступают в немецкие университеты, сдают международные экзамены, путешествуют без боязни быть непонятым, да и просто получают удовольствие от изучения немецкого ⠀

Meine Aufgaben bereiten mir ein wahres Vergnügen: Ich genieße es und freue mich aufrichtig, wenn meine Schüler ihre Ziele erreichen, an eine deutsche Universität gehen, internationale Prüfungen ablegen, Reisen machen, ohne zu fürchten, nicht verstanden zu werden, und einfach Freude am Deutschlernen haben.

💚 я сама люблю учиться! и моя работа дает мне возможность профессионально развиваться, и это не только семинары и онлайн- обучение, но и ежедневная рефлекция после занятий ⠀

Ich lerne selbst gern! Und meine Arbeit gibt mir Gelegenheit, mich beruflich weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Seminare und online-Fortbildung, sondern auch um die tägliche Reflexion nach dem Unterricht.

💚Люблю за возможность говорить на прекрасном языке 🇩🇪 и донести эту красоту другим

Ich liebe meinen Beruf für die Möglichkeit, mich in einer herrlichen Sprache auszudrücken und diese Schönheit anderen zu vermitteln. ⠀

💚 люблю за то, что в @erlangenhaus самые лучшие коллеги на свете ❤

Ich liebe ihn dafür, daß ich im Erlangen-Haus die allerbesten Kolleginnen auf der Welt habe.

Da bleibt der Kommentator sprachlos!

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Am Donnerstag und Freitag fegte ein Jazz-Gewitter über Wladimir hinweg. Mitten im Sturm des zweitägigen Festivals unter dem Titel „Jazz-Donner“ das Universal Ensemble von Rainer Glas aus Erlangen. Erste Stimmen hierzu von Tatjana Kirssanowa:

Tatjana Kirssanowa

Am Donnerstag waren Natalia Korssakowa und ich im Konzert der Gruppe Universal Ensemble. Wir waren richtig begeistert und verbrachten einen fantastischen Abend. Uns fiel, daß die originellen Kompositionen der Erlanger auf die Wladimirer großen Eindruck machten – es gab so viel Applaus für die Künstler, und der Beifall war echt herzlich! Jemand rief sogar auf Deutsch „Zugabe“! Vielen Dank für diese Möglichkeit!

Natalia Korssakowa

Und gestern schrieb Andrej Schewljakow, selbst Multiinstrumentalist und Organisator des Jazz-Festivals:

Wir machen jetzt gerade einen Ausflug nach Susdal. Am Donnerstag spielten wir zusammen mit dem Universal Ensemble. Nastja und ich begleiteten die Gäste, und ich spielte in ihrem Programm ein Solo. Dann musizierte Hubert Winter mit meinem Orchester – und gegen Ende jammten wir alle zusammen mit der Moskauer Combo Esh beim Stück So Danso Sambo in meinem Arrangement. Das Konzert war ein voller Erfolg, der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt, das Publikum begeistert von all unseren musikalischen Kombinationen und Kollaborationen. Und auch unsere Gäste sind zufrieden. Rainer Glas lädt unser Streicherquartett im Februar nach Erlangen ein, wo wir bei seinem Konzert mitspielen sollen. So sind alle glücklich, sie mit uns und wir mit ihnen.

Reinhören kann man schon einmal hier, zwar mit schlechter Bildqualität, aber vom Ton her gar nicht schlecht für eine Handyaufnahme: https://is.gd/rr0py2 und da, in die Reportage vom Staatlichen Wladimirer Lokalsender, wo die Erlanger – leider ohne Ton – gleich zu Beginn zu sehen sind: https://is.gd/p74Y17. Aber das ist ja erst der Anfang. Es folgen sicher weitere Berichte.

 

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Es irrt, wer glaubt, sonntags herrsche im Erlangen-Haus Ruhe. Da gibt es nämlich Privatunterricht für alle, die unter Woche aus beruflichen Gründen keine Zeit für die Kurse haben, oder wenn man besonders schnell vorankommen möchte – wie Andrej Ottowitsch Rod, der öfter seinen Vater und die Verwandtschaft in Fürth besucht und dort, in Franken, nicht immer mit offenem Mund danebenstehen will, wenn die Unterhaltung auf Deutsch geführt wird.

Rod

Andrej Rod

Über sich selbst mag der Universitätsdozent nicht viel erzählen. Wichtiger ist ihm die jüngere Familiengeschichte, die der so vieler Rußlanddeutschen ähnelt und dann doch wieder so ganz eigene Züge trägt. Der Vater, Andrej Ottowitsch, wurde am 5. Mai 1932 im Kirchdorf Schidlowo, Region Donezk, ja, dort geboren, wo nun schon seit fünf Jahren Krieg herrscht. Fast wie 1941, als die Eltern mit den beiden älteren Söhnen per Zug in die Region Pawlodar evakuiert wurden, während der Großvater, Otto Rod, schon 1938 in die Knochenmühle des Gulags geriet und 1942 in einem Lager bei Nischnij Nowgorod, damals Gorkij, der Willkürherrschaft zum Opfer fiel. 1994 siedelten Andrejs Eltern und Schwestern nach Deutschland aus und ließen sich in Fürth nieder. Etwas später folgte auch der Bruder, Otto Ottowitsch. Und dann ist da noch die Geschichte von Irina Rod, veröffentlicht 2016 in der Moskauer Deutschen Zeitung, die eine erstaunliche Biographie offenbartrod-3

Noch eine, den männlichen Zweig der Familie betreffende Tradition sei angemerkt: Die Vornamen Andrej (Andreas) und Otto werden immer alternierend vergeben und weitervererbt.

Andrej und Otto Rod

Andrej und Otto Rod in Fürth

Gleich, wo Sie Andrej Rod einmal begegnen, ob in Wladimir oder Fürth, sein Deutsch wir dann sicher schon wesentlich besser sein, denn die Muttersprache seiner Ahnen erlernt er im Erlangen-Haus bei Tatjana Kirssanowa. Qualität hat ja schließlich einen Namen.

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Heute habe ich unseren Osterbaum im Flur des Erlangen-Hauses geschmückt. Dabei habe ich an unsere Freunde aus Erlangen gedacht: Ich habe mir Eure mit bunten Ostereiern geschmückten Häuser und Wohnungen vorgestellt.

Von Herzen möchten wir Euch Frohe Ostern, sonnige Frühlingstage und natürlich viel Spaß beim Eiersuchen wünschen!

Tatjana Kirssanowa

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Gerade einmal zwei Wochen sind seit dem Abschiedsabend für die Gruppe aus dem Erlangen-Haus vergangen, als die ersten Maschen des Freundschaftsschals angeschlagen wurden. Nun erreichte gestern die Blogredaktion schon die Nachricht aus Wladimir, man sei weiter fleißig am Stricken. Was für eine Idee, die da durch so vieler Hände Arbeit Gestalt annimmt!

Tatjana Parilowa

„Mit großer Dankbarkeit“, so schreibt Tatjana Kirssanowa, „denken die Teilnehmer des Sommerkurses an die schöne Zeit in Erlangen zurück“, und fährt dann dort:

Übrigens,  der  „Schal  der  Freundschaft“,  mit dessen Stricken wir auf der Abschiedsparty angefangen haben, wird immer schöner und länger! Viele  Besucher des Erlangen-Hauses stricken ihn weiter! So wie heute Tatjana Parilowa.

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