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Posts Tagged ‘Tag des Vaterlandsverteidigers’


Zum heutigen Tag des Vaterlandsverteidigers veröffentlichen die Statistiker Zahlen zum Thema „Männer“, die nachdenklich stimmen. Zunächst einmal sind sie in der Unterzahl: 624.000 zählte man im Vorjahr in der Region Wladimir, 130.000 weniger als Frauen. Damit kamen 2018 auf 1.000 Männer 1.207 Frauen, ein Verhältnis, das sich bereits Jahren so darstellt – seit 2010 stehen 45% Männer 55% Frauen gegenüber. Demographisch geraten die Männer zunehmend ins Hintertreffen, denn 2018 wurden sie um 7.300 weniger, wobei der Anteil der älteren Männer konstant bei 17% bleibt, was die allgemeine Alterung der Gesellschaft widerspiegelt. Alarmierend dabei die hohe Zahl von Männern, die das Gouvernement Wladimir verlassen. 2018 waren das 9.200, 300 mehr als 2017. Dieser „Fluchtreflex“ zeigt sich freilich bei den Frauen noch ausgeprägter. 11.000 waren es im vergangenen Jahr, die ihrer Heimat den Rücken kehrten, 2017 lag die Zahl noch bei 10.400.

Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Schneesturm, gesehen von Wladimir Tschutschadejew

Positiv zu vermerken ist aber die gute Beschäftigungslage. Die Arbeitslosigkeit unter Männern ist zwar nur leicht, aber immerhin nachweisbar gefallen, von 5% im Jahr 2017 auf 4,8% im Vorjahr. 95% von ihnen verfügen über ein stabiles Einkommen. Dabei besetzen die Herren ungeachtet aller Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit weiter vornehmlich Leitungspositionen und typische „Männerberufe“ und dominieren diesen Bereich mit teilweise mehr als 60% Anteil: Versorgung und Entsorgung, Bau, Transportwesen, Logistik, Land- und Forstwirtschaft, Naturwissenschaften, Energie-Erzeugung, Abfallverwertung – und Straßenreinigung, besonders heute, denn gestern tobte über Wladimir ein Schneesturm.

Schnee 5

Nikolaj Liwschiz, Chefredakteur des Prisyw

 

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Morgen feiern sie wieder sich selbst und ihre Mannhaftigkeit, die russischen Vertreter des starken Geschlechts am Tag des Vaterlandsverteidigers. An diesem Tag tun Frauen gut daran, ihre Kavaliere gewähren zu lassen und den kleinen wie großen Helden etwas Gutes zu tun und – noch besser – ihnen etwas Leckeres zu kredenzen, wie diese Quark-Smetana-Kreation:

Dazu sind nötig 200 g Quark, 300 g Smetana oder Schmand mit nicht weniger 15% bis 20%, gern auch mehr Fett i.T.; nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker und etwas Vanillezucker

Alles wird zu einer cremigen Masse verrührt und mit einer geriebenen Zitronenschale verfeinert. Des weiteren braucht man 200 g bis 250 g Kekse – ohne Glasur, Schokoladenbezug oder Füllung – ein Viertelglas Kaffee und einen Teelöffel Zucker, die man gut verrührt.

Jetzt gibt man auf einen Teller eine mitteldicke Kremschicht und darauf eine Keksschicht, die vorsichtig mit der Kaffeelösung bepinselt wird. Darauf kommt wieder eine gute Kremschicht – und so weiter solange die Zutaten ausreichen, Schicht um Schicht. Obenauf dann noch ein dicke Portion Kreme verstreichen und für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank, je länger, desto besser. Bevor die Torte auf den Tisch kommt, kann man sie noch mit Schokoladenraspeln, Nüssen, frischen Früchten oder Orangeat verzieren.

Ein zart-frischer Genuß – nicht nur für Männer – zu einer Tasse Tee oder Kakao.

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Am heutigen 23. Februar haben die russischen Männer etwas zu feiern, den “Tag des Verteidigers des Vaterlands”. Nur noch wenige werden sich dessen erinnern, daß es Leo Trozkij, der Erfinder des Perpetuum mobile der Revolution, ist, auf den das Fest zurückgeht. Er hat am 23. Februar 1922 – als Kriegskommissar – ein Dokument unterzeichnet, das daran erinnerte, daß die Arbeiter und Bauern am 23. Februar 1918 die Rote Armee gegründet haben, um das Vaterland vor inneren wie äußeren Feinden zu schützen. In Wirklichkeit handelte es sich angesichts eines Vielfrontenkriegs – auch im Innern – um eine Generalmobilmachung.

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All die sieben Jahrzehnte der Sowjetherrschaft über wurde der “Tag der Sowjetarmee” groß gefeiert, und wie so vieles aus jener Zeit – man denke nur an die Melodie der Nationalhymne – blieb das Fest unter einem anderen Namensschild bis auf den heutigen Tag erhalten. Längst feiern den Tag nicht nur die verdienten Kriegsveteranen, sondern alle Männer in Rußland. Oder sollte man sagen, sie lassen sich feiern und von ihren Frauen hochleben? Einmal im Jahr darf sich jeder als kleiner oder großer Held fühlen und dafür den Dank der Nation und des schwachen Geschlechts entgegennehmen. Was könnte schöner für die männliche Eitelkeit sein?!

23-02-2014

 

Doch bleibt es nicht bei der rein moralischen Ehrung. Immer mehr Männer erwarten auch das eine oder andere Geschenk oder zumindest eine Aufmerksamkeit. Nach dieser Honorierung militärischer sowie sonstiger tatsächlicher oder doch eher fiktiver heroischer Leistungen, gern gewürdigt in patriotisch gestimmten Politikerreden, verbringt Mann den Rest des Tages, der übrigens (auch für Frauen) offiziell arbeitsfrei ist, am liebsten mit seinen Geschlechtsgenossen und ergibt sich dem russischen “dolce far niente”, tut also wohl nichts wesentlich anderes, als das, was unsere Väter an Christi Himmelfahrt zu tun belieben, sprich Allotria treiben, solange man sich der zivilisatorischen Macht des Weiblichen entziehen kann.

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Heute ist ganz Rußland in Feierlaune. Sogar die diplomatischen Vertretungen des Kremls rund um den Erdball bleiben zu, denn man begeht den „Tag des Vaterlandsverteidigers“, eingeführt bereits 1922 als „Tag der Roten Armee und Flotte“ und 1946 umbenannt in den „Tag der sowjetischen Armee und Kriegsmarine“, seit 1993 unter der heutigen Bezeichnung bekannt und beliebt. Wie man hört, nicht nur bei den Männer aller Altersgruppen.

Alles Gute zum Tag des Vaterlandsverteidigers!

Alles Gute zum Tag des Vaterlandsverteidigers!

Der Wladimirer TV-Kanal Zebra hat aus gegebenem Anlaß dem durchschnittlichen Vaterlandsverteidiger auf den Zahn gefühlt und dabei folgende Ergebnisse ans Tageslicht gebracht.

Der Durchschnittsmann in der Region Wladimir ist 38 Jahre alt, hat eine Berufsschulausbildung und eine Familie. Er arbeitet brav seine 40 Stunden in der Woche, also acht am Tag, zumeist in der Produktion. Seine Arbeitsbedingungen können durchaus schädlich sein, dafür verdient er im Schnitt um ein Drittel mehr als seine Frau. Wenig Grund zum Optimismus bietet der Blick auf den demographischen Aspekt. Ab dem 55. Lebensjahr stellen sich ernsthafte gesundheitliche Probleme ein, und längst nicht jeder erlebt seinen 65. Geburtstag. Die 2013 geborenen, künftigen Vaterlandsverteidiger dürfen mit einer Lebenserwartung von kurzen 62,8 Jahren rechnen, fast 13 Jahre weniger die Mädels. Einige Ausnahmen bestätigen die Regel: 3.919 Männer in der Region Wladimir sind 85 Jahre und älter, und immerhin noch 25 haben das 100. Lebensjahr vollendet. Der natürliche Geburtenüberschuß hält bis zum 35. Geburtstag an, bis dahin haben die Vaterlandsverteidiger also zumindest theoretisch noch die Herrenwahl. Doch danach schlägt es rasch um: Anfang 2014 hatten die Männer gerade einmal 45,1% Anteil an der Gesamtbevölkerung, sprich, auf 1.000 Männer kommen 1.217 Frauen. Damenwahl!

Tag des Vaterlandsverteidigers

Alles Gute zum Tag des Vaterlandsverteidigers

Zum gleichen Zeitpunkt waren von den 638.100 Männer in der Region Wladimir 17,5% (111.400) Jungs im Alter bis 15 Jahre, während die Altersgruppe der arbeitsfähigen Männer im Alter von 16 bis 59 Jahren 66,4% ausmachte. Nur 16,1% der Männer, ungefähr 103.000, hatten das Pensionsalter erreicht. Dennoch ist gerade diese Gruppe in den letzten fünf Jahren um 8,4% gewachsen.

23. Februar. Alles Gute zum Tag des Vaterlandsverteidigers

23. Februar. Alles Gute zum Tag des Vaterlandsverteidigers!

Als die „männlichsten“ Arbeitsbereiche gelten in der Region Wladimir Rohstoffgewinnung, Produktion und Verteilung von Strom, Gas und Wasser, Bauwirtschaft, Verkehr und Telekommunikation. 60% aller berufstätigen Männer arbeiten in diesen Sektoren. 45,5% sind in der Verwaltung und allen möglichen Leitungs- und Führungsfunktionen tätig.

Fast die Hälfte der Studenten an den Hochschulen der Region Wladimir waren zum Wintersemester 2013/14 männlichen Geschlechts. Bei Promotionen und Habilitationen steigt ihr Anteil allerdings auf mehr als 80%.

Ergeben Sie sich! Sie sind umzingelt!

Ergeben Sie sich! Sie sind umzingelt!

Nach dem 2010 erhobenen Material der letzten Volkszählung gibt es 103.411 Alleinerziehende. Davon sind aber nur 6.036 Männer. Dafür zieht es fast ein Viertel der Männer vor, ein Leben als Hagestolz zu führen. Womit wir wieder bei der Damenwahl wären…

Amüsiert euch ruhig, Jungs, wir halten derweil Wache.

Amüsiert euch ruhig, Jungs! Wir halten derweil Wache…

P.S.: Warum die russischen Männer so jung dahinwelken? Ein trauriges Thema, unpassend für den heutigen Festtag, wo es doch zu gratulieren gilt! Aber nur aufgeschoben.

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