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Posts Tagged ‘Swetlana Steinbusch’


Ein ganzer Tag dem Russischen gewidmet. Was denn daran so besonders in Erlangen sei, könnte man zunächst meinen, wo doch gerade erst, im Februar, an der Volkshochschule während der Russisch-Deutschen Wochen die Sprachkurse ausgebucht waren. Doch mit diesem Symposium hat es schon seine eigene Bewandtnis.

Heinz Römermann, Oxana Löscher, Swetlana Steinbusch, Birgit Tordinava, Oxana Kirej, Ludmila Beljatschkowa, Roland Kleiber sowie Institutsleiter Daniel Gossel

Jedes Jahr veranstaltet das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) unter Leitung von Professor Daniel Gossel ein Symposium, alternierend gewidmet dem Englischen, Spanischen, Italienischen, Französischen und eben dem Russischen, gestern zum sechsten Mal Gegenstand intensiver Auseinandersetzung.

Russisch Symposium am IFA: das Plenum

Die Basis dafür ist am IFA mit einem sechsköpfigen Team, angeführt von Heinz Römermann, gegeben, und die Nachfrage für eine Ausbildung in den vielen sprachlichen Dienstleistungsbereichen – vom Gerichtsdolmetschen bis zur Übersetzung von Dokumenten – besteht, ungeachtet aller technischen Entwicklungen. Just diesen stellte sich denn auch gestern der Auftaktvortrag unter dem Titel „Skype als neues Medium im Unterricht“.

Daniel Gossel und Kristina Kapsjonkowa

Aber auch die eher „klassischen“ Fragen fanden ihren Platz mit Themenblöcken wie „Unterschiede und Gemeinsamkeiten des deutschen und russischen Rechtssystems“ oder „Sprichwörter – Salz in der Suppe“. Alles auf Russisch und natürlich vor allem auf Muttersprachler und Fortgeschrittene ausgerichtet.

Daniel Gossel und das Plenum

Wohl einer deutsch-russischen Städtepartnerschaft wie Erlangen – Wladimir, die eine solche Ausbildungsstätte wie das IFA vor Ort hat, das, vor 70 Jahren gegründet, nun im dreißigsten Jahr des Austausches mit der Universität Wladimir steht. Fast wie im Märchen, um ein bekanntes russisches Sprichwort zu bemühen, das rasch erzählt ist, während das Werk einige Zeit braucht. Die Zeit hat sich jedenfalls gelohnt und ist aller dankbaren Anerkennung wert. Nicht nur zu Jubiläen. Спасибо IFA!

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„Das war wirklich eine erhellende Veranstaltung, besser, als wenn wir einfach nur den Film gesehen hätten…“ oder „Davon kann man gar nicht genug bekommen!“ lauteten noch die zurückhaltendsten Kommentare nach den zwei Stunden, in denen Swetlana Steinbusch, Russisch-Dozentin am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, gestern abend ihr zwanzigköpfiges Publikum im Club International durch das Werden und Wirken des 1988 veröffentlichten sowjetischen Spielfilms „Das Hundeherz“ führte, kundig und klug – und so ganz anders als geplant. Eines Mißverständnisses wegen nämlich war versäumt worden, die Adaption der bereits 1925 entstandenen und bis 1987 offiziell in der UdSSR unveröffentlicht gebliebenen, bitter-komischen gleichnamigen Satire aus der Feder von Michail Bulgakow mit deutschen Untertiteln zu bestellen, weshalb die Russistin nach ihrer vorbereiteten kurzen Präsentation des Stoffes aus dem Stand extemporierte und den noch rasch im Internet gefundenen Streifen in seinen wesentlichen Teilen durchaus ansprechender kommentierte und übertrug, als das die vorgesehene Fassung hätte zu leisten vermögen. Gerade deshalb wohl kamen Kameraführung (in weiten Teilen aus der Perspektive einer streunenden Promenandenmischung, die durch eine Operation in der Brust eines Kleinkriminellen weiterlebt und nach dem Mißlingen des Tier-Mensch-Versuchs das kreatürliche Wesen zurückerhält), schauspielerische Leistung (fast mit der mimetischen Ausdruckskraft eines Stummfilms) und atmosphärische Dichte (intensiviert durch das Sepia-Schwarz-Weiß) des vielfach ausgezeichneten Streifens im Saal wie durch ein zusätzliches Medium verstärkt an und führten zu einer lebhaften Diskussion, die sogar darin gipfelte, sich für die heutigen Zeiten von „fake news“ einen ähnlich seherischen Autor wie Michail Bulgakow zu wünschen, einen Schriftsteller, der hinter das Bestreben blickt, einen „neuen Menschen“ zu schaffen, sei es, wie derzeit, durch „künstliche Intelligenz“ oder die Genforschung, sei es, wie damals, im Zeitalter der „Neuen Ökonomischen Politik“, mittels einer Ideologie der revolutionären Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse den „homo sovieticus“.

Swetlana Steinbusch und Michail Bulgakow

Vorlage wie Verfilmung folgen der Tradition des Homunculus und des darin vorgegebenen Scheiterns der schöpferischen Hybris, ganz im Geist der Groteske von Nikolaj Gogol, und sind, wie die Referentin ausführte, tief ins kollektive Gedächtnis vor allem derer gedrungen, die jene Epoche des verblassenden Sozialismus miterlebten, als man endlich ungestraft lachen konnte über Sätze wie: „Wissen Sie, ich habe 30 Erhebungen in meiner Klinik gemacht. Und was glauben Sie, haben die gezeigt? Patienten, die keine Zeitung lesen, fühlen sich vortrefflich. Jene aber, die ich eigens genötigt hatte, die Prawda zu lesen, verloren an Gewicht.“ Oder: „Lesen lernen ist gänzlich nutzlos, wenn man das Fleisch eh schon einen Kilometer gegen den Wind riecht.“ – Und das im Kontrast zum aus dem Heiligenkalender selbstgewählten Vornamen und Patronym des Hundemenschen: Poligraf Poligrafowitsch, als der „Polygraph“ oder „Vielschreiber“. So könnte man lange fortfahren und würde dem gestrigen Abend doch unmöglich gerecht. Deshalb nur noch zwei Hinweise: Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der Volkshochschule, will den Film mit Untertiteln nachliefern und den Termin der Vorführung mit Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, abstimmen, der unter gerhard@kreitz.de gern Anmeldungen annimmt. Und davor noch rasch in die nächste Buchhandlung oder Bücherei und nach dem „Hündischen Herz“ oder „Hundeherz“ – je nach Übersetzung – fragen, wenn man sich noch nicht an Michail Bulgakow für Fortgeschrittene, nämlich an seinen hiermit wieder einmal ans Leserherz gelegten Roman „Meister und Margarita“ wagen sollte. Es ist nie zu spät, diesen Großmeister der Literatur zu entdecken! Bleibt nur noch der Link zum Film im russischen Original nachzureichen: https://is.gd/9Qcbao

 

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Die närrischen Tage eilen ihren tollen Höhepunkten entgegen, und bald schon sind die Faschingsferien der Volkshochschule wieder zu Ende. Zeit also, nochmals an die zweite Runde der „Russisch-Deutschen Wochen“ zu erinnern.

Keine zehn Jahre nach der Oktoberrevolution schrieb Michail Bulgakow seine bißige Satire von einem Hund, der sich dank chirurgischer Kunst zu einem Menschen entwickelt, ein hybrides Geschöpf, das nicht unbedingt die besten Seiten beider Wesen kultiviert. Erst 2013 erschien auf Deutsch von Alexander Nitzberg unter dem Titel „Das hündische Herz“ eine angemessene Übersetzung des Werks der sowjetischen Klassik. Die Russistin Swetlana Steinbusch, Dozentin am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, zeigt an dem Abend den 1976 entstandenen Film „Hundeherz“ und stellt am Montag, den 19. Februar, um 19.30 Uhr im Club International all die vielen Verbindungen zwischen Literatur und Kino, zwischen Imagination und Realität – damals und heute – her.

Swetlana Steinbusch, sitzend links, im Kollegenkreis des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde

Moritz Florin, promovierter Historiker und seit 2015 Akademischer Rat am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt der Geschichte Osteuropas an der Universität Erlangen-Nürnberg, arbeitet wissenschaftlich am Thema der Entstehung des Terrorismus und ist dabei auf den Spuren der russischen Anarchisten und Revolutionäre. Der Vortrag am Dienstag, den 20. Februar, um 19.30 Uhr in der Aula der Volkshochschule, Friedrichstraße 17, schlägt dann auch den Bogen von den ersten Anschlägen auf den Zaren im 19. Jahrhundert bis hin zu den Wirren der Oktoberrevolution und den von Terror geprägten Jahren des Bürgerkriegs und der Entstehung der Sowjetunion.

Moritz Florin inmitten seiner Studentengruppe

Wer klassische Musik in Erlangen schätzt, kennt Dorian Keilhack. Der Pianist und Dirigent seinerseits kennt wie kaum ein anderer die russische Klassik, zumal er selbst in deren Geist seine musikalische Ausbildung genoß. Am Mittwoch, den 21. Februar, um 19.00 Uhr, führt im Historischen Saal  führt der Leiter der Camerata Franconia am Flügel anhand von ausgewählten Beispielen in Wort und Klang durch die faszinierende Welt der großen russischen Namen – von Michail Glinka bis zu Dimitrij Schostakowitsch – und stellt die Bezüge zur westeuropäischen Klassik her. Hinweis: Am Sonntag, den 18. März, dirigiert Dorian Keilhack im Redoutensaal sein Orchester mit Gastmusikern aus Wladimir zum 35jährigen Jubiläum der Partnerschaft.

Dorian Keilhack (rechts im Bild) mit Gästen aus Wladimir

Alleine mit dem Fahrrad von Erlangen bis Wladimir? In nur fünf Wochen? Als Frau? Ohne Sprachkenntnisse? Alles Fragen, auf die Gertrud Härer mit einem klaren Ja antworten kann. Den ganzen August 2017 saß sie fest im Sattel, radelte über Polen und das Baltikum bis kurz vor Moskau, von wo aus sie dann mit Jonas Eberlein, ebenfalls aus Erlangen, bis in die Partnerstadt weiterfuhr, um dort auch noch am Halbmarathon teilzunehmen und als zweite ihrer Altersgruppe ins Ziel zu kommen. Etwas, das nur Gertrud Härer schafft, die an diesem Abend – mit Bildern von Othmar Wiesenegger – am Donnerstag, den 22. Februar, um 19.00 Uhr im Großen Saal (nicht im Club International, wie ursprünglich angekündigt!) von ihrem russischem Abenteuer auf Rädern viel erzählen kann.

Doris Härer mit Jonas Eberlein in Wladimir auf dem Tandem

Das Verstehen der gesprochenen Sprache bereitet oft Schwierigkeiten. Anhand ausgewählter Themen und Hörtexte sowie Originalaufnahmen aus dem Fernsehen  werden hier das Hörverstehen und die mündliche Ausdrucksfähigkeit geübt. Darüber hinaus wiederholt und erweitert man durch verschiedene Übungen die grammatischen Strukturen und den Wortschatz. Dieses Seminar (Kursnummer 17W634068) am Freitag, den 23. Februar, richtet sich von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr, im Raum 20 der Volkshochschule, Friedrichstraße 17, an Teilnehmer mit Vorkenntnissen. Im Unterschied zu dem Kurs „Kyrillisch schreiben… ist gar nicht so schwer“ am Dienstag, dem am Dienstag und Donnerstag stattfindet, gibt es für das Seminar noch wenige freie Plätze. Noch!

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Es gehört zu den schönen Gepflogenheiten von Lehranstalten, Jahresberichte herauszugeben. So ist soeben die Chronik 2016/2017 des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde erschienen, das zusammen mit der Volkshochschule zu den Erlanger Bildungseinrichtungen mit der längsten und intensivsten Wladimir-Austauschpraxis gehört. Folgerichtig findet sich in der achtundachtzigseitigen Publikation auch nachstehender Bericht der vier Studentinnen, die im März für drei Wochen Erlangen erlebten:

Wir haben auf diese Reise ungeduldig gewartet, weil es für drei von uns vier die erste Bekanntschaft mit Deutschland war. Als wir zum Bordfenster hinaus auf die bayerischen Landschaften schauten, verliebten wir uns in die Natur Deutschlands. In Erlangen fuhren wir zuerst zum Institut, wo wir Heinz Römermann kennenlernten und von ihm einen Stundenplan bekamen (und sogar gleich die erste Hausaufgabe). Danach wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt. Das erste, was uns auffiel, war die Gastfreundlichkeit nicht nur unserer Gastfamilien, sondern auch die aller Menschen in Deutschland. Am nächsten Tag begann für uns der Schulalltag. Nach dem Unterricht hatten wir die Möglichkeit, durch die schöne und gemütliche Stadt Erlangen zu bummeln. Am Mittwoch wurden wir ins Rathaus eingeladen, wo man uns damit beehrte, die Bürgermeisterin kennenzulernen, welche uns freundlich empfing. Es war der 8. März, also der Weltfrauentag, und jede von uns bekam eine Blume, was wir nicht erwartet hatten, aber als sehr nett und aufmerksam empfanden.

Daniel Gossel, Alexandra Klemeschowa, Darja Lukjanowa, Marina Aljokina, Jelena Jewdokimowa, Tatjana Maier, Elisabeth Preuß und Heinz Römermann

In den nächsten drei Wochen besuchten wir viele fränkische Städte wie Bamberg, Rothenburg, Nürnberg und Forchheim. Am besten gefielen uns Bamberg und Rothenburg, weil wir uns in das Mittelalter versetzen konnten: keine Fabriken, keine mehrstöckigen Gebäude, nur Kirchen, Türme und natürlich das wunderschöne Panorama der Städte.

Wir hatten Glück, zwei Tage in der Hauptstadt zu verbringen. Trotz des Regenwetters konnten wir unseren Traum verwirklichen, Bilder vor dem Reichstag und dem Brandenburger Tor zu machen. Wir waren auch von der deutschen Küche begeistert. Sowohl in den Gastfamilien als auch in den Restaurants probierten wir verschiedene deutsche Spezialitäten aus wie z.B. Weißwürste mit Brezel, Schupfnudeln, Bratwürste mit Kartoffelsalat, Jägerschnitzel, Knödel und viele andere gute Speisen.

Abgesehen von den Ausflügen lernten wir natürlich auch. Unsere Bekanntschaft mit Erlangen begann ja mit dem Besuch des Instituts, wo wir die meiste Zeit verbrachten. Als wir unseren Stundenplan bekamen, verstanden wir, wie viel anspruchsvolle Arbeit auf uns wartete. Wir hatten jeden Tag Unterricht, und jede Stunde, die uns angeboten wurde, war sehr interessant. An unserem ersten Unterrichtstag lernten wir gleich einige Lehrer und Studenten kennen. Die erste Stunde war Landeskunde BRD bei Michael Süß. In diesen Stunden erfuhren wir einiges über das politische System der BRD und ihr Wahlsystem. Natürlich war uns vieles schon bekannt, aber trotzdem war alles sehr lehrreich. Die erste Stunde kam uns sehr kurz vor, weil wir in Wladimir nicht eine Stunde (45 Min.) haben, sondern immer Doppelstunden. Es war so ungewohnt, wenn jede Stunde so schnell zu Ende ging und wir uns zur nächsten Stunde zu beeilen hatten, damit wir nicht zu spät sind, denn es waren nur fünf Minuten Pause dazwischen! Bei uns sind immer 20 Minuten Pause dazwischen.

Birgit Tordinava, Oxana Löscher, Roland Kleiber, Heinz Römermann (stehend), Swetlana Steinbusch und Oxana Kirej (sitzend)

Besonders gut gefiel uns die Methodik des Übersetzens, weil wir an unserer Universität kein solches Lehrfach haben. Oxana Kirej zeigte uns die falschen Freunde des Übersetzens und wie man diese richtig übersetzt. Mit Swetlana Steinbusch übten wir, verschiedene Texte aus dem Deutschen ins Russische korrekt zu übersetzen und mit Heinz Römermann aus dem Russischen ins Deutsche. In der Methodik des Übersetzens von Birgit Tordinava lernten wir verschiedene Möglichkeiten, wie man richtig aus dem Russischen ins Deutsche (z.B. lange Genitivketten oder die Mengenangaben) übersetzen sollte.

Wir wunderten uns nicht nur über die große Auswahl an verschiedenen Übersetzungsthemen, sondern auch über die Außen- und Innenansicht der Institutsgebäude. Als wir diese zum ersten Mal sahen, hätten wir nicht gedacht, es handele sich hier um ein Institut, weil diese Gebäude den anderen bewohnten Häusern in der Umgebung sehr ähnlich sind. Die meisten Universitätsgebäude bei uns sind mehrstöckige Bauten, die sehr offiziell aussehen.

Es war für uns eine unvergeßliche Reise nach Deutschland, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Und natürlich hoffen wir, irgendwann wieder nach Erlangen zu kommen.

Marina Alekina, Jelena Jewdokimowa, Alexandra Klemeschowa und Daria Lukianowa

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