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Posts Tagged ‘Swetlana Schelesowa’


Gestern feierte der Chefredakteur des Blogs Geburtstag. Wie es die Fügungen des Lebens so wollen, holte Irina Chasowa just am 5. April das von Jelena Jermakowa im Jahr 2015 gezeichnete Portrait des Partnerschaftsbeauftragten aus der Galerie ab, wo es im Rahmen einer Ausstellung einen Monat lang bis zum vergangenen Sonntag gehangen hatte. Nun, so der Beschluß der Direktorin des Erlangen-Hauses und ihres Teams, soll das Kunstwerk in der Schaltzentrale der Städtepartnerschaft hängen, bis der Kollege und Freund endlich wiederkommt, der aus den bekannten Gründen seit September 2019 (!) nicht mehr in Wladimir gesehen ward.

Irina Chasowa, Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa und Swetlana Schelesowa

Die Arbeit von Jelena Jermakowa weckte natürlich sofort die Erinnerung an ein weiteres Portrait, gezeichnet im Jahr 2003 von Michail Belan. Und nun der wagemutige Blick in die Zukunft. Es laufen bereits die Vorbereitungen auf den Russisch-Deutschen Wochen im Januar 2022. Bis dahin sollte die Pandemie von all den Impfstoffen dahingerafft sein. Eingeladen jedenfalls ist schon einmal der Künstler aus Wladimir, um einen Zeichenkurs zu geben und das eine oder andere Bildnis anzufertigen. Und schon im Mai ist eine Arbeit des Karikaturisten im Rahmen einer Ausstellung der katholischen Hilfswerks Renovabis in Herz Jesu zu sehen. Näheres dazu etwas später.

Aber nicht nur zum Geburtstag gibt es einen Nachtrag: Gestern traf in der Redaktion auch noch dieser Ostergruß von Wladimir Fedin ein. Ein schönes Bild kommt ja nie zu spät – und außerdem steht ja am 2. Mai das orthodoxe Osterfest an. Dann freilich sollte rund um Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl auch der letzte Schnee weggetaut sein.

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Es fehlt wahrlich nicht an schmückenden Epitheta für den heutigen Jubilar in der Art von „Himmelsstürmer“ oder „Multitalent der Partnerschaft“, dennoch kann nicht oft genug wiederholt werden – zumindest an runden Geburtstagen – welche herausragende Rolle Wolfram Howein, der heute 80 Jahre alt wird, für die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir spielt. Begonnen hat sein Wirken mit einem Vertrag, den die beiden Oberbürgermeister, Siegfried Balleis und Alexander Rybakow, anläßlich des 20jährigen Partnerschaftsjubiläums 2003 mit dem Ziel unterzeichnet hatten, im Bereich E-Government einen neuen Schwerpunkt der Zusammenarbeit zu setzen. Schon im Dezember des gleichen Jahres setzte sich der vormalige Siemens-Manager als Seniorexperte und erfolgreicher E-Government-Berater der Erlanger Stadtverwaltung in Marsch, angeworben von Siegfried Balleis persönlich, dem deshalb auch der erste Platz unter den Gratulanten eingeräumt sei:

Siegfried Balleis, Elfriede Königsheim und Wolfram Howein, Mai 2013 beim Spendensammeln für Wladimir

Zunächst fing alles ganz technisch an: Wenn es darum geht, die Partnerstadt Wladimir technisch bei der Digitalisierung zu unterstützen, ist es naheliegend, den scheidenden Chef des Rechenzentrums der Siemens AG in Erlangen um Unterstützung zu bitten. Wie sich daraus eine den dritten Lebensabschnitt von Wolfram Howein prägende Liebe zu Rußland im allgemeinen und zu Wladimir im besonderen ergab, war damals nicht abzusehen. Ich freue mich deshalb, daß er auf mein Werben für die Vermittlung technischer Kompetenz eingegangen ist und so ein technikaffiner Ingenieur seine Ader für die Völkerverständigung fand.

Den Glückwünschen schließt sich natürlich das Erlangen-Haus an, dem er nicht nur als Revisor und Berater, sondern vielmehr als Freund und Förderer verbunden ist. Lassen wir deshalb die Direktorin, Irina Chasowa, und ihre Stellvertreterin, Swetlana Schelesowa, zu Wort kommen:

Das Leitungsquartett des Erlangen-Hauses und der Deutschkurse: Swetlana Schelesowa, Natalia Korssakowa, Irina Chasowa und Tatjana Kirssanowa

Das Team des Erlangen-Hauses gratuliert unserem lieben Wolfram zum runden Geburtstag. Spricht man von ihm oder seinem Wirken, bekommt man immer nur Lächeln zu sehen und nur gute Worte zu hören. Über seine Sorge um und Hilfe für das Erlangen-Haus könnte man ohne Ende erzählen. Bei jedem seiner Besuche in Wladimir bringt er für die Hörer unserer Kurse einen seiner Reiseberichte mit, und immer, wenn wir nach Erlangen kommen, organisiert er zusammen mit all unseren Freunden die interessantesten Exkursionen durch halb Deutschland. Viele Jahre leitete er ehrenamtlich das Projekt „Lichtblick“, dem er zusammen mit seiner Frau Inge ein Straßendorf für Kinder schenkte. Derzeit arbeitet er mit der Selbsthilfeorganisation für Eltern mit schwerbehinderten Kindern „Swet“ zusammen, pflegt Freundschaft mit Lehrkräften der Waldorfschule, mit Ärzten der Erwachsenen- und Kinderpsychiatrie und engagiert sich für unser Rotes Kreuz und weitere Bereiche aus dem sozialen Leben. Vor zehn Jahren schenkten wir Wolfram den Hauptschlüssel zum Erlangen-Haus, jetzt, wo uns das Corona-Virus trennt, schenken wir ihm unsere Herzenswäre und die besten Wünsche für seine und seiner Familie Gesundheit.

Und Swetlana Schelesowa fügt hinzu:

Amil Scharifow, Reinhard Beer, Wolfram Howein und Anette Christian bei der Aufnahme einer Grußbotschaft für das Erlangen-Haus im Mai 2020

Es kommt wohl nicht so oft vor, daß jemand wie ich, zuständig für das Finanzwesen eines Hauses, aufrichtig nur Gutes über den Controller und Berater sagen könnte. Streng und anspruchsvoll, überprüft er nicht nur am Jahresende den Zustand unserer Stiftung, sondern er kontrolliert auch unter dem Jahr regelmäßig alle laufenden Prozesse. Seit er diese Funktion im Jahr 2008 übernahm, verstand er sich nie nur als „Kontrollorgan“, sondern als Prüfer und Ratgeber in einer Person hinsichtlich aller Fragen und Probleme des Erlangen-Hauses, angefangen bei den einfachen Dingen, wie die eigenhändige Montage und Einrichtung einer Klingelanlage für die unterschiedlichen Bereiche des Gebäudes, bis zu den komplexen Dingen, wie die Begutachtung und Befürwortung der Modernisierung einer witterungsabhängigen Steuerung des Gaskessels, was zu einer Energieeinsparung und Verbesserung der ökologischen Bilanz führte. Und schließlich gelang es, in diesen Jahren mit seiner Hilfe ein Finanzpolster anzulegen, das uns jetzt, in dieser schwierigen Krisenzeit, hilft, uns über Wasser zu halten. Auch ich wünsche ihm Gesundheit und eine möglichst rasche Rückkehr nach Wladimir, wo ungezählte Freunde nur darauf warten, die Zusammenarbeit und Freundschaft mit ihm fortzuführen.

Swetlana Schelesowa, Irina Chasowa, Wolfram Howein und Jewgenij Chasow auf dessen Datscha

Und schließlich reiht sich Jurij Katz, zusammen mit seiner Frau Ljubow Gründer und Leiter der o.g. Selbsthilfegruppe „Swet“, in den Chor der Gratulanten ein und nennt Wolfram Howein – großgeschrieben – einen „außergewöhnlichen Menschen“:

Wolfram Howein mit Familie Katz bei der Überreichung einer Spende im Jahr 2013

Lieber und verehrter Wolfram, die Kinder, Eltern und Pädagogen der Selbsthilfeorganisation „Swet“ gratulieren Ihnen zum Geburtstag! Wir wünschen Ihnen Glück, Gesundheit und Erfolg in Ihrem Leben! Sie helfen auf vielerlei Weise unseren behinderten Kindern und Jugendlichen dabei, selbständig leben zu können. Sie standen für viele unserer Programme Pate, die jetzt ausgezeichnete Ergebnisse zeitigen. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen und laden Sie herzlich ein!

Das Erlangen-Haus, Sehnsuchtsort nicht nur für Wolfram Howein in diesen Zeiten der Trennung und Selbstisolierung

Der Blog-Redaktion bleibt da nur, im Namen all jener zu danken und zu gratulieren – wie man hört, ließ es sich auch Oberbürgermeister Florian Janik nicht nehmen, dem Jubilar zu schreiben -, die hier nicht Platz finden, aber auf unterschiedlichste Weise mit Wolfram Howein am Gelingen der Städtepartnerschaft mit Wladimir zusammenarbeiten. Ihm und ihnen allen ein, wie Jurij Katz sagen würde, großgeschriebenes SPASIBO!

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Wer schickt in Zeiten von Mail und Messenger noch wem Nachrichten mit der Schneckenpost in Form von Postkarten? Wohl nur, wer andere überraschen, wer anderen eine unerwartete Freude machen will. In Abwandlung eines Bonmots von Denis Diderot besteht nämlich die Kunst des Kartenschreibens in nichts anderem als in der „Kunst die Arme zu verlängern, um die Lieben in der Ferne zu umarmen. Dieser Gedanke steht hinter einer Initiative des Teams für Städtepartnerschaften und Internationale Kontakte im Erlanger Rathaus, die mit Hilfe der Graphikerin Ina Meillan Gestalt annahm und in alle Welt verschickt werden kann: https://is.gd/XsNywV

Wer nun also noch nicht im Besitz einer solchen Karte ist oder glaubt, sie komme ohnehin nicht an, lasse sich eines Besseren belehren und das Bild betrachten, das Swetlana Schelesowa, stellv. Leiterin des Erlangen-Hauses, gestern ohne Worte – zugegeben digital – schickte, nur mit einem glücklichen Lächeln angesichts des Grußes aus der Stadt an der Regnitz, die seit Anfang März keinen einzigen Gast mehr entsandt hat.

Swetlana Schelesowa

Sie fragen noch, wie lange die Karte unterwegs war? Gegenfrage: Was spielt das für eine Rolle bei dem Lächeln? Warum also lange warten? Greifen Sie zu Stift und Karten!

Erlangen-Haus 2

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Heute vor 25 Jahren, am Vorabend zum 50. Jahrestag des Sieges über den Nationalsozialismus, eröffneten die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, das Erlangen-Haus in Wladimir als Botschaft der Bürgerpartnerschaft, der Volksdiplomatie und der Verständigung zwischen Deutschen und Russen. Nach zweieinhalbjähriger Bau- und Sanierungsarbeit einer deutsch-russischen Brigade unter Leitung von Kira Limonowa und Helmut Eichler und einer heute wohl so kaum mehr möglichen Spendenaktion gelang es, am 7. Mai 1995 das einstige Kaufmannshaus, mittlerweile schon fast abrißreif, als Begegnungsstätte einzuweihen, die schon sechs Jahre später vom damaligen Bundespräsidenten, Johannes Rau, mit dem „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“ ausgezeichnet wurde. In der Zwischenzeit hatte das Team – zunächst unter Leitung von Tatjana Garischina, später von Jelena Jewtuchina-Tschilimowa und schließlich von Irina Chasowa – mit Hilfe der Volkshochschule Erlangen, namentlich Klaus Wrobel und Reinhard Beer, neben dem Gästetrakt die Deutschkurse in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Moskau derart erfolgreich aufgebaut, daß man ein eigenes, zertifiziertes Sprachlernzentrum etablieren konnte, das jedes Audit mit Bestnoten besteht und als erste Adresse für alle Lernwilligen gilt.

Zoom-Konferenz mit dem Erlangen-Haus

Dies und vieles mehr sollte heute eigentlich mit einer großen Delegation aus Erlangen unter Leitung des soeben im Amt bestätigten Oberbürgermeisters, Florian Janik, gewürdigt und gefeiert werden. Aber wenn der Virus es so will, steht die Partnerschaft ganz still. Nicht ganz! Immerhin gibt es ja das Internet mit den Sozialen Netzwerken, den Blog und neuerdings auch Zoom, ein Medium, das auf Initiative von Tatjana Kirssanowa, der Leiterin der Deutschkurse, dieser Tage erstmals genutzt wurde, um aktuelle Fragen mit den Freunden in Erlangen zu besprechen. Sicher nicht zum letzten Mal.

Florian Janik bei der Aufzeichnung seiner Grußbotschaft

Und es gibt die kleinen Videobotschaften, aufgenommen von TV Мы. Das Team Amil Scharifow – Peter Steger verfügt zwar noch nicht über alle technischen Möglichkeiten und Fertigkeiten, aber die ersten Versuche sind es wert, auch wenn manches Mal der Wind gar zu laut ums Smartphone pfeifen mag. Diese technischen Unzulänglichkeiten bittet das Duo, großmütig zu entschuldigen, und gelobt Besserung.

Amil Scharifow und Siegfried Balleis bei der Aufzeichnung der Grußbotschaft

Immerhin erhalten so neben Dietmar Hahlweg, dem Begründer der Partnerschaft und Visionär des Erlangen-Hauses, auch seine Nachfolger im Amt, Siegfried Balleis und Florian Janik, Gelegenheit, einen Gruß an das Team des Erlangen-Hauses zu richten.

Dietmar Hahlweg bei der Aufzeichnung seiner Grußbotschaft

Aber auch die beiden Stadträtinnen, Birgitt Aßmus und Anette Christian, beide Mitglieder des Vorstands der Stiftung Erlangen-Haus, und Wolfram Howein, Berater und Revisor, sowie Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der Volkshochschule und seit einem Vierteljahrhundert Förderer der Deutschkurse, kommen in eigenen Grußbotschaften zu Wort.

Amil Scharifow bei der Aufzeichnung der Grußbotschaft von Reinhard Beer, Wolfram Howein und Anette Christian

Dies alles kann natürlich das geplante Gartenfest im Erlangen-Haus nicht ersetzen, kann nur ein kleiner Trost für die ausgefallenen persönlichen Begegnungen sein, kann lediglich als Versprechen verstanden werden, das Treffen sobald als möglich nachzuholen, denn, wie Dietmar Hahlweg in seinem Grußwort sagt: „Wir brauchen das Erlangen-Haus gerade heute mehr denn je!“

Und so gratuliert denn auch der Blog im Namen all der vielen Gäste aus Erlangen dem liebreizenden Team vom Erlangen-Haus zu der fünfundzwanzigjährigen Erfolgsgeschichte. Man kann ohne jede Übertreibung sagen: Ohne das Erlangen-Haus wäre die Partnerschaft mit Wladimir nicht das, wofür wir alle diese einzigartig intensive und vielseitige deutsch-russische Zusammenarbeit so sehr schätzen. Ihr seid die besten! Молодцы!

Swetlana Schelesowa, Natalia Korssakowa, Irina Chasowa und Tatjana Kirssanowa

Und hier geht es nun zu den Videobotschaften: https://is.gd/ibWNdz und https://is.gd/veqAHA sowie https://is.gd/2F2W69

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Seine Schatten warf dieser Lauf schon lange voraus: Halbmarathon in Wladimir. Denn es ist nach wie vor ein formaler Prozeß abzuwickeln, bevor die Reise in die Erlanger Partnerstadt angetreten werden kann. Neuer Ausweis, ein Visum und und und… Parallel dazu läuft dazu ein anderer Prozeß ab: Training strikt nach Plan. Denn wir wollen ja mit unseren russischen Freunden mithalten können. Und so hatte ich mich entschlossen, mein Training doch wieder etwas hochzuziehen. Solange es die Knochen eben mitmachen. Mit Peter hatte ich zwar schon oft beim Training für unsere Ausdauer und bei so manchem Lauf in den Partnerstädten geschwitzt, nur nicht in den letzten, vielleicht entscheidenden Wochen vor dem HM, denn bei Peter entschied sich alles erst ganz kurzfristig. Ich dagegen hatte zwei Urlaube an der Ostseeküste in der Lübecker Bucht gute Bedingungen – alles lief nach Plan.

John Stackmann und Sergej Tschernow

Unsere Anreise klappte fast ausgezeichnet – bis auf den Abholer am Moskauer Flughafen. Schon auf der Zufahrt zeigte sich: Der Straßenverkehr hatte hier gegenüber 2013 enorm zugenommen. Am Erlangen-Haus konnten wir aufatmen und uns endlich strecken. Freundlich wurden wir von Swetlana Schelesowa und Nadeschda Sawina empfangen und konnten sogleich den überfälligen Spaziergang antreten. Auf der Hauptstraße ins Zentrum und zurück – kaum vorstellbar, daß hier übermorgen kein Reifen mehr rollte.

Aber so war es. Am Freitag hatten wir – nach Peters vielen Terminen – bereits unsere Startunterlagen geholt. Alles war perfekt organisiert. Ich stand auf dieser Liste ganz oben, welche Ehre 27 Jahre nach dem letzten Laufwettkampf hier, dem Wladimirer Golden-Ring-of-Russia-Marathon 1992!

John Stackmann

Ein schwarz-gelbes Funktionstrikot war auch im Startbeutel – nicht BVB – und ein 30%-Gutschein der Pizzeria “Papa John“. Gut, um Kohlenhydrate zu schaufeln für den Wettkampftag und sogleich von uns umgesetzt bevor es zum abendlichen Konzert ging.

John Stackmann und Peter Steger

Entlang der breiten verkehrsleeren Hauptstraße, der Laufstrecke, die wie eine Kammstraße über der Stadt thront, schlenderten wir am Samstag ab 11.30 Uhr – professionell präpariert – zum Startbereich. Da starteten gerade die 10 km, die ersten Läufer fegten wie irre los. Man konnte ihnen ansehen, daß sie das Tempo nicht lange würden durchhalten können. Bald darauf stürzte ein in gelb-schwarz gehüllter Läufer auf uns los, um uns mit überschwenglicher Freude zu begrüßen: Alexej Kruglow.

Mit den Freunden von Bodrost und Alexej Kruglow in der Bildmitte

Dann trafen wir noch mehrere vom Laufklub Bodrost, von denen auch fünf am HM teilnahmen, wie Olga Sagitowa mit Sohn Alexej und Nikolaj Petrow. Sechs Minuten nach dem um 13.15 Uhr geplanten Start ging es auch für uns los. Kurz davor war noch ein gordischer Knoten in Peters Schnürsenkeln zu lösen. Auch das gelang gerade noch.

Die 7-km-Runde, die dreimal zu laufen war, rochierte im Prinzip auf der Hauptstraße mit einigen seitlichen Schlenkern zwischen oberem und unterem Wendepunkt, zunächst angenehm abfallend, aber zurück teils anstrengend bergauf. Dafür galt es, sich genügen Körner aufzuheben. Wir hatten kurz vor dem Start die Pacemaker anhand ihrer Stern-Luftballons für 1:49 und 1:59 ausgemacht, Countdown und die gut 300köpfige Startermasse bewegte sich.

John Stackmann

Mit einigen schnellen Schritten war ich beim Luftballon-Mann. Der nahm mein Tempo auf und hielt es. 5:00 auf meiner GPS-Uhr, eben und leicht ansteigend, kurz nach der Kathedrale. Der Pacemaker taugte nicht. Nach km 1 war mir das zu schnell, ich ließ langsam abreißen, lief bei 5:08 am Erlangen Haus vorbei bis zur Wende und mit kurzen schnellen Schritten wieder bergauf, Peter abgeklatscht, nach dem Schlenker zum kleinen Stadion nahm ich ein Gel, trank erstmals und fand dann wieder bergan erst meinen Laufrhythmus bei km 6, bergan arbeiten und abwärts lange Schritte und erholen. So arbeitete ich mich langsam im Feld nach vorne, kämpfte und ließ nicht nach. Peter sah ich noch zweimal nach den beiden Wendepunkten, dann nicht mehr. Nach km 15 hatte seine Wade wieder keine Gnade, trotzdem finishte er mit seiner Willenskraft und im Finale mit Alexej Begleitung.

Aus dem Erlangen-Haus winkte mir fünfmal Nadeschda zu, Alexej war ständig präsent und brüllte “very good“ und machte Bilder und Othmar Wiesenegger, zwischenzeitlich erkrankt, war überraschend doch da und knipste, das gab Extrakraft!

John Stackmann

Mit mir lief ein Pärchen ohne Startnummern. Hat mich zwar geärgert und Kraft gekostet, aber auch gezogen. Fast bis zum Ziel, vor dem sie plötzlich aufhörten, während ich meine letzten Körner zum Zielspurt sammelte, um unter 1:55 zu bleiben. Meine Uhr zeigte 21,44 km und 1:54.43 an, offiziell waren es dann sogar nur 1:54:36. Das war’s also. Die Zwischenstation HM ist für mich demnach bei 1:52 gewesen, bei flacher Strecke doch in Richtung 1:50. Die Erlanger Ehre rettete ich als Dritter der M65. Ich war sehr zufrieden. Und Peter? Er lief nur 100m hinter seinem Pacemaker ein, schaffte die Strecke also knapp unter zwei Stunden. So gut kamen wir über die Runden!

Oberstadtdirektor Andrej Schochin und die drei Erstplatzierten in der Altersgruppe M65 mit John Stackmann

P.S.: Großes Lob an die Veranstalter mit Sergej Tschernow an der Spitze, denen es gelang, den mittlerweile dritten Wladimirer Halbmarathon nach internationalen Standards zu organisieren.

John Stackmann

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Bald ist es ein Vierteljahrhundert her, seit das Erlangen-Haus eröffnet wurde. Am 7. Mai 1995 eröffneten die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, diese Botschaft der Volksdiplomatie, wo heute das Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts untergebracht ist, die Fäden der partnerschaftlichen Beziehungen zusammenlaufen – und wo man sich gut bettet.

Oleg Modorow, Dmitrij Cholin und Swetlana Schelesowa

Was weniger bekannt ist: Der Garten des Erlangen-Hauses ist längst auch zu einem Ort der kulturellen Begegnungen geworden – mit einer Skulptur von Stefan Schnetz, einem Figurenensemble von Johannes Koch, mit den von Erlanger und Wladimirer Künstlern gestalteten Mauer zum Nachbargrundstück. Nun, zum bevorstehenden Jubiläum im Mai, ist auf Anregung von Swetlana Schelesowa, der stellvertretenden Leiterin des Erlangen-Hauses eine weitere Kunstaktion geplant, um schon von außen, von der Straßenseite auf den besonderen Charakter dieses Anwesens aufmerksam zu machen. Geht es nach Dmitrij Cholin, den Vorsitzenden des Regionalen Wladimirer Künstlerverbands, und seinen Kollegen, Oleg Modorow, wir hier bis zur 25-Jahr-Feier eine Silhouette Erlangens zu sehen sein, entworfen und gestaltet gemeinsam, wie es eben sein soll in der Partnerschaft.

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Was hat es denn damit im Erlangen-Wladimir-Blog auf sich. Das ist einfach und doch nicht einfach. „Dings vom Dach“ wird seit vielen Jahren vom Hessischen Rundfunk / Fernsehen ausgestrahlt und hat viele Freunde, u. a. mich. Alle möglichen und unmöglichen Gerätschaften aus Dachböden, Kellern, Scheunen u.ä. werden mit der Frage vorgestellt: Was ist das, und wofür wird es gebraucht? Finde ich interessant und sehr entspannend. Und so beobachte ich fast immer interessiert meine Umgebung, ob ich da auch etwas „Unverständliches“ entdecke. Natürlich auch bei meiner Wladimir-Reise vor ein paar Wochen. Und tatsächlich, so ca. zehn Minuten nach meiner Ankunft am Moskauer Domodjedowo-Flughafen habe ich es entdeckt. Und dann noch öfter auf der Moskauer Ringautobahn. Es handelt sich dabei um einen Metalleimer in Kaffeetassengröße, der hinten am Auto baumelt, meist am Abschlepphaken aufgehängt. Das Photo, durch die Windschutzscheibe aufgenommen, ist nicht so deutlich, aber gemeint ist der weiße Fleck, rechts hinten am Auto.

Da es kein Einzelfall war, fragte ich unseren Chauffeur. Er wußte es aber nicht, dachte, vielleicht ein Verein für sauberes Wasser und Reinhaltung der Natur. – Pustekuchen! – Auch in Wladimir konnte mir niemand eine Antwort geben, bis ich dann Swetlana vom Erlangen-Haus-Team fragte. Sie hatte im Internet recherchiert und mir das Ergebnis freudestrahlend ausgedruckt. Und was für ein Schatz an Landeskunde da zutage kam.

Die Variationen der verschiedenen Erklärungen ergänzen sich zeitlich und zeigen den Wandel über die Zeit. Kurz gesagt: In alten Zeiten hing immer ein Eimer an Kutschen und Leiterwagen, gefüllt mit Pech und Teer, zum Schmieren der hölzernen Räder. Und jeder Kutscher, der etwas auf sich hielt, achtete peinlichst genau darauf, immer diesen Eimer dabei zu haben. Ohne – wäre Leichtsinn gewesen. Und in der späteren sowjetischen Zeit erlangte der Eimer eine noch größere Wichtigkeit. Jeder Chauffeur / Traktorführer u. w. mußte im Winter bei grimmiger Kälte mit gefrorenem Diesel zurechtkommen. Antifreeze gab es nicht. Und nur ein Feuer im Eimer, unter Motor und Tank gestellt, half weiter. Im Sommer konnte mit dem Eimer Kühlwasser geholt und nachgefüllt werden.

Wasser fand man überall in der Natur. Außerdem war der Eimer sehr nützlich bei der Teezubereitung. Kein professioneller Fahrer würde ohne Eimer fahren. Und da die Fahrerkabinen wenig Platz hatten, wurde der Eimer außen angebracht.

Heutzutage hat sich der Eimer in einen Talisman verwandelt, der störungsfreie Fahrt verspricht. Bei der Verkehrssituation auf Moskaus Straßen kann man diesen Schutz wirklich gebrauchen. Aus diesem Grunde habe ich das Eimerchen auch nur in Moskau gesehen. Das einzige Auto mit Eimer, das ich in Wladimir sah, hatte mit der 199 ebenfalls ein Moskauer Kennzeichen.

Wo wir beim endlosen Thema Auto sind, überall entdeckte ich Autos mit sechs CD-Scheiben im Rückfenster.

Hans Gruß 2

Hans Gruß und die sechs kleinen Scheiben

Mein Photo deutet wieder auf Moskau, allerdings mit dem 190er Nummernschild nicht auf die Stadt, sondern die Region. Hier kannte fast jeder den Sinn der Scheiben… Der Erfassungslaser der Polizei soll gestört werden. Ob das wirklich so ist? Das kann ja nur jemand in Abrede stellen, der die Scheiben hat und trotzdem auf den Radar der Polizei geriet. So jemanden kannte aber niemand, also könnte die Geschichte wahr sein.

Beide Möglichkeiten, Eimerchen und/oder CD-Scheiben, stehen natürlich jedem je nach seinen Vorlieben frei. Ich glaube, der hiesige TÜV wird keine Einwände haben.

Zurück zu „Dings vom Dach“. Ich denke, die Jury hätte einige Probleme, die Aufgabe des Eimerchens zu erraten. Und dann wären, bei Nichterraten, 50 Euro an den Zurverfügungsteller fällig. Nicht schlecht, wenn man das Eimerchen für zwei bis drei Euro in Wladimir erwirbt. Aber leider beschränken sich die vorgestellten Dinge auf heimischen Objekte. Schade eigentlich.

Hans Gruß

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Ob die Premiere gelungen ist, werden später die Abschlüsse und Ergebnisse zeigen. Als nützlich erwies sich der erste Besuch einer Wirtschaftsdelegation des Freistaates Bayern in der Region Wladimir auf jeden Fall. Die nämlich wird häufig noch von außen als ökonomischer „Hinterhof“ von Moskau und mehr als kulturelles Zentrum wahrgenommen.

Dabei kann man in dem Gouvernement von der Größe des Bundeslandes Brandenburg auf eine lange Industrietradition verweisen, die von der Glasverhüttung bis zu chemischen Werken, von der Rüstung bis zur Lasertechnik reicht und auch ein großes Potential im Bereich Fahrzeugproduktion aufweist. Besonders von Bedeutung in jüngster Zeit darüber hinaus, so Vizegouverneur Alexej Konyschew, der Tourismus.

Begrüßung und Vorstellung im Sitzungssaal des „Hauses der Freundschaft“

Die Region Wladimir unterhält dabei engste Beziehungen zu Deutschland: 31 Unternehmen arbeiten unter Führung oder Beteiligung von Partnern aus der Bundesrepublik. Allein in diesem Jahr ist der Handel zwischen dem Gouvernement und Deutschland um 21% gestiegen.

Konrad Beugel und Roman Matwejew

Einen noch stärkeren Anteil daran verspricht sich nun auch die Metropolregion Nürnberg mit ihrer „Perle Erlangen“, wie IHK-Präsident Dirk von Vopelius anerkennend in Richtung Konrad Beugel bemerkt.

Botschaftsrat Thomas Multhaupt, Ministerialrat Martin Grossmann, Wirtschaftsreferent Konrad Beugel, Vizegouverneur Alexej Konyschew, Oberbürgermeisterin Olga Dejewa, Präsident der IHK Nürnberg Dirk von Vopelius, Präsident der IHK der Region Wladimir Iwan Axjonow, Leiter der Repräsentanz des Freistaates Bayern in Moskau Fjodor Chorochordin und Staatsminister a.D. Otmar Bernhard MdL

In der Tat hat Erlangen auch in wirtschaftlicher Hinsicht mit seiner Partnerschaft so manchen Impuls in Wladimir gesetzt, vom ersten Gemeinschaftsunternehmen „Transmoros“ in den frühen 90er Jahren über die Zusammenarbeit mit Busunternehmen bis hin zum Aufbau einer Brauerei und der Lieferung von Malz für das Bier „Jusberg“

Irina Chasowa und Richard Heindl

Aber auch die von Richard Heindl – er war 1993 mit der Fahrradstaffel des damaligen Wirtschaftsreferenten, Siegfried Balleis, zum ersten Mal in Wladimir – Mitte der 90er Jahre gegründete „Wirtschaftsakademie“, die sich, ebenso wie „Transmoros“, im Erlangen-Haus einmietete.

Kirill Gawrilow und Dirk von Vopelius

Alles eine gute Basis, aber Dirk von Vopelius und seine Wladimirer Gesprächspartner wollen mehr. Im nächsten Jahr veranstaltet die Region Wladimir eine Fachmesse mit den Schwerpunkten Automation und Robotertechnik, wo ein eigener Stand für die Bayern eingerichtet werden könnte, und man macht sich erste Gedanken über einen „Wladimir-Tag“ bei der IHK Nürnberg. Ob nun schon nächstes Jahr oder erst 2019 wird sich zeigen.

Dirk von Vopelius, Konrad Beugel, Swetlana Schelesowa, Thomas Multhaupt, Otmar Bernhard, Martin Grossmann, Claudia Schleicher und Axel Just

Während die Gespräche zwischen den Firmenvertretern im „Haus der Freundschaft“, dem ehemaligen Sitz des Stadtrates, weitergehen, besucht auf Initiative von Konrad Beugel eine kleine Abordnung das Erlangen-Haus. Swetlana Schelesowa, stellvertretende Leiterin des Sprachlernzentrums, darf sich dabei wieder einmal über viel Lob und Anerkennung freuen, vor allem dafür, wie es über all die Jahre seit der Eröffnung im Mai 1995 gelungen ist, sich selbst zu finanzieren und dabei nebenbei zu beweisen, daß auch eine von zwei Städten ins Leben gerufene Stiftung versteht, sich als Gästehaus und Sprachkursanbieter auf dem Markt zu behaupten.

Bevor die Delegation am frühen Abend via Moskau und nach einer Übernachtung dort heute wieder die Heimreise nach München antritt, steht aber noch der Besuch bei dem Fahrzeughersteller „Volgabus“ auf dem Programm. Das Anfang der 90er Jahre in Wolgograd gegründete Familienunternehmen produziert Busse in allen Größenordnungen und setzt dabei auch auf mit Erdgas oder Batterie betriebene Fahrzeuge (sogar autonome Prototypen gibt es im Angebot)  für den heimischen Markt, durchaus aber auch mit internationaler Perspektive. Was die Fertigung anbelagt, kooperiert man ohnehin schon vor allem mit Partnern aus Deutschland sowie Japan und China. Noch läuft die Montage – übrigens unter Einsatz von Kuka-Robotern – nicht auf Hochtouren, noch ist der Ausbau der für gut 600 Mitarbeiter geplanten Anlage mit später einmal fast 50.000 qm Fläche, eine halbe Autostunde vom Zentrum Wladimirs entfernt und an der Strecke nach Moskau gelegen, nicht abgeschlossen, aber die landesweit arbeitende Holding mit einem Marktanteil von etwa 17% berichtet bereits von Großaufträgen aus Moskau und Sankt Petersburg und hofft auch, am Standort selbst die eigenen Busse verkaufen zu können, immerhin geplante 1.200 p.a.

Axel Just 30

Volgabus

Wie gesagt, die Abschlüsse und Ergebnisse müssen zeigen, ob die Premiere gelungen ist. Aber bei „Volgabus“ freut man sich schon jetzt über die erste ausländische Wirtschaftsdelegation überhaupt, und bereits im nächsten Jahr will man eine Fachmesse in München besuchen, um spätestens dann die Gespräche fortzusetzen. Ein Anfang ist jedenfalls gemacht. Ein guter, an dessen Zustandekommen, das soll nicht unterschlagen bleiben, Altoberbürgermeister Siegfried Balleis einen entscheidenden Anteil hatte: Siehe: https://is.gd/kIUW4X

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Im Mai 2004 gründete sich unter dem Vorsitz von Günther Allinger, Gesamtleiter des Wohn- und Pflegeheims der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, nach russischem Recht die Stiftung „Lichtblick“ mit dem Ziel, in Wladimir Projekte im Bereich der Psychiatrie zu unterstützen und den Fach- und Praktikantenaustausch auf dem Gebiet der Behindertenarbeit zu fördern. Bald schon rückten Planung und Konzeption des im Dezember 2008 eröffneten Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ ins Zentrum der Aktivitäten der Stiftung, zu deren Gründungsvätern auf russischer Seite Alexander Bersenjew, der Chefpsychiater der Region Wladimir, gehörte, während die stellvertretende Leiterin des Erlangen-Hauses, Swetlana Schelesowa, in den letzten Jahren ehrenamtlich Buchhaltung und Geschäftsführung vor Ort übernahm.

Jürgen Ganzmann, Michael Kleiner, Jürgen Üblacker, Wolfram Howein und Günther Allinger

Jürgen Ganzmann, Michael Kleiner, Jürgen Üblacker, Wolfram Howein und Günther Allinger

Kurz vor Weihnachten nun nahmen die Stiftungsmitglieder – Jürgen Ganzmann für die WAB Kosbach, Michael Kleiner für das Erzbistum Bamberg, Jürgen Üblacker für das BRK Erlangen-Höchstadt, Wolfram Howein als Berater sowie der Partnerschaftsbeauftragte Peter Steger – die Einladung nach Gremsdorf an, um „Lichtblick“ aufzulösen. Das Projekt nämlich hat seine Ziele erreicht, erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe geleistet, ein gutes Ende genommen. Der personelle und organisatorische Fortbestand des Blauen Himmels ist durch die Unterstützung seitens der Gesundheitsbehörde der Region Wladimir gesichert, die weitere inhaltliche Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern bedarf keiner juristischen Form mehr. Blieb nur noch die Frage nach der Verwendung der Restmittel im Stiftungsbesitz zu klären. Die Spenden werden nach einstimmigem Beschluß für drei Projekte eingesetzt: zur weiteren Finanzierung einer Musikpädagogin für die Kinderpsychiatrie; zur Anschaffung von Betten für Eltern auf einer Station für junge autistische Patienten; zur Fortsetzung der Deutschkurse für die Teilnehmer am Praktikantenprogramm der WAB Kosbach.

Feuerwerk über der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir

Feuerwerk über der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir

Ein gutes Ende steht eben Pate für einen hoffnungsvollen Neuanfang. Kaum ein besserer Ausklang und Ausblick denkbar für das vergangene und auf das neue Jahr, aber auch wieder eine kleine Geburtstagsfreude für Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg, den Vater der Städtepartnerschaft, dem der Blog im Namen all seiner Freunde in Erlangen und Wladimir herzlich gratuliert. Prosit Neujahr!

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Was ein richtiger Arbeitstag in Wladimir ist, beginnt – so wie am gestrigen Morgen – mit einem Empfang und Arbeitsgespräch im Rathaus mit Oberbürgermeisterin Olga Dejewa und Oberstadtdirektor Andrej Schochin, um gemeinsam mit Alina Wedechina, der Leiterin des Kulturamtes, dem die Internationalen Beziehungen unterstellt sind, Wladislaw Poldjajew, persönlicher Mitarbeiter der Oberbürgermeisterin sowie der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, Irina Chasowa, und der Partnerschaftsbeauftragten, Olga Dugina, akutelle Fragen des Austausches zu besprechen – vom Newcomer Festival bis zum 2018 anstehenden 35jährigen Partnerschaftsjubiläum.

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Alina Wedechina, Olga Dejewa, Wolfram Howein, Andrej Schochin, Irina Chasowa, Wladislaw Poldjajew und Olga Dugina

Dann aber geht es mit Wolfram Howein, der vorgestern auf eigenen Wegen angereist ist, gleich weiter zur Rosenkranzgemeinde, um den Fortgang der Bauarbeiten am Pilgerzentrum in Augenschein zu nehmen.

Tor zur Rosenkranzgemeinde

Tor zur Rosenkranzgemeinde

Und da ist tatsächlich in den letzten Wochen wieder viel passiert.

Maria im Schnee

Maria im Schnee

Die Fassaden und Fenster sind ebenso fertiggestellt wie das Dach. Sogar erste Ornamente wurden bereits angebracht.

Pilgerzentrum

Pilgerzentrum

Im Eingangsbereich, der übrigens nach russischen Bauvorschriften behindertengerecht zu gestalten ist, bleibt noch einiges zu tun, vor allem die Aufschüttung hoch zur Tür und die Anlage des Weges.

Pilgerzentrum Eingangsbereich

Pilgerzentrum Eingangsbereich

Aber die gußeiserne Feuertreppe am rückwärtigen Teil des Gebäudes steht.

Pilgerzentrum mit Feuertreppe sowie Rosenkranzkirche im Hintergrund

Pilgerzentrum mit Feuertreppe sowie Rosenkranzkirche im Hintergrund

Vor allem aber: Die Besucher sind angetan von der Qualität der handwerklichen Arbeit gerade auch im Innenbereich.

Dieter Kümpers in einem der Zimmer

Dieter Kümpers in einem der Zimmer

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Mauerwerk, das laut Auflagen des Denkmalschutzes den Maßen von Pfarrhaus und Kirche entsprechen soll, um die Einheitlichkeit des Komplexes zu wahren.

Eisblumen

Eisblumen

Sogar die Fenster – so die Vorschrift – sind im neugotischen Stil gehalten, was den Räumen eine ganz eigene Spiritualität verleiht, an Klosterzellen denken macht.

Fensterfront

Fensterfront

Überall sind Sorgfalt und das Bemühen um gute Ausführung zu sehen. Und auch wenn es nicht mehr gelang, vor der Frostperiode die Heizung einzubauen, braucht man sich keine Sorgen um die Substanz zu machen.

Durchblick

Durchblick

Sämtliche Anschlüsse sind verlegt, die Vorgaben der Behörden erfüllt, ein architektonisches Juwel reift da heran, das sich ideal einfügen dürfte in das Ensemble um die Rosenkranzkirche herum. Nun gilt es, die katholischen Hilfswerke „Renovabis“ und „Kirche in Not“ sowie die Bistümer, die bereits ihr Scherflein zum Gelingen des Projekts Pilgerzentrum beigetragen haben, für die Fortsetzung der Unterstützung zu gewinnen.

Rosenkranzkirche

Rosenkranzkirche

Dieter Kümpers läßt sich deshalb auch genau das Konzept für den späteren Betrieb des Zentrums erläutern. Der Unternehmensberater und Tourismusfachmann verfügt als Vorstandsmitglied des Vereins Christlicher Hoteliers nicht nur über jahrzehntelange Berufserfahrung, sondern ist auch mit Wladimir eng verbunden, seit er 1989 in Erlangen die „Woche der Russischen Küche“ und im Jahr darauf in der Partnerstadt die „Woche der Fränkischen Küche“ durchführte.

Dieter Kümpers und Sergej Sujew

Dieter Kümpers und Sergej Sujew

Wichtig dabei auch Kennzahlen zum Fremdenverkehr in Wladimir. Gerade ist eine Statistik erschienen, wonach die Nachbarstadt Susdal unter ausländischen Touristen auf der Beliebtheitsskala den 12. Platz unter allen russischen Städten einnimmt; Wladimir kommt immerhin noch auf die Position 28.

Sergej Sujew, Ljubow Kunzewa, Wolfram Howein, Swetlana Schelesowa, Dieter Kümpers, Alexej Kurilow und Dmitrij Pawlow

Sergej Sujew, Ljubow Kuzewa, Wolfram Howein, Swetlana Schelesowa, Dieter Kümpers, Alexej Kurilow und Dmitrij Pawlow

Die beiden Bauunternehmer, Dmitrij Pawlow und Alexej Kurilow, haben ihren Teil bestens erledigt, die Abnahme ist fast nur noch Formsache; nun gilt es also für Pfarrer Sergej Sujew, gemeinsam mit seiner Haushälterin, Ljubow Kuzewa, und Swetlana Schelesowa, stellvertretende Leiterin des Erlangen-Hauses, sowie Dieter Kümpers und Wolfram Howein einen Geschäftsplan zu erarbeiten.

Blick vom Pfarrhaus zur Altgläubigenkirche

Blick vom Pfarrhaus zur Altgläubigenkirche

Eine lohnende Aufgabe, wie Dieter Kümpers meint, denn eine hohe Auslastung kann er sich durchaus vorstellen. Doch um sich eine endgültige Meinung bilden zu können, sind für den anderen Tagen weitere Fachgespräche angesetzt. Seine Expertise will ja Hand und Fuß haben.

Rosenkranzkirche

Rosenkranzkirche

Nach all den Gesprächen gönnen sich die Gäste einen Spaziergang zurück zum Erlangen-Haus in winterlicher Abendstimmung.

Der gestiefelte Kater

Der gestiefelte Kater

Der Weg führt vorbei am Schauspielhaus, wo demnächst das Weihnachtsstück „Der gestiefelte Kater“ gegeben wird,

Altgläubigenkirche und Goldenes Tor

Altgläubigenkirche und Goldenes Tor

hinüber zur Altgläubigenkirche, die das berühmte Glasmuseum beherbergt und zum Goldenen Tor.

Dieter Kümpers am Kontrabaß vor dem Goldenen Tor

Dieter Kümpers am Kontrabaß vor dem Goldenen Tor

Immer wieder begegnen den winterlichen Flaneuren unterwegs Skulpturen, die der Stadt ein künstlerisches Flair verleihen.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Am Befestigungswall entlang, den die Mongolen im Februar 1238 erstürmten, richten sich die Schritte zu dem Platz, wo einst Großfürst Andrej Bogoljubskij seine Residenz errichtete und wo seit dem späten 18. Jahrhundert die Verklärungskirche steht.

Fahrradständer

Fahrradständer

Verwunderlich nur, wie wenig Passanten in der hier angelegten Fußgängerzone anzutreffen sind. Es kann nicht nur am Frost liegen.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Möglicherweise fehlt doch in all dieser patriarchalen und erhabenen Schönheit ein irdischer Fixpunkt mit gastronomischen Angeboten, vielleicht auch ein Kiosk oder kleiner Laden.

Blick zur Kuppel des Goldenen Tors von der Verklärungskirche

Blick zur Kuppel des Goldenen Tors von der Verklärungskirche

Aber das kann ja noch kommen. Bisher allerdings menschenleer, ein Freiluftmuseum ohne Publikum.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Wenn da nicht immer wieder diese Figuren und Skulpturen wären, die dem Weichbild ihre Strukturen verleihen.

Feuerwache

Feuerwache

Städtebaulich freilich bestens gelungen, was hier entstanden ist.

St. Georgij

St. Georgij

Ein großer Gewinn auch die Restaurierung der Wohnhäuser, die sich noch vor wenigen Jahren in einem beklagenswerten Zustand befanden.

Häuserzeile in der Fußgängerzone

Häuserzeile in der Fußgängerzone

Aber jetzt sollen einfach die Bilder für sich wirken. Es muß ja nicht immer alles kommentiert werden…

dezember-27

Wladimirer Bazi-Lumpazi

historische Zollstation

historische Zollstation

Der Wladimirer Spitzel

Wladimirer Spitzel

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Dieter Kümpers vor St. Georgij

Dieter Kümpers vor St. Georgij

Dieter Kümpers und der Wladimirer Apotheke

Dieter Kümpers und der Wladimirer Apotheker

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

zweisprachige Wegweiser

zweisprachige Wegweiser

Was Dieter Kümpers vor kurzem noch angemahnt hatte, ist jetzt schon umgesetzt: In der gesamten Altstadt von Wladimir findet man zweisprachige Wegweiser.

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Natalia Dumnowa und stehend Tatjana Kolesnikowa

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Natalia Dumnowa und stehend Tatjana Kolesnikowa

Und dann sind wir schon wieder im Erlangen-Haus, wo sich die Deutsch-Dozentinnen über vorweihnachtliche Mitbringsel der Gäste freuen, gut geeignet zur Auszeichnung von Kursteilnehmern mit besonderen Leistungen.

Kathedralenplatz

Kathedralenplatz

Unterdessen ist es ganz dunkel geworden, doch überall gehen die Lichter in Wladimir an. Für manchen Geschmack mancherorts ein wenig zu viel der Illumination, aber es geht auch ganz dezent mit wenigen Kerzen wie im Fenster des Erlangen-Hauses.

Abendgruß im Erlangen-Haus

Abendgruß im Erlangen-Haus

Bevor wir das Licht nun löschen noch ein Wintergruß an Erlangen bei erfrischenden 15 Grad Frost.

 

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