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Posts Tagged ‘Swetlana Makarowa’


Wieder ist eine prägende Persönlichkeit der Zusammenarbeit zwischen den Partnerstädten für immer gegangen. Klemens Stehr, von 1977 bis 1998 Direktor der Klinik mit Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Erlangen-Nürnberg, ist am 6. Oktober im Alter von 79 Jahren verstorben. Während seiner 21jährigen Leitungstätigkeit baute der Professor für Pädiatrie an seiner Wirkungsstätte die Neonatologie, Intensivmedizin, Kardiologie, Nierenkrankheiten mit Dialyse und Nierentransplantation sowie Onkologie mit Knochenmarktransplantation weiter aus. Seinem Spezialgebiet, der Infektiologie, insbesondere der Prävention durch Impfungen, und der Jugendmedizin galt sein großes Engagement. Da vor allem chronisch kranke Kinder bis zum Abschluß des Wachstums von Pädiatern betreut werden, benannte man konsequenterweise im Jahre 1985 das Erlanger Krankenhaus als erstes zusammen mit der Universitäts-Kinderklinik in Essen um in Klinik für Kinder und Jugendliche. Dies hatte Signalwirkung für viele andere Kliniken. Aber erst 1996 folgte die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde diesem Beispiel und heißt nun Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin.Seit 1989 war Prof. Stehr fast 10 Jahre Mitglied der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes in Berlin. Auch im Ruhestand blieb er ein gefragter Impfexperte. Für seine Tätigkeit wurde Klemens Stehr 1995 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. 1999 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden als „Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk“.

Swetlana Makarowa und Klemens Stehr, September 2018 in Erlangen

Unter der Ägide von Klemens Stehr begann 1990 die Kooperation mit dem Kindernotfallkrankenhaus Wladimir, koordiniert und vorangetrieben von Dieter Wenzel, mit all den Lieferungen an Gerät – vom Labor über die Wasseraufbereitungsanlage bis hin zu Inkubatoren und Medikamenten – sowie den Schulungsangeboten und Hospitationen für das medizinische Personal aus der Partnerstadt. Was damals seinen segensreichen Anfang nahm, wirkt bis heute nach und fand einen harmonischen Höhepunkt, als im Vorjahr Swetlana Makarowa, ärztliche Direktorin des Kinderkrankenhauses zur Verabschiedung von Wolfgang Rascher, dem Nachfolger von Klemens Stehr, nach Erlangen kam und noch einmal mit dem emeritierten Kollegen zusammentraf und für die bald dreißigjährige Unterstützung dankte.

Adolf Hüttl, Klemens Stehr und Peter Steger, April 2002 in Wladimir

Klemens Stehr zeichnete sich auch durch ein großes ehrenamtliches Engagement aus. Seit 1980 gehörte er als Gründungsmitglied dem Rotary Club Erlangen an, dem er im Jahr 2001/2002 als Präsident vorsaß. In diese Zeit fiel auch seine Reise nach Wladimir, begleitet von seinem rotarischen Freund und früherem KWU-Chef, Adolf Hüttl, mit dem Ziel, die Verbindungen zu dem damals eben erst gegründeten russischen Partnerklub auszubauen. Für seine besonderen Verdienste wurde der Kinderarzt von Rotary International die Paul-Harris-Fellow-Auszeichnung verliehen. Klemens Stehrs großer Beitrag zum Gelingen der Städtepartnerschaft bleibt unvergessen.

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Es ist ja jedes Mal eine Freude, die Kinderklinik in Wladimir zu besuchen und zu sehen, wie sich dort beständig alles weiter verbessert – von der Patientenaufnahme über die Therapie bis hin zu den baulichen Veränderungen oder der Ausstattung und Möblierung der Wartebereiche. Wie gut das – gerade auch mit Erlanger Hilfe – gelingt, war gestern bei der Übergabe des Umschlags mit 270 Euro zu erleben, dem Erlös aus dem Pausenverkauf an der Heinrich-Kirchner-Schule im Advent.

Swetlana Makarowa, Peter Steger und Nikita

Schon im Vorjahr hatte man mit dem Geld der Grundschüler Sitzecken für die kleinen Patienten eingerichtet; nun möchte Swetlana Makarowa, ärztliche Direktorin des Krankenhauses auch die übrigen Stationen so bunt und spielerisch gestalten. Wohl fühlt sich hier jedenfalls sichtlich schon Nikita, der sich nicht lange bitten läßt, um den Spendenbrief aus Erlangen in Empfang zu nehmen und den Elchtest zu machen.

Nikita

Ein drollig-vergnügtes Kerlchen, bereits nach kurzer Untersuchung in der Poliklinik an der Hand der Mama wieder nach Hause entlassen. Und der Elch hat den Test ebenfalls wohlbehalten überstanden.

Swetlana Makarowa, Peter Steger und Nadeschda Sergejewa

Getestet werden soll in diesem Jahr aber noch ein ganz anderes Vorhaben, der Austausch von Pflegepersonal. In der Ärzteschaft gehören Hospitationen an den Universitätskliniken in Erlangen ja seit Anfang der 90er Jahre sozusagen zum Standardprogramm der Fortbildung, Krankenschwestern hingegen hatten dazu bisher – von wenigen Ausnahmen, vor allem in der Psychiatrie, abgesehen – kaum Gelegenheit. Das soll sich nun ändern: Im November kommt Oberschwester Nadeschda Sergejewa mit einer Kollegin aus der Onkologie zu einer Hospitation an die Erlanger Kinderklinik.

Wjatscheslaw Dejew, Jelena Owtschinnikowa, Olga Dejewa und Peter Steger

Und kaum ist der Anfang gemacht, schon bringt Jelena Owtschinnikowa, stellvertretende Leiterin der Regionalen Gesundheitsbehörde und ehemalige Sozialbürgermeisterin, den Vorschlag ins Gespräch, in das Programm auch weitere Bereiche der Medizin einzubeziehen. Sehr zur Freude von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa, die am Abend zu einem Essen einlädt, bei dem viele Pläne für das laufende und das kommende Jahr geschmiedet werden, von denen bald mehr zu hören sein wird. Denn, so viel sei schon einmal verraten, im Mai 2020 feiert das Erlangen-Haus, das seinen Elchtest bei den Gästen immer wieder mit Auszeichnung besteht, das erste Vierteljahrhundert.

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Eine ganze Unterrichtsstunde lang mußte sich gestern morgen der Gast aus dem Rathaus den Fragen – schön durchnumeriert und immer fein der Reihe nach, obwohl natürlich auch Zwischenmeldungen erlaubt waren – der Klasse 4c an der Heinrich-Kirchner-Schule stellen, bevor die Prüfungskommission ihm einmütig das „Bestanden“ bescheinigte und einen Umschlag mit 270 Euro überreichte, nicht als Leistungsprämie, sondern als Spende für das Kinderkrankenhaus Wladimir. Ins zwanzigste Jahr geht diese Initiative von Christine Delfs nun schon: Zunächst zwackten ihre Schulkinder für die kleinen Patienten in der Partnerstadt etwas von ihrem Weihnachtstaschengeld ab, später kam der Grundschullehrerin die Idee, die Spende alle Jahre wieder im Advent mit einem Pausenverkauf von Süßem und Köstlichem aus der elterlichen Küche „zu erarbeiten“. Und nun also der Erlös aus der Aktion vom Dezember vergangenen Jahres.

Christine Delfs und ihre 4c

Eine der 24 Fragen nach dem Wohl und Wehe der kranken Kinder in Wladimir lautete übrigens, ob es auch in der Partnerstadt Menschen gebe, die dem Krankenhaus helfen. Die gibt es dort natürlich auch, ja, aber es können nie genug sein. Und daß es bald mehr werden, dafür will sogar die hohe Politik sorgen. Als nämlich vor kurzem Gouverneur Wladimir Sipjagin die Klinik besuchte, berichtete ihm die ärztliche Direktorin, Swetlana Makarowa, von den Spenden der Erlanger Schüler, was den Landesvater derart beeindruckte, daß er spontan zusagte, ähnliche Aktionen auch in Wladimir unterstützen zu wollen. So könnte die Heinrich-Kirchner-Schule auch in der Partnerschaft Schule machen. Danke und спасибо!

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Ende Juli reihten sich die ersten Maschen aneinander, als die Gruppe aus dem Erlangen-Haus an der Volkshochschule der Partnerstadt beim Abschiedsabend die Stricknadeln auspackte. Seither wird der Friedensschal mit jedem Besuch aus Erlangen ein Stück länger. Wir wissen nicht, wer ab welcher Länge das Gemeinschaftswerk für vollendet erklärt. Vielleicht kommt dieser Moment ja auch gar nicht, weil nach menschlichem Ermessen nicht absehbar ist, wann endlich Frieden auf Erden einkehrt. Gleichviel, kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, wo andere schon ankündigten, ein Apfelbäumchen zu pflanzen, selbst wenn anderntags die Welt untergehen sollte.

Doris Lang, stehend, und Swetlana Makarowa mit Julia Obertreis am Schal

Aber so weit ist es ja gottlob noch nicht, zumal es Menschen gibt, die unsere Welt besser machen wollen. Im Jahr 2001, zur Gründung von Soroptimist Wladimir, besuchte Doris Lang zum ersten Mal die Partnerstadt und begleitet seither die gemeinsamen Aktionen dieses weltweit tätigen Serviceklubs, der sich für die Rechte und Chancen von Frauen und Mädchen einsetzt. Nun konnte die Steuerberaterin im Kinderkrankenhaus mit eigenen Augen sehen – Swetlana Makarowa, selbst Mitglied bei Soroptimist International, machte die Führung persönlich -, was beispielsweise aus dem vom Erlanger Klub finanzierten gynäkologischen Behandlungsraum für jugendliche Patientinnen wurde. Und – mit der Historikerin Julia Obertreis als Gast – es war endlich auch Gelegenheit, mit den russischen Klubschwestern ins Gespräch zu kommen. Daß darüber der Schal wieder ein Stück länger wurde – nur gut so. Und bestimmt gibt es auch bald wieder etwas über neue Initiativen von Soroptimist Erlangen-Wladimir zu berichten.

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Man hat ihr schon so manchen hohen und höchsten Posten in der Verwaltung des Gesundheitswesen der Region Wladimir angeboten, aber, so Swetlana Makarowa, „ich kann doch meine Kinder nicht verlassen.“ Und so ist und bleibt die gelernte Pulmologin und Pädiaterin gern ärztliche Direktorin des Kinderkrankenhauses, in dem junge Patienten aus dem ganzen Umland, so groß wie ganz Franken und die halbe Oberpfalz, bei schweren Erkrankungen medizinische Hilfe finden. Was ihr dabei besonders gefällt: An einem Tag in der Woche (einschließlich Nachtdienst) praktiziert sie selbst in ihrer Klinik, kennt also die Abläufe aus eigenem Erleben, sieht Schwächen und Stärken, weiß, wo Verbesserungen notwendig und möglich sind.

Wolfgang Rascher, Swetlana Makarowa und Patrick Morhart

Um aber das Notwendige möglich zu machen, wendet sich Swetlana Makarowa an Erlangen, dessen Unterstützung sie seit Beginn der Aktion „Hilfe für Wladimir“ 1990 zu schätzen weiß, erst recht, seit sie vor elf Jahren zur Direktorin berufen wurde. An ihrer Seite hat sie dabei seit 1998 ihren Kollegen, Wolfgang Rascher, der bereits zwei Besuche in Wladimir hinter sich hat und dabei die Fortschritte vor Ort zu sehen bekam. Nun gibt er zwar Ende März endgültig die Leitung der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche an der FAU ab, verspricht jedoch: „Der Austausch geht weiter.“ Dafür steht auch jemand wie Patrick Morhart, ärztlicher Leiter der Neonatologie I, der seiner Besucherin erklärt, welche Geräte und Therapien man im Bereich der Hämodialyse für Früh- und Neugeborene einsetzt, etwas, das man bald auch in Wladimir einführen möchte. Darüber hinaus soll in der Partnerstadt eine ambulante Palliativversorgung für Kinder aufgebaut werden. Die gesetzlichen Voraussetzungen seien zwar gegeben, aber es fehlten die Erfahrungen, meint die Kinderärztin, weshalb man gern die fast zehnjährige Expertise der deutschen Freunde nutzen möchte.

Wolfgang Rascher, Birgitt Aßmus, Swetlana Makarowa und Patrick Morhart

Je länger die Gespräche am Montag dauern, desto mehr Ideen entstehen, und wenn man, wie etwa Stadträtin Birgitt Aßmus, über die Jahre beobachten konnte, wie positiv dieser Erfahrungsaustausch der Pädiater sich entwickelt, glaubt man auch an die baldige Umsetzung der Anregungen, die der Gast heute wieder mit nach Hause nimmt. Doch damit nicht genug, Swetlana Makarowa will auch Einblick nehmen in die Arbeit des Gesundheitsamtes, das am Tag ihres Besuches gerade vor 99 Tage ins Landratsamt eingezogen ist.

Swetlana Makarowa und Frank Neumann

Was Swetlana Makarowa von Frank Neumann, promovierter Mediziner aus dem Vogtland, der in Erlangen studierte und die Behörde seit Herbst 2015 leitet, erfährt, kennt sie so von der eigenen Gesundheitsadministration nicht: Man hat hier eigene Ärzte, die Untersuchungen machen und Gutachten erstellen, man entlastet die Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte, indem Assistenten die medizinischen Einschulungstests machen, man bietet anonyme Geburten und Schwangerschaftsberatung an… So viel wird hier anders gemacht, daß die Besucherin ihren Kollegen möglichst bald in Wladimir begrüßen möchte, um im größeren Fachkreis von seinen Zuständigkeiten zu berichten. Da gäbe es in vielen Bereichen – etwa bei der HIV-Problematik oder bei der TBC-Vorbeugung und Impffrage – Erfahrungen, die man nutzen könnte. Nützlich dabei könnten sicher auch die Russischkenntnisse des Gastgebers sein.

Christine Delfs, Swetlana Makarowa, Ulrike Rascher und Susanne Schmid

Christine Delfs muß in dieser Hinsicht dieses Mal passen. Bisher hatte sie in ihrer 4. Klasse an der Heinrich-Kirchner-Schule immer Kinder, die aus russischsprachigen Familien kamen. Nun ist da nur noch ein Junge, der aber selbst kein Russisch mehr spricht. Aber ausschlaggebend ist das ja nicht. Sie will ihre Aktion unbedingt fortsetzen, die sie 1999 mit Taschengeldspenden für das Kinderkrankenhaus Wladimir begonnen hatte und die mittlerweile mit dem Pausenverkauf von Leckereien aus der elterlichen Küche im Advent regelmäßig dreistellige Summen erbringt, mit denen Swetlana Makarowa bedürftige Patienten unterstützt oder Mal- und Bastelutensilien kauft. Denn es gehen immer wieder auch Bilder und Zeichnungen hin und her. Und wenn Christine Delfs eines Tages in Ruhestand geht, übernimmt diese Tradition – so vereinbarte man das im Beisein von Schulleiterin, Susanne Schmid – nach dem Motto „Familientradition verpflichtet“ Ulrike Rascher, Tochter des Professors für Kinderheilkunde. So schließen sich Kreise.

Soroptimist-Präsidentin Christine Faigle, Swetlana Makarowa, Rentia van Eldik und Doris Lang

So ein Kreis schließt sich auch beim Treffen mit den Schwestern von Soroptimist International, wo Swetlana Makarowa Mitglied ist. Der Serviceklub organisierte ja bereits die Ausstellung „Heimat“ mit dem Kinderkrankenhaus und richtete den ersten gynäkologischen Behandlungsraum für Mädchen in der Region Wladimir ein. Nun erhielt die Besucherin wiederum eine Spende für ihre Klinik, und schon im November will Doris Lang sich selbst ein Bild von der Partnerstadt machen und den Kontakt mit Soroptimist Wladimir ausbauen.

Susanne Lender-Cassens und Swetlana Makarowa

Am Ausbau dieser Verbindungen möchte auch Susanne Lender-Cassens verstärkt mitwirken. Bereits zu der Zeit, als sie noch als Krankenschwester am Universitätsklinikum arbeitete, schickte sie regelmäßig medizinisches Verbrauchsmaterial an das Kinderkrankenhaus. Nun versucht sie, dabei zu helfen, den Austausch von Pflegepersonal voranzubringen. Und Swetlana Makarowa kann der Bürgermeisterin auch schon eine erste Kandidatin benennen, die sie gerne für eine Hospitation nach Erlangen schicken würde. Und überhaupt – wen wundert das noch? – kann sie mit Stolz berichten, eine ihrer Krankenschwestern habe unlängst den ersten Preis bei einem regionalen Wettbewerb gewonnen. An Können und Motivation fehlt es da sicher nicht.

Christine Hetterle und Swetlana Makarowa

Woran es aber leider noch mangelt, ist eine Unterbringungsmöglichkeit für Eltern, deren Kinder – vor allem wegen onkologischer Erkrankungen – für einen längeren Zeitraum auf Station bleiben müssen. Zwar wurden mit Hilfe von Soroptimist einige Krankenzimmer und Räume für diese Bedürfnisse eingerichtet, aber es bräuchte etwas in der Art wie das Ronald-McDonald-Haus in Erlangen. Sicher ein noch langer Weg, aber, mit den Erfahrungen und Erläuterungen von Christine Hetterle im Gepäck, macht sich Swetlana Makarowa ermutigt und zuversichtlich heute auf die Heimreise. Wer, wie sie, erfolgreich die Bauchfelldialyse von Erlangen nach Wladimir übertragen hat, wird auch Behörden und Politik von der Notwendigkeit eines Gästehauses oder der Einführung einer palliativen Ambulanz für Kinder überzeugen.

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„Wie hätte ich denn da zu Hause bleiben sollen?! Da gab es doch gar keinen Zweifel“, erwiderte gestern Swetlana Makarowa mit ihrem so gewinnenden Lächeln die erstaunten Fragen, warum sie denn eigens den weiten Weg nach Erlangen auf sich genommen habe, um an der gestrigen Abschiedsfeier für Wolfgang Rascher teilzunehmen. „Wir haben in Wladimir ihm und seinem ganzen Haus unendlich viel zu verdanken, und dafür meine Verbundenheit zu zeigen, ist kein Weg zu weit.“

Wolfgang Rascher, Swetlana Makarowa und Dieter Wenzel

Die ärztliche Direktorin des Regionalen Kinderkrankenhauses in der Partnerstadt weiß, wovon sie spricht. Als Pulmologin nahm sie vor drei Jahrzehnten dort die Arbeit auf und erlebte 1990/91 als stellvertretende Leiterin der Klinik den Beginn der Aktion „Hilfe für Wladimir“, für ihr Haus koordiniert von Dieter Wenzel, mit all den Lieferungen von medizinischem Gerät, Medikamenten, Lebensmitteln, Verbrauchsmaterial, begleitet von Hospitationen und Fortbildungen an der Klinik mit Poliklinik für Kinder und Jugendliche in Erlangen.

Swetlana Makarowa, Elisabeth Preuß und Florian Janik

Seit elf Jahren leitet sie nun selbst das Krankenhaus mit 325 Betten, wo Kinder aus der ganzen Region behandelt werden. Und das immer besser – seit der Zusammenarbeit Erlangen, die Erfolge von der Einführung der Peritonealdialyse bis zu den Standards bei der Krebstherapie aufzuweisen hat.

Swetlana Makarowa und Peter Steger

Aber, man merkt es der Pädiaterin an, es ist mehr als nur die materielle Hilfe und der Wissenstransfer, für den sie zu danken kam. „Es geht tiefer, viel tiefer“, betont sie denn auch in ihrem Grußwort, das sie auch an die Stadtspitze, prominent vertreten durch Oberbürgermeister, Florian Janik, und Bürgermeisterin, Elisabeth Preuß, die beide die Klinik in Wladimir und die kindermedizinische Erfolgsgeschichte kennen. Dieses „Tiefer“ darf man getrost Freundschaft nennen, Verbundenheit, die mit dem gestrigen Tag nicht endet. „Es geht weiter“, bestätigte diesen Eindruck der nach 20 Jahren im Amt des Klinikdirektors scheidende Wolfgang Rascher. „Und jetzt habe ich ja mehr Zeit, auch für Wladimir.“

Swetlana Makarowa und Wolfgang Rascher

Da fügt sich auch das Geschenk ins Bild, ein Gemälde des Goldenen Tors, als „Anerkennung für einen goldenen Menschen, der hoffentlich bald wieder kommt und durch das Goldene Tor in unsere Stadt tritt.“ Noch aber darf der Gastgeber nicht abtreten. Der bereits berufene Nachfolger bog im letzten Augenblick in eine andere Richtung ab, und so wird Wolfgang Rascher, dessen segensreichem Wirken die Erlanger Nachrichten gestern eine ganze Seite widmeten, noch bis März 2019 weiter die Geschicke seiner Klinik leiten.

Swetlana Makarowa und Klemens Stehr

Wenn schon der Nachfolger nicht im Publikum saß, dann doch der Vorgänger, Klemens Stehr, von 1977 bis 1998 Direktor der Klinik, unter dessen Ägide die Zusammenarbeit mit Wladimir ja begann, und der, bereits emeritiert, 2001 die Partnerstadt im Rahmen einer Rotary-Delegation besuchte. Für Swetlana Makarowa ein besonderer Tag, bewegend, tiefergehend…

Und hier geht es zum Reisebericht von Wolfgang Rascher: https://is.gd/9bQwhm

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Ganze 300 Euro hatte die Klasse 4a von Christine Delfs an der Heinrich-Kirchner-Schule beim Pausenverkauf vor den Weihnachtsferien für das Kinderkrankenhaus in Wladimir gesammelt. Eine Rekordsumme in der neunzehnjährigen Geschichte dieser Aktion „Kinder für Kinder“, von der zu berichten, immer wieder aufs neue Freude bereitet.

Christine Delfs und ihre 4a

Wie auch nicht angesichts der Freude auf dem Gesicht von Swetlana Makarowa, der ärztlichen Direktorin der Klinik, bei der Spendenübergabe Anfang Mai – und wie auch nicht im Licht der strahlenden Kinderaugen, als sich gestern im Klassenzimmer die Wundertüte mit all den Bastelarbeiten, Zeichnungen und Bildern der kleinen Wladimirer Patienten öffnete.

Swetlana Makarowa und Peter Steger

Die Klasse wird sich am Ende des Schuljahrs in alle Winde des bayerischen Schulsystems zerstreuen, aber alle werden als Erfahrung mitnehmen und sicher nicht für sich behalten, welche Freude es machen kann, anderen zu helfen. Diese Schule des Lebens prägt für alle Zeit. Was für eine Freude!

Mehr dazu unter: https://is.gd/CmXDUk und https://is.gd/OTjuwf

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Von allen Medizinkontakten zwischen Erlangen und Wladimir erweisen sich die Verbindungen der Pädiatrie als die beständigsten. Seit 1990 im Kinderkrankenhaus die ersten Hilfskonvois eintrafen, besteht auch der ärztliche Austausch zwischen den Partnerstädten, und seit 1999 spendet auf Initiative von Christine Delfs, Lehrerin an der Heinrich-Kirchner-Schule, alle Jahre wieder in der Adventszeit ihr Taschengeld bzw. verkauft Leckereien in der Pause zu Gunsten der kranken Kinder in Wladimir. 300 Euro sind dieses Mal zusammengekommen, eine Rekordsumme, die vor allem auf der Krebsstation Freude machen soll, wie Swetlana Makarowa, ärztliche Direktorin des Krankenhauses, bei der Übergabe versichert.

Peter Steger und Swetlana Makarowa

Gebastelte, gezeichnete und gemalte kleine Kunstwerke gehen im Gegenzug als Dankeschön nach Erlangen. Aber auch schon als Grundstock für eine Ausstellung, die 2019 zum zwanzigjährigen Jubiläum der Aktion an der Heinrich-Kirchner-Schule zu sehen sein wird. Wie eng die kreative Bewältigung der Krankheit hier Erlangen und Wladimir verbindet, zeigen die vielen Bilder in den Korridoren, die 2008 im Rahmen des Projekts „Heimat“ entstanden, wo, unterstützt von Soroptimist International, Kinder Einblicke in ihre Vorstellung von Heimat gaben.

Weltkarte der Kinder mit Swetlana Makarowa und Peter Steger

Eine Freude für alles Sinne ist es mittlerweile, die Klinik zu besuchen: hell und farbenfroh die Gestaltung und patientenorientiert die Verwaltung. Vorbei die Zeiten der Warteschlangen. Bei der Anmeldung bekommt man zentral alle notwendige Auskunft bis hin zur Terminvergabe.

Anmeldung

Und die Ausstattung? Auch die mittlerweile auf modernstem Niveau. Dabei war man ohnehin immer vorne mit dabei. Etwa als – ebenfalls im Rahmen einer Aktion von Soroptimist International – 2001 hier ein gynäkologisches Behandlungszimmer für Mädchen eingerichtet wurde. Das erste seiner Art in der ganzen Region. Erst in jüngster Zeit gibt es diese Angebote auch andernorts, die Politik hat am Beispiel von Wladimir landesweit die Notwendigkeit solcher Beratungs- und Therapiemöglichkeiten für junge Frauen verstanden und handelt nun.

Gynäkologisches Behandlungszimmer für Mädchen

Nur ein großer Wunsch ist noch nicht erfüllt: das Perinatalzentrum für Wladimir. Zwar, so Swetlana Makarowa, sei man stolz, mittlerweile sogar Frühgeburten mit einem Gewicht von 450 Gramm gesund groß zu bekommen, aber es bleibe noch einiges in der Neonatologie zu tun. Möglichst gemeinsam mit den Kollegen aus Erlangen, von denen man schon so vieles gelernt und übernommen habe.

Heimat

Für diese Erfolge steht eine kontinuierlich sinkende Kindersterblichkeit. Auf 1.000 Geburten kommen statistisch nur noch fünfeinhalb Todesfälle. Schon ganz nah an den Daten für Deutschland, die bei etwa dreieinhalb Toten liegen – und weit entfernt von den fast zweistelligen Zahlen aus den 90er Jahren. Schön, wenn die Partnerschaft dazu – etwa mit den ersten Inkubatoren oder einem Rettungswagen – etwas hat beitragen können.

Heimat

Als Pjotr Dik im August 2002 in Worpswede während eines Studienaufenthalts unerwartet mit gerade einmal 63 Jahren verstarb, hinterließ der deutsch-russische Künstler seiner Witwe, neben all seinen Graphiken und Gemälden auch das gemeinsam erbaute Haus in Susdal. Von hier aus organisiert Kira Limonowa bis heute Ausstellungen ihres Mannes im ganzen Land.

Das Haus von Peter Dik

Aber hier, bei der Architektin des Erlangen-Hauses, gehen auch nach wie vor Musiker, Maler und Meister des Wortes ein und aus – wie die Lyrikerin Jekaterina Zwetkowa, die auch als Filmemacherin tätig ist und der italienisch-spanischstämmige Nicolas Celoro, in Paris geboren, und derzeit als Pianist auf russischen Bühnen zu erleben. Der kosmopolitsche Komponist arbeitet derzeit an einem Werk über Susdal. Bis zum dreißigjährigen Jubiläum der Partnerschaft mit Rothenburg im Sommer dürfte der Maestro die Arbeit zwar kaum abschließen, aber vielleicht ist sie ja später einmal in Erlangen zu hören. Bis dahin begnügen wir uns mit einem Epigramm von Jekaterina Zwetkowa:

Nicolas Celoro, Kira Limonowa, Jekaterina Zwetkowa und Peter Steger

Ich fand im Schreibtischfach auf einem Fetzen Papier die Notiz: Ich lebe, wenn ich Gedichte schreibe, einfach einer Eingebung folgend, schlicht in die Welt hineinhörend… Mehr noch liebe ich es, zu schweigen und in der Stille zu verharren. Und wenn man einen andern schätzt und mag, ist man mit ihm schweigend viel glücklicher, weil die Worte… Sie sind zu einer gewaltigen zerstörerischen Kraft geworden.

Blickfang in Susdal an der Kamenka

So soll denn auch dieser Bericht mit einem stillen Blick auf Susdal glücklich enden.

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Wolfgang Rascher, Direktor der Erlanger Kinder- und Jugendklinik, besuchte vom 16. bis 22. September mit Hans-Georg Topf, Leiter der Neonatologie und pädiatrischen Intensivmedizin, Wladimir, um den bewährten Medizineraustausch fortzusetzen. Schon vor fünf Jahren war der Professor für Pädiatrie mit seinem Kollegen, Dieter Wenzel, zu einem dreitägigen Besuch in der Partnerstadt, und vor zwei Jahren kam Swetlana Makarowa, ärztliche Leiterin des Kinderkrankenhauses Wladimir, nach Erlangen, um sich über die moderne Behandlung von Frühgeborenen zu informieren und über verschiedene Behandlungsverfahren auszutauschen.

Wolfgang Rascher, Swetlana Makarowa, Hans-Georg Topf

Wolfgang Rascher, Swetlana Makarowa, Hans-Georg Topf, Natalia Isprawnikowa und Olga Wlassowa

Im Jahre 2011 hatten die Erlanger Kinderärzte vor Ort von einem neuen staatlichen Programm erfahren, wonach fünf Milliarden Rubel (ca. 122 Millionen Euro) in das Gesundheitssystem der Region Wladimir investiert würden, ein Viertel davon sollte in die Geburtsmedizin und Neonatologie fließen.

Bei ihrem aktuelle Besuch konnten sich die beiden Pädiater davon überzeugen, welch großen Erfolg die Investitionen für die Ausstattung und damit auch für die Behandlungsmöglichkeiten der kranken Kinder in der Region Wladimir gebracht haben. Wie vom Staat beabsichtigt, profitierten vor allem auch Frühgeborene von der hohen technischen Ausstattung der Klinik.  So konnten sich die Besucher mit ihrer Kollegin, Swetlana Markarowa, und der Leiterin der Neonatologischen Intensivstation am Kinderkrankenhaus, Olga Wlassowa, über moderne Beatmungsverfahren und die Behandlung von Komplikationen bei sehr kleinen Frühgeborenen austauschen.

Wolfgang Rascher, Nadeschda Tumanowa und Hans-Georg Topf

Wolfgang Rascher, Nadeschda Tumanowa und Hans-Georg Topf

Im Geburtshaus Nr. 2 stand deshalb im Gespräch mit Chefärztin Irina Kirjuchina und ihrem Team die Weiterentwicklung der Geburtsmedizin im Mittelpunkt, während beim Besuch des vor drei Jahren errichteten Perinatalzentrums die Leiterin Nadeschda Tumanowa, stolz die Gebäude und die hervorragende Ausstattung der Klinik unter Anwesenheit von Pressevertreten zeigen konnte, wobei eine noch engere Zusammenarbeit mit Erlangen in Form eines Medizineraustauschs vereinbart wurde.

Auch zeigte sich bei einem Besuch in der Kreisstadt Murom, wie nicht nur in Wladimir, sondern auch hier in der Region die Geburtsklinik von Murom unter Leitung von Konstantin Owtschinnikow und das Kinderkrankenhaus unter Führung von Tatjana Piwikina eine enorme Entwicklung genommen haben.

Wolfgang Rascher und Hans-Georg Topf

Wolfgang Rascher und Hans-Georg Topf

Insgesamt war es für die deutschen Kinderärzte eine Freude, zu sehen, wie staatliche Investitionsprogramme die Behandlung von Kindern zu verbessern vermögen und diese Maßnahmen effektiv vor Ort umgesetzt werden können.

Prof. Dr. Wolfgang Rascher

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Der „Blaue Himmel“ macht seinem Namen alle Ehre. Bei ihrem gestrigen Besuch des Zentrums für Erlebnis- und Naturpädagogik nahm sich Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, begleitet von Stadtrat Jürgen Zeus und Amtsleiter Herbert Lerche viel Zeit, um mehr über die aktuelle Entwicklung der Arbeit mit Kindern zu erfahren, die für zwei Wochen aus psychiatrischen Einrichtungen, Waisenheimen oder schwierigen Familienkonstellationen der ganzen Region hierher kommen, an den Rand des Dorfes Penkino, etwa 35 km östlich von Wladimir gelegen.

Juni 43

Psychiater, Psychologen und Sozialarbeiter organisieren die Gruppen zwischen 20 und 25 Kindern und Jugendlichen in unterschiedlicher Zusammensetzung und schicken sie in das Zentrum, wo möglichst viel unter freiem Himmel stattfindet, auch wenn der einmal nicht so ganz blau sein sollte. Denn schon alleine der Aufenthalt draußen wirkt sich heilsam auf Körper und Seele der jungen Menschen aus.

Juni 44

Zum Konzept der Einrichtung, die vor sieben Jahren eröffnet wurde, gehört aber auch, sich die Welt unter dem mal mehr, mal weniger blauen Himmel möglichst vielfältig selbst zu gestalten und den Gegebenheiten anzupassen. Wenn bisher beispielsweise das Geld für einen Streichelzoo fehlt, greifen die Kinder unter Anleitung einfach zu Laubsäge und Pinsel, um die Tiere selbst zu erschaffen und einen kleinen Stall für sie zu bauen.

Marina Goljakowa, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche

Marina Goljakowa, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche

Marina Goljakowa zeigt denn auch mit bescheiden-zurückhaltendem Stolz die Werkstatt, die davon zeugt, wie mannigfach die Betätigungen der kleinen Handwerker sein können. „Alles da an Werkzeug“, lobt Herbert Lerche nach einem Blick in die offenen Schränke die Ausstattung, finanziert aus Spenden, die Projektmanager Wolfram Howein zusammengetragen hat.

Herbert Lerche

Herbert Lerche

Jeder Tag ist klar strukturiert und folgt bestimmten Aufgabenstellungen oder Motti. Gestern trug man zum Beispiel einen Wettbewerb um das schönste Straßenbild aus, an dem sich die Gäste nicht nur beteiligen konnten, sondern wo sie auch gleich in die Jury berufen wurden.

Herbert Lerche und Jürgen Zeus mit zwei Straßenmalerinnen im Blauen Himmel

Herbert Lerche und Jürgen Zeus mit zwei Straßenmalerinnen im Blauen Himmel

Gleichzeitig ging gestern das Projekt „Dschungel“ zu Ende, wo die Kinder die Aufgabe hatten, eine Begegnung zwischen heimischen Tieren und der Exotik der Urwälder in Südamerika und Afrika zu gestalten.

Herbert Lerche, Marina Goljakowa, Elisabeth Preuß und Jürgen Zeus

Herbert Lerche, Marina Goljakowa, Elisabeth Preuß und Jürgen Zeus

Auf dem weitläufigen Gelände der Einrichtung, wesentlich finanziert aus Mitteln der „Aktion Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks, finden sich aber auch Spuren der Zusammenarbeit etwa mit den Pfadfindern des Stammes Asgard aus Erlangen. Im Sommer letzten Jahres hatten die Gäste gemeinsam mit den Kindern einen Erlebnispfad gebaut, der auch für Erwachsene eine Herausforderung darstellt und den Sportplatz ideal ergänzt.

Herbert Lerche

Herbert Lerche

Vor allem die Außeneinrichtungen nutzt der „Blaue Himmel“ gern gemeinsam mit der Dorfjugend von Penkino, die sich über die vielen Angebote freut. Alle unter dem Leitmotiv des Lächelns. „Laßt, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren“, heißt es in Dantes Göttlicher Kommödie, doch hier ist, wie ein Plakat über dem Eingang warnt, der Eintritt mit schlechter Laune verboten.

Juni 50

Eintritt mit schlechter Stimmung streng verboten! Lächle und tritt ein!

Diese „Idylle“ erreiche man aber, so Marina Goljakowa, meist erst gegen Ende des Aufenthalts der Kinder. Es dauere, bis sich ein Struktur in der Gruppe herausgebildet, bis sich alle geöffnet haben. Der Schlüssel dazu: Zuwendung und Anerkennung, die zu Hause oder in den anderen Einrichtungen oft nicht genug erlebt werden. „Das erste, was die Kinder morgens wollen, ist eine Umarmung. Und wenn man dann noch ein lobendes Wort für sie hat und gar auch noch ein Talent an ihnen entdeckt, bekommt man dieses Lächeln, das Kinderglück verheißt.“

Marina Goljakowa, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche

Marina Goljakowa, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche

Aber als Besucher spürt man rasch: Hier ist mehr im Spiel, hier geht man mit Liebe zu Werke, sei es bei der Gestaltung von Objekten, Räumen und Orten oder vor allem im Umgang mit den Kindern. Und wenn diese Liebe gegeben ist, kann nicht mehr viel zum Wohl der Heranwachsenden fehlen.

Juni 52

Und diese Liebe kommt zurück zum pädagogischen Team, so wie auch viele der Kinder immer wieder zurück nach Penkino kommen, das sie stets mit Tränen verlassen.

Juni 53

Das Team übrigens arbeitet jetzt nicht nur mit der Technischen Universität Nürnberg, der ehemaligen Georg-Simon-Ohm-Hochschule zusammen, sondern auch mit der Universität Wladimir, wo man die Ergebnisse des Blauen Himmels evaluiert. Und im nächsten Winter ist die Einrichtung Projektpartner bei den Naturerlebnistagen mit deutschen Studenten und Fachleuten, die in Susdal und Penkino stattfinden sollen.

Juni 54

Möge für Penkino immer die Sonne scheinen!

Freude herrscht natürlich auch darüber, mit der pädagogischen Arbeit landesweit eine führende Rolle eingenommen zu haben, von den Kollegen andernorts als nachahmenswert eingestuft und sicher einmalig in der Konstellation erfolgreicher deutsch-russischer Zusammenarbeit.

Juni 55

„Immer wieder beeindruckend und berührend“, faßt Elisabeth Preuß zusammen, die das Zentrum ebenso wie Jürgen Zeus seit seiner Eröffnung kennt und begleitet.

Frauenkloster von Bogoljubowo

Frauenkloster von Bogoljubowo

Dies ließe sich auch für das Frauenkloster von Bogoljubowo und die Kirche Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl sagen, die am Weg zurück von Penkino nach Wladimir liegen.

Mariä- Schutz- und Fürbitt-Kirche an der Nerl

Mariä- Schutz- und Fürbitt-Kirche an der Nerl

Nach einem kurzen Abstecher in die russische Architekturgeschichte führt der Weg weiter ins Kinderkrankenhaus mit seinen 325 Betten, das seit 1990 im Mittelpunkt der medizinischen Zusammenarbeit der Partnerstädte steht. Mehr noch: „Wir haben in Erlangen überall so viele Freunde“, freut sich Swetlana Makarowa, die ärztliche Direktorin. „Sogar die Heinrich-Kirchner-Schule schickt uns immer wieder ihre Spenden und Bilder, Soroptimist International aus Erlangen hat uns bei der Einrichtung eines gynäkologischen Behandlungszimmers für Mädchen und bei der Ausstattung von Elternzimmern auf der onkologischen Abteilung geholfen. Und und und…“

Jürgen Zeus, Swetlana Makarowa, Elisabeth Preuß, Nadeschda Panfilowa und Herbert Lerche

Jürgen Zeus, Swetlana Makarowa, Elisabeth Preuß, Nadeschda Panfilowa und Herbert Lerche

Und im September kommen wieder die Kollegen von der Pädiatrie aus Erlangen, um den Fachaustausch fortzusetzen. Da werden jetzt schon Programmpläne geschmiedet, um die Versorgung der Kinder noch weiter zu verbessern, denn: „Wenn wir uns nicht fortbilden, geht es nicht voran.“

Juni 59

Voran geht es sichtlich mit dem Bau des Pilgerhauses der Rosenkranzgemeinde. Keller und Erdgeschoß sind nun fast fertiggestellt, und dem Zeiplan nach sollte man im Herbst schon Richtfest feiern können. Der organisatorische und finanzielle Kraftakt ist für die Wladimirer Katholiken freilich nur zu schaffen dank der vereinten Unterstützung durch die Hilfswerke Renovabis und Kirche in Not sowie des Fördervereins Nadjeschda, besonders aber des Erzbistums Bamberg, das nicht nur mit eigenen Mitteln einspringt, sondern auch erfolgreich in anderen Diözesen Spenden einwirbt.

Juni 60

Einmal fertiggestellt, sollen hier Gruppen von bis zu 40 Personen unterkommen und damit die finanzielle Autarkie der Gemeinde sicherstellen. In jedem Fall das umfangreichste, aufwendigste und komplizierteste Projekt in der Geschichte der Partnerschaft, eine Geschichte, auf die noch oft zurückzukommen sein wird.

Olga Dejewa, Elisabeth Preuß und Irina Chasowa

Olga Dejewa, Elisabeth Preuß und Irina Chasowa

Und eine Geschichte, an der drei Frauen schon jetzt entscheidend Anteil haben: Oberbürgermeisterin Olga Dejewa, Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses. Drei Frauen, die mit einem Lächeln in die Zukunft blicken, denen die Zusammenarbeit der Partnerstädte am Herzen liegt, von denen man noch viele Impulse und Anregungen erwarten darf. Drei Frauen, die sich gestern voneinander nicht mit einem „Lebwohl!“ verabschiedet haben, sondern mit einem „Auf Wiedersehen!“

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