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Posts Tagged ‘Swetlana Koketowa’


Reinhard Beer, Sprachenreferent der VHS Erlangen und geistiger Vater der Russich-Deutschen Wochen, hat am gestrigen Morgen kalte Füße bekommen und eine richtige Entscheidung getroffen. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß die Einladung zum Russischen Abend mehr Menschen annehmen würden, als der Club International würde Plätze bieten können. Die Veranstaltung wurde kurzerhand in den Großen Saal verlegt. Aber daß es dann gut 120 Gäste sein würden, hat doch alle freudig überrascht.

Das Publikum

Christine Flemming, die Direktorin der Erlanger Volkshochschule, kann stolz auf ihr Team sein, das nicht nur erfolgreich eine bereits von ihrem Vorgänger, Klaus Wrobel, Anfang der 80er Jahre begonnene Tradition fortsetzt, sondern diese auch noch phantasievoll weiterentwickelt, ist die VHS doch viel mehr als nur ein Forum und Resonanzboden der Bürgerpartnerschaft, sondern ausgesprochen aktiv in der Gestaltung der Partnerschaft. Da sind zum einen die Sprachkurse, wo Russisch mittlerweile zur stärksten der selten unterrichteten Sprachen wurde, da sind die vielen Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und natürlich der Freundeskreis Wladimir sowie die Sprachbegegnungen im Club International. Vor allem aber ist da auch die Patenschaft für die Deutsch-Kurse im Erlangen-Haus mit ihren gut 200 Hörern. Da kommt es also nicht von ungefähr, wenn am gestrigen Abend Christine Loibl, Sprachenreferentin des Bayerischen Volkshochschulverbands, eigens aus München angereist kam, um in Erlangen nach Freising das zweite Prüfungskompetenzzentrum für Russisch einzuweihen und den Erlangern zu ihrem Erfolg zu gratulieren. Und da wundert man sich auch nicht, wenn Reinhard Beer jetzt schon externe Anfragen vorliegen, um die Zertifikate zu erhalten. Da könnten sich ganz neue Perspektiven für eine Zusammenarbeit auch mit privaten Sprachschulen entwickeln.

Die Hauptakteure

Da traf es sich gut, daß auch das Russomobil seine Arbeit vorstellte. Seit fast einem Jahr sind Oxana Kogan-Pech und Swetlana Koketowa mit ihrem Auto in ganz Deutschland unterwegs und halten an Schulen Schnupperunterricht, der Schülern wie Lehrern Lust auf Russisch vor allem als dritte oder vierte Fremdsprache machen soll. Aktuell waren sie in Nürnberg, und heute geht es nach Berlin zurück, wo schon wieder neue Anfragen warten. So gefragt seien die Angebote, daß man schon daran denke, ein oder zwei weitere Teams mit weiteren Russomobils an den Start zu schicken. Nach Erlangen wird das Russomobil wohl im nächsten Jahr nochmals kommen, denn die hiesigen Russischlehrer wollen versuchen, wenigstens an einem Erlanger Gymnasium Russisch als Wahlfach wieder zu etablieren. Den Nährboden dafür hat die Städtepartnerschaft bereitet, und für das Interesse sprach auch die unerwartet große Anzahl von Jugendlichen, von denen einer sogar einen zweiten Preis beim Quiz gewann.

Dieter Wenzel, Oleg Tjapkin und Christine Flemming

Und damit sind wir schon beim Höhepunkt des Abends, den 20 Fragen, die rund um die Partnerschaft und Rußland allgemein zu beantworten waren. Man mußte zwar nicht unbedingt Wladimirologe sein, um die Antworten zu finden, aber knifflig war die Sache schon. So war es zumindest möglich, den Sieger ohne Losentscheid zu ermitteln. Und es war ein Sieger, der es in jeder Hinsicht verdient hat. Vorübergehend an Krücken, betrat als Russionär und Gewinner jemand die Bühne, der den Preis wirklich verdient hat wie kaum ein anderer: Dieter Wenzel, emeritierter Professor, der seit 1990 wie kein anderer die medizinischen Kontakte zwischen den Partnerstädten buchstäblich mit Leben erfüllte, denn seine Arbeit rettete nachweislich viele Kinderleben in Wladimir. Oleg Tjapkin, Attaché des Russischen Generalkonsulats in München, war denn auch sichtlich erfreut und gerührt, als er dem Preisträger gratulierte und den Abend als eine große Sache für die deutsch-russische Zusammenarbeit bezeichnete. Und der Preis: ein Russisch-Sprachkurs. Dafür hat der Pädiater ja jetzt Zeit und Muße im Ruhestand. Und brauchen kann er es auch gut, denn der Kontakt zu Wladimir soll ja nicht abreißen…

Ganz bei der Sache.

Große Sachen sind nicht möglich ohne viele Helfer im Hintergrund, denen an der Stelle von Herzen gedankt sei. Zu nennen sind da das Café des Clubs International mit seiner leckeren Premiere russischer Speisen; Alexandra Rauhtäschlein für all den vielen organisatorischen Kleinkram, ohne den nichts geht; Edith Kaluza vom VHS-Team für die Deko, den Dozentinnen Natalia Kaiser, Natalia Grebnev und Nadja Steger, die ehrenamtlich geholfen haben den Abend vorzubereiten und in Windeseile die 85 Fragebögen für das Quiz auszuwerten verstanden; nicht zuletzt die vielen vielen Teilnehmer – darunter sogar eine Dame aus Chemnitz, die auf der Durchreise aus den Erlanger Nachrichten von der Veranstaltung erfahren hatte -, die nicht nur die Präsentationen und Vorträge genossen, sondern bis in den späten Abend hinein zusammensaßen und sich austauschten. Wer weiß, was da alles für neue Ideen geboren wurden. In jedem Fall sollten derartige Abende zu einer neuen Tradition werden. Der gestrige Abend verpflichtet regelrecht dazu.

Mehr zum Russionär unter: https://erlangenwladimir.wordpress.com/2010/09/24/ehrenbriefe-fur-zwei-ehrenhafte-der-partnerschaft

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