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Posts Tagged ‘Susdal’


Kommt man nach Wladimir und Susdal, unternimmt man eine Zeitreise zurück in das russische Mittelalter. Um diesen Eindruck noch effektiver zu machen setzt das Landesmuseum nun auch VR-Brillen ein. Gäste können sich nun also ein virtuelles Bild davon machen, wie der Susdaler Kreml im 17. Jahrhundert aussah.

Susdaler Kreml

Eine Stunde lang dauert die Exkursion für Kleingruppen, wobei sich der jeweilige Aufenthaltsort innerhalb des bereits im 10. Jahrhundert angelegten Komplexes, umgeben von einer 1.400 m langen Mauer,  mit seinem Erzpristerlichen Palas und den beiden Kirchen dank der Brille darstellt, als befände man sich tatsächlich in jenen fernen Zeiten.

Virtuell unterwegs vor der Mariä-Geburts-Kathedrale auf dem Gelände des Susdaler Kreml

Es handelt sich um den ersten Probelauf in der Region Wladimir für diese neue Technologie. Wird sie gut angenommen, kann man sie sicher auch für andere Sehenswürdigkeiten einsetzen.

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Zwei Amtszeiten lang leitete Igor Kechter als Bürgermeister die Geschicke von Susdal und stattete der Partnerstadt Rothenburg o.d.T. zwei Besuche ab, bei denen er viel gelernt hat. Dann kehrte der 53jährige freiwillig der Politik den Rücken, um sich ohne all die Zwänge, die öffentliche Ämter so mit sich bringen, ganz neuen, kreativen Aufgaben zuzuwenden.

Gute hundert Kilometer südwestlich von Saratow gründeten seine Vorfahren den Weiler Klein-Walter. Sie stammten aus Bayern und kamen auf Einladung von Kaiserin Katharina II an die Wolga, wo die Familie bis 1941 blieb, bis nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion die Rußland-Deutschen pauschal zu Volksfeinden erklärt und hinter den Ural verbannt wurden. Igor Kechters Vater, Erik Christianowitsch, war damals gerade einmal zwei Jahre und wuchs im sibirischen Tjumen auf, wo er später auch seine russische Frau aus Chanty-Mansijsk kennenlernte, mit der er unlängst die Goldene Hochzeit feiern konnte. In Wladimir, wo die Tochter bereits lebte und wohin auch Igor und sein älterer Bruder Wladimir zogen. Erst ab 1962 erhielten die verfemten Deutschen das Recht auf freie Niederlassung, konnten die Verbannungsorte verlassen, die Rehabilitation und Befreiung vom Etikett des „Volksfeindes“ erfolgte dann noch später, im Jahr 1991.

Igor und Ludmila Kechter

Wollte man einigermaßen unbehelligt mit einem deutschen Familiennamen leben, tat man gut daran, die Muttersprache nicht zu gebrauchen. Und so ist denn auch das Deutsche in der Familie nicht mehr präsent, nur die Großmutter beherrschte es noch, bereits Igor Kechters Vater wuchs ganz russischsprachig auf. Sechs Geschwister hatte er, von denen drei bei der Vertreibung ums Leben kamen. Und der Großvater, Christian Christianowitsch, kam nicht mehr aus der Arbeitsarmee zurück. Aber das ist für Igor Kechter Geschichte, mit der er sich versöhnt hat. Selbst hat er wegen seiner Herkunft keine Nachteile mehr erfahren, nur in der Kindheit war er beim Räuber-und-Gendarm-Spiel eben immer auf der anderen Seite. Abgesehen von einer Tante mütterlicherseits ist auch niemand ausgewandert oder nach Deutschland übergesiedelt. Der Großteil der mittlerweile vielköpfigen Familie lebt sogar weiterhin in Sibirien. Dennoch: Zu Deutschland besteht schon ein besonderer Bezug, den allerdings seine Ehefrau Ludmila herstellt: „Da fühlen wir uns immer wie daheim.“

1983 immatrikulierte sich Igor Kechter in der Militärakademie und brachte es bis zum stellvertretenden Leiter der Kommunistischen Partei. Dienst tat er lange Jahre ganz im hohen Norden Sibirien, an der Lena, u.a. in der Hafenstadt Tiksi. Derart urwirtlich war es da, und Lebensmittel gab es fast ausschließlich aus Konserven, so daß der Militär seine Frau mit den beiden Kindern immer in die „Sommerfrische“ nach Zentralrußland schickte. „Eine Zeit, in der ich lernen mußte, für mich selbst zu sorgen und mir ab und an eine Freude zu bereiten, indem ich kochte“, erinnert sich Igor Kechter. Damals ist dann wohl auch seine kulinarische Leidenschaft entstanden, angeregt auch vom Kontakt mit den einheimischen Völkerschaften und ihrer Küche aus Rentierfleisch und Fisch. Auf die Frage, ob er denn auch gut koche, reagiert er allerdings schweigend mit einem Blick auf die Frau, die dann auch mit Lob nicht sparen will. Besonders seine Schaschliks seien unschlagbar. Das wird er auch schon bald unter Beweis stellen können, denn dieser Tage nimmt der Hobbykoch an einer Schaschlik-Meisterschaft in Tschetschenien teil, wo er sich nicht kampflos ergeben, sondern die Jury mit einer Kreation überzeugen will, die mit kurz in Salz eingelegten Gurken als Beilage überraschen dürfte.

Auf der „Anrichte“ im Büro von Igor Kechter

Überhaupt die Gurke. Sein Restaurant „Ogurez“ in Susdal trägt den Namen des Gemüses, das wiederum seit den 80er Jahren für die ganze Stadt symbolisch steht, als man sich auf den Anbau spezialisierte und regelrechte Gurkenmillionäre hervorbrachte. Und dann der Tourismus: Als Igor Kechter 1993 seinem älteren Bruder nach Susdal folgte, begannen die beiden mit dem Aufbau eines holzverarbeitenden Betriebs, erkannten aber bald die Chancen im Fremdenverkehr. So gründeten sie mit zwei Kompagnons die AG „Heißen Quellen“, eine einzigartige Sauna- und Badelandschaft, die 2002 eröffnet wurde, von der sie sich dann aber 2013 wieder trennten, als Igor Kechter, der seit 2011 als Stadtrat tätig war, zum Bürgermeister gewählt wurde.

Nun, wieder in der Privatwirtschaft, fühlt er sich freier. Sieben Gebäude gehören ihm in Susdal, die er derzeit restauriert, und im nächsten Jahr soll in Gawrilow Possad in der Nachbarregion Iwanowo ein Museum für russische Nationalgetränke eingerichtet entstehen. Den Grundstock hat er schon in seinem Wladimirer Büro eingerichtet, eine Flaschen- und Krügesammlung mit einer Vielzahl von Unikaten. Überhaupt ist er immer auf der Suche nach dem Besonderen. Immer wieder entdeckt er alte Rezepte und entwickelt zu deren Wiederbelebung neue Konzepte, schreibt Bücher, hält Vorträge und brennt für den Fremdenverkehr, der auf drei Beinen steht, wie er meint: schlafen, sehen und essen. Ein Dreisatz, den er als stellvertretender Vorsitzender des Verbands der kleinen Touristenstädte Rußlands ebenso beherzigt wie als Impulsgeber für die gastronomische Entwicklung Susdals.

Igor Kechter

Seine „kulinarische Landkarte“ sorgt für Vielfalt und lokalen Bezug. 70% der Beschwerden von Touristen betrafen noch vor wenigen Jahren den „Einheitsbrei“ der Restaurants. Nun sollen die Gasthäuser zumindest zwei bis drei originell-originale Gerichte anbieten – und das in allen Fremdenverkehrsstädten des Gouvernements Wladimir – nach einem Qualitätsstandard und einer Zertifizierung. Eine Idee, die auch andere Regionen aufgreifen wollen und die Unterstützung der Politik in Moskau findet. Apropos Politik: Als es in den 80er Jahren darum ging, eine Kleinstadt touristisch „aufzurüsten“, kam Susdal zum Zug, weil jemand im Politbüro ein Faible für die Museumsstadt hatte und damit den Mitbewerber Gorochowez ausstechen konnte. So wurde damals alles zentral gesteuert, auch das Glück Susdals am Goldenen Ring. Für den galt übrigens auch eine kulinarische Planwirtschaft – und durchaus mit Verstand. Um den Touristen nämlich in jenen Zeiten der Mangelwirtschaft nicht immer und überall das gleiche Menü zu kredenzen, gab es Vorgaben für die Städte hinsichtlich der Auswahl von Gerichten.

Igor Kechter vor seiner Flaschensammlung

Dank Igor Kechter weiß man nun aber auch, daß der erste russische Malzkaffee in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts in Susdal hergestellt wurde, daß es früher für jeden Monat ein eigenes Getränk gab, daß man hier sogar Bier braute und ein Monopol auf die Herstellung und den Vertrieb von Honigwein, „Medowucha“ genannt, besaß, daß die Kartoffeln hierzulande einst – wie in Deutschland und Frankreich – „Erdäpfel“ genannt wurden, ein Begriff, der aus dem heutigen Russischen gänzlich verschwunden ist…

Für das Seine brennen

Wer also mehr erfahren will über die Eß- und Trinksitten der Russen, besuche in Susdal das Restaurant „Ogurez“, trinke dort einen Kaffee mit Gurkensirup oder einen Getreidewein, spreche mit Igor Kechter oder greife zu seinem Buch, dessen Titel frei übersetzt lauten könnte: „Für das Seine brennen“, in dem es freilich nicht nur um Selbstgebranntes geht und das in Auszügen bald auch auf Deutsch im Blog erscheinen wird. Dabei geht es mehr als um die Gurke!

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Susdal, Rothenburgs russische Partnerstadt, kann eine erstaunliche Erfolgsgeschichte erzählen und sogar ein Rezept für die Verdoppelung des kommunalen Budgets teilen. Mit gerade einmal 156 Mio. Rubel Haushaltsansatz aus eigenen Mitteln hatte die 10.000-Einwohner-Stadt Ende 2017 stolze 302 Mio. Rubel zur Verfügung. Wie das geht, erklärt City-Manager Sergej Sacharow mit einer einfachen Rechnung:

Wir haben gelernt, mit Förderprogrammen zu arbeiten. 2016 entwarfen wir viele Projekte in den Bereichen Soziales und Infrastruktur, und 2017 schon erhielten wir aus föderalen und regionalen Töpfen Zuschüsse, die auf jede eigene Kopeke noch eine drauflegten.

Wie sinnvoll dieser Ansatz als Blaupause auch für andere russische Kommunen sein kann zeigen die vielen abgeschlossenen Projekte, etwa die Generalsanierung des Kultur- und Freizeitzentrums, die Eröffnung eines 3-D-Kinos oder die Erneuerung der Brücke über die Kamenka sowie die Inbetriebnahme eines modernen Kesselhauses für die Fernwärme. Alles Objekte mit einem Förderanteil von bis zu 95%.

Wenn jetzt die Steuer- und Abgabengesetzgebung es noch zuließe, so richtig vom Fremdenverkehr zu profitieren, wäre Susdal alle Sorgen los, denn allein über die Weihnachtswoche Anfang diesen Jahres zählte man in den verschiedenen Museumseinrichtungen 62.000 Besucher und lag damit knapp hinter den Ergebnissen von Sankt Petersburg und Moskau.

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Susdal, die Museumsstadt, gute 30 km von Wladimir entfernt, entwickelt sich weiter prächtig zum touristischen Zentrum des Goldenen Rings. Gleich zu Beginn des neuen Jahres stellten das die Fremdenverkehrsplaner wieder eindrucksvoll unter Beweis mit dem Filzstiefelfest, das laut einer Meldung der TASS vom 3. bis 5. Januar mehr als 10.000 Besucher anlockte.

Dabei galten die Filzstiefel – auf Russische „Walenki“ – noch bis vor kurzem als Ausweis dörflicher Rückständigkeit, als schlichtweg untragbar und bestenfalls als Requisite der Folklore. Das wärmende Schuhwerk, wegen seiner Wasserdurchlässigkeit vor allem im Winter mit Galoschen oder einer Gummisohle versehen, hatten ursprünglich die Mongolen als Strümpfe in die Alte Rus gebracht.

Seit dem 14. Jahrhundert stellten dann russische Manufakturen Filzstiefel als Massenartikel her, die weitgehend unverändert sogar beim Militär – bis zum Ersten Weltkrieg – Verwendung fanden und im Alltagsleben die einst bei den Ostslawen gebräuchlichen Bastschuhe fast völlig verdrängten.

Russischer Soldat aus dem Ersten Weltkrieg mit Walenki auf den Skiern

Nun ist es nicht so, daß man in den Straßen russischer Städte auf Schritt und Tritt wieder den Filzstiefeln begegnete, aber sie sind wieder im Kommen und finden ihre Liebhaber. Und die werden nun immer um den Jahreswechsel nach Susdal pilgern.

In der Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. nämlich denkt man sich manches dafür aus, um die Walenki wieder an die Füße und sogar an die Hände zu bringen: Eishockey, der russische Nationalsport schlechthin, mit Filzstiefeln als Fäustlinge. Gewöhnungsbedürftig. – Oder ein Suchspiel: Wo überall im Kreml zu Susdal haben sich die Walenki versteckt?

Landesweit das erste und einzige Fest, das dem eigenwilligen Schuhwerk gewidmet ist. Das erste und einzige Museum für Walenki gibt es allerdings in Myschkin, der Mäusestadt, an der Wolga in der Nachbarregion Jaroslawl gelegen. Dort wird man später vielleicht einmal all die Modelle bestaunen können, die heute schon in Susdal Augen und Füßen schmeicheln.

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Die Früchte der Förderung des Fremdenverkehrs in der Region Wladimir durch Politik und Wirtschaft machen Freude. Als dieser Tage nämlich die Organisatoren des Wettbewerbs „Russian Event Awards“ – 639 Projekte aus 65 Landesteilen der Russischen Föderation hatten teilgenommen – zur Preisverleihung schritten, erhielt das Gouvernement am Goldenen Ring einen ganzen Strauß von Auszeichnungen in den verschiedenen Kategorien.

Fremdenverkehrsbüro auf dem Kathedralenplatz von
Wladimir, Quelle Zebra-TV

Platz eins in der Nomination „Städtisches Fremdenverkehrszentrum“ ging an die Stadt Wladimir, Rang drei an den Landkreis Gorochowez an der Grenze zur Region Nischnij Nowgorod. Ganz vorne zu liegen kam die Region Wladimir auch in der Kategorie „Unterbringung“ mit dem „Klubhotel Weles“ im Dorf Dworiki, Landkreis Kameschkowo. Oben auf dem Treppchen kam das „Mückenfest“ von Sudogda als bestes Beispiel für „Kindertourismus“ zu stehen.

Der „Velo-Sommer“ in Susdal

Und auch der Grand-Prix für die gelungenste Veranstaltung im Rahmen des Umweltjahres ging nach Sudogda bei Wladimir für das „Waldfest“. Einen Sonderpreis in der Disziplin „Tourismus und Sport“ erhielt Susdal für das heuer erstmals veranstaltete Fahrradfestival „Velo-Sommer“, und auch der Grand Prix für die erfolgreichste Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsgewerbe nahm für sein „Winteraustreiben“ die Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. entgegen.

Okroschka-Tag in Wladimir

Den ersten Platz bei der „Popularisierung von Event-Tourismus“ teilt sich Murom für die alljährliche Veranstaltung zum „Tag der Familie, Liebe und Treue“ mit den „Harley Days“ in Sankt Petersburg. Da verwundert es nicht, wenn auch das überregionale Wirtschaftsforum „Goldener Ring Rußlands – 50“ den Großen Preis für die beste Veranstaltung anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens des Goldenen Rings zugesprochen bekam. Und – wie zum Nachtisch – gab es vom Nationalen Verband der Bewahrer des gastronomischen Erbes und Fremdenverkehrs auch noch Lob für das dem Susdaler Honigwein gewidmete „Medowucha-Fest“ und den „Okroschka-Tag“ im Wladimirer Restaurant „Russisches Dorf“. Da bleibt nur, zu den Erfolgen zu gratulieren und – auch wenn sie eher in den Sommer paßt – wieder einmal eine Okroschka zu probieren: https://is.gd/5nJzjY

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Vorgestern votierte der fünfzehnköpfige Stadtrat von Susdal – bei der Absenz von zwei Mitgliedern und in Konkurrenz zu einem 33jährigen Herausforderer – einstimmig für Sergej Sacharow in der Funktion des Stadtdirektors. Der 1968 geborene, frühere Unternehmer und Abgeordnete des Regionalparlaments hatte – in Erlangen erinnert man sich gerne daran! – von 2011 bis 2015 als Oberbürgermeister die Geschicke Wladimirs geleitet, bevor er im Oktober 2015 die Wahl zum Citymanager – auch damals schon ohne Gegenstimmen – annahm und in der russischen Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. vieles zum Besseren wendete, etwa indem er innerhalb von nur zwei Jahren die Haushaltseinnahmen von 142 Mio. Rubel auf 301 Mio. Rubel erhöhte und mit Hilfe von föderalen wie regionalen Zuschüssen wichtige Infrastrukturmaßnahmen umsetzte oder in Angriff nahm: von der Sanierung der Stadtentwässerung bis hin zur Straßenbeleuchtung sowie der Bereitstellung von freiem Internetzugang.

Sergej Sacharow bei der Vorstellung seines Programms im Stadtrat Susdal, Quelle Zebra-TV

Sergej Sacharows Erfolgsbilanz überzeugte den Stadtrat wohl ebenso wie sein Konzept für die Zukunft, das vorsieht, das Budget nochmals zu verdoppeln, hauptsächlich dank einer Fremdensverkehrsabgabe, die über gastronomische Dienstleistungen erhoben werden könnte, vor allem für Übernachtungen. Doch dafür wäre die gesetzliche Grundlage zu ändern, denn bisher kommt die Taxe erst nach der zweiten Nächtigung zum Einsatz; die meisten Gäste bleiben aber in der Regel nur für eine Nacht in Susdal. Nun hat der im Amt bestätigte Chef der Stadtverwaltung weitere zwei Jahre Zeit, seine Pläne umzusetzen, wenn nicht so, dann anders. In jedem Fall wird er Jeremia folgen und auch in seiner zweiten Periode seiner Stadt Bestes suchen.

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„Unsere Stadt besuchen jährlich mehr als eineinhalb Millionen Touristen, und als Zentrum des Fremdenverkehrs sollte Susdal auf der Höhe der Zeit sein“, meint Stadtdirektor Sergej Sacharow und hat allen Grund zur Freude und zum Stolz. Der Staatskonzern „Rostelekom“ hat nämlich entsprechend einem Vertrag von Ende November vergangenen Jahres mehr als sieben Kilometer Glasfaser verlegt und garantiert nun an 19 Punkten kostenlosen Internetzugang mit einer Leistung von zwei Gigabyte pro Sekunde, ausbaubar auf zehn Gigabyte.

Die Stadtverwaltung mietet die Leitungen für zunächst drei Jahre zum Preis von fast eineinhalb Millionen Rubel p.a., was laut „Rostelekom“ keinesfalls die Investitionskosten decke, weshalb man die Aktion denn auch mehr als Geste des guten Willens verstehe. Dem Gast der Zehntausend-Seelen-Stadt jedenfalls bietet sich nun die Möglichkeit, einmal eingewählt, die Sehenswürdigkeiten zu besuchen und sich gleichzeitig frei durch die virtuellen Welten zu bewegen, seine Bilder und Eindrücke in Echtzeit um den Globus zu schicken, ohne sich immer wieder neu im Internet anmelden zu müssen. Übrigens ganz wie in Rothenburg o.d.T., der fränkischen Partnerstadt von Susdal, wo die Devise gilt: „Für die über zwei Millionen Besucher aus aller Welt, aber auch für Einheimische, ist die schnelle mobile Verbindung ins Internet, abseits des eigenen Mobilfunkvertrages, der kostengünstige Draht nach Hause oder in die Welt.“ Die beiden Partnerstädte sind halt auf Draht.

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