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Posts Tagged ‘Susdal’


Die Früchte der Förderung des Fremdenverkehrs in der Region Wladimir durch Politik und Wirtschaft machen Freude. Als dieser Tage nämlich die Organisatoren des Wettbewerbs „Russian Event Awards“ – 639 Projekte aus 65 Landesteilen der Russischen Föderation hatten teilgenommen – zur Preisverleihung schritten, erhielt das Gouvernement am Goldenen Ring einen ganzen Strauß von Auszeichnungen in den verschiedenen Kategorien.

Fremdenverkehrsbüro auf dem Kathedralenplatz von
Wladimir, Quelle Zebra-TV

Platz eins in der Nomination „Städtisches Fremdenverkehrszentrum“ ging an die Stadt Wladimir, Rang drei an den Landkreis Gorochowez an der Grenze zur Region Nischnij Nowgorod. Ganz vorne zu liegen kam die Region Wladimir auch in der Kategorie „Unterbringung“ mit dem „Klubhotel Weles“ im Dorf Dworiki, Landkreis Kameschkowo. Oben auf dem Treppchen kam das „Mückenfest“ von Sudogda als bestes Beispiel für „Kindertourismus“ zu stehen.

Der „Velo-Sommer“ in Susdal

Und auch der Grand-Prix für die gelungenste Veranstaltung im Rahmen des Umweltjahres ging nach Sudogda bei Wladimir für das „Waldfest“. Einen Sonderpreis in der Disziplin „Tourismus und Sport“ erhielt Susdal für das heuer erstmals veranstaltete Fahrradfestival „Velo-Sommer“, und auch der Grand Prix für die erfolgreichste Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsgewerbe nahm für sein „Winteraustreiben“ die Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. entgegen.

Okroschka-Tag in Wladimir

Den ersten Platz bei der „Popularisierung von Event-Tourismus“ teilt sich Murom für die alljährliche Veranstaltung zum „Tag der Familie, Liebe und Treue“ mit den „Harley Days“ in Sankt Petersburg. Da verwundert es nicht, wenn auch das überregionale Wirtschaftsforum „Goldener Ring Rußlands – 50“ den Großen Preis für die beste Veranstaltung anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens des Goldenen Rings zugesprochen bekam. Und – wie zum Nachtisch – gab es vom Nationalen Verband der Bewahrer des gastronomischen Erbes und Fremdenverkehrs auch noch Lob für das dem Susdaler Honigwein gewidmete „Medowucha-Fest“ und den „Okroschka-Tag“ im Wladimirer Restaurant „Russisches Dorf“. Da bleibt nur, zu den Erfolgen zu gratulieren und – auch wenn sie eher in den Sommer paßt – wieder einmal eine Okroschka zu probieren: https://is.gd/5nJzjY

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Vorgestern votierte der fünfzehnköpfige Stadtrat von Susdal – bei der Absenz von zwei Mitgliedern und in Konkurrenz zu einem 33jährigen Herausforderer – einstimmig für Sergej Sacharow in der Funktion des Stadtdirektors. Der 1968 geborene, frühere Unternehmer und Abgeordnete des Regionalparlaments hatte – in Erlangen erinnert man sich gerne daran! – von 2011 bis 2015 als Oberbürgermeister die Geschicke Wladimirs geleitet, bevor er im Oktober 2015 die Wahl zum Citymanager – auch damals schon ohne Gegenstimmen – annahm und in der russischen Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. vieles zum Besseren wendete, etwa indem er innerhalb von nur zwei Jahren die Haushaltseinnahmen von 142 Mio. Rubel auf 301 Mio. Rubel erhöhte und mit Hilfe von föderalen wie regionalen Zuschüssen wichtige Infrastrukturmaßnahmen umsetzte oder in Angriff nahm: von der Sanierung der Stadtentwässerung bis hin zur Straßenbeleuchtung sowie der Bereitstellung von freiem Internetzugang.

Sergej Sacharow bei der Vorstellung seines Programms im Stadtrat Susdal, Quelle Zebra-TV

Sergej Sacharows Erfolgsbilanz überzeugte den Stadtrat wohl ebenso wie sein Konzept für die Zukunft, das vorsieht, das Budget nochmals zu verdoppeln, hauptsächlich dank einer Fremdensverkehrsabgabe, die über gastronomische Dienstleistungen erhoben werden könnte, vor allem für Übernachtungen. Doch dafür wäre die gesetzliche Grundlage zu ändern, denn bisher kommt die Taxe erst nach der zweiten Nächtigung zum Einsatz; die meisten Gäste bleiben aber in der Regel nur für eine Nacht in Susdal. Nun hat der im Amt bestätigte Chef der Stadtverwaltung weitere zwei Jahre Zeit, seine Pläne umzusetzen, wenn nicht so, dann anders. In jedem Fall wird er Jeremia folgen und auch in seiner zweiten Periode seiner Stadt Bestes suchen.

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„Unsere Stadt besuchen jährlich mehr als eineinhalb Millionen Touristen, und als Zentrum des Fremdenverkehrs sollte Susdal auf der Höhe der Zeit sein“, meint Stadtdirektor Sergej Sacharow und hat allen Grund zur Freude und zum Stolz. Der Staatskonzern „Rostelekom“ hat nämlich entsprechend einem Vertrag von Ende November vergangenen Jahres mehr als sieben Kilometer Glasfaser verlegt und garantiert nun an 19 Punkten kostenlosen Internetzugang mit einer Leistung von zwei Gigabyte pro Sekunde, ausbaubar auf zehn Gigabyte.

Die Stadtverwaltung mietet die Leitungen für zunächst drei Jahre zum Preis von fast eineinhalb Millionen Rubel p.a., was laut „Rostelekom“ keinesfalls die Investitionskosten decke, weshalb man die Aktion denn auch mehr als Geste des guten Willens verstehe. Dem Gast der Zehntausend-Seelen-Stadt jedenfalls bietet sich nun die Möglichkeit, einmal eingewählt, die Sehenswürdigkeiten zu besuchen und sich gleichzeitig frei durch die virtuellen Welten zu bewegen, seine Bilder und Eindrücke in Echtzeit um den Globus zu schicken, ohne sich immer wieder neu im Internet anmelden zu müssen. Übrigens ganz wie in Rothenburg o.d.T., der fränkischen Partnerstadt von Susdal, wo die Devise gilt: „Für die über zwei Millionen Besucher aus aller Welt, aber auch für Einheimische, ist die schnelle mobile Verbindung ins Internet, abseits des eigenen Mobilfunkvertrages, der kostengünstige Draht nach Hause oder in die Welt.“ Die beiden Partnerstädte sind halt auf Draht.

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Auf dem Kathedralenplatz von Wladimir bereitete man sich gestern schon ab der Mittagszeit auf das heutige Laufereignis vor. Vor einer schöneren Kulisse könnten Start und Ziel des Neun-Kilometer-Laufs und des Halbmarathons kaum zu liegen kommen, und dann prangt da ja auch noch das Transparent mit der Aufschrift „Deutsch-Russisches Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“, ausgerufen von den Außenministern Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow Ende Juni in Krasnodar, wo Erlangen und Wladimir natürlich nicht fehlen dürfen.

Zu einem Besuch der Partnerstadt gehört – besonders für Neulinge wie Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und den Großteil ihrer Delegation – nach der Tour durch Wladimir ein Abstecher nach Susdal, wo das Wetter sich noch einmal alle Mühe gab, den sommerlichen Dauerregen vergessen zu machen.

Eberesche und Birke, russischer Frühherbst

Das Freilichtmuseum in der Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. bietet aber auch den Rückblick in jene längst versunkene Zeit der Bauernkaten und eines Dorflebens  – mit immer wieder überraschend anheimelnden Winkeln und Ecken.

Russische Bauernstube

Und dann all diese unerwartet weiten Panoramen, wenn man sich Susdal nähert, von allen Seiten geschützt durch sich selbst überlassene Wiesen und vom Wind bestellte Felder, dazwischen der träge Lauf der Kamenka mit ihren sumpfigen Uferstreifen.

Susanne Lender-Cassens

Zugänglich erlebt man den 10.000-Seelen-Ort, streckenweise fast schon autofrei und ausgestattet mit der ganzen Infrastruktur für Radfahrer, die sich ihr Gefährt mittlerweile sogar in einigen Hotels leihen können.

Jonas Eberlein, Susanne Lender-Cassens und Gertrud Härer mit Fahrradständer

Aber wozu hier viele Worte verlieren. Wo doch nur die unausgesprochene Stimmung gilt von stillen Farben, singenden Glocken und jenem Himmel, weit und breit, so nur erlebbar hier in Susdal.

Zeit zum Heimflug. Merely this, and nothing more.

Also ruhig ein Moment des Schweigens, dem Andrej Tarkowskij in seinen episch-mythischen Filmen den schwingenden Raum schenkt, in versiegelter Zeit gefangen. Man sehe sich nur „Nostalghia“ oder „Andrej Rubljow“ an, der ja in wichtigen Teilen in Wladimir und Susdal entstand.

Andrej Tarkowskij

Welch ein Glück muß es sein, hier die Geschicke der Menschen lenken zu dürfen, wie Sergej Sacharow, der als Stadtdirektor durchaus eigene Wege beschreitet.

Guten Abend, gute Nacht in Susdal

Etwa indem er Radwege anlegt oder alljährlich im Sommer ein dreitägiges Fahrradfest veranstaltet. Oder indem er immer einmal wieder selbst in die Pedale tritt und den Arbeitsweg von Wladimir, wo er wohnt, nach Susdal hin und retour im Sattel bewältigt – immerhin insgesamt 60 km.

Susanne Lender-Cassens und Sergej Sacharow

Da interessiert er sich natürlich besonders für die Partnerschaftstour von Gertrud Härer, ihre durchschnittlich 100-km-Tagesetappen, ihre Eindrücke von der Strecke, ihr Wunsch nach asphaltierten Randstreifen entlang den russischen Fernstraßen, zumal er selbst auch auf einen Tagesrekord von 300 km verweisen kann.

Gertrud Härer, Sergej Sacharow, Susanne Lender-Cassens und Jonas Eberlein

Und natürlich weiß er sich mit der Kollegin aus Erlangen, Susanne Lender-Cassens, eins: „Wir müssen mehr Menschen aufs Fahrrad bringen, wenn wir unsere Verkehrsprobleme lösen wollen.“ Doch heute geht es – siehe oben – erst einmal ums Laufen, getreu dem Motto: „Keine Gnade für die Wade!“

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Ende März hatte sich die erneuerte Leitung des 2007 gegründeten „Rates zur Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung“, der dem Präsidenten des Landes zugeordnet ist, konstituiert. Im Führungsgremium – Sergej Sacharow, von 2011 bis 2015 Oberbürgermeister von Wladimir und seit 2016 Oberstadtdirektor von Susdal.

Sergej Sacharow, vierter v.l.

Bei der Jahresversammlung am 5. August in Kirow schlug der Lokalpolitiker nun Wladimir Putin vor, das Finanzsystem für kleine Städte von historischer Bedeutung dahingehend zu ändern, daß ein größerer Anteil der Steuern auf Einkommen, Besitz und Grund vor Ort verbleibt. Bleibe alles wie bisher, fehle das Geld, um – meist ohne viel Gewerbe oder gar Großbetriebe – all die zusätzlichen Aufgaben von touristisch attraktiven Gemeinden zu erfüllen. Vom Gesamtaufkommen der drei genannten Steuern dürfe Susdal bisher gerade einmal 10% im eigenen Haushalt verwenden, der Rest gehe zu 5% an den Landkreis Susdal und zu 85% an das Gouvernement Wladimir. Laut der Nachrichtenagentur RIA habe das Staatsoberhaupt zunächst gescherzt, wenn man in dem Bereich etwas verändere, werde sich jede Kleinstadt als historisch bedeutend erklären, fügte dann aber doch im Ernst dazu, es lohne über den Vorschlag nachzudenken, zumal „wir nur ein Susdal haben“. Und das „russische Rothenburg“ begeht ja 2024 das tausendjährige Gründungsjubiläum, soll also in all seinem historischen Glanz erstrahlen. Durchaus möglich deshalb, daß der gute Rat aus Susdal Wirkung zeigt.

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Auch in der orthodoxen Ostertradition findet sich das Ei als Symbol der Auferstehung Christi und als Objekt, das gläubige Menschen einander schenken. Weniger bekannt aber ist, wie verbreitet man in alter Zeit Straußeneier zum Schmuck von Kirchen nutzte.

Muttergottes-Geburts-Kathedrale mit blauen Türmen

Freilich gingen diese zerbrechlichen Kleinode bei den Plünderungen und Schändungen, spätestens dann bei der weltlichen Nutzung und dem planmäßigen Verfall der Gotteshäuser in der Sowjetperiode in der Regel zu Bruch oder verschwanden bestenfalls als Devisenbringer auf dem Antiquitätenmarkt. Mit wohl einer Ausnahme, wie jetzt das Landesmuseum Wladimir-Susdal anmerkt: In der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Muttergottes-Geburts-Kathedrale, der aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden zentralen Kirche des Susdaler Kremls, finden sich – einzigartig in ganz Rußland – diese Schmuckstücke noch immer an ihrem historischen Ort in einem weitgehend erhaltenen Interieur:

An insgesamt vier der Leuchter hängen Straußeneier, drei davon unmittelbar vor der Ikonostase, ein dritter näher am westlichen Ausgang.

Behängt waren die Leuchter häufig mit Glöckchen und Kugeln aus Seide, sogar mit Zedernzapfen oder Kokosnüssen und etwa ab dem 16. Jahrhundert eben auch mit Straußeneiern. Woher dieser Brauch kam und ob er tatsächlich mit Ostern zusammenhing, bleibt freilich noch zu entdecken. Bekannt ist die Tradition allerdings vom Athos und von Zypern, angeblich läßt sie sich sogar im Katholizismus und im Islam nachweisen.

Auffällig die aufwendige und für alle vierzehn bis fünfzehn Zentimeter großen Eier gleichartige Halterung mit den Halbschalen unten und oben sowie einem Ring zum Aufhängen und einem anderen, um daran eine Kugel aus vergoldeten Seidenfäden anzubringen. Nach Meinung der Fachleute stammen drei der von russischen Meistern geschaffenen Kunstwerke aus dem 17. Jahrhundert, die übrigen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Schön, daß sie noch heute das Auge des Betrachters erfreuen. Nicht nur zur Osterzeit.

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Es ist zunächst ein Titel ohne Mittel, sich Hauptstadt des Goldenen Rings nennen zu dürfen. Keinerlei Vollmachten verleiht er, geschweige denn Macht und Einfluß. Dennoch erhob Wladimir stets kraft seiner Geschichte als zweite Hauptstadt (nach Kiew und vor Moskau) des altrussischen Reiches, der Rus, den Anspruch auf den Primat unter den acht Schönheiten im nordöstlichen Rußland – Sergijew Possad, Pereslawl-Saleskij, Rostow, Jaroslawl, Kostroma, Iwanowo, Susdal und eben Erlangens Partnerstadt. Doch es sollte anders kommen. Gekrönt wurde nun Ende Dezember vom Föderalen Amt für intellektuelles Eigentum mit dem Patent und  Warenzeichen „Hauptstadt des Goldenen Rings“ das an der Wolga gelegene Jaroslawl. Den Ausschlag für den Zuschlag gab wohl, nach allem, was man hört, just die Lage am größten Strom Europas, aber auch das Vorhandensein eines internationalen Flughafens spielte eine Rolle. Bei derartigen Kriterien der Infrastruktur und Geographie kann Wladimir natürlich nicht mithalten, aber das sollte kein Grund sein, Trübsal zu blasen. Vielmehr sollte man weiter an einem Konzept arbeiten müssen, wie der Goldene Ring insgesamt national wie international touristisch besser erschlossen und bekannt gemacht werden könnte. Die Besucher entscheiden dann schon für sich, wo es ihnen am besten gefällt, wem der dann inoffizielle Titel der Hauptstadt des Goldenen Rings zufällt.

wladimir-wintermaerchen

Wladimir, ein Wintermärchen

Susdal macht vor, wie das geht, indem es nach den Übernachtungszahlen für das Jahr 2016 den „2. Publikumspreis“ gewann. Unter allen touristischen Städten unter 50.000 Einwohnern konnte nur Pljos (wieder an der Wolga) noch bessere Daten vorlegen. Aber immerhin nennt dort ja auch Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew ein stattliches Anwesen sein eigen. Wie und warum auch immer: Im Schnitt lagen die täglichen Ausgaben eines Gastes in Pljos bei 6.580 Rubel, gefolgt von Susdal mit 6.530 Rubel. Ein eher zu vernachlässigender Unterschied, der sicher Jahr für Jahr noch kleiner werden dürfte, denn 2024 feiert die Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. ihr tausendjähriges Jubiläum, von dem auch Wladimir profitieren dürfte. Wie gesagt: vis unita fortior.

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