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Posts Tagged ‘Susanne Lender-Cassens’


Kaum jemand aus Wladimir dürfte bisher mehr für den Sportaustausch mit Erlangen geleistet haben, als der pensionierte Turnlehrer Michail Tschischow, der noch als Mitglied des „Komsomol“ Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre erste Begegnungen seiner Schule Nr. 38 mit der Wirtschaftsschule veranstaltete. Seither begleitet er fast im Jahresrhythmus Gruppen nach Erlangen auf der Suche nach neuen Sportkontakten für Jugendliche.

Susanne Lender-Cassens mit der Gruppe von Michail Tschischow, zwischen Doris Höhle (ganz links im Bild) und Peter Steger

Gleich nach der Ankunft am Mittwoch ging es zum Empfang ins Rathaus, wo sich Sportbürgermeisterin, Susanne Lender-Cassens, über den Besuch aus Wladimir freute, der wieder einmal zeige, wie wichtig diese Begegnungen gerade in politisch schwierigen Zeiten seien. Zumal dann, wenn man gleich gemeinsam Pläne für die Zukunft des Austausches machen kann: Zum Schülertriathlon am 21. Juli will Wladimir ein Team schicken, und gerne hätte man auch Kontakte im Bereich Jugend-Basketball. Wenn die Gruppe am Ostersonntag wieder die Heimreise antritt, dann bestimmt schon mit ersten Vorstellungen, wie diese Ideen möglichst bald Gestalt annehmen.

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Im 30. – in Worten – dreißigsten Jahr des Austausches zwischen dem einstigen Pädagogischen Institut, der heutigen Universität Wladimir, und dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde empfing gestern Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens den Leiter der Abteilung für Russisch, Heinz Römermann, mit seiner fünfköpfigen Studentengruppe aus der Partnerstadt. Was da mit ungebrochener Regelmäßigkeit als Konstante des Austausches geschieht, kann in seiner Bedeutung für die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir gar nicht überschätzt werden. 1988 vertraglich festgelegt, kommen Jahr für Jahr angehende Deutschlehrer für drei Wochen an das IFA, während im Herbst der Gegenbesuch stattfindet. Immer, nach Möglichkeit, mit privater Unterbringung, aus der oft Freundschaften fürs Leben entstehen, die aber in jedem Fall hilft, Land und Leute besser zu verstehen und kennenzulernen.

Susanne Lender-Cassens, Konstantin Kisseljow, Tatjana Maier, Julia Frolowa, Heinz Römermann, Marina Chrenowa, Daria Schaschkowa und Anna Schingarkina

Stichwort „lernen“. Tatjana Maier, jetzt selbst Gastgeberin, hat schon Erfahrung mit dem Austausch, bei dem sie – nach eigener Aussage – viel dazugelernt habe, wie hier nachzulesen:  https://is.gd/ctayWR. Drei Wochen Unterricht, drei Wochen Ausflüge, drei Wochen Begegnungen, die morgen für die Gäste schon wieder enden, die aber – wie die gute Erfahrung zeigt – für viele auch den Beginn einer intensiven Einbindung in die Städtepartnerschaft markiert. Wundern Sie sich also nicht, wenn ihnen jemand aus der Gruppe bald einmal hier oder dort als dolmetschende Begleitung begegnet, oder wenn es ein Wiedersehen in ganz unerwarteter Rolle gibt. Man sieht sich in aller Regel wieder. Ganz wie es sein soll in der Partnerschaft, die gerade diesem Austausch entscheidende Persönlichkeiten – um nur den Namen von Irina Chasowa, der Direktorin des Erlangen-Hauses zu nennen – verdankt. Ein besonderer Dank deshalb heute an Heinz Römermann, der es verstanden hat, diesen Austausch über drei Jahrzehnte hin und bei drei Wechseln an der Spitze seines Instituts ohne Aussetzer fortzusetzen. Спасибо!

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Gezählt hat sie niemand, die Gäste des gestrigen „Russischen Abends“ zum Auftakt der „Russisch-Deutschen Wochen“ im Großen Saal der Volkshochschule Erlangen. Aber es dauerte fast eine Viertelstunde, bis die letzten Stühle hereingetragen waren, bis alle einen Sitzplatz gefunden hatten.

Spiramor

Dann erst stimmte „Spiramor“ auf das 35jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir ein. Ganz so, wie man das erwarten darf: mit gepflegter Sangeskunst und deutsch-russischen Melodien.

Großer Saal der Volkshochschule

Die Begrüßung – mit einem Willkommen auf Russisch – schließlich durch den Direktor des Hauses, Markus Bassenhorst, zeigte wieder einmal, welch überragende Rolle die Volkshochschule für die Städtepartnerschaft spielt. Von den ersten Bürgerreisen Anfang der 80er Jahre und dem Arbeitskreis Wladimir unter Klaus Wrobel über die ersten „Russisch-Deutschen Wochen“ unter Christine Flemming bis hin zum breiten Festprogramm unter Markus Bassenhorst, von den Sprachkursen und der didaktischen Unterstützung für das Erlangen-Haus und der Rolle von Reinhard Beer, dem stellvertretenden Leiter ganz zu schweigen.

Markus Bassenhorst

Die gleiche Kontinuität in der Kommunalpolitik sorgt für den Rahmen dieser Bürgerpartnerschaft, wie das Grußwort Florian Janik zeigte. Bruchlos und unangestrengt gelang Erlangens Oberbürgermeister der Bogen vom ältesten Besucher im Saal, dem 95jährigen Weltkriegsveteran Wolfgang Morell, der 1942 – nicht ganz freiwillig – als erster Erlanger nach Wladimir kam und dort von einer schweren Erkrankung genesen konnte, über den 75. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht in der Schlacht um Stalingrad bis hin zu dem Geschenk der Versöhnung und des Vertrauens nach all dem Leid und Tod zwischen Deutschen und Russen. Freilich ein Geschenk, das gerade angesichts der politischen Spannungen alles andere als selbstverständlich ist, für das man immer wieder dankbar sein sollte.

Wolfgang Morell

Besonders natürlich jenen, die damals, in Zeiten des Kalten Krieges, Mut und Weitblick genug besaßen, um über alle Gräben und Grenzen hinweg das Werk der Verständigung zu beginnen: Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, und Jurij Fjodorow, damals Stellvertreter des Vorsitzenden des Städtischen Exekutivkomitees der Volksdeputierten und, wie er sich selbst gerne nennt, der erste Kundschafter Wladimirs in Erlangen, dessen positiver Bericht in der Stadt am Goldenen Ring die gute Sache der Partnerschaft in Gang brachte.

Dietmar Hahlweg und Jurij Fjodorow

Von Beginn an dabei aber auch die hohe Diplomatie, gestern vertreten durch Vizekonsul Andrej Matwijenko, eigens aus München angereist, um Erlangen auch weiterhin der Unterstützung durch seine Gesandtschaft zu versichern. Damals, im Jahr 1982, kam von der Sowjetischen Botschaft in Bonn das Angebot einer Zusammenarbeit mit Wladimir auf den 1981 von Dietmar Hahlweg in Moskau geäußerten Wunsch nach einer Partnerstadt.

Florian Janik und Andrej Matwijenko im Fokus von Nadja Steger

Überhaupt, wie das alles war… Dazu etwas von Zeitzeugen zu erfahren, bot das Podium Gelegenheit. Der Blick zurück, wo auf beiden Seiten Vorbehalte zu überwinden waren, wo es aber auch unerwartet rasch gelang, mit vertrauensbildenden Maßnahmen bei Ausflügen und Treffen jenseits des Protokolls eine Atmosphäre von gegenseitigem Verstehen zu schaffen, die bis heute anhält und auf die auch Florian Janik in der Nachfolge von Dietmar Hahlweg und Siegfried Balleis, der gestern Erlangen im närrischen Veitshöchheim vertrat, aufbaut, wenn er jetzt erfreut feststellen kann: „Die Partnerschaft nimmt angesichts der gegenwärtigen politischen Krise keinen Schaden. Es ist allein der Rubelkurs, der den Austausch ein wenig erschwert.“

Peter Steger, Florian Janik, Anna Schellenberger, Jurij Fjodorow und Dietmar Hahlweg

Dennoch, einzig verlassen auf die Selbstheilungskräfte der Partnerschaft will sich Erlangens Oberbürgermeister auch nicht und berichtete deshalb auch erfreut über die bereits zweite und erfolgreich Sitzung des Gesprächsforums „Prisma“, wo im kleineren deutsch-russischen Kreis durchaus „brisante und kontroverse Themen offen und freundschaftlich diskutiert werden“. Ganz in der Tradition der Gründerväter, die denn auch verdiente Dankesurkunden austauschen: für Dietmar Hahlweg und Klaus Wrobel überreicht von Jurij Fjodorow – und für Wiktor Malygin und Jurij Fjodorow ausgehändigt und unterzeichnet von Florian Janik.

Klaus Wrobel, Wiktor Malygin, Florian Janik, Jurij Fjodorow und Dietmar Hahlweg

Mit auf dem Podium stand Anna Schellenberger, ein Kind der Partnerschaft, deren Vater, aus Celle stammend, in Erlangen Slawistik studierte – als es das Fach an der FAU noch gab – und dann durch den Austausch sein Glück und seine Familie in Wladimir fand. Nun erlebte sie – mit viel Beifall bedacht – ihre Feuertaufe auf der Bühne als Übersetzerin für Jurij Fjodorow, lobte die Bedeutung des Erlangen-Hauses für die Partnerschaft und dankte für diese „großartigen Beziehungen“, bevor sie hinter den Kulissen verschwand, um sich für ihren nächsten Auftritt vorzubereiten.

Anna Schellenberger

Anna Schellenberger gehört nämlich – ebenso wie ihre Mutter, die daheim in Raduga bei Wladimir geblieben ist – zum vor zwei Jahrzehnten gegründeten Klöppelkreis um Jelena Gorbunowa und besucht als Kunsthandwerkerin zum zweiten Mal Erlangen, zeigte sich aber zum ersten Mal hier auch auf dem Laufsteg.

Susanne Lender-Cassens

Zusammen mit zwei Models, die gestern ebenfalls eine Premiere erlebten. Erlangens Bürgermeisterinnen, Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß, hatten sich von Nadja Steger nicht lange bitten lassen, als es darum geht, wer mitmacht bei der Präsentation der kostbaren Einzelstücke.

Elisabeth Preuß

Im Detail zu sehen waren die kleinen Kunstwerke im Historischen Saal, und heute noch den ganzen Tag über bietet Jelena Gorbunowa einen Mitmachkurs an.

Susanne Lender-Cassens, Alexandra Jegorowa, Jutta Brandis und Jelena Gorbunowa

Jutta Brandis, an der Volkshochschule für das Kultur zuständig, kennt übrigens Jelena Gorbunowa seit fast 20 Jahren und hat die Kunsthandwerkerin nach Abendberg vermittelt und damit den Anstoß für eine erstaunliche Entwicklung gegeben, über die der Blog auch immer wieder berichtet: die Aufnahme von Jelena Gorbunowa in den Deutschen und Französischen Klöppelverband, ungezählte Seminar und Ausstellungen – und immer wieder Abstecher nach Erlangen, dorthin, wo alles begann.

Alexandra Jegorowa

Gestern begann nun auch alles für Alexandra Jegorowa, das Nesthäkchen des Abends, die selbst Hand anlegt an die feinen Fäden und sich schon als Model vor das Publikum wagt. Wer weiß, wo sie ihre Kunst später noch überall zeigen wird…

Dietmar Hahlweg und Wiktor Malygin

Vergessen sollte man nicht das Russisch-Fränkische Buffet, vorbereitet von den Wladimirer Expatriots Nadja Steger, Natalia Grebnev, Jekaterina Korschofski und Matwej Grigorjew, einem Studenten aus Wladimir. Gelegenheit zum Kennenlernen und Wiedersehen, auch für Dietmar Hahlweg, Ehrendoktor der Universität Wladimir, und Wiktor Malygin, damals Vizerektor, heute Professor em. und Rektor i.R.

Markus Bassenhorst und Irina Chasowa

Oder auch für Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, und Markus Bassenhorst, den Gastgeber des Abends, der weit nach 23.00 Uhr, als sich nach mehr als vier Stunden die letzten Grüppchen auflösten, rundum zufrieden zurückblickte und sich natürlich auf all die Veranstaltungen freute, die noch den ganzen Monat über anstehen.

Othmar Wiesenegger und Jelena Gorbunowa

Zeit ebenso für Othmar Wiesenegger, dem zusammen mit Nadja Steger die Photos dieses Beitrags zu verdanken sind, sich ein wenig zurückzuziehen und mit Jelena Gorbunowa zu sprechen, die einfach nur glücklich war angesichts des Zuspruchs aus dem Publikum.

Reinhard Beer, Susanne Lender-Cassens und Andrej Matwijenko

Dazwischen dann auch noch das Quiz „Wer wird Russionär?“, erdacht von Reinhard Beer, der gestern, bei der mittlerweile zwölften Austragung der „Russisch-Deutschen Wochen“, endlich auch die verdiente Auszeichnung als „Ehren-Russionär“ erhielt, unterzeichnet von Florian Janik und überreicht von Susanne Lender-Cassens zusammen mit Andrej Matwijenko, dem stellvertretenden Generalkonsul.

Alexandra Jegorowa, Jelena Gorbunowa, Elisabeth Preuß, Susanne Lender-Cassens und Anna Schellenberger

Und ein Geschenk an die Stadt Erlangen vom Klöppelkreis: das Golden Tor, gewirkt aus feinsten Fäden.

Susanne Lender-Cassens und Irina Tartakowskaja

Das Quiz hatte es übrigens in sich. Einige knifflige Hürden ließen selbst treue Blogleser auf dem Weg zum Siegerpodest straucheln, etwa die Frage danach, in welchem Jahr diese Plattform nun schon über die Partnerschaft berichte. Da ärgert sich mancher wohl noch lange der auf die mögliche Antwort „im verflixten siebten Jahr“ hereinfiel und damit falsch ankreuzte. Es sind nämlich bereits zehn Jahre… Alles richtig anzugeben, schaffte denn freilich auch niemand. Aber Hans-Joachim Preuß kam mit 16 von 20 möglichen Punkten diesem Ziel am nächsten – und kann sich jetzt auf eine Gratisreise nach Wladimir mit drei Übernachtungen im Erlangen-Haus freuen.

Hans-Joachim Preuß und Susanne Lender-Cassens

Freuen können sich durchaus auch alle, die gestern still im Hintergrund mitwirkten: Wolfram Howein, der den Abend bebilderte, Othmar Wiesenegger, der für neue Photos sorgte, die Runde um Natalia Kaiser, die für die rasche Auswertung der Antwortbögen zum Quiz sorgte, das Küchenteam, die Hausmeister, die bis zum späten Ende ausharrten. Dank an Köstlich & Co., das Geschäft für Feinschmecker, das zum wiederholten Male Preise stiftete. Vor allem aber ein спасибо an die Gäste aus Wladimir – ein gutes Dutzend – und Erlangen – um die einhundert -, die für eine großartige Stimmung sorgten.

 

 

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Im April vergangenen Jahres hatte die Auftaktveranstaltung des Gesprächsforums „Prisma“ in Wladimir stattgefunden, und schon im November wollte man die Begegnung in Erlangen fortsetzen. Doch der Termin ließ sich nicht halten und wurde auf diese Tage verschoben. Am späten Montagabend nun traf die Delegation von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa ein und absolvierte gestern gleich ein umfangreiches Arbeits- und Besuchsprogramm – als Vorspann zu der heutigen ganztägigen Diskussion mit dem Themenschwerpunkt „Zivilgesellschaft, Bürgerbeteiligung, Teilhabe“.

Wladimir Rybkin, Olga Dejewa, Julia Obertreis, Alina Kartuchina; Wolfram Howein, Guram Tschjotschjew, Alexander Krutow, Gabriele Schöner und Amil Scharifow

Um sich miteinander zu diesen Sachfragen austauschen zu können, sollten die Gäste auch praktische Erfahrung machen, Einblick nehmen können in die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement ganz unterschiedlicher Bereiche.

Guram Tschjotschjew

Etwa wie man in Erlangen 2015/2016 die Aufnahme der Flüchtlinge im Stadtteil Tennenlohe organisierte – von der Grundversorgung bis hin zu Sprachkursen und Integrationsangeboten seitens der Stadtverwaltung aber auch der Zivilgesellschaft, aus der heraus die unterschiedlichsten Projekte entstanden, etwa ein „Kleider-Café“ in der Sebaldussiedlung.

Willkommen im Kleider-Café

Ursprünglich hatten hier Ehrenamtliche nur daran gedacht, die vielen Kleiderspenden der Bevölkerung geordnet an Flüchtlinge weiterzugeben, doch rasch stellte sich heraus: Auch unter den Einheimischen gibt es Bedarf nicht nur nach günstigen Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch nach einem Raum, wo gern für eine Zeitlang verweilt, wo man andere Menschen trifft, wo man zu einem Stück Kuchen oder Gebäck zusammen eine Tasse Tee oder Kaffee trinkt.

Gruppenbild mit Ehrenamtlichen

Gleich ob noch im Studium oder schon im Ruhestand, an den beiden Öffnungstagen kommt die Kundschaft gern und in so großer Zahl, daß sich das von Ehrenamtlichen betriebene Projekt des ASB selbst trägt. Ein wirklich gelungenes Beispiel für Bürgersinn.

Guram Tschjotschjew

Ein ganz anderes Thema wurde dann am späteren Vormittag im Gerätewerk der Siemens AG im Stadtwesten angeschlagen: Integration und Inklusion von behinderten Beschäftigten in die unterschiedlichsten Arbeitsprozesse.

Gruppenbild bei Siemens

Erstaunlich für die Gäste dabei besonders die enge Einbeziehung der betroffenen in die Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes, das hohe Maß an Flexibilität bei der Anpassung an sich stets verändernde Voraussetzung und die Erkenntnis, eine Behinderung führe nicht zwangsläufig zu einer Einschränkung der Produktivität, sofern es denn gelingt, Mensch und Technik auf das Handicap abzustimmen. Etwas, das ganz offensichtlich bei der Siemens AG vorbildlich funktioniert.

Guram Tschjotschjew, Alexander Krutow und Hans-Michael Behnke

Viel Zeit am Nachmittag nimmt sich der Besuch dann für eine Führung durch die Justizvollzugsanstalt. Vor allem unter dem Fokus, was das Ehrenamt bei der Resozialisierung leisten kann, wie die Betreuung von Häftlingen beim sogenannten Übergangsmanagement, also der Vorbereitung auf die Haftentlassung bis hin zur Begleitung zurück in die Gesellschaft, aussehen kann.

Treffen mit Ehrenamtlichen

Hier, im Gespräch mit Anstaltsleiter Hans-Michael Behnke, lassen sich auch Unterschiede im Verständnis von Strafvollzug erkennen. Während die russische Seite das Prinzip von Strafe und Vergeltung postuliert, betonen die Erlanger den sozialtherapeutischen Ansatz mit dem Ziel einer möglichst gelungenen Resozialisierung.

Der Geschenk-Ball aus dem Zentralgefängnis Wladimir

Doch in der Praxis geht auch das Wladimirer Zentralgefängnis, aus dessen Werkstatt ein Ball als Geschenk überreicht wird, längst den Weg des humanen Strafvollzugs mit dem Ziel, die Häftlinge für die Rückkehr in die Gesellschaft zu ertüchtigen. Dafür sprechen unter anderem Fußballturniere der Insassen gegen das Wachpersonal, Kunstausstellungen, Fortbildungsmöglichkeiten.

Treffen mit Ehrenamtlichen und Melitta Schön (links im Bild)

Zur letzten Arbeitsrunde findet sich die Delegation dann beim Bayerischen Roten Kreuz ein, wo 1990 alles begonnen hatte mit der Aktion „Hilfe für Wladimir“ und wo seit nun auch schon zwei Jahrzehnten das „Seniorennetz“ seine ehrenamtlichen Angebote rund um Computer, Tables, Smartphone und Internet macht. Übrigens eine Initiative, die es ganz ähnlich auch in Wladimir gibt. Dort veranstaltet man sogar Computer-Wettbewerbe in der vorgerückten Altersklasse. Eine Anregung vielleicht auch für das „Seniorennetz“.

Im Brauereimuseum: Susanne Lender-Cassens, Alina Kartuchina, Olga Dejewa, Birgit Marenbach, Wladimir Rybkin, Horst Hirschfelder, Wolfgang Niclas, Christoph Gewalt und Alexander Krutow

Angeregt jedenfalls endete dann der Abend mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Stadrätin Birgit Marenbach in der Steinbach Bräu und deren Museum über die Bierstadt Erlangen. Und heute dann den ganzen Tag lang Gespräche im Rahmen von „Prisma“. Was es mit diesem Forum auf sich hat, ist hier nachzulesen: https://is.gd/Z2F75y

 

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Beginnen wir mit den erfreulichen Nachrichten. In gerade einmal sieben Tagen hat das Kammerensemble der Philharmonie Wladimir neun Konzerte zwischen Erlangen und Starnberg gegeben, die musikalischen Einlagen und Ständchen gar nicht mitgerechnet.

Alexander Schaposchnikow, Igor Besotosnyj, Susanne Lender-Cassens, Olga Besotosnaja und Sergej Nefjodow

Eine Leistung, die auch Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens zu würdigen weiß, zumal das Trio, unterstützt von Sergej Nefjodow als Fahrer, nicht nur die 2.500 km von Wladimir bis Erlangen im eigenen Kleinbus zurücklegte, sondern auch all die Touren durch Franken bis nach Oberbayern selbst bewältigte. Trotz Getriebeschaden, der leider bei allen Bemühungen der Werkstatt von Adam Neidhardt nicht zu beheben war. Zu ausgefallen das Modell, zu selten schon das Baujahr. Nichts Passendes auf dem Ersatzteilmarkt. Wenn da nicht die WAB Kosbach, wo die Gäste auch untergebracht waren, mit einem Leihfahrzeug eingesprungen wäre, hätten die Konzerte wohl abgesagt werden müssen.

Zur ganz außergewöhnlichen Qualität des Trios wurde hier im Blog schon viel geschrieben. Aber glauben wird es ohnhin nur, wer das Ensemble mit seinen wirbelnden Läufen über die Saiten und Tasten auf der Bühne erlebt.

Olga Besotosnaja, Igor Besotosnyj, Alexander Schaposchnikow, Dorothee Lotsch und George Mills

Deshalb heute ein wenig Theorie: Sibylle Flepsen von der gastgebenden Kolpingfamilie Büchenbach hatte vor dem Konzert am Freitagabend im Gemeindesaal St. Xystus gefragt, was es denn mit den Instrumenten des Trios auf sich habe. Zunächst zum Bajan, dem slawischen chromatischen Knopfakkordeon, benannt nach einem russischen Minnesänger aus dem 11. Jahrhundert, das in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in Tula entwickelt und schon bald darauf von Pjotr Tschajkowskij mit einer eigenen Komposition, der „Suite charactéristique“, gewürdigt wurde. In seiner Klangfülle einer tragbaren Orgel gleich, stellt der Bajan höchste Ansprüche an den Musiker und ist aus russischen Orchestern nicht wegzudenken, zumal viele klassische Stücke gerade auf dieser Harmonika einen ganz eigenen Reiz gewinnen.

Gemeindesaal St. Xystus

Bekannter ist dann im Westen schon die dreisaitige Balalaika mit ihrem dreieckigen Korpus, ein Lauteninstrument, das vielen als die Stimme der russischen Seele gilt, urkundlich erstmals im späteren 17. Jahrhundert und immer wieder verboten, weil fahrende Spielleute damit gern ihre Späße auf Kosten der Herrscher machten. Ähnlich wie auf der drei- oder viersaitigen Domra, der russischen Mandoline, die vom Zarenhof und Patriarchat wegen ihrer lästerlichen Klänge aus der Öffentlichkeit verbannt und erst Ende des 19. Jahrhunderts nach alten Vorlagen rekonstruiert wurde.

Erlanger Wunschbaum auf dem Waldweihnachtsmarkt

Kaum vorstellbar, welcher Art die Musik wohl war, die Fürsten und Bischöfe lieber hörten. Heute jedenfalls steht dieser Dreiklang aus Bajan, Balalaika und Domra für all das, was man überall auf der Welt an der russischen Musik schätzt, zumal es eine reiche Literatur von Werken gibt, eigens diesen, in Wladimir von dem Trio unterrichteten Instrumenten auf die Saiten und Knöpfe komponiert.

George Mills

Wie schon in den Vorjahren traten mit dem Kammerensemble auch Gastkünstler auf: George Mills, Leiter der „Sängergruppe Erlangen“ mit der Romanze „Ich liebte Sie“ nach einem Gedicht von Alexander Puschkin und den „Moskauer Nächten“.

Dorothee Lotsch

Und Dorothee Lotsch, die den oberbayrischen Teil der Tournee organisierte, mit ihren unverwechselbaren Interpretationen der unsterblichen Alexandra-Lieder „Schwarze Balalaika“ und „Those were the Days“.

Sergej Nefjodow, Ernst Stäblein, Olga Besotosnaja, Igor Besotosnyj und Alexander Schaposchnikow

Vorletzte Station dann am Nachmittag auf der Waldweihnacht in Erlangen mit Ernst Stäblein, bevor es in die Rehaklinik nach Herzogenaurach zum Abschlußkonzert und dann, noch in der Nacht und schwer bepackt mit Geschenken und Post für Wladimir, auf die Heimreise ging. Doch die – und damit zur unerfreuliche Nachricht – endete kurz nach Mitternacht bei Dresden mit einem nun endgültig defekten Getriebe. Wie es trotzdem weitergeht, wird der Tag zeigen.

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Ein gutes Jahr geht für den politisch wie konfessionell neutralen Verein „Nadjeschda“ zu Ende. Seit 15 Jahren aktiv in der Zusammenarbeit  und bei der Förderung des Jugendaustausches mit der katholischen Rosenkranzgemeinde Wladimir, ehrte Erzbischof Ludwig Schick die 39 Mitglieder für im Juli für ihre völkerverbindende Arbeit, und bereits im April hatte Vorstandsmitglied Jutta Schnabel aus den Händen der Bürgermeisterinnen Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß den „Ehrenbrief der Stadt Erlangen für besondere Verdienste im Bereich der Jugendarbeit“ erhalten.

Nadjeschda am Nikolaus-Tag 2017

Überhaupt die Jugendarbeit: Sie dominierte auch neben dem Projekt „Pilgerzentrum“ die gestrige Vollversammlung von „Nadjeschda“ – zu Deutsch „Hoffnung – unter dem Vorsitz von Dekan Josef Dobeneck mit einem ausführlichen Rückblick auf die jüngsten Begegnungen – dazu wird noch ein Bericht für den Blog erwartet – und einer Vorschau auf die Planungen für das nächste Jahr, in dem der Verein im Rahmen des 2018 anstehenden fünfunddreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums in verschiedenen Gemeinden einen „Wladimir-Tag“ veranstalten möchte, um über die Katholiken in Wladimir zu berichten und die Kollekte für deren Gemeindearbeit vorzusehen. St. Kunigund und St. Sebald haben in der Hinsicht für dieses Jahr bereits ihren Plan großmütig erfüllt. Vor allem aber: Jedes Mitglied zählt mit seinen Ideen und Aktivitäten. Wer also mitmachen will, ist herzlich eingeladen, sich bei Josef Dobeneck unter Tel.: 09131/4000350 oder per E-Mail unter josef.dobeneck@erzbistum-bamberg.de zu melden. Der Mindestmitgliedsbeitrag beträgt gerade einmal 15 Euro. Möglich sind aber natürlich auch Einzelspenden auf das Vereinskonto Nr. IBAN DE09 7635 0000 0022 0017 64. Vergelt’s Gott!

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Einen besonders großen Dank richtete Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens beim gestrigen Empfang im Rathaus für die fünfundzwanzigköpfige Gruppe der Schwimmschule Wladimir an die Gastgeber – und gab damit Ilja Iljin, dem Delegationsleiter, das Stichwort: „Wir sind in Erlangen längst mehr als nur Freunde. Für viele von der Sportgemeinschaft Siemens Erlangen sind unsere Kinder längst zu Familienmitgliedern geworden.“

Susanne Lender-Cassens und die Schwimmgruppe aus Wladimir

In der Tat kommen einige der Mädchen und Jungen im Alter von acht bis fünfzehn Jahren schon zum wiederholten Mal zum Internationalen Schwimmen um den Röthelheim-Cup, am Wochenende zum 23. Mal in der Hannah-Stockbauer-Halle ausgetragen. Von den Mitgliedern des Betreuungsteams ganz zu schweigen, das bei jedem Besuch fest gesetzt ist.

Wladimir auf Bahn 6 in der Hannah-Stockbauer-Halle

Seit 1998 besteht der Austausch nun schon und erweist sich als beständig wie sonst kein Sportkontakt zwischen den Partnerstädten. Geht es nach dem Ehepaar Sigrid und Wolf-Dieter Thiel von der SGS solle das auch so bleiben, anders als mit den Verbindungen zu Rennes und Eskilstuna, die zu beider Bedauern schon seit längerer Zeit abgerissen seien.

Gruppenbild in der Hannah-Stockbauer-Halle mit Sigrid Thiel (rechts im Bild) und Ilja Iljin (links im Bild)

Seit Mittwoch übrigens ist die Gruppe schon in Erlangen, ein Ausflug nach Rothenburg stand neben dem Training und dem zweitägigen Wettbewerb auf dem Programm, gestern dann Freizeit und die Eröffnung des Weihnachtsmarkts, heute noch ein Abschiedsschwimmen im „Atlantis“, und dann, gegen Abend, geht es wieder nach Hause. Übrigens mit acht Platzierungen auf den Siegertreppchen über die unterschiedlichen Distanzen im Gepäck, was ja auch einer anerkennenden Erwähnung wert sein sollte.

Das russisch-deutsche Betreuungs- und Orgateam

Ob 2018, wenn der Austausch in sein zwanzigstes Jahr geht, Wladimir wieder nach Erlangen kommt oder die Franken die Einladung in die russische Partnerstadt annehmen, werden wir wohl bald erfahren. Wie auch immer: Solange sie miteinander schwimmen, geht die Partnerschaft nicht baden.

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