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Posts Tagged ‘Susanne Lender-Cassens’


„Ihna“ und die Städtepartnerschaft mit Wladimir sind im Bereich Folklore und Kulturaustausch längst so etwas wie bestens aufeinander abgestimmte choreographische Synonyme. „Längst“ reicht dabei weit zurück – bis in die frühen 80er Jahre, als Eike Haenel, der Gründer des als „Tanz- und Speeldeel“ firmierenden Ensembles erste Kontakte zu Laiengruppen in der damals noch sowjetischen Partnerstadt aufzunehmen versuchte und dabei mit „Wladimirez“ einen Glückstreffer landete. Gelingen konnte dieser Coup natürlich nur, weil sich in Nina Peschkowskaja, Gründerin und bis heute Leiterin der Tanztruppe, ein von der Idee des Austausches und der Begegnung begeistertes Gegenüber fand.

Silvia Jäger, Nina Peschkowskaja, Susanne Lender-Cassens und Inaki Gonzales

Seither begleiten und gestalten die beiden Ensembles die Partnerschaft, treten bei Jubiläen auf und lassen uns alle an ihren eigenen Festen teilhaben, wie jetzt in diesen Tagen, wenn „Ihna“ mit tanzenden Gästen aus aller Welt – und natürlich mit dem fast gleichaltrigen „Wladimirez“ – den eigenen 60. Geburtstag feiert, zu dem das dankbare Publikum mit dem Honorar der Herzen, einem großen Beifall, nur herzlich gratulieren kann. Eine erwünschte Nebenwirkung dieser künstlerischen Verbindung: die Vielzahl von Freundschaften, bis hin zu Ehen, gestiftet von drei Jahrzehnten einer ausgesprochen intensiven und kreativen Zusammenarbeit.

Silvia Jäger, Susanne Lender-Cassens und Nina Peschkowskaja vor der „Kulisse“ des Ensembles „Otxandategi“

Wenn heute die Städtepartnerschaft als Erfolgsmodell angesehen wird, ist das auch und gerade dem harmonischen Zusammenwirken von „Ihna“ und „Wladimirez“ zu danken, dem anzumerken ist: Da klappt nicht nur die Show auf der Bühne, da gibt es auch hinter den Kulissen Gemeinsamkeiten über alle Grenzen von Politik, Sprache und Zeit gezogenen Grenzen hinweg, Gemeinsamkeiten, von denen wir gar nicht genug haben können in diesen wirren Zeiten. Herzlichen Glückwunsch, „Ihna“ zum Jubiläum und noch eine lange, aus der Freundschaft schöpfenden Zusammenarbeit mit „Wladimirez“ zu unser aller Freude – und immer wieder mit Freunden aus aller Welt wie dem Ensemble „Otxandategi“ aus dem Baskenland, das beim gestrigen Empfang im Rathaus mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens seinen Glockentanz aufführte und die Russen wie die Deutschen einlud, 2018 nach Bilbao zu kommen, um dort das 75. Jubiläum ihrer Gruppe eine Choreographie der Freundschaft zu feiern.

Gruppenbild mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und „Ihna“, „Wladimirez“ sowie „Otxandategi“

Mehr Bilder vom Empfang sind auf Facebook zu sehen unter: https://is.gd/Nvslvw

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Wenn heute abend Julia Gerassimowa und Andrej Artamonow die Heimreise antreten, tun sie das mit einem „ganzen Schatz an Erfahrungen und Einblicken“, wie die Neurologin und der Chirurg unisono versichern. Doch viel mehr als Worte sagen ihre Taten: Beim Treffen mit den Rotariern verabschieden sich die beiden Mediziner aus Wladimir gleich nach ihrer kurzen Dankesrede an die Mitglieder des Serviceklubs, der die zweiwöchige Hospitation am Klinikum ermöglichte, schlagen sogar die Einladung zum Mittagessen aus, nur um rasch zurück auf ihre Stationen zu eilen. Und Andrej Artamonow verspätet sich beim gestrigen Abendessen gar um mehr als drei Stunden, weil ihn einfach die Operation an der Seite von Professor Robert Grützmann und das anschließende Fachgespräch nicht losließen. Aber so soll es ja auch sein.

Professor Werner Hohenberger, Sergej Artamonow, Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, Julia Gerassimowa und Stadtrat Jürgen Zeus

So unterschiedlich ihre Fachgebiete, so einig sind sich die Gäste im Urteil über das Niveau der Medizin an der hiesigen Universität: Spitzenklasse vom Qualitätsmanagement bis zur technischen Ausstattung, ärztlichen Kunst sowie Pflege und Nachsorge, aber auch bei einem Personalschlüssel, von dem die beiden zu Hause nicht einmal zu träumen wagen. Es genüge der Hinweis auf die von Julia Gerassimowa geleitete Schlaganfallstation mit 50 Betten, betreut von einem zwölfköpfigen Team, während die zwölf Patienten in der Erlanger Stroke Unit von etwa 60 Fachkräften betreut werden. Besonders begeistert zeigen sich die Wladimirer aber von Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, die nach dem Urteil von Julia Gerassimowa alles hat, was eine Krankenschwester auszeichnet: „Überblick, praktisches Geschick und ein umgängliches Wesen. Eigenschaften“, wie die Ärztin hinzufügt, „die sicher gerade in einer Medizinstadt nur von Vorteil sein können, wenn man Politik macht. Auch in dieser Hinsicht ist Erlangen beneidenswert.“ Das darf nun einfach so stehenbleiben.

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2011 gründete sich in Wladimir auf ehrenamtlicher Basis die Organisation „Retter“, zusammengeführt von der Idee, in Not geratenen Menschen zu helfen: zu Land, zu Wasser, im Gebirge, bei technischen Unfällen, Naturkatastrophen oder Bränden. Aus dem anfangs kleinen Häuflein ist heute eine fünfundzwanzigköpfige Gruppe mit hauptamtlichen Allroundern geworden, die bereits 2013 Kontakt zu Erlangen aufnahm und ein Jahr später zum Gegenbesuch einlud. Damals stand der Rettungseinsatz auf und unter dem Wasser im Vordergrund. Dieses Mal interessieren sich die Gäste hauptsächlich dafür, wie hierzulande die Bergwacht arbeitet.

Susanne Lender-Cassens und die Retter-Gruppe aus Wladimir mit Organisatorin Stefanie Haberl, DLRG, ganz links im Bild

Beim Empfang im Rathaus mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens drehte sich denn auch das Gespräch ganz um die Berge: Heute ist die fünfköpfige Gruppe mit der Bergwacht des BRK Erlangen-Höchstadt in der Fränkischen Schweiz unterwegs, und morgen geht es nach Bad Tölz, wo sogar Rettungseinsätze mit dem Hubschrauber auf dem Programm stehen. Thema wird aber sicher auch sein, wo die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme liegen: beim deutschen Ansatz, all die Rettungsaufgaben in großen Teilen ehrenamtlichen Kräften zu übertragen, und beim russischen Modell, wo diese Aufgaben dem Staat obliegen, unterstützt von Organsiationen wie „Retter“ und ihren professionellen Alleskönnern. Jedenfalls noch viel Stoff auch für den künftigen Austausch von Erfahrungen für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, das BRK und die Freunde aus Wladimir.

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So klein die Delegation um Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, so schwer, alle für ein Gruppenbild zusammenzuholen. Gertrud Härer, nach den fünf Wochen Radtour am 7. September in Wladimir angekommen, hat gestern auch die Rückreise selbst organisiert, denn nicht in jedem Zug nach Moskau ist die Mitnahme eines Fahrrads möglich. Dafür stieß nun Othmar Wiesenegger wieder zur Truppe, zusammen mit Wladimir Fedin, bei dem er wohnte und mit dem zusammen er all die Tage unterwegs war, um mit seiner Kamera die Partnerstadt und ihre Umgebung zu erkunden. Die festgehaltenen Eindrücke werden sicher bald den Blog schmücken.

Wladimir Fedin, Othmar Wiesenegger, Irina Chasowa, Susanne Lender-Cassens, Manuel und Fredi Schmidt sowie Joachim Kokott

Abschied von Wladimir nehmen, bedeutet immer danke und спасибо an die Gastgeber sagen, besonders an Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses. Danke für ein rundum gelungenes Programm und all die freundschaftlichen Begegnungen!

Im Schatten des Kreml: Fredi Schmidt, Joachim Kokott, Susanne Lender-Cassens und Joachim Kokott

In Moskau, staufrei per Zug erreicht, kehrte noch einmal der Sommer zurück in die russischen Lande. Ein prächtiger Abschluß einer Reise, die bei all den Wladimir-Neulingen Lust auf eine Wiederholung machte. Ganz wie bei den russischen Touristen, bei denen laut einer gerade veröffentlichten Statistik, Erlangens Partnerstadt auf der Beliebtheitsskala für Herbsturlaub – ohne die Kurorte – hinter Sankt Petersburg, Moskau, Kasan, Jaroslawl und Kaliningrad auf dem sechsten Platz liegt, noch vor Nischnij Nowgorod, Kostroma, Samara und Irkutsk.

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Ab 9.00 Uhr ist die komplette Gerade von der Einfahrt zur Altstadt von Wladimir über das Goldene Tor, den Kathedralenplatz, vorbei am Erlangen-Haus bis hinunter zum Michail-Frunse-Denkmal komplett für den Verkehr gesperrt, bereit für den ersten Halbmarathon der Partnerstadt, die Strecke abgesteckt, Bürgersteig und Straße wie geleckt.

Das Team Erlangen mit Freunden aus Wladimir vor dem Start. Photo: Dominik Steger

Gegen 11.00 Uhr nimmt das Team Erlangen mit Jonas Eberlein, Fredi Schmidt, Manuel Schmidt, Gertrud Härer und Peter Steger auf dem Kathedralenplatz Aufstellung, läuft sich ein, trifft Freunde vom Laufklub „Bodrost“, freut sich über das Wetter mit mäßiger Luftfeuchtigkeit, leichtem Wind und vor allem angenehmen Temperaturen um 16° C – unter bedecktem Himmel und ohne einen einzigen Regentropfen.

Jonas Eberlein und Fredi Schmidt. Photo: Dominik Steger

Nachgerade ideale Bedingungen, vor allem, wenn man weiß, wie verregnet und verhagelt der Wladimirer Sommer war. Und so zeigen sie denn auch ihre Lauffreude, Jonas Eberlein, der nebenbei auch noch mit drei Bällen jongliert, und Fredi Schmidt, der sich mit ihm – auf ärztlichen Rat – auf die Neun-Kilometer-Distanz macht. Beide laufen dann auch entspannt und gemeinsam als 109. und 110. von 155 Teilnehmern mit einer Zeit von 50:52 ins Ziel.

Peter Steger. Photo: Dominik Steger

Die drei anderen nehmen die Halbmarathon-Strecke mit persönlichen Bestleistungen – und das trotz der Härten des Auf-und-Ab-Parcours mit den dreieinhalb Runden und dem harten Asphaltprofil: Peter Steger kommt als 110. von 188 Teilnehmern mit 1:52:05 ins Ziel, und Manuel Schmidt bleibt als 132. im Feld mit 1:59:27 ebenfalls unter den magischen zwei Stunden.

Team Erlangen auf der Bühne. Photo: Dominik Steger

Und was ist mit Gertrud Härer? Sie zieht sich nach dem Lauf für eine halbe Stunde ins Erlangen-Haus zurück – und verpaßt leider die Team-Ehrung, von den Organisatoren ganz an den Anfang gestellt.

Team Erlangen in Siegerpose. Photo: Dominik Steger

Eine schöne Verneigung vor den Gästen, die mit ihrer Teilnahme der Veranstaltung nicht unbedingt den großen sportlichen Glanz verleihen, fehlt doch John Stackmann im Team, aber doch für ein internationales Flair sorgen.

Die Trophäen. Photo: Dominik Steger

Kompliment nicht nur für diese Geste an die Gastgeber, sondern auch für den gelungen Einstand. Zeitnahme, Verpflegungsstationen und Sauberkeit entlang der Strecke kann man nur vorbildlich nennen. Pawel Tschernow, immer wieder zu Gast beim Erlanger Winterlauf in der Brucker Lache, hat als Cheforganisator ein ausgezeichnetes Team zur Seite.

Die Freundschaft Erlangen – Wladimir hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Photo: Dominik Steger

Und da ist dann doch noch Gertrud Härer, die sich in ihrer Altersklasse nur Olga Sagitowa, ebenfalls regelmäßige Teilnehmerin am Winterlauf, mit 1:47:07 als elfte Frau im Feld durchsetzte. Und das nach fünf Wochen Radtour von Partnerstadt zu Partnerstadt. Applaus!

Gertrud Härer

An einem solchen Freudentag ist es aber auch gut, einmal innezuhalten und zurückzublicken auf die Wunder der deutsch-russischen Geschichte, wie aus Feinden Freunde wurden, kaum irgendwo mehr spürbar als hier am Platz des Sieges, in dessen unmittelbarer Nähe der Friedensbaum wächst, gepflanzt am 22. Juni 2011 von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, dem Erlanger Weltkriegsveteranen Wolfgang Morell und Wladimirer Kameraden.

Susanne Lender Cassens und Irina Chasowa

Schließlich noch eine wichtige Etappe mit dem Kauf von zwei Fahrrädern für das Erlangen-Haus. Eine Anschaffung, die sicher schon längst hätte getätigt werden müssen, die aber wohl zu warten hatte, bis Susanne Lender-Cassens ihren Antrittsbesuch macht. Die vier Kilometer zurück zum Erlangen-Haus sausen die Bürgermeisterin und der Partnerschaftsbeauftragte über deutlich schneller zurück als Irina Chasowa im Bus.

Susanne Lender-Cassens und Peter Steger. Photo: Irina Chasowa

Zu Gast bei Guram Tschjotschjew. Photo: Dominik Steger

Am Abend dann der Ausklang mit einem Bekenntnis im Freundeskreis der Orthopäden Guram Tschjotschjew: „Ich komme wieder nach Wladimir!“ Vielleicht ist ja der Bürgermeisterin die Partnerschaft auch schon zur „kleinen Heimat“ geworden, als die der gastgebende Orthopäde schon seit einem guten Vierteljahrhundert Erlangen betrachtet.

Mehr Bilder unter: https://is.gd/Nvslvw

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Auf dem Kathedralenplatz von Wladimir bereitete man sich gestern schon ab der Mittagszeit auf das heutige Laufereignis vor. Vor einer schöneren Kulisse könnten Start und Ziel des Neun-Kilometer-Laufs und des Halbmarathons kaum zu liegen kommen, und dann prangt da ja auch noch das Transparent mit der Aufschrift „Deutsch-Russisches Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“, ausgerufen von den Außenministern Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow Ende Juni in Krasnodar, wo Erlangen und Wladimir natürlich nicht fehlen dürfen.

Zu einem Besuch der Partnerstadt gehört – besonders für Neulinge wie Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und den Großteil ihrer Delegation – nach der Tour durch Wladimir ein Abstecher nach Susdal, wo das Wetter sich noch einmal alle Mühe gab, den sommerlichen Dauerregen vergessen zu machen.

Eberesche und Birke, russischer Frühherbst

Das Freilichtmuseum in der Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. bietet aber auch den Rückblick in jene längst versunkene Zeit der Bauernkaten und eines Dorflebens  – mit immer wieder überraschend anheimelnden Winkeln und Ecken.

Russische Bauernstube

Und dann all diese unerwartet weiten Panoramen, wenn man sich Susdal nähert, von allen Seiten geschützt durch sich selbst überlassene Wiesen und vom Wind bestellte Felder, dazwischen der träge Lauf der Kamenka mit ihren sumpfigen Uferstreifen.

Susanne Lender-Cassens

Zugänglich erlebt man den 10.000-Seelen-Ort, streckenweise fast schon autofrei und ausgestattet mit der ganzen Infrastruktur für Radfahrer, die sich ihr Gefährt mittlerweile sogar in einigen Hotels leihen können.

Jonas Eberlein, Susanne Lender-Cassens und Gertrud Härer mit Fahrradständer

Aber wozu hier viele Worte verlieren. Wo doch nur die unausgesprochene Stimmung gilt von stillen Farben, singenden Glocken und jenem Himmel, weit und breit, so nur erlebbar hier in Susdal.

Zeit zum Heimflug. Merely this, and nothing more.

Also ruhig ein Moment des Schweigens, dem Andrej Tarkowskij in seinen episch-mythischen Filmen den schwingenden Raum schenkt, in versiegelter Zeit gefangen. Man sehe sich nur „Nostalghia“ oder „Andrej Rubljow“ an, der ja in wichtigen Teilen in Wladimir und Susdal entstand.

Andrej Tarkowskij

Welch ein Glück muß es sein, hier die Geschicke der Menschen lenken zu dürfen, wie Sergej Sacharow, der als Stadtdirektor durchaus eigene Wege beschreitet.

Guten Abend, gute Nacht in Susdal

Etwa indem er Radwege anlegt oder alljährlich im Sommer ein dreitägiges Fahrradfest veranstaltet. Oder indem er immer einmal wieder selbst in die Pedale tritt und den Arbeitsweg von Wladimir, wo er wohnt, nach Susdal hin und retour im Sattel bewältigt – immerhin insgesamt 60 km.

Susanne Lender-Cassens und Sergej Sacharow

Da interessiert er sich natürlich besonders für die Partnerschaftstour von Gertrud Härer, ihre durchschnittlich 100-km-Tagesetappen, ihre Eindrücke von der Strecke, ihr Wunsch nach asphaltierten Randstreifen entlang den russischen Fernstraßen, zumal er selbst auch auf einen Tagesrekord von 300 km verweisen kann.

Gertrud Härer, Sergej Sacharow, Susanne Lender-Cassens und Jonas Eberlein

Und natürlich weiß er sich mit der Kollegin aus Erlangen, Susanne Lender-Cassens, eins: „Wir müssen mehr Menschen aufs Fahrrad bringen, wenn wir unsere Verkehrsprobleme lösen wollen.“ Doch heute geht es – siehe oben – erst einmal ums Laufen, getreu dem Motto: „Keine Gnade für die Wade!“

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„Wladimir empfängt uns mit einem Regenbogen, wunderschön aufgespannt!“ So macht der Blog von Gertrud Härer auf, der sich noch einmal hat reparieren lassen und all die unglaublichen Berichte von der Strecke Erlangen – Wladimir enthält.

Getrud Härer unterm Willkommen-Regenbogen in Wladimir

Am Donnerstagabend zusammen mit Jonas Eberlein, ihrem Begleiter seit Wolokolamsk, eingetroffen, hat sich die Langstreckenradlerin gestern der Delegation von Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens angeschlossen und bereitet sich nun auf den Halbmarathon am Sonntag vor. Mit Ruhephasen und nur kleinen Trainingseinheiten, denn das Strampeln über 3.255 km hat sicher keinen Muskelschwund verursacht.

Jonas Eberlein und Gertrud Härer unter den Bögen des Goldenen Tors

Aber vor den Preis setzten die Götter den Schweiß und die russischen Gesetze eine eingehende ärztliche Untersuchung auf Herz und Nieren. Einfach nur auf eigene Verantwortung die Startnummer angeheftet und losgerannt, – das läuft hierzulande nicht.

Joachim Kokott, Susanne Lender-Cassens, Gertrud Härer, Manuel Schmidt, Jonas Eberlein, Fredi Schmidt

Also geht es nüchtern in Sportmedizinische Zentrum von Wladimir, wo die wichtigsten Körperfunktionen in mehreren Durchläufen untersucht, wo gewogen und gemessen und Urin- sowie Blutproben genommen werden. Eine Prozedur, die normalerweise bis zu zwei Tage dauern kann, für die eiligen Gäste aber so getaktet ist, daß nach zwei Stunden die Ergebnisse vorliegen und die Atteste ausgestellt sind. In einem Fall freilich, der Datenschutz gebietet da Stillschweigen, legt der Befund eine weitere Untersuchung zu Hause nahe. Mal sehen, ob das Feld morgen noch weiter ausgedünnt ist, nachdem ja schon John Stackmann seine Teilnahme hat absagen müssen.

Empfang im Rathaus mit Olga Dejewa für die Gäste aus Erlangen: Othmar Wiesenegger, Jonas Eberlein, Fredi und Manuel Schmidt, Susanne Lender-Cassens, Gertrud Härer und Joachim Kokott

Beim Empfang im Rathaus stellt dann Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens vor allem den Sport und die Umwelt in den Mittelpunkt ihrer Wünsche für den weiteren Austausch. Gefragt nach ihren sonstigen politischen und administrativen Aufgaben, entfährt Oberbürgermeisterin Olga Dejewa ein: „Das schafft nur eine Frau!“ Wer wollte da widersprechen…

Marina Ilina, Nadeschda Troschina, Alexej Panfilow, Susanne Lender-Cassens, Jelena Petrowitschewa und Ljubow Naumowa

Zumal dies auch nur Auftakt des Arbeitsprogramms war, gefolgt von einem Gespräch an der Universität mit Vizerektor Alexej Panfilow, der unlängst ja Erlangen – zum wiederholten Male – besucht hatte und alles daransetzen will, die Verbindungen zur Friedrich-Alexander-Universität  auszubauen. Dazu will Nadeschda Troschina in der nächsten Woche Gespräche im Rahmen eines Erasmus-Plus-Programms mit den fränkischen Kollegen führen, dazu plant Marina Ilina, Leiterin des Instituts für Biologie und Ökologie die Intensivierung ihrer Kontakte zum Lehrstuhl für Umweltverfahrenstechnik, dazu hält Julia Obertreis, Inhaberin des Lehrstuhl für Neue und Neueste Geschichte an der FAU, im Oktober einen Vortrag in Wladimir zum Thema „100 Jahre Oktoberrevolution“ dazu erwartet man schon am Sonntag wieder für drei Wochen vier Austauschstudenten vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde…

Jonas Eberlein, Susanne Lender-Cassens, Jewgenij Jaskin und Gertrud Härer

Weiter soll es auch im Medizinaustausch gehen. Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, wünscht sich für eine Gruppe von Pflegekräften eine Hospitation in Erlangen und trifft bei der gelernten Krankenschwester, Susanne Lender-Cassens, damit natürlich auf offene Ohren.

Susanne Lender-Cassens in der Schule Nr. 23 mit Dominik Steger und Robin Bockelmann, zweite Reihe rechts außen

Und dann der Besuch an der Schule Nr. 23, die seit Ende der 90er Jahre einen regelmäßigen Austausch mit dem Emmy-Noether-Gymnasium pflegt und sich immer wieder auch durch Schüler hervortut, die nicht nur über herausragende Sprachkenntnisse verfügen, sondern auch Projekte – etwa zum Thema Kriegsveteranen – über Jahre vorantreiben. Und dann ist da noch die Schülerin, deren Vater in ihrem heutigen Alter zu den ersten gehört hatte, die am Austausch teilnahmen. Nun kommt sie Ende des Monats zum ersten Mal selbst nach Erlangen. Eine Tradition, die sich gerne fortsetzen darf, wenn das Mädchen einmal selbst Mutter geworden. Zu dem Termin dazugestoßen sind übrigens auch noch die beiden Studenten an der Berliner Charité, Robin Bockelmann und Dominik Steger, die gerade ihr Pflegepraktikum in Wladimirer Krankenhäusern abgeschlossen haben.

Susanne Lender-Cassens mit Blick auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Fragt man Susanne Lender-Cassens nach ihren Eindrücken vom ersten Wladimir-Besuch, sprudelt ihr die Begeisterung nur so von den Lippen, auch wenn bisher noch keine Zeit war, die Stadt zu erkunden. Aber: „Es ist wirklich unglaublich, was da für ein Beziehungsnetz aufgebaut wurde, was da alles an Austausch möglich ist.“

Susanne Lender-Cassens und der gemischte Chor des Zentrums für Chormusik

Damit da auch kein Stillstand zu befürchten ist, besucht die musikbegeisterte Bürgermeisterin am Abend dann auch noch eine Probe des gemischten Chors am Zentrum für Chormusik. Das Ensemble steht in der Tradition des von Eduard Markin schon in den 70er Jahren ins Leben gerufenen Chors, der aus der Geschichte der Partnerschaft nicht wegzudenken ist. Nun soll versucht werden, für die Gruppe eine Gastspielreise nach Erlangen zu organisieren. Vielleicht, geht es nach Susanne Lender-Cassens, schon 2018, wenn Erlangen und Wladimir ihr 35jähriges Jubiläum feiern.

Susanne Lender-Cassens im Herzen von Wladimir

Am späteren Abend bleibt dann doch bloß, Oberbürgermeisterin Olga Dejewa zuzustimmen: „Das schafft nur eine Frau!“ Eine Sentenz, die natürlich auch für Gertrud Härer gilt.

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