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Posts Tagged ‘Susanne Lender-Cassens’


So wie auch der schönste Abend einmal zu Ende geht, schließt selbst der längste Fortsetzungsbericht mit dem letzten Punkt. Und im Fall des Russischen Abends mit einem großen Dankeschön an die vier ehrenamtlichen Köchinnen, die für die russischen Teil des Büfetts sorgten, während das gastronomische Team vom Club International unter Leitung von Bernd Uebel den fränkischen Part und die Getränke beisteuerte.

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Jelena Schaab

Alle Getränke? Nein: Wie schon bei den letzten Russisch-Deutschen Wochen spendete Köstlich & Co. in der Friedrichstraße 18, von seinen Delikatessen aus aller Welt die richtige Teemischung für den Abend.

Gabriele Steinbach, Inh. von Köstlich & Co.

Geschmeckt hat es offensichtlich allen, jedenfalls blieb so gut wie nichts übrig, alles wurde brav aufgegessen. Kein Wunder aber auch nach dem gut eineinhalbstündigen Programm mit Reden und Präsentationen. Da war leibliche Stärkung angesagt.

Russischer Abend 46

Jekaterina Korschofski und Natalia Kaiser mit Othmar Wiesenegger als „Kiebitz“

Auch für Jekaterina Korschofski, die nicht nur beim Verpflegungsteam aktiv war, sondern auch am Dienstag, den 11. Februar, und am Donnerstag, den 13. Februar, im Rahmen der Russisch-Deutschen Wochen beweist: „Kyrillisch schreiben… ist gar nicht so schwierig“. Ob das so stimmt? Kalligraphisch ist es auf jeden Fall.

Essen hin, Trinken her, aber nie ohne den Bildungsauftrag der Volkshochschule! Viele grübelten auch noch bei Tisch, wie hier Hans Gruß, über den Quizfragen.

Unterdessen konnte sich das Orga-Team schon einmal erleichtert freuen: gut 130 Gäste beim Russischen Abend, um die 600 Teilnehmer an den bisherigen Veranstaltungen der Russisch-Deutschen Wochen. Eine Statistik, hinter der mehr als Zahlen stehen, sondern vor allem die ungezählten Ehrenamtlichen, die ihre je eigenen Verbindungen zu Wladimir pflegen, ihre je ganz besonderen Projekte entwickeln und einfach Freundschaft halten. Sie alle sind das Salz der Partnerschaft, um es biblisch auszudrücken.

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Elisabeth Hein, Nadja Steger, Reinhard Beer und Peter Steger

Da ist Fredi Schmidt, Fahrer des Erlanger Oberbürgermeisters, der sich schon auf seinen nächsten Laufwettkampf in Wladimir freut.

Russischer Abend 32

Nadja Steger, Fredi und Martina Schmidt

Da ist Tom Weinhold, Frontmann der Band Meloco, der zusammen mit Marcel Desch und Christian Marsch von Impvlse so begeistert von dem nun schon zehn Jahre währenden Austausch von Rockgruppen mit Wladimir berichten kann, der im Herbst schon – dann freilich mit anderen Ensembles – fortgesetzt wird.

Tom Weinhold

Da ist John Stackmann, der hofft, nach einem Jahr Pause zum zwanzigjährigen Jubiläum seines Winterwaldlaufs in der Brucker Lache wieder Athleten aus Wladimir am Start begrüßen zu können.

Michael Cassens, Susanne Lender-Cassens und John Stackmann

Da ist der Weltkriegsveteran, Wolfgang Morell, der ungeachtet seiner 96 Jahre noch kaum eine Veranstaltung der Russisch-Deutschen Wochen ausließ und voll des Lobes für das Orga-Team ist.

Russischer Abend 35

Wolfgang Morell

Da sind Helene Decker vom Jugendamt und Haram Dar vom Jugendparlament, die Ende des Monats nach Wladimir reisen, um dort ein ganz neues Austauschprojekt zu starten, von dem sicher hier im Blog bald zu lesen sein wird.

Helene Decker und Haram Dar

Da sind Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner vom Städtischen Bauamt, die in der Planungsphase für das Erlangen-Haus die architektonischen Grundlagen schufen und im Mai zu dessen fünfundzwanzigjährigen Jubiläum in die Partnerstadt fahren.

Michael Cassens, Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner

Da sind Rolf Wurzschmitt und Abram Dyck, die mit dem „Kesselhaus Erlangen“ und den gebrauchten VAG-Bussen Anfang der 90er Jahre maßgeblich halfen, die Infrastruktur Wladimirs zu stabilisieren und auch bei der Sanierung des Erlangen-Hauses eine hilfreiche Hand anlegten, während Stadtrat und Internist i.R., Jürgen Zeus, bis heute den von Rotary Erlangen finanzierten Medizinaustausch koordiniert.

Rolf Wurzschmitt, Peter Steger, Abram Dyck und Jürgen Zeus

Da ist das Ehepaar Eva und Gerhard Hammer, das im Vorjahr Wladimir besuchte, wo auf Initiative des damaligen Direktors, Gerhard Hammer und mit Unterstützung der seinerzeitigen Partnerschaftsbeauftragten, Nadja Jewrassowa, das Gymnasium Fridericianum seit zwanzig Jahren (!) seine russische Partnerschule hat.

Gerhard und Eva Hammer

Eine Galerie, die sich noch lange fortsetzen ließe, die aber – eingedenk der Einleitung – nun zu einem Ende kommen soll. Aber nicht ohne ein Bild vom Glückspilz des Abends, der die Reise nach Wladimir (und zurück, wie Reinhard Beer verschmitzt anmerkte) gewann. Sehr zur Mitfreude des ganzen Saals.

Sieghard Hellmann, festgehalten von Othmar Wiesenegger

Eine Fortsetzung der Berichterstattung über den Russischen Abend am 31. Januar gibt es jetzt nicht mehr. Aber zum einen werden ja die Russisch-Deutschen Wochen am kommenden Samstag um 15.00 Uhr im Club International der Volkshochschule unter dem Motto „Russischer Humor“ fortgesetzt, und zum andern gibt es schon die ersten Ideen für die nächste russisch-deutsche Biennale Anfang 2022. Es gilt eben auch hierfür der Sepp-Herberger-Spruch in Abwandlung: Nach dem Russischen Abend ist vor dem Russischen Abend!

Finis cum grano salis , Ende auf Anfang gesetzt, конец – молодец!

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Der Russische Abend am Freitag, um den gestrigen Bericht nun fortzusetzen, brachte den Veranstaltern viel Lob ein. Einige dieser Stimmen, die als Kommentare im Blog und auf Facebook eingingen, seien hier zitiert:

Lieber Peter und liebe alle an der Partnerschaft arbeitenden wunderbaren Menschen: Es war ein grandioser Abend. Danke!

Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin

Welche Wohltat, im täglichen Ohren und Geist abtötenden nationalen und internationalen Politlärm, solches zu hören,
Den Tag mit so einem Blog zu beginnen.

Richard Dähler, Zürich

Ein wunderbarer Abend mit vielen Erinnerungen , aber auch einem optimistischen Blick in die Zukunft.

Birgitt Aßmus, Stadträtin und Mitglied im Vorstand des Erlangen-Hauses

Das war ein sehr schöner Abend, toll organisiert, interessante Beiträge und coole Unterhaltung: eine wunderbare Freundschaft mit Wladimir. Herzlichen Dank.

Valerie Hellmann, Freundeskreis Wladimir

SCHADE! OHNE MICH! Trotzdem!!

Wiktor Malygin, Altrektor Universität Wladimir und Mitglied des Vorstands des Erlangen-Hauses

Klaus Steinke, Prof. em. und Inhaber des aufgelösten Lehrstuhle für Slawistik der FAU, Elisabeth Preuß, Andrej Matwijenko und Susanne Lender-Cassens im Gespräch mit Sabine Lotter

Nur eitel Lob? Das gibt es nicht einmal an einem solchen Festabend. Vielfach kritisiert wurde nämlich das Quiz mit der Frage, wer sich denn all die schwierigen Fragen ausgedacht habe, die man, wie ein Teilnehmer meinte, zum Teil nicht einmal mit kreativ-modernen Methoden der Suche per Kyrillisch im Internet habe lösen können. Nun, Xaver Y. Enigma, der Ratefuchs der Redaktion, ging daraufhin durchaus streng mit sich selbst ins Gericht, will sich allerdings, eingedenk des Bildungsauftrags der Volkshochschule, keineswegs schuldig sprechen, denn vor den Preis setzten bekanntlich schon die Götter den Schweiß. Und die Preise konnten sich ja auch sehen lassen. Nun aber, wie von Reinhard Beer am Ende des Abends angekündigt, für alle, auch jene, die nicht dabei sein konnten, der Rätsel Auflösung:

  1. Welcher russische Komponist hat ein berühmtes Märchen von E.T.A. Hofmann vertont?
  • Schostakowitsch
  • Tschajkowskij
  • Borodin

Das war verhältnismäßig leicht zu erraten, weil das Flötenquartett zur Einstimmung in den Abend zwei Stücke von Peter Tschajkowskij spielte.

  1. Boris Pasternak war einer der größten russischen Schriftsteller mit Weltruhm. Seine Sprache ist unglaublich reich und faszinierend. Womit vergleicht er die Sonne in seinem Roman „Doktor Schiwago“?
  • mit einer Orange
  • mit dem Auge eines geliebten Menschen
  • mit der russischen Seele

Schwierig, zugegeben, aber wer den Roman gelesen hat, wird sich an die Szene erinnern, wo der Autor Orange und Sonne gleichsetzt.

Russischer Abend 8

Andrej Matwijenko und Rose Ebding, eine der beiden Drittplatzierten

  1. Was bemerken die Gäste aus Erlangen am schnellsten in Wladimir, das sie in Erlangen vermissen?
  • Gastfreundschaft
  • WLAN in der Stadt
  • kostenloser Nahverkehr für Gäste

WLAN ist im Unterschied zu Deutschland nicht nur in Wladimir, sondern landesweit so gut wie in jeder Stadt selbstverständlich; es funktioniert sogar in der Metro von Moskau, tief unter der Erde.

Andrej Matwijenko und Georg Kaczmarek, einer der beiden Drittplatzierten

  1. Welche Sportart nahm 2019 nach einer sehr langen Unterbrechung wieder den Austausch auf?
  • Schwimmen
  • Langlauf
  • Schach

Das kann nur wissen, wer selbst mitgespielt oder aufmerksam die Sportspalte des Blogs gelesen hat. Es ist dank einer Initiative von Höchstadt und Krasongorsk – Schach, und für dieses Jahr ist schon das nächste Turnier geplant.

Georgios Tziafetas als einer der beiden Zweitplatzierten mit Andrej Matwijenko

  1. Zum wievielten Mal finden die Russisch-Deutsche Wochen in Erlangen statt:
  • 10 x
  • 12 x
  • 14 x

Wieder eine Frage zum Durchatmen, denn die Zahl zehn erklang oft genug von der Bühne oder fand im Blog Erwähnung.

  1. Zwischen dem Heiligen Römischen Reich und der Wladimirer Rus bestanden enge Verbindungen. Mit wem tauschte Großfürst Andrej Bogoljubskij Geschenke aus:
  • Kaiser Friedrich I
  • Kaiser Heinrich II
  • Papst Gregor der Große.

Friedrich Barbarossa schenkte Andrej Bogoljubskij zwei Armillae; eines dieser prunkvollen Armbänder ist im Louvre zu sehen, das andere im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Russischer Abend 11

Andrej Matwijenko und Harald Luft, einer der beiden Zweitplatzierten

  1. Der Vernichtungskrieg der Wehrmacht gegen die UdSSR firmierte als
  • Unternehmen Barbarossa
  • Operation Lebensraum
  • Vergeltung für Versailles.

Der schrecklichste Feldzug der Neuzeit, die Überfall auf die UdSSR unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“.

Xenia Sakerowa, Trägerin des Titels „Russionär 2020“, mit Andrej Matwijenko

  1. Wie oft ging der Nobelpreise für Literatur an russischsprachige Autoren?
  • 6 x
  • 7 x
  • 8 x

Bonuspunkt für die Nennung von Namen: _________________________

Iwan Bunin, Boris Pasternak, Michail Scholochow, Alexander Solschenizyn, Josif Brodskij, Swetlana Alexijewitsch.

  1. Russisch ist nicht nur eine der sechs Amtssprachen der UNO, es gilt vielmehr noch immer als lingua franca im postsowjetischen Raum. Wie viele Sprecher gibt es insgesamt?
  • 300 Mio.
  • 420 Mio.
  • 550 Mio.

Es sind knapp 300 Millionen.

  1. Kaum ein Lebensmittel verbindet man enger mit der russischen Küche als Kaviar. Woher aber kommt das Wort? Der Ursprung ist
  • persisch-türkisch
  • südslawisch
  • arabisch

Kaviar galt schon im alten Persien als Delikatesse, und aus diesem Raum stammt auch der Begriff für den Fischrogen.

Überraschungspreis für Reinhard Beer, verliehen vom 1. Konsul Andrej Matwijenko außer Konkurrenz: die Einladung zum Empfang anläßlich des Russischen Nationalfeiertags nach München

  1. Die Partnerstadt Wladimir trägt den Namen eines Großfürsten. Nennen Sie drei sowjetische bzw. russische Politiker mit diesem Vornamen:
  • ………………………………….
  • ………………………………….
  • ………………………………….

Wladimir Lenin, Wladimir Putin, Wladimir Schirinowskij. So verschieden sie sein mögen, der Vorname vereint sie.

  1. Die Initiative zur Gründung der Partnerschaft ging aus von
  • Erlangen
  • Wladimir
  • Bayerisch-Sowjetische Freundschaftsgesellschaft.

1981 schon äußerte Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, in Moskau den Wunsch nach einer sowjetischen Partnerstadt.

  1. Wie viele Austauschprogramme und Projekte gibt es zwischen Erlangen und Wladimir jährlich?
  • bis zu 50
  • bis zu 80
  • gut 100.

Die Zahl der Austauschprogramme pendelt sich in den letzten Jahren bei 100 ein.

  1. Der sowjetische Regisseur Andrej Tarkowskij drehte einen seiner Filme in Wladimir und Susdal. Es handelt sich um:
  • Andrej Rubljow
  • Nostalgia
  • Iwans Kindheit.

Das Leben des Wandermönchs, Andrej Rubljow, verfilmte der Regisseur an Originalschauplätzen in Susdal und Wladimir.

Russischer Abend 14

Sieghard Hellmann, der das große Los mit der Reise nach Wladimir zog, überreicht von Andrej Matwijenko und Reinhard Beer

  1. Die „Stimme des Großen Vaterländischen Krieges“ im Radio stammte aus Wladimir. Hitler erklärte den Sprecher zu seinem persönlichen Feind. Sein Name ist:
  • Jurij Lewitan
  • Isaak Lewitan
  • Boris Diktor.

Wladimir setzte seinem berühmten Sohn, Jurij Lewitan, ein sprechendes Denkmal, eine Statue mit seiner Stimme.

  1. Das Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts Moskau im Erlangen-Haus erhielt unlängst bei einem Audit Bestnoten. Wie viele dieser Zentren gibt es in der Russischen Föderation?
  • 12
  • 17
  • 20

Es sind ihrer zwanzig.

  1. Vor dem Jahreswechsel wurden in Moskau ein Chor und seine Leitung als landesweit bester ausgezeichnet. Es handelte sich um den
  • Knabenchor von Eduard Markin
  • Kammerchor von Tatjana Grin
  • Kammerchor Raspew von Natalia Kolesnikowa

Diesen begehrten Titel erhielt im Dezember der Knabenchor von Eduard Markin, der voraussichtlich im Advent wieder einmal nach Erlangen kommt.

Reinhard Beer und seine Mitstreiterinnen bei Vorbereitung und Organisation der Russisch-Deutschen Wochen und des Russischen Abends, Elisabeth Hein und Nadja Steger

Nochmals die Preise und Sieger: Der Ehrengast des Russischen Abends, der 1. Konsul Andrej Matwijenko, überreichte folgende Preise: an Rose Ebding und Georg Kaczmarek, die sich den dritten Platz teilten, je ein Kunstwerk aus Wladimir; an Georgios Tziafetas und Harald Luft, beide im zweiten Rang, einen Gutschein für einen ihrem Sprachniveau entsprechenden Russischkurs und Xenia Sakerowa als der Siegerin und Trägerin des Titels „Russionär 2020“ eine Einladung zum Empfang des Russischen Generalkonsulats anläßlich des Nationalfeiertags am 11. Juni ins Hotel Bayerischer Hof in München. Und dann die Überraschung: Der Diplomat überreichte auch Reinhard Beer, Hausherr und Cheforganisator der Russischen Wochen, eine Einladung zu diesem Fest in die Landeshauptstadt. Verdient, fürwahr! – Doch dann die Auslosung für den Hauptpreis. Fortuna entschied, und nur einer konnte die richtige Nummer gezogen haben: Sieghard Hellmann vom Freundeskreis Wladimir, der nun eine Reise nach Wladimir – hin und zurück, wie Reinhard Beer betonte – antreten und drei Tage im Erlangen-Haus wohnen darf. Ganz wie Friedrich Schiller sagte: „Das Überraschende macht Glück!“ – Glückwunsch an alle, die Lieblinge der Götter wie jene, die ihren Preis mit Schweiß verdienten!

Fortsetzung folgt

 

 

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Maxim Jegorkin, Frontmann der Metal-Band Ragged Jeans aus Murom, freut sich, ein kleines im großen Jubiläum feiern zu können: Seit fünf Jahren kommen die Newcomer-Bands aus Erlangen nicht nur nach Wladimir, sondern auch in seine Stadt an der Oka, und heuer bezog man sogar noch Kowrow ein. Damit das auch über das zehnte Jahr des Austausches so bleibe, habe man eine Rockmusikinitiative des Gouvernements Wladimir gegründet, die für Vorbereitung und Durchführung der Tourneen der Erlanger Gruppen verantwortlich zeichnet, sich um Sponsoren kümmert und natürlich für die gute Laune.

Susanne Lender-Cassens und Veronika Schöls (ganz rechts im Bild) mit der Band Ragged Jeans und dem dreiköpfigen Begleitteam

In Erlangen hingegen, so Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, verstehen Politik und Verwaltung diese kulturellen Begegnungen der Jugendkultur als ihren Auftrag, dem man gerne nachkomme. Es handele sich dabei um nichts geringeres als Freiheit der Kunst, die man gar nicht unbedingt unterdrücken oder zensieren müsse, wenn sie denn unerwünscht wäre; es genüge ja einfach, keine Zuschüsse zu gewähren.

Davon ist man gottlob weit entfernt. Nach dem seinerzeit noch experimentellen Beginn vor zehn Jahren gehört heute dieses Projekt zu den bewährten Institutionen der Städtepartnerschaft, und das Amt für Soziokultur, beim Empfang am Freitag durch die Programmverantwortliche, Veronika Schöls, vertreten, wird diesen Austausch weiter fördern – organisatorisch wie finanziell. Gut so! Wie gut, das sollte der gestrige Abend wieder einmal überzeugend zeigen.

Maxim Jegorkin

Metal, Indie, Rock, Punk, Hip Hop, Pop, Electro, Folk. Tanzen, headbangen, moshen, pogen, andächtig lauschen, mitsingen. Beim Newcomer-Festival ist alles möglich.

Publikum und Ragged Jeans

So die Einladung ins E-Werk zum gestrigen langen Abend der Musik, an dessen Ende, gegen 23.20 Uhr Florian Janik das Publikum in der Club-Bühne nach dem gefeierten Auftritt von Ragged Jeans, als die Stimmen für den Publikumspreis ausgezählt waren und er bereits die Urkunde in Händen hielt.

Florian Janik

Kaum ein Arm blieb da unten, und so hielt der Oberbürgermeister denn auch die sechs im Wettbewerb angetretenen Bands nicht mehr lange hin und verkündete, wer die Reise im Herbst nächsten Jahres antreten darf: Circvit. Und wer deren Auftritt erlebte, hatte keinen Zweifel am Sieg. Dennoch waren Freude und Überraschung riesengroß. Gratulation!

Ragged Jeans und die Siegerband Circvit mit Philipp und Stephan Beck in der Mitte stehend

Und dann die eigentliche Überraschung: In der Erlanger Metal-Band ist für den ebenso filigranen wie treibenden Leadgitarrenpart Philipp Beck zuständig, wodurch sich – nomen est omen – mit Circvit ein Kreis schließt, denn des Musikers Vater ist Stephan Beck, Leiter des Amtes für Soziokultur, der vor zehn Jahren den Mut bewies, nachdem die schwedische Partnerstadt Eskilstuna von der Fahne gegangen war, den Rockbandaustausch mit Wladimir zu versuchen. Wenn das nicht eine verdiente Gratifikation für beide ist!

Philipp Beck erspielt sich gerade Wladimir

So spielt das Schicksal im Rockband-Austausch mit Wladimir, belohnt den beharrlichen Einsatz, sorgt für Familienglück und dafür, daß die Partnerschaft weiter rockt und rollt.

 

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Bürgermeisterin Elisabeth Preuß konnte gestern nicht wissen, wie passend sie das russische Sprichwort „Hab nicht hundert Rubel, sondern hundert Freunde“ bei der gestrigen Moderation des Empfangs zur Verleihung des Ehrenbriefs für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften und Internationalen Beziehungen an María Elena Schaer und ihr San-Carlos-Engagement gewählt hatte. Ebensowenig konnte Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, ahnen, an dem Abend gleich alle drei zu Bescherenden, die beiden Bürgermeisterinnen und den Partnerschaftsbeauftragten, anzutreffen, für die das so individuelle Geschenk vorgesehen war, das ihm Marina Trubizyna zur Verwahrung und späteren Überreichung bei ihrem Besuch Anfang des Monats hinterlassen hatte. Und schon gar nicht konnte Othmar Wiesenegger damit rechnen, ausgerechnet an diesem Abend gebeten zu werden, mit einer fremden Kamera Bilder von den drei Beschenkten zu machen.

Susanne Lender-Cassens, Peter Steger und Elisabeth Preuß

Wie auch immer: Zu einem gelungenen Geschenk gehört auch, den richtigen Zeitpunkt zur Überreichung zu wählen, die passende Stimmung zu treffen, das rechte Drumherum zu finden. All das hätte nicht besser gelingen können als gestern. Danke deshalb für die perfekte Überraschung.

Mehr zu Marina Trubizyna siehe: https://is.gd/ZaEi9O

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Seit dem 13. August und noch bis Freitag dieser Woche ist wieder eine zweiundzwanzigköpfige Jugendgruppe aus Wladimir im Lande, um nicht zu sagen auf dem Lande. Denn – und das hat sich offenbar in den letzten Jahren des Austausches bewährt – die gemeinsame Unterbringung in einer Begegnungsstätte – dieses Mal in Schnaittach – schafft das Gemeinschaftserleben, das diese deutsch-russischen Treffen ausmacht, um dessentwillen das Orga-Team all die Mühen auf sich nimmt. Und die lohnen sich offenbar, wenn man in die Gesichter der jungen Leute blickt.

Susanne Lender-Cassens und die deutsch-russische Jugendgruppe

Auch wenn Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens da beim gestrigen Empfang im Rathaus am späten Vormittag noch viele unausgeschlafene Augen ausmacht – das Programm fort offenbar vollen Einsatz -, dauert das Gespräch dann doch über eine Stunde über die Unterschiede bei den Jugendparlamenten beider Städte, über die Bedeutung (oder Nichtbedeutung) der Bewegung Fridays for Future hier wie dort oder über soziale Einrichtungen.

Der Austausch geht bis in die 90er Jahre zurück und wurde zunächst vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Erlangen und wechselnden Partnern in Wladimir getragen. In den letzten zwei Jahrzehnten entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit mit der Rosenkranzgemeinde und der Universität in der Partnerstadt, die immer stärker von Konzepten und Projekten getragen wird, die deutsche und russische Jugendliche gemeinsam entwickeln.

Eine Konstante der Begegnungen ist zum Beispiel der Tag „Rent a Russian“ oder „Rent a German“, wo man im jeweiligen Gastland Familien kennenlernt, in sozialen Programmen ehrenamtlich mitarbeitet oder einfach den Alltag hier wie dort erfährt.

Aber am besten schildern das wohl einige Stichworte aus dem Programm und natürlich Bilder von den Begegnungen: Dorfrallye, Burgführung, Diskussion über den Film „Die Welle“, Ausflüge nach Nürnberg, München und Dachau, Besuch eines Biobauernhofes, Klettern, Kanufahren, Besuch der Obdachlosenberatung in Erlangen und und und. Als Konstante dabei – jeden Morgen ein spiritueller Impuls und sei es unterwegs im Zug.

Der vielleicht wichtigste Impuls aber: Das Team um Jutta Schnabel und Iwan Wikulow, treu sprachlich unterstützt von Natalia Dumnowa, Deutschdozentin am Erlangen-Haus, plant schon wieder für das nächste Jahr.

Mehr Bilder zum Besuch der Erlanger im Frühjahr in Wladimir und zur aktuellen Begegnung auf Facebook unter JADA: https://is.gd/rYlkLh

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Kaum ein Projekt entwickelt sich derart erfolgreich und, um einen Begriff aus der Thematik des gegenwärtigen Treffens zu verwenden, nachhaltig wie das Gesprächsforum Prisma, das sich seit Dienstag den Fragen des Umwelt- und Naturschutzes mit Schwerpunkt Vermeidung, Entsorgung und Wiederverwertung von Müll widmet. Nicht auf Expertenebene, sondern unter dem Blickwinkel des Zusammenspiels von Politik, Behörden und Zivilgesellschaft.

Wjatscheslaw Kartuchin, Gerda-Marie Reitzenstein, Jürgen Schnieber, Schamil Chabibullin, Olga Kanischtschewa und Anatolij Kurganskij

Am Montag eingetroffen, besuchten die Gäste, begleitet vom Prisma-Mitglied Gerda-Marie Reitzenstein, zunächst die Müllumladestation mit all den verschiedenen Fraktionen, die vorab getrennt werden, so daß am Ende in Erlangen gerade einmal noch 30% als Restmüll verbleibt, der per Bahn nach Bamberg und Coburg in die Verbrennungsanlagen geht.

Anatolij Kurganskij, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Kanischtschewa, Gerda-Marie Reitzenstein und Schamil Chabibullin

Inhaltlich vorbereitet hatten die Thematik bereits im April die beiden Journalistinnen Karina Romanowa und Julia Kusnezowa, die nach ihrem Besuch in Erlangen zusammen mit Wjatscheslaw Kartuchin, dem Leiter der Akademie für Verwaltung und Wirtschaft, eine regelrechte Informationskampagne buchstäblich auf allen Kanälen starteten und in der Öffentlichkeit wie in der Politik demonstrierten, wie Abfallfragen in der deutschen Partnerstadt behandelt werden.

Treffen mit Ulrich Klement, zweiter von links

Einige der Stationen kannte Wjatscheslaw Kartuchin deshalb bereits, andere, wie die Biogasanlage in Strullendorf, wo auch Abfälle aus Erlangen in einem etwa siebzigtägigen Prozeß fermentiert werden, waren ihm ebenso neu wie seinem Kollegen, dem Abgeordneten der Regionalduma Wladimir, Schamil Chabibullin, oder Olga Kanischtschewa, der Chefökologin der Region Wladimir, und Anatolij Kurganskij, Kreisrat von Kameschkowo, unweit von der Partnerstadt gelegen. Und noch niemand von der Vierergruppe war bisher schon einmal am Dechsendorfer Weiher, wo es dann sogar noch ein zufälliges Treffen mit Ulrich Klement, Leiter des Sportamts, gab, der auch für Unterhalt und Pflege der beiden Schwimmbäder dort verantwortlich zeichnet.

Anatolij Kurganskij, Elisabeth Preuß, Georg Hollfelder, Schamil Chabibullin, Manfred Eichhorn, Gerda-Marie Reitzenstein, Wjatscheslaw Kartuchin, Julia Obertreis und Olga Kanischtschewa

Auf dem Weg in Richtung Bamberg vervollständigte sich schließlich die Gruppe: Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Julia Obertreis, Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Osteuropa an der FAU, stießen dazu und ließen sich ebenfalls über Vergärung und später, in Bamberg, Verbrennung von Abfällen informieren.

Im Müllheizkraftwerk Bamberg: Schamil Chabibullin, Anatolij Kurganskij, Gerda-Marie Reitzenstein, Wjatscheslaw Kartuchin, Elisabeth Preuß, Arnd Externbrink, Olga Kanischtschewa und Julia Obertreis

Nach all dem praktischen Anschauungsobjekten folgte dann gestern unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens der theoretische Teil des Treffens im Erlanger Rathaus mit Fachleuten aus dem Umwelt- und Abfallbereich.

Prisma im Plenum

Julia Obertreis stellte die Geschichte der Ökobewegung in BRD wie DDR ab den 70er Jahren vor und erklärte, wie es zur Gründung der Grünen kam, während Susanne Lender-Cassens erläuterte, welche Rolle in Erlangen die Umweltfragen spielen und was vor allem unternommen wird, um Müll zu vermeiden und wiederzuverwerten.

Julia Obertreis, Susanne Lender-Cassens, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Kanischtschewa, Anatolij Kurganskij und Schamil Chabibullin

Anna Barth vom Jugendparlament berichtete von den Umweltinitiativen der Jugendlichen und natürlich von Fridays for Future, dies Klimabewegung von Schülern, die in Rußland noch völlig unbekannt ist und wohl auch nicht die Ausmaße annehmen dürfte wie etwa in Deutschland, denn, so Olgan Kanischtschewa, man habe nicht nur Schulpflicht, sondern lege in den Klassen auch viel Wert auf Umweltbildung. Außerdem bestehe für alle die Möglichkeit, sich in zivilgesellschaftlichen Kammern und Beiräten zu engagieren und so auch Umweltthemen voranzubringen. In Wladimir schon lange ein wichtiges Thema, auch daran abzulesen, daß man 12% der Fläche des Gouvernements unter Natur- und Landschaftsschutz gestellt habe, während diese Kennziffer in den Nachbarregionen bei gerade einmal 8% liege.

Im Bereich Umwelterziehung – das stellte sich dann auch beim Vortrag von Regina Meinardus heraus – gibt es sicher die größten Übereinstimmungen, und da stieß denn der Vorschlag von Wjatscheslaw Kartuchin auf großes Interesse, einen gemeinsamen Umweltpreis für Jugendliche auszuloben oder zumindest ein Projekt der Partnerstädte im Bereich der Öko-Pädagogik zu starten.

Gruppenbild mit Bezirksrätin Maria Scherrers, vierte von rechts und mit Oxana Kirej, die mit ihrem Nachwuchsteam vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde wieder famos für die Verständigung sorgte

Heute stehen noch einige Termine auf dem Programm, vor allem die Besichtigung des Klärwerks, aber fest steht schon jetzt: Wladimir will eine Fachgruppe zu dem Thema Müll einladen, um mit dem Expertenteam ein für die Region geeignetes Konzept zu erarbeiten, und die nächste Prisma-Begegnung, möglichst noch in diesem Jahr, soll die zivilgesellschaftlichen Komponenten dieser Frage weiter vertiefen: Wie können Vereine und Verbände, Ehrenamtliche und Organisationen ihren Beitrag zur Müll-Problematik leisten?

Schamil Chabibullin, Wjatscheslaw Kartuchin, Susanne Lender-Cassens, Anatolij Kurganskij, Olga Kanischtschewa und Wolfgang Niclas

„Wir haben wieder viel voneinander gelernt“, resümierte Susanne Lender-Cassens gestern abend bereits, „und wir haben von viel gemeinsam vor. Ich freue mich darauf!“

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Wer bisher die Berichte im Blog über den Besuch der beiden Journalistinnen, Karina Romanowa und Julia Kusnezowa, begleitet vom Leiter der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung, Wjatscheslaw Kartuchin, verfolgte, könnte meinen, den Gästen ginge es vorrangig um den Austausch mit ihren hiesigen Kollegen von Presse, Rundfunk und Fernsehen. In der Tat stand dieses Ziel auch im Vordergrund, als vor einigen Wochen die Planung begann. Doch dann kam aus Wladimir der Wunsch, doch auch das Thema Müll mit all seinen Facetten ins Arbeitsprogramm zu nehmen. Man wolle erfahren, wie man mit diesem Problem in Erlangen umgehe, da man selbst mit der Abfallflut, die mittlerweile auch aus der Region Moskau hereinschwappe, nicht mehr zurandekomme und nach Auswegen aus der Krise suche.

Karina Romanowa, Julia Kusnezowa, Susanne Lender-Cassens, Wjatscheslaw Kartuchin und Peter Schmidt

„Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“, sagt sich natürlich leichter, als es sich umsetzen läßt. Aber einen Anfang macht man damit immerhin, über den sich Umweltbürgermeisterin Susanne Lender-Cassens bei der Begrüßung des Trios am Montagmorgen natürlich freut. Angesichts der Dringlichkeit der Problematik in der Region Wladimir wird man sich freilich nicht wie in Deutschland weitere vierzig Jahre Anlaufzeit leisten können, die, auf vier Tage aufgeteilt, den Gästen in einem Schnellkurs vorgestellt werden: von den Müllhalden der 70er Jahre bis hin zur Wertstofftrennung, Kompostierung und Verbrennung nach aktuellem Standard.

Wertstoffhof Erlangen

Und so durchlaufen die Besucher denn auch nicht nur in der Theorie, sondern vor allem auch in der Praxis mit Peter Schmidt, zuständig für die Abfallberatung im Umweltamt, die Etappen der Trennung des Mülls in wiederverwertbare Fraktionen – bis hin zu den Resten, die nur noch verbrannt werden können.

Thomas Scharold, Gabriele Totzauer, Julia Kusnezowa, Karina Romanowa und Wjatscheslaw Kartuchin

Gabriele Totzauer, Leiterin der Abfallwirtschaft, zeigt die von ihr über vier Jahrzehnte aufgebaute Kompostieranlage und erklärt, wie man mit diesen Verfahren allein schon das Volumen des Hausmülls um ein Drittel reduzieren und mit Erlanger Kompost sogar Geld verdienen kann.

Julia Kusnezowa, Regina Meinardus und Karina Romanowa

Dazu gehört natürlich auch die Umweltbildung, die Zusammenarbeit mit Schulen und Ausbildungsstätten, wo Regina Meinardus Vorträge hält und in die komplexe Materie einführt.

Lena Jakob und Karina Romanowa

Dazu gehören auch Menschen wie Lena Jakob, die nicht nur beruflich für Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften tätig sind, sondern auch privat ihren Beitrag leisten wollen, etwa durch Plastikfasten, den so weit als möglich gehenden Verzicht auf all die überflüssige Verpackung und die Vermeidung von Produkten, die Mikroplastik enthalten, das bisher von keiner Kläranlage der Welt aus dem Wasser gefiltert wird, aber auch in den Boden gelangt – mit noch ungeahnten Folgen für das gesamte Ökosystem.

Karina Romanowa und Julia Kusnezowa mit den Kids for Future

Und – ganz aktuell – eine Begegnung mit jungen Leuten, die nicht mehr warten wollen, bis die Politik in Sachen Klima und Umweltschutz in die Gänge kommt. Die Kids for Future – wenn auch von manchen angefeindet oder verspottet – schafften es ja, heute vor einer Woche rund um den Globus so viele Menschen auf die Straßen zu bringen, daß weder Gesellschaft noch Politik länger weitermachen können wie bisher. Wenn es für uns Erwachsene schon fünf vor zwölf sei, was wird dann die Uhr zeigen, wenn die jungen Leute einmal Eltern werden wollen?

Karina Romanowa, Arnd Externbrink und Julia Kusnezowa

Arnd Externbrink, technischer Betriebsleiter des Müllheizkraftwerks Bamberg, geht die Dinge mit seinem trockenen Humor nüchterner an. Zur Begrüßung sagt er gleich: „Euer Müll aus Erlangen wird gerade verfeuert.“ Die Anlage, längst am Limit angelangt, verbrennt allein vom Abfallzweckverband Erlangen-Höchstadt, der je zur Hälfte Bamberg und Coburg als Partner für die thermische Behandlung seines Restmülls beschickt, etwa 20.000 t, was 15% des Gesamtaufkommens entspricht. Gar nicht vorzustellen, wenn es den über vierzig Jahre immer weiter ausgebauten und modernisierten Komplex nicht gäbe. „Der ganze Dreck von Bamberg, Forchheim, Wunsiedel, Erlangen und Höchstadt würde auf der Kippe oder irgendwo in der Landschaft landen“, meint der Gastgeber.

Julia Kusnezowa

„So etwas brauchen wir unbedingt auch“, meinen die Gäste übereinstimmend. „Es ist an der Zeit, so kann es nicht weitergehen.“ Und sie glauben, mit ihren geplanten Sendungen zum Thema die Bevölkerung und Politik dafür gewinnen zu können, wenn sie vermitteln, wie umweltschonend diese Verfahren sind, wie wenig Schadstoffe dabei noch in die Luft gelangen, wie man sogar Geld verdienen kann mit der Gewinnung von Wärme und Strom aus der Verbrennung von Abfällen.

Karina Romanowa, Nicola-Simone Franz-Haas und Julia Kusnezowa

Schließlich treibt die Journalistinnen aber ein weiteres Thema um, das derzeit in Wladimir für heiße Debatten sorgt: die gehäuften Angriffe von Meuten verwilderter Hunde auf Menschen. Ein Phänomen, das Nicola-Simone Franz-Haas, Amtstierärztin in der Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, so aus ihrer Praxis nicht kennt. Aber gerade deshalb ist ein Erfahrungsaustausch auch zu diesem Thema von großer Bedeutung. Soll und darf man die Tiere abschießen? Wenn man sie fängt, wie lange kann man sie im Tierheim halten? Darf man sie – wie bisher in Wladimir praktiziert – nach der Kastration wieder freilassen? Wäre es sinnvoll, alle Hunde registrieren zu lassen und gar eine Steuer einzuführen? Eine erste Antwort gibt die Politik in Wladimir bereits: Abschüsse soll es nicht geben, und für die Unterbringung im Tierheim wird man 250 Mio. Rubel einsetzen.

Karina Romanowa, Wjatscheslaw Kartuchin und Julia Kusnezowa

Wenn die Gäste heute wieder die Heimreise antreten, geht damit zwar ein ungemein intensiver Aufenthalt zu Ende, aber der Abschied verspricht noch viele Begegnungen, noch viel Austausch zu den Themen Journalismus und Umwelt. Ein guter, ein sehr guter Anfang ist gemacht.

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