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Posts Tagged ‘Susanne Lender-Cassens’


Die Sportredaktion des Blogs lag richtig. Die U-14-Mannschaft von Torpedo Wladimir entschied das Internationale Turnier gestern in Tennenlohe für sich. Souverän und dank einer überlegenen Spielweise, die sich ja schon in den Vorrundenspielen am Samstag gezeigt hatte.

Joachim Kokott, Peter Steger, Susanne Lender-Cassens und Sergej Nikonorow mit dem Team Wladimir

Turnierleiter Klaus Michael, ehemaliger Vorstand der Fußballabteilung der SG Siemens Erlangen, sprach von „grazilen Zügen“ und bescheinigte den jungen Russen eine „klasse Ballbeherrschung“.

Stadionsprecher Heinz Rühl, Susanne Lender-Cassens, Klaus Michael und Joachim Kokott

Die Gäste aus Wladimir traten gleich am Sonntagmorgen als erste gegen das Team der SG Siemens Erlangen-Tennenlohe an und bescherten den Gastgebern eine zweistellige Niederlage – ohne Gegentor. Die Elf aus Stoke-on-Trent hingegen machte es den Russen dann doch nicht so leicht.

Siegestor für Torpedo Wladimir

In der ersten Halbzeit erzielten die Engländer den Führungstreffer, und sie schienen tatsächlich, das Spiel für sich entscheiden zu können, doch dann traf Torpedo zwei Mal ins gegnerische Tor – und hätte sogar noch erhöhen können.

Susanne Lender-Cassens und das Team aus Stoke-on-Trent

Trainer Clive Dean nahm es sportlich:

Wir hätten natürlich auch noch ein paar Chancen verwandeln sollen, aber es hatte nicht sollen sein. Aber der zweite Platz ist ja bei so einem Gegner auch kein Beinbruch.

Susanne Lender-Cassens und Sergej Nikonorow mit Torpedo Wladimir

Sergej Nikonorow hingegen konnte sein Glück kaum fassen:

Dies ist mein erster Turniersieg, und er bestätigt nun die Mühen unserer Arbeit. Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft. Und natürlich freue ich mich riesig, zumal ja heute auch unsere Elf gegen Spanien gewonnen hat. Dein Doppelsieg also.

Wenn man das Nachsehen hat: Wladimir gegen die SG Siemens

Da, am späten Nachmittag, waren auch längst die unschönen Szenen von der zweiten Vormittagsbegegnung vergessen und vergeben: Die Teams vom ASV Fürth und aus Stoke-on-Trent hatten sich beim Stand von 2:0 im Torraum der Franken nach einem Foul einen lautstarken Wortwechsel geliefert und waren dann sogar handgreiflich geworden. Joachim Kokott, Cheforganisator des Turniers, griff ein: Abbruch des Spiels ohne Wertung, noch einige Widerworte hin und her, dann das erneute Versprechen, fair zu spielen, das alle einhielten.

ASV Fürth, SG Siemens Erlangen-Tennenlohe, Wladimir und Stoke-on-Trent

Um ganz sicher zu gehen, pfiff dann Joachim Kokott das Nachmittagsspiel zwischem den Fürthern und den Engländern – ebenso wie das Enspiel zwischen Stoke-on-Trent und Wladimir – mit strenger Konsequenz.

Susanne Lender-Cassens: „Welchen Pokal hätten Sie denn gern?“

Im Rückblick also eine gelungene Veranstaltung, bei der am Ende Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens allen gratulieren konnte. Besonders schön aber: Clive Dean lud ebenso wie Sergej Nikonorow die Erlanger nach Stoke-on-Trent bzw. Wladimir ein, und die beiden bekundeten einhellig, in der Partnerstadt neue Freunde gefunden zu haben. Und dafür ist der Austausch ja da, gleich wer welchen Pokal nach Hause nimmt.

Pokale und Geschenke

Am Ende noch ein großer Dank an die Sponsoren des Turniers: Puma, VR Volksbank, Siemens AG, Elsner-Stiftung, GeWoBau, SBK, Sparkasse Erlangen, Autohaus Kühn und Intersport Eisert. Danke, thank you und спасибо! Besonders natürlich an Joachim Kokott, der mit Übersicht alle Fäden zusammenhielt.

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Zum fünften Mal ist nun die Englischlehrerin Marina Trubizyna schon in Erlangen zu Gast, immer mit der Mission, jungen Menschen aus Wladimir die Partnerstadt näherzubringen, sie eigene Erfahrungen machen zu lassen. „Genau dafür haben wir diesen Austausch“, freute sich gestern beim Empfang im Rathaus denn auch Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens. „Ich durfte im Vorjahr auch schon einmal Wladimir besuchen und fand natürlich genau die Unterschiede zwischen unseren Städten und Lebensweisen besonders interessant.“

Gerhard Kreitz, Susanne Lender-Cassens und Marina Trubizyna

Vorgestern erst angekommen, bleibt die neunköpfige Schülergruppe vom Gymnasium Nr. 23 nun noch bis zum 5. Juli und besucht Nürnberg – mit dem Dokuzentrum -, Bamberg, Rothenburg, Coburg… Möglichst viel, wie gesagt, wollen und sollen die Gäste sehen und kennenlernen.

Gerhard Kreitz, Susanne Lender-Cassens und Marina Trubizyna mit der Schülergruppe

Möglich ist der Aufenthalt nur dank der von Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, organisierten Unterbringung in Familien. Deshalb an sie ein besonders großes спасибо von der Gruppe, von der nicht von ungefähr vier Mädchen bereits zum zweiten Mal nach Erlangen kommen und die nicht ohne Grund deutsch-russische Freundschaftshemden trägt und verschenkt.

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Die Nabelschau ist so eine Sache; über Gebühr lange sollte man sich nicht mit ihr aufhalten, sonst ist man für andere nicht mehr auszuhalten. Aber diese magische Zahl von einer Million Zugriffen auf den Blog hat eben doch die eine oder andere Reaktion hervorgerufen, von denen einige hier zitiert werden sollen.

Hans Gruß in einer Wladimirer Apotheke

Bereits am 19. Juni schrieb Hans Gruß:

Lieber Peter, morgen vormittag müßte ein kleines Feuerwerk vom Rathaus ausgehen. Dein einmillionster Blogaufruf wird ganz sicher kommen. Herzlichen Glückwunsch dazu und viel Kraft für die zukünftigen Blogs.

Susanne Lender-Cassens beim Russischen Abend 2018

Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens gratulierte per Facebook:

Danke für diese unermüdliche Direktleitung zu und in unsere Partnerstadt Wladimir. 1 Mio mal geklickt… Wow!

Elisabeth Preuß und Michail Mojsejantschik

Ihre Kollegin, Elisabeth Preuß, schickte dann folgende Rezension:

Ich wäre so gerne Millionär…

….müssen so manche singen, Peter Steger aber ist es. Irgendwann in der vergangenen Nacht war es so weit: Einer der Klicks auf den Blog war der einmillionste! Nie werden wir erfahren, ob es einer der vielen täglichen Leser war, die keine der reich bebilderten, geschliffenen Texte verpassen, ob es jemand war, der im Rahmen der WM auf russischen Wegen im Internet wandelt und zufällig darauf stieß, ob Schlaflosigkeit oder Informationshunger über unsere Partnerstadt der Grund für den einmillionsten Klick waren.

Eines ist jedenfalls sicher: Das Niveau der Artikel stünde mancher Zeitung gut an, es wird nicht gehetzt, nicht gelogen und nicht geneidet. Informationen sind wohl recherchiert, auch die „Stimme der anderen“ kommt zu Wort, Quellen sind sauber angegeben, Wladimir wird uns in seiner ganzen Vielfalt dargeboten, alle Lebensbereiche finden Eingang in den Blog.

Kurz: Wer diesen Blog regelmäßig liest, kennt nicht nur das „who is who“ der Partnerschaft, sondern auch die wichtigen Meilensteine dieser 35jährigen Erfolgsgeschichte.

Ein anderer Aspekt soll aber auch noch zu Wort kommen: Redaktion, Archiv, Recherche, das Schreiben, Bebildern und Online-Setzen – all das wird ehrenamtlich gemacht und das mit Freude, wie ich aus gelegentlichen Begegnungen mit dem Blog-Redakteur bezeugen kann.

Lieber Peter, von Herzen спасибо für diesen Blog, der sicher nicht nur mein Frühstück jeden Tag mit einem Happen Rußland garniert.

Hermann Proksch

Ein Glückwunschschreiben kam schließlich gestern auch noch aus Höchstadt, von Hannelore und Hermann Proksch:

Mach weiter so ehrgeizig und informativ in Deiner Berichterstattung, wir freuen uns täglich auf Informationen aus Wladimir.

Wiktor Malygin (rechts im Bild) in Egglofstein

Da darf natürlich auch Wladimir selbst nicht hintan stehen, und so schreibt Wiktor Malygin:

Gratulation zur ersten Million! Das gehört ins Guinness-Buch der Rekorde.

Igor Tschernoglasow

Und Igor Tschernoglasow, Vorsitzender des Kunstvereins der Region Wladimir und Mitglied im Vorstand des Erlangen-Hauses, grüßt im Namen seines Verbandes von allen Mitgliedern.

Blog 7

Zu schön, um es nicht zu zeigen: Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl, gesehen von Sergej Skuratow

Nun aber genug der Nabelschau, werfen wir noch einen letzten Blick zurück auf den 27. September 2008, als alles noch so zaghaft und bescheiden begann mit dem Eintrag https://is.gd/jUf407 – und richten wir die Augen auf die zweite Million. Bleiben Sie also Ihrer Partnerschaft und Ihrem Blog gewogen, sonst wird das nichts. Denn das eine wie das andere sind für Sie geschaffen und werden durch Sie geschaffen.

Zugabe für alle, die noch dran sind, quasi als Kommentar zum Skuratow-Bild, eine Meditation von Anatolij Gawrilow, dem Wladimirer Großmeister der Kurzprosa:

Alles muß von Rauch überzogen sein. Keine Landschaften, Menschen, Philosophien, Klänge. Nichts darf auf etwas anderem bestehen. Rauch im Lauf einer unbestimmten Zeit. Dunst allein, Brodem und Geheul.

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Kaum jemand aus Wladimir dürfte bisher mehr für den Sportaustausch mit Erlangen geleistet haben, als der pensionierte Turnlehrer Michail Tschischow, der noch als Mitglied des „Komsomol“ Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre erste Begegnungen seiner Schule Nr. 38 mit der Wirtschaftsschule veranstaltete. Seither begleitet er fast im Jahresrhythmus Gruppen nach Erlangen auf der Suche nach neuen Sportkontakten für Jugendliche.

Susanne Lender-Cassens mit der Gruppe von Michail Tschischow, zwischen Doris Höhle (ganz links im Bild) und Peter Steger

Gleich nach der Ankunft am Mittwoch ging es zum Empfang ins Rathaus, wo sich Sportbürgermeisterin, Susanne Lender-Cassens, über den Besuch aus Wladimir freute, der wieder einmal zeige, wie wichtig diese Begegnungen gerade in politisch schwierigen Zeiten seien. Zumal dann, wenn man gleich gemeinsam Pläne für die Zukunft des Austausches machen kann: Zum Schülertriathlon am 21. Juli will Wladimir ein Team schicken, und gerne hätte man auch Kontakte im Bereich Jugend-Basketball. Wenn die Gruppe am Ostersonntag wieder die Heimreise antritt, dann bestimmt schon mit ersten Vorstellungen, wie diese Ideen möglichst bald Gestalt annehmen.

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Im 30. – in Worten – dreißigsten Jahr des Austausches zwischen dem einstigen Pädagogischen Institut, der heutigen Universität Wladimir, und dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde empfing gestern Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens den Leiter der Abteilung für Russisch, Heinz Römermann, mit seiner fünfköpfigen Studentengruppe aus der Partnerstadt. Was da mit ungebrochener Regelmäßigkeit als Konstante des Austausches geschieht, kann in seiner Bedeutung für die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir gar nicht überschätzt werden. 1988 vertraglich festgelegt, kommen Jahr für Jahr angehende Deutschlehrer für drei Wochen an das IFA, während im Herbst der Gegenbesuch stattfindet. Immer, nach Möglichkeit, mit privater Unterbringung, aus der oft Freundschaften fürs Leben entstehen, die aber in jedem Fall hilft, Land und Leute besser zu verstehen und kennenzulernen.

Susanne Lender-Cassens, Konstantin Kisseljow, Tatjana Maier, Julia Frolowa, Heinz Römermann, Marina Chrenowa, Daria Schaschkowa und Anna Schingarkina

Stichwort „lernen“. Tatjana Maier, jetzt selbst Gastgeberin, hat schon Erfahrung mit dem Austausch, bei dem sie – nach eigener Aussage – viel dazugelernt habe, wie hier nachzulesen:  https://is.gd/ctayWR. Drei Wochen Unterricht, drei Wochen Ausflüge, drei Wochen Begegnungen, die morgen für die Gäste schon wieder enden, die aber – wie die gute Erfahrung zeigt – für viele auch den Beginn einer intensiven Einbindung in die Städtepartnerschaft markiert. Wundern Sie sich also nicht, wenn ihnen jemand aus der Gruppe bald einmal hier oder dort als dolmetschende Begleitung begegnet, oder wenn es ein Wiedersehen in ganz unerwarteter Rolle gibt. Man sieht sich in aller Regel wieder. Ganz wie es sein soll in der Partnerschaft, die gerade diesem Austausch entscheidende Persönlichkeiten – um nur den Namen von Irina Chasowa, der Direktorin des Erlangen-Hauses zu nennen – verdankt. Ein besonderer Dank deshalb heute an Heinz Römermann, der es verstanden hat, diesen Austausch über drei Jahrzehnte hin und bei drei Wechseln an der Spitze seines Instituts ohne Aussetzer fortzusetzen. Спасибо!

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Gezählt hat sie niemand, die Gäste des gestrigen „Russischen Abends“ zum Auftakt der „Russisch-Deutschen Wochen“ im Großen Saal der Volkshochschule Erlangen. Aber es dauerte fast eine Viertelstunde, bis die letzten Stühle hereingetragen waren, bis alle einen Sitzplatz gefunden hatten.

Spiramor

Dann erst stimmte „Spiramor“ auf das 35jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir ein. Ganz so, wie man das erwarten darf: mit gepflegter Sangeskunst und deutsch-russischen Melodien.

Großer Saal der Volkshochschule

Die Begrüßung – mit einem Willkommen auf Russisch – schließlich durch den Direktor des Hauses, Markus Bassenhorst, zeigte wieder einmal, welch überragende Rolle die Volkshochschule für die Städtepartnerschaft spielt. Von den ersten Bürgerreisen Anfang der 80er Jahre und dem Arbeitskreis Wladimir unter Klaus Wrobel über die ersten „Russisch-Deutschen Wochen“ unter Christine Flemming bis hin zum breiten Festprogramm unter Markus Bassenhorst, von den Sprachkursen und der didaktischen Unterstützung für das Erlangen-Haus und der Rolle von Reinhard Beer, dem stellvertretenden Leiter ganz zu schweigen.

Markus Bassenhorst

Die gleiche Kontinuität in der Kommunalpolitik sorgt für den Rahmen dieser Bürgerpartnerschaft, wie das Grußwort Florian Janik zeigte. Bruchlos und unangestrengt gelang Erlangens Oberbürgermeister der Bogen vom ältesten Besucher im Saal, dem 95jährigen Weltkriegsveteran Wolfgang Morell, der 1942 – nicht ganz freiwillig – als erster Erlanger nach Wladimir kam und dort von einer schweren Erkrankung genesen konnte, über den 75. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht in der Schlacht um Stalingrad bis hin zu dem Geschenk der Versöhnung und des Vertrauens nach all dem Leid und Tod zwischen Deutschen und Russen. Freilich ein Geschenk, das gerade angesichts der politischen Spannungen alles andere als selbstverständlich ist, für das man immer wieder dankbar sein sollte.

Wolfgang Morell

Besonders natürlich jenen, die damals, in Zeiten des Kalten Krieges, Mut und Weitblick genug besaßen, um über alle Gräben und Grenzen hinweg das Werk der Verständigung zu beginnen: Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, und Jurij Fjodorow, damals Stellvertreter des Vorsitzenden des Städtischen Exekutivkomitees der Volksdeputierten und, wie er sich selbst gerne nennt, der erste Kundschafter Wladimirs in Erlangen, dessen positiver Bericht in der Stadt am Goldenen Ring die gute Sache der Partnerschaft in Gang brachte.

Dietmar Hahlweg und Jurij Fjodorow

Von Beginn an dabei aber auch die hohe Diplomatie, gestern vertreten durch Vizekonsul Andrej Matwijenko, eigens aus München angereist, um Erlangen auch weiterhin der Unterstützung durch seine Gesandtschaft zu versichern. Damals, im Jahr 1982, kam von der Sowjetischen Botschaft in Bonn das Angebot einer Zusammenarbeit mit Wladimir auf den 1981 von Dietmar Hahlweg in Moskau geäußerten Wunsch nach einer Partnerstadt.

Florian Janik und Andrej Matwijenko im Fokus von Nadja Steger

Überhaupt, wie das alles war… Dazu etwas von Zeitzeugen zu erfahren, bot das Podium Gelegenheit. Der Blick zurück, wo auf beiden Seiten Vorbehalte zu überwinden waren, wo es aber auch unerwartet rasch gelang, mit vertrauensbildenden Maßnahmen bei Ausflügen und Treffen jenseits des Protokolls eine Atmosphäre von gegenseitigem Verstehen zu schaffen, die bis heute anhält und auf die auch Florian Janik in der Nachfolge von Dietmar Hahlweg und Siegfried Balleis, der gestern Erlangen im närrischen Veitshöchheim vertrat, aufbaut, wenn er jetzt erfreut feststellen kann: „Die Partnerschaft nimmt angesichts der gegenwärtigen politischen Krise keinen Schaden. Es ist allein der Rubelkurs, der den Austausch ein wenig erschwert.“

Peter Steger, Florian Janik, Anna Schellenberger, Jurij Fjodorow und Dietmar Hahlweg

Dennoch, einzig verlassen auf die Selbstheilungskräfte der Partnerschaft will sich Erlangens Oberbürgermeister auch nicht und berichtete deshalb auch erfreut über die bereits zweite und erfolgreich Sitzung des Gesprächsforums „Prisma“, wo im kleineren deutsch-russischen Kreis durchaus „brisante und kontroverse Themen offen und freundschaftlich diskutiert werden“. Ganz in der Tradition der Gründerväter, die denn auch verdiente Dankesurkunden austauschen: für Dietmar Hahlweg und Klaus Wrobel überreicht von Jurij Fjodorow – und für Wiktor Malygin und Jurij Fjodorow ausgehändigt und unterzeichnet von Florian Janik.

Klaus Wrobel, Wiktor Malygin, Florian Janik, Jurij Fjodorow und Dietmar Hahlweg

Mit auf dem Podium stand Anna Schellenberger, ein Kind der Partnerschaft, deren Vater, aus Celle stammend, in Erlangen Slawistik studierte – als es das Fach an der FAU noch gab – und dann durch den Austausch sein Glück und seine Familie in Wladimir fand. Nun erlebte sie – mit viel Beifall bedacht – ihre Feuertaufe auf der Bühne als Übersetzerin für Jurij Fjodorow, lobte die Bedeutung des Erlangen-Hauses für die Partnerschaft und dankte für diese „großartigen Beziehungen“, bevor sie hinter den Kulissen verschwand, um sich für ihren nächsten Auftritt vorzubereiten.

Anna Schellenberger

Anna Schellenberger gehört nämlich – ebenso wie ihre Mutter, die daheim in Raduga bei Wladimir geblieben ist – zum vor zwei Jahrzehnten gegründeten Klöppelkreis um Jelena Gorbunowa und besucht als Kunsthandwerkerin zum zweiten Mal Erlangen, zeigte sich aber zum ersten Mal hier auch auf dem Laufsteg.

Susanne Lender-Cassens

Zusammen mit zwei Models, die gestern ebenfalls eine Premiere erlebten. Erlangens Bürgermeisterinnen, Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß, hatten sich von Nadja Steger nicht lange bitten lassen, als es darum geht, wer mitmacht bei der Präsentation der kostbaren Einzelstücke.

Elisabeth Preuß

Im Detail zu sehen waren die kleinen Kunstwerke im Historischen Saal, und heute noch den ganzen Tag über bietet Jelena Gorbunowa einen Mitmachkurs an.

Susanne Lender-Cassens, Alexandra Jegorowa, Jutta Brandis und Jelena Gorbunowa

Jutta Brandis, an der Volkshochschule für das Kultur zuständig, kennt übrigens Jelena Gorbunowa seit fast 20 Jahren und hat die Kunsthandwerkerin nach Abendberg vermittelt und damit den Anstoß für eine erstaunliche Entwicklung gegeben, über die der Blog auch immer wieder berichtet: die Aufnahme von Jelena Gorbunowa in den Deutschen und Französischen Klöppelverband, ungezählte Seminar und Ausstellungen – und immer wieder Abstecher nach Erlangen, dorthin, wo alles begann.

Alexandra Jegorowa

Gestern begann nun auch alles für Alexandra Jegorowa, das Nesthäkchen des Abends, die selbst Hand anlegt an die feinen Fäden und sich schon als Model vor das Publikum wagt. Wer weiß, wo sie ihre Kunst später noch überall zeigen wird…

Dietmar Hahlweg und Wiktor Malygin

Vergessen sollte man nicht das Russisch-Fränkische Buffet, vorbereitet von den Wladimirer Expatriots Nadja Steger, Natalia Grebnev, Jekaterina Korschofski und Matwej Grigorjew, einem Studenten aus Wladimir. Gelegenheit zum Kennenlernen und Wiedersehen, auch für Dietmar Hahlweg, Ehrendoktor der Universität Wladimir, und Wiktor Malygin, damals Vizerektor, heute Professor em. und Rektor i.R.

Markus Bassenhorst und Irina Chasowa

Oder auch für Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, und Markus Bassenhorst, den Gastgeber des Abends, der weit nach 23.00 Uhr, als sich nach mehr als vier Stunden die letzten Grüppchen auflösten, rundum zufrieden zurückblickte und sich natürlich auf all die Veranstaltungen freute, die noch den ganzen Monat über anstehen.

Othmar Wiesenegger und Jelena Gorbunowa

Zeit ebenso für Othmar Wiesenegger, dem zusammen mit Nadja Steger die Photos dieses Beitrags zu verdanken sind, sich ein wenig zurückzuziehen und mit Jelena Gorbunowa zu sprechen, die einfach nur glücklich war angesichts des Zuspruchs aus dem Publikum.

Reinhard Beer, Susanne Lender-Cassens und Andrej Matwijenko

Dazwischen dann auch noch das Quiz „Wer wird Russionär?“, erdacht von Reinhard Beer, der gestern, bei der mittlerweile zwölften Austragung der „Russisch-Deutschen Wochen“, endlich auch die verdiente Auszeichnung als „Ehren-Russionär“ erhielt, unterzeichnet von Florian Janik und überreicht von Susanne Lender-Cassens zusammen mit Andrej Matwijenko, dem stellvertretenden Generalkonsul.

Alexandra Jegorowa, Jelena Gorbunowa, Elisabeth Preuß, Susanne Lender-Cassens und Anna Schellenberger

Und ein Geschenk an die Stadt Erlangen vom Klöppelkreis: das Golden Tor, gewirkt aus feinsten Fäden.

Susanne Lender-Cassens und Irina Tartakowskaja

Das Quiz hatte es übrigens in sich. Einige knifflige Hürden ließen selbst treue Blogleser auf dem Weg zum Siegerpodest straucheln, etwa die Frage danach, in welchem Jahr diese Plattform nun schon über die Partnerschaft berichte. Da ärgert sich mancher wohl noch lange der auf die mögliche Antwort „im verflixten siebten Jahr“ hereinfiel und damit falsch ankreuzte. Es sind nämlich bereits zehn Jahre… Alles richtig anzugeben, schaffte denn freilich auch niemand. Aber Hans-Joachim Preuß kam mit 16 von 20 möglichen Punkten diesem Ziel am nächsten – und kann sich jetzt auf eine Gratisreise nach Wladimir mit drei Übernachtungen im Erlangen-Haus freuen.

Hans-Joachim Preuß und Susanne Lender-Cassens

Freuen können sich durchaus auch alle, die gestern still im Hintergrund mitwirkten: Wolfram Howein, der den Abend bebilderte, Othmar Wiesenegger, der für neue Photos sorgte, die Runde um Natalia Kaiser, die für die rasche Auswertung der Antwortbögen zum Quiz sorgte, das Küchenteam, die Hausmeister, die bis zum späten Ende ausharrten. Dank an Köstlich & Co., das Geschäft für Feinschmecker, das zum wiederholten Male Preise stiftete. Vor allem aber ein спасибо an die Gäste aus Wladimir – ein gutes Dutzend – und Erlangen – um die einhundert -, die für eine großartige Stimmung sorgten.

 

 

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Im April vergangenen Jahres hatte die Auftaktveranstaltung des Gesprächsforums „Prisma“ in Wladimir stattgefunden, und schon im November wollte man die Begegnung in Erlangen fortsetzen. Doch der Termin ließ sich nicht halten und wurde auf diese Tage verschoben. Am späten Montagabend nun traf die Delegation von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa ein und absolvierte gestern gleich ein umfangreiches Arbeits- und Besuchsprogramm – als Vorspann zu der heutigen ganztägigen Diskussion mit dem Themenschwerpunkt „Zivilgesellschaft, Bürgerbeteiligung, Teilhabe“.

Wladimir Rybkin, Olga Dejewa, Julia Obertreis, Alina Kartuchina; Wolfram Howein, Guram Tschjotschjew, Alexander Krutow, Gabriele Schöner und Amil Scharifow

Um sich miteinander zu diesen Sachfragen austauschen zu können, sollten die Gäste auch praktische Erfahrung machen, Einblick nehmen können in die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement ganz unterschiedlicher Bereiche.

Guram Tschjotschjew

Etwa wie man in Erlangen 2015/2016 die Aufnahme der Flüchtlinge im Stadtteil Tennenlohe organisierte – von der Grundversorgung bis hin zu Sprachkursen und Integrationsangeboten seitens der Stadtverwaltung aber auch der Zivilgesellschaft, aus der heraus die unterschiedlichsten Projekte entstanden, etwa ein „Kleider-Café“ in der Sebaldussiedlung.

Willkommen im Kleider-Café

Ursprünglich hatten hier Ehrenamtliche nur daran gedacht, die vielen Kleiderspenden der Bevölkerung geordnet an Flüchtlinge weiterzugeben, doch rasch stellte sich heraus: Auch unter den Einheimischen gibt es Bedarf nicht nur nach günstigen Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch nach einem Raum, wo gern für eine Zeitlang verweilt, wo man andere Menschen trifft, wo man zu einem Stück Kuchen oder Gebäck zusammen eine Tasse Tee oder Kaffee trinkt.

Gruppenbild mit Ehrenamtlichen

Gleich ob noch im Studium oder schon im Ruhestand, an den beiden Öffnungstagen kommt die Kundschaft gern und in so großer Zahl, daß sich das von Ehrenamtlichen betriebene Projekt des ASB selbst trägt. Ein wirklich gelungenes Beispiel für Bürgersinn.

Guram Tschjotschjew

Ein ganz anderes Thema wurde dann am späteren Vormittag im Gerätewerk der Siemens AG im Stadtwesten angeschlagen: Integration und Inklusion von behinderten Beschäftigten in die unterschiedlichsten Arbeitsprozesse.

Gruppenbild bei Siemens

Erstaunlich für die Gäste dabei besonders die enge Einbeziehung der betroffenen in die Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes, das hohe Maß an Flexibilität bei der Anpassung an sich stets verändernde Voraussetzung und die Erkenntnis, eine Behinderung führe nicht zwangsläufig zu einer Einschränkung der Produktivität, sofern es denn gelingt, Mensch und Technik auf das Handicap abzustimmen. Etwas, das ganz offensichtlich bei der Siemens AG vorbildlich funktioniert.

Guram Tschjotschjew, Alexander Krutow und Hans-Michael Behnke

Viel Zeit am Nachmittag nimmt sich der Besuch dann für eine Führung durch die Justizvollzugsanstalt. Vor allem unter dem Fokus, was das Ehrenamt bei der Resozialisierung leisten kann, wie die Betreuung von Häftlingen beim sogenannten Übergangsmanagement, also der Vorbereitung auf die Haftentlassung bis hin zur Begleitung zurück in die Gesellschaft, aussehen kann.

Treffen mit Ehrenamtlichen

Hier, im Gespräch mit Anstaltsleiter Hans-Michael Behnke, lassen sich auch Unterschiede im Verständnis von Strafvollzug erkennen. Während die russische Seite das Prinzip von Strafe und Vergeltung postuliert, betonen die Erlanger den sozialtherapeutischen Ansatz mit dem Ziel einer möglichst gelungenen Resozialisierung.

Der Geschenk-Ball aus dem Zentralgefängnis Wladimir

Doch in der Praxis geht auch das Wladimirer Zentralgefängnis, aus dessen Werkstatt ein Ball als Geschenk überreicht wird, längst den Weg des humanen Strafvollzugs mit dem Ziel, die Häftlinge für die Rückkehr in die Gesellschaft zu ertüchtigen. Dafür sprechen unter anderem Fußballturniere der Insassen gegen das Wachpersonal, Kunstausstellungen, Fortbildungsmöglichkeiten.

Treffen mit Ehrenamtlichen und Melitta Schön (links im Bild)

Zur letzten Arbeitsrunde findet sich die Delegation dann beim Bayerischen Roten Kreuz ein, wo 1990 alles begonnen hatte mit der Aktion „Hilfe für Wladimir“ und wo seit nun auch schon zwei Jahrzehnten das „Seniorennetz“ seine ehrenamtlichen Angebote rund um Computer, Tables, Smartphone und Internet macht. Übrigens eine Initiative, die es ganz ähnlich auch in Wladimir gibt. Dort veranstaltet man sogar Computer-Wettbewerbe in der vorgerückten Altersklasse. Eine Anregung vielleicht auch für das „Seniorennetz“.

Im Brauereimuseum: Susanne Lender-Cassens, Alina Kartuchina, Olga Dejewa, Birgit Marenbach, Wladimir Rybkin, Horst Hirschfelder, Wolfgang Niclas, Christoph Gewalt und Alexander Krutow

Angeregt jedenfalls endete dann der Abend mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Stadrätin Birgit Marenbach in der Steinbach Bräu und deren Museum über die Bierstadt Erlangen. Und heute dann den ganzen Tag lang Gespräche im Rahmen von „Prisma“. Was es mit diesem Forum auf sich hat, ist hier nachzulesen: https://is.gd/Z2F75y

 

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