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Posts Tagged ‘Sudogda’


Im Landkreis Sudogda, 70 km von Wladimir entfernt, liegt das Naturschutzgebiet Djukinskij, wo die Orchideen des Nordens wachsen.

Neottianthe cucullata

Ab Mitte Mai bis Ende Juni findet man hier auf geführten Touren den Frauenschuh, das Helm-Knabenkraut und sogar die 1919 von Rudolf Schlechter erstmals beschriebene Neottianthe cucullata, eine besonders bedrohte Spezies. Aber auch wer an Geologie interessiert ist, kommt hier nicht zu kurz.

Fontäne des Peredel

Die Blumen wachsen in einem Gebiet, wo man urzeitliche Muscheln und Krebse buchstäblich mit Händen greifen kann. Und dann ist da noch der natürliche Springbrunnen des Flusses Peredel zu bestaunen, dessen Druck das Wasser auf bis zu fünf Metern Höhe sprudeln läßt.

Speisemorchel

Aber auch etwas ganz anderes schießt jetzt nach oben: Die Speisemorchel, ein Frühlingspilz, der in der Umgebung von Wladimir gern gesammelt wird. Freilich nur von Kennern, denn wer will sich schon gern eine unbekömmliche Stinkmorchel zu Gemüte führen!

 

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Die Früchte der Förderung des Fremdenverkehrs in der Region Wladimir durch Politik und Wirtschaft machen Freude. Als dieser Tage nämlich die Organisatoren des Wettbewerbs „Russian Event Awards“ – 639 Projekte aus 65 Landesteilen der Russischen Föderation hatten teilgenommen – zur Preisverleihung schritten, erhielt das Gouvernement am Goldenen Ring einen ganzen Strauß von Auszeichnungen in den verschiedenen Kategorien.

Fremdenverkehrsbüro auf dem Kathedralenplatz von
Wladimir, Quelle Zebra-TV

Platz eins in der Nomination „Städtisches Fremdenverkehrszentrum“ ging an die Stadt Wladimir, Rang drei an den Landkreis Gorochowez an der Grenze zur Region Nischnij Nowgorod. Ganz vorne zu liegen kam die Region Wladimir auch in der Kategorie „Unterbringung“ mit dem „Klubhotel Weles“ im Dorf Dworiki, Landkreis Kameschkowo. Oben auf dem Treppchen kam das „Mückenfest“ von Sudogda als bestes Beispiel für „Kindertourismus“ zu stehen.

Der „Velo-Sommer“ in Susdal

Und auch der Grand-Prix für die gelungenste Veranstaltung im Rahmen des Umweltjahres ging nach Sudogda bei Wladimir für das „Waldfest“. Einen Sonderpreis in der Disziplin „Tourismus und Sport“ erhielt Susdal für das heuer erstmals veranstaltete Fahrradfestival „Velo-Sommer“, und auch der Grand Prix für die erfolgreichste Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsgewerbe nahm für sein „Winteraustreiben“ die Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. entgegen.

Okroschka-Tag in Wladimir

Den ersten Platz bei der „Popularisierung von Event-Tourismus“ teilt sich Murom für die alljährliche Veranstaltung zum „Tag der Familie, Liebe und Treue“ mit den „Harley Days“ in Sankt Petersburg. Da verwundert es nicht, wenn auch das überregionale Wirtschaftsforum „Goldener Ring Rußlands – 50“ den Großen Preis für die beste Veranstaltung anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens des Goldenen Rings zugesprochen bekam. Und – wie zum Nachtisch – gab es vom Nationalen Verband der Bewahrer des gastronomischen Erbes und Fremdenverkehrs auch noch Lob für das dem Susdaler Honigwein gewidmete „Medowucha-Fest“ und den „Okroschka-Tag“ im Wladimirer Restaurant „Russisches Dorf“. Da bleibt nur, zu den Erfolgen zu gratulieren und – auch wenn sie eher in den Sommer paßt – wieder einmal eine Okroschka zu probieren: https://is.gd/5nJzjY

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Am 12. September berichtete wladimirpeter hier im Blog über das Zentrum „Blauer Himmel“ in Penkino:

Wegen neuer föderaler Gesetze, die eine unmittelbare Anbindung von Reha-Einrichtungen an die jeweils zuständige Klinik fordern, wurde der „Blaue Himmel“ in Penkino geschlossen. Die Kinder sollen aber nach ihrer Behandlung in der Psychiatrie oder ihrem Aufenthalt in einer sozialen Einrichtung auch in Zukunft zur Rehabilitation und erlebnispädagogischen Nachsorge ein neues Dach, ebenfalls außerhalb Wladimir in naturnaher Lage finden.

Mehr war dazu im September nicht zu erfahren, für mich Grund genug, bei meinem Besuch vom 11. bis 19. Oktober der Sache weiter nachzugehen. Ich bekam erfreulicherweise schnell einen Termin bei der Leitung des Gesundheitswesens der Regionalverwaltung und erfuhr, man plane tatsächlich die Fortführung eines Rehazentrums, allerdings wegen der gesetzlich geforderten unmittelbaren Anbindung an die zuständige Klinik auf dem Gelände der Psychiatrie Nr.1 in Wladimir. Das dazu vorgesehene Gebäude bedarf aber noch einer umfassenden Renovierung, weshalb mit einer Eröffnung erst in einigen Jahren zu rechnen ist.

Offen bleibt die Frage, ob in einer innerstädtischen Einrichtung dann das Konzept der Natur- und erlebnispädagogischen Rehabilitation überhaupt fortgesetzt werden kann, was ja die Grundlage der Arbeit in Penkino schuf. Zudem ist zu befürchten, die für Penkino gespendeten Spielsachen sowie die Geräte und Materialien für Sport, Camping, Wanderung und Skilanglauf könnten zwischenzeitlich ungenutzt verrotten und unbrauchbar werden. In offener und freundlicher Diskussion kamen wir deshalb zu dem Ergebnis, die Materialien besser einer bereits bestehenden Einrichtung im Umland von Wladimir zur unmittelbaren Weiterverwendung zu überlassen. Nach Rücksprache mit dem Schulamt der Partnerstadt bot sich dafür ein Internat für Waisenkinder mit Behinderungen im Landkreis Sudogda an.

Das Heim in Luchtonowo

So fuhren dann am nächsten Tag Julia Arsenina, stellvertretene Direktorin des Gesundheitswesens, Viktoria, eine Mitarbeiterin des Schulamtes, und ich zu dem 40 km von Wladimir entfernt liegenden Internat in Luchtonowo. Wir wurden von der Direktorin, Jelena Winogradowa, erwartet und herumgeführt. In einem gut erhaltenen Gebäude in parkähnlicher Landschaft leben hier 64 Kinder, behinderte Voll- und Sozialwaisen, 7 bis 17 Jahre alt. Die Kinder mit leichten bis schweren Behinderungen werden von Pädagogen, Sozialpädagogen sowie je einem Psychologen und einem Sportlehrer rund um die Uhr betreut. Der Sportlehrer betreibt nach Aussage der Direktorin besonders gerne Aktivitäten in den umliegenden Wäldern, was unseren Intentionen entgegenkommt.

Wir sahen kleine Klassenzimmer im laufenden Unterricht mit bis zu 15 Schülern, eine Bibliothek, eine Sporthalle und ein Behandlungszimmer für die psychologische Betreuung. Auch Kochen und Wäschewaschen stehen auf dem Lehrplan. In einer kleinen Werkstatt erlebten wir Kinder beim Polstern und Reparieren von einrichtungseigenen Stühlen, im Hintergrund eine Reihe von Nähmaschinen.

Die Direktorin zeigte sich beglückt von den unerwarteten, neuen Möglichkeiten, sie sprach von einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk für ihre Kinder. Die Gesundheitsbehörde der Region und das Schulamt sagten den umgehenden Transfer der Materialien zu, und ich hoffe, bei meiner für das Frühjahr 2018 vorgesehen Reise Vollzug vermelden zu können!

Julia Arsenina, Viktoria, Wolfram Howein und Jelena Winogradowa

 

Alle Beteiligten in Erlangen und vor allem auch in Wladimir hätten sich lieber einen Fortgang der Arbeiten in Penkino gewünscht. Aber immerhin kamen in den neuneinhalb Jahren seit Januar 2008 mehr als 4.000 Kinder, manche davon mehrfach, für jeweils zwei Wochen nach Penkino und erfuhren dort liebevolle Zuwendung und Pädagogik in freier Natur. Mir bleibt, allen Beteiligten und Helfer in den Partnerstädten herzlich zu danken sowie alles Gute für die nun in Penkino nicht mehr beschäftigten engagierten Pädagogen, Ärzte und Schwestern zu wünschen.

Durch die Übergabe an das Internat in Luchtonowo konnten wir schließlich die bestimmungsgemäße weitere Verwendung der Geräte und Materialien sicherstellen, der Blaue Himmel hat so zu mindestens vorübergehend eine neue Heimat gefunden. Die Erlanger Wladimir-Freude werden auch diese Einrichtung hilfsbereit begleiten und sicherlich die Psychiatrie Nr. 1 nicht minder unterstützen, wenn es in ein paar Jahren zu einer wie auch immer gearteten Neuauflage kommt.

Wolfram Howein

Nachtrag: Die seit 40 Jahren bestehende Einrichtung hat eine recht informative Plattform im Internet, freilich bisher nur in russischer Sprache: https://is.gd/eo7Tdw

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Es wird wohl nichts mit dem geplanten Wiederaufbau des Anwesens von Wladimir Chrapowizkij in Muromzewo, Landkreis Sudogda, Region Wladimir. Weder gehen die Verantwortlichen davon aus, das einstige Schloß im neugotischen Stil mit seinen weitläufigen Gartenanlagen werde in größerer Zahl Touristen anlocken, noch glaubt man mittlerweile, fest mit den zur Restaurierung notwendigen Milliarden-Zuschüsse aus der Staatskasse rechnen zu können. Zwar hatte man 2015 eine Studie in Auftrag gegeben, um eine Bestandsaufnahme des architektonischen Juwels zu machen und Empfehlungen für dessen Erhaltung zu geben, aber die vierzehnbändige Dokumentation hat man offenbar im Ministerium für Kultur lediglich zur Kenntnis genommen, nie wurde sie Gegenstand von Anhörungen.

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Eine eigens vom Landesmuseum Wladimir einberufene Arbeitsgruppe kam zu keinem eindeutigen Ergebnis und ließ bei ihrer letzten Sitzung im Herbst 2016 die Frage offen, ob man versuchen solle, etwa drei Milliarden Rubel zu beantragen, um den Wiederaufbau anzugehen, oder ob es besser sei, mit einem wesentlich geringeren Aufwand auf weitgehend eigene Rechnung den Status quo zu konservieren. Allein die Kosten für die Erstellung eines Konzepts für die Sanierung veranschlagt man mit 150 Millionen Rubel. Das Objekt bleibt aber dennoch nicht sich selbst überlassen. Allein aus dem Pferdestall hat man bereits 35 Lastwagenfuhren Schutt entfernt, in der Voliere ist inzwischen eine Ausstellung installiert, noch im März will man damit beginnen, die Wasserspiele und große Teile des Parks wieder in Ordnung zu bringen.

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47 Objekte zählt die Anlage insgesamt, wobei zwischen den Behörden noch Eigentums- und Nutzungsfragen juristisch zu klären sind. Dennoch soll es noch in diesem Jahr eine Aussichtsplattform ganz in der Nähe des Schlosses geben, finanziert aus eigener Kraft, denn das Ministerium für Kultur verweigert der Anlage den Status „besonders wertvoll“.

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In jedem Fall fortsetzen will das Wladimirer Landesmuseum die bereits 2011 aufgenommenen Forschungen zur Geschichte des Anwesens. Bis heute weiß man ja nicht einmal, wie die Räume möbliert waren, wohin die Inneneinrichtung verbracht wurde, ob es möglicherweise noch Objekte gibt, die man rückerwerben könnte. Im Sommer erscheint nun schon der vierte Band dieser wissenschaftlichen Studien.

Vielleicht gelingt es nun zumindest, ein Ruinenmuseum in Muromzewo einzurichten. Das wäre zwar nicht ganz das, wovon man noch vor kurzem geträumt hatte, aber ähnliche Objekte gibt es überall auf der Welt, und in den englischen Gärten Europas baute man vor gut einhundert Jahren sogar künstliche Ruinen.

Mehr zur Person von Graf Wladimir Chrapowizkij und seiner Residenz ist hier zu finden: https://is.gd/JNlcD3

 

 

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Dem Blog von Michail Mojsejantschik aus Wladimir verdanken wir schon so manche landeskundliche Reportage aus der Partnerstadt oder ihrer näheren Umgebung. Getrieben von einem unbändigen Wissensdrang, eröffnet uns der mitteilsame Flaneur, stets die Kamera zur Hand, immer wieder erstaunliche Einblicke, die wert scheinen, breiter gestreut zu werden, Einblicke, die wir ohne ihn so nicht hätten, wie etwa aus dem Landkreis Sudogda, von wo Wladimir übrigens den Großteil seines Trinkwassers bezieht.
Фонтан
Hier nun, etwa 40 km südöstlich der Regionalhauptstadt, stieß der Blogger vor kurzem auf einen natürlichen Springbrunnen, der als eine von 16 Quellen im Gouvernement Wladimir unter Naturschutz steht. Die Besonderheit der „Fontäne“, wie der Born offiziell genannt wird, besteht in der Höhe des Strahls: Zwischen vier und fünf Meter hoch steigt das Wasser aus der Erde.
Фонтан

Den besten Ausblick auf das Schauspiel hat man von einer Brücke aus, die offenbar auch schon die ersten Liebespaare für sich und ihre entschlossenen Treueversprechen entdeckt haben.
Фонтан

Umgeben ist das geschützte Quellgebiet mit einer Fläche von 0,8 ha von einem Naturpark der etwa zehnfachen Ausdehnung, wo jeder menschliche Eingriff verboten ist. Eingerichtet wurde die Zone vor fast sechs Jahren, um diese Schönheit ungestört sich selbst zu überlassen.
Фонтан
Na ja, nicht ganz, denn gerade in der Gegend um Sudogda plant man den Ausbau von sanftem Tourismus, die Entdeckung von Natur für Individualreisende und Kleingruppen. Da wird der Knabe an der Quelle bald nicht mehr alleine sitzen und einsam Blumen winden sich zum Kranz.
Фонтан

Gut, auf die Blumen wird der Jüngling am Bache noch ein wenig warten müssen, aber recht hat Friedrich Schiller zeitlos dennoch, wenn er sein Gedicht mit den Zeilen schließt: „Und die Quelle rieselt klar! / Raum ist in der kleinsten Hütte / für ein glücklich liebend Paar.“

Und hier geht’s zum Original: http://is.gd/WaFtHW

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Das zweite Juliwochenende verbrachte ich wieder einmal auf der Datscha von meinen Freunden, der Familie Iwan und Maria Jemelin. Wieder einmal, weil ich dorthin immer, wenn ich in Wladimir bin, eingeladen werde. Die Datscha liegt in dem Dorf Afonino, unweit von Muromzewо, im Landkreis Sudogda, wo bekanntlich das beste Quellwasser der Region herkommt. Weil dies wieder so ein ereignisreiches Wochenende war, teile ich die Erlebnisse in eine Trilogie aus Muromzewskoje auf und beginne mit dem „Wiedersehen mit Afonino“. Die Berichte „Traktoren, Pilze und ein Supermarkt“ und „Das Julifest, bzw. Neuschwanstein bekommt Konkurrenz“ folgen demnächst hier im Blog.

Hans Gruß und sein Lieblingsgetränk - Kwaß

Hans Gruß und sein Lieblingsgetränk – Kwaß

Bevor wir zur Datscha rausfuhren, haben wir in einem kleinen Laden in Sudogda noch etwas Proviant eingekauft. Dabei durfte auch Kwaß, mein Lieblingsgetränk, nicht fehlen.

Die Gastgeber von Hans Gruß

Die Gastgeber von Hans Gruß

Wie auf dem Lande üblich, werden die Fremden erstmal ausgefragt über das Woher, Wohin, Warum, Wie lange… Das ist auch oft sehr lustig, weil ich nicht immer alles verstehe und entsprechend komische Antworten gebe. Meistens interessieren sich andere Kunden auch dafür, und so ist das oft ein kleiner Event mit viel Gelächter. Aber nicht unfreundlich. Jedenfalls warteten in der Datscha schon Oma Wera Lukjanowa und ihre Tochter, Katja Antropowa, mit ihrem Sohn Wladimir (Wowa) und ihrem jungen Labrador Kasper. Später kam noch Wera Jemelina, die Tochter von Maria und Iwan, aus Moskau dazu. Wera hat erst vor kurzem ihre eigene Rechtsanwaltskanzlei in Moskau eröffnet und arbeitet gewöhnlich sieben Tage in der Woche. So fühlte ich mich doch geehrt, daß sie meinetwegen aus Moskau nach Afonino gekommen war. Sie hat uns schon ein paar Mal in Baiersdorf besucht, und konnte  sich damals noch nicht entscheiden, ob sie eine Karriere als Sängerin oder als Juristin beginnen sollte. Sie hatte damals das Musical „Elisabeth“ in Moskau gesungen. Ich hätte damals auf Sängerin getippt. Wen es interessiert, der kann sie hier in einer älteren Aufnahme hören: http://is.gd/1jRPW8

Hans Gruß und die Gruke mit Honig

Hans Gruß und die Gurke in Honig

An eine neue Eßgewohnheit mußte ich mich auch gewöhnen – und zwar Gurke in Honig getunkt. Ich konnte gar nicht glauben, daß so eine Kombination schmecken kann. Deshalb mein kritischer Gesichtsausdruck. War eventuell jemand schwanger? Aber nicht so, es schmeckt tatsächlich. Vielleicht klappt das nur mit frischem Honig – die Nachbarin ist Imkerin – und mit frischen Gurken. Irgendwann mache ich hier zu Hause die Probe aufs Exempel, oder vielleicht hat der eine oder andere Leser damit schon Erfahrung gemacht.

Hans Gruß mit Kasper

Hans Gruß mit Kasper

Sehr fordernd in Sachen Aufmerksamkeit war diesmal Wowas junger Labrador Kasper. Aber mit ein wenig Futter war er schnell zufrieden gestellt. Dann natürlich sehr anhänglich.

Hans Gruß m Garten der Datscha seiner Freunde

Hans Gruß m Garten der Datscha seiner russischen Freunde

Auch auf Iwans Datscha hat die moderne Technik Einzug gehalten. Von außen sehen die Banja und das Haus schön alt aus, was sie auch sind. Aber innen ist auch hier das Bad auf dem neuesten Stand.

Jede Menge Pfifferlinge...

Jede Menge Pfifferlinge…

Beim Essen war das Hauptaugenmerk auf Pilze gerichtet. Ich denke, weil ich ein ausgesprochener Pilzliebhaber bin. Irgendwie kam für mich ohne Vorwarnung eine Bäuerin und brachte Pfifferlinge, die sie am Morgen gesammelt hatte. Wer hat das wieder organisiert? Eine Menge, in die man sich reinlegen könnte. Katja und Oma Wera machten sich gleich an die Vorbereitung. Wieviel ich davon gegessen habe, weiß ich nicht mehr, aber es war immer mehr da, als alle wollten. Da Katja diplomierte Russisch-Lehrerin bei der Schulbehörde ist, konnte sie mir einige Feinheiten im Ausdruck gut erklären. Das waren sehr lehrreiche Privatstunden. „Vielen Dank, Katja, für Deine Geduld“, sagt Hans Gruß

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„Gerade jetzt, in dieser so schwierigen gesamtpolitischen Situation können wir unsere russischen Freunde doch nicht im Stich lassen“, meint Jürgen Zeus von Rotary Erlangen, der in seiner langjährigen Stadtratsarbeit von Beginn an besonders die Partnerschaften mit Jena und Wladimir unterstützt, und fährt beim gestrigen Treffen fort: „Die Welt hört nicht an den Staatsgrenzen auf. Wir fördern deshalb gern schon im dritten Jahr den Austausch der Pfadfinder aus Erlangen und Wladimir, weil wir da sowohl international als auch lokal die Jugendbegegnungen, die Freundschaft über die Grenzen hinweg und die Völkerverständigung fördern können.“ Und dann ansatzlos und ohne Zögern die Erklärung: „Wir lieben Wladimir!“ Ein Bekenntnis, mit dem der Arzt in Ruhestand, der auch schon viel Hilfe für die Wladimirer Kinderpsychiatrie und den Blauen Himmel vermitteln konnte, seinen rotarischen Freunden sicher aus dem Herzen sprach, von denen stellvertretend für alle nur genannt werden sollen: Präsident Karl Köhler, der mit einer katholischen Pilgergruppe den strengen Winter und auf einer Bürgerreise den heißen Sommer in Wladimir erlebte; Heinz Gerhäuser, der 2001 den Vertrag zwischen seinem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen, der FAU und der Universität Wladimir initiierte und ein beispielloses Programm des Studentenaustausches in Werk setzte; Werner Hohenberger, der als weltweit renommierter Professor und Direktor der Chirurgischen Klinik in Wladimir bereits einen Vortrag gehalten und erst jüngst wieder mit der Abgabe der fast 200 Krankenhausbetten die Partnerstadt unterstützte; schließlich Altoberbürgermeister Siegfried Balleis, dem Wladimir nachgerade ein Goldenes Zeitalter der Partnerschaft zu verdanken hat.

Karl Köhler, Celine Scheurer, Jochen Dörring, Roman Belkin und Jürgen Zeus

Karl Köhler, Celine Scheurer, Jochen Dörring, Roman Belkin und Jürgen Zeus

Und nun die Unterstützung für den Pfadfinderaustausch und die Möglichkeit für Jochen Dörring vom Stammesrat der Steinadler, gemeinsam mit Celine Scheurer, die erst tags zuvor ihr Versprechen abgegeben hatte, und mit Roman Belkin, dem Leiter der Wladimirer Austauschgruppe aus Wladimir, vorzutragen, was im Miteinander der jungen Deutschen und Russen schon so alles geschehen ist, seit dem ersten Leitertreffen in Wladimir 2011, dem gemeinsamen Lager in Frauenaurach 2012, dem Gegenbesuch in Wladimir 2013 bis hin zum gegenwärtigen Aufenthalt von fast 20 Pfadfindern mit Familienunterbringung und Camp-Erlebnis bei Coburg und einem Ausflug nach Wiesbaden zum Grab von Fürst Wladimir Chrapowizkij, bevor es am 11. August wieder nach Hause geht. Ein Bericht, der Gemeinsamkeiten wie Unterschiede anspricht – und eher Unbekanntes: So wurde die Pfadfinderorganisation bereits vor 105 Jahren im Russischen Reich gegründet, auf Initiative von Zar Nikolaus II, der sich begeistert von der Lektüre von Robert Baden-Powell gezeigt hatte, dann aber in der Sowjetunion verboten – wie übrigens auch der deutsche Ableger im Dritten Reich – und erst 1991 wiederbelebt, übrigens im gleichen Jahr, als sich der Erlanger Stamm der Steinadler gründete. Seither, so Roman Belkin, der in Sudogda lebt und ehrenamtlich eine Pfadfindergruppe leitet und in Wladimir arbeitet, verhalte man sich politisch neutral, erlebe staatlicherseits keine Einschränkungen, suche aber die Nähe zur orthodoxen Kirche. Daher wohl auch der eine oder andere Unterschied, auf den Jochen Dörring hinweist: „Die Russen beten vor jedem Essen, sind viel stärker religiös geprägt als wir; Jungs und Mädchen schlafen in getrennten Zelten; sie halten das Totengedenken hoch und pflegen die tatsächlich ursprünglich von Baden-Powell so überlieferten „militärischen“ Traditionen wie etwa den Fahnenappell viel mehr, etwas das den deutschen Pfadfindern nach der Erfahrung des Faschismus abhandengekommen sei, nun aber gerade in der Begegnung mit Wladimir wieder auf Interesse stoße. Und so sieht der Vortragende denn auch in der Fahnenweihe durch den orthodoxen Priester Michail im Vorjahr denn auch als eine Art Initiation, als den Beginn dieser Pfadfinderfreundschaft, in die noch viele junge Menschen auch aus anderen Ländern einbezogen werden sollen. Und wo man so viel voneinander lernen könne: Beispielsweise die hierzulande fast vergessene, bei den russischen Freunden aber sehr lebendige Tradition, einander nach außen hin geheimzuhaltende Tiernamen zu geben. Oder die Sprache: „Zu Beginn war das Englische unsere Verkehrssprache, jetzt gehen wir immer mehr zum Deutschen über.“ Auch Roman Belkin hat Grundkenntnisse im Deutschen und will die nun rasch auffrischen und ausbauen, denn: „Wir stehen ja erst am Anfang des Austausches, und wir haben noch so viel vor!“ Bevor es wieder zurück ins Zeltlager bei Coburg geht, wo die Gruppe auf ihn wartet, fügt der Vater eines vierjährigen Sohnes im persönlichen Gespräch hinzu: „Wir sind das unserer Jugend schuldig, und ich hoffe, die Politik unserer Länder macht diese Verständigung nicht unmöglich.“ Alle wissen, wovon er spricht. Die aktuellen Ereignisse lasten auf allen, und eine Wladimirer Familie hat aus nachvollziehbaren aber gottlob noch unbegründeten Motiven heraus ihr Kind im letzten Moment an der Fahrt nach Deutschland nicht teilnehmen lassen. Nur ein Kind, aber eines zuviel!

Sehr viel mehr von diesem großartigen Austausch in Ihrem Blog unter: http://is.gd/0qeQPZ

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