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Posts Tagged ‘Stanislaw Katkow’


Im Blogbeitrag vom letzten Donnerstag https://is.gd/eFamCl berichtete Ute Schirmer u.a. auch von unserem gemeinsamen Besuch im Wladimirer Psychoneurologischen Heim und dem Treffen mit dem Dichter Stanislaw Katkow. Leider ohne Photos. Ute bat mich, meine Aufnahmen vom Besuch der Einrichtung dem Blog zur Verfügung zu stellen, was hiermit geschieht.

Prospekt des Altenheims

Ich selbst war von dem „Internat“, wie man es auf Russisch nennt, mehr als positiv überrascht. Deshalb habe ich noch einige Photos vom Hausprospekt mit aufgenommen. Bisher kannte ich ähnliches nur von der Kinderpsychiatrie, in die mich Tatjana Parilowa vor zehn Jahren mitnahm, weil sie dort Musiktherapie anbot. Und vor vier Jahren hatte ich Gelegenheit, das Kinderkrankenhaus detailliert kennenzulernen.

Aus dem Prospekt

Diesmal also das Psychoneurologische Internat. Das Angebot an die Bewohner könnte nicht vielseitiger sein. Zur Zeit unseres Besuches fand gerade eine kleine Musik- und Tanzdarbietung statt.

In der Aula

Viele andere Talente werden gefördert. Und so verfaßt hier auch Stanislaw Katkow, der nicht mehr schreiben und sich nur mit für uns unverständlichen Lauten äußern kann, seine Gedichte. Seine Frau muß eine besondere Begabung des Verständnisses haben, um seine lyrischen Gedanken zu Papier zu bringen. Das war denke ich, für uns alle, eine Begegnung, die lange nachwirkt.

Stanislaw Katkow, Tatjana Kolesnikowa (Deutschdozentin aus dem Erlangen-Haus), Ute Schirmer und Hans Gruß

Die Ordnung und Sauberkeit innerhalb und außerhalb der Gebäude ist vorbildlich. Nicht umsonst ist ein Platz in diesem Heim sehr begehrt. Es steht nicht nur den Bürgern der Stadt Wladimir offen , sondern allen aus der ganzen Region.

Irina Morosowa, Tatjana Kolesnikowa und Ute Schirmer

Die Direktorin, Irina Morosowa, führt eine sehr moderne und menschliche Institution, und sie wurde bei unserem Rundgang oft erfreut angesprochen und geherzt. Chapeau! Die beiliegenden Photos mögen sprechen.

Hans Gruß

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Einmal noch, vom 29. Juli bis zum 4. August, habe ich mich in unsere Partnerstadt Wladimir aufgemacht, vor  allem, um alte Freunde aufzusuchen, die ich aus den 1990er Jahren bei deren Aufenthalt in Erlangen kennengelernt hatte, und um besonders das Psycho-Neurologische Heim zu besuchen. Dort lebt seit langer Zeit Stanislaw Katkow, den ich auch seit über 20 Jahren kenne und bei meinen Aufenthalten in Wladimir immer wieder antreffen konnte.

Alewtina Sinowjewa: Sonnenuntergang

Mein lang gehegter Wunsch, die Fußmalerin, Alewtina Sinowjewa zu treffen, ging dieses Mal endlich in Erfüllung. Immer wieder illustrierte sie Gedichte von Stanislaw Katkow.

Alewtina Sinowjewa: Winternacht

Zu einer Festveranstaltung im Saal des Heimes lud uns – Hans Gruß vom Freundeskreis Wladimir, die Deutschdozentin Tatjana Kolesnikowa aus dem Erlangen-Haus und mich – die Direktorin, Irina Morosowa, ein. Frau Kolesnikowa kenne ich seit langem von ihren Aufenthalten in Erlangen als Gastdozentin. Sie war bereit, uns als Dolmetscherin zu begleiten. Frau Sinowjewa, die außerhalb von Wladimir lebt, begleitete ihr Vater zu dieser Veranstaltung und saß neben Herrn Katkow und dessen Frau. Wir erlebten den musikalischen Auftritt einer Gruppe aus einem anderen Heim.

Anschließend wurden wir alle zusammen mit der Heimleitung in das Zimmer von Herrn Katkow geleitet. Dort konnten wir uns miteinander unterhalten, natürlich mit Tatjanas Hilfe als Dolmetscherin. Für das Treffen im Heim hatten wir uns ein paar Gedichte ausgesucht, um sie Russisch-Deutsch vorzutragen. Man sah es Herrn Katkow an, wie er daran Freude hatte, seine Texte zu hören. Danach rezitierte Frau Katkowa eines ihrer Lieblingsgedichte ihres Gatten. Ich wußte, daß sie seine Lyrik auswendig kennt. Bei einem früheren Besuch sagte sie mir, sie könne den „März“ noch nicht richtig. Jetzt fragte ich sie, ob sie inzwischen den „März“ gelernt habe. Zu meiner großen Überraschung trug sie dann dieses Gedicht in deutscher Übersetzung vor, auswendig! Frau Katkowa kenne ich auch schon lange Zeit. Sie hatte viele Jahre ihrem späteren Mann beim Aufschreiben seiner Gedichte geholfen.

Von Frau Sinowjewa erhielt ich einige ihrer Bilder in Kopie sowie einen Reiseführer in russischer Sprache,  an dessen Herausgabe sie beteiligt war: „Unbekanntes Katalonien“.

Es ist gut, im Erlangen-Haus so hervorragend untergebracht zu sein und von der Köchin Galina schon am Morgen mit einem sagenhaften Frühstück versorgt zu werden, das einen für den ganzen Tag fit hält.

Die wenigen Tage meines Aufenthalts waren voll verplant:

Hans Gruß und Ute Schirmer beim Unterricht

Vormittags drei Stunden Russisch im Erlangen-Haus. Hans Gruß und ich wünschten die Möglichkeit, im Land zu nutzen, um sprachlich ein wenig besser dazustehen. Tatjana Kolesnikova nahm sich darum unser intensiv an und schloß manche Lücke bei uns.

Einladungen am Nachmittag oder am Abend begannen meist mit einem Festessen, oft mit Tafelmusik. Die Familien meiner alten Freunde sind größer geworden. Inzwischen musizieren oder tanzen die Enkelkinder.

Bei Familie Alexej Krasnow

Galina Saikina und Familie Krasnow

Familie Dmitrij Tichonow, links im Bild Alexander Tichonow

Auch bei einer Familie, die ich erst im vergangenen Jahr in Erlangen kennengelernt hatte, war ich mit Hans Gruß und Tatjana Parilowa  eingeladen. Nach dem Festmal konnten wir einen Einblick in die Werkstätten der Möbelfirma des Gastgebers erhalten, in der Nähe des Dorfes Suromna im Landkreis Susdal angesiedelt.

Für Samstag, dem Tag vor meiner Heimreise, war der Besuch bei Tatjana Oserowa vorgesehen. Auch sie verwöhnte mich mit einem festlichen Essen. Danach durfte ich sie zum Friedhof begleiten, der etwa 15 km von der Wohnung entfernt liegt und nur mit dem Taxi bequem zu erreichen ist. Das Grab von Genrich Oserow und nun auch des Sohnes Alexander, der im April plötzlich verstorben ist, liegt in einem ruhigen, von Bäumen umgebenen Areal mitten in der Natur.

Es war gut, diesen Besuch auf den letzten Tag meines Aufenthaltes in Wladimir gelegt zu haben. Bei meinem Abschiedsspaziergang am Abend vom Zentrum zum Erlangen-Haus blieb so Zeit dazu, manches noch einmal zu überdenken.

Brunnen am Theaterplatz

Erlangen-Haus

Rosenkranzkirche

Die Fahrt zum Flughafen Domodjedowo in Moskau verlief ohne Stau. Mein Chauffeur hatte mich im Erlangen-Haus etwas früher abgeholt. Dadurch war Zeit, unterwegs in Lakinsk die betagten Eltern von Wladimir Filimonow zu besuchen. Ich kannte sie von früher, wenn sie in Wladimir zu Besuch waren.

Ute Schirmer mit den Eltern von Wladimir Filimonow

Weil das Ehepaar jetzt nicht mehr reisen kann, freuten sie sich die beiden über ein Wiedersehen mit mir zu Hause ganz besonders.

Ute Schirmer

Vor dem Heimflug

Mehr zu Ute Schirmer und ihrer einzigartigen Verbindung zu Wladimir unter: https://is.gd/4LJWU8

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Wir blicken heute nochmals zurück auf den Besuch von Ute Schirmer und ihrer Freundin, Gabriele Erkelenz, in Wladimir. Während die Erlanger Ärztin seit 1991 engstens mit der Partnerstadt verbunden ist und dort einen riesigen Freundeskreis hat, besuchte die promovierte Rechtsanwältin aus Bonn Wladimir ersten Mal, freilich auf den Spuren ihrer bereits verstorbenen Mutter, die den Goldenen Ring einst bereist hatte. Machen wir nun aber den Rückblick auf den Besuch mit Anastasia Filimonowa, die ebenso wie Gabriele Erkelenz, einen kleinen Bericht an die Blog-Redaktion schickte.

Anastasia Filimonowa, Gabriele Erkelenz, Ute Schirmer und Galina Postnikowa im Mariä-Schutz-Nonnenkloster, Susdal

Vom 2. bis 7. Juni besuchte Ute Schirmer uns zusammen mit ihrer Schulfreundin Gabriele Erkelenz aus Bonn. Die beiden hatten ein pralles Programm, trafen die Familien russischer Freunde aller Generationen. Frau Schirmer kommt nicht einfach müßig zu uns. All ihre Reisen hatten immer einen wohltätigen oder spirituellen Anspruch.

Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz im Kreis der Familie Filimonow

Das war auch dieses Mal nicht anders. So brachte sie Aufnahmen ihres Mannes aus Erlangen mit, mit denen sie an einem Abend im Erlangen-Haus ihre ausführliche und interessante Schilderung unserer Partnerstadt bebilderte.

Ute Schirmer

Der zweite Teil der Veranstaltung war dem Schaffen des Wladimirer Dichters Stanislaw Katkow gewidmet, dessen Gedichte erfüllt sind von Freude, Schönheit und Zartheit, obwohl er im Pflegeheim lebt, wo die beiden Freundinnen ihn später auch noch besuchten.

Blick ins Publikum im Erlangen-Haus

Frau Schirmer rezitierte seine Gedichte in ihrer eigenen Übersetzung. Zu dem Abend hatte sie Freunde eingeladen, mit denen sie schon seit vielen Jahren eine enge Verbindung pflegt.

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa bei der Lesung im Erlangen-Haus

Dann war da noch der Besuch in der Schmiede, wo die Handwerkstraditionen der Familie Borodin am Leben erhalten werden. Alles wird hier nach überlieferter Art gemacht, etwas, das man kaum noch so antrifft. Wir hatten sogar die Gelegenheit gezeigt zu bekommen, wie wir unseren eigenen Nagel schmieden können. Diese ungewohnte Betätigung machte unseren Damen richtig Spaß.

Ute Schirmer in der Kunstschmiede

Natürlich durfte bei dem Besuch auch Susdal nicht fehlen. Wir konnten auf den Glockenturm des Erlöser-Euphemius-Klosters, erbaut Anfang des 16. Jahrhunderts. Vor unseren Augen brachte der Glöckner 16 Glocken zum Klingen. Später erlaubte er es auch uns, es als Glöckner zu versuchen. Der Aufstieg war mühsam. Es führt eine Wendeltreppe nach oben, die in alten Zeiten auch eine Wehrfunktion hatte. Im Fall einer Verschwörung konnte jemand da oben in der vorteilhaften Position eine große Zahl von Angreifern abwehren. Derartige Treppen erlauben es dem Angreifer nicht, sich zur vollen Größe aufzurichten. In seiner Rüstung und mit dem Schwert in der Hand ist der Krieger gezwungen, sich langsam und seitwärts nach oben zu bewegen, wobei er die Waffe gar nicht erheben kann. Somit ist er schutzlos den Schlägen von oben ausgeliefert. Zu zweit kommt man gar nicht hoch.

Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz

Leider verging die Zeit in Wladimir mit unseren Freundinnen viel zu schnell. Und jetzt überkommt mich eine ganze Welle farbenfroher Erinnerungen. Wir hoffen auf neue Begegnungen!

Anastasia Filimonowa

 

Zwischenmeldung: Der Freundeskreis ist derart groß, daß Ute Schirmer manche ihrer Bekannten erst im Nachhinein wiedererkennt, wenn sie sich nicht selbst zu erkennen geben. Da ist beispielsweise der Fahrer, Jewgenij Tschilimonow, den sie bereits 1991 traf und auf dessen Heirat sie später zu Gast war. Aber so eine Reise offenbart auch unbekannte Seiten der eigenen Freundin, wenn etwa bei dem Treffen mit Damen von Soroptimist International Gabriele Erkelenz plötzlich zu erkennen gibt, dem gleichen Serviceklub anzugehören. Aber bleiben wir noch kurz bei den russischen Freunden, zu denen die Familien der Musiker Alexander und Dmitrij Tichonow gehören, wo Ute Schirmer spät abends noch Flötenunterricht gab und nach Auskunft der Gastgeber so anrührend sang, daß niemand mehr zu Bett gehen wollte.

Galina Postnikowa, Anastasia Filimonowa, Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz in Susdal

Es ist eine besondere Reise, wenn man mit Ute Schirmer nach Wladimir fährt und dort im Erlangen-Haus wohnt. Dank Ihrer vielen Freunde und der russischen Gastfreundschaft habe ich viele Menschen kennengelernt und einen kleinen Einblick in das russische Leben gewinnen können.

Abschied und Willkommen für Ute Schirmer im Erlangen-Haus

Das Erlangen-Haus ist ein Schmuckkästchen; die Partnerstädte dürfen stolz auf ihr großartiges Werk sein. Aus einer unbewohnbaren Ruine ist ein bildschönes, repräsentatives Gebäude geworden, behaglich zum Wohnen und zweckmäßig für Kurse und Verwaltung. Das dort beschäftigte russische Team ist liebenswürdig und sympathisch, hilfsbereit und kompetent.

Auf einem Empfang, den Ute Schirmer für ihre Freunde im Erlangen-Haus gab, präsentierte sie Gedichte des russisches Dichters Stanislaw Katkow, der gelähmt in einem Heim für neurologisch Kranke lebt. Zunächst las eine russische Deutschlehrerin den russischen Text sehr ausdruckstark vor, danach Ute Schirmer ihre hervorragende deutsche Übersetzung. Naturbetrachtungen und tiefsinnige Gedanken haben alle sehr beeindruckt.

Ute Schirmer und Stanislaw Katkow, 2013

Tags darauf besuchten wir zusammen mit Ute Schirmers Freundin, Tatjana Oserowa, Stanislaw Katkow  in dem Heim. Begleitet von der liebenswürdigen Leiterin des Hauses, Irina Morosowa, und einer Schwester, wurden wir zu Stanislaw Katkow geführt, der uns im Rollstuhl sitzend empfing. Er war überglücklich, als ihm Tatjana Oserowa in lebhafter Weise von der Präsentation seiner Gedichte im Erlangen-Haus erzählte.

Tamara Neiswestnaja und Ute Schirmer

Bei verschiedenen Einladungen habe ich verschiedene Wohnungen kennengelernt, von einfach bis wohlsituiert; gleich war überall eine wunderbare Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit. Ich hatte den Eindruck, die Freundschaft und die guten Kontakte zu Erlangen liegen allen sehr am Herzen.

Gabriele Erkelenz

Die Bilder sind übrigens von Wladimir Fedin mit Ausnahme des Photos von der Hausmusik, das Dmitrij Tichonow machte. Einen kleinen Videofilm vom Glockenspiel gibt es hier zu sehen: https://is.gd/QMJoBu (bitte auf das Symbol VID_ klicken).

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Des Rauhreifs Gemälde / ließ all die Bäume lichtblau werden. / Blau geworden ist auch die Brücke über den Bach, / als wenn aus Eis sie wäre. / Hin zu den Bachufern neigt sich das Blau. / Und ringsumher, wohin man auch schaut – / Blau nah und in der Ferne. / Die Erklärung dafür ganz einfach: / Ein eisiger Wintertag. / Ausgebreitet überall das Blau des Himmels. / Laß uns hineingehen, ein paar Schritte nur, / in das Reich der Bläue. / Erfreuen wir uns doch, mein Freund, / an dieser zauberhaften Schönheit! / Wahrnehmen werden wir das Knistern des Rauhreifs, / und einatmen dürfen wir die reine Luft. / Von der Frische des Waldes ein wenig / nehmen nach Hause wir mit. / Noch lange im Gedächtnis wird uns sein / des blauen Zaubers Reich. (Stanislaw Katkow / Ute Schirmer)

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa

Im September 2013 wurde Ute Schirmer mit  dem „Ehrenbrief für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften“ ausgezeichnet, kein Grund, für die Ärztin, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil, sie bleibt weiterhin unermüdlich aktiv im Austausch mit Wladimir und besuchte nun vom vergangenen Samstag bis heute die Partnerstadt erneut. Natürlich wieder mit einer selbstgestellten Aufgabe.

Tatjana Kirssanowa

Im Erlangen-Haus lud Ute Schirmer zu einem Poesie-Abend ein, wo sie ihre Übersetzungen des Wladimirer Lyrikers Stanislaw Katkow vortrug und sich mit alten und neuen Freunden traf. Aber auch eine Deutschstunde gab sie mit einem Vortrag über ihre Heimatstadt Erlangen.

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa

Die Redaktion dankt Wladimir Fedin für die Bilder und kann nun nur hoffen, bald einen ausführlichen Bericht von der Reisenden zu erhalten. Einstweilen sei auf diesen Eintrag verwiesen: https://is.gd/4LJWU8

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Auf den 22. Juni ist das Gedicht datiert, das Stanislaw Katkow Bürgermeisterin Elisabeth Preuß am 75. Jahrestag des Überfalls der Wehrmacht auf die UdSSR überreichte. Der von Kindheit an gelähmte und zunehmend auch sprechbehinderte Autor, der bereits auf ein gutes Dutzend Lyrikbände zurückblicken kann, wurde zwar erst zwei Jahre nach Beginn des unerklärten Vernichtungskrieges geboren, aber die Folgen jenes Feldzugs der verbrannten Erde bekam natürlich auch er zu spüren. Und hätte das „Unternehmen Barbarossa“ – horribile dictu – sein Ziel der Versklavung aller Völker des Ostens erreicht, wäre der kranke Junge aus Saransk in Mordwinien nicht mit zehn Jahren in ein Heim gekommen, sondern die Herrenmenschen hätten ihn als „lebensunwert“ selektiert und eliminiert. Dessen sollte man sich bewußt sein, wenn man die Verse des Stanislaw Katkow liest, die der Dichter – durchaus im Kontext der neuen Spannungen zwischen Ost und West – Erlangen und Wladimir und einer Freundschaft widmet, an der er selbst seit zwei Jahrzehnten auf seine poetische Weise voll Lebensmut und Schaffenslust mitwirkt.

Sinaida Gagulajewa, Irina Morosowa, Stanislaw Katkow und Irina Platowa, der die Reinschrift der Verse zu verdanken ist

Sinaida Gagulajewa, Irina Morosowa, Stanislaw Katkow und Irina Platowa, der die Reinschrift der Verse zu verdanken ist

***

Wir hielten Freundschaft viele Jahre,

und allem Schlimmen ungeachtet

Wladimir-Erlangen stets machte,

was nötig, um sie zu bewahren.

 

So möge es für immer bleiben,

damit das Unheil uns verschone,

Wladimir-Erlangen sich lohne,

was immer auch die andern treiben.

Stanislaw Katkow, Übersetzung: Peter Steger

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Als im Morgengrauen des 22. Juni 1941 die deutsche Wehrmacht die UdSSR überfiel, begann ein fürchterlicher, barbarischer Vernichtungskrieg. Die Zahl der sowjetischen Opfer, Zivilisten und Soldaten geht in die Millionen, ist unvorstellbar.

Elisabeth Preuß, Jürgen Zeus, Herbert Lerche, Herbert Mainka, Kristina Kapsjonkowa und Manfred Kirscher

Elisabeth Preuß, Jürgen Zeus, Herbert Lerche, Herbert Mainka, Kristina Kapsjonkowa und Manfred Kirscher

Jeder einzelne, jede einzelne dieser Millionen steht für einen Sohn, eine Tochter, einen Vater, eine Mutter, für Bruder oder Schwester.

Jugendgruppe auf dem Platz des Sieges

Jugendgruppe auf dem Platz des Sieges

Jeder einzelne steht für zerstörte Träume, zerstörte Häuser und Dörfer, für hingerichtete, ermordete, gemarterte Menschen.

Ehrenwache

Ehrenwache

Jeder einzelne ist einer zuviel, jeder einzelne symbolisiert: So etwas darf nie wieder geschehen.

Elissabeth Preuß, Olga Dejewa, Jürgen Zeus und Herbert Lerche

Elissabeth Preuß, Olga Dejewa, Jürgen Zeus und Herbert Lerche

Das Wissen um die unvorstellbaren Opfer, um das unvorstellbare Leid darf niemals vergehen. Und so, wie die Holländer jedes Jahr des Befreiungstages am 5. Mai 1945 gedenken, so wie die Franzosen am 11. November des Waffenstillstandes von Compiègne gedenken, so wichtig ist es, gerade auch an den Tag des Überfalls auf die Sowjetunion jedes Jahr die Menschen wieder daran zu erinnern, ihnen vor Augen zu führen, welch Grauen Krieg verursacht.

Andrej Schochin und Elisabeth Preuß

Andrej Schochin und Elisabeth Preuß

Auch wenn die heute lebenden Deutschen als Nachkommen der einstigen Feinde keine persönliche Verantwortung tragen, bleibt es unsere Aufgabe, das Wissen um die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges wach zu halten.

Nikolaj Schtschelkonogow

Nikolaj Schtschelkonogow

Für uns Deutsche ist es zusätzlich ein mahnendes Gedenken, niemals zu vergessen: Beide Weltkriege des 20. Jahrhunderts wurden von Deutschland verursacht.

Juni 10

Daher ist es eine besondere Ehre und keineswegs selbstverständlich, an diesem Morgen in Wladimir als deutsche Bürgermeisterin an diesem Ort zu stehen und zu Ihnen sprechen zu dürfen. Ich setze damit die gute Tradition der Versöhnung unserer Städte fort, denn genau vor 25 Jahren nahm an dieser Gedenkzeremonie die erste Veteranendelegation aus Erlangen teil, und vor fünf Jahren durfte ich mich hier schon einmal zusammen mit einem der ersten deutschen Kriegsgefangenen in Wladimir zu Ihnen wenden. Heute ist unter uns der Sohn eines einstigen Wehrmachtssoldaten, der nach seiner Gefangenschaft in Wladimirer Lagern wohlbehalten in die Heimat zurückkehren konnte, Mitglied meiner Delegation ist aber auch der Sohn eines jener Veteranen, die vor einem Vierteljahrhundert im Geist der Versöhnung hierher kamen.

Wassilij Nikitenko, Nikolaj Schtschelkonogow und Elisabeth Preuß

Wassilij Nikitenko, Nikolaj Schtschelkonogow und Elisabeth Preuß

Ich danke für das Vertrauen und verstehe Ihre ausgetreckte Hand als Verpflichtung, im Rahmen unserer Städtepartnerschaft der Friedensarbeit in Gegenwart und Zukunft hohe Bedeutung zu geben und auch den kommenden Generationen zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, den Blick weiterhin zurück auf den Beginn dieses Vernichtungskrieges gegen die Völker der Sowjetunion gerichtet zu halten.

Olga Dejewa und Elisabeth Preuß beim Friedens-Rad-Corso durch Wladimir

Olga Dejewa und Elisabeth Preuß beim Friedens-Rad-Corso durch Wladimir

Ich verneige mich gemeinsam mit unserer Delegation und im Namen der ganzen Bürgerschaft Erlangens vor den Opfern, ganz besonders vor denen aus der Region Wladimir, der wir heute so freundschaftlich verbunden sind.

Elisabeth Preuß auf dem Kathedralenplatz

Elisabeth Preuß auf dem Kathedralenplatz

Diese Rede hatte Elisabeth Preuß ursprünglich bei der Gedenkzeremonie zum gestrigen 75. Jahrestag des Überfalls der Wehrmacht auf die Sowjetunion um 4.00 Uhr halten sollen, doch dann wurde kurzfristig aus organisatorischen Gründen umdisponiert – nicht einmal Oberbürgermeisterin Olga Dejewa oder Oberstadtdirektor Andrej Schochin ergriffen das Wort -, und Erlangens Bürgermeisterin legte nur, wie alle anderen, Blumen an der Ewigen Flamme nieder. Ihre Ansprache wurde dann aber in den Medien zitiert, und den ganzen Tag über hatte Elisabeth Preuß Interviews zu geben, die über alle Sender liefen.

Elisabeth Preuß auf dem Ehrenfriedhof

Elisabeth Preuß auf dem Ehrenfriedhof

Begonnen hatte der Tag im Morgengrauen mit so vielen ausgestreckten Händen auf dem Platz des Sieges zu jener Stunde, als der unerklärte Krieg des Dritten Reichs gegen die UdSSR seinen schrecklichen Anfang nahm, mit all den Jugendlichen, mit jenen ebenso versöhnlichen wie warnenden Worten des Weltkriegsveteranen Nikolaj Schtschelkonogow zum einen in Richtung der Gäste aus Erlangen, mit denen er seit 25 Jahren Freundschaft hält, zum andern aber an jene gewandt, die heute schon wieder in TV-Debatten schlankerhand die Mütze hochwerfen und vom Krieg schwadronieren, ohne überhaupt eine Ahnung davon zu haben, was zu kämpfen tatsächlich bedeutet. Da sollte man, so der einstige Rotarmist, sich doch besser für einen friedlichen Himmel über unser aller Köpfe einsetzen.

Ewige Flamme auf dem Ehrenfriedhof

Ewige Flamme auf dem Ehrenfriedhof

Mit einem beeindruckend großen Fahrradkorso ging es darauf zum Ehrenfriedhof, wo mehr als 1.500 Gefallene aus Stadt und Region Wladimir beigesetzt sind. Ein stiller Ort der Besinnung mit all den vielen Namen, Geburtsjahren und Sterbedaten von Männern, die ihre Familien nie mehr wiedersehen sollten, die selbst nie eine Familie hatten gründen können. All die ungelebten Tage, Wochen, Monate, Jahre.

Elisabeth Preuß im stillen Gedenken der Opfer

Elisabeth Preuß im stillen Gedenken der Opfer

Aber es war ja auch die Rede von der ausgestreckten Hand. Und die ergreift an diesem Tag Elisabeth oft und gern. Ungeplant wie die von Ansor Saralidse, dem Rektor der Wladimirer Universität, der bald einmal wieder nach Erlangen kommen möchte – sein letzter Besuch liegt schon acht Jahre zurück -, um die Zusammenarbeit mit der FAU weiter voranzubringen.

Ansor Saralidze und Elisabeth Preuß

Ansor Saralidze und Elisabeth Preuß

Oder geplant wie die von Wjatscheslaw Kartuchin, dem Leiter der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, der sein Institut als Begegnungsstätte für Intellektuelle und als Plattform für Treffen von Politik und Wissenschaft begreift, vor allem aber auch die Verbindung zu Erlangen weiter ausbauen möchte.

Elisabeth Preuß und Peter Steger

Elisabeth Preuß und Peter Steger

Dazu gehören dann auch Vorträge wie der von Elisabeth Preuß über soziale Fragen und die kommunale Antwort darauf – mit einer anschließenden Diskussion, für man noch viel mehr Zeit hätte ansetzen müssen. Sicher ein gelungener Einstieg in eine lose Reihe ähnlicher Referate aus Erlangen an dieser Wladimirer Akademie.

Michail Mojsejantschik und Elisabeth Preuß

Michail Mojsejantschik und Elisabeth Preuß

Und dann wieder diese unvermuteten Treffen mit Menschen, die eine schon eine enge Verbindung zu Erlangen haben, wie Michail Mojsejantschik, der als Blogger aufmerksam das Leben in seiner Stadt verfolgt und auch wladimirpeter so manche willkommene Vorlage bietet, der aber auch bei zwei Besuchen in der Partnerstadt Erfahrungen im Austausch mit dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen hat sammeln können.

Elisabeth Preuß und Wjatscheslaw Kartuchin

Elisabeth Preuß und Wjatscheslaw Kartuchin

Schließlich das Angebot von Wjatscheslaw Kartuchin, seine Akademie als Forum für ein noch weiter zu konkretisierendes Dialogformat der Partnerstädte zur Verfügung zu stellen, wo all die Fragen der jüngsten Entfremdung zwischen Ost und West offen diskutiert werden sollen, wo man, wie es Elisabeth Preuß formuliert, „die andere Meinung gelten lassen kann und nicht unbedingt immer mit einer einheitlichen Sicht auf die Dinge das Treffen beendet.“

An der Friedenseiche

An der Friedenseiche

Einheit herrscht allerdings am frühen Nachmittag um die Friedenseiche, die vor fünf Jahren im Beisein von Elisabeth Preuß und Wolfgang Morell, dem Erlanger Weltkriegsveteranen, der 1942 als Gefangener in einem Wladimirer Hopital gesundgepflegt wurde. Einheit darin, daß die Russen und Deutschen niemand und nichts auseinander werde bringen können, anrührend in ein Gedicht gefaßt und vorgetragen von der kleinen Xenia. Eine überwältigende Geste von Russen den deutschen Gäste gegenüber gerade an diesem Tag, dem „Tag des Gedenkens und der Trauer“, wie der 22. Juni genannt wird.

Juni 25

Einheit herrscht auch im Text des Gedenksteins, unter dem eine Kapsel eingelassen ist, in der die Veteranen künftigen Generationen ihr Vermächtnis des Friedens hinterlassen.

Elisabeth Preuß an der Friedenseiche

Elisabeth Preuß an der Friedenseiche

Die gesamte Anlage übrigens ist aus Spenden der Veteranen finanziert – und mit etwas Hilfe aus Erlangen. Entstanden ist dank der pflegenden Hand einer Gruppe von Ehrenamtlichen unter Leitung von Wjatscheslaw Gadalow ein Ort der Besinnung und Einkehr, ohne jeden heroischen Gestus, in unmittelbarer Nähe zum Platz des Sieges mit all seiner monumentalen Prägung.

Peter Steger und Elisabeth Preuß, vereint mit den Veteranen

Peter Steger und Elisabeth Preuß, vereint mit den Veteranen

Viel länger dauern denn auch die Gespräche mit den Veteranen, als vorgesehen, dennoch immer mit dem Gefühl, es sei noch längst nicht alles gesagt und gefragt. Etwa danach, woher diese Menschen die Kraft zur Vergebnung nehmen, wie sie die Verbrechen der Vergangenheit heute nicht mehr aufrechnen, sondern den inneren Frieden mit sich und den einstigen Feinden gefunden, in sich den Krieg besiegt haben.

Elisabeth Preuß mit der Hüterinnen der Friedenseiche und Wjatscheslaw Gadalow

Elisabeth Preuß mit der Hüterinnen der Friedenseiche und Wjatscheslaw Gadalow

Ein ähnliches Refugium der Stille findet man im Städtischen Altenheim mit angeschlossener Einrichtung zur Pflege von Menschen mit psychoneurologischen Erkrankungen, wo zwei Frauen aus Erlangen, Ruth Sych und Ute Schirmer, seit zwei Jahrzehnten in aller Munde sind. Besonders gilt das für Stanislaw Katkow, der, seit seiner Kindheit schwerbehindert und seit mehr als fünf Jahrzehnten hier zu Hause, mit unglaublicher Lebensfreude Gedichte schreibt, darunter eines über die Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir und deren Bedeutung für ihn selbst.

Stanislaw Katkow mit seinen Pflegerinnen und Olga Dugina sowie Elisabeth Preuß

Stanislaw Katkow mit seinen Pflegerinnen und Olga Dugina sowie Elisabeth Preuß

Sicher nur möglich dank der hingebungsvollen Aufmerksamkeit, die der Hobbydichter seitens des Personals erfährt. Und das würde gerne auch einmal sehen, wie vergleichbare Einrichtungen in Erlangen strukturiert sind, wie man dort arbeitet, welche Ausbildung notwendig ist. So bahnt sich auch in dem Bereich ein neuer Austausch an.

Zu Gast beim Euro-Klub

Zu Gast beim Euro-Klub

Da ist sie dann wieder, die zum Austausch ausgestreckte Hand, die man zwischen Erlangen und Wladimir immer gerne ergreift. Natürlich auch beim Besuch in den Räumen des Euro-Klubs, der seit Jahren via Erlangen eng mit Jena kooperiert und seine Jugendgruppen – der Name ist Programm – durch ganz Europa schickt, um Möglichkeiten zu schaffen, einander über die Grenzen hinweg kennenzulernen. Mit kulturellen Programmen, mit Praktika, mit Projektarbeit zu Umwelt oder Frieden…

Nikolaj Tschebanow und Manfred Kirscher

Nikolaj Tschebanow und Manfred Kirscher

Frieden, das Wort mit dem an diesem Tag so besonderen Klang, ist dann auch das Thema, das Manfred Kirscher mit Nikolaj Tschebanow verbindet und den Vertreter des Erlanger Bündnisses für den Frieden und Stifter der Versöhnung mit Cumiana ebenso bewegt wie den Gründer und Vorsitzenden des Vereins „Haus des Friedens“, der als Organisation, bis in die 60er Jahre der Sowjetzeit zurückreicht und vor allem die Völkerfreundschaft pflegt. Gesucht und gefunden haben sich die beiden Friedenskämpfer an diesem Tag und, im Geist der Rede von Elisabeth Preuß gleich zugesagt, einen regen Kontakt aufzunehmen, denn, wie Manfred Kirscher meint: „Die Entfernung ist so weit nicht, und zur Überwindung der sprachlichen Barrieren finden wir auch Hilfe.“

Jürgen Zeus und Fjodor Lawrow

Jürgen Zeus und Fjodor Lawrow

Zwischen den Rotariern der Partnerstädte besteht der Kontakt hingegen schon seit Ende der 90er Jahre, und man darf gewiß sein: Von jetzt an werden die Verbindungen noch weit intensiver, spätestens dann, wenn die gemeinsamen Austauschprojekte in den Bereichen Medizin, Wissenschaft und Tourismus ab Herbst anlaufen. Die beiden nächsten Fachärztinnen für Kinderheilkunde und Intensivmedizin stehen jedenfalls schon für eine Hospitation bereit. Alles nur noch eine Frage der Zeit und Organisation.

Zu Gast bei Rotary Wladimir

Zu Gast bei Rotary Wladimir

Nachtrag: Keine Begegnung an diesem Tag, wo die Gastgeber nicht die besonders innige Verbindung zu Erlangen zum Ausdruck gebracht hätten, kein Gespräch, in dem nicht das aufrichtige Bestreben zu spüren gewesen wäre, die Deutschen zu verstehen und mit ihnen vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Hände über Hände, die ausgestreckt sind. Wir müssen sie nur ergreifen und können so auf bürgerschaftlicher Ebene jenes Miteinander schaffen, das der großen Politik derzeit so gar nicht gelingen mag. Ein ergreifendes Wunder am 22. Juni 2016, über das man sich auch im 33. Jahr der Städtepartnerschaft nur staunend und dankbar freuen kann.

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Des Rauhreifs Gemälde / ließ all die Bäume lichtblau werden. / Blau geworden ist auch die Brücke über den Bach, / als wenn aus Eis sie wäre. / Hin zu den Bachufern neigt sich das Blau. / Und ringsumher, wohin man auch schaut – / Blau nah und in der Ferne. / Die Erklärung dafür ganz einfach: / Ein eisiger Wintertag. / Ausgebreitet überall das Blau des Himmels. / Laß uns hineingehen, ein paar Schritte nur, / in das Reich der Bläue. / Erfreuen wir uns doch, mein Freund, / an dieser zauberhaften Schönheit! / Wahrnehmen werden wir das Knistern des Rauhreifs, / und einatmen dürfen wir die reine Luft. / Von der Frische des Waldes ein wenig / nehmen nach Hause wir mit. / Noch lange im Gedächtnis wird uns sein / des blauen Zaubers Reich. (Stanislaw Katkow / Ute Schirmer)

Katkow 1

Ute Schirmer und Stanislaw Katkow. Photo: Wladimir Filimonow

Heute feiert Stanislaw Katkow im Alters- und Pflegeheim Wladimir seinen 70. Geburtstag. Zu dem Anlaß hat Ute Schirmer, die den Dichter seit mehr als 20 Jahren kennt, eines seiner Gedichte übersetzt.Nicht das erste, denn beim dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläum hat die promovierte Medizinerin bereits einen ganzen Band ihrer Lyrikübertragungen vorgestellt und dem Autor überreicht. Was diese Wertschätzung für den Poeten bedeutet, bringt er – wie auch anders! – in Versen zum Ausdruck, ins Deutsche übertragen von Peter Steger. Der Blog wünscht dem Jubilar, besonders im Namen von Ruth Sych und Ute Schirmer, weiterhin viel Schaffenskraft und Lebensfreude, mit deren Hilfe er die Beschwernisse seines Alltags so leicht erscheinen läßt und denen er viele Freunde hier wie dort verdankt.

Ute Schirmer, Natalia Oserowa, Stanislaw Katkow, Peter Steger

Ute Schirmer, Natalia Oserowa, Stanislaw Katkow, Peter Steger. Photo: Wladimir Filimonow

Wladimir und Erlangen / sind Freunde Jahr und Tag. / Auch mir ist nicht entgangen, / was Freundschaft so vermag. // Dank einer lieben Dame / aus Deutschland, nicht von hier, / ist dort bekannt mein Name / und manch Gedicht von mir. // Als ich dann endlich hörte / auf Deutsch der Verse Klang, / war mir, glaubt’s nur, ich schwör es, / als hörte ich Gesang. // Für mich war das nicht ohne, / mein Herz ward freudig weit! / Denn dort, wo ich sonst wohne, / steht still zumeist die Zeit. // Daß ihr tatsächlich hier wart, / bleibt mir als Glücksmoment. / Ich danke Ute Schirmer / und sage: Kompliment! (Stanislaw Katkow / Peter Steger)

Stanislaw Katkow mit zwei befreundeten Künstlerinnen und dem Ehepaar Filimonow und dem Blumengeschenk aus Erlangen

Stanislaw Katkow mit zwei befreundeten Künstlerinnen und dem Ehepaar Filimonow und dem Blumengeschenk aus Erlangen

Mehr zu Stanislaw Katkow unter: http://is.gd/R3xxg6

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