Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Städtepartnerschaft Rothenburg – Susdal’


Die erste Amtsperiode des Stadtdirektors von Susdal ist abgelaufen. Zeit, nach vier Jahren jemanden für die Nachfolge zu bestimmen – oder den bisherigen Citymanager zu bestätigen. Bei nur drei Gegenstimmen entschied sich nun vorgestern der Stadtrat mehrheitlich (zwölf der 15 Mitglieder des Gremiums waren anwesend) für die Vertragsverlängerung mit Sergej Sacharow. Damit setzte sich der ehemalige Oberbürgermeister von Wladimir – vom März 2011 bis September 2015 und zuvor zehn Jahre lang als Abgeordneter der Regionalduma tätig – gegen eine Herausforderin und einen weiteren Gegenkandidaten durch. Grund genug, sich auch in Rothenburg o.d.T., Susdals Partnerstadt, auf die nächsten vier Jahre der Zusammenarbeit zu freuen.

Sergej Sacharow im Stadtrat von Susdal

Die größte Herausforderung für Sergej Sacharow dürfte nun die Vorbereitung auf das 2024 anstehende tausendjährige Stadtjubiläum darstellen, das Susdal landesweit und durchaus auch international große Aufmerksam verspricht. Dem Blog bleibt, herzlich zu gratulieren und gutes Gelingen zu wünschen.

Read Full Post »


Stimmt, ein Rothenburg-Haus gibt es in Susdal (noch) nicht, doch dafür verfügt der Partnerschaftsverein in Rothenburg o.d.T. seit etwa acht Jahren über ein eigenes Domizil mit Büro, Küche, Mehrzweckraum und einer kleinen Wohnung, von wo aus sich ein unverstellter Blick auf den vielleicht schönsten Marktplatz Deutschlands eröffnet. Eine richtige Hausmacht der Partnerschaften, mietfrei überlassen von der Stadtverwaltung!

Amalia Dobronrawowa, Alissa Uschakowa und Erwin Bauer

Hier, in dieser Idylle, startete Erwin Bauer, der designierte Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, der die Austauschaktivitäten mit Susdal koordiniert, mit einigem Vorlauf ein mit Erlangen abgestimmtes Projekt, das noch viel Erfolg verspricht: Hospitationen in Gastronomie und Hotellerie. Den Anfang machten Amalia Dobronrawowa und Alissa Uschakowa, die seit Anfang Juli und noch bis Mitte September die Praxis des Fremdenverkehrs im Service und in der Küche kennenlernen. Zur vollen Zufriedenheit aller. Man mag die beiden Studentinnen noch so peinlich verhören, sie antworten doch auf jede Frage nach ihren Eindrücken und Erfahrungen immer wieder mit einem frohen Lächeln und versichern: „Alles gut in Rothenburg.“ Aber auch Erwin Bauer ist voll des Lobes.

Eine gelungene Premiere also für dieses Projekt, das Potential zum Ausbau zeigt. Gerne würde man in Rothenburg weiteren Nachwuchskräften vom Institut für Tourismus und von der Universität Wladimir diese Gelegenheit zur Hospitation geben, gern auch in so einer Kombination wie bei diesem Auftakt. Alissa Uschakowa, die ihr Deutsch am Erlangen-Haus lernte und vor zwei Jahren bereits einmal im Landhotel und Gasthaus Polster eingesetzt war, verfügt über Austauscherfahrung, während Amalia Dobronrawowa zum ersten Mal Deutschland besucht. Wie man jetzt aber mutmaßen darf, auch nicht zum letzten Mal.

Siehe auch: https://is.gd/m7Hpfs

Read Full Post »


Erstes Schachspiel zwischen Rothenburg und seiner russischen Partnerstadt Susdal

Wie kann man eine Städtepartnerschaft weiterentwickeln? Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen zwei Ländern? Diese Fragen stellte sich auch der Städtepartnerschaftsverein in Rothenburg. Hierauf Antworten zu geben, gehört immerhin zu seinen originären Aufgaben. Schach ist sowohl in Deutschland als auch in Rußland weit verbreitet. Mit Aljochin, Botwinnik, Smyslow, Spasskij, Kasparow oder Karpow können die Russen sogar eine Reihe von Weltmeistern vorweisen. Dieses Denkspiel ist denn auch in den Partnerstädten Rothenburg und Susdal sehr bekannt. An der Kamenka wird dies auf hohem Niveau mehr privat gespielt, während es ob der Tauber einen eigenen Schachklub als Verein gibt. Dort nehmen immerhin vier Mannschaften am Liga-Spielbetrieb teil. Das erste Team macht in der Regionalliga, der vierthöchsten deutschen Klasse, seine Züge. Für Kinder ab sechs Jahren gibt es eine eigene Jugendgruppe, die von erfahrenen Mannschaftsspielern an dieses Brettspiel herangeführt wird.

Alexander Finoschkin und Erwin Bauer mit der Kamera in Susdal

Erwin Bauer, ein aktives Mitglied des Partnerschaftsvereins, hatte nun die Idee dieses sportliche Element verbindend zwischen beiden Städten einzusetzen. Es fanden sich auf der einen Seite schnell gute Freunde aus Susdal, die von dieser Idee begeistert waren, und auch der Rothenburger Schachklub unter der Leitung von Marko Köhl stimmte diesem Vorhaben sehr wohlwollend  zu. Die Umsetzung fand dann Ende Januar im Rahmen der Winterreise statt. Erwin Bauer organisierte in Susdal eine Skype-Verbindung, und in Rothenburg wartet Marko Köhl mit verschiedenen Mannschaftsspielern in ihrem Vereinslokal „Post“ auf den Anruf. Die Technik stand, und das Schachbrett in Susdal wurde via Internet nach Rothenburg live übertragen. Im ersten Spiel standen sich Alexander Finoschkin und der Vereinsvorsitzende, Marko Köhl (2. Mannschaft), gegenüber. Erwin Bauer spielte auf Zuruf von Rothenburg den deutschen Part auf dem russischen Brett. Es entwickelte sich eine spannende Partie, wo man merkte, daß beide Teilnehmer nicht das erste Mal spielten, sondern bereits weitreichende Erfahrung haben. Nach einer Stunde mußte sich der Rothenburger geschlagen geben und reichte dem Kontrahenten virtuell die Hand. In Susdal knallten die Sektkorken. Das Spiel fand in einem Privathaus statt, wo immerhin zwölf Schlachtenbummler anwesend waren. So wurde der erste Sieg für die Russen in diesem Vergleichskampf gefeiert.

Peter Diller und Marko Köhl in Rothenburg

Die Rothenburger sahen dies jedoch sportlich und wollten eine Revanche. Man schickte daraufhin einen Spieler aus der 1. Mannschaft, Peter Diller, ins Rennen. Nach fast zwei Stunden und zu sehr später Nachtzeit gestand dann Alexander Finoschkin seine Niederlage ein.

Für den Ideengeber kam ein ideales Ergebnis zustande, ein Remis. Somit waren alle zufrieden und es wurde wieder ein kleiner Baustein für die deutsch-russische Völkerverständigung gesetzt.

Erwin Bauer

Read Full Post »


Bei der Tagung zum Ausklang des „Deutsch-Russischen Jahrs der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“ am Freitag im Außenministerium zu Berlin gingen nicht nur, wie berichtet, Auszeichnungen an 30 Projekte der unterschiedlichsten Projekte der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, sondern es erschien auch eine Broschüre mit dem Titel „Städte, Regionen und Initiativen“ mit weiteren deutschen Bewerbungen anläßlich der Ausschreibung für herausragende Partnerschaftsarbeit. Wie dem Vorwort von Martin Hoffmann, geschäftsführender Vorstand des Deutsch-Russischen Forums, zu entnehmen, „entfaltet dieser Band vor den Lesern einen eindrucksvollen Teppich deutsch-russischer Partnerschaft, geknüpft mit den vielfältigen Qualitäten gesellschaftlicher Diplomatie unserer Länder. Er beinhaltet eine sehr konkrete Erfolgsgeschichte, die viel zu selten durch positive Meldungen, Artikel oder Filmberichte in den Medien gewürdigt wird.“ Wer, vor allem von den Ehrenamtlichen, wollte dem widersprechen!

Broschüre drf

Und so findet man in dieser, mit Zuschüssen des Auswärtigen Amtes geförderten Publikation bebilderte Kurzdarstellungen von Anträgen, die es kaum minder als die 30 ausgewählten verdient hätten, ausgezeichnet zu werden. Darunter auch der Jugendaustausch zwischen Erlangen und Wladimir unter Beteiligung des orthodoxen Erzbistums und der Universität, die Geschichte der deutsch-russischen Raumfahrt aus Sicht des Paares Höchstadt-Krasnogorsk, die deutsch-russische Gruppe der Eurowerkstatt Jena oder die alljährige Hilfsaktion des Partnerschaftsvereins in Rothenburg o.d.T. für Susdal. Ein wahres Kompendium von zivilgesellschaftlichen Kooperationen auch jenseits der offiziellen 105 Städtepartnerschaften, Brücken der Verständigung, von denen es gar nicht genug gibt – und deren es doch durchaus mehr gibt als man gemeinhin zu wissen glaubt. Ebenso ermutigend wie notwendig in Zeiten wie diesen.

Read Full Post »


Die „Goldene-Ring-Stadt“ Susdal und die „Romantische-Straße-Stadt“ Rothenburg ob der Tauber feierten ihr dreißigjähriges Partnerschaftsjubiläum. Der Partnerschaftsverein lud zu einer vorgeschalteten einwöchigen Reise nach Kasan und Nischnij Nowgorod ein. Daran nahmen 35 Personen teil. Am Donnerstag, den 9. August, trafen die Gruppe in Susdal mit der offiziellen Delegation aus Rothenburg zusammen. Mit dem Oberbürgermeister, den Stadträten, den Mitgliedern des Partnerschaftsvereines und den Gästen aus der französischen Partnerstadt Athis Mons kamen noch einmal 40 Personen dazu. Mit zusammen 75 Teilnehmern hatten wir eine stattliche Vertretung beisammen. Der Stadtdirektor von Susdal, Sergej Sacharow, wollte ein richtig großes Fest veranstalten und lud alle Partnerstädte von Susdal ebenfalls zu den Feierlichkeiten ein. Vertreter aus Tschechien, Italien, der Slowakei und aus dem Donbass waren deshalb auch vertreten. Vor allem mit den Gästen aus dieser politisch umstrittenen Region gab es interessante Gespräche und Live-Berichte von der sehr schwierigen Situation vor Ort.

Stadtdirektor Sergej Sacharow, Vorsitzender des Partnerschaftsvereines Kurt Förster, Dolmetscherin Anna Smirnowa und Oberbürgermeister Walter Hartl

Am Freitagnachmittag ging dann die große Festivität mit fast 300 Teilnehmern über die Bühne. Bei den offiziellen Reden standen vor allem die Begriffe „Partnerschaft und Freundschaft“ im Mittelpunkt. Alle zeigten sich stolz, nun bereits auf 30 Jahre enge Verbundenheit zurückblicken zu können. Anwesend waren sowohl der damalige Bürgermeister Markin auf Susdaler Seite als auch „Urgestein“ und Initiator auf Rothenburger Seite, Dekan Johannes Rau, der bei einer Sowjetunion-Reise 1984 den Stein zu der späteren Partnerschaft ins Rollen brachte.  Er ist heute stolze 86 Jahre alt.

Zweiter von rechts Dekan Johannes Rau, in der Mitte der bereits verstorbene, früherer Oberbürgermeister, Oskar Schubart, der damals den Partnerschaftsvertrag unterschrieb

Anschließend gab es von den aktiven Partnerschaftsvereinsmitgliedern einen bunten Strauß an lebendigen Erinnerungen aus den drei Jahrzehnten.  In den letzten beiden Jahren wurden zwei Ehen aus den Städten geschlossen, und es gibt eine schon langwährende Kinderpatenschaft von einem Rothenburger für „seine“ Susdaler Familie. Eine Reihe von musikalischen Beiträgen rundete das dreistündige Programm ab, zu dem die Rothenburger Hans-Sachs-Musikanten ihren Beitrag leisteten.

Hans-Sachs-Musikanten aus Rothenburg

Diese ganzen Feierlichkeiten wurden ja auch noch in das Stadtfest von Susdal eingebunden, welches von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch genießt. Manche Susdaler Bürger klagen schon über den gewaltigen Menschenansturm, der an diesem Samstag in ihre Stadt strömt. Die verschiedenen internationalen Delegationen wurden in den „Stadtumzug“ mit eingebunden. Alle Länder marschierten mit ihren Landesflaggen und von Blasmusik begleitet durch die Stadt. Eine große Zahl an Schaulustigen verfolgte dies am Straßenrand mit.

Rothenburg zeigt Flagge beim Umzug

Das herausragendste Ereignis dieses Stadtfestes war das „Quilt-Festival“. Dort trafen sich rund 1.000 Frauen für eine Woche aus zehn Ländern, u.a. Südkorea und Japan, um sich auszutauschen, wie man Kleidung selbst gestalten kann. Ob durch Stricken, Nähen, Weben oder mit anderen Techniken. Am Samstagnachmittag zeigten diese Kunsthandwerkerinnen eine atemberaubende Modenschau und ein wahres Feuerwerk aus Kreativität, Farbenvielfalt und Schnittkombinationen. Untermalt mit sehr unterhaltsamer Musik war dies die reien Freude für Augen und Ohren.

Das Mode-Ensemble aus Jakutien mit selbstgenähten Kleidern

Der Sonntag ließ sich dann etwas ruhiger an. Es sollte ja auch noch Zeit für „normale“ Begegnungen bleiben. So trafen sich noch einmal alle Stadtoberhäupter zu einem erstklassigen Gala-Dinner und vor allem viele russische und deutsche Freunde in den Familien. Dort wird weiterhin die Freundschaft zwischen den Menschen gelebt. Unzählige Male wurde auf „Druschba“ angestoßen.

Musikprogramm beim Stadtfest

Am Montag ging es mit zwei Bussen auf die ewiglange Fahrt zum Moskauer Flughafen. Auffällig an diesem Tag: Bei diesem Aeroflot-Flug stellte Rothenburg fast jeden zweiten Passagier.

Feuerwerk über Susdal

Es war eine rundherum sehr gelungene Geburtstagsfeier. Auch einige Reiseteilnehmer, die das erste Mal nach Susdal kamen, waren begeistert und schmiedeten neue Freundschaften. Die Rothenburger müssen sich einiges einfallen lassen, um beim Gegenbesuch Anfang September im Frankenland die russische Gastfreundschaft zu übertreffen.

Erwin Bauer

Read Full Post »


Einstimmig fiel die Wahl heute morgen im Rathaus von Susdal aus. Der gesamte Stadtrat votierte auf Vorschlag von Oberbürgermeister, Igor Kechter, für Sergej Sacharow als City-Manager. Für den einzigen Gegenkandidaten erhob niemand die Hand.

Schon in der letzten Woche war durchgesickert, daß sich Wladimirs ehemaliges Stadtoberhaupt für den Posten in Susdal beworben hatte. Mit, wie sich nun bestätigte, besten Aussichten bei seinen zehnjährigen Erfahrungen als Abgeordneter des Regionalparlaments und nach seiner erfolgreichen Arbeit als Oberbürgermeister von Erlangens Partnerstadt zwischen März 2011 und September 2015. Lange war gerätselt worden, was der 47jährige wohl mit seinen politischen Talenten beginnen werde, nachdem er sich in Wladimir nicht mehr zu Wahl gestellt hatte. Nun ist es also entschieden. Sicher eine gute Entscheidung, zu der man dem begeisterten Radfahrer und natürlich seiner neuen Wahlheimat nur gratulieren kann.

Florian Janik und Sergej Sacharow

Florian Janik und Sergej Sacharow

Das Amt übernimmt Sergej Sacharow, der Susdal unmittelbar nach der Wahl zu seiner neuen Heimatstadt erklärte, übrigens von Alexander Rasow, dem ehemaligen Wladimirer (sic!) Polizeichef, der nun Stadtdirektor der Kreisstadt Sobinka werden möchte. Auch wenn seinem Vorgänger viel Lob für dessen Arbeit ausgesprochen wird, will Sergej Sacharow doch neue Akzente setzen. So will er möglichst rasch ein Jugendamt einrichten, das es bisher in der Museumsstadt nicht gab, um etwas gegen den Wegzug der jungen Leute zu tun. Und dann ist da sein besonderes Element, auf das er schon in Wladimir großen Wert gelegt hatte: eine breite Bürgerbeteiligung an möglichst allen relevanten Entscheidungen.

Sergej Sacharow

Sergej Sacharow

Noch jemandem darf man zu der heutigen Wahl beglückwünschen: Rothenburg, die Partnerstadt von Susdal. Und auch in Erlangen freut man sich ungetrübt, denn Politiker aus Susdal kamen schon immer gern auch von der Tauber an die Regnitz. Das dürfte auch und gerade für Sergej Sacharow zutreffen.

Siehe auch: http://is.gd/6DMKRM

Read Full Post »


In welcher Stadt am besten und am günstigsten Urlaub machen? Das russische Tourismusportal http://www.trivago.ru beantwortet diese Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis mit seinem Best Value City Index für 100 Ziele weltweit. Ganz an der Spitze der Liste: Fenghuang, die vielleicht schönste Stadt Chinas, gefolgt von Mostar in Bosnien-Herzegowina und dem bulgarischen Weliko-Tyrnowo. Auf den Plätzen dann nur vier russische Städte, Kasan, Kaliningrad, Sankt Petersburg – und Susdal, das allerdings weit vorne, auf Rang 7, zu liegen kommt.

Susdal. Quelle: dom-sosna.ru

Susdal. Quelle: dom-sosna.ru

Eine Spitzen-Platzierung aus dem Stand heraus, denn im Vorjahr war die Museumsstadt bei Wladimir in dem Verzeichnis gar nicht vertreten. Einen deutschen Ort sucht man übrigens vergeblich in der Aufzählung. Nicht einmal Rothenburg o.d.T., Susdals fränkische Partnerstadt, taucht in dem Ranking auf. Aber das kann ja noch werden mit ein wenig Nachhilfe von den russischen Freunden, die wissen, wie das geht, von einem Jahr aufs andere. Chapeau!

 

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: