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Posts Tagged ‘Sprachlernzentrum Erlangen-Haus’


Gäste aus Wladimir ohne Dolmetscher auf Deutsch begrüßen zu können, passiert Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens nicht bei jedem Empfang. Aber eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus bringt natürlich ganz andere Voraussetzungen mit: das Sprachniveau A2 und eine zehnjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Gerhard Kreitz und Susanne Lender-Cassens

Am Donnerstag angekommen und auf die Gastfamilien verteilt, stand gestern zunächst einmal auf dem Programm, die gastgebende Volkshochschule kennenzulernen und zu erfahren, was in den kommenden zwei Wochen alles an Kursangeboten und Freizeitmöglichkeiten auf sie wartet. Stets begleitet und betreut vom Freundeskreis Wladimir und dessen Sprecher, Gerhard Kreitz.

Susanne Lender-Cassens und Heide Thies

Nach dem Wochenende in der Fränkischen Schweiz und bei landeskundlichen Exkursionen beginnt dann am Montag für die zwölf Gäste im Club International die Arbeit. Vormittags steht Deutsch auf dem Stundenplan, unterrichtet von Heide Thies und koordiniert von Reinhard Beer, dem Leiter der Sprachenabteilung an der VHS. Ein bewährtes Duo für Wladimir!

Die Gäste und ihre Gastgeber mit Reinhard Beer ganz rechts im Bild

Am Nachmittag und Abend geht es hinaus in das bunte deutsche Leben in und um Erlangen, wo es gilt, die Sprache zu sprechen, Sicherheit in der Praxis zu gewinnen.

Natalia Korssakowa, Dozentin am Erlangen-Haus und Leiterin der Gruppe, mit Susanne Lender-Cassens

Zum Abschiedsabend übernächste Woche hat sich die Bürgermeisterin übrigens schon angekündigt. Da will sie sich persönlich von den sprachlichen Fortschritten der Gäste überzeugen. Die Prüfungsergebnisse werden sicher im Blog nachzulesen sein, aber keine Sorge, ein Rigorosum dürfte das schon nicht werden.

Bilder: Nadja Steger

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Wer Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, tut gut daran, das Grüne Diplom des Goethe-Instituts zu erwerben. Eine durchaus anspruchsvolle Urkunde, die sich nur erwerben kann, wer schon ausgezeichnete Deutschkenntnisse (mind. Niveau C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen), ein abgeschlossenes Hochschulstudium Deutsch als Fremdsprache und/oder Germanistik inkl. fachdidaktischer Komponente sowie Lehrerfahrung im Bereich Deutsch als Fremdsprache nachweisen kann. Ein Leichtes freilich für die Dozentinnen am Sprachlernzentrum des Erlangen-Hauses, wo bereits Tatjana Kirssanowa und Natalia Dumnowa die vierstufige Ausbildung und den Abschluß geschafft haben.

Natalia Korssakowa vor dem Goethe-Institut Moskau

Seit kurzem gehört auch Natalia Korssakowa zum erlesenen Kreis der Grünen Diplomanden. Ein Erfolg, zu dem man ihr in Erlangen schon morgen gratulieren kann, wenn die Dozentin mit einer Gruppe von Teilnehmern an den Deutschkursen des Erlangen-Hauses für zwei Wochen an die Volkshochschule Erlangen kommt, wo jener Geist waltet, von dem ihr Nachbar von einst, Friedrich Rückert, sprach, dem ja kaum eine Sprache der Welt fremd war: „Mit jeder Sprache mehr, die du erlernst, befreist du einen bis dahin in dir gebundenen Geist.“

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Die seit September amtierende Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, kennt Elisabeth Preuß schon seit vier Jahren als die erfolgreiche Vorsitzende des Russischen Roten Kreuzes der Partnerstadt. Doch Wladimirs ebenfalls im September im Amt bestätigten Stadtdirektor, Andrej Schochin, hatte die Erlanger Bürgermeisterin noch nie vorher persönlich gesprochen, obwohl der schon zur 1000-Jahr-Feier als Stadtrat – per Pkw mit seinem damaligen Kollegen, dem späteren Oberbürgermeister, Sergej Sacharow – nach Franken gekommen war.

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Alina Wedechina, Oxana Jeraschowa, Andrej Schochin, Olga Dejewa, Elisabeth Preuß, Irina Chasowa und Wladislaw Poldjajew

Aber es gibt beim morgendlichen Empfang im Rathaus auch viele ganz neue Gesichter der Partnerschaft: Oxana Jeraschowa, die Referentin für Soziales, Alina Wedechina, die Leiterin des Kulturamtes, und Wladislaw Poldjajew, der persönliche Mitarbeiter der Oberbürgermeisterin mit recht guten Deutschkenntnissen. Nun gilt es, möglichst bald eine Gelegenheit für den Antrittsbesuch in Erlangen zu finden, denn – darin sind sich alle einig – die Zusammenarbeit soll weiter ausgebaut werden, gerade auch in politisch turbulenten Zeiten.

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Anna Makarowa, Elisabeth Preuß, Irina Chasowa und Anna Selichowa

Abschied gilt es allerdings zu nehmen von dem Team des Büros für Internationale Beziehungen, das Anna Makarowa über gut viereinhalb Jahre hinweg umsichtig und mit viel Geschick zu leiten verstand. Sie sucht nun mit ihrer Mitarbeiterin, Anna Selichowa, die zwei Jahrzehnte lang im Dienst der Völkerverständigung stand, eine neue Aufgabe, wobei beide hoffentlich dem Austausch mit Erlangen verbunden bleiben. Der Bereich Internationales wandert nun aber zuständigkeitshalber vom Stadtrat in die Verwaltung, genauer ins Kulturamt, wo die Partnerschaften zusammen mit dem Fremdenverkehr neu aufgestellt werden sollen. Auch wenn allem Anfang ein Zauber innewohnen mag, liegt doch Abschiedsschmerz in den Dankesworten von Elisabeth Preuß an Anna Makarowa und Anna Selichowa.

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Warten aufs Christkind

Doch dann folgen schon wieder die vielen Termine im Erlangen-Haus – von Universitätskontakten bis hin zum Ärzteaustausch -, die wieder einmal zeigen, welch große Eigendynamik die Partnerschaft entwickelt hat.

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Anna Klimowa (in der Mitte sitzend) mit ihrer Gruppe

Natürlich ganz besonders bei den Deutsch-Kursen mit aktuell 160 Teilnehmern. Und – man wiederholt es gerne – mit Bestnoten seitens des Goethe-Instituts Moskau: 94,4 von 100 möglichen Punkten erhielt das pädagogische Team des Erlangen-Hauses unlängst bei einer Prüfung!

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Da ist so ein Adventskalender mit dem Schönen Brunnen ein eher bescheidenes Geschenk. Aber der Gruppe von Anna Klimowa bereitet das erste Fensteröffnen nicht weniger Freude als deutschen Kindern in der Vorweihnachtszeit.

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Zumal seit gestern auch in Wladimir die Neujahrsbäume, wie man sie hierzulande nennt, in voller Pracht prangen. Russen und Deutsche sind einander eben viel zu nah, um sich entfremden zu lassen. Jedenfalls gilt das für Erlangen und Wladimir.

 

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Es ist wie eine Ankunft daheim, wenn man nach elfstündiger Reise in frostklarer Nacht im Erlangen-Haus anlangt. Wie Advent eben. Herzerwärmend, heimelig. schön.

Fensterschmuck im Erlangen-Haus

Fensterschmuck im Erlangen-Haus

In den nächsten drei Tagen wird hier wieder reges Kommen und Gehen herrschen, wenn die Gäste aus Erlangen alte Freunde treffen oder neue Kontakte knüpfen und die Deutschkurse noch einmal Anlauf nehmen, bevor es in die Winterferien geht.

Prüfungszentrum Erlangen

Prüfungszentrum Erlangen

Erst vor kurzem hat das Goethe-Institut Moskau das Sprachlernzentrum Wladimir auf Herz und Nieren geprüft und dabei besonders auf die Qualität des pädagogischen Teams geachtet. Das Ergebnis: 94,4 von 100 möglichen Punkten. Ganz unglücklich sei man gewesen, berichtet Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, denn es hätten ja noch mehr sein können… Doch der Dichterfürst selbst hätte dazu wohl, gesagt: „Den lieb‘ ich, der unmögliches begehrt…“

Goethe wie er leibt und lebt im Erlangen-Haus

Goethe wie er leibt und lebt im Erlangen-Haus

Wie auch immer: Gratulation für diese herausragende Leistung! Der Großmeister der deutschen Sprache hätte sein Lob gezollt.

Bildhafte Sprache

Bildhafte Sprache

Und er hätte seine Freude gehabt an dem Streben und Bemühen hier, denn „wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen“. In diesem Sinne ist und bleibt das Erlangen-Haus Mittler zwischen den Kulturen und Menschen. Dafür danke und спасибо!

 

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Man fühlt sich an Winston Churchills Blut-, Schweiß- und Tränen-Rede erinnert, wenn man liest, was Alexej Pjatkin als Zusammenfassung seiner Kriegserlebnisse in einem Antragsformular so zusammenfaßt: „Blut, Tränen und Gram!“ Der bald 89jährige Veteran wurde mit 17 Jahren eingezogen und diente im hohen Norden bei der Kriegsmarine, erhielt die seltene Auszeichnung für die Verteidigung des Polargebietes und lernte in Norwegen die Unterstützung der verbündeten USA schätzen. „Die haben uns damals oft rausgehauen mit ihrer überlegenen Amphibientechnik, mit ihren Fliegern, die um Stunden länger in der Luft bleiben konnten, um feindliche U-Boote auszumachen und zu versenken.“

Veteranen

Beim Veteranenverein: Vorsitzender Wassilij Nikitenko mit Alexej Pjatkin und Renad Kadyrytsch

Gerade einmal 600 Weltkriegsveteranen seien in Wladimir noch am Leben, berichtet Wassilij Nikitenko, der Vorsitzende des Soldatenverbands. „Viel zu wenige“, meint er, „denn sie wissen noch, was so ein Schlachten bedeutet, sie können die kommenden Generationen warnen.“ Im Gespräch mit den Helden von einst wird dem Gast erst so richtig bewußt, was es bedeuten würde, wenn in der Ukraine deutsche Waffen zum Einsatz kämen, wie tragisch die Entzweiung der einstigen Alliierten – Washington und Moskau – ist, die einander heute wieder als strategische Gegner begreifen. Doch in der Städtepartnerschaft zählen die kleinen Zeichen der Verbundenheit und sei es nur, wenn man gemeinsam überlegt, wie man miteinander den 70. Jahrestag des Kriegsendes begehen kann, etwa mit der Pflanzung von weiteren 20 Bäumen entlang der Allee, die bereits vor 20 Jahren mit damals 50 Eichen vereint angelegt wurde.

Wiktor Winogradow, Peter Steger und Alexej Butakow

Wiktor Winogradow, Peter Steger und Alexej Butakow

Es zählen die kleinen Zeichen, etwa beim Training im Stadion für den Winterwaldlauf in der Brucke Lache am 21. März, zu dem wieder ein Team vom Verein Bodrost anreist, auch wenn der Rubelkurs die Sportbegegnung für die Gäste fast um das Doppelte teurer macht. Teurer ist den Läufern die Freundschaft. Und die will erlaufen sein.

Der Läufertrupp vom Verein Bodrost mit Peter Steger in der Mitte

Der Läufertrupp vom Verein Bodrost mit Peter Steger in der Mitte

Ein russisches Sprichwort sagt, man lerne einen Menschen erst kennen, wenn man mit ihm ein Pud Salz mit einem Teelöffel aufgegessen habe. Beim Laufsport geht das schneller, aber unter zehn Kilometern sollte man es auch nicht machen.

Andrej Schewljakow, Larissa Wyssozkaja und Dmitrij Bugakow

Andrej Schewljakow, Larissa Wyssozkaja und Dmitrij Bugakow

Es sind die kleinen Zeichen, wie die Absicht des Instituts für Kultur an der Universität Wladimir, das für Anfang Juni geplante Gastspiel des Magdeburg-Trios aus Erlangen als Auftakt für ein internationales Jazz-Festival zu nutzen. Institutsleiterin, Larissa Wyssozkaja, und ihre beiden Dozenten, Andrej Schewljakow und Dmitrij Bugakow, sind schon voll in der Vorbereitung der Auftritte und der musikalischen Werkstatt mit den Gästen. Und dann könnte ja auch im nächsten Jahr wieder einmal ein Jazz-Ensemble von der Kljasma an die Regnitz kommen. Der Austausch soll in jedem Fall weitergehen. Gerade jetzt.

Konzert des Knabenchors unter Leitung von Eduard Markin

Konzert des Knabenchors unter Leitung von Eduard Markin

Es sind die kleinen Zeichen, wie das Angebot von Eduard Markin, für die Gäste aus Erlangen zum zwanzigjährigen Jubiläum des Erlangen-Hauses in seinen eigenen Räumen ein Konzert zu geben, ganz intim, nur für die Freunde aus Deutschland.

Rummel auf dem Kathedralenplatz

Rummel auf dem Kathedralenplatz

Schlendert man durch das vorfrühlingshafte Wladimir, trifft man freilich auch auf schwer deutbare Zeichen. Ein wenig „crazy“ sei es schon, meint so mancher gestandene Wladimirer, ausgerechnet auf dem Kathedralenplatz Wochen nach Neujahr und Weihnachten noch Budenzauber und Kirmesrummel vorzufinden. Oder soll da ein Wladimirer Prater entstehen? Wohl besser nicht, jedenfalls nicht hier, zumal sich der Zulauf offensichtlich in Grenzen hält.

Peter Steger, Anna Makarowa und Irina Chasowa

Peter Steger, Anna Makarowa und Irina Chasowa

Das kleine Zeichen „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ macht dagegen inzwischen Schule. Der Wladimirer TV-Sender Zebra und andere Medien berichteten schon ausführlich über die Aktion, der sich die Oberbürgermeister des Partnerschaftsdreiecks Erlangen – Wladimir – Jena angeschlossen haben. Nun verbindet es auch im Erlangen-Haus.

Prüflinge am Erlangen-Haus

Prüflinge am Erlangen-Haus mit Tatjana Kirssanowa und Peter Steger

Das Sprachlernzentrum bietet nämlich nicht nur Deutschkurse an, sondern hat auch Prüfungen für Schüler im Programm. Zehn von ihnen haben unlängst die Tests im Rahmen des weltweit vom Goethe-Institut aufgelegten Programms „Sprachbrücke“ absolviert. Zwei auf der Stufe „Fit in Deutsch 2“, acht auf dem Niveau „Fit in Deutsch 1“. Nur zwei Jungs aus der Gruppe müssen „nachsitzen“, die anderen haben alle bestanden.

Verzeichnis der Sprachlernzentren des Goethe-Instituts in der Russischen Föderation

Verzeichnis der Sprachlernzentren des Goethe-Instituts in der Russischen Föderation

Eltern und Lehrkräfte können die Schüler anmelden, und die werden dann auf Stufe 1 eine Stunde und auf Stufe 2 sogar eineinhalb Stunden mündlich und schriftlich geprüft. In Wladimir sogar zu einer Vorzugsgebühr, gewissermaßen mit Partnerschaftsrabatt. Nicht von ungefähr, denn man darf erfahrungsgemäß davon ausgehen, daß die eine oder der andere von den Prüflingen später einmal auch eine Rolle im Austausch zwischen Erlangen und Wladimir übernimmt.

Nach der Zeugnisvergabe

Nach der Zeugnisvergabe mit Tatjana Kirssanowa und Peter Steger

Kleine Zeichen, großes Ergebnis. Bei allen gegenseitigen Sanktionen, Vorwürfen und Anschuldigungen geht das vielseitige Miteinander der Bürgerpartnerschaft lebhaft weiter, auch wenn den Volksdiplomaten der Weg zueinander nicht eben leichter gemacht wird durch die weltpolitische Großwetterlage, der ein baldiger Frühlingsanbruch zu wünschen ist. Erste kleine Zeichen kann man ja mit viel gutem Willen schon erkennen.

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Ein Quell immer wieder neuer Freude ist das Erlangen-Haus. Man mag noch so oft denken, man kenne dort längst alle und alles, doch dann erlebt man wieder so eine beglückende Überraschung wie diese frohe Mail, die gestern aus Wladimir eingegangen ist:

Weihnachtstorte im Erlangen-Haus von Lisa Melnikowa

Weihnachtstorte im Erlangen-Haus von Lisa Melnikowa

Von Herzen möchten wir den Bürgern Erlangens zu den schönen Winterfesten gratulieren und ein gutes Neues Jahr mit vielen glücklichen Tagen wünschen!

Die Glücklichen unterm Tannenbaum im Erlangen-Haus

Die Glücklichen unterm Tannenbaum im Erlangen-Haus mit Tatjana Kolesnikowa und Tatjana Kirssanowa in ihrer Mitte

Weihnachten und Neujahr zählen zu den schönsten Festen in unserem Deutschkurs: Man genießt das festlich geschmückte Erlangen-Haus, den schönen Weihnachtsbaum, der für viel Gemütlichkeit und gute Laune sorgt, und freut sich über das traditionelle Weihnachtskonzert.

Weihnachtskonzert im Erlangen-Haus mit Sergej Demidenko und Anna Minskaja

Weihnachtskonzert im Erlangen-Haus mit Sergej Demidenko und Anna Minskaja

In diesem Jahr sind wir auf die Idee gekommen, einige Gruppen könnten zusammen feiern: einander einladen und mit schönen Liedern, Tänzen und kreativen Inszenierungen überraschen. Und diese Idee hat ihre besten Früchte gebracht, denn die Fantasie unserer Kursteilnehmer und Ihr Wunsch, einander Freude zu schenken, kennen keine Grenzen!

Weihnachtsfeier im Erlangen-Haus mit Lisa Melnikowa als Tänzerin

Weihnachtsfeier im Erlangen-Haus mit Lisa Melnikowa als Tänzerin

Die Gruppe B1 unter Anleitung von Tatjana Kolesnikowa hat alle Gäste mit ihrer tollen Inszenierung des berühmten russischen Märchens „Теремок“ (Häuschen) angesprochen: zahlreiche Überraschungen, tolle Kostüme, unerwartete Gäste wie z.B. der geheimnisvolle Prinz aus einem unbekannten Land, der eine Sprache spricht, die niemand versteht, oder der attraktive Frosch, der alle begeistert hat. Oder die Tänzerin, die Weihnachtstorten backen kann.

Weihnachtsfeier im Erlangen-Haus mit der Schauspieltruppe von Teremok

Weihnachtsfeier im Erlangen-Haus mit der Schauspieltruppe von Teremok

Wir möchten uns bei allen Kursteilnehmern für das tolle Programm und ihre kreativen Ideen bedanken und ein erfolgreiches Neues Jahr wünschen.

Herzlich

Tatjana Kirssanowa

P.S.: Aus gegebenem Anlaß hier noch ein Link zur vielleicht schönsten – und wahren! – deutsch-russischen Weihnachtsgeschichte: http://is.gd/ksnySu

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„Wenn wir von Erlangen sprechen, meinen wir Deutschland, und wenn wir von Deutschland sprechen, meinen wir Erlangen. Wir lieben Erlangen!“ So das Bekenntnis von Bürgermeisterin Jelena Owtschinnikowa, die damit glaubt, ihren Landsleuten aus dem Herzen zu sprechen. Und sie hat wohl recht damit, wenn man den gestrigen ersten Arbeitstag der Delegation von Oberbürgermeister Florian Janik noch einmal Revue passieren lassen will.

Swetlana Makarowa, Florian Janik, Martina Stamm-Fibich und Melitta Schön

Swetlana Makarowa, Florian Janik, Martina Stamm-Fibich und Melitta Schön

Im Kinderkrankenhaus ist das besonders zu spüren, wo man seit 1990 freundschaftlich-fachliche Verbindungen zu den Pädiatern in der deutschen Partnerstadt unterhält. Swetlana Makarowa, die ärztliche Direktorin, weiß das nicht nur mit Erinnerungen an ihre eigenen Hospitationen in Erlangen zu belegen, sie kann auch Geräte zeigen, die in den 90er Jahren im Rahmen der Aktion „Hilfe für Wladimir“ gespendet wurden und noch heute ihren Dienst tun, obwohl man sie längst durch modernere Apparate ersetzen könnte: „Sie sind uns einfach ans Herz gewachsen. Und warum sollen wir sie wegwerfen, wenn sie so treu funktionieren?“

Florian Janik, Martina Stamm-Fibich und Swetlana Makarowa

Florian Janik, Martina Stamm-Fibich und Swetlana Makarowa

Die Visite aus Erlangen bekommt alles zu sehen, von der Neonatologie bis hin zur Onkologie, für die das Ehepaar Arnold und Erika Axmann erst unlängst wieder 700 Euro gespendet hat; von dem einzigen gynäkologischen Behandlungsraum für Mädchen in Wladimir, eingerichtet mit Hilfe von Soroptimist International in Erlangen, nach dessen Vorbild ähnliche Therapiezimmer in Kreiskrankenhäusern der Region geschaffen wurden – bis hin zu den Angeboten an Eltern, vor allem bei einer Langzeittherapie beim Kind zu bleiben, ebenfalls eine Anregung der deutschen Kollegen. Und auch die vielen kleinen Spender aus Erlangen, etwa von der Grundschule Tennenlohe oder der Heinrich-Kirchner-Schule, die regelmäßig Aktionen zu Gunsten der kleinen Patienten in Wladimir machen, sind nicht vergessen, und ihre Bilder und Zeichnungen hängen überall auf den Gängen. Der größte Wunsch hier: den Erfahrungsaustausch mit Erlangen fortsetzen, denn „von der Medizinstadt wollen wir noch viel lernen, und unsere Freunde dort wollen wir immer wieder besuchen!“

Janik 11

Im Blauen Himmel

Sofort zu spüren bekommt man diese Liebe zu Erlangen aber auch im Blauen Himmel, dem mit Hilfe der Aktion Sternstunden geschaffenen Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik, fast 40 km außerhalb von Wladimir, idyllisch am Waldrand und am Ufer der Kljasma gelegen, wo gerade wieder im zweiwöchigen Turnus 22 Kinder aus einem Waisenheim therapiert werden. „So, wie nirgendwo sonst in ganz Zentralrußland“, betont Alexander Bersenjew, Chefpsychiater der Region Wladimir, der gemeinsam mit den deutschen Partnern schon vor einem Jahrzehnt das Konzept für dieses Reha-Zentrum entwickelt hatte. Und die Pädagogin Marina Goljakowa ergänzt: „Die Kinder fühlen sich hier so wohl, daß sie am liebsten hierbleiben wollen, und wenn möglich, können sie auch wiederkommen, immer wieder!“ Länger als zwei Wochen am Stück geht aber nicht, weil die Kleinen dann wieder zur Schule müssen.

Janik 12

Alexander Bersenjew, Melitta Schön, Florian Janik, Marina Goljakowa und Martina Stamm-Fibich

Mit der Dorfjugend trägt man regelmäßig Sportwettkämpfe aus, die Akzeptanz vor Ort ist groß – und es gibt große Pläne für die Zukunft. Marina Goljakowa berichtet den Gästen vom jüngsten Besuch der Fachleute für Erlebnispädagogik aus Nürnberg, Jena und Wien und zeigt einen Entwurf von Wladimirer Studenten für einen Hindernis-Parcours, für dessen Umsetzung es gar keiner großen Finanzmittel bedürfte, helfende Hände und weitere Ideen würden schon genügen. Den Gästen fällt dazu gleich einiges ein, schon gibt es Vorstellungen, wie Erlanger Jugendliche bei dem Projekt mitwirken könnten, und auch der Herzenswunsch von Alexander Bersenjew, die Kontakte seines Psychiatrischen Krankenhauses auch auf die FAU in Erlangen auszuweiten, wird wohl zu erfüllen sein. Es ist ja keine einseitige Sache, diese Liebe der Wladimirer zu Erlangen.

Janik 13

Martina Stamm-Fibich, Florian Janik, Melitta Schön und Alexander Tschinakow

Auf dem Rückweg vom Blauen Himmel ist gerade noch Zeit, um, geführt von Alexander Tschinakow, dem kundig-klugen Kenner der Geschichte seines Landes, das Kronjuwel der russischen Baukunst zu besuchen, Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl, wo Großfürst Andrej Bogoljubskij aus Kiew den Grundstein für die russische Staatlichkeit gelegt und Wladimir zur Hauptstadt erhoben hat.

Janik 14

Melitta Schön, Martina Stamm-Fibich, Irina Chasowa, Florian Janik und Ljubow Katz

Der Nachmittag gehört der Elterninitiative Swet, die seit zwei Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit Erlangen landesweit einzigartige Programme für Familien mit schwerbehinderten Kindern entwickeln und natürlich das Spielzimmer „Erlangen“ ebenso zeigen wie das mit Mitteln der kirchlichen Hilfsorganisation Renovabis verwirklichte Pilotprojekt „Betreutes Wohnen“ für junge Erwachsene mit Behinderungen. Jurij Katz, gemeinsam mit seiner Frau Ljubow Begründer der Selbsthilfegruppe nach dem Motto der Lebenshilfe, war selbst erst im Frühjahr bei der WAB Kosbach zu Besuch und erwartet nun schon im November vier Fachleute von dort zu einem Symposium. Und dann noch ein weiterer Erfolg von Swet: Auf Initiative der Organisation hat die Regionalduma ein Gesetz für die Pflegschaft von schwerbehinderten Kindern angenommen. Und binnen eines Jahres konnten bereits einhundert Familien gefunden werden. Freilich fehlen jetzt noch immer 400 Plätze, aber wer die schier unerschöpfliche Energie des Ehepaars Katz kennt, glaubt gern, das auch das zu schaffen ist.

Janik 15

Florian Janik und Natalia Kolesnikowa mit dem Kammerchor Raspew

Seit Mitte der 90er Jahre kennt und liebt der Kammerchor Raspew Erlangen, wo man im Ensemble Vocanta sogar einen musikalischen Wunschpartner gefunden hat. Und nun die Einladung an den neuen Oberbürgermeister und seine Delegation, auch den musikalischen Teil der Verbindungen zwischen beiden Städten kennenzulernen, in der intimen Atmosphäre der letzten Kirche Wladimirs, die unmittelbar vor der Oktoberrevolution fertiggestellt wurde und wo heute das Glasmuseum eingerichtet ist. „Überwältigend, großartig, genau das Richtige nach einem Tag, wo einem vom Erlaufen der Geschichte Wladimirs und der Partnerschaft schon die Füße weh tun können“, zeigt sich Florian Janik nach dem Konzert begeistert.

Janik 16

Florian Janik mit fortgeschrittenen Deutschkurs-Teilnehmern im Erlangen-Haus

Wo aber wäre die Liebe zu Erlangen nicht mehr zu spüren, als im Erlangen-Haus, das seit 1999 offizieller Partner des Goethe-Instituts Moskau ist, und wo sich am Abend eine Gruppe von Fortgeschrittenen der Deutschkurse eingefunden hat, um den Gästen Fragen zu stellen? Wo, wenn nicht hier, wo im Jahr mehr als 200 Jugendliche wie Erwachsene Deutschunterricht nehmen und damit Wladimir zum größten Sprachlernzentrum in Zentralrußland machen, größer als die Einrichtungen in Nischnij Nowgorod, Jaroslawl oder Sergijew Possad. „Dank der Städtepartnerschaft“, wie Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses betont, und „dank der Unterstützung der VHS Erlangen“, wie Tatjana Kirssanowa, zuständig für die Kooperation mit dem Goethe-Institut, ergänzt. Die Fragen dann – so vielfältig wie die Gruppe: Ob man nicht auch einen „grünen Zweig“ der Partnerschaft wachsen lassen könnte und ob nicht auch für Wladimir eine Baumschutzverordnung sinnvoll wäre; wie es denn um die Medizin in Deutschland bestellt sei; wie man sich um die alten Menschen kümmere; ob man im Westen nicht zu früh mit dem Sexualkundeunterricht an Schulen beginne; ob die gleichgeschlechtliche Ehe nicht ins Verderben führe… Besonders die beiden letzten Fragen wurden durchaus kontrovers diskutiert. Ob es Martina Stamm-Fibich und Florian Janik gelungen ist, die Hörerschaft davon zu überzeugen, daß der Untergang des Abendlandes nicht unmittelbar bevorstehe, jedenfalls gewiß nicht wegen zu früher Aufklärung der Kinder und zu großer Toleranz gegenüber anderen Lebensformen, in die sich der Staat nicht einmischen sollte, wird erst ein weiteres Treffen klären können. „Dazu gibt es bestimmt noch viel Gelegenheit“, verspricht Erlangens Oberbürgermeister, sichtlich beeindruckt von der Offenheit der Diskussion, die nach jeder „letzten“ Frage noch eine „allerletzte“ hervorbringt und mindestens ein akademisches Viertel länger als die geplante Stunde dauert.

Janik 17

Irina Maschkowzewa, Jelena Owtschinnikowa, Kirill Kowaljow, Florian Janik, Martina Stamm-Fibich, Melitta Schön und Anna Makarowa

Der Liebe zu Erlangen tut es jedenfalls keinen Abbruch, wenn die Gäste zum Abendessen auf sich warten lassen. Wie auch, wenn sogar das gewiß strittige Thema der Ukraine-Krise freundschaftlich besprochen werden kann? Wenn man es in beiden Städten mit Flüchtlingen zu tun hat, denen in erster Linie geholfen werden sollte – bevor man die Schuldfrage stellt. Wenn man sich klar darüber ist, auf beiden Seiten nur das zu kennen, was die Medien vermitteln. Wenn man hier wie dort die Gemengelage vor Ort kaum beurteilen kann. Wenn man aber auch erfahren muß, wie die Auseinandersetzungen im Grenzgebiet zur Ukraine Familien zerreißen, wie Jelena Owtschinnikowa aus eigenem Erleben berichtet. „Nun sollten beide Seiten nicht mehr danach fragen, wer angefangen hat, sondern die Logik des Krieges stoppen und einen Schritt aufeinander zugehen, die gegenseitigen Interessen anerkennen, wie das seinerzeit schon Willy Brandt mit seiner Ostpolitik praktizierte.“ Fragen, die im Rahmen eines Abendessens mit Freunden sicher nicht letztgültig zu klären sind, die aber für die feste Absicht stehen, das Gespräch nicht abreißen zu lassen. „Und auch all unsere Projekte weiterzuführen“, fordert Stadträtin Irina Maschkowzewa, die sich noch immer an ihre Zeit als Ärztin auf der Intensivstation des Kinderkrankenhauses erinnert als Anfang der 90er Jahre jener „Atemzug frischer Luft aus Erlangen“ Einzug hielt. Womit sich der Kreis für diesen Tag schließt.

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