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Posts Tagged ‘Siegfried Balleis’


Gestartet war Peter Smolka mit zehn Briefen von Oberbürgermeister Siegfried Balleis an dessen Kollegen in den zehn Partnerstädten zu seiner Tour de Friends am Morgen des 23. März 2013. Heute, pünktlich um 16.00 Uhr, noch vor dem großen Regen, traf er nach 88.000 km rund um die Welt vor dem Rathaus Erlangen ein, begleitet von einer kleinen Gruppe, die ihm auf der letzten Strecke bis Lichtenfels bzw. Forchheim entgegengefahren war, und empfangen von Freunden sowie Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Altoberbürgermeister Siegfried Balleis, beide voll der Anerkennung und Bewunderung für diese einzigartige Leistung.

Peter Smolka bei der Einfahrt auf den Rathausplatz

„Wahnsinn“, sei das, „unglaublich“, was der Kurier des Rathauses da geleistet habe, rief die Hausherrin zur Begrüßung aus und umarmte den Rückkehrer, während das einstige Stadtoberhaupt, selbst sattelerprobt im Besuch fast aller europäischer Partnerstädte – allerdings in der Staffel, abgesehen von Umhausen und Jena, die er im Alleingang erreichte – voller Anerkennung das Durchhaltevermögen des Ausnahmeradlers lobte: „Respekt vor dieser großartigen Leistung!“

Susanne Lender-Cassens, Peter Smolka und Siegfried Balleis

Seine zweite Weltumradlung, so Peter Smolka selbst, werde er wohl nicht mehr übertreffen können: eine Herausforderung an Psyche wie Physis gleichermaßen, immer auf sich alleine gestellt. Nur in den Partnerstädten habe er sich wie zu Hause gefühlt – und eben jetzt hier in Erlangen, „wo meine Freunde leben.“

Susanne Lender-Cassens, Peter Smolka und Siegfried Balleis

In den letzten Tagen, besonders ab Jena, seiner letzten Station, kam der ehrenamtliche Postbote fast nicht mehr zum Radeln vor lauter Anfragen der Medien, die natürlich auch beim Empfang auf dem Rathausplatz – vor einer Woche startete von hier Gerturd Härer zu ihrer Solo-Rad-Tour nach Wladimir –  zahlreich anwesend waren.

Peter Smolka durch die Blume

Schon heute, am Freitag, ist denn auch Peter Smolka live in der Abendschau des Bayerischen Rundfunks ab 18.00 Uhr zu sehen, von den vielen Rundfunkinterviews und Presseberichten den Äther und Blätterwald rauf und runter ganz zu schweigen. Und dann im Rahmen des Fernwehfestivals am Donnerstag, den 16. November, der Reisereport um 20.00 Uhr im E-Werk. Noch gibt es Karten!

7. Mai 2013 vor dem Erlangen-Haus in Wladimir, der ersten Station auf der Tour de Friends: Walter Költsch, Jörg Gruner, Peter Smolka und Gertrud Härer. Ab Wladimir ging es dann alleine weiter…

Doch selbst da wird Peter Smolka, der als „Beifang“ auch noch 20.000 Euro als Spende für „Ärzte ohne Grenzen“ einfahren konnte, nicht von allen Erlebnissen berichten können. Etwa von der Fahrt durch Piszowo in der Region Iwanowo auf dem Weg nach Wladimir, der ersten Etappe der Tour, durch den Ort, den Nadja Steger im Tour-Film von Walter Költsch als das Städtchen wiedererkannte, wo ihr Vater zur Welt gekommen war und wo sie einen großen Teil ihrer Sommerferien bei Oma verbracht hatte.

Posttasche, in der die zehn Briefe sicher verwahrt wurden

Oder von dem kleinen Ort in Polen mit dem schwer aussprechbaren Namen, durch den die Strecke führte, ohne zu wissen, daß von dort die Großmutter herstammt, die er als Überraschungsgast zu ihrem 80. Geburtstag in Biberach besuchte, wofür Peter Smolka seine Route änderte…

Peter Roggenthin hält Ausschau nach Peter Smolka

Berichten wird er aber sicher von seinen Begegnungen in Beşiktaş, die er wegen der politischen Lage für die wichtigsten auf seiner ganzen Reise hält, oder von Äthiopien, das er einst ins Herz geschlossen hatte und nun als so abweisend erlebte, von seinem Fahrrad, das man ihm in einem argentinischen Dorf entwendete, von der Eröffnung des Ötzi-Dorfes in Umhausen und von so vielem anderen, was für jemanden am Wegrand zu erleben ist, der mit offenen Sinnen durch die Welt fährt.

Peter Smolka bei der Autogrammstunde für Nadja Steger

Nachtrag: Nadja Steger ließ es sich nicht nehmen, den Heimkehrer um ein Autogramm auf ihrem Fahrrad zu bitten. Nicht vergeblich. Ein bleibender Gruß und große Freude – und willkommen zu Hause!

Viel mehr, als der Blog berichten könnte, findet sich hier: www.tour-de-friends.dehttps://is.gd/gNHcY2, https://is.gd/Sm6yqA  und da unter Eingabe von „Peter Smolka“ in die Suchmaske: https://is.gd/Nvslvw

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Im Kreis seiner „Wilden 13“, seines Teams vom Bürgermeister- und Presseamt, nahm gestern abend im würdigen Rahmen des Schlosses zu Tennenlohe Herbert Lerche Abschied von seinem Dienst, den er seit Herbst 1969 mit, wie es Oberbürgermeister Florian Janik formulierte, „einer großen inneren Ruhe und einem weiten Überblick, unglaublich gut vernetzt mit der Verwaltung und der Stadtgesellschaft“ versah, vor allem in den 17 Jahren als stellvertretender Leiter der Bürgermeister- und Presseamtes, bis er 2003 das Ordnungs- und Straßenverkehrsamt übernahm und 2012 als Nachfolger von Helmut Schmitt an die Spitze des Bürgermeister- und Presseamtes zurückkehrte. Vier Oberbürgermeistern – Heinrich Lades, Dietmar Hahlweg, Siegfried Balleis und Florian Janik – hat er über all die Jahre treu gedient, und für seine vielen Mannschaften zeigte er sich in all den wechselnden Positionen immer als Libero mit viel Gespür für die jeweiligen persönlichen Stärken in seiner „Elf“. Genug Stoff für eine Sonderausgabe vom „Rathausplatz 1“ in einer Auflage von 300 Exemplaren in einmaliger Erscheinungsweise, kostenlos verteilt vom Zeitungsjungen Andrea Kaiser – mit einem Artikel mit dem Titel „Herbert Lerche und Wladimir“ aus der Feder von Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg und Peter Steger:

Herbert Lerche im Blauen Himmel, Wladimir, Juni 2016

Herbert Lerche im Blauen Himmel, Wladimir, Juni 2016

Zu den vielfältigen Aufgaben, die Herbert Lerche bearbeitete, gehörte ab 1983 der ebenso brisante wie spannende Start der Städtepartnerschaft mit Wladimir. Bevor Dagmar Paliwal und Peter Steger ab der zweiten Jahreshälfte 1987 den Kontakt übernahmen, war es Herbert Lerche, der die ersten vier, besonders heiklen und intensiven Jahre der Partnerschaft mit großem Engagement und viel Fingerspitzengefühl betreute:

Herbert Lerche

Herbert Lerche

Da war die Reise der ersten Erlanger Stadtratsdelegation nach Wladimir vom 28. Juli 1983 zu organisieren, der noch im gleichen Jahr Besuche der Volkshochschule, der Gewerkschaft ÖTV und Anfang Juni 1984 einer Jugendleiterdelegation folgten. Zu einer schwierigen, aber rundum gelungenen Bewährungsprobe wurde für Herbert Lerche und das Team des Bürgermeisteramtes dann der Besuch der ersten offiziellen Delegation aus Wladimir in Erlangen vom 18. bis 24. Juni 1984, gipfelnd in einem mutigen Austauschprogramm für die Jahre 1984 bis 1987, darunter das große Turnerfest mit Eberhard Ginger und den Wladimirer Olympiasiegern.

Andrea Kaiser als Zeitungsjunge

Andrea Kaiser als Zeitungsjunge

Der gegenseitige Austausch nahm Fahrt auf und fand mit den Kultur- und Sporttagen in Wladimir vom 7. bis 13. September 1986 mit über 100 Gästen aus Erlangen seinen Höhepunkt. Zur Vorbereitung dieser wiederum bestens gelungenen Veranstaltung war Herbert Lerche zusammen mit Georg Leipold und Herbert Halbgebauer vom Kulturamt nach Wladimir gereist. Ja, und auch die förmliche Besiegelung der Partnerschaft, die im Rahmen der Wladimirer Kultur- und Sporttage in Erlangen vom 29. Mai bis 4. Juni 1987 erfolgte und zu der die zweite offizielle Delegation aus Wladimir mit insgesamt 80 Aktiven aus Sport und Kultur angereist war, hat Herbert Lerche maßgeblich mitorganisiert.

Sabine Lotter und Silvia Klein mit Herbert Lerche

Sabine Lotter und Silvia Klein mit Herbert Lerche

Das große persönliche Engagement des stellvertretenden Amtsleiters zeigte sich auch darin, mit welchem Erfolg er zusammen mit Klaus Wrobel 1984 an der VHS den Freundeskreis Wladimir gründete und viele Jahre intensiv betreute. Kein Zweifel: Herbert Lerche hat sich um die zunächst von vielen für utopisch gehaltene lebendige Bürgerpartnerschaft mit Wladimir sehr verdient gemacht.

Dietmar Hahlweg und Peter Steger

Herbert Lerche, umgeben von Elisabeth Preuß, Florian und Sylvia Janik, Gabriele Lerche, Sabine Lotter, Dietmar und Heidi Hahlweg, Marlene Wüstner und Susanne Lender-Cassens

Herbert Lerche, umgeben von Elisabeth Preuß, Florian und Sylvia Janik, Gabriele Lerche, Sabine Lotter, Dietmar und Heidi Hahlweg, Marlene Wüstner und Susanne Lender-Cassens

Ein russisches Sprichwort sagt: „Wo andere Menschen ihre Seele haben, da tragen Beamte nur ihre polierten Knöpfe zur Schau.“ An Herbert Lerche zeigt sich, wie sehr der Volksmund irren kann. Nie hat der am 8. Mai 1952 geborene Erlanger – so oft man ihn auch auf dem Fahrrad sieht – nach oben gebuckelt und nach unten getreten, und gerade die Städtepartnerschaften verdanken seinem von Vertrauen geprägten Führungsstil ihr reibungsloses Funktionieren auf der Ebene der Verwaltung, ein in seiner Bedeutung oft unterschätztes Element, das wesentlich zum Erfolg beiträgt. Einen guten Chef zeichnet aber vor allem eines aus: die gute Regelung der eigenen Nachfolge. So wie Helmut Schmitt erst zu einem richtig guten Chef wurde, als es ihm gelang, mit seinem Ausscheiden Herbert Lerche zurück ins Bürgermeister- und Presseamt zu holen, so bewies dieser so recht, wie gut er ist, als er erfolgreich Sabine Lotter als künftige Leiterin der Erlanger „Staatskanzlei“ vorschlug. Gut für das ganze Team und sicher gut für die Partnerschaft mit Wladimir und den anderen Städten und Gemeinden in aller Welt.

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Während gestern Oberbürgermeister Florian Janik gemeinsam mit Werner Hohenberger, dem ehemaligen Direktor der Chirurgischen Klinik, und Stadtrat Jürgen Zeus – beide betreuen das von den drei Erlanger Rotary Klubs finanzierte Ärzteaustauschprogramm mit Wladimir – die beiden Pädiaterinnen mit der Fachausbildung Neonatologie und Intensivmedizin, Julia Starikowa und Julia Krajnowa, empfing, besuchten parallel dazu in der russischen Partnerstadt Wolfgang Rascher, Direktor der Kinderklinik, und Oberarzt Hans-Georg Topf in Begleitung des TV-Senders Gubernia 33 das vor etwa drei Jahren eröffnete Perinatale Zentrum, wo vor allem Kinder mit einem Gewicht von unter 1,5 kg zur Welt kommen. Zwölf Frühgeburten werden derzeit – je nach Befund bis zu einem Monat – in dieser Einrichtung behandelt.

Werner Hohenberger, Julia Starikowa, Florian Janik, Julia Krajnowa und Jürgen Zeus

Werner Hohenberger, Julia Starikowa, Florian Janik, Julia Krajnowa und Jürgen Zeus

In der Reportage freut sich Wolfgang Rascher, dessen fünftägiger Arbeitsbesuch in der Partnerstadt heute zu Ende geht, über die Erfolge der Wladimirer Ärzteschaft:

Vor fünf Jahren war ich zum ersten Mal in Wladimir. Ich bin beeindruckt von den Veränderungen, die seither zu verzeichnen sind. Das ist eine großartige Entwicklung!

Wolfgang Rascher, Hans-Georg Topf und Irina Chasowa

Wolfgang Rascher, Hans-Georg Topf, Irina Chasowa und Nadeschda Tumanowa, Leiterin des Zentrums

Und sein Kollege, Hans-Georg Topf, lobt die medizintechnische Ausstattung, etwa einen Inkubator mit künstlicher Beatmung der Neugeborenen oder hebt hervor:

Von außerordentlicher Bedeutung für diese Klinik ist ein Gerät zur Bestimmung des Sauerstoffgehalts im Blut. Ein weiterer Vorteil des Krankenhauses besteht in der Existenz eines zentralisierten Systems der Überwachung des Zustands der Frauen nach der OP. Unserem Eindruck nach wird hier mit den Apparaten genau so gearbeitet wie bei uns in Deutschland.

Wolfgang Rascher geht sogar noch weiter und meint, man könne durchaus voneinander lernen:

Die Wladimirer Ärzte legen beispielsweise den Neugeborenen einen Katheter, kontrolliert von Ultraschalldiagnostik, wobei sie gleichzeitig auch die übrigen Organe des Kindes im Auge haben. Wir in Erlangen tun das mit Röntgenbildern. Hier könnte uns die Erfahrung der russischen Kollegen nützlich werden, denn Ultraschall ist eine weniger gefährliche Methode und kann viel öfter angewendet werden.

Dolmetscherin Kristina Kapsjonkowa, Dilbar Mamadowa, Hans-Georg Topf, Julia Krajnowa, Julia Starikowa und Wolfgang Rascher

Dolmetscherin Kristina Kapsjonkowa, Dilbar Mamadowa, Hans-Georg Topf, Julia Krajnowa, Julia Starikowa und Wolfgang Rascher

Von Florian Janik danach gefragt, was die beiden Hospitantinnen, deren zweiwöchiger Besuch am Samstag zu Ende geht, an Erfahrungen mit nach Hause nehmen, erklärt Julia Starikowa, man habe viel im Bereich der Pflege und der Abgabe von Medikamenten gelernt und werde natürlich auch in Sachen technischer Ausstattung einen Wunschzettel nach Wladimir bringen. In jedem Fall aber sind die Pädiater der Partnerstädte – gerade auch dank der Rotary-Initiative, wie Erlangens Oberbürgermeister betont – einander wieder einen großen Schritt entgegengekommen, sind mittlerweile wohl fast gleichauf. Was für ein gewaltiger Fortschritt, was für eine großartige Entwicklung, wenn man an die Anfänge des Austausches der Kinderärzte vor 25 Jahren zurückdenkt.

Julia Starikowa, Rotary-Präsident Siegfried Balleis und Julia Krajnowa

Julia Starikowa, Rotary-Präsident Siegfried Balleis und Julia Krajnowa

Und hier geht es zur Reportage des Sender Gubernia 33 über den Besuch der Kinderärzte aus Erlangen: https://is.gd/pKxMpj

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Ja, der Abschied gestern fiel Olga Dejewa schwer. Auch wenn Wladimirs Oberbürgermeisterin dank ihrem ersten Besuch vor drei Jahren, damals als Vorsitzende des Roten Kreuzes in der russischen Partnerstadt, sowie einer fruchtbaren Zusammenarbeit im Bereich Hospiz und Erste-Hilfe-Ausbildung mit dem Förderverein bereits kunstvoll an dem Beziehungsnetz mitgeknüpft hatte, waren der Einblick in die Fülle der Kontakte und der Ausblick auf die weiteren Möglichkeiten der Kooperation doch überwältigend für die Besucherin.

Olga Dejewa, Peter Steger und Dieter Rossmeissl

Olga Dejewa, Peter Steger und Dieter Rossmeissl © Karin Günther

Vor allem die Allgegenwart des Partnerschaftsgeistes in Erlangen taten es Olga Dejewa an. Nicht nur bei den Veranstaltungen wie im Club International der Volkshochschule oder bei der Eröffnung der Tschernobyl-Ausstellung im Rathaus und den Unterredungen mit ihrem Kollegen, Florian Janik, sondern im Alltag, auf der Straße, wenn etwa eine Marktfrau den Gast aus Wladimir erkennt und anspricht oder Dekan Josef Dobeneck sich in der Fußgängerzone Zeit für einen kleinen Plausch nimmt. Kleine Zeichen, die oft mehr sagen als wohlgesetzte Deklarationen und Absichtserklärungen.

Wolfram Howein, Jürgen Ganzmann, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Leonhard Hirl

Wolfram Howein, Jürgen Ganzmann, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Leonhard Hirl

Aber für diesen Partnerschaftsgeist stehen natürlich auch ganz konkrete Projekte wie der Austausch von Fachkräften mit der WAB Kosbach, die in den nächsten Tagen wieder vier Hospitanten aus Wladimir aufnimmt, um ihre Ansätze bei der Arbeit mit Menschen zu vermitteln, die an psychischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden. Ein Austausch übrigens, der bis in das Jahr 1999 zurückreicht und aus dem u.a. das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ hervorgegangen ist.

Stefan Engelhardt, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Wolfgang Fuchs

Stefan Engelhardt, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Wolfgang Fuchs hoch über dem Klärwerk Erlangen

Noch weiter in die Geschichte der Partnerschaft zurück, bis ins Jahr 1991, reicht die Kooperation des Entwässerungsbetriebs der Stadt Erlangen mit den Kollegen aus Wladimir. Und zum 25jährigen Jubiläum dieser so pragmatischen Freundschaft bietet das Erlanger Klärwerk dem russischen Partnerbetrieb – kostenlos – eine hochmoderne Schlammentwässerungsanlage an, die hier wegen der Umstellung auf eine andere Technik nicht mehr benötigt wird. Schon im Sommer kommen dann Fachleute von der Kljasma an die Regnitz, um Fragen der Demontage und des Transports all der vielen Gewerke und Aggregate für das erste Halbjahr 2017 vorzuklären. Da erklärt es sich fast von selbst, daß Wolfgang Fuchs, Leiter des Entwässerungsbetriebs, und Stefan Engelhardt, zuständig für das Klärwerk, Olga Dejewa zusagen, den Kollegen in Wladimir auch weiterhin bei allen Modernisierungsmaßnahmen beratend zur Seite stehen zu wollen.

Karin Lippert und Olga Dejewa

Karin Lippert und Olga Dejewa

Noch nicht so lange, aber immerhin auch schon seit fünf Jahren, betreut Karin Lippert vom Kulturamt den Austausch von Newcomer-Rockbands mit Wladimir, so erfolgreich, daß eine Erlanger Band, die schon einmal in der Partnerstadt von den Fans gefeiert wurde, nun auf eigene Faust und Kosten nochmals nach Osten aufbrechen will. „Es ist unglaublich, wie begeistert bisher alle Musiker zurückgekehrt sind“, freut sich Karin Lippert, und Olga Dejewa weiß von ihren ersten Erfahrungen mit dem Projekt, daß auch schon die erste Wladimirer Band gerne ein zweites Mal nach Erlangen käme… Was könnte deutlicher für den Erfolg sprechen?! Schön jedenfalls zu wissen: Unter Olga Dejewa soll nichts von dem, was bereits in der Zusammenarbeit geschaffen wurde, auf der Strecke bleiben. Im Gegenteil: Neue Projekte sollen dazukommen.

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Besonders wünscht sich Wladimirs Oberbürgermeisterin unmittelbar vor dem Abflug bei ihrem Überraschungstreffen mit Altoberbürgermeister, Siegfried Balleis, der die Partnerstadt seit 1989 aus eigener Anschauung kennt, einen Ausbau der Wirtschaftskontakte, ein „steiniges Feld“, wie das ihr Gegenüber nennt, aber natürlich wert, immer wieder neu bestellt zu werden. Und so war es denn für Olga Dejewa ein Abschied, der neue Treffen, der ein Wiedersehen in der Zukunft verheißt, um Altes zu bewahren und Neues zu gestalten.

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Bei aller Tagesaktualität, der sich der Blog verpflichtet weiß, ist es von Zeit zu Zeit reizvoll, einen Blick in die Geschichte der Partnerschaft zu werfen, die immer wieder eindrucksvoll zeigt, wie gut es gelungen ist, auch in Zeiten großer Not gebührend die Jubiläen der Freundschaft zu feiern. Davon zeugen zwei Videos, auf die unlängst Altoberbürgermeister Siegfried Balleis aufmerksam machte und die ein unerwartetes Wiedersehen mit dem viel zu früh verstorbenen Leonid Chorjew ermöglichen. Wer genau hinsieht, wird sicher noch viele andere bekannte Gesichter aus dem Jahr 1998 entdecken und – wenn auch gottlob nicht in der sozialen Dramatik wie seinerzeit, als die Russische Föderation vor dem Staatsbankrott stand – Parallelen zwischen damals und heute in der Rubelabwertung und Wirtschaftskrise erkennen.

Deutsch-russische Freundschaft

Film ab unter http://is.gd/81mUL5 und http://is.gd/O8yiQC

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Fragt man nach dem Erfolgsrezept der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir, gehört zu den wichtigsten Zutaten unbedingt die Kontinuität in den kollegial-freundschaftlichen Beziehungen der politischen Spitzen hier wie dort. Das weiß niemand besser als Nikolaj Winogradow, der in seiner Amtszeit von 1996 bis 2013 stets darauf bedacht war, zu Erlangen auf allen Ebenen beste Kontakte zu unterhalten, alte Freundschaften zu pflegen und immer bereit zu sein, auch neue Verbindungen einzugehen. Stets im Geist der Verständigung und unter seinem Motto: „Es gibt keine schlechten Völker, Nationen oder Parteien, es gibt nur schlechte Menschen.“

Florian Janik und Nikolaj Winogradow

Florian Janik und Nikolaj Winogradow

Nach Erlangen freilich ist der Politiker im Ruhestand gekommen, um all die guten Menschen wiederzusehen, die er in den Jahren einer engen Zusammenarbeit kennengelernt hatte. Besonders freut es ihn da, nun auch zum ersten Mal mit Florian Janik zusammenzutreffen und sich davon überzeugen zu können, wie sehr sich Erlangens Oberbürgermeister in der Tradition seiner Vorgänger im Amt, Dietmar Hahlweg und Siegfried Balleis, sieht, gerade wenn es um die Bedeutung der deutsch-russischen Verständigung geht. Da verstehen sich die beiden auf Anhieb.

Nikolaj Winogradow im stillen Gedenken an Gerd Lohwasser

Nikolaj Winogradow im stillen Gedenken an Gerd Lohwasser

Von einem alten Freund konnte der Gast nur noch stillen Abschied nehmen. Mit Gerd Lohwasser hatte Nikolaj Winogradow vieles eng verbunden: Geradlinigkeit, Zugewandtheit, Überzeugungskraft, Verläßlichkeit und vor allem dieser besondere Sinn für Humor und Pointe. So unterschiedlich sie ihrer Parteizugehörigkeit nach waren – der eine führender Kopf in der CSU, der andere aus dem Leitungskader der Kommunistischen Partei -, verstanden sie einander doch prächtig und waren einander in freundschaftlichem Respekt zugetan. Gute Menschen eben.

Russische Wochen in Erlangen 2016: Reinhard Beer, Peter Steger, Nikolaj Winogradow und Christine Flemming

Russische Wochen in Erlangen 2016: Reinhard Beer, Peter Steger, Nikolaj Winogradow und Christine Flemming; Photo: Günter Wolf

Es war wohl sein Credo von der Macht der guten Menschen, sein Glaube an jene, die für Verständigung und Versöhnung eintreten, gemischt mit seinem verschmitzten Witz, was das Publikum am Montagabend im Club International der Volkshochschule so für den Referenten einnahm. Sicher aber auch seine große Dankbarkeit dafür und seine ansteckende Freude darüber, was er alles in seiner aktiven Zeit in der Zusammenarbeit mit Erlangen hat erleben und gestalten dürfen: besonders das Erlangen-Haus und der Blaue Himmel, die ohne Nikolaj Winogradows Unterstützung – auch wenn er selbst das nie so formulieren würde – kaum hätten Wirklichkeit werden können.

Russische Wochen in Erlangen 2016: Siegfried Balleis, Rudolf Schwarzenbach und Klaus Wrobel

Russische Wochen in Erlangen 2016: Siegfried Balleis, Rudolf Schwarzenbach und Klaus Wrobel, im Hintergrund Dieter Argast; Photo: Günter Wolf

Zum gestrigen Abschiedsessen lud denn auch Nikolaj Winogradow, der heute wieder die Heimreise antritt, all seine engsten Erlanger Freunde ein – und erlebte etwas, das zu dieser Bürgerpartnerschaft gehört und doch immer wieder überrascht: Er begegnet einem alten Bekannten aus Wladimir, Fjodor Lawrow, der, eben erst angekommen, als Gründungsmitglied von Rotary Wladimir zur Ausarbeitung eines neuen Projekts bei seinen deutschen Klubfreunden zu Gast ist. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte, die ein andermal zu erzählen ist.

Angelika Balleis, Ludmila Winogradowa, Ludmila Kondratenko, Fjodor Lawrow, Dietmar Hahlweg, Klaus Wrobel, Siegfried Balleis, Peter Steger, Nikolaj Winogradow, Rudolf Schwarzenbach und Rainer Hornschild

Angelika Balleis, Ludmila Winogradowa, Ludmila Kondratenko, Fjodor Lawrow, Dietmar Hahlweg, Klaus Wrobel, Siegfried Balleis, Peter Steger, Nikolaj Winogradow, Rudolf Schwarzenbach und Rainer Hornschild; Photo: Nadja Steger

Es blieb schließlich Dietmar Hahlweg überlassen, prägnant dem Geist der Begegnungen mit Nikolaj Winogradow und der Partnerschaft insgesamt Ausdruck zu verleihen: „Wir sind alten Freunden treu und für neue immer offen.“ Ein Wahlspruch, der sich über mehr als 30 Jahre bewährte, eine Maxime, die noch lange Zeit währen möge.

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„Nichts brauchen wir derzeit mehr als solche Inseln der Freundschaft“, betont Nikolaj Winogradow immer wieder bei seinem Wiedersehen mit Freunden in Erlangen. Der ehemalige Gouverneur der Region Wladimir hat in seiner Amtszeit von 1997 bis 2013 und bereits davor als Abgeordneter und späterer Präsident der Gesetzgebenden Versammlung (Duma) alles getan, um die Zusammenarbeit der Partnerstädte zu fördern, ohne sich in die interkommunalen Beziehungen einzumischen. Kaum eine offizielle Delegation aus Erlangen, die nicht von ihm empfangen worden wäre, kein Großprojekt – wie das Erlangen-Haus oder der Blaue Himmel -, das er nicht maßgeblich unterstützt hätte. Kurzum: Die Bürgerpartnerschaft wäre nicht, was sie ist ohne das Mitwirken von Nikolaj Winogradow, der bei all seinen Besuchen in Erlangen – der letzte liegt nun freilich schon bald zehn Jahre zurück – immer auch das Gespräch mit Ehrenamtlichen und Interessierten suchte, besonders im Forum der Volkshochschule, wo er bereits in den 90er Jahren in dem von Klaus Wrobel geleiteten „Arbeitskreis Wladimir“ seine Sicht der Dinge vorstellte.

Ludmila und Nikolaj Winogradow

Ludmila und Nikolaj Winogradow

Stets anschaulich, pragmatisch und konstruktiv, ganz so wie er, ursprünglich aus dem Baugewerbe kommend, auch Politik machte. Nie ideologisch, wenngleich leitendes Mitglied der Kommunistischen Partei, sondern stets, wie ihm auch heute noch festzustellen wichtig ist, nach dem Buchstaben des Gesetzes und im Geist der Menschenliebe. Allein schon die lange Amtszeit, die übrigens mit der von Altoberbürgermeister Siegfried Balleis zusammenfällt, weist darauf hin, welch großen Respekt er sich in der Bevölkerung seiner Region erworben hatte. Man darf also gespannt sein, wenn Nikolaj Winogradow morgen um 20.00 Uhr im Club International der Volkshochschule mit seinem Vortrag über die gegenwärtige Lage in seinem Land – mit anschließender Diskussion – die Russischen Wochen eröffnet.

Siegfried und Angelika Balleis, Ludmila und Nikolaj Winogradow sowie Ludmila Kondratenko

Siegfried und Angelika Balleis, Ludmila und Nikolaj Winogradow sowie Dolmetscherin Ludmila Kondratenko

Wer jetzt noch nicht neugierg geworden ist, sei versichert, kein knochentrockenes Polit-Referat absitzen zu müssen, denn bei allem notwendigen Ernst, mit dem er jede Sache angeht, sitzt ihm der Schalk im Nacken, weiß er alles mit Humor zu nehmen. Kleine Kostprobe gefällig? Von seinem deutschen Freund darum gebeten, sich ins Gästebuch einzutragen, überlegt Nikolaj Winogradow kurz und lockert die Gedanken erst einmal mit einem Witz: Trifft ein Wolf im Wald ein Pferd. „Dich will ich fressen“, knurrt der Räuber seine Beute an. „Darfst du nicht!“ bekommt er da als Antwort zu hören. „Wie das? Ich darf, was ich will!“ – „Eben nicht, ich gehöre nämlich der Kolchose.“ – „Das kann jeder behaupten. Beweise mir das erst einmal.“ – „Ganz einfach: Das steht auf meinem Schweif. Schau doch nach, da kannst du es selber lesen.“ Der Wolf geht um das Pferd herum, sieht sich den Schweif an und bekommt im selben Moment einen Schlag mit dem Huf. Als er wieder zu sich kommt, kratzt er sich den Kopf und brummt: „Ich bin dir aber aber auch ein Blödmann. Ich kann doch gar nicht lesen…“

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