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Posts Tagged ‘Sergej Sujew’


Nach dem persönlichen Dank https://is.gd/UBkVKg kam gestern bei der offiziellen Verabschiedung von Josef Dobeneck aus dem Amt des Dekans, das er 25 Jahre bekleidete, das Vergelt’s Gott aus Moskau und Wladimir für all das Gute, das der Geistliche für die Städtepartnerschaft wirkte:

Lieber Pfarrer Dobeneck,
von Pfarrer Sergej Sujew über Ihr Ausscheiden aus dem langjährigen Amt des Dekans unterrichtet, nutze ich die Gelegenheit, Ihnen meine Dankbarkeit für all das zum Ausdruck zu bringen, was Sie für die Unterstützung der katholischen Gemeinde in Wladimir geleistet haben. In vielerlei Hinsicht ist die Stabilität dieser Gemeinde ein Verdienst Ihrer Amtszeit als Dekan von Erlangen, der Partnerstadt von Wladimir. Mich freut besonders, die Freundschaft zwischen der Jugend der Wladimirer Pfarrgemeinde und der Jugend aus Erlangen zu sehen. Besonders danken möchte ich Ihnen und all den anderen, die einen nicht unerheblichen Anteil an der Sammlung von Mitteln für den Bau des Pilgerzentrums der Rosenkranzgemeinde haben. Ich hoffe, wir können schon bald das Ergebnis dieser Bemühungen sehen!

Bitte nehmen Sie meine besten Wünsche für Ihre Gesundheit, ein langes Leben und Freude am Dienst für Gott und die Menschen entgegen!

Im Gebet verbunden
Ihr
Erzbischof Paolo Pezzi
Metropolit der Erzdiözese der Gottesmutter in Moskau

Peter Steger und Josef Dobeneck

Hochwürdiger und in Christo geliebter Pfarrer Josef,

gestatten Sie mir, mich in die Vielzahl der Gratulationen oder, genauer gesagt, in die Vielzahl der Danksagungen für Ihren langjährigen seelsorgerischen Dienst für Gott und die Menschen einzureihen!

Wir sind Ihnen unendlich dankbar für diese Jahre, in denen Sie in Ihrem Herzen und Gedanken einen Platz für die katholische Gemeinde in Wladimir fanden! Dank Ihrer Anteilnahme schlossen wir eine echte Freundschaft und gewannen die Unterstützung vieler Menschen in Erlangen und Bamberg! All diese Anteilnahme ermöglichte es unserer Gemeinde, in den Jahren des Werdens und Entstehend auf die Beine zu kommen.

Dank dem Verein „Nadjeschda“ schöpften wir Hoffnung auf Hilfe und Unterstützung. In diesen Jahren ging der Jugendaustausch nun schon in der zweiten Generation weiter. Die von uns begonnene Sache lebt also und entwickelt sich weiter…

Dies alles sind die guten Früchte Ihres Dienstes! Gute und erfreuliche Früchte!

Wir allen hoffen, noch viele solcher Früchte und Ergebnisse Ihrer Anteilnahme zu sehen. So hoffen wir etwa im bald fertiggestellten Pilgerzentrum ein weiteres Beispiel auch und gerade Ihrer Anteilnahme und Sorge erblicken zu können!

Lieber Pfarrer Josef, wir beten zu unserem Herrn um Gesundheit für Sie, um die Fülle des Segens, der auf all Ihren guten Werken ruhen möge, um Frieden und Freude für Ihr Herz! Unser FREUND lebe hoch!

Im Namen der katholischen Gemeinde Wladimir

Ihr dankbarer Freund, Sergej Sujew, Gemeindepfarrer

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Bei meinen letzten Sprachaufenthalten in Wladimir habe ich vor allem eines gelernt: man MUSS zu Hause dranbleiben. Bisher habe ich mich an diese Weisheit nicht gehalten bzw. nicht halten können, da mein Terminkalender regelmäßige Termine wie z.B. Sprachkurse nicht erlaubt. Also fuhr ich wieder einmal mit dem Gefühl ins Erlangen-Haus, von vorne anfangen zu müssen. Aber glücklicherweise kramt meine Lehrerin, Natalia Dumnowa, dann doch einiges aus meinem Langzeitgedächtnis hervor.

Dieses Mal war der spannendste Augenblick allerdings in Frankfurt, als ich nicht nur zum Sprengstofftest auserwählt wurde, sondern dieser auch noch positiv war. Umringt von einem Polizisten mit Maschinengewehr, einigen weiteren Polizisten und einer sehr netten Dame vom Zoll, durfte ich also alles, wirklich alles auspacken, was nicht wenig war, da ich alles im Handgepäck hatte.

Die beiden staunten nicht schlecht, als vier Hefte Russisch-Grammatik, Übungen und Vokabeln, zwei Mappen mit Grammatiktabellen, ein Gedichtband von Rilke, Kinderbücher, ein Indianermärchen und ein Krimi zum Vorschein kamen. Dazu drei Pfund Kaffee von Amir, dem Kaffeemann, sanft geröstet für die Kaffeepausen und acht Paar hübsche Söckchen für das Team vom Erlangen-Haus.

Der Polizist erklärte mir, schon Glycerin in Handcreme könne ein falsch-positives Ergebnis bringen. Ich werde dennoch vor dem Rückflug meine Gepäckstücke mit einem Reinigungsmittel säubern, denn nicht immer ist man mit soviel Zeitreserve am Flughafen.

Aber zurück ins Klassenzimmer: Der Unterricht ist wirklich „Erste Klasse“, denn dank der modernen Medien, der aufwendigen Vorbereitung der Lehrerin und der Hartnäckigkeit, auch kleine Fehler zu korrigieren, und vor allem, weil man im Einzelunterricht immer dran ist, kann man richtig eintauchen in diese wunderschöne Sprache. Das macht Freude, man lernt wieder, zu lernen und wünscht sich, es möge nicht schon nach einer Woche wieder zurückgehen.

Elisabeth Preuß und Natalia Dumnowa

Irgendwann mache ich mir mal ein Geschenk: einen ganzen Sprachsommer in unserer Partnerstadt. Beim Einkauf im Supermarkt nach dem Unterricht gab es dann noch eine große Freude: Plötzlich sah ich mich dem katholischen Pfarrer, Sergej Sujew, gegenüber, der nach der freudigen Begrüßung kaum glauben wollte, daß ich alleine, ohne Begleitung/Aufsicht von Peter Steger, in Wladimir bin.

Vielleicht heißt das, daß ich ja doch schon einiges gelernt habe!

Bürgermeisterin Elisabeth Preuß

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Seit der Katholische Kaufmännische Verein in St. Sebald Gastrecht genießt, also seit 1989, trifft sie sich Mitte August Jahr für Jahr zu einem Grillabend im Pfarrgarten. Gestern genossen die KKV-Mitglieder und die Pfarrangehörigen nicht nur einen gemütlichen und unterhaltsamen Abend bei angenehmen Wetterbedingungen, sondern sie konnten sich auch über zwei besondere Gäste freuen, die der KKV-Vorsitzende, Kurt Reiter, eingeladen hatte: Sergej Sujew, Pfarrer der katholischen Rosenkranzgemeinde, und seinen orthodoxen Amtsbruder, P. Warfolomej, aus Wladimir.

Georg Kaczmarek, P. Warfolomej, Kurt Reiter und Sergej Sujew

Seit Pfarrer Ferdinand Böhmers und Rolf Bernards Zeiten pflegt St. Sebald eine besondere Verbindung zur Rosenkranzgemeinde in der Partnerstadt. Eine riesige Überraschung war die Begegnung mit Mecki Bernard, der Witwe von Rolf Bernard, die eine enge Freundschaft mit Sergej Sujew verbindet.

Georg Kaczmarek, Sergej Sujew, Mecki Bernard, P. Warfolomej und Kurt Reiter

Nach dem gemütlichen Teil wollte der Gast einen elektronisch gespeicherten Film im Klubraum zeigen. Schnittstellenprobleme mit der zur Verfügung stehenden Technik führten zwar anfangs zu einigen Problemen, doch dank der Hilfe von IT-versierten Gemeindemitgliedern funktionierte dann doch am Ende alles.

Ivanna Bartoschek und Sergej Sujew bei der Päsentation des Filmes

Die Reportage zeigt die geschichtliche Entwicklung der Rosenkranzgemeinde und berichtet von der Diasporasituation der Katholiken in der orthodoxen Mehrheitsgesellschaft. Viel Raum nimmt auch der Werdegang von Sergej Sujew ein, vom sechsjährigen Chorknaben über das Musikstudium am Petersburgen Konservatorium bis zum katholischen Priester, der auf die Frage aus dem Publikum nach seinem Motiv Pfarrer zu werden, wortwörtlich antwortete: „Über die Kirchenmusik habe ich zum katholischen Christentum gefunden, obwohl ich aus einem sehr gläubigen orthodoxen Elternhaus stamme“. Breiten Raum nimmt auch die Mission des Geistlichen ein, der sich zum Ziel gesetzt hat, ein Pilger- und Begegnungszentrum einzurichten, für dessen letzten Bauabschnitt er derzeit wieder in Deutschland Mittel einwirbt. Leider gibt es den Film bisher nur mit englischen Untertiteln. Aber, wie Georg Kaczmarek anregt, der die Reportage hier https://is.gd/gEoKpw bereits auf youtube eingestellt hat, helfen ja die Dozentinnen am Erlangen-Haus dabei, auch eine deutsche Fassung zu machen.

Eine auch dank der Dolmetscherin Ivanna Bartoschek vom Verein „Nadjeschda“ rundum gut gelungene Veranstaltung, die die Verbindung der beiden Gemeinden weiter vertieft hat. Am morgigen Sonntag wird denn auch, wie im Blog bereits berichtet, nach der Messe um 9.30 Uhr eine Türkollekte für die Rosenkranzgemeinde durchgeführt, deren Erlös wir Sergej Sujew vor seiner Abreise Mitte nächster Woche überreichen wollen.

Kurt Reiter und Georg Kaczmarek

P.S.: Hier gibt es noch eine kleine musikalische Einlage am Klavier von Sergej Sujew: https://is.gd/gcHYth

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Dieser Tage besucht Pfarrer Sergej Sujew Erlangen zusammen mit einer Jugendgruppe und in Begleitung seines orthodoxen Amtsbruders, P. Warfolomej. Aus diesem Anlaß veranstaltet St. Sebald am Sonntag, den 18. August auf Anregung von Kurt Reiter, Beauftragter des Pfarrgemeinderates für Internationale Kontakte und Mitglied des Fördervereins Nadjeschda, während des Gottesdienstes um 9.30 Uhr eine Türkollekte für die Rosenkranzgemeinde Wladimir. Der Erlös wird dem Geistlichen aus der russischen Partnerstadt persönlich überreicht und ist für die Aufwendungen der katholischen Gemeinde dort bestimmt.

Sergej Sujew und Kurt Reiter

St. Sebald war maßgeblich an der Wiedergründung der Rosenkranzgemeinde Wladimir Anfang der 90er Jahre beteiligt, führt nicht die erste Türkollekte durch und übernimmt eine Art Patenschaft über die Katholiken der Partnerstadt. Wer mehr darüber erfahren möchte, komme an Mariä Himmelfahrt, am 15. August, ab 18.00 Uhr zum Grillabend in den Garten von St. Sebald, Egerlandstraße 22.

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In den Osterferien setzte die Nadjeschda-Jugend ihren Austausch mit Wladimir fort. Hier der Bericht zu den Begegnungen in Wladimir, Nischnij Nowgorod und Moskau:

Erster Treffpunkt war der Nürnberger Bahnhof. Gemeinsam ging es dann mit dem Zug nach Frankfurt und mit dem Flieger nach Moskau. Am Flughafen Domodjedowo angekommen, warteten schon die ersten russischen Teilnehmer und begleiteten uns in einem Bus direkt nach Ladoga. In dem Freizeitcamp nahe Wladimir sollten wir während der nächsten Tage die meiste Zeit miteinander verbringen. Obwohl es schon spät in der Nacht war, als wir ankamen, begrüßten uns viele vertraute und auch ein einige neue Gesichter.

Ladoga – unser Zuhause nahe Wladimir

Ausgeschlafen und gestärkt durchs Frühstück, lernten sich am nächsten Tag alle Teilnehmer bei verschiedenen Spielen auf dem Gelände kennen. Den ersten Abend grillten und kochten wir und ließen ihn zusammen singend ausklingen.

Für den nächsten Tag ließen sich die russischen Gastgeber ein spannendes,  nicht ganz einfaches und Kooperation verlangendes Spiel einfallen, um die Stadt Wladimir kennenzulernen. Am Abend war ein entspannter Filmabend geplant, der sich auf noch einen weiteren Abend ausweiten sollte und eine gute Basis bot, um über Vorurteile und die Wahrnehmung der russischen Gesellschaft zu diskutieren.

Auch die darauffolgenden Tage boten viele Möglichkeiten, sich untereinander auszutauschen und das Leben unserer Freunde kennenzulernen. Auf einem Besuch an der Staatlichen Universität, an der die meisten hier teilnehmenden Russen studieren, folgte eines der Highlights dieses Austausches, der Besuch des Nadjeschda-Fonds in Wladimir.

Dieser staatlich geförderte Verein kümmert sich um Waisenkinder und bietet ihnen einen Ort, an dem sie ein Leben lang willkommen sind. Zusammen mit den anwesenden Jugendlichen lernten wir die traditionellen russischen Pfannkuchen (Bliny) zuzubereiten, mit einer wahrhaften Künstlerin malten wir Ostereier an und übten einen russischen Volkstanz ein. Klar wurden auch zahlreiche Runden Tischfußball gespielt, wenn schon ein Tisch im Raum steht.

Am Abend gingen wir zusammen in eine Bar, wo wir sehr zu unserer Freude Musikinstrumente vorfanden, und so übertrafen sich die musikalischen Talente in unserer Gruppe gegenseitig. Das erste Geburtstagskind im diesjährigen Austausch wurde, wie es sich hier gehört, auf einem Stuhl sitzend hochgehoben und gefeiert.

Jugendgruppe mit Pfarrer Sergej Sujew

Unser Kosake von letztem Jahr (manche Teilnehmer erinnern sich) besuchte uns diesmal direkt in unserem Camp und zeigte uns einige Trainingsspiele, die jedes für sich kräfteraubend war. Zuletzt durfte noch jeder feststellen, wie schwierig es ist, mit einem Pfeil und Bogen eine Zielscheibe zu treffen. Ausgepowert kam uns die Banja an diesem Abend sehr gelegen!

Hand- und Spanndienste auf dem Gelände der Rosenkranzgemeinde

Am nächsten Tag durften wir an einem russischen Sozialprojekt teilhaben. In kleinen Gruppen besuchten wir Senioren und halfen Ihnen in im Haushalt. Aber nicht nur Fensterputzen, Saugen und Wischen gehörte dazu, sondern auch interessante Gespräche mit den älteren Menschen, die uns einiges aus Ihrem Leben erzählten. Die Wiederholungstäter dieses Austausches, die diesen Programmpunkt schon von den letzten Jahren kannten, trugen diesmal dazu bei, das Gelände der katholischen Gemeinde für den Sommer wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Wieder vereint, ging es in die Universität, in der wir uns beim Fußballspielen verausgabten, um uns danach von einem professionellen Karate-Meister Übungen zeigen zu lassen, wie wir uns gewaltlos verteidigen können.

Freunde, Familie und ihr Alltag

Besonders erwartet wurde natürlich der darauffolgende Tag. Rent-a-German stand bevor. Nach einer morgendlichen Freizeit in Wladimir teilten sich die deutschen Teilnehmer auf, um einen typischen Alltag ihrer russischen Freunde kennenzulernen. Ein paar hatten die Chance eines der vielen Studentenwohnheime hier von innen zu sehen und  kamen so mit weiteren Studenten zusammen, mit denen sie gemeinsam Borschtsch kochten. Andere besuchten einen Deutsch-Kurs und staunten nicht schlecht, wie viel die Kursteilnehmer schon verstehen und sprechen konnten. Für manche ging es zu Familien nach Hause, wo sie sich definitiv nicht hungrig verabschiedeten.

 

Nischnij Nowgorod – die Börse des Landes

Um noch etwas mehr vom Land sehen zu können, fuhren wir früh am nächsten Morgen gemeinsam mit dem Zug in das etwa 200 km entfernte Nischnij Nowgorod. Die 1,2 Millionen Einwohner zählende Stadt liegt am Zusammenfluß der Oka und der Wolga und ist von großer Bedeutung für die russische Geschichte.

Abfahrt vom Bahnhof Wladimir

Durch eine spannende Stadtführung erhielten wir einen Einblick in die Drehscheibe des russischen Handels. Ein Besuch im Technikmuseum erlaubte uns, die vielen technischen Meisterleistungen hier zu bewundern, und das Arsenal-Museum gab unter anderem einen Vorgeschmack auf die russische Avantgarde. Zum Besuch dieser Stadt gehörte selbstverständlich auch eine Gondel-Fahrt über die Wolga.

Am Abend wurde gemeinsam gekocht, was die Beteiligung aller erforderte. Wir kombinierten Schnitzel mit Gemüse und Salat aus der russischen Küche. Nachdem alle satt und zufrieden waren, wurde unser zweites Geburtstagskind gefeiert.

Zurück nach Moskau

Mit dem Zug ging es wieder nach Moskau. Dort wartete auch einer der russischen Teilnehmer mit seiner Führung über den Roten Platz auf uns und erklärte all die historischen Sehenswürdigkeiten. Den letzten Abend verbrachten wir mit Speis, Trank und vielen tiefen Gesprächen. Denn wir wußten ja, der morgige Tag bedeutete Abschied nehmen.

Vor der Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz

Auch diesmal entstanden wieder viele neue Freundschaften und alte festigten sich. All die schönen Erinnerungen der vergangenen Tage lassen doch sehr auf ein baldiges Wiedersehen hoffen.

Robert Papon

 

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Katholische Geistliche legen keinen besonderen Wert auf ihren Geburtstag. Mit der Priesterweihe oder der Konfeß erleben sie eine neue Geburt im Herrn und stehen – das gilt besonders für Ordensleute – in der Nachfolge eines Heiligen. So ist es denn auch kein Fauxpas, wenn der Blog erst heute daran erinnert, daß gestern Sergej Sujew, der sich als Priester altrussisch nach dem Heiligen Sergij nennt, seinen 50. Geburtstag feiern konnte. Deshalb hier auch keine Würdigung seiner Person, auch wenn es dafür weiß Gott genug Gründe gäbe, sondern die Pressemitteilung der Wladimirer Staatskanzlei zu einem Ereignis, das bereits am 26. November 2018 stattfand und exemplarisch zeigt, wie mustergültig sich die Katholiken auf allen Ebenen in das Miteinander von Religionen und Konfessionen der Region Wladimir eingebunden wissen.

Empfang im Weißen Haus, der Staatskanzlei der Region Wladimir, für Paolo Pezzi und Sergej Sujew

Am 26. November empfing Gouverneur Wladimir Sipjagin den Metropoliten der römisch-katholischen Erzdiözese der Gottesmutter in Moskau, Erzbischof Paolo Pezzi, der der Region Wladimir einen pastoralen Besuch abstattet. Wladimir hatte er bereits im Jahr 2011 einmal zur V. Internationalen wissenschaftlich-praktischen Mariä-Schutz-und-Fürbitt-Konferenz besucht.

Paolo Pezzi und Sergej Sujew

Bei der Begrüßung des Gastes auf dem altehrwürdigen Boden Wladimirs dankte der Gouverneur für die fruchtbare Zusammenarbeit der katholischen Kirche mit unserer Region. Dies betreffe vor allem das kulturelle Leben, bemerkte Wladimir Sipjagin. Schon seit langer Zeit werden in der Wladimirer Rosenkranzkirche Konzerte mit klassischer Musik oder Orgelwerken sowie literarisch-kulturelle und Vorträge zur Erwachsenenbildung für die Gemeindemitglieder und sonstige Interessierte veranstaltet.

Ich möchte der Wladimirer katholischen Gemeinde für die Organisation dieser Veranstaltungen danken. Sie festigt nicht nur die Spiritualität und den Glauben der Menschen, sondern hilft auch, unserer Jugend die besten Beispiele der Weltmusikkultur näherzubringen.

Paolo Pezzi und Wladimir Sipjagin

Der Gast merkte seinerseits an, die Region Wladimir gehöre zu seinen Lieblingsgegenden in dem Land, in dem er schon seit mehr als 20 Jahren lebe:

Ich bin gerne hier. Ungeachtet dessen, daß die katholische Gemeinde Wladimirs nicht besonders groß ist und nur etwas mehr als 200 Seelen zählt, ist sie, wie mir scheint, organisch und produktiv mit der hiesigen Gesellschaft verwoben. Mit Unterstützung der Regionalregierung führt man hier einen konstruktiven Dialog zwischen den verschiedenen Konfessionen.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs diskutierte man weitere Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit.

Rosenkranzkirche, gesehen von Wladimir Fedin

Zur Erinnerung: Die katholische Gemeinde in Wladimir wurde 1891 von Balten und Polen, meist Militärs, die hier stationiert waren, gegründet. 1892 begann man mit dem Bau der Kirche im neugotischen Stil, der Anfang 1894 schon abgeschlossen war. 1904 erhielt die Gemeinde den Autonomiestatus und zählte Anfang des 20. Jahrhunderts mehr als 1.000 Mitglieder. Nach der Oktoberrevolution im Jahr 1917 blieb die Kirche zunächst noch bis 1930 geöffnet, der letzte Pfarrer der Gemeinde, Anton Dziemszkiewicz, starb 1937 den Märtyrertod. Später nutzte man den Kirchturm als Sendemast, das Schiff u.a. als Schuhmacherei; sogar Wohnungen richtete man hier ein. Erst ab 1990 begann mit Unterstützung aus Erlangen der Wiederaufbau von Gemeinde und Kirche, die am 24. Juli 1993 mit dem italienischen Pfarrer, Stefano Caprio, neu geweiht wurde. Seit 2004 steht der aus Sankt Petersburg stammende Sergij Sujew der Gemeinde vor. Der Geistliche fungiert als Mitglied des Regionalrates für zwischennationale und interkonfessionelle Beziehungen und gehört der Regionalen interkonfessionellen Kommission sowie dem Zivilgesellschaftlichen Rat des Innenministeriums der Region Wladimir an. Die Rosenkranzgemeinde dient seit Jahren als Zentrum für den interkonfessionellen Dialog, und sowohl die Protestanten als auch die Mitglieder der Armenischen Apostolischen Kirche feiern hier Gottesdienst. Ganz zu schweigen von dem interkonfessionellen Jugendaustausch mit Erlangen und dem Bau des Pilgerhauses, Themen, von denen sicher auch hier wieder bald zu berichten sein wird.

 

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Auch wenn man sagen könnte „alle Jahre wieder“, ist es doch alles andere als eine Selbstverständlichkeit, wenn der Staatliche Regionalsender des Gouverneurs Wladimir auch heuer wieder am Heiligen Abend die Weihnachtsbotschaft von Sergej Sujew ausstrahlte, der nicht nur für seine insgesamt höchstens 500 katholischen Seelen spricht, wenn es im Vorspann zu Sendung heißt:

Die römisch-katholische Kirche in Wladimir

Heute feiern die Katholiken auf der ganzen Welt den Heiligen Abend. In der Katholischen Kirche zum Heiligen Rosenkranz der Allerheiligsten Jungfrau Maria ist alles bereit für das Fest: feierliche Girlanden, der Christbaumschmuck, die Weihnachtssterne, die Krippe und das Konzertprogramm. Und wenn Pfarrer Sergej Sujew dann selbst sagt:

Ich begrüße Sie alle, besonders freudig all jene Christen, die nach dem westlichen Kalender heute die Geburt Christi feiern. Heute ist Heiliger Abend, der Vorabend der Geburt Christi, und natürlich möchte ich an diesem Tag allen herzlich gratulieren und Freude sowie den Segen für dieses Freudenfest wünschen, das wir Katholiken heute auf besondere Weise begehen. Morgen dann, am eigentlichen Weihnachtsfest, am 25. Dezember, finden zwei Gottesdienste statt, um 12 Uhr mittags und für alle, die arbeiten, um 19 Uhr am Abend. Diese Tage bringen uns auch dem Neuen Jahr näher. Wir haben dazu ein herrliches Konzertprogramm vorbereitet. Am 29. Dezember gibt es gleich zwei Auftritte. Und vom 2. Januar an gibt es jeden Tag Orgel- und Kammermusikkonzerte. Ich wünsche allen Frohe Weihnachten. Ich wünsche Ihnen Gesundheit, Frieden in der Seele, Frieden auf den Straßen unserer Stadt, unseres ganzen Landes und auf der ganzen Welt. Möge Gott, der so klein und schutzlos in unsere Welt kam, uns darin bestärken und uns die Vorfreude auf etwas Heiliges und Gutes schenken.

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