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Posts Tagged ‘Sergej Sacharow’


Am 30. März vergangenen Jahres kam eine gar düstere Geschichte ans Licht. Jemand hatte geplant, Sergej Sacharow, den ehemaligen Oberbürgermeister von Wladimir und jetzigen Stadtdirektor von Susdal, zu entführen, um Lösegeld zu erpressen. Festgenommen hatte man einen 29jährigen Mann, den der Inlandsgeheimdienst seit Herbst 2015 beobachtete und verdächtigte, den Politiker in einer eigens angemieteten Garage am Stadtrand von Wladimir mit verschiedenem Werkzeug foltern zu wollen – etwa Finger abzuschneiden oder Zähne abzufeilen -, um mittels der Schmerzensschreie, die der Erpresser den Verwandten zuzuspielen vorhatte, seiner Forderung nach zehn Millionen Rubeln Nachdruck zu verleihen. Ausführen wollte der Verkaufsleiter mit einem durchaus ansehnlichen Monatseinkommen von 50.000 Rubeln mit einem vorbestraften Komplizen, der weitere Helfer anwerben sollte, aber an verdeckte Ermittler geriet. Da hatte der Verdächtige aber schon den mutmaßlich reichen Sergej Sacharow im Visier und seinen Weg zur Arbeit von Wladimir nach Susdal ausgekundschaftet. Zwei Mal war er dem Politiker sogar bis in die Nachbarstadt gefolgt, um zu sehen, ob die Entführung dort besser zu bewerkstelligen sei.

Sergej Sacharow vor dem Hintergrund von Susdal

Der Spuk, von dem Sergej Sacharow erst kurz vor der Verhaftung des verhinderten Täters erfuhr, ist nun vorüber und juristisch geklärt. Neun Jahre Haft und ein weiteres Jahr in Sicherheitsverwahrung lautete dieser Tage das Urteil für Lew Kruglow, der übrigens seine Unschuld beteuert, alles auf falsche Freunde schiebt, die ihn angestiftet haben sollen, und die Sache als Provokation ausgibt, während die Ermittler weitere Ergebnisse ihrer Arbeit publik machten: Es waren weitere Entführungen von Politikern aus der Regionalregierung sowie eine führenden Mitarbeiters eines Handelszentrums geplant, und mit der Beute wollte sich der als voll zurechnungsfähig eingestufte Erpresser nach Weißrußland oder Deutschland absetzen. Nun sitzt er aber erst einmal ein, und Sergej Sacharow, der sich übrigens den Gerichtstermin und die damit verbundenen Gegenüberstellung mit seinem vorsätzlichen Peiniger erspart hatte, kann heute unbesorgt das Stadtfest in Susdal feiern, worüber sich seine Freunde freuen, heute und alle Tage.

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Ende März hatte sich die erneuerte Leitung des 2007 gegründeten „Rates zur Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung“, der dem Präsidenten des Landes zugeordnet ist, konstituiert. Im Führungsgremium – Sergej Sacharow, von 2011 bis 2015 Oberbürgermeister von Wladimir und seit 2016 Oberstadtdirektor von Susdal.

Sergej Sacharow, vierter v.l.

Bei der Jahresversammlung am 5. August in Kirow schlug der Lokalpolitiker nun Wladimir Putin vor, das Finanzsystem für kleine Städte von historischer Bedeutung dahingehend zu ändern, daß ein größerer Anteil der Steuern auf Einkommen, Besitz und Grund vor Ort verbleibt. Bleibe alles wie bisher, fehle das Geld, um – meist ohne viel Gewerbe oder gar Großbetriebe – all die zusätzlichen Aufgaben von touristisch attraktiven Gemeinden zu erfüllen. Vom Gesamtaufkommen der drei genannten Steuern dürfe Susdal bisher gerade einmal 10% im eigenen Haushalt verwenden, der Rest gehe zu 5% an den Landkreis Susdal und zu 85% an das Gouvernement Wladimir. Laut der Nachrichtenagentur RIA habe das Staatsoberhaupt zunächst gescherzt, wenn man in dem Bereich etwas verändere, werde sich jede Kleinstadt als historisch bedeutend erklären, fügte dann aber doch im Ernst dazu, es lohne über den Vorschlag nachzudenken, zumal „wir nur ein Susdal haben“. Und das „russische Rothenburg“ begeht ja 2024 das tausendjährige Gründungsjubiläum, soll also in all seinem historischen Glanz erstrahlen. Durchaus möglich deshalb, daß der gute Rat aus Susdal Wirkung zeigt.

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Unter diesem Motto startete gestern morgen im Expograd vor den Toren von Krasnodar der Arbeitstag der 14. deutsch-russischen Städtepartnerkonferenz mit einem ganzen Reigen von Diskussionsveranstaltungen mit Kurzvorträgen. Wer die als Biennale angelegten Veranstaltungen aus früheren Jahren kennt, weiß wie detailverliebt die Organisatoren das Programm gestalten.

Sergej Sacharow und Sergej Siwajew

Da gibt es einen Markt der Möglichkeiten, wo sich Initiativen mit ihren völkerverbindenden Aktivitäten präsentieren können, vor allem aber bespricht man in Arbeitsgruppen laufende und künftige deutsch-russische Projekte unterschiedlichster Ausrichtung.

Matthias Platzeck in der Arbeitsgruppe

Es geht um Wirtschaftskontakte, die helfen sollen, in schwierigen Zeiten durch Handel und Wandel die Zukunft gemeinsam zu schaffen. Man entwickelt eine Gedenkkultur, die an die in Leid und Freude verbindende Geschichte um der Zukunft willen erinnert. Kooperationsangebote in den Bereichen Bildung, Sprachförderung und Jugend stehen auf der Agenda, während der Sport seinen Beitrag zu Verständigung und Toleranz leisten soll. Schließlich kommen auch „aktive Bürger ins Gespräch“ und erörtern soziale Fragen im Rahmen von Städtepartnerschaften.

Elisabeth Preuß in der Arbeitsgruppe

In einer sechsten Gruppe sitzen all jene, darunter auch Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, zusammen, die sich, unterstützt von Sergej Sacharow, ehemaliger Oberbürgermeister von Wladimir und jetziger Stadtdirektor von Susdal, sowie von Sergej Siwajew, Professor an der Moskauer Hochschule für Urbanistik und einst erster stellv. Bürgermeister von Wladimir, den „aktuellen Herausforderungen der Kommunen und Perspektiven in der Zusammenarbeit“ stellen wollen.

Sergej Siwajew bei seinem Vortrag zur Rolle der Städte bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Es geht um Fragen wie Energieeffizienz und Verkehrssysteme in der Verantwortung von Kommunen, um das Bemühen, die Städte lebenswerter zu machen, die Bürgerschaft in Entscheidungen der Politik frühzeitig einzubinden und an allen Prozessen zu beteiligen, den Lebensraum der Menschen zukunftsfähig zu machen und nachhaltig zu wirtschaften.

Sergej Sacharow bei seinem Vortrag

Fachleute aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie oder der Deutschen Energieagentur sowie aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung stellen ihre Expertise den russischen Kollegen und den Partnerstädten zur Verfügung. Mehr noch: Es gibt die Möglichkeit sich an einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu beteiligen, die zum Ziel hat, deutsche und russische Städte bei ihrem gemeinsamen Streben nach einer nachhaltigen kommunalen Entwicklung zu unterstützen. Mit dabei die Paare Dresden – Sankt Petersburg, Gelsenkirchen – Nischnij Nowgorod sowie Erlangen – Wladimir auf der Suche nach Konzepten für die Stadt der Zukunft im Rahmen einer deutsch-russischen Kooperation für nachhaltiges Wirtschaften im urbanen Raum.

Elisabeth Preuß bei ihrem Vortrag

Elisabeth Preuß wirbt mit ihrem Vortrag dafür, die Erfahrungen Erlangens mit der Verlagerung des zentralen Siemens-Standorts auf den Campus im Süden der Stadt für Wladimir nutzbar zu machen, denn dort steht man wegen der Lage von Betrieben, die einst prägenden Charakter hatten und heute in großen Teilen brachliegen, vor durchaus vergleichbaren Herausforderungen. Ob aus dem Ansatz ein gemeinsames Projekt wird, vermag derzeit noch niemand zu sagen, aber den Schweiß der Tüchtigen ist die Sache in jedem Fall wert.

Elisabeth Preuß im Gespräch mit Maria Josten und Tanja Abendschein-Angerstein

Im übrigen ist es durchaus erstaunlich, was die russischen Städte unter teilweise recht schwierigen Bedingungen aus eigener Kraft auf die Beine stellen. Etwa Susdal, dem es mit Hilfe von Fördermitteln der Zentralregierung und der Regionalverwaltung gelungen ist – übrigens in enger Abstimmung mit den Einwohnern der Museumsstadt – ein neues System für die Straßenbeleuchtung einzurichten, das nicht nur Energie und Kosten spart, sondern auch noch „Luft“ läßt, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nachts anzustrahlen. Jetzt will man auch noch die veraltete Steuerungstechnik modernisieren, alles im Hinblick auf 2024, das tausendjährige Jubiläum der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Rings.

Nach getaner Arbeit: die Gruppe „Stadt der Zukunft“

Prognosen sind bekanntlich schwierig, besonders dann, wenn sie die Zukunft betreffen. Aber eines zeigt die Konferenz von Krasnodar schon jetzt, auch wenn sie erst heute zu Ende geht: Es braucht einem nicht bange zu sein, um das Fortbestehen der deutsch-russischen Partnerschaften. Sie erfinden sich nicht nur immer wieder neu, sondern sie erhalten auch zusehends Unterstützung von den Regierungen, können sich an staatlichen Programmen beteiligen, erfahren Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Mehr braucht es gar nicht, denn – da wiederholt Matthias Platzeck, seinerzeit selbst Stadtoberhaupt von Potsdam, gern noch einmal die Worte von Sigmar Gabriel -, „ginge es nach den Bürgermeistern, wären fast alle Probleme der Welt gelöst.“

Folkert Kiepe aus Köln, Beigeordneter des Deutschen Städtetages a.D., und Elisabeth Preuß

Dabei schätzen die Lokalpolitiker eines ganz besonders: ihre kommunale Selbstverwaltung, kraft welcher sie ja auch ihre ganz eigene Außenpolitik verfolgen, friedlich und zum gegenseitigen Nutzen, den Blick auf die Zukunft gerichtet und eingedenk der Verantwortung, die ihnen aus der Vergangenheit zuwächst.

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Aus vielen deutschen und russischen Städten machten sich in diesen Tagen diejenigen auf den Weg nach Krasnodar, die in den Begegnungen von Schülern, Sportlern, Künstlern, in Gesprächen, Diskussionen, bei Feiern, bei Treffen in der Natur und in der Banja einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung sehen.

Elisabeth Preuß, Schirmherrin der Partnerschaft mit Wladimir

Es geht um viel mehr als nur einen nüchternen Beitrag: Die schier unerschöpfliche Themenvielfalt, die engen Freundschaften, die Seminare, aber sicher auch die Schwierigkeiten und Stolpersteine auf dem Weg zu so manchem Austausch zeigen einen Weg auf, wie auf der menschlichen Ebene das erreicht werden kann, worum auch in Sitzungen in Ministerien oder Botschaften gerungen wird, stabile und ausdauernde Freundschaft zwischen unseren Ländern, zur Zeit wahrlich ein großes Ziel.

Denkmal für Alexander Newskij in Krasnodar, den Großfürsten von Wladimir seit 1252 und russischen Heerführer: „Nicht in der Stärke wohnt Gott, sondern in der Wahrheit“.

Die persönliche Begegnung, das persönliche Gespräch, das auf dieser Konferenz in der Realität Erlebte ist umso wertvoller, als in verschiedensten Medien, seltsamerweise „soziale Medien“ genannt, Nachrichten in die Welt gesetzt und per Klick gedankenlos weitergegeben werden, die nicht der Kenntnisnahme von Fakten dienen, sondern eher dem Verbreiten von Lüge, Neid und Angst.

Elisabeth Preuß vor dem Denkmal für Kaiserin Katharina II, die das einst nach ihr benannte Krasnodar gründen ließ

Da es kaum schlechtere Ratgeber gibt als Neid und Angst, hat die Konferenz in Krasnodar eine große Aufgabe: Alle Teilnehmer aus 50 deutschen und fast 100 russischen Städten werden zu Botschaftern. Zu Botschaftern in den Kommunalverwaltungen, Partnerschaftsvereinen oder Freundeskreisen – mit einer Mission: Unsere beiden Länder sind Geschwister, – nicht immer einer Meinung, aber im Wissen um die vielen gemeinsamen Aufgaben, die unter dem Dach der gemeinsamen Verantwortung für den Frieden anstehen.

Das Programm der Konferenz ist vielfältig und reicht von praktischen Aspekten wie Beteiligung bis hin zu zukunftsgerichteter Erinnerungskultur, ein Füllhorn an Ideen für alle, die das Denken und Handeln nicht anderen überlassen, sondern selbst anpacken.

Elisabeth Preuß auf dem Weg zur Konferenz

Elisabeth Preuß, Verfasserin dieser Einführung ins Thema, gehört zu jenen, die selbst anpacken bei der deutsch-russischen Verständigung, doch Erlangens Bürgermeisterin macht sich keine Illusionen: Der Weg ist noch weit, den ihr Kollege Wolfram Jäger aus Karlsruhe, Gastgeber des Kongresses vor zwei Jahren, bei der Eröffnung der 14. Partnerschaftskonferenz in Krasnodar vorzeichnet. Er baut an einer Dreieckspartnerschaft Krasnodar – Nancy – Karlsruhe und träumt von einem engen bürgerschaftlichen Netz der Kontakte zwischen deutschen und russischen Kommunen – ganz nach dem Vorbild der deutsch-französischen Aussöhnung, die übrigens auch Altoberbürgermeister Anfang der 80er Jahre ermunterte, die Verbindung zu Wladimir nach dem Beispiel mit Rennes aufzunehmen.

Die Philharmonie Krasnodar in Konferenzlaune

Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, das gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften und der Stiftung West-Östliche Begegnungen die Konferenz ausrichtet, ruft in der Philharmonie von Krasnodar die ca. 500 Delegierten aus beiden Ländern sogar dazu auf, ihren Beitrag dazu zu leisten, die Zahl der Partnerschaften zu verdoppeln. Denn: „Wir brauchen einander mehr denn je!“

Folklore für die Gäste

Doch die Zahlen lassen da wenig Hoffnung aufkommen. Den gut 2.200 deutsch-französischen kommunalen Freundschaften stehen gerade einmal knapp einhundert deutsch-russische Partnerschaften gegenüber. Konstant, seit Jahren – ungeachtet aller Bemühungen, neue Gemeinden für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Zu groß scheinen die Vorbehalte vor allem auf Seiten der deutschen Lokalpolitiker zu sein, die wohl befürchten, derlei Kontakte seien zu personalaufwendig, könnten zu teuer werden, wären schwer mit Leben zu erfüllen.

Sergej Siwajew, Elisabeth Preuß und Sergej Sacharow

Welch ein Irrtum, wenn man sich die vielfältigen Aktivitäten der Partnerstädte ansieht, welch ein Irrtum, wenn man weiß, was dank den zivilgesellschaftlichen Verbindungen an konkreter Arbeit für Frieden und Verständigung geleistet werden kann.

Matthias Platzeck und Elisabeth Preuß

Man weiß dies längst auch in den Außenministerien beider Länder und würdigt dies auch mit der Teilnahme von Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow an der Konferenz. Beide kommen übrigens nicht nur mit Worten und Gesten, sondern mit konkreter Unterstützung für diese bürgerschaftliche Arbeit, indem sie unter ihrer Schirmherrschaft das „Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften“ zwischen unseren Ländern ausrufen.

Die Plätze sind reserviert – und werden übrigens später von den Politikern getauscht

Zukunftsprojekte in der deutsch-russischen Kooperation auf lokaler Ebene will man fördern und nach Möglichkeit die Gründung neuer Partnerschaften anregen. Vor allem Sigmar Gabriel, der heute seine Gespräche in Moskau fortführt, will nicht verhehlen, wie sehr im die Sache am Herzen liegt, wohl auch weil er die „Völkerverständigung von unten“ aus eigenem Erleben kennt.

Sigmar Gabriel bei der Konferenz

1980 nämlich nahm der spätere Außenminister an einem Jugendaustausch teil und besuchte Moskau und Leningrad just und gerade wegen des Olympia-Boykotts. Dabei kam bei Sigmar Gabriel wohl schon etwas in Gang, das ihn heute noch so leidenschaftlich für die Verständigung kämpfen macht, auch wenn er gerade gestern bei der späteren Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen wegen Syrien und Nato-Fragen durchaus uneins blieb.

Elisabeth Preuß und Sergej Sacharow

Sein Credo lautet: „Nur Dialog schafft Vertrauen!“ Deshalb auch sein spontaner Vorschlag, ein Institut für Frieden und Verständigung zu schaffen. In Leningrad. Ein Versprecher ohne Manuskript, aber desto glaubwürdiger, denn hier spricht jemand, der gerade den Bogen von der Erinnerung in die Zukunft schlägt und betont: „Je schwieriger die politische Lage, desto wichtiger die kommunalen und bürgerschaftlichen Kontakte.“ So wie das Erlangen und Wladimir seit 34 Jahren praktizieren und fortsetzen wollen, auch wenn Oberbürgermeisterin Olga Dejewa aus dienstlichen Gründen nicht an der Konferenz teilnehmen kann. Aber ihr Vorgänger im Amt, Sergej Sacharow, mittlerweile Stadtdirektor in Susdal, und Sergej Siwajew, in den 90er Jahren erster stellv. Bürgermeister von Wladimir und Förderer des Erlangen-Hauses und jetzt als Professor für Urbanistik in Moskau tätig, werden sicher in der Partnerstadt berichten, was in Krasnodar gestern besprochen und heute vielleicht schon entschieden wird.

Dietrich Möller und Elisabeth Preuß

Wie wichtig die Konferenz auch für die Wirtschaft ist, beweist etwa die Teilnahme von Dietrich Möller, dem Präsidenten der Siemens AG in der Russischen Föderation und Zentralasien, oder von Vertretern der Deutschen Bahn, der Beratungsfirma Röld & Partner oder der Knauf Gips KG, die immer wieder auch die Partnerschaft Erlangen – Wladimir unterstützt. Die Anwesenden haben begriffen, worum es geht. Nun gilt es, neue Verbindungen herzustellen und die bestehenden zu festigen. Wie das geht, erlebt man in Krasnodar. Aber der Weg ist noch weit, und es braucht viele weitere Sternfahrer.

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Obwohl es kalt ist, hatten wir bis jetzt eine wunderbare Zeit und hoffen, es bleibt weiterhin so. Morgen fahren wir weiter und wollen dann den nächsten Tag nach Kasachstan einreisen. Dort wird es schwieriger sein mit Internetverbindung. Wenn möglich, werden wir uns in jedem Fall wieder bei Ihnen melden. Überall in den kleinen Orten wo wir uns mit unserem Auto hinstellten, waren die Leute freundlich, und jeder lobte unser Auto. Sogar Autos die uns in den Städten überholten, waren davon begeistert und taten ihre Freude kund.

So schreibt Doris Höhle, die jetzt mit ihrem Mann Klaus seit zwei Wochen via Wladimir unterwegs in die Mongolei ist und nun von Wolgograd aus nach Kasachstan aufbricht. Bei winterlichem Wetter: Am 9. Mai, dem Tag des Sieges, hatte es in Sergijew Possad gerade einmal +3° C. Am nächsten Morgen war es noch etwas kälter, und es lag Schnee auf dem geländegängigen Auto. Anderntags, weiter Richtung Susdal, setzte dann sogar Schneetreiben ein, der Campingplatz war geschlossen. Aber bei dieser Reise der Familie Höhle ist ohnehin fast alles anders. Die Fahrräder blieben zu Hause, der Zeitrahmen wurde anspruchsvoller, noch mehr Begegnungen am Straßenrand sollten möglich werden. Von den vorhergehenden Touren, alle hier im Blog zu finden, gab es aber eine Konstante: die vielen Freunde, sei es in Wladimir oder Wolgograd, die das Ehepaar schon erwarteten.

Doris und Klaus Höhle im Gespräch mit Irina Chasowa

Oder der obligatorische Besuch im Erlangen-Haus, wo die Gäste Irina Chasowa viel Post abzugeben und noch mehr zu brichten hatten. Oder die Visite der Rosenkranzgemeinde, wo der Messner die beiden nach immerhin drei Jahren gleich wiedererkennt und die Baufortschritte am Pilgerzentrum zeigt.

Pilgerzentrum der Rosenkranzgemeinde

Weiter führte der Weg über Murom, Pensa, Saratow bis Wolgograd mit vielen Baustellen und noch mehr Regen, aber bei guter Stimmung.

Doris und Klaus Höhle mit ihren Freunden und Sergej Sacharow

Nun kann es dauern, bis sich die beiden wieder von unterwegs melden, aber auf den Reisebericht insgesamt darf man sich jetzt schon freuen und weiter gute Fahrt wünschen.

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Am 2. September 2015 veranstaltete Wolfgang Niclas, Vorsitzender des DBG-Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt, zusammen mit der Volkshochschule eine Podiumsdiskussion zum Weltfriedenstag https://is.gd/ml0nDP, bei der im Schatten des Kriegs in der Ukraine zur Sprache kam, was die Städtepartnerschaft angesichts der daraus hervorgehenden Spannungen auch zwischen Deutschen und Russen zur Verständigung leisten kann. Damals schlug Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg vor, einen Gesprächskreis in den Partnerstädten zu gründen, der ohne gegenseitige Provokationen strittige Themen aus Politik und Gesellschaft angehen und die Ergebnisse der Begegnungen einer breiten Öffentlichkeit vorstellen sollte. Diese Idee, ein Forum des Vertrauens und des Meinungsaustausches in Zeiten von Falschmeldungen und Stimmungsmache zu schaffen, nahmen Oberbürgermeister Florian Janik und sein damals scheidender Kollege aus Wladimir, Sergej Sacharow, begeistert auf und gewannen mit Julia Obertreis, der Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt der Geschichte Osteuropas, eine kundig-kompetente Leiterin des „Prisma“ genannten fünfzehnköpfigen Gremiums, das sich nun gestern im Rathaus zu einer ersten Kennenlernrunde traf und Gedanken wider die Verspannung des deutsch-russischen Verhältnisses austauschte.

Gesprächsforum Prisma

Gesprächsforum Prisma

In Wladimir hat sich mittlerweile auf Anregung von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa ein gleich großer Kreis von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – aus Politik, Wissenschaft, Schule, Berufsbildung, Kultur, Ehrenamt, Justiz und vielen weiteren Bereichen – zusammengefunden, der sein Erlanger Pendant vom 9. bis 12. April zur konstituierenden Sitzung erwartet. Im Fokus der Auftaktveranstaltung soll, wie bereits im Vorfeld zwischen den Partnerstädten vereinbart, das Thema „Migration“ stehen – in all seinen Facetten und Auswirkungen auf Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft hier wie dort. Im Herbst dann, so die gegenwärtige Planung, der Gegenbesuch aus Wladimir. Nach Lage der Dinge wird ja der Gesprächsbedarf eher noch zunehmen, dürfte es eher mehr als weniger Gründe geben, die Verständigung wider die Verspannung zu setzen.

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Der mutmaßlich neue Präsident der USA – noch ist er ja nicht von den Wahlmännern bestätigt – hat sicher bisher keine Zeit gefunden, sich Gedanken über seine Reisepläne zu machen, jetzt, wo aus der ganzen Welt die Einladungen in die Hauptstädte eintreffen. Und mancherorts wird man lange auf ihn warten müssen. So wie in Susdal, wo, wie jetzt Gubernia 33 meldet, schon vor drei Jahren Nikolaj Braga, der Betreiber der Hotelanlage Nikolajewskij Possad, ein Schreiben an den Kollegen, Donald Trump, an dessen Büroadresse in New York mit dem Angebot richtete, einmal die Museumsstadt in der Region Wladimir mit ihrem vielfältigen Weltkulturerbe zu besuchen. Der Autor des Schreibens kennt den amerikanischen Selfmade Man aus vielen Veröffentlichungen und zeigt durchaus Sympathie für ihn:

Nikolajewskij Possad

Nikolajewskij Possad

Schon im Jahr 2000 nahm er an den Präsidentschaftswahlen als Kandidat der Reformpartei teil und gewann bei den Vorwahlen in Michigan und Kalifornien, doch dann ließ man ihn fallen. Bei den Wahlen in diesem Jahr konnte er gar nicht anders, als es zu schaffen. Das ist ein Mann, der weiß, wie man Geschäftsbeziehungen aufbaut. Und schließlich hat er dem „Rusty Belt“ zugerufen, er werde den industriell auf den Hund gekommenen Städten wieder auf die Beine helfen. Man solle also weniger mit Sanktionen hantieren und mehr daran denken, wie man das eigene Land wieder aufrichtet. Und natürlich hat das im Wahlkampf funktioniert.

pismo-trampu

Der Brief freilich blieb bisher unbeantwortet, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Nun will sich der Hotelier mit dem Stadtdirektor Sergej Sacharow treffen und mit ihm die Sache absprechen. Vielleicht unterschreibt der ja das nächste Einladungsschreiben. Und – wer weiß! – vielleicht kommt ja der neue Präsident der USA tatsächlich in die alte russische Hauptstadt, wo Nikolaj Braga auch von einer Donald Trump wahrscheinlich kaum bekannten Geschichte erzählen will: Der Legierung der Freiheitsstatue, dieses Geschenks der Franzosen an die Amerikaner, stammte aus dem Russischen Reich.

Nun bleibt zu hoffen, was viele Russen erwarten, daß sich nämlich unter Donald Trump die zwischenstaatlichen Beziehungen entspannen. In dessen Heimat gibt es hingegen noch viel Skepsis, wie etwa in dieser Erklärung des Staates Kalifornien zu lesen: https://is.gd/6Oesjh. Und hier findet sich eine ernüchternde Einschätzung der künftigen russisch-amerikanischen Beziehungen für die nächsten vier Jahre: https://is.gd/F4wZ8y

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