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Posts Tagged ‘Sergej Sacharow’


Susdal, Rothenburgs russische Partnerstadt, kann eine erstaunliche Erfolgsgeschichte erzählen und sogar ein Rezept für die Verdoppelung des kommunalen Budgets teilen. Mit gerade einmal 156 Mio. Rubel Haushaltsansatz aus eigenen Mitteln hatte die 10.000-Einwohner-Stadt Ende 2017 stolze 302 Mio. Rubel zur Verfügung. Wie das geht, erklärt City-Manager Sergej Sacharow mit einer einfachen Rechnung:

Wir haben gelernt, mit Förderprogrammen zu arbeiten. 2016 entwarfen wir viele Projekte in den Bereichen Soziales und Infrastruktur, und 2017 schon erhielten wir aus föderalen und regionalen Töpfen Zuschüsse, die auf jede eigene Kopeke noch eine drauflegten.

Wie sinnvoll dieser Ansatz als Blaupause auch für andere russische Kommunen sein kann zeigen die vielen abgeschlossenen Projekte, etwa die Generalsanierung des Kultur- und Freizeitzentrums, die Eröffnung eines 3-D-Kinos oder die Erneuerung der Brücke über die Kamenka sowie die Inbetriebnahme eines modernen Kesselhauses für die Fernwärme. Alles Objekte mit einem Förderanteil von bis zu 95%.

Wenn jetzt die Steuer- und Abgabengesetzgebung es noch zuließe, so richtig vom Fremdenverkehr zu profitieren, wäre Susdal alle Sorgen los, denn allein über die Weihnachtswoche Anfang diesen Jahres zählte man in den verschiedenen Museumseinrichtungen 62.000 Besucher und lag damit knapp hinter den Ergebnissen von Sankt Petersburg und Moskau.

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Vorgestern votierte der fünfzehnköpfige Stadtrat von Susdal – bei der Absenz von zwei Mitgliedern und in Konkurrenz zu einem 33jährigen Herausforderer – einstimmig für Sergej Sacharow in der Funktion des Stadtdirektors. Der 1968 geborene, frühere Unternehmer und Abgeordnete des Regionalparlaments hatte – in Erlangen erinnert man sich gerne daran! – von 2011 bis 2015 als Oberbürgermeister die Geschicke Wladimirs geleitet, bevor er im Oktober 2015 die Wahl zum Citymanager – auch damals schon ohne Gegenstimmen – annahm und in der russischen Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. vieles zum Besseren wendete, etwa indem er innerhalb von nur zwei Jahren die Haushaltseinnahmen von 142 Mio. Rubel auf 301 Mio. Rubel erhöhte und mit Hilfe von föderalen wie regionalen Zuschüssen wichtige Infrastrukturmaßnahmen umsetzte oder in Angriff nahm: von der Sanierung der Stadtentwässerung bis hin zur Straßenbeleuchtung sowie der Bereitstellung von freiem Internetzugang.

Sergej Sacharow bei der Vorstellung seines Programms im Stadtrat Susdal, Quelle Zebra-TV

Sergej Sacharows Erfolgsbilanz überzeugte den Stadtrat wohl ebenso wie sein Konzept für die Zukunft, das vorsieht, das Budget nochmals zu verdoppeln, hauptsächlich dank einer Fremdensverkehrsabgabe, die über gastronomische Dienstleistungen erhoben werden könnte, vor allem für Übernachtungen. Doch dafür wäre die gesetzliche Grundlage zu ändern, denn bisher kommt die Taxe erst nach der zweiten Nächtigung zum Einsatz; die meisten Gäste bleiben aber in der Regel nur für eine Nacht in Susdal. Nun hat der im Amt bestätigte Chef der Stadtverwaltung weitere zwei Jahre Zeit, seine Pläne umzusetzen, wenn nicht so, dann anders. In jedem Fall wird er Jeremia folgen und auch in seiner zweiten Periode seiner Stadt Bestes suchen.

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„Unsere Stadt besuchen jährlich mehr als eineinhalb Millionen Touristen, und als Zentrum des Fremdenverkehrs sollte Susdal auf der Höhe der Zeit sein“, meint Stadtdirektor Sergej Sacharow und hat allen Grund zur Freude und zum Stolz. Der Staatskonzern „Rostelekom“ hat nämlich entsprechend einem Vertrag von Ende November vergangenen Jahres mehr als sieben Kilometer Glasfaser verlegt und garantiert nun an 19 Punkten kostenlosen Internetzugang mit einer Leistung von zwei Gigabyte pro Sekunde, ausbaubar auf zehn Gigabyte.

Die Stadtverwaltung mietet die Leitungen für zunächst drei Jahre zum Preis von fast eineinhalb Millionen Rubel p.a., was laut „Rostelekom“ keinesfalls die Investitionskosten decke, weshalb man die Aktion denn auch mehr als Geste des guten Willens verstehe. Dem Gast der Zehntausend-Seelen-Stadt jedenfalls bietet sich nun die Möglichkeit, einmal eingewählt, die Sehenswürdigkeiten zu besuchen und sich gleichzeitig frei durch die virtuellen Welten zu bewegen, seine Bilder und Eindrücke in Echtzeit um den Globus zu schicken, ohne sich immer wieder neu im Internet anmelden zu müssen. Übrigens ganz wie in Rothenburg o.d.T., der fränkischen Partnerstadt von Susdal, wo die Devise gilt: „Für die über zwei Millionen Besucher aus aller Welt, aber auch für Einheimische, ist die schnelle mobile Verbindung ins Internet, abseits des eigenen Mobilfunkvertrages, der kostengünstige Draht nach Hause oder in die Welt.“ Die beiden Partnerstädte sind halt auf Draht.

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Auf dem Kathedralenplatz von Wladimir bereitete man sich gestern schon ab der Mittagszeit auf das heutige Laufereignis vor. Vor einer schöneren Kulisse könnten Start und Ziel des Neun-Kilometer-Laufs und des Halbmarathons kaum zu liegen kommen, und dann prangt da ja auch noch das Transparent mit der Aufschrift „Deutsch-Russisches Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“, ausgerufen von den Außenministern Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow Ende Juni in Krasnodar, wo Erlangen und Wladimir natürlich nicht fehlen dürfen.

Zu einem Besuch der Partnerstadt gehört – besonders für Neulinge wie Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und den Großteil ihrer Delegation – nach der Tour durch Wladimir ein Abstecher nach Susdal, wo das Wetter sich noch einmal alle Mühe gab, den sommerlichen Dauerregen vergessen zu machen.

Eberesche und Birke, russischer Frühherbst

Das Freilichtmuseum in der Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. bietet aber auch den Rückblick in jene längst versunkene Zeit der Bauernkaten und eines Dorflebens  – mit immer wieder überraschend anheimelnden Winkeln und Ecken.

Russische Bauernstube

Und dann all diese unerwartet weiten Panoramen, wenn man sich Susdal nähert, von allen Seiten geschützt durch sich selbst überlassene Wiesen und vom Wind bestellte Felder, dazwischen der träge Lauf der Kamenka mit ihren sumpfigen Uferstreifen.

Susanne Lender-Cassens

Zugänglich erlebt man den 10.000-Seelen-Ort, streckenweise fast schon autofrei und ausgestattet mit der ganzen Infrastruktur für Radfahrer, die sich ihr Gefährt mittlerweile sogar in einigen Hotels leihen können.

Jonas Eberlein, Susanne Lender-Cassens und Gertrud Härer mit Fahrradständer

Aber wozu hier viele Worte verlieren. Wo doch nur die unausgesprochene Stimmung gilt von stillen Farben, singenden Glocken und jenem Himmel, weit und breit, so nur erlebbar hier in Susdal.

Zeit zum Heimflug. Merely this, and nothing more.

Also ruhig ein Moment des Schweigens, dem Andrej Tarkowskij in seinen episch-mythischen Filmen den schwingenden Raum schenkt, in versiegelter Zeit gefangen. Man sehe sich nur „Nostalghia“ oder „Andrej Rubljow“ an, der ja in wichtigen Teilen in Wladimir und Susdal entstand.

Andrej Tarkowskij

Welch ein Glück muß es sein, hier die Geschicke der Menschen lenken zu dürfen, wie Sergej Sacharow, der als Stadtdirektor durchaus eigene Wege beschreitet.

Guten Abend, gute Nacht in Susdal

Etwa indem er Radwege anlegt oder alljährlich im Sommer ein dreitägiges Fahrradfest veranstaltet. Oder indem er immer einmal wieder selbst in die Pedale tritt und den Arbeitsweg von Wladimir, wo er wohnt, nach Susdal hin und retour im Sattel bewältigt – immerhin insgesamt 60 km.

Susanne Lender-Cassens und Sergej Sacharow

Da interessiert er sich natürlich besonders für die Partnerschaftstour von Gertrud Härer, ihre durchschnittlich 100-km-Tagesetappen, ihre Eindrücke von der Strecke, ihr Wunsch nach asphaltierten Randstreifen entlang den russischen Fernstraßen, zumal er selbst auch auf einen Tagesrekord von 300 km verweisen kann.

Gertrud Härer, Sergej Sacharow, Susanne Lender-Cassens und Jonas Eberlein

Und natürlich weiß er sich mit der Kollegin aus Erlangen, Susanne Lender-Cassens, eins: „Wir müssen mehr Menschen aufs Fahrrad bringen, wenn wir unsere Verkehrsprobleme lösen wollen.“ Doch heute geht es – siehe oben – erst einmal ums Laufen, getreu dem Motto: „Keine Gnade für die Wade!“

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Am 30. März vergangenen Jahres kam eine gar düstere Geschichte ans Licht. Jemand hatte geplant, Sergej Sacharow, den ehemaligen Oberbürgermeister von Wladimir und jetzigen Stadtdirektor von Susdal, zu entführen, um Lösegeld zu erpressen. Festgenommen hatte man einen 29jährigen Mann, den der Inlandsgeheimdienst seit Herbst 2015 beobachtete und verdächtigte, den Politiker in einer eigens angemieteten Garage am Stadtrand von Wladimir mit verschiedenem Werkzeug foltern zu wollen – etwa Finger abzuschneiden oder Zähne abzufeilen -, um mittels der Schmerzensschreie, die der Erpresser den Verwandten zuzuspielen vorhatte, seiner Forderung nach zehn Millionen Rubeln Nachdruck zu verleihen. Ausführen wollte der Verkaufsleiter mit einem durchaus ansehnlichen Monatseinkommen von 50.000 Rubeln mit einem vorbestraften Komplizen, der weitere Helfer anwerben sollte, aber an verdeckte Ermittler geriet. Da hatte der Verdächtige aber schon den mutmaßlich reichen Sergej Sacharow im Visier und seinen Weg zur Arbeit von Wladimir nach Susdal ausgekundschaftet. Zwei Mal war er dem Politiker sogar bis in die Nachbarstadt gefolgt, um zu sehen, ob die Entführung dort besser zu bewerkstelligen sei.

Sergej Sacharow vor dem Hintergrund von Susdal

Der Spuk, von dem Sergej Sacharow erst kurz vor der Verhaftung des verhinderten Täters erfuhr, ist nun vorüber und juristisch geklärt. Neun Jahre Haft und ein weiteres Jahr in Sicherheitsverwahrung lautete dieser Tage das Urteil für Lew Kruglow, der übrigens seine Unschuld beteuert, alles auf falsche Freunde schiebt, die ihn angestiftet haben sollen, und die Sache als Provokation ausgibt, während die Ermittler weitere Ergebnisse ihrer Arbeit publik machten: Es waren weitere Entführungen von Politikern aus der Regionalregierung sowie eine führenden Mitarbeiters eines Handelszentrums geplant, und mit der Beute wollte sich der als voll zurechnungsfähig eingestufte Erpresser nach Weißrußland oder Deutschland absetzen. Nun sitzt er aber erst einmal ein, und Sergej Sacharow, der sich übrigens den Gerichtstermin und die damit verbundenen Gegenüberstellung mit seinem vorsätzlichen Peiniger erspart hatte, kann heute unbesorgt das Stadtfest in Susdal feiern, worüber sich seine Freunde freuen, heute und alle Tage.

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Ende März hatte sich die erneuerte Leitung des 2007 gegründeten „Rates zur Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung“, der dem Präsidenten des Landes zugeordnet ist, konstituiert. Im Führungsgremium – Sergej Sacharow, von 2011 bis 2015 Oberbürgermeister von Wladimir und seit 2016 Oberstadtdirektor von Susdal.

Sergej Sacharow, vierter v.l.

Bei der Jahresversammlung am 5. August in Kirow schlug der Lokalpolitiker nun Wladimir Putin vor, das Finanzsystem für kleine Städte von historischer Bedeutung dahingehend zu ändern, daß ein größerer Anteil der Steuern auf Einkommen, Besitz und Grund vor Ort verbleibt. Bleibe alles wie bisher, fehle das Geld, um – meist ohne viel Gewerbe oder gar Großbetriebe – all die zusätzlichen Aufgaben von touristisch attraktiven Gemeinden zu erfüllen. Vom Gesamtaufkommen der drei genannten Steuern dürfe Susdal bisher gerade einmal 10% im eigenen Haushalt verwenden, der Rest gehe zu 5% an den Landkreis Susdal und zu 85% an das Gouvernement Wladimir. Laut der Nachrichtenagentur RIA habe das Staatsoberhaupt zunächst gescherzt, wenn man in dem Bereich etwas verändere, werde sich jede Kleinstadt als historisch bedeutend erklären, fügte dann aber doch im Ernst dazu, es lohne über den Vorschlag nachzudenken, zumal „wir nur ein Susdal haben“. Und das „russische Rothenburg“ begeht ja 2024 das tausendjährige Gründungsjubiläum, soll also in all seinem historischen Glanz erstrahlen. Durchaus möglich deshalb, daß der gute Rat aus Susdal Wirkung zeigt.

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Unter diesem Motto startete gestern morgen im Expograd vor den Toren von Krasnodar der Arbeitstag der 14. deutsch-russischen Städtepartnerkonferenz mit einem ganzen Reigen von Diskussionsveranstaltungen mit Kurzvorträgen. Wer die als Biennale angelegten Veranstaltungen aus früheren Jahren kennt, weiß wie detailverliebt die Organisatoren das Programm gestalten.

Sergej Sacharow und Sergej Siwajew

Da gibt es einen Markt der Möglichkeiten, wo sich Initiativen mit ihren völkerverbindenden Aktivitäten präsentieren können, vor allem aber bespricht man in Arbeitsgruppen laufende und künftige deutsch-russische Projekte unterschiedlichster Ausrichtung.

Matthias Platzeck in der Arbeitsgruppe

Es geht um Wirtschaftskontakte, die helfen sollen, in schwierigen Zeiten durch Handel und Wandel die Zukunft gemeinsam zu schaffen. Man entwickelt eine Gedenkkultur, die an die in Leid und Freude verbindende Geschichte um der Zukunft willen erinnert. Kooperationsangebote in den Bereichen Bildung, Sprachförderung und Jugend stehen auf der Agenda, während der Sport seinen Beitrag zu Verständigung und Toleranz leisten soll. Schließlich kommen auch „aktive Bürger ins Gespräch“ und erörtern soziale Fragen im Rahmen von Städtepartnerschaften.

Elisabeth Preuß in der Arbeitsgruppe

In einer sechsten Gruppe sitzen all jene, darunter auch Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, zusammen, die sich, unterstützt von Sergej Sacharow, ehemaliger Oberbürgermeister von Wladimir und jetziger Stadtdirektor von Susdal, sowie von Sergej Siwajew, Professor an der Moskauer Hochschule für Urbanistik und einst erster stellv. Bürgermeister von Wladimir, den „aktuellen Herausforderungen der Kommunen und Perspektiven in der Zusammenarbeit“ stellen wollen.

Sergej Siwajew bei seinem Vortrag zur Rolle der Städte bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Es geht um Fragen wie Energieeffizienz und Verkehrssysteme in der Verantwortung von Kommunen, um das Bemühen, die Städte lebenswerter zu machen, die Bürgerschaft in Entscheidungen der Politik frühzeitig einzubinden und an allen Prozessen zu beteiligen, den Lebensraum der Menschen zukunftsfähig zu machen und nachhaltig zu wirtschaften.

Sergej Sacharow bei seinem Vortrag

Fachleute aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie oder der Deutschen Energieagentur sowie aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung stellen ihre Expertise den russischen Kollegen und den Partnerstädten zur Verfügung. Mehr noch: Es gibt die Möglichkeit sich an einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu beteiligen, die zum Ziel hat, deutsche und russische Städte bei ihrem gemeinsamen Streben nach einer nachhaltigen kommunalen Entwicklung zu unterstützen. Mit dabei die Paare Dresden – Sankt Petersburg, Gelsenkirchen – Nischnij Nowgorod sowie Erlangen – Wladimir auf der Suche nach Konzepten für die Stadt der Zukunft im Rahmen einer deutsch-russischen Kooperation für nachhaltiges Wirtschaften im urbanen Raum.

Elisabeth Preuß bei ihrem Vortrag

Elisabeth Preuß wirbt mit ihrem Vortrag dafür, die Erfahrungen Erlangens mit der Verlagerung des zentralen Siemens-Standorts auf den Campus im Süden der Stadt für Wladimir nutzbar zu machen, denn dort steht man wegen der Lage von Betrieben, die einst prägenden Charakter hatten und heute in großen Teilen brachliegen, vor durchaus vergleichbaren Herausforderungen. Ob aus dem Ansatz ein gemeinsames Projekt wird, vermag derzeit noch niemand zu sagen, aber den Schweiß der Tüchtigen ist die Sache in jedem Fall wert.

Elisabeth Preuß im Gespräch mit Maria Josten und Tanja Abendschein-Angerstein

Im übrigen ist es durchaus erstaunlich, was die russischen Städte unter teilweise recht schwierigen Bedingungen aus eigener Kraft auf die Beine stellen. Etwa Susdal, dem es mit Hilfe von Fördermitteln der Zentralregierung und der Regionalverwaltung gelungen ist – übrigens in enger Abstimmung mit den Einwohnern der Museumsstadt – ein neues System für die Straßenbeleuchtung einzurichten, das nicht nur Energie und Kosten spart, sondern auch noch „Luft“ läßt, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nachts anzustrahlen. Jetzt will man auch noch die veraltete Steuerungstechnik modernisieren, alles im Hinblick auf 2024, das tausendjährige Jubiläum der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Rings.

Nach getaner Arbeit: die Gruppe „Stadt der Zukunft“

Prognosen sind bekanntlich schwierig, besonders dann, wenn sie die Zukunft betreffen. Aber eines zeigt die Konferenz von Krasnodar schon jetzt, auch wenn sie erst heute zu Ende geht: Es braucht einem nicht bange zu sein, um das Fortbestehen der deutsch-russischen Partnerschaften. Sie erfinden sich nicht nur immer wieder neu, sondern sie erhalten auch zusehends Unterstützung von den Regierungen, können sich an staatlichen Programmen beteiligen, erfahren Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Mehr braucht es gar nicht, denn – da wiederholt Matthias Platzeck, seinerzeit selbst Stadtoberhaupt von Potsdam, gern noch einmal die Worte von Sigmar Gabriel -, „ginge es nach den Bürgermeistern, wären fast alle Probleme der Welt gelöst.“

Folkert Kiepe aus Köln, Beigeordneter des Deutschen Städtetages a.D., und Elisabeth Preuß

Dabei schätzen die Lokalpolitiker eines ganz besonders: ihre kommunale Selbstverwaltung, kraft welcher sie ja auch ihre ganz eigene Außenpolitik verfolgen, friedlich und zum gegenseitigen Nutzen, den Blick auf die Zukunft gerichtet und eingedenk der Verantwortung, die ihnen aus der Vergangenheit zuwächst.

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