Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Sergej Jermolin’


Während sich in den Erlanger Nachrichten derzeit Leserbriefschreiber in der Selbstproklamation zu Herolden der schweigenden Mehrheit üben und einen offenbar lange angestauten Furor gegen die angeblich dem gesunden Geschmack von Tennenlohe widerstrebende Skulpturenwelt des Dieter Erhard austoben, nimmt der Künstler derzeit an einem Symposium für Bildhauer des Wladimirer Kunstvereins teil. Auf Einladung von Igor Tschernoglasow, dem Vorsitzenden der Organisation, der selbst auf Initiative seines Erlanger Freundes bereits zwei Skulpturen in Tennenlohe geschaffen hat. Nun also, bei seinem zweiten Besuch in Wladimir – der erste liegt sechzehn Jahre zurück -, ein Kunstwerk von Dieter Erhard für Wladimir.

Erhard 1 20160829_104143_resized

Den Stein für den „Run 2016“ hatten die Gastgeber gestellt, seine Metallfiguren, die uns alle auf der Welt symbolisieren, die wir mit großen Köpfen und ohne Bauch und Körper den politischen Anführern hinterherrennen, brachte der Erlanger Künstler vorgefertigt im Gepäck mit. Nun steht die Skulptur aus Kalkstein und Edelstahl mit einer Höhe von 2,5 m und einem Gewicht von 2,5 t vor dem Museum in Jelissejewo, Region Wladimir, wo zehn Tage lang 14 russische Künstler zusammen mit Dieter Erhard an jenem Ort arbeiteten, wo Isaak Lewitan unter anderem sein berühmtes Gemälde „Wladimirka“ schuf.

 

Erhard 4

Der Besuch von Dieter Erhard in Wladimir war überfällig. Denn was hat der 2009 mit dem Erlanger Ehrenbrief für Kultur ausgezeichnete Schöpfer des Skulpturenparks Tennenlohe nicht schon alles an Projekten mit den russischen Künstlern ins Leben gerufen: die Skulpturen von Igor Tschernoglasow und Jurij Iwatko, die Bemalung von Trafhäuschen mit Sergej Jermolin und Anatolij Denissow, die Kunstaktion mit Praktikantinnen aus Wladimir bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf, den Freundschaftsring am OBI-Kreisel in der Kurt-Schumacher-Straße, um nur die wichtigsten Stationen zu nennen.

Irina Chasowa und Dieter Erhard

Irina Chasowa und Dieter Erhard

Nun wird man in Wladimir ein Urteil über die Kunst des Dieter Erhard und seine Kopffüßler fällen. Sicher auch dort nicht allfällig und einhellig, aber gewiß nicht in dem Geist und Ton jener, die wieder einmal den Sinnspruch bestätigen: nulla poeta in patria!

Read Full Post »


Für das Künstlerehepaar Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko war ihr Besuch im Winter vergangenen Jahres eine Erfahrung, vergleichbar nur mit der ersten Liebe. Verständlich deshalb der Wunsch, möglichst bald in die deutsche Partnerstadt zurückzukehren. Nun ging es dann aber doch schneller, als gedacht mit der Erfüllung dieses Wunsches. Dank einem Projekt von Dieter Erhard aus Tennenlohe.

Willkommensgruß für die Künstler aus Wladimir

Willkommensgruß für die Künstler aus Wladimir

Geplant ist nämlich eine Kunstachse, die durch den Tennenloher Forst bis zum Freigehege der Przewalski-Wildpferde führen soll. Mit Skulpturen von zunächst drei Bildhauern, zwei von ihnen aus der Region und einer, Jurij Iwatko, aus den Reihen des Wladimirer Kunstvereins, womit Dieter Erhard an eine schöne Tradition anknüpft, dank der auch bereits Igor Tschernoglasow, Sergej Jermolin oder Anatolij Denissow aus der russischen Partnerstadt ihren kreativen Beitrag zu „Kunst im öffentlichen Raum“ im Süden Erlangens beitrugen.

Rolf Schowalter, Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Rolf Schowalter, Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Nun also Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa, die am Mittwoch vergangener Woche ankamen und schon tags darauf halfen, auf der Skupturenwiese am Löschweiher den Stahlkäfig aufzubauen, in dem bis Ende Juli das neue Werk entstehen soll. Am 8. August nämlich wird die erste Etappe der Skupturenachse eröffnet.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Ebenfalls noch am Donnerstag fiel dann einvernehmlich die Entscheidung, welches der Modelle den Zuschlag bekommen sollte. Alle thematisch an den Fragen des Krieges und seiner Folgen ausgerichtet, alles Figuren, die Risse haben, Verwundungen in sich tragen, Versehrungen erlitten. Nicht von ungefähr gewählt, das Thema, wenn man bedenkt, wie lange der Tennenloher Forst von den US-Streitkräften als Truppenübungsplatz genutzt wurde.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko mit dem Modell der Skulptur

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko mit dem Modell der Skulptur

Jurij Iwatko wollte schon immer einmal abstrakt arbeiten – und mit Stahl. Als dann aber die Entscheidung gefallen war und es am Freitag an die Arbeit ging, befielen den Künstler dann doch erste Zweifel. Er hatte nämlich noch nie ein Schweißgerät in den Händen…

Jurij Iwatko und Dieter Erhard

Jurij Iwatko und Dieter Erhard

Aber mit Dieter Erhard an seiner Seite springt der Funke dieser handwerklichen Seite der Kunst ganz rasch über. „Das lernst du schnell, keine Sorge“, ist sich der Gastgeber sicher. „Du bist nämlich nicht der erste, der hier das Schweißen gelernt hat.“ Und in der Tat, die ersten Schweißnähte sind rasch gesetzt, und schon dieser Tage werden die stets willkommenen Besucher auf der Skupturenwiese zu sehen bekommen, wie ein Kunstwerk entsteht, erdacht in Wladimir und ausgeführt in Erlangen. Partnerschaftlich eben.

Siehe auch: http://is.gd/gXF5F9 und http://is.gd/gXF5F9 sowie http://is.gd/2PqGxz

Read Full Post »


Eindrücke und Material auf Wochen und Monate hinaus nimmt Jurij Iwatko heute nach Hause zurück: „Ich muß das alles erst einmal verdauen und ordnen. Aber dann werde ich bestimmt einen ganzen Zyklus von Arbeiten über diesen großartigen Besuch zusammenstellen.“ Dabei hat er jetzt schon erste Skizzen, kleine Momentaufnahmen angefertigt, die zeigen, wie sehr ihn die fränkische Umgebung fasziniert.

Jurij Iwatko: Kraftshof

Jurij Iwatko: Kraftshof

Nicht einmal eine halbe Stunde hat der Künstler für diese Zeichnung seines Blicks aus dem ersten Stock des Anwesens Nr. 12 in der Glaserstraße von Kraftshof gebraucht. Andere Arbeiten, größer im Format, sind noch im Entstehen, müssen warten, bis Jurij Iwatko sich ihnen zu Hause wieder zuwenden kann. „Wenn ich nur mehr Zeit hier hätte“, ruft er immer wieder aus. Und dann: „Ich will unbedingt wiederkommen. Im Sommer – und dann für länger, für viel länger, um einen ganzen Zyklus über Nürnberg und Erlangen zu machen. Und über das Freilandmuseum in Bad Windsheim, das uns Rosie und Hans Zahn gezeigt haben. Unglaublich, was es da alles zu sehen gibt!“ Dabei wußte der Graphiker und Bildhauer zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, was ihn alles in Bamberg erwarten würde, wohin sie Reiner Schulz begleiten würde. Oder davor schon in Tennenlohe.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko vor der "Begegnung" von Igor Tschernoglasow in Tennenlohe

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko vor der „Begegnung“ von Igor Tschernoglasow in Tennenlohe

Hier, ganz im Süden von Erlangen, wanderte das Ehepaar Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko gestern morgen staunend die Spuren ihrer Wladimirer Kollegen ab, die mehr Zeit mitgebracht hatten, um in Erlangen zu arbeiten. Wo der sanfte Flügel der Engel von Igor Tschernoglasow weilt.

Jurij Iwatkow und Jelena Jermakowa mit dem "Engel" von Igor Tschernoglasow im Skulpturengarten von Tennenlohe

Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa mit dem „Engel“ von Igor Tschernoglasow im Skulpturengarten von Tennenlohe

Wo der Engel des wohl berühmtesten Bildhauers der Partnerstadt im Skulpturenpark über seinem Felsbrocken schwebt.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko am Trafohäuschen in Tennenlohe

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko am Trafohäuschen in Tennenlohe

Wo das Trafohäuschen, gestaltet von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow, farbenfrohe Kinderträume auslebt.

Jelena Jermakowa vor dem Trafhäuschen in Tennenlohe mit den Märchenfiguren von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow

Jelena Jermakowa vor dem Trafhäuschen in Tennenlohe mit den Märchenfiguren von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow

Wo Wladimir künstlerisch präsent ist, wie sonst nirgendwo in Erlangen.

Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko im Walgerüst

Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko im Walgerüst

Dank Dieter Erhard, der die russischen Kollegen schon vor einem Jahrzehnt zum Austausch eingeladen hatte, zur Teilnahme an seiner Fiesta de Arte, und der nun das Gerippe seines Wals fertiggestellt hat und sich daran macht, dem friedfertigen Leviathan eine bunte Haut aus Plexiglas zu geben und dann im nächsten Jahr auf Reisen zu schicken, wo er bei Wohltätigkeitsveranstaltungen wie der berühmte Fisch im Märchen kleine Wünsche für Kinder erfüllen soll. Auch in Jena. Und warum nicht in Wladimir? Man müßte nur einen Spediteur finden. Ohnehin kann sich der Erlanger Künstler, der von der Malerei über Beton und Metall zu dem bunten Kunststoffmaterial gefunden hat, gut vorstellen, im nächsten Jahr wieder einmal in die russische Partnerstadt zu reisen und vor Ort etwas zu schaffen. So wie vor kurzem erst in Riverside. Die Gäste übrigens sind hellauf begeistert von dieser Technik und wollen ohnehin wiederkommen. Wenn da also nicht bald schon etwas Neues entsteht… Da kommt Vorfreude auf!

Mehr zu der Arbeitsweise von Dieter Erhard in einer BR-Reportage hier: http://is.gd/orOoij – und zu seinem Riverside-Projekt da: http://is.gd/bNeWBi

 

Read Full Post »


Tennenlohe ist für die Partnerschaft mit Wladimir ein besonderer Stadtteil. Hier sind Arbeiten im öffentlichen Raum von Sergej Jermolin und Igor Tschernoglasow zu sehen, hier findet der intensivsten wissenschaftliche Austausch – zwischen dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen und der Universität Wladimir – statt, hier wurde schon Anfang der 90er Jahre das erste Gemeinschaftsunternehmen, die Spedition Transmoroz, und hier unterzeichneten in den frühen 80er Jahren Mitglieder der Gemeinde St. Maria Magdalena einen Aufruf zur Unterstützung der Zusammenarbeit mit Wladimir im Geiste von Versöhnung und Völkerverständigung. In dieser Tradition steht auch die Aktion von Manfred Bruchner zu Gunsten der Onkologischen Abteilung des Wladimirer Kinderkrankenhauses, für die er, wie im Blog regelmäßig berichtet, Schulen, Betriebe, Parteien und natürlich seine evangelische Gemeinde gewinnen konnte.

Männerkreis St. Maria Magdalena Tennenlohe

Unter dem Dach der Pfarrei, die übrigens ihre im 30jährigen Krieg verlorene Selbständigkeit erst 1963 wiedererlangt hatte, trifft sich seit nunmehr einem halben Jahrhundert regelmäßig der insgesamt etwa 30 Mitglieder zählende Männerkreis. Früher wahrte dieser Klub noch eine strenge Observanz, heute sind Frauen bei den abendlichen Begegnungen nicht nur geduldet, sondern sogar willkommen. So auch am Montag, als eine Zuhörerin zwar im Publikum saß, es dann aber doch vorzog, sich (noch) nicht für ein Gruppenbild mit Dame ablichten zu lassen. Weitererzählen wird sie aber sicher, was da bei dem Vortrag vom Partnerschaftsbeauftragten  Peter Steger und in der anschließenden Diskussion über Wladimir zu erfahren war, und auch ihr Scherflein zur Unterstützung der Kinderkrebsstation wird sie gewiß beitragen. Was da zusammenkommt, sehen wir am Ende des Jahres, wenn bei einem kleinen Fest für die Partnerstadt das Sparschwein des Klubs geschlachtet wird. Tennenlohe ist eben ein besonderer Stadtteil für die Partnerschaft mit Wladimir.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: