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Posts Tagged ‘Schüleraustausch Emmy-Noether-Gymnasium’


Ferienzeit – Zeit für die Jahresberichte der Schulen. Und da blättert nun der wißbegierige Bildungsredakteur des Blogs in der aktuellen Dokumentation des Emmy-Noether-Gymnasiums und findet unter der Rubrik „Schüleraustausch und Studienfahrten“ – eingerahmt von Berichten über Begegnungen in Frankreich, England und Polen sowie Exkursionen nach Weimar oder Dresden – einen Rückblick auf den Aufenthalt einer Austauschgruppe aus Wladimir, der es wert ist, einem größeren Publikum vorgestellt zu werden:

Mit Spannung erwartete ich die Ankunft der russischen Austauschschüler am 26.09.2017, welche sich allerdings um einen Tag verspätete. Neben mir waren besonders meine Eltern über den Besuch meiner Austauschschülerin erfreut, da mein Bruder schon am Austausch mit Wladimir teilgenommen hatte. So kam die Gruppe dann am Mittwochmorgen um 7.45 Uhr am Nürnberger Flughafen an. Nach einem kurzen Zwischenstop zu Hause verbrachte unser Gast den Vormittag mit den anderen russischen Schülern und einigen Deutschen in der Erlanger Innenstadt. Den Nachmittag begannen wir mit der Begrüßung der Gäste im Erlanger Rathaus. Danach erfuhr die Gruppe bei einer Stadtführung Interessantes über Erlangen. Dieses Wissen konnten sie sogleich in der von den deutschen Schülern organisierten Stadtrallye verwenden. Die Teams bestanden dabei immer aus den jeweilig zusammengehörenden Austauschpartnern.

Der nächste Tag begann dann mit der Begrüßung der Gäste durch Schulleiterin Gertrud Reichert-Brod am Emmy-Noether-Gymnasium. Die deutschen Schüler nahmen planmäßig am Unterricht teil, wohingegen die Austauschgruppe das Walderlebniszentrum erkundete. Danach machte ich mit einer deutschen Schülerin und jen jeweiligen Austauschpartnern den obligatorischen Besuch in den Mode-Outlets in Herzogenaurach.

Am Freitag fuhren wir nach München und verbrachten den ganzen Tag dort, wobei wir über das Oktoberfest schlenderten, die Fahrgeschäfte genossen und später die Stadt erkundeten. Michaela Spörl, unsere Lehrerin, zeigte uns die Münchner Innenstadt mittels einer kurzen und informativen Führung. Danach kamen die zwei freien Tage, bei denen für uns zum Beispiel der Besuch der Nürnberger Innenstadt samt hiesiger Sehenswürdigkeiten wie der Lorenzkirche oder der Kaiserburg auf dem Programm standen. Der Wildpark Hundshaupten war am Montag als Besichtigungsziel auf der Agenda. Dieser stellte ein persönliches Highlight dar, weil wir dort zum ersten Mal eine Hirschkuh hautnah füttern konnten. Nach dem dortigen Besuch statteten wir der Binghöhle in Streitberg eine kurze Visite ab, um dann nach Hause zurückzukehren.

Den Tag der Deutschen Einheit verbrachten wir als Zuschauer eines Spiels der Nürnberger Ice-Tigers. Der Mittwoch diente dazu, den russischen Schülern den deutschen Unterricht näherzubringen. So konnte sich meine Austauschschülerin gleich in den Englischunterricht integrieren. Es folgten das gemeinsame Kochen eines Eintopfs und der Sportunterricht. Am Donnerstag kamen wir noch einmal in die Schule, um den Unterricht zu besuchen. Nach dem letzten gemeinsamen Mittagessen brachten wir unsere Gäste zum Flughafen, um sie dort zu verabschieden.

Persönlich empfehle ich jedem, den Wladimir-Austausch zu machen, damit man die Leute und das Land dort kennenlernt. Verbessernd kam hinzu, eine äußerst nette Austauschschülerin zugeteil bekommen zu haben, die fließend Englisch und sehr gut Deutsch sprach.

Johannes Ott, Q11, Michaela Spörl, StRin

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Vom 24. April bis 2. Mai setzte das Emmy-Noether-Gymnasium seinen Austausch mit Wladimir fort und besuchte mit einer Gruppe unter Leitung von Michaela Spörl die Partnerstadt. Hier nun der Bericht vom Aufenthalt in Wladimir, leider ohne Namen.

Nach der späten Ankunft bei den Gastfamilien durften wir erst einmal ausschlafen und trafen uns dann um 11.40 Uhr am Kathedralenplatz von Wladimir. Dort begann die Stadtführung durch Wladimir. Wir besichtigten die Mariä-Entschlafens-Kathedrale und auch den Platz um sie herum. Dabei wurde uns viel über die Geschichte Wladimirs erzählt. Anschließend liefen wir zum Goldenen Tor, das früher ein Stadttor Wladimirs war. In dem Tor befand sich ein Museum, worin man anhand eines Modells und einer Multi-Media-Darstellung den Überfall der Tataren auf Wladimir nacherleben kann. Im Anschluss an die Stadtführung durch Wladimir sind wir in ein weiteres Museum gegangen, welches über die Schule im alten Russland informierte. Uns wurde erklärt, wie der Unterricht früher ablief und was es für Strafen usw. gab. Wir durften dabei auch auf Wachstafeln unseren Namen in altrussischer Schrift schreiben. Das war das Programm für diesen Tag mit der ganzen Gruppe; ich erkundete mit meiner Austauschschülerin und zwei weiteren Jugendlichen Wladimir noch weiter und ging dabei u.a. mit meiner Austauschschülerin noch ins Erlangen-Haus, wo sie Deutsch lernt.

Am Mittwoch mussten wir uns schon früh treffen, da wir alle gemeinsam mit dem Bus nach Nischnij Nowgorod wollten. Die vier Stunden Fahrt haben sich gelohnt, da wir nicht nur eine informative Stadtrundfahrt erlebten, sondern auch mit einer Seilbahn einmal hin- und zurück über die Wolga, den längsten Strom Europas, fahren durften. Aus der Seilbahn hatte man einen wunderschönen Blick über Nischnij Nowgorod und die Natur.

Am Donnerstag wurden wir mit einem tollen Konzert im Gymnasium Nr. 23 empfangen. Die Gastgeber trugen russische, deutsche, englische und französische Lieder und Gedichte vor. Es war ziemlich beeindruckend, dass extra für uns so ein großer Aufwand betrieben wurde und sich einige Schüler dazu bereit erklärt haben, uns etwas vorzuführen. Anschließend durften wir den Deutschunterricht einer 5. Klasse besuchen und sogar selber Lehrer spielen. An verschiedenen Stationen sprachen die Kinder, die erst ein dreiviertel Jahr Deutsch lernen, mit uns auf Deutsch, und wir durften sie mit Noten bewerten. Für beide Seiten war dies ein besonders intensives und gewinnbringendes Erlebnis. Danach bereiteten wir in der Mensa alle zusammen Borschtsch zu und aßen gemeinsam. Gestärkt konnten wir nun in den Kunstunterricht gehen, in dem wir Matrjoschkas und Schutzpuppen bastelten; dabei erzählte man uns viel über die Geschichte der Puppen. Zum Abschluss des Schultages hatten wir gemeinsam mit unseren Austauschschülern Sport. Eine kleine Gruppe von Deutschen mit ihren Austauschschülern ist dann noch in die Trampolinhalle, was sehr viel Spaß machte.

Am Freitag stand eine Exkursion nach Susdal auf dem Programm. Dort besichtigten wir ein Freilichtmuseum, in dem ein nachgestelltes altes Dorf zu sehen war. Wir haben dann auch noch die „richtige“ Stadt besichtigt und unter anderem ein, zwei weitere Kathedralen.

Samstag war ein „freier“ Tag, für den die Gastfamilien sich für die Gastschüler ein Programm ausgedacht hatten. Die meisten entschieden sich, Paintball zu spielen, und so traten wir „Russen gegen Deutsche“ beim Paintball an. Das Spiel ging mit 2:2 unentschieden aus. Anschließend hat eine kleinere Gruppe noch gegrillt und wir saßen gemütlich beieinander. Allerdings mussten wir am nächsten Tag früh aufstehen, da schon um 6:20 Uhr Treffpunkt für die Fahrt nach Moskau war.

Gruppenbild des deutsch-russischen Schüleraustausches auf dem Roten Platz

In Moskau angekommen, konnten wir uns erst einmal selbstständig vor dem Kreml ein bisschen umschauen, bis wir in den Kreml hinein durften. Im Kreml bekamen wir eine Führung, und uns wurden die verschiedenen Kathedralen gezeigt und auch die eine Kathedrale, die nach dem Vorbild der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir gebaut wurde. Nach dem Kreml sind wir noch auf den Roten Platz mit der bekannten bunten Basilius-Kathedrale und vielem mehr. Leider mussten wir uns an diesem Abend schon von den russischen Schülern verabschieden. Beim Abschied sind viele Tränen geflossen.

Als wir dann unter uns waren, sind wir noch mit der Metro gefahren. Die einzelnen Stationen sind beeindruckend, da jede von einem anderen Thema handelt und dem Stationsnamen angepasst ist. Am letzten Tag sind wir wieder Metro gefahren und haben auch zu Fuß als kleine Gruppe Moskau noch ein bisschen näher erkundet. Wir besichtigten unter anderem einen der bekanntesten Friedhöfe Moskaus, auf dem viele bekannte Persönlichkeiten begraben sind und machten eine Pause im Gorkij-Park.

Der Austausch mit Wladimir war sehr schön, da man nicht nur ein anderes Land kennenlernen konnte, sondern auch viele neue Freunde gewonnen hat.

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Im Januar besuchten Olga Lisizyna und ich unsere Freunde in Erlangen, Gertraud und Gerhard Lohse. Wir waren glücklich, Menschen wiederzusehen, die wir ins Herz geschlossen haben. Was wir nicht schon alles an unvergeßlichen Ereignissen und Freudengefühle miteinander erleben durften!

Eva Lohse, Nadeschda Sidorowa, Gertraud Lohse mit Enkelin, Olga Lisizyna und Gerhard Lohse

Eva Lohse, Nadeschda Sidorowa, Gertraud Lohse mit Enkelin, Olga Lisizyna und Gerhard Lohse

Unsere Freundschaft begann vor 18 Jahren im Rahmen des Schüleraustausches zwischen Erlangen und Wladimir. Im Lauf von zehn Jahren Partnerschaft kamen fünf Gruppen der Schule Nr. 39 aus Wladimir nach Erlangen, um das Leben ihrer Altersgenossen vom Emmy-Noether-Gymnasium kennenzulernen, um ein Gespür für die Geschichte und Kultur Deutschlands zu gewinnen und neue Freunde zu finden. Im Gegenzug luden sie ihre neuen deutschen Freunde zu sich in die Wladimirer Lande ein. Dabei war der Dialog der Kulturen Mal für Mal für beide Seiten interessant und nützlich. Dieses Schulaustauschprogramm hat allen Teilnehmern zu verstehen geholfen, wie großartig es ist, befreundet zu sein, wie viel es doch ungeachtet der unterschiedlichen Mentalitäten an Gemeinsamem zwischen Russen und Deutschen gibt. Wichtig dabei besonders der Versuch, einander zu verstehen, in Freundschaft zusammenzuleben und voneinander zu lernen, was man selbst bisher nicht kann.

Nadeschda Sidorowa,

Nadeschda Sidorowa, Gertraud Lohse, Olga Lisizyna und Gerhard Lohse

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Organisatoren dieses Austauschprogramms für Schüler zu danken: der Verwaltung und den Lehrkräften des Emmy-Noether-Gymnasiums, besonders Gertraud Lohse, sowie den Familien der deutschen Schüler, die unsere Kinder so herzlich und gastfreundlich bei sich zu Hause aufnahmen. Und natürlich gilt meine besondere Dankbarkeit Peter Steger für seine Riesenarbeit bei der Organisation der Partnerschaftskontakte zwischen unseren Schulen und Städten. Viel Erfolg, Peter, bei Ihrer friedensstiftenden Mission!

Olga Lisizyna, Peter Steger und Nadeschda Sidorowa

Olga Lisizyna, Peter Steger und Nadeschda Sidorowa

Mögen immer mehr Menschen, Einrichtungen und Organisationen aus Wladimir ihre Erlanger Partner im jeweiligen Fach, Geschäftsbereich oder Kulturgebiet finden. Mögen zwischen Wladimir und Erlangen stets Freundschaft und Einvernehmen herrschen. Wir aber geben den Staffelstab der Partnerschaft an die Jüngeren weiter. Sie sollen selbst über ihre Freundschaft schreiben, hier im Blog.

Nadeschda Sidorowa

Siehe auch: http://is.gd/iKcpsL

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Von Männerfreundschaft zwischen Deutschen und Russen ist ja immer wieder zu hören, während man sich vom weiblichen Pendant weithin gar keinen Begriff macht. Völlig unberechtigt, wie an den ungezählten Verbindungen von Frau zu Frau im Rahmen der Städtepartnerschaft abzulesen und besonders schön anzusehen am Beispiel der Troika aus Gertraud Lohse, Olga Lisizyna und Nadeschda Sidorowa, die dank dem Schüleraustausch seit bald 20 Jahren Freundschaft pflegen. Gertraud Lohse, damals Wladimir-Beauftragte am Emmy-Noether-Gymnasium, und ihre Kollegin von der Partnerschule, Nadeschda Sidorowa, lernten sich dienstlich kennen und schätzen, Olga Lisizyna kam als Gastmutter des Sohnes von Gertraud Lohse ins Spiel, der damals das Marie-Therese-Gymnasium besuchte. So schön kann die Partnerschaft über Bande spielen und Menschen verbinden.

Olga Lisizyna, Gertraud Lohse und Nadeschda Sidorowa

Olga Lisizyna, Gertraud Lohse und Nadeschda Sidorowa

Nadeschda Sidorowa, seinerzeit Lehrerin für Englisch, hat sich inzwischen selbständig gemacht und betreibt eine Reiseagentur, während Olga Lisizyna im Energiesektor zu Hause ist. So unterschiedlich das klingen mag, wollen doch beide nicht nur ihre Freundin besuchen und den mehrtägigen Aufenthalt, der morgen schon wieder endet, für Ausflüge ins schöne Land der Franken nutzen, sondern sie wollen sich auch nützlich für den Austausch ingesamt machen. Derlei Initiativen sind ja stets hochwillkommen. Und so wollen denn die Besucherinnen ihre vielfältigen Kontakte nutzen, um neue Verbindungen in der Medizin, Wirtschaft, Kultur und im Tourismus aufzunehmen. Mit besseren Vorsätzen kann das Neue Jahr doch gar nicht beginnen! Sie lebe deshalb hoch, die deutsch-russische Frauenfreundschaft! Dieses Jahr und alle, die da noch kommen mögen.

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Was zwischen dem Emmy-Noether-Gymnasium in Erlangen und dem Linguistischen Stoletow-Gymnasium Nr. 23 in Wladimir gewachsen ist, gehört zu den tragenden Verbindungen der Städtepartnerschaft, die nach den Worten von Florian Janik bestehen bleiben, gleich wer „da oben“ gerade das Sagen haben mag. Olga Wolkowa, die gemeinsam mit Swetlana Gusjewa diesen Austausch schon im achten Jahr begleitet, kann die Worte des Oberbürgermeisters nur bestätigen. Ihrer beider pädagogischen und freundschaftlichen Kontakte zum Emmy-Noether-Gymnasium währen nämlich nun schon acht Jahre, manche Schüler kommen bereits zum zweiten Mal nach Erlangen, andere sind von ihren Geschwistern angeregt worden, am Austausch teilzunehmen.

Schüleraustausch Emmy-Noether-Gymnasium mit Wladimir

Schüleraustausch Emmy-Noether-Gymnasium mit Wladimir

Die überzeugendste Werbung für die Begegnungen machen aber sicher die beiden Pädagoginnen, die vor 25 Jahren zum ersten Mal mit einer Lehrerdelegation in Erlangen zu Besuch waren und sofort begriffen, welche Chancen sich da für Schüler auftun, die Deutsch lernen wollen. Und wenn dann auch noch jemand wie Michaela Spörl, die am Emmy-Noether-Gymnasium das Wahlfach Russisch anbietet, als nicht minder begeisternde Gastgeberin an seiner Seite weiß, braucht einem auch nicht bange um die Zukunft des Austausches sein.

Swetlana Gusjewa, Olga Wolkowa, Florian Janik und Michaela Spörl

Swetlana Gusjewa, Olga Wolkowa, Florian Janik und Michaela Spörl

Und doch: Jedes Austauschprogramm ist neu – und dieses Mal im Rahmen eines P-Seminars sogar von den gastgebenden Schülern für die Besucher aus Wladimir in eigener Regie zusammengestellt. Wie das gelungen und angekommen ist, dazu wird es demnächst hier im Blog einen eigenen Bericht geben. Über ihre Erfahrungen – unbedingt nachlesen! – haben die Lehrerinnen ja bereits im Blog Auskunft gegeben. Deshalb hier die beiden Links: http://is.gd/8czCAv und http://is.gd/KAESrR

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Kann es Zufall sein, wenn der Blog zum siebten Mal sein virtuelles Wiegenfest ausgerechnet am 75. Geburtstag von Heinrich Niemann feiert, dem emeritierten Leiter des Lehrstuhls für Mustererkennung, dem, gemeinsam mit Heinz Gerhäuser, im wesentlichen der 2001 abgeschlossene Kooperationsvertrag zwischen den Universitäten der Partnerstädte zu verdanken ist? Kann es Laune der Chronologie sein, wenn heute vor 76 Jahren Wolf Peter Schnetz zur Welt kam, der als Autor schon zu Zeiten des Kalten Krieges das Klima schuf, in dem die Städtepartnerschaft erst gedeihen konnte? Mag ja sein, aber wir wollen diese Koinzidenzen als Conditio humana des Blogs verstehen, der sich selbst wiederum als Logbuch der so mannigfachen Beziehungen und Querverbindungen zwischen Erlangen, Wladimir, Jena und der übrigen weiten Welt begreift. Und als Vorgabe, nicht kurzatmig zu werden, nicht nachzulassen, den Blick immer auf das große Ziel gerichtet zu halten, das da lautet: Völkerverständigung.

Heinrich Niemann in Wladimir mit Studenten

Heinrich Niemann in Wladimir mit Studenten

Und so sei heute den beiden Granden gedankt und gratuliert, besonders natürlich Heinrich Niemann, der vor zehn Jahren für seine mustergültigen Verdienste die Ehrenprofessorenwürde in Wladimir verliehen bekam, zu seinem runden Jubiläum, und dem kreativen Kulturreferenten, der, obwohl in seine Heimatstadt Regensburg zurückgekehrt, der Städtepartnerschaft innig verbunden bleibt.

Schüleraustausch Emmy-Noether-Gymnasium mit Wladimir; Renate Winzen rechts auf der Treppe

Schüleraustausch Emmy-Noether-Gymnasium mit Wladimir; Renate Winzen rechts auf der Treppe

Der Blog – dem Lauf der Partnerschaft sei’s gedankt! – macht seinen geneigten Lesern und sich selbst ein Geschenk mit den Bildern zum aktuellen Wladimir-Austausch des Emmy-Noether-Gymnasiums. Die deutsch-russische Gruppe, gestern von Renate Winzen zweisprachig durch die Stadt geführt, ist seit Freitag zusammen und will bis zur Heimreise der Gäste am 5. Oktober nicht nur gemeinsam den Unterricht besuchen und landeskundliche Ausflüge unternehmen, sie wird vielmehr an einem Projekt arbeiten, das demnächst – ein wenig Geduld noch – auf diesen Seiten vorzustellen ist.

Austausch und Freundschaft

Austausch und Freundschaft

Zu einem richtigen Geburtstag gehört aber stets auch eine Überraschung. Und die sei heute exklusiv im Blog verraten: Die Schüler bereiten etwas zum 25. Tag der Einheit vor und werden es beim Festakt ab 11.00 Uhr im Redoutensaal – bei freiem Eintritt – vorstellen. Was genau, das wissen sie selbst noch nicht. Nur daß. Also: Kommen und sich überraschen lassen, denn ohne das russische Einverständnis hätte die Friedliche Revolution nie unblutig zur Wiedervereinigung führen können. Das sollten wir am 3. Oktober immer dankbar erinnern.

Спасибо

Dankbar ist noch so ein Stichwort. Dankbar ist heute (und alle Tage) der Blog besonders den Lesern, Mitautoren und Kommentatoren. Ohne deren Aufmerksamkeit und Treue würde sich auch der eifrigste Buchhalter der Städtefreundschaft nicht der tagtäglichen Selbstverpflichtung unterziehen, aus und über Wladimir zu berichten. Der größte Dank aber gilt einer Frau. Es heißt ja immer, hinter einem starken Mann stehe eine nicht minder starke Frau. Das klingt zwar nicht mehr ganz gendergerecht, stimmt aber gewiß für den Blog. Nur mit dem Zusatz „zurück“. Es gibt nämlich eine Frau, die hinter dem Blog steht und oft, viel zu oft, hinter dessen zeitfressenden Ansprüchen zurücksteht. Dafür auch einmal öffentlich um Verzeihung zu bitten, ist heute der rechte Tag. Auch wenn kaum Aussicht auf Besserung besteht… Besonders nicht im verflixten siebten Jahr, das es noch zu meistern gilt.

Ach ja, fast vergessen: Hier ist der Link zu Heinrich Niemann und seinem großen Werk für die Partnerschaft: http://is.gd/ah65yE

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Heute, am 1. September, beginnt an allen russischen Schulen nach drei Monaten Sommerferien der Unterricht wieder. Da fügt es sich gut, von Olga Wolkowa, einer partnerschaftserprobten Deutschlehrerin aus Wladimir, einen Bericht zu erhalten zu haben, der sich auf den Austauschbesuch vom Jahr 2011 bezieht.

Unser Gymnasium (Stoletow-Gymnasium Nr. 23 der Stadt Wladimir) ist ein Fremdsprachengymnasium mit erweitertem Englischunterricht. Deutsch als zweite Femdsprache wird von zwei Dritteln der Kinder ab der fünften Klasse gewählt, viele besuchen auch noch die Kurse im Erlangen-Haus. Was ist Sprachenlernen ohne Praxis? Darum nehmen unsere Schüler und Lehrer sehr gern an dem Schüleraustausch teil. In den Unterrichtsstunden zuvor lernten wir neue Lexik, übten Grammatik, lasen Texte, machten Hörverstehen. Wir haben natürlich auf die Frage geantwortet, die immer wieder gestellt wird: “Was ist typisch deutsch?“ oder “Was fällt dir ein, wenn du das Wort Deutschland hörst?“ Als Gastgeschenk haben wir eine Umfrage zu deutsch-russischen Vorurteilen mitgebracht. Wir werden sehen, ob unsere Vorurteile stimmen.

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Olga Wolkowa

Unsere Antworten waren: Pflichbewusstheit, Zuverlässigkeit, Fleiß, Pünktlichkeit, Disziplin, Verschlossenheit, Hochachtung für Ordnung. Die Autobahn, die Sauberkeit, das Auto, der Fußball, das Fahrrad und Sport, Wandern und Berge, Würstchen und das Abendbrot, (man kocht am Abend nicht), Bier, Lufthansa, gut organisierte und entwickelte Industrie und die Alpen. Das waren die Worte, die uns am meisten eingefallen sind.

Und nun fliegen wir mit der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa. Im Flugzeug haben unsere Mädchen sehr aktiv kommuniziert. Auf meine Frage: ”Sprecht ihr Deutsch ?” habe ich die Antwort bekommen: “Mit diesen Nachbarn sprechen wir Deutsch, mit jenen Englisch“. Solche Worte sind, wie wir Russen sagen, “Balsam aufs Herz der Fremdsprachenlehrerin“.

Den Zwischenstopp in Hamburg (3,5 Stunden) haben wir sehr produktiv verbracht: alle Duty-Free- Geschäfte besucht, am Computer im Wartesaal E-Mails geschrieben, auf Deutsch gefragt, wo auf der deutschen Testatur das @ ist und Würstchen gegessen. Wir wurden wieder mit unserem Deutsch überall verstanden! (Offen gestanden hat Englisch uns auch sehr geholfen.)

Als wir im kleinen Flugzeug nach Nürnberg saßen, wussten wir schon, dass wir von unseren deutschen Freunden erwartet wurden, weil wir mit ihnen schöne Erinnerungen an Wladimir teilten. Wir waren nur neugierig, was wir in unseren Gastgeberfamilien am Wochenende alles machen werden. Außer Neugier doch ein bisschen Angst – Deutsche sind doch nicht so offen, nicht so gastfreundlich und nicht so gesellig oder doch? Die Freude und Aufregung war groß, aber in der Viertelstunde nach der Landung fahren wir schon zu unseren Gastgebern. Ja, die Deutschen sind pünktlich, pflichtbewusst und haben Hochachtung für Ordnung.

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Olga Wolkowa

Am nächsten Tag haben wir gesehen, dass die Worte, die uns zuerst eingefallen sind, richtig waren. Zum Beispiel bestimmen den Straßenverkehr in Erlangen die Fahrradfahrer. Sie fahren zur Arbeit, in die Schule, Universität, zum Einkaufen und zur Erholung. Und die Helme, die Erwachsene auf dem Fahrrad tragen! Und das Warten vor der roten Fußgängerampel, auch wenn weit und breit kein Auto in Sicht ist! Und von solchen Autobahnen wie in Deutschland können unsere Autofahrer nur träumen.

Für mich war typisch deutsch ein ausgedehntes Sonntagsfrühstück, als meine Freundin, wir kennen einander schon 16 Jahre, am Morgen frische Brötchen aus der Bäckerei gebracht hat und wir langsam und gemütlich gegessen und geredet haben. Apropos hat meine Freundin sich nicht typisch deutsch benommen, sie kochte viel und sehr lecker, obwohl wir alle wissen, dass die Deutschen anstatt Suppen und einem warmen Gericht belegte Brote zu Abend essen, darum heißt das Abendbrot.

Am Sonntag begann unser Programm, das mit viel Liebe zur Sache und vor allem zu den Gästen von Michaela Spörl zusammengestellt worden war. Der Schwerpunkt unseres Programms war Sport, darum haben wir das Fußballspiel nicht im Fernsehen, sondern auf dem Fußballfeld verfolgt. Greuther Fürth gegen 1860 München. Wir haben zwei glückliche Toren unserer “grünen” Mannschaft miterlebt. Besonders beeindruckend fanden wir, dass die Fans beider Vereine sich gegenseitig höflich und zuvorkommend benahmen, was bei uns nicht immer der Fall ist.

Am Montag wurden wir in der Schule begrüßt, wir hospitierten ein paar Stunden und wurden dann im Rathaus von Elisabeth Preuß und Peter Steger sehr herzlich empfangen. Wie Peter Steger später in seinem Blog geschrieben hat: “Dieses Neusprachliche Gymnasium bildet das aus, was Elisabeth Preuß „das Herz der Städtepartnerschaft“ nennt. Niemanden empfange sie so gerne wie Schülergruppen, geben diese doch die Grundlage für die Zukunft der Zusammenarbeit ab.

Eine der schönsten Erinnerungen für uns war unsere Kanu-Fahrt auf der Regniz in Bamberg. Wir konnten nicht nur Paddeln lernen, sondern auch vom Fluss aus das schöne “Klein Venedig“ bewundern. Die Kanufahrtbegleiter taten ihr Bestes und haben uns die Team-Arbeit beigebracht und mit den schönen Sehenswürdigkeiten Bambergs bekannt gemacht. Wir hatten so auch eine Möglichkeit bekommen, uns sportlich zu zeigen. Die Deutschen treiben gern Sport!

Wir besuchten alle zusammen, die deutschen und die russischen Schüler, die Firma Staedtler. In den Arbeitshallen sieht man überhaupt keine Arbeiter, alles machen nur die klugen Maschinen. Das Lager der Firma sah wie im Science-Fiction Buch aus. Ja, Deutschland hat eine sehr entwickelte Industrie.

Auf dem Oktoberfest

Auf dem Oktoberfest

Einer der Höhepunkte war sicher der Besuch des Oktoberfests. Nach einer relativ langen Busfahrt mit ein paar Staus liefen wir in kleinen Gruppen über das berühmte Oktoberfest und konnten die Atmosphäre genießen. Wir gehen auf die Wies’n.

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München

Frau Spörl erklärte uns in der Deutschstunde, was das bedeutet. Besonders ist uns aufgefallen, dass die Hälfte der Oktoberfestbesucher Nationaltracht trug. Einige unsere russische Mädchen hatten Glück, sie bekamen von den deutschen Freundinnen ein Trachtenkleid mit Schürze, – ein Dirndl. Was es nur alles so gibt!!! Klar, die Deutschen sind ein fleißiges Volk, aber sie verstehen auch zu feiern.

Olga Wolkowa

Olga Wolkowa

Wir, die Lehrer, verbrachten noch ein märchenhaftes Wochenende im Luftkurort Kochel am See. Wir wanderten, fuhren mit der Sesselbahn in die Berge, machten Seeschifffahrt (mit drei f geschrieben!), aßen leckere Spezialitäten (z.B. Windbeutel und Münchner Würstchen), saßen im Café mit Märchenaussicht auf die Felder und genossen das wärmste Wetter (bis +26 Grad Anfang Oktober!!!) – Bilderbuchwetter!!!. Na ja, wenn Engeln reisen, lacht die Sonne. Dieses Sprichwort haben wir in Deutschland gelernt. Bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel haben wir hunderte Erinnerungsfotos geknipst.

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Olga Wolkowa mit zwei Schülerinnen

Der letzte Tag. In den meisten Gesichtern war Enttäuschung zu sehen, weil die Zeit so schnell vergangen war. Wir wurden von unseren Gastfamilien zum Flughafen bei Nürnberg gefahren. Nach dem Einchecken mussten wir uns leider von unseren Austauschpartnern und deren Eltern und Geschwistern verabschieden. Es gab zahlreiche Tränen der russischen und deutschen Austauschschüler, und alle wurden auf einen zweiten Besuch in Deutschland und in Russland eingeladen. Sind die Deutschen nicht gastfreundlich? Die Vorurteile stimmten, wie immer, nicht. Die unerwartete Herzlichkeit der Gastfamilien hat hat uns alle sehr gerührt.

Olga Wolkowa über den Wolken

Olga Wolkowa über den Wolken

Meine Schüler haben mir schon erzählt, dass vier bis fünf deutsche Schüler im Sommer ihre Austauschpartner in Wladimir privat besuchen möchten. Herzlich willkommen!

Nach meinen Erzählungen über unseren Aufenthalt in Erlangen bekommen schon ein paar weitere Schüler Lust, mal nach Erlangen zu kommen und das Emmy-Noether-Gymnasium zu besuchen. Ich lade aber auch andere Schüler des Emmy-Noether-Gymnasiums und die Einwohner unserer Partnerstadt Erlangen ein, Russland zu besuchen.

Wir haben auch viel Sehenswertes: das Goldene Tor im Zentrum der Stadt, viele schöne weiße Kirchen mit goldenen Kuppeln, wir besuchen Moskau, den Kreml und den Roten Platz. Und unsere Familien sind auch sehr gastfreundlich und gesellig. Sehen Sie sich unsere Fotos an, dann bekommen Sie bestimmt Lust, mal nach Russland zu kommen.

Olga Wolkowa, 2011

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