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Posts Tagged ‘Russisches Rotes Kreuz’


Gestern feierte man in Wladimir mit einem Festakt den 145. Jahrestag der Gründung des Roten Kreuzes. Ob nun glückliche Fügung oder trefflicher Zufall: Ebenfalls gestern traf sich der Förderverein des Wladimirer Roten Kreuzes, um über die weitere Zusammenarbeit zu entscheiden. Um es gleich vorwegzunehmen, ohne gleich Interna auszuplaudern: Man einigte sich darauf, je nach Bedarf die beiden laufenden Projekte „Licht des Guten“ mit seiner Häuslichen Pflege und „Das sollte jeder wissen“ mit seinen Erste-Hilfe-Kursen weiter zu unterstützen. Gleich nach Ostern wird Wolfram Howein in die Partnerstadt reisen und mit Olga Dejewa, der Vorsitzenden des Roten Kreuzes, das weitere Vorgehen zu besprechen.

Förderverein Rotes Kreuz Wladimir, April 2014

Förderverein Rotes Kreuz Wladimir, April 2014

Wenn man die so vielgestaltigen medizinischen und sozialen Projekte der Städtepartnerschaft destilliert, bleibt am Ende immer wieder die eine Essenz zurück: Alle tragen sie den Lebenshauch des BRK Erlangen-Höchstadt in sich, alle sind sie inspiriert von Jürgen Üblacker und Brüne Soltau und ihrer überragenden Bedeutung für das Fortbestehen des Roten Kreuzes in Wladimir. Anfang der 90er Jahre, als die Zusammenarbeit begann, stand der Ortsverband in der Partnerstadt kurz vor seiner Auflösung, heute zählt er mehr als 700 Mitglieder und gewinnt stetig an Ansehen in Politik und Öffentlichkeit. Die beiden zusammen mit Erlangen entwickelten Projekte zur Pflege von Palliativpatienten („Licht des Guten“) und zur Erste-Hilfe-Ausbildung („Das sollte jeder wissen“) wurden nicht nur von der Stadtverwaltung Wladimir gefördert, sondern von ihr sogar wegen der außergewöhnlichen gesellschaftlichen Bedeutung als vorbildlich ausgezeichnet. Vor allem auch für die hervorragende Jugendarbeit und die gelungene Einbindung von ehrenamtlichen Kräften in alle Tätigkeitsbereiche. Davon wird hier im Blog sicher schon bald wieder zu berichten sein. Neue Mitglieder sucht man übrigens nicht nur in Wladimir, sondern auch beim Förderverein mit seinen knapp 50 Unterstützern. Bei Interesse bitte hier im Blog melden. Denn besonders in Erlangen gilt das Wort von „unserem“ Friedrich Rückert: „Helft, Ritter, wenn ihr Ritter seid, seid Retter!“

S. auch: http://is.gd/gAsap4

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Es geht nicht alles so rasch voran, wie sich das Olga Dejewa vorstellt. Dennoch kann die Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir berichten, daß die beiden Projekte „Das sollte jeder wissen“ und „Hospiz – Häusliche Pflege“ auch in der Sommerpause nicht an Fahrt verlieren. Sogar einen Runden Tisch zum Thema „Über die Notwendigkeit der Vermittlung von Kenntnissen in der Ersten Hilfe“ habe es auf ihre Anregung hin gegeben. Schwieriger sei es da schon, mit dem schwerfälligen Apparat der Krankenhäuser in Sachen Hospiz-Projekt zusammenzuarbeiten, zumal auch noch das Datenschutzgesetz hohe Hürden aufbaue. Aber auch da weiß sich Olga Dejewa zu helfen: Man wende sich einfach direkt an die Patienten, mache auf die Dienstleistungen des Roten Kreuzes aufmerksam. Noch wichtiger aber: Nach einem personellen Wechsel in der Leitung der obersten Gesundheitsbehörde der Region Wladimir erhalte man von da nun viel mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung. Nicht von ungefähr, denn – und das ist der Clou! – das Gesundheitsministerium in Moskau legt allen regionalen Strukturen nahe, eng mit dem Roten Kreuz vor Ort zu kooperieren und sogar Mitglied der gemeinnützigen Organisation zu werden. Wenn dies tatsächlich so umgesetzt wird, bedeutet dies nichts weniger als eine Zeitenwende.

Olga Dejewa, Heino Sand

Olga Dejewa und Heino Sand im Klub Retter

Unterdessen hat sich Olga Dejewa während des Partnerschaftsjubiläums mit Matthias Buggert und Heino Sand vom Stadtjugendring getroffen, um über Möglichkeiten eines Austausches zu sprechen. Schon im Herbst will sie selbst wieder nach Erlangen kommen – mit drei jungen Leuten, die Begegnungen für das nächste Jahr vorbereiten sollen. Fortsetzung folgt also!

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„Die Maifeiertage liegen hinter uns“, schreibt Olga Dejewa, die Geschäftsführerin des Roten Kreuzes Wladimir, und fährt fort: „Die Arbeit hat uns wieder.“

Angetreten zum Wettkampf der Ersten Hilfe. Im Vordergrund Olga Dejewa.

Angetreten zum Wettkampf der Ersten Hilfe. Im Vordergrund Olga Dejewa.

Und diese Arbeit trägt Früchte, vor allem bei der Jugend. Der Ortsverband des Russischen Roten Kreuzes in der Partnerstadt hat nämlich dieser Tage ein großes Treffen für Schüler veranstaltet, bei denen die jungen Leute, beobachtet von den Medien, in Wettkämpfen zeigen sollten, was sie dank dem Programm „Das sollte jeder wissen“ so alles gelernt haben: Wiederbelebung, Erstversorgung sowie Transport von Unfallopfern und Verletzten.

Erstversorgung im Wettkampf

Erstversorgung im Wettkampf

Alle vier Schulen, an denen das Rote Kreuz seine Kurse anbietet, nahmen an der Veranstaltung teil, und so kamen – mit den Zuschauern – am Ende mehr als einhundert Schüler zusammen. Gefördert wurde das Treffen übrigens von der Stadtverwaltung Wladimir, als deren Vertreter Roman Wlassow, einer der stellvertretenden Bürgermeister, sprach. Aber auch die Schulverwaltung, das Katastrophenschutzamt und der Klub „Retter“ waren mit von der Partie. Und natürlich gab es Preise für die besten Notfallhelfer: Pokale und Medaillen sowie ein Rot-Kreuz-Hemd für jeden.

Wiederbelebung unter Beobachtung

Wiederbelebung unter Beobachtung

Parallel dazu ist auch das Projekt „Hospiz – Haus der Hoffnung“ an den Start gegangen, das unterstützt wird von der Privatklinik „Nadeschda – Hoffnung“, wo die Ärztin Wera Guskowa arbeitet, früher Sozialbürgermeisterin Wladimirs und nach wie vor Vorstandsmitglied des Roten Kreuzes. Bei so viel Hoffnung kann die Sache ja nur gutgehen!

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Für gute Nachrichten ist es nie zu spät. Und, wie unlängst auch von der Wissenschaft bewiesen, sie verbreiten sich schneller im Netz als schlechte. So sei denn eine Geschichte nachgeliefert, die sich bereits zum Jahreswechsel zutrug. Da nämlich haben Freiwillige der Wladimirer Krankenhilfeschule gemeinsam mit Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes im Rahmen des Programms „Licht des Guten“ eine Aktion unter der Bezeichung „Tue Gutes“ durchgeführt.

Olga Dejewa, stehend, leitet die Aktion.

Olga Dejewa, stehend, leitet die Aktion.

Zu Neujahr verteilten die jungen Helfer kleine Geschenke an Gehbehinderte von der Selbsthilfegruppe „Nadeschda – Hoffnung“. Doch dabei blieb es nicht. Die guten Geister übernahmen gleich auch noch Hausarbeiten, putzten und fegten die Wohnungen, fühlten den Puls, maßen Blutdruck und Blutzucker, Temperatur. Auch Druckstellen behandelten die angehenden Krankenschwestern und legten neue Verbände.

Freiwillige beim Hausbesuch.

Freiwillige beim Hausbesuch.

„Danach“, berichtet Olga Dejewa, Geschäftsführerin des Roten Kreuzes Wladimir und Initiatorin der Aktion, „haben sich alle besser gefühlt, die Rollstuhlfahrer wie unser ehrenamtliches Team. Wer andern hilft, tut auch sich selbst etwas Gutes!“ Da kann man sich und anderen nur mehr Feste und Anlässe dieser Art wünschen. Auch im Alltag.

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Es ist noch kein Jahr her, seit Olga Dejewa ehrenamtlich die Leitung des Roten Kreuzes in Wladimir übernommen hat, aber was sie an geleisteter Arbeit vorweisen kann, ist jetzt schon so viel, daß man sich fragt, wo sie nur all die Energie und Kraft hernimmt, um etwas zu schaffen, wofür andere mindestens eine Nachspielzeit gebraucht hätten. Denn im Brotberuf ist sie ja nicht unbedingt unterbeschäftigt. Als Chefin der Sozialstiftung der Stadt Wladimir, zuständig für individuelle Hilfe vor allem in Härtefällen, sind nicht nur jeden Tag schwierige Entscheidungen zu treffen, es wollen auch Ehrungen vorgenommen und gerade gegen Jahresende all die Feiern und Treffen mit Vereinen und Organisationen ordentlich vorbereitet werden.

Erste-Hilfe-Kurs für Schüler

Dennoch: Im Roten Kreuz geht alles seinen Gang. Es geht voran. Nur ein bis zwei Leute hätte Olga Dejewa doch gerne im Team, wie sie bekennt. Zu viel hänge noch von ihr persönlich ab. Aber das bringt wohl jeder Neustart so mit sich. Dem Pferd, das gut zieht, lädt man immer noch mehr auf.

Demonstration der Ersten Hilfe im Seminar

Aber keine Klagen! Im September ging erfolgreich ein Seminar über die Bühne, das die beiden Projekte „Licht des Guten“ und „Das sollte jeder wissen“ zum Thema hatte. Wichtig dabei die Frage des Einsatzes von Ehrenamtlichen, für deren Arbeit auf regionaler Ebene derzeit ein eigenes Gesetz diskutiert wird. Aber auch ganz praktische Dinge fanden ihren Platz. So stellte ein russischer Mitarbeiter der Firma Paul Hartmann innovative Techniken zur Pflege von schwerkranken Patienten vor. Ein möglicher Ansatz für eine künftige Zusammenarbeit mit dem medizintechnischen Unternehmen aus Heidenheim.

Rot-Kreuz-Wettbewerb in einer Schulklasse

Teilgenommen haben an dem Seminar neben Politikern, die allmählich die Bedeutung des Ehrenamts für das Funktionieren einer Zivilgesellschaft begreifen, auch hohe Beamte des Innenministeriums und natürlich Vertreter der Medizin und des sozialen Bereichs.  Und die Ehrenamtlichen? Die sind längst wieder unterwegs in den beiden Projekten, pflegen bettlägrige Kranke und bringen Kindern an zwei Schulen das ABC der Ersten Hilfe bei.

Rolle des Roten Kreuzes aus Kinderblick

Überhaupt die Schüler: Mehr als 170 Bilder haben sie gemalt und gezeichnet für den vom Roten Kreuz ausgeschriebenen Wettbewerb. Nicht alle Kinder konnten gewinnen, aber die Trostbären und die Ausstellung aller Arbeiten war sicher auch Anerkennung genug.

Erste Hilfe im Krankheitsfall aus der Sicht einer Zwölfjährigen.

Mittlerweile kann man die Ehrenamtlichen in Wladimir an ihren T-Shirts erkennen, und Ausweise sowie Dienstbücher haben sie auch schon alle. Besonders wichtig die Bescheinigungen für jene, die erfolgreich die Ausbildung im Bereich Erste Hilfe / Notversorgung gemacht haben und nun selbst Kurse geben. Alles ehrenamtlich – und bewundernswert.

Olga Dejewa und Pjotr Ponassenko bei der Preisverleihung vor der Bildertafel.

Wann Olga Dejewa auch noch die Zeit findet, im Erlangen-Haus Deutsch zu lernen, verrät sie vielleicht bei ihrem Antrittsbesuch noch in diesem Winter. Bis dahin, so scherzt sie, werde sie weiter am Granit der Fremdsprache nagen.

Gruppenbild vor der Bildertafel „Das sollte jeder wissen“.

Nun noch ein Hinweis: Am Freitag, den 9. November, berichtet Bürgermeisterin Birgitt Aßmus im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung des „Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir“ von ihren Gesprächen mit Olga Dejewa Anfang September in der Partnerstadt. Das Treffen beginnt um 18.00 Uhr im 14. Stock des Rathauses. Gäste sind herzlich willkommen, nicht nur als künftige Mitglieder. Abstimmen dürfen sie freilich erst, wenn sie in den Verein eingetreten sind. Aber das ist ja nicht mehr als eine Formsache.

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Am 14. Juni wurde weltweit der Blutspendetag begangen. Auch in Wladimir. Mit feinen Unterschieden freilich. In der Partnerstadt hat sich an der Aktion erstmals seit vielen Jahren wieder das Rote Kreuz beteiligt, auf dessen Anregung hin die Spender sich gleich eine ganze Woche lang zur Ader lassen konnten.

Nach der Blutspende.

Olga Dejewa, die ehrenamtliche Leiterin des Wladimirer Roten Kreuzes, berichtet mit berechtigtem Stolz vom Erfolg der Initiative:

Verstehen, wie viel von Dir abhängt.

Da uns erst jetzt die Zahlen von der Blutspendeaktion vorliegen, konnte ich nicht früher über unsere Arbeit schreiben: Es hat sich bewährt, nicht alles auf einen Tag zu konzentrieren. Einerseits nämlich können sich nicht alle just am 14. Juni freinehmen, und andererseits wären die Kapazitäten des Dienstes überfordert, wenn alle gleichzeitig kämen.

Eingang zur Blutspendestation.

So aber ließen sich, über die ganze Woche verteilt, 460 Freiwillige Blut abnehmen, 2,3 mal mehr als sonst üblich. 52 Spender beteiligten sich erstmals, 3,5 mal mehr als im Vorjahr. Dies vor allem dank den Studierenden an der Berufsfachschule für Medizin, mit der wir eng zusammenarbeiten.

Blick in die Station.

Unsere Mithilfe wurde öffentlich belobigt, vor allem auch unsere Öffentlichkeitsarbeit, denn wir haben kräftig für das Blutspenden geworben. Unterstützt hat uns dabei das Unterhaltungsensemble „Plasma“.

Blutspende in Wladimir.

Als Anerkennung erhielten die Spender T-Shirts sowie Tee und Kaffee von Sponsoren, die Ehrenspender wurden mit Urkunden und Pokalen des Roten Kreuzes ausgezeichnet. Am Ende waren alle zufrieden. 

Anerkennung und Dank.

Jetzt ist Ferien- und Urlaubszeit, es wird stiller. Aber schon haben wir die nächste Idee: Wir machen jetzt einen Zeichen- und Malwettbewerb mit der Schule Nr. 25, deren Kinder derzeit in einem Ferienlager sind. Und dieser Tage wird wohl wieder ein Zeitungsartikel über unsere Arbeit erscheinen.

Olga Dejewa, 2. v.r., bei der Auszeichnung.

Derzeit hält sich Hans Gruß in Wladimir auf, der als Mitglied des Fördervereins 1.000 Euro an Olga Dejewa übergeben wird. Über die Verwendung der Spende kann der Blog sicher schon bald berichten. Eines ist aber bereits jetzt sicher: Das Geld ist gut angelegt.

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Unter diesem poetisch anmutenden Titel berichtete gestern der Staatliche Lokalsender in der Partnerstadt über ein Projekt, das ohne den langen Atem des Fördervereines für das Rote Kreuz in Wladimir so nicht denkbar ist und doch zurückgeht auf eine vor Ort entstandene Initiative und Idee. Genug der Vorrede, hören wir in den Bericht hinein:

In Wladimir ist heute ein sehr wichtiges Wohltätigkeitsprojekt unter der Ägide des Russischen Roten Kreuzes an den Start gegangen. Bis zum Dezember werden Freiwillige alleinstehenden alten Menschen helfen, vorrangig Kriegsveteranen und Invaliden. Im Alltag, aber nicht nur da.

Licht des Guten

Walentina Alexandrowna leidet an Bluthochdruck. Sie kann nur noch schwer gehen. Dabei versorgt sie auch noch ihren kranken Mann, Walerij Wassiljewitsch, der sich gerade allmählich von einem Schlaganfall erholt. Erst vor kurzem ist er wieder auf die Beine gekommen. Für den Rest der Arbeit fehlen der Hausfrau die Kräfte. Sozialarbeiter kommen überhaupt nicht zu den alten Leuten, deshalb sind die Freiwilligen hochwillkommen. Einmal die Woche werden die Mädchen jetzt beim Putzen und Wäschewaschen helfen, geben, wenn nötig, eine Spritze oder messen den Blutdruck. Die Wladimirer Berufsfachschule für Medizin hat sich als erste auf den Hilferuf des Roten Kreuzes gemeldet.

Russisches Rotes Kreuz

Jelisaweta Dragunkowa, Freiwillige: „Wir haben kürzlich ein Arbeitspraktikum in der Poliklinik Nr. 4 absolviert. Ich war auf der Intensivstation eingesetzt. Und vor dem Hintergrund dessen, was ich da gesehen habe, wie Menschen leiden, sterben und es schwer haben, ging es mir zunächst gar nicht gut, aber dann habe ich mir vorgestellt, was wäre, wenn meine Oma hier läge oder mein Opa. Da habe ich alles andere sofort ausgeblendet und zu helfen begonnen.“

„Licht des Guten“ nennt sich dieses Projekt des Russischen Roten Kreuzes. Es zielt vor allem darauf ab, hilfsbedürftigen Menschen eine zusätzliche Unterstützung zu geben, hauptsächlich alten Menschen, in erster Linie Kriegsveteranen. Sozialarbeiter gibt es einfach nicht genug für alle. Es ist bekannt, daß jeder von ihnen zwischen fünf und sechs Personen zu betreuen hat. Die freiwilligen Studenten können nun entweder im Paar mit einem Erwachsenen arbeiten oder allein für sich. In jedem Fall hoffen sie, drei Dutzend alleinstehenden alten Menschen helfen zu können.

Olga Dejewa

Olga Dejewa, Vorsitzendes des Ortsverbands Wladimir des Russischen Roten Kreuzes: „Die Jugend hilft gerne, hilft von Herzen. Das ist wahrscheinlich besonders wertvoll, wo es doch ansonsten eher schwierig ist, junge Menschen zu solchen Aktionen zu bewegen.“

Stimmt schon. Bisher sind es nicht viele, doch die Reihen der Freiwilligen sollen sich mit der Zeit füllen. Die Initiatoren des Projekts hoffen, nicht weniger als 60 Ehrenamtliche für diese Sache zu gewinnen.

Walentina Krassowa, Invalidin: „Das ist mir natürlich alles peinlich, liebe Mädels, peinlich… Aber was soll ich machen? Das Leben läßt mir keine andere Wahl… Herzlichen Dank für eure Hilfe!“

Dem ist nur noch der Dank an die Mitglieder des Fördervereins hinzuzufügen, deren Geduld nun belohnt wird. Umsomehr als das Rote Kreuz Wladimir die Aktion bisher aus eigener Kraft bewerkstelligt. Da packt man gerne mit an, wenn nötig!

Die Reportage ist zu finden unter: http://www.vladtv.ru/#/society/27146. Mehr zu dem Thema im Blog unter: http://is.gd/Pxkukd

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Olga Dejewa

Auch wenn es wieder viel von vielen anderen Begegnungen zu berichten gäbe, vom Kinderkrankenhaus oder von der Universität, von Umweltfragen, von der Übergabe weiterer Spenden – insgesamt fast 6.000 Euro – oder von der Planung für das dreißigjährige Partnerschaftsjubiläum 2013, bleiben wir noch einmal beim Roten Kreuz, das, wie berichtet, kurz vor seiner Neugründung steht und nun in Olga Dejewa auch eine Frau an der ehrenamtlichen Spitze hat, der alle das Zeug dazu attestieren, aus der Organisation wieder das zu machen, was ihrer Bedeutung entspricht. Es wird sicher nicht leicht für die ebenso energische wie charmante Vorsitzende, denn ihre leitende Funktion beim Städtischen Sozialwerk erfordert allein schon Einsatz mehr als genug. Andererseits gibt ihr Brotberuf auch unmittelbaren Einblick in menschliche Notlagen, die möglicherweise mit Hilfe des Roten Kreuzes erträglicher werden.   

Rot-Kreuz-Zentrum Wladimir

Das Rote Kreuz hat in Rußland noch immer nicht seine frühere Bedeutung wiedergewonnen. In allen Staaten der Erde vertreten, übernimmt es überall ganz unterschiedliche Funktionen. In der Sowjetunion gab es fast so etwas wie eine freiwillige Zwangsmitgliedschaft, und vor allem der Blutspendedienst ging unter dem Vorzeichen des Roten Kreuzes vonstatten. Als Anfang der 90er Jahre die staatliche Unterstützung wegfiel, löste sich oft binnen Wochen und Monaten ein Ortsverband auf. Nicht so in Wladimir, weil da gerade in jener schwierigen Zeit das BRK Erlangen-Höchstadt gemeinsam mit dem Ortsverband Wladimir des Russischen Roten Kreuzes die vielfältigen Hilfsaktionen durchführte und ab 1999 dann auch die Arbeit an Sozialprojekten finanzierte und einen Förderverein gründete. In der ganzen Region Wladimir gibt es nur noch einen einzigen weiteren Ortsverband, in dem Städtchen Raduga, unweit von der Partnerstadt gelegen. Das alleine zeigt, vor welchen Herausforderungen beim Wiederaufbau der Organisation man steht.

Olga Dejewa und ihr gemischtes Team

Olga Dejewa ist sich sicher, dazu beitragen zu können. Sie setzt auf ihr Präsidium, dem Irina Sokolowa angehört, die schon in der Vergangenheit eine Stütze des Roten Kreuzes war, sie setzt auf die Lokalpolitik, der an einem starken Sozialpartner gelegen ist, sie setzt auf die Mitgliederwerbung und Sponsoren, besonders aber setzt sie auf die weitere fachliche Unterstützung aus Erlangen und die Ko-Finanzierung der Projekte „Häusliche Pflege“ und „Erste-Hilfe-Kurse“ durch den Erlanger Förderverein. Dessen Mitgliedern sei an dieser Stelle wiederum herzlich gedankt für ihre Geduld, für ihr Durchhaltevermögen über all die schweren Jahre der Ungewißheit und Stagnation in Wladimir hinweg. Nun darf man sagen, es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben. Nun, wo es schon bald wieder so richtig losgehen kann mit der Projektarbeit ist aber auch die Zeit gekommen, neue Mitglieder zu werben. Eine Sache, der sich gerade auch der Blog immer wieder zuwenden wird. Interessenten mögen sich aber schon jetzt an den 2. Vorsitzenden des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir wenden: peter.steger@stadt.erlangen.de

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Die gestrige offizielle Verabschiedung in den Ruhestand vor fast 200 geladenen Gästen gibt Gelegenheit, einmal das bisherige Schaffen von Jürgen Üblacker, Kreisgeschäftsführer und Direktor des BRK Erlangen-Höchstadt a. D., zusammenfassend darzustellen. Die Betonung liegt dabei auf „bisheriges Schaffen“, denn Wladimir hat Grund zur Hoffnung, daß der Freund aus Erlangen seinen Projekten und Partnern treu bleibt und sie weiterhin tatkräftig begleitet. Zu tun wird es weiterhin viel geben, weil, wie berichtet, das Rote Kreuz in Wladimir gerade in der Phase der Reorganisation steckt. Doch hier nun der Blick zurück auf zwei Jahrzehnte einer einzigartigen Erfolgegeschichte:

Als die russische Partnerstadt im Herbst 1990 offiziell um humanitäre Hilfe bat, wandte sich der damalige Oberbürgermeister Dr. Dietmar Hahlweg an Jürgen Üblacker um Unterstützung. Was da in Gang kam, dürfte in seiner Nachhaltigkeit einmalig sein in der Geschichte der deutsch-russischen Städtepartnerschaften:

Jürgen Üblacker

Bundesweit war Erlangen eine der ersten Kommunen, die LKW-Konvois mit Lebensmitteln, medizinischem Gerät, Medikamenten und Kleidung auf den Weg in eine russische Partnerstadt geschickt hat. Die Aktion «Hilfe für Wladimir», federführend organisiert vom Kreisverband Erlangen-Höchstadt des Bayerischen Roten Kreuzes, wurde vom deutschen Außenministerium als modellhaft eingestuft und hat vielen ähnlichen Maßnahmen anderer Städte nützliche Hinweise geben können. Einige Kommunen, vor allem die Bezirkshauptstadt Ansbach, und sogar Wladimirs amerikanische Partnerstadt Bloomington-Normal schlossen sich der Aktion an. Binnen drei Jahren konnten Hilfsgüter im Wert von ca. 1,5 Mio. Euro nach Wladimir gebracht werden, die spürbare Erleichterung verschafften. Parallel dazu begann ein von Jürgen Üblacker geförderter intensiver Medizineraustausch, der sich bis heute fortsetzt, wie unlängst hier zu lesen war.

Die Kindernotfallklinik Wladimir erhielt eine Wasseraufbereitungsanlage, ein Labor, Rettungsfahrzeug, Röntgengeräte, Mikroskope, Brutkästen und vieles mehr, womit man u.a. bewirkte, daß die lokalen Behörden erst richtig aufmerksam wurden auf die Nöte des Krankenhauses. Entscheidend war die erfolgreiche Einführung der Bauchfelldialyse aus Erlangen, die mit verhältnismäßig einfachen Mitteln zu vergleichsweise niedrigen Kosten Dutzenden von Kindern das Leben gerettet hat.

Jürgen Üblacker u. Stefan Müller MdB

Ende 1997 wandte sich das Wladimirer Rote Kreuz an die Erlanger Partner mit der Bitte, für besonders notleidende Personen und Familien humanitäre Hilfe zu leisten. Und bereits zum orthodoxen Weihnachtsfest Anfang Januar 1998 lief eine bis dahin beispiellose Aktion an, die in vielem den Charakter eines Experiments trug: Nach Absprache mit dem Wladimirer Roten Kreuz wurden im Großhandel vor Ort für ca. 18.000 Euro, sprich die Spendengelder aus Erlangen, Lebensmittelrationen geordert. Abgestimmt mit allen Wohlfahrtverbänden Wladimirs konnte die Verteilung über sechs Ausgabestellen und einen Zulieferdienst für bettlägerige Bedürftige innerhalb von zwei Tagen abgewickelt werden. Die hervorragende Vorbereitung und Durchführung der Aktion, von der sich auch der Bayerischer Rundfunk sowie die lokalen Wladimirer Medien begeistern ließen, brachte dem Wladimirer Roten Kreuz hier wie dort einen gewaltigen Anerkennungsschub. Und so wurde 1997 anläßlich der 15-Jahr-Feier der Städtepartnerschaft der «Verein zur Förderung des Wladimirer Roten Kreuzes» mit Robert Niersberger, dem wohl großzügigsten Mäzen der Partnerschaft, und Reinhard Mehn an der Spitze mit dem vorrangigen Ziel aus der Taufe gehoben, die ambulante Pflege für schwerkranke Patienten und Erste-Hilfe-Kurse vor Ort zu ermöglichen.

Dank der Unterstützung aus Erlangen waren bis vor einigen Jahren zehn Schwestern im Einsatz. Im Herbst 2002 nahm ein Erlanger Jugendlicher seine Arbeit im Rahmen eines Sozialen Jahrs beim Roten Kreuz Wladimir auf. Seit dem Jahr 2000 unterstützt das BRK mit dem Förderverein auch ein Projekt zur Leistung von Erster Hilfe. Im März 2002 wurde das BRK für seine erfolgreiche Projektarbeit von Bundespräsident Johannes Rau mit dem „1. Förderpreis für Bürgerschaftliches Engagement in Rußland“ ausgezeichnet.

OB Siegfried Balleis

Unterdessen hatte der Direktor des BRK Erlangen-Höchstadt auch für die Wladimirer Psychiatrie Kontakte nach Erlangen geknüpft, aus denen neben den vielfältigen Austauschmaßnahmen auf fachlicher Ebene letztendlich auch die Projekte „Lichtblick“ und „Blauer Himmel“ entstanden, die Jürgen Üblacker bis heute in einer eigens gegründeten Stiftung begleitet. Eine anonyme Großspenderin half mit fast 100.000 Euro, die vor allem dem Psychiatrischen Bezirkskrankenhaus und der Psychiatrischen Station im Gefängniskrankenhaus zugute kamen. Für ihre besonderen Verdienste um die humanitäre Hilfe wurden Jürgen Üblacker, Brüne Soltau und Peter Steger im Januar 2000 von Gouverneur Nikolaj Winogradow mit dem Ehrenbrief des Gouvernements Wladimir ausgezeichnet.

Ovationen für Jürgen Üblacker

Neben den laufenden Hilfsaktionen ist es Jürgen Üblacker gelungen, mit Fördermitteln des Deutschen Roten Kreuzes in Höhe von ca. 17.000 Euro Räume für ein Rot-Kreuz-Zentrums zu renovieren, das im Herbst 1999 eröffnet wurde. Hier greift die Unterstützung des auf Initiative von Jürgen Üblacker gegründeten „Vereins zur Förderung des Roten Kreuzes Wladimir“ in Form des mobilen Pflegedienstes und der Erste-Hilfe-Kurse. All diese Anstrengungen blieben auch international nicht ohne Wirkung. So wurde im April 2000 das Gouvernement Wladimir als eine von fünf Regionen in Rußland für ein Pilotprojekt des Internationalen Roten Kreuzes ausgewählt, wo für zunächst drei Jahre mit einem Betrag von je 50.000 Euro Maßnahmen zur Bekämpfung der TBC ergriffen werden sollten. Heute gilt die Krankheit in der Region Wladimir als weitgehend besiegt.

Jürgen und Josefa Üblacker

Im Februar 2004 hat eine Studentin der Universität Bamberg ihre Diplomarbeit zum Thema „Ehrenamtliche humanitäre Hilfe in Rußland“, wesentlich aufbauend auf die Erlanger Erfahrungen, geschrieben und damit das Schaffen von Jürgen Üblacker und des BRK Erlangen-Höchstadt erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet. 2005 forschte eine Studentin der Anthropologie an der Universität von Edinburgh anhand von Material aus Erlangen und Wladimir zum gleichen Thema. 2007 reiste sie erneut in die Partnerstadt, um dort Material für ihre Dissertation zu sammeln. Aber es gab auch Schattenseiten: Durch einen Rechtsstreit mit dem ehemaligen Vorsitzenden war die Arbeit des Roten Kreuzes in Wladimir über drei Jahre hinweg gelähmt. Nun sind die Fragen geklärt, eine neue Vorsitzende ist gewählt, und Jürgen Üblacker kann schon in wenigen Tagen wieder in die Partnerstadt reisen, um beim Neustart beratend zur Seite zu stehen. Die Partnerschaft mit Wladimir ist eben ohne das Wirken von Jürgen Üblacker – und seiner Frau Josefa an seiner Seite – nicht mehr vorstellbar.

Gleiches gilt für die Verbindung zu Jena. Auch hier hat Jürgen Üblacker auf Bitten von Dr. Dietmar Hahlweg unmittelbar nach der Maueröffnung wochenlang für die Versorgung der etwa 40.000 Gäste aus Jena und anderen Städten der DDR gesorgt. Ab 1990 hat er maßgeblich dabei geholfen, die Strukturen des DRK in Jena aufzubauen. Doch dazu sei verwiesen auf: http://is.gd/nRAQRf und  http://is.gd/oYaVkf

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In manch kleiner und unscheinbarer Verlautbarung steckt mehr als man ihr ansieht. So auch in dem knappen Text, der dieser Tage in der Wladimirer Tageszeitung Molwa unter dem Titel „Das Rote Kreuz hat eine neue Leitung“ erschienen ist:

In Wladimir hat die Vollversammlung des Ortsverbandes der gemeinnützigen Organisation Russisches Rotes Kreuz stattgefunden. Teilgenommen haben daran 412 der 459 Mitglieder. Zu neuen Vorsitzenden wurde Olga Dejewa, die Direktorin des Städtischen Sozialfonds gewählt. Ende Dezember hat das Rote Kreuz in Wladimir eine Wohltätigkeitsveranstaltung durchgeführt, bei der Reha-Geräte und Hilfsgüter, angeschafft mit Spenden aus der Partnerstadt Erlangen, an Bedürftige übergeben wurden.

Russisches Rotes Kreuz

Im Rahmen der Städtepartnerschaft war bereits im März 1999 ein Vertrag über die Kooperation des BRK Erlangen-Höchstadt mit dem Wladimirer Roten Kreuz unterzeichnet worden, laut dem die russische Seite finanzielle und methodische Hilfe zur Durchführung der Sozialprogramme „Häusliche Pflege“ und „Erste Hilfe“ mit dem Ziel erhielten, die Lebensqualität in Wladimir zu verbessern. Seit Oktober 1999 haben mehr als 6.000 Wladimirer die Erste-Hilfe-Kurse durchlaufen. Darüber hinaus bot das Programm „Häusliche Pflege“ seit 2001 etwa 200 bedürftigen krebskranken Menschen Unterstützung. Die Projekte sollen in nächster Zeit wieder anlaufen.

Der Wladimirer Fernsehsender MIR-TV hat darüber hinaus bereits eine Reportage ausgestrahlt, in der Olga Dejewa davon spricht, daß man sich auch verstärkt um Obdachlose kümmern will. Auch wenn man kein Russisch spricht und versteht, gibt die Sendung doch eine Vorstellung der neuen Vorsitzenden in Aktion und zeigt vor allem eines: Das Rote Kreuz hat in Wladimir wieder ein Gesicht und wird wahrgenommen: www.mirtv33.ru/2011/12/krasnomu-krestu-byt/

Neujahrsgrüße von Swet

In der Tat ist es so, daß das Rote Kreuz nach Jahren des Niedergangs und einem schier endlosen Rechtsstreit mit dem vorletzten Vorsitzenden seine im Sozialbereich so wichtige Rolle endlich wieder spielen kann. Die oben zitierten dürren Worte der Pressemitteilung werden sicher schon bald anschaulicher und ersetzt durch bebilderte Berichte über die neuen Aktionen des Roten Kreuzes in Wladimir. Jürgen Üblacker, der scheidende Direktor des BRK Erlangen-Höchstadt und Taufpate des Fördervereins für das Rote Kreuz in Wladimir, wird in zwei Wochen in die Partnerstadt reisen, um Olga Dejewa und ihr Team bei der Reorganisation zu unterstützen. Spätestens dann wird es Zeit, den Mitgliedern des Fördervereins auch hier im Blog für die Geduld zu danken, die sie über die lange Durststrecke an den Tag gelegt haben. Heute tut das schon einmal der Blog und wünscht gutes Gelingen!

Bedanken will sich übrigens auch die Selbsthilfeorganisation „Swet – Licht“ für die vielfache Hilfe aus Erlangen mit der Grußkarte, gebastelt von einem der schwerbehinderten Kinder.

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