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Posts Tagged ‘russisches Gebäck’


„Картошка“ – „Kartoschka“ soll aus Finnland stammen. Wie es heißt, habe man im Hause des Dichters Johan Ludvig Runeberg angesichts einer unerwarteten Besuchergruppe, die zu bewirten man nicht einmal mehr Süßigkeiten genug auf Vorrat hatte, zu einer kulinarischen List gegriffen. Man scharrte die letzten Krümel von Kuchen und Gebäck zusammen, vermengte sie mit Marmelade, gab etwas Likör dazu, formte sie mit Schmand und setzte oben drauf eine Beere. Fertig war die Leckerei, deren Herstellung wir uns nun etwas näher ansehen und zur Nachahmung empfehlen wollen:

Zu Sowjetzeiten gab es diese „Kartoffeln“ in so gut wie allen Restaurants und Cafés, denn auf diese leckere Weise konnte man alle Reste von Backwaren wiederverwerten, durchaus auch Gebäck vom Vortag. Heute soll es Köche geben, die eigens Kuchen backen, um darauf diesen Nachtisch zuzubereiten.

So viel Aufwand muß nicht unbedingt betrieben werden, es genügen fürs erste 400 g Gebäck oder Kekse, gleich welche, Hauptsache sie schmecken. Dazu braucht man eine halbe Dose gesüßte Kondensmilch, 180 g Butter, einen Schuß Cognac, drei Eßlöffel Kakao sowie Nüsse und Trockenfrüchte nach Geschmack. Schritt für Schritt geht es dann so weiter:

Das Gebäck von Hand oder mit der Küchenmaschine fein zerbröseln. Die weiche Butter und die Kondensmilch gut vermischen. Die Krümel in diese Masse geben. Ein oder zwei Eßlöffel Cognac dazu – oder auch weglassen, bzw. durch Rum-Aroma ersetzen. Nun kann man sich für zwei Varianten entscheiden, die dunkle und die helle:

Für die helle Spielart formt man „kartoschki“, die im Kakaopulver gewälzt werden. Für die dunklen gibt man den Kakao in die Masse, mischt sie gut durch und formt erst daraus die „Kartoffeln“. Noch hübsch gemacht – vielleicht mit sibirischen Zedernnüssen – und für ein paar Stunden in den Kühlschrank bevor das Dessert zu Tee, Kaffee oder Kakao gereicht wird.

Anna Schukowa bei der Vorstellung des Restaurantführers

Sie haben es längst erkannt: Die ältere Schwester der „Kartoffel“ ist die Rumkugel, englischer Herkunft. Es soll auch Kreuzungen geben… Und, passend zu dem Rezept, angeregt von der Online-Ausgabe der Zeitung „Prisyw“, die Nachricht von einem Restaurantführer, der dieser Tage für die Region Wladimir von Anna Schukowa, Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands, präsentiert wurde. Bleibt nur noch, diesen kulinarischen Atlas mit 40 Stationen ins Deutsche zu übersetzen…

 

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Es paßt nicht ganz zur Fastenzeit, die auch in der russisch-orthodoxen Kirche schon voll im Gange ist, aber es gehört sicher zu den läßlichen Sünden, wenn der Blog heute ein gar köstlich Backwerk aus der slawischen Küche vorstellt, präsentiert von Olga und Maria Filimonowa aus Wladimir als süßes Geschenk zu Tee, Kaffee oder Kakao, zu dessen Zubereitung man für den Teig gar nicht so viel braucht.

Rogaliki200 g geschmolzene Margarine (ein Zugeständnis an die Fastenzeit), zwei Glas Mehl, 200 g Smetana oder Crème fraiche sowie Zitronenschale, Zimt und Vanillin nach Geschmack. Noch einen Teelöffel Backpulver dazu und dann den daraus gerührten Teig eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Rogaliki 1Nun den Klumpen in viele kleine Stücke teilen, diese möglichst dünn in Kreisform auswalzen und Ecken ausstechen. Dann auf den äußeren Teil etwas Marmelade geben und zur Mitte hin zusammenrollen. Die Hörnchen auf ein eingefettetes Backblech geben und bei 200 Grad in den Ofen schieben.

Rogaliki 2Wenn die Hörnchen nach 20 bis 25 Minuten ihre golden-braune Farbe angenommen haben und noch heiß sind, ein wenig Puderzucker darüberstreuen und entweder gleich auf den Tisch damit oder in den Geschenkkorb. Beides die helle Gaumenfreude!

P.S.: Dies ist seit September 2008 der zweitausendzweihundertzweiundzwanzigste Blog-Eintrag.

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