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Posts Tagged ‘russische Künstler’


Heute feiert Igor Tschernoglasow seinen 60. Geburtstag. Grund genug für den Blog, dem Bildhauer aus Wladimir wieder einmal die Bühne zu überlassen und die Werke in Erinnerung zu bringen, die er als Gast seines Künstlerfreundes Dieter Erhard vor allem in Tennenlohe schuf.

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow, 2016 beim Symposium im Isaak-Lewitan-Zentrum

Seit 1992 lebt der in Taschkent geborene Meister in Wladimir, wo er gewissermaßen aus dem Stand eine führende Rolle einnahm, für einige Jahre den Vorsitz im Regionalen Künstlerverband innehatte und bald auch Verbindung zu Erlangen aufnahm.

„Dialog“, 2005

2005 hieb Igor Tschernoglasow seine erste Skulptur aus fränkischem Sandstein, den „Dialog“. Schon ein Jahr später folgte der „Engel“, und im August 2019 schließlich das jüngste Werk, das „Antlitz“.

„Engel“, 2006

Damit nicht genug: Es gibt viele Kleinplastiken und Entwürfe im Besitz von Erlanger Freunden, und natürlich finden sich die meisten Arbeiten aus dem Atelier des Künstlers in seiner Heimatstadt. Lassen Sie sich bei Ihrem nächsten Besuch dort einmal eine spezielle Führung zusammenstellen.

Sergej Tschernoglasow, Susanne Lender-Cassens, Igor Tschernoglasow und Kirill Wedernikow mit dem „Antlitz“, 2019

So gut der Bildhauer zu sprechen versteht, er läßt am liebsten seine Werke für sich sprechen. Und deren Sprache versteht ja auch jedermann. Wir belassen es deshalb dabei, dem Freund und Künstler weiter viel Schaffenskraft und noch lange Jahre der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Erlangen zu wünschen. Alles Gute zum Geburtstag, lieber Igor! Lang lebe die Kunst!

Helmut Zeitler mit der Skulptur „Behütet“, 2018

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Gestern abend wurde in der protestantischen Annenkirche zu Sankt Petersburg mit einem außergewöhnlichen Konzert die Ausstellung „Schöpfung“ des Wladimirer Künstlers, Kirill Wedernikow, eröffnet und per youtube im Netz übertragen. Trotz einiger technischer Mängel war auch am Bildschirm die magische Atmosphäre dieses Ortes und natürlich des auch in Erlangen bekannten Meisters zu spüren. Hier nun eine kleine Einführung mit dem Versprechen des Blog-Kulturredakteurs, Pablo Kandis-Malinskij, weitere Artikel zu liefern, immer im zeitlichen Spannungsfeld zwischen vita brevis und ars longa.

Der Mensch und die Welt. Der Mensch in der Welt. Die Welt im Menschen. Die Welt des Menschen. Der Weltmensch… Welch eine Vielfalt von Variationen der Verbindung dieser Wörter. Sie alle beschäftigen die Menschheit seit Jahrhunderten. Die Geheimnisse der Schöpfung zu erraten, ist uns nicht gegeben, aber wir werden immer danach streben, sie zu verstehen.

Als Künstler wählt man seinen Weg, das Streben nach der Wahrheit erfolgt in vielfacher Hinsicht intuitiv, ohne Logik. Aber die im Bewußtsein entstehenden und auf die Leinwand übertragenen Bilder erklären die Welt nicht weniger tiefgründig als die Theorien der Wissenschaften.

Ein Bild… Mit seiner Hilfe kann man ABbilden ebenso wie HERAUSbilden. Wenn man als Künstler die Welt nur abbildet, bleibt man nur Spiegel, ein unbeteiligter Betrachter. In dem Fall steht man so wenig mit der Welt in Verbindung wie der Atheist aus dem bekannten Gedicht von Josef Brodskij, der die Welt Gottes, „im Dorf lebt nicht in den Ecken“ nur in Augenschein nimmt.

Wenn man freilich als Künstler nur herausbildet, darstellt, gebiert er das Bild von innen heraus. Dies ist das Alter ego des Autors. Doch es fehlt ihm dann immer noch die Verbindung zur Welt, sein Werk erschließt sich nur ihm selbst.

Abbildung und Darstellung müssen ineinander aufgehen, erst so spricht der Künstler über das Bild mit der Welt, mit uns, und wir kommunizieren mit ihm. Zustande kommt das, wenn im Künstler die Reflexion erwacht. Nicht jene, von der heute so oft unsere Psychologen sprechen, sondern die, welche die Helden Shakespeares und Dostojewskijs in sich trugen, also die Reflexion, über die A. L. Toom schrieb: „Ein zur selbständigen Reflexion befähigter Mensch kann sich geistig aus der Umwelt befreien“. Die im Bewußtsein widergespiegelte äußere Welt treibt die Arbeit der inneren Welt an. Widerspiegelung und Darstellung interagieren, Makrokosmos und Mikrokosmos verbinden sich, Mensch und Welt werden eins. So entstehen dann geniale Werke, die uns als Entdeckung erschüttern.

Es scheint, wenn es schon die Gemälde von El Greco und Leonardo gibt, gebe es auch bereits Antworten auf die ewigen vermaledeiten Lebensfragen. Ja und nein. Die Großen zeigten uns bereits durch ihre bloße Existenz, daß der Weg zur Wahrheit möglich sei. Zugleich begreifen wir, daß ihn jeder ganz für sich zu gehen hat, da er nur zu einem Drittel durch die Abbildung erleuchtet ist, aber zu zwei Dritteln der Darstellung gewidmet ist.

Warum beginne ich mit diesen seltsamen Überlegungen mein Gespräch über das Werk des Künstlers Kirill Wedernikow? Wahrscheinlich weil ihn selbst ebendiese Fragen beschäftigen. Der Weg eines Künstlers gleicht einer Spirale, die sich nach oben dreht, vielleicht aber auch nach unten, denn wer weiß schon, wo sich in der Endlosigkeit oben und unten befinden. Doch diese Spirale strebt einem Punkt zu. Ob der etwas abschließt, oder ob da eine neue Spirale beginnt, bleibt offen. Eines nur kann man sicher festhalten: Der Weg entlang der Spirale führt nicht nur nach vorne, sondern er dreht sich auch im Kreis, will sagen, kehrt um, vom Sein zum Schaffen und vom Schaffen zum Sein.

Jetzt fügen sich 14 Bilder zu einem durch und durch logischen System, auch wenn sie zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Malweisen entstanden. Der Künstler betastete sein Thema, ließ von ihm ab, kehrte nach einer bestimmten Zeit zu ihm zurück.

Und wir kehren – versprochen! – schon bald zu diesem so außergewöhnlichen Künstler zurück, den wir im Mai – so die Hoffnung gegen alle Corona-Szenarien – wieder in Erlangen begrüßen können.

Bilder: Dmitrij Smirnow

P.S.: Zur Erinnerung: Hier hatte alles zwischen Kirill Wedernikow und Erlangen begonnen: https://is.gd/WOpuWi

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Kirill Wedernikow nutzte den Sommer zur Teilnahme an zwei Festivals für Straßenkunst. Der in Kennerkreisen auch in Erlangen geschätzte Maler aus der Kreisstadt Wjasniki in der Region Wladimir war zunächst nach Nischnij Nowogord eingeladen, wo er sich von der Geschichte der Handelsstadt am Zusammenfluß von Wolga und Oka inspirieren ließ, wo vor der Oktoberrevolution Kaufleute aus dem Orient mit ihren Lieferanten aus Europa zusammentrafen, wo jedes Volk und jede Kultur ihre eigenen Viertel, jede Religion und Konfession ihre eigenen Gotteshäuser hatten.

Das Gemälde schafft einen Archetypus einer Frau des Ostens, die mit alten Gegenständen handelt, mit Krügen und Teekannen, mit einem Bügeleisen. Inmitten dieser Objekte finden sich auch Elemente der europäischen und östlichen Architektur einer Zeit und von Orten, die längst verschwunden sind. Das Wasser mit dem Boot ganz unten verweisen auf die häufigen Überschwemmungen gerade auch der Märkte.

Und dann, erst dieser Tage vollendet, das bisher größte Wandgemälde des Künstlers in Jekaterinburg mit dem Titel „Hephaistos“.

„Eine echte Herausforderung“, schreibt Kirill Wedernikow dazu. „Vieles stand der Arbeit entgegen, aber trotz allem triumphierte der Akt der Schöpfung. Danke an alle, die halfen, das Bild zu schaffen!“

Gestern nun besuchte der Künstler das Erlangen-Haus und gab dort eine schon lange angekündigte Arbeit ab, die er bei nächster Gelegenheit den deutschen Freunden schicken möchte. Eine Abbildung davon gibt es nicht, der Meister will es spannend machen.

Nur der Titel wird vorab verraten „Der Schutzengel“. Wir warten also geduldig auf die sich wohl – aus bekannten Gründen – leider nicht so bald bietende Möglichkeit, das Geschenk nach Erlangen zu bringen, und trösten uns mit dem Spruch, wonach Vorfreude die schönste Freude sei.

Wer den Künstler noch nicht kennt oder sich noch einmal seine Meisterschaft vergegenwärtigen möchte, gebe seinen Namen in die Suchmaske des Blogs ein und genieße diese einzigartig mythisch-archaisch-spirituelle Handschrift.

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Auf das Schaffen von Ilja Schanin wies der Blog schon des öfteren hin. Er arbeitet ja gern mit vergänglichen Materialien – mit Eis und Sand -, wobei er aus dem Fundus der großen Meister schöpft.

Nun sind Arbeiten des Wladimirer Künstlers zusammen mit Werken von 39 anderen Kollegen aus aller Welt im Groeninge Museum Brügge zu sehen, entstanden nach den Vorlagen alter Meister wie Hans Memling, Jan van Eyck oder Hieronymus Bosch. Dazu Ilja Schanin selbst:

Früher arbeitete ich häufig mit Reliefs. In Brügge aber wurde die Arbeit dadurch erschwert, daß es notwendig war, bei der Gestaltung der Skulpturen die optimale Balance zwischen dem eigenen künstlerischen Ich und dem klassischen Gemälde zu finden. Mir scheint, unserem internationalen Team ist es dennoch gelungen, diese anspruchsvollen Pläne umzusetzen.

So entstand in sieben Sälen ein „Museum des neuen Blicks“, eine 60 Tage währende Ausstellung auf 700 qm Fläche, für deren Gestaltung 22 Tonnen Putz notwendig waren. Wer in nächster Zeit nicht in die Stadt der Brücken kommt, erfreue sich an den Kunstwerken unter: http://www.facebook.com/ilyashanin

Siehe hierzu auch: https://is.gd/PyPuws

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Heute nun Teil 2 des künstlerischen Credos von Wiktor Bytschkow, dessen Werke derzeit in Wladimir zu sehen sind. Der Text (s. Eintrag im Blog von vorgestern) ist der Homepage des Wladimirer Malers entnommen, wo weiteres Material zu seinem Schaffen zu finden ist: http://viktor-bychkov.ru

Wiktor Bytschkow

Wiktor Bytschkow

Doch gleich welche Summen bei Auktionen für diese „Werke“ hingeblättert werden, ist doch ihre abgrundtiefe Leere vor dem Hintergrund der traditionellen Kunst allen offensichtlich, einschließlich selbst der schlimmsten Zombies unter den Künstlern. Darin begründet ist wahrscheinlich der Hauptgrund für die Aggressivität der Westlichen Kunst in Hinsicht auf die traditionellen Kulturen anderer Länder, in erster Linie bezüglich der Kultur Rußlands. Man muß also diese traditionellen Kulturen zerstören, den Künstlern den Schaffensdrang rauben, ihnen Willen und Kraft nehmen, nationale Künstler zu bleiben. Und wozu das alles?

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Ganz einfach ist das alles. Man entzieht der traditionellen Kunst mittels all den Auslassungen zu Demokratie und Freiheit der Selbstverwirklichung etc. pp. jede Finanz- und Informationsbasis, macht das Leben des Russischen Künstlers erniedrigend und sinnlos, wobei sein sozialer Status im Idealfall auf das Niveau eines Obdachlosen abgesenkt wird. Die ganze Afterphilosophie über gleiche Möglichkeiten und Äquidistanz der Politik von allen Strömungen in der Kunst ist hingegen nicht mehr als die Geschichte vom Pferd für Naivlinge und Uneingeweihte.

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In der Praxis freilich unterstützen die Behörden die Kultur prowestlicher Richtung und hat sie längst zur offiziellen Kunst des Modernen Rußlands erklärt. Fortschrittliche Damen erklären mit klugem Ausdruck im Kulturkanal, weshalb eine gewisse Künstlergruppe „Wojna – Krieg“ für die Darstellung eines leuchtenden Phallus auf einer der Zugbrücken von Sankt Petersburg einen beeindruckenden Preis für das beste Werk des Jahres erhielt.

Friede eurem Haus

Friede eurem Haus!

Wahrscheinlich waren es ebensolche höhnende Bauernfänger, die mit Hilfe von Geld und Informationspolitik dafür eintraten, auf dem Allerheiligsten des Roten Platzes ein Holzklo aufzustellen, das jeder betreten konnte, um an der Schaffung des Werks moderner Kunst teilzuhaben. Dieses Projekt wurde übrigens vom Kulturministerium Rußlands gefördert, während unlängst ein stinkreicher Sammler des modernen Rußlands für seine Kollektion das Portrait eines Maikäfers von Kabakow ankaufte – für 1,6 Mio. Dollar.

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Im Westen repräsentieren die zeitgenössische russische Kunst ominöse Persönlichkeiten vom Schlage eines Kulik, der splitternackt an der Hundeleine herumläuft und Passanten ins Bein beißt. Und schon haben wir den teuersten Künstler aus Rußland im Westen.

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Die Liste dieses Irrsinns könnte man endlos fortsetzen. Aber lassen wir es genug sein. Besser sollten wir nachdenken, was wir, die russischen Künstler, unter diesen Umständen tun können.

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Erstens sollten wir nicht vergessen, was das für ein großer Wert ist, sich russischer Künstler zu nennen. Es beinhaltet auch die Verantwortung dafür, das lichte Feuer zu hüten und nicht verlöschen zu lassen, entzündet in der russischen Kultur von unseren großen Vorgängern, von Dichtern, Musikern, Künstlern. Wahrscheinlich hatten sie es auf ihre Weise auch nicht einfach. Doch der Betrachter, unser Betrachter, versteht ebenso wie wir alle, die wir mit der hohen Kunst groß geworden sind, vieles und spürt vieles und weiß gut zwischen dem Wahren und dem Falschen zu unterscheiden.

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Und selbst wenn in absehbarer Zeit die russische bildende Kunst eines stillen Todes sterben sollte, möge wenigstens der Gedanke daran unsere Seele wärmen, daß wir die großen Ideale nicht verraten, wir Mitgefühl für unser Volk gezeigt haben. Allein schon dafür ist uns die Unsterblichkeit gewiß, oder man bewahrt uns wenigstens ein gutes Gedenken.

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In Künstlerkreisen ist es in letzter Zeit üblich, auf die vaterländische Kultur im Stehen und ohne Gläserklingen zu trinken. Ich glaube dennoch, daß nicht alles so tragisch ist. Denn je mehr an geistlosen Machwerken die Anhänger der „modernen“ Kunst fabrizieren, desto offensichtlicher und klarer wird die unschätzbare Russische Kunst mit all ihren Facetten leuchten und strahlen. Und dann werden sich die russischen Künstler um einen großen und gut angewärmten Tisch versammeln, wo sie einander mit Gläsern voll herrlichen Weins zuprosten und die ebenso unsterblichen wie selbst durchlittenen Worte „Ruhm der Russischen Kunst“ ausrufen.

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Dieser Tage wurde der Wladimirer Künstler, Wiktor Bytschkow, mit der Medaille in Silber des Russischen Künstlerverbands für seinen Betrag zu „Spiritualität, Traditionen und Meisterschaft“ ausgezeichnet. Derzeit ist in der Partnerstadt auch eine Ausstellung des sechzigjährigen Malers zu sehen; sein von Peter Steger ins Deutsche übersetztes Credo ist hier im Blog – in zwei Teilen – zu lesen:

„Wer gewarnt ist, ist gewappnet.“ – „Die Wahrheit ist nicht untertan den Zaren.“ Alexander Puschkin

Wiktor Bytschkow

Wiktor Bytschkow

Wäre ich nicht Künstler – und erst recht nicht russischer Künstler -, könnte ich kühlen Mutes alle Seiten eines modernen und erstaunlichen Phänomens im zeitgenössischen Rußland analysieren, das ich benennen möchte mit „Anweisung zur Vernichtung der großen Kultur eines Großen Landes“. Dieses Drama spielt sich schon seit fast 25 Jahren in den Weiten unserer Heimat ab. Betrachtet man die Prozesse der Interaktion zwischen Staat und Kultur von innen, kann man bestimmte Schlüsse ziehen. Am augenfälligsten dabei: Es handelt sich um den prinzipiellen Beschluß, die traditionelle Kultur zu vernichten, und diesen Beschluß setzt man während all der letzten Jahre beharrlich um.

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Die Ideologen der Globalisierung wissen sehr wohl, daß die Kultur des russischen Volkes im Verein mit der Orthodoxie allen in Rußland ansässigen Völkern die Möglichkeit gibt, ihre Einzigartigkeit zu verstehen und zu erleben, sich als selbständige und sich selbst genügende Nation zu identifizieren, eben jene Anziehungskraft der geheimnisvollen „russischen Seele“ zu erspüren. Beraubt man uns dieser spirituellen Schutzklammern, kann man an uns gleich welche Experimente durchführen, weil wir schlichtweg vergessen, wer wir waren und wer wir jetzt sind: einfach die hirnlose, willenlose Bevölkerung eines Gebiets unter der Bezeichnung Russische Föderation. Ablösen soll die traditionelle Kunst die uns grob übergestülpte und unserer Mentalität fremde Kultur der „Westlichen Welt“.

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Ich maße mir nicht die Kühnheit an, die Prozesse zu analysieren, die in anderen Bereichen der Kunst vonstattengehen, aber in der bildenden Kunst ist jedem denkenden Menschen alles offensichtlich. Die Künstler der Westlichen Welt gingen – beginnend in der Renaissance und bis in unsere Tage – auf ihrer kreativen Suche den langen Weg von der Vergöttlichung der menschlichen Gestalt bis hin zu deren vollständiger Zerstörung und Erniedrigung. Wahrscheinlich hatte die Rolle der Philosophie der westlichen Weltanschauung daran ihren Anteil, die sich darauf gründet, in allem ein Maximum an Lust zu gewinnen. Eine auf die Philosophie des „Hedonismus“ und der Vergötzung des eigenen „Ego“ aufbauende Gesellschaft hat denn auch die moderne westliche Kunst hervorgebracht, wo es nur Lust und Genuß gibt. Welche spirituellen Suchbewegungen, welche Geistesflüge können jene unternehmen, die es fertigbringen, die eigenen Fäkalien in Dosen zu füllen und diese als Kunstwerke für irre Summen zu verkaufen?

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Diesen Unrat auf die Russische Scholle zu übertragen, ist schlichtweg unmöglich. Gottlob haben weder Gesellschaft noch Künstler das Schamgefühl verloren. Doch das ist nicht unser einziger Schutz: Die Traditionen der Spiritualität, das Bedürfnis nach Schönheit und Güte, anerzogen über die Jahrhunderte von der Orthodoxie, erweisen sich als unser Schutz. Hier verbirgt sich auch ein besonders wichtiger Wesenszug der russischen Kultur, die Fähigkeit zum Erbarmen.

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Die zeitgenössischen Künstler im Westen können damit gar nichts anfangen. Ihre Ziele und Aufgaben liegen auf einer ganz anderen Ebene, auf der einer Geistlosigkeit, einer Anti-Spiritualität. All diese Performances und Installationen aus Dosen, alten Kloschüsseln und Kaugummis können ja nichts Spirituelles an sich haben. Aber man beachte, wie schamlos und dreist unsere Massenmedien diese Ausstellungen als nichts anderes präsentieren als genial und langerwartet. Diese „Genies“, arm an Geist, kennen weder die Vergangenheit der Großen Kultur Rußlands, noch die wahren Genies unserer Zeit. Ihr Pygmäen des Geistes, stellt doch eure Ismen aus Kaugummi und rostigen Abflußrohren neben die Gemälde moderner russischer Künstler wie Korschew, Popkow, Plastow, Moisejenko, Glasunow…

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Doch zum Zweck der Rechtfertigung und Inspiration der westlichen Künstler und zur weiteren Verhöhnung des Betrachters pumpten die Konstrukteure der westlichen Weltanschauung in diese „Kultur“ gewaltige Summen, schrieben Kunstwissenschaftler – ebenfalls für nicht wenig Geld – ganze Berge „wissenschaftlicher Arbeiten“ zum Thema „moderne Kunst“, während die Werbung und Auktionen auch noch ihren Anteil leisteten. Jetzt wagt niemand mehr, selbst wenn er den Irrsinn der Vorgänge erkennen sollte, zu rufen: „Der König ist doch nackt“.

Fortsetzung folgt.

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In der losen Folge von Künstlerportraits aus Wladimir heute die Erinnerungen von Natalia Oserowa-Pedersen (s. im Blog unter http://is.gd/SvQUIa) an ihre Begegnung mit Wiktor Dynnikow (1939 – 2005) kurz vor dessen Tod. Angemerkt sei nur: Auch dieser Maler ist in Erlangen erst noch zu entdecken!

Wiktor Dynnikow

Wiktor Dynnikow

Wie viel es doch an Koinzidenzen im Leben gibt: Man kommt in eine unbekannte Stadt, schlendert durch die Straßen und meint plötzlich, hier schon einmal gewesen zu sein; man liest ein neues Buch und meint, diese Gedanken schon früher gekannt, sie im Herzen getragen zu haben, und da liefert sie einem in fetten Lettern jemand auf dem Papier.

Da kommt man also aus Dänemark zurück in die Stadt der Kindheit, wo Lachen und Weinen zu Hause sind, und begegnet dem Dänischen Prinzen, wie seine Freunde und Kollegen Wiktor Dynnikow voll Hochachtung nannten, und ist erschüttert von den Bildern wie vom Künstler, der in seiner Farbsprache all das zum Ausdruck gebracht hat, was man selbst mit geschlossenen Augen sieht und wonach man seit Jahren strebt.

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Ein Maler, der in der gleichen Zeit, in der gleichen Stadt gelebt hat wie man selbst, den man seinerzeit mühelos in seinem Atelier hätte aufsuchen, mit dem man hätte sprechen, von dem man hätte lernen, von dessen Talent man sich hätte erfüllen lassen können.

Wenn ich damals nur gewußt hätte, WAS das für ein Künstler war…

So aber sollte es meine erste und letzte Begegnung mit Dynnikow zu seinen Lebzeiten sein.

Dynnikow 2Als ich zusammen mit Aida Iwanowna, der Frau des Künstlers, die vielen Stufen der Treppe des mehrstöckigen Hauses bis ganz nach oben, unters Dach, zum Atelier in der Traktorstraße emporstieg, blieb mein Blick am Schild gegenüber der alten Klingel hängen: Dik, Dynnikow, Jermolin. Wie sehr ich es doch jetzt bedauere, damals diese Tür mit dem Schild nicht photographiert zu haben, wo die beiden ersten Namen schon Geschichte sind, weil unsere Kunstfunktionäre die Bilder dieser nun schon verstorbenen Maler auf schnellstem Weg aus ihrem verwaisten Haus gebracht haben.

Dynnikow 3Die Tür öffnete sich weit, und wir waren geblendet von dem hellen Licht, das sich aus einem der großen Fenster des Ateliers ergoß, wo sich der Künstler als dunkler Schattenriß abzeichnete, ein aufrechter Mann mittelgroßen Wuchses mit einer Mähne wehenden Haares. Regale mit einer Unmenge von Bildern, dicke Mappen mit „noch nicht angekleideten“ Pastellarbeiten, Kunstbände, natürlich Pinsel, Farben, eine massive Staffelei, im Türdurchgang hängende Trockenblumensträuße.

Dynnikow 4„Sehen Sie sich einfach selbst um, was es hier so gibt…“, sagte er langsam und artikuliert mit einer kehligen Stimme und verschwand im Flur, um Tee zu kochen, nicht ohne mich vorher mit einem mißtrauischen Blick seiner Kirschenaugen bedacht zu haben.

„Er hört schlecht“, erklärte mir Aida Iwanowna und ließ mich allein mit den Arbeiten ihres Mannes.

Dynnikow 5Mein Gott, was ich da zu sehen bekam! Wo war ich nur hingeraten? Die künstlerischen Entdeckungen von Matisse, Modigliani und Malewitsch – alle anverwandelt und verarbeitet im ganz eigenen Malstil Dynnikows.

SONY DSCEinen besonderen Zauber üben seine Stilleben aus: hier Äpfel und Birnen gleich Mäusen, die sich verbergen und auf dem Sprung sind, bei der leisesten Gefahr von der Leinwand zu verschwinden; da Vasen, Teekessel, Flaschen wie in den Märchen des großen Dänen Andersen mit ihrem heimlichen Leben, nichts als poetische Elemente, deren metaphorische Mischung und Verbindung ihre Poetik erschaffen.

Dynnikow 6Dynnikows Portraits sind eine exakte Pose, zeichnen sich aus durch einen Minimalismus von Linien und Formen, halten den Zustand der Zeitlosigkeit fest, richten den Blick nach innen. Wie bei Modigliani sind die Augen des Modells immer verschieden, wie nicht exakt ausgeführt, Schlitze, die das Bewußtsein des Betrachters in sich aufsaugen. So, wie mir einmal meine damals fünfjährige Tochter Nastja ihre Zeichnung erklärte: „Ein Auge schaut, und das andere sieht.“

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Die Landschaften Dynnikows sind nach meinem Empfinden aus der Vorstellung des Künstlers entstanden, geprägt von den bereits erwähnten Trockenblumensträußen, ganz wie seine Stilleben als Kontrapunkt zu den Farbflächen, die einander entgegenstreben und erfüllt sind von verschiedenen Farbvariationen ein und desselben Themas. Seine Blumen und Bäume wachsen vor unseren Augen.

Dynnikow 7Eine Stunde des Betrachtens vergeht im Handumdrehen, und ich gerate in den Zustand einer Quasihypnose. Auf das Angebot, Tee zu trinken, reagiere ich nur mit einem Abwinken, während ich kaum die Tränen der Erschütterung angesichts der Bilder zurückhalten kann. Unterbewußt nämlich spüre ich, womit ich hier in Berührung gerate, welch wichtigen Moment in meinem Leben ich erfahre.

Vor mir die strahlenden Kirschenaugen, warme Hände, ein offenes Lächeln. Irgendwoher fliegen mir die Worte und Gesten zu, um dem Meister spontan und von ganzem Herzen meine Begeisterung mitzuteilen. Wie es mir gelungen ist, in diesem Zustand noch einige Bilder für mich auszusuchen und die heute so überaus wertvollen Photos von Wiktor Pawlowitsch und Aida Iwanowna im Atelier zu machen, weiß Gott allein.

Dynnikow 9Während ich mir seine Bilder ansah, zeigte Aida Iwanowna ihrem Mann ein kleines Album mit Photos von meinen Liebhaberarbeiten. Gegen Ende unserer Begegnung faßte ich mir ein Herz und fragte den Künstler, ob ihm eines meiner Bilder gefallen habe. Er zeigte auf zwei Männerportraits und sagte, alles andere könne er auch malen. Doch an diesen beiden sei etwas, das er nicht könne. Ich erwähne dies nicht aus Geltungssucht, vielmehr um die Bescheidenheit und Größe der Seele des Meisters mit Blick auf eine noch am Anfang stehende Künstlerin zu betonen.

Nach dem Abschied von Wiktor Pawlowitsch stiegen Aida Iwanowna und ich die Stufen hinunter und zitierten das Gedicht von Marina Zwetajewa „Treppe der Inspiration“, auf der wir während unseres Treffens so hoch hinaufgekommen waren. Da kam er uns plötzlich ein paar Stufen nach, drückte mir die Hand und sagte: „Das nächste Mal wollen wir beide gemeinsam malen!“

Natalia Oserowa-Pedersen, Okt. 2007

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Man muß weit fahren von Erlangen, um Natalia Oserowa zu finden, weit nach Norden, wo sie mit ihrem Mann Poul Flou und den beiden Töchtern Anastasia und Sofia in der Stille der Felder und Wiesen von Jütland wohnt, im windgeprüften Irgendwo zwischen Århus und Ålborg. Doch die lange Fahrt, immer wieder geplant, dann wieder aufgeschoben, aber nie aufgehoben, lohnt, entdeckt man doch einen Menschen, der zwar nicht viel Aufhebens um sich macht, nie gemacht hat, den Besucher jedoch mit immer neuen Talenten und Fähigkeiten überrascht.

Tatjana Osereowa und Peter Steger

Natalia Osereowa und Peter Steger

Wer die Deutschdozentin noch von ihrer Lehrtätigkeit am seinerzeitigen Pädagogischen Institut in den Jahren 1989 bis 1994 kennt, weiß, mit welch hingebungsvoller Leidenschaft und schillernden Perfektion sie jene Sprache unterrichtete, in die sie schon als Kind ihr Vater Genrich an kundiger Hand eingeführt hatte. Als der spätere Großmeister des Deutschen an der Wladimirer Hochschule einen Lehrauftrag in Magdeburg erhielt, besuchte die zehnjährige Tochter zwar auf Drängen der Mutter die russische Schule, aber sie fühlte sich in der Fremdsprache gleich daheim. So schien ihr Weg früh vorgezeichnet. Nach der Rückkehr in die Heimat – Deutsch an der Schule, später am Institut, stets wach und klug begleitet vom Vater, dann ein Studium der Germanistik in Leipzig, schließlich eine Stelle am Lehrstuhl für Deutsch an ihrer Alma Mater in Wladimir.

Tatjana Oserowa

Natalia Oserowa

Ihr geschmeidiges Deutsch, gepaart mit ihrer vom Vater geerbten Gabe, sich beim Dolmetschen in ein höchst einfühlsames Medium zu verwandeln, prädestinierten sie zu einer besonderen Rolle innerhalb der Städtepartnerschaft. Bald hatte man hier wie dort ihr überragendes Geschick in der Vermittlung zwischen Deutschen und Russen entdeckt, und so konnte es nicht ausbleiben, daß sie gebeten wurde, Gruppen zu betreuen und Projekte zu begleiten. 1991 kam Natalia Oserowa zum ersten Mal nach Erlangen – im Rahmen des Austausches von Architekten unter der Ägide der damaligen Stadtplaner Walter Böhlk und Wladimir Pitschugin, die mit Hilfe von Jürgen Schwandner und Johannes Tuczek dem Stadtteil Semjasino in Wladimir eine gemeinsame Form verleihen wollten. Dann ein Jahr später mit der ersten Veteranendelegation und all den bewegenden Begegnungen zwischen den einstigen Kriegsgegnern. Bis Ende 1994 ging das so weiter, hin und her, mit Ärzten, Geschäftsleuten, Künstlern. Bis Pol in ihr Leben trat, ein junger Däne, heute Herr über drei kommunale Bibliotheken, der damals ein ganzes Jahr lang Russisch in Wladimir lernte.

Tatjana Oserowa und ihr Ehemann Pol

Natalia Oserowa und ihr Ehemann Poul Flou

Anfang 1995 zogen beide ins Königreich der Inseln, wo die Germanistin, bestens gewappnet mit ihren Deutschkenntnissen, schon nach einem halben Jahr so gut Dänisch gelernt hatte, daß sie an einer Schule eine Anstellung als Lehrerin für die Sprache der Nachbarn im Süden fand. Doch Deutsch steht als Unterrichtsfach immer mehr im Schatten von Englisch, und so mußte die Pädagogin bald die Seiten wechseln und unterrichtet heute an der Volkshochschule von Århus ihre Muttersprache. Gemessen am Niveau so erfolgreich wie nirgendwo sonst in Dänemark. Dennoch: Nichts würde sie lieber tun, als wieder ihre Lieblingssprache zu unterrichten. Und so hofft sie denn auf eine Wiedergeburt des Deutschen in Dänemark.

Triptychon von Natalia Oserowa

Dreiklang von Natalia Oserowa

Aber sie trägt ja nicht nur das väterliche Erbe in sich. Von der Mutter Tatjana hat sie die künstlerische Ader mitbekommen, besonders die Begeisterung für Musik und Malerei. Nicht nur im Hören und Betrachten, sondern im eigenen Schaffen. Über Jahre hinweg hatte sie das Klavier nicht mehr angerührt, aber in ihrer Wahlheimat erwachte die Liebe zum Instrument neu, mehr noch, Natalia Oserowa ließ sich zur Organistin ausbilden und gestaltet nun gleich in drei Gemeinden musikalisch die Gottesdienste.

Kontraste im Werk von Natalia Oserowa

Kontraste im Werk von Natalia Oserowa

Auch wenn sie bereits eine Ausstellung hinter sich hat, bleibt doch eher noch verborgen – zumindest bisher – ihre stilsichere Hinwendung zur darstellenden Kunst. Was sie da im faszinierenden Spannungsfeld ihrer beiden Wladimirer Vorbilder, Pjotr Dik und Wiktor Dynnikow, Gestalt verleiht, zeugt vom gereiften Reichtum einer noch zu entdeckenden Künstlerin mit einem ganzen Schatz an ahnungsvoll-weiten Bildwelten. Sogar das Schmirgelpapier hat sie als Material gewählt, ganz in der Tradition der beiden bereits verstorbenen Meister. Und dann ist da noch etwas, von dem bisher nur wenige wissen. Natalia Oserowa übersetzt die Lyrik von Edith Södergran, der polyglotten Begründerin der skandinavischen Moderne, die übrigens auch Gedichte in deutscher Sprache geschrieben hat, vom Schwedischen ins Russische. Zwei Übertragungen gibt es bereits, beide werden der früh verstorbenen Dichterin nicht gerecht. Jetzt versucht die russische Dänin sich an den Gedichten, die nach Aussage der in Sankt Petersburg geborenen und im russischen Karelien bestatteten Autorin selbst nur für wenige Auserwählte geschrieben wurden.

Triptychon von Natalia Oserowa

Triptychon von Natalia Oserowa

Seit 1994 ist Natalia Oserowa nicht mehr in Erlangen gewesen. Doch beim dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläum vom 29. Mai bis 2. Juni war sie in Wladimir und kehrte zurück in die faszinierende Welt des Austausches, dolmetschte für den Pädiater Dieter Wenzel, begleitete die Politikerin Heide Mattischeck zu einem Termin, half Ute Schirmer bei der Gestaltung einer Lesung ihrer Übersetzungen von russischer Lyrik ins Deutsche. Nun sollte sie ihren schon überlang anstehenden und immer wieder aufgeschobenen Besuch in Erlangen bald folgen lassen. Die Einladung jedenfalls ist nicht aufgehoben.

Mehr zu Genrich Oserow unter: http://is.gd/pApiOd

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Heute blättert der Blog ein wenig in der Kunstgeschichte der Städtepartnerschaft zurück und nach vorn. Zurück ins Jahr 2010, wo für den Herbst eine Ausstellung von Natalia Kolpakowa in den Räumen des Roten Kreuzes Erlangen-Höchstadt, Henri-Dunant-Straße 4, geplant war. Doch sie konnte nicht stattfinden, weil einige Monate zuvor ein Gewitter mit Platzregen das Gebäude unter Wasser gesetzt hatte. Renovierung und Instandsetzung der Baumängel dauerten, und erst vor wenigen Wochen konnten alle Räumlichkeiten wieder bezogen werden.

Natalia Kolpakowa: Blumenmotiv

Nun kann auch nachgeholt werden, was seinerzeit ins Wasser gefallen ist. Am Freitag, den 2. März, wird um 19.00 Uhr – bitte vormerken und kommen! – im Hauptgebäude des BRK die Ausstellung mit Arbeiten der Graphikerin Natalia Kolpakowa eröffnet. Die 1966 in Iwanowo geborene Künstlerin, die in Moskau und Wladimir lebt und arbeitet, hat eine Reihe von Kinderbüchern illustriert und ist in vielen Sammlungen und Galerien vertreten. Im Spannungsfeld zwischen den alten Meistern Rembrandt, Jan Vermeer und Pieter Bruegel auf der einen und ihren moderneren Vorbildern Aubrey Beardsley und Alfons Mucha auf der anderen Seite, hat Natalia Kolpakowa einen Stil gefunden, der sich unübersehbar von der typischen Wladimirer Malschule mit ihren Natur- und Landschaftsmotiven absetzt, die erst im Dezember unter dem Motto „Schnee“ im Kunstverein Erlangen vorgestellt wurde. Aber sehen Sie selbst!

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März, Michail Rudnik

In Wladimir jetzt schon vom Frühling zu sprechen oder ihn gar zu versprechen, wäre in dem Jahr deutlich verfrüht, vor allem, wenn man auf den März zurückblickt. Die strengen Fröste sind zwar vorbei, aber das ist auch schon alles. Gut, daß es da die Kunst gibt, die manches Mal auch ihrer Jahreszeit voraus ist oder zumindest vorwegnimmt, was die Zeit noch bringen mag.

Für seine „seherischen“ Kräfte wurde nun der Wladimirer Künstler Michail Rudnik mit dem Preis des internationalen Internetwettbewerbs „Jahreszeiten“ ausgezeichnet. In der Kategorie „März“ wurde seine Arbeit unter all den Einsendungen aus Rußland, der Ukraine, Deutschland, Lettland, Holland, Bulgarien als die schönste prämiert.

Die Jury ließ sich wohl von dem Himmelblau in Verbindung mit Schneeresten überzeugen, vielleicht auch von dem Umstand, daß der Mittvierziger Michail Rudnik erst seit drei Jahren vor der Leinwand steht. Ein Spätberufener, der sich vor eineinhalb Jahren von der Farbenpracht des unlängst verstorbenen Kim Britow inspirieren ließ und nun von sich sagt, er habe die Farben im Blut. Nach dem „virtuellen“ Preis erwarten den Künstler jetzt die ersten Galerien, demnächst sogar in Moskau. Und – wer weiß – vielleicht bringt er auch eines Tages den Frühlingshimmel nach Erlangen.

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