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Posts Tagged ‘Rotes Kreuz Wladimir’


Beide sind sie zum ersten Mal in Erlangen, und doch verbindet beide Gäste aus Wladimir eine lange und ganz persönliche Geschichte mit der deutschen Partnerstadt. Olga Antropowa brachte ihren Sohn 1994 zur Welt, als die russische Wirtschaft, insbesondere auch das Gesundheitswesen, am Boden lagen und die Aktion „Hilfe für Wladimir“ noch auf Hochtouren lief. Nicht einmal der Großvater des Jungen, der heute selbst Arzt ist, konnte als Leiter eines Krankenhauses helfen: Es gab einfach nirgends Babynahrung im Fall, daß Mütter nicht stillen konnten. „Wenn damals nicht die Hilfslieferungen aus Erlangen und das Bayerische Rote Kreuz gewesen wären… Wer weiß, ob ich den Kleinen durchgebracht hätte. Noch heute läuft es mir heiß und kalt über den Rücken, wenn ich daran denke“, erinnert sich die stellvertretende Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege und seit einem Jahr ehrenamtliche Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prochor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Wladimir Prochor ist seit 1965 mit dem Roten Kreuz in Wladimir verbunden und hatte eine Vielzahl von Leitungsfunktionen im Gesundheitswesen, später auch in der regionalen Verwaltung, inne. In den 90er Jahren allerdings, während der intensivsten Zeit der humanitären Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Erlangen-Höchstadt des BRK, war der gelernte Mediziner als stellvertretender Leiter des städtischen Gesundheitsamtes tätig und machte die ganzen Ausschreibungen für die Medikamente und Verbrauchsmaterialien, die vor Ort mit Spendenmitteln gekauft wurden, um sie dann an Wladimirer Krankenhäuser abzugeben. Seit fast zwanzig Jahren betreut Wladimir Prochor ehrenamtlich als Koordinator die Programme des Roten Kreuzes in der russischen Partnerstadt und steht nun Olga Antropowa als Stellvertreter zur Seite. Ein gutes Doppel, von dessen einwöchigen Arbeitsprogramm hier bald mehr zu lesen sein wird.

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An der Spitze des Russischen-Rot-Kreuz-Ortsverbands Wladimir hat sich ein reibungsloser Wechsel vollzogen. Die bisherige Leiterin, Olga Dejewa, der das Rote Kreuz in der Partnerstadt einen überaus gelungenen Neustart verdankt, konnte ihr Amt als Vorsitzende nach der Wahl zur Oberbürgermeisterin im Herbst 2015 nicht länger wahrnehmen und übertrug diese ehrenamtlichen Aufgaben zunächst an ihre Stellvertreterin, Irina Sokolowa, die mittlerweile die Geschicke der Hilfsorganisation auf regionaler Ebene lenkt, nachdem nun in Olga Antropowa eine Nachfolgerin für die Geschäftsführung des Ortsverbandes gefunden ist. Mit der stellvertretenden Direktorin der mehr als einhundert Jahre alten Berufsfachschule für Krankenpflege mit mehr als eintausend Ausbildungsplätzen steht nun eine überaus erfolgreiche Frau an der Spitze des Wladimirer Roten Kreuzes, machen doch so gut wie alle Krankenschwestern, Hebammen und Kräfte in den Bereichen Zahntechnik sowie Pharmazeutik – jährlich mehr als eintausend – in der Partnerstadt ihren Abschluß an diesem Institut. Mehr noch: Auch 600 bis 800 Mediziner – alle fünf Jahre müssen sie eine Fortbildung machen – erhalten hier Jahr für Jahr ihre Zertifizierungen. Im vergangenen Jahr kam dann auch noch eine überregionale Anerkennung mit der Aufnahme in die Liste der besten einhundert Lehreinrichtungen landesweit. Seit mehr als zehn Jahren gibt es einen Austausch mit der Universität von Illinois (Wladimir ist Partnerstadt von Bloomington-Normal, unweit von Chicago gelegen), während die Zusammenarbeit mit der tschechischen Partnerstadt Aussig an der Elbe, Ústí nad Labem, leider zum Erliegen kam. Doch schon zeichnet sich eine neue Kooperation mit Jena ab, von der Ende des Monats zu berichten sein wird. Hier nur so viel: Die Vorarbeiten verlaufen ausgesprochen vielversprechend.

Olga Antropowa, Irina Chasowa und Olga Dejewa

Olga Antropowa, Irina Chasowa und Olga Dejewa

 

Am Mittwoch nun konnte Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, im Beisein von Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, 600 Euro an Olga Antropowa übergeben, eine Spende des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir, bestimmt für die Versorgung der noch aus dem Vorjahr übernommenen Patienten des Programms „Häusliche Pflege“. Dieses bisherige „ambulante Hospiz“ soll nun seitens des Wladimirer Roten Kreuzes eine neue Stufe erreichen, indem Angehörige von schwerkranken Menschen eine Grundausbildung in der Pflege erhalten, handwerklich wie psychologisch. Wie das gelingen kann? Dazu gibt es schon viele Vorstellungen, etwa mit der Gründung eines Vereins „Pflegeschule“, wo auch Freiwillige aus der Berufsfachschule oder angehende Mediziner Praktika ableisten können und ihre Kenntnisse an die pflegenden Angehörigen weitergeben. Olga Antropowa hat sich darüber hinaus schon der Unterstützung durch die deutsche Hartmann-Gruppe versichert, die auch in Wladimir mit ihren Produkten für Medizin und Pflege vertreten ist. Noch läuft die Werbung von Mitgliedern für den Verein über die Medien, ab März dann gibt es monatlich bis Jahresende Fachvorträge und Schulungen zu Themen der Pflege. Wenn so viel Gutes getan wird, kann auch die Stadtverwaltung Wladimir nicht umhin, Unterstützung zu geben – in Form eines Zuschusses in Höhe von 50.000 Rubel, der Übernahme der Miet- und Nebenkosten für Räumlichkeiten sowie der Anschaffung des notwendigen medizinischen Geräts. Bei all dieser Selbsthilfe wird es sicher auch aus Erlangen noch weitere Unterstützung über die 600 Euro hinaus geben, sei es, um den Lehrkräften eine Anerkennung zukommen zu lassen, sei es, um weiteres Unterrichtsmaterial anschaffen zu können oder Fortbildungen zu übernehmen, vielleicht auch – in besonders schweren Fällen – Patenschaften für Familien. Es gibt jedenfalls noch viel Gutes zu tun – gemeinsam.

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Was wir an Gutem erhalten wollen, müssen wir immer wieder ändern, anpassen, verbessern. So banal diese Erkenntnis sein mag, so schwer fällt ihre Umsetzung im privaten Bereich wie im Berufsleben oder in der Politik. Auch ein Lernprozeß im Austausch zwischen Erlangen und Wladimir. So war zum Beispiel der Blaue Himmel von Beginn an der Psychiatrie direkt unterstellt, auch wenn sich die Einrichtung für verhaltensauffällige und psychisch behinderte Kinder etwa 40 km außerhalb der Partnerschaft befindet. Nun wurde von der regionalen Gesundheitsbehörde beschlossen, das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik an das in unmittelbarer Nähe befindliche Sanatorium für Veteranen anzugliedern. Zunächst befremdlich für die Gäste, dann aber durchaus einleuchtend, weil durch die Nachbarschaft zu dem Altenheim etwa die Verpflegung der jungen Patienten durch die eigene Küche wesentlich vereinfacht wird. Wolfram Howein, der noch bis Samstag in Wladimir bleibt, will sich deshalb die Zeit nehmen, mit der neuen Leitung zu sprechen.

Wolfram Howein und Alexander Bersenjew

Wolfram Howein und Alexander Bersenjew

Doch der seit 1997 bestehende Kontakt zu Alexander Bersenjew soll darunter nicht leiden. Im Gegenteil. Der Chefpsychiater der Region Wladimir, auf dessen Initiative hin der Blaue Himmel entstand, wünscht sich eine Wiederbelebung der Fachkontakte zu den Kollegen von der FAU, wichtig für ihn, da er doch selbst an der Staatlichen Universität lehrt.

Wolfram Howein, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Dejewa, Irina Sokolowa, Wladislaw und Peter Steger

Wolfram Howein, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Dejewa, Irina Sokolowa, Wladislaw Poldjajew und Peter Steger

Neue Wege geht auch das Rote Kreuz in Wladimir – zusammen mit den Partnern aus Erlangen. Nachdem die Finanzierung der beiden Projekte „Erste Hilfe“ und „Häusliche Pflege“ demnächst ausläuft – allein im Rahmen des letztgenannten Programms erhielten fast 40 Patienten Unterstützung in ihrem letzten Lebensabschnitt -, will man nun mehr auf eigene ehrenamtliche Kräfte setzen. Irina Sokolowa, Vorsitzende des Roten Kreuzes auf Ebene der Region und schon in den 90er Jahren aktiv in der Kooperation mit dem BRK Erlangen-Höchstadt, stellt sich vor, daß junge Leute aus der Fachschule für medizinische Berufe zum einen etwa in Ferienlagern Kindern und Jugendlichen altersgerecht die Grundlagen einer gesunden Lebensführung näherbringen, während eine andere Gruppe mit Angehörigen die häusliche Pflege von Palliativpatienten einüben soll, unterstützt von der Stadtverwaltung, die mietfrei Räume zur Verfügung stellt. Man glaubt so, mit noch weniger Finanzen mehr Menschen in diese erfolgreich mit dem Erlanger Förderverein Rotes Kreuz Wladimir entwickelten Programme einbinden zu können. Ein Ansatz, der überzeugt, weil er rasch zu einer eigenständigen Finanzierung und Weiterentwicklung der Arbeit führen kann. Ganz im Sinne des Mottos: Hilfe zur Selbsthilfe. Sehr zur Freude von Olga Dejewa, die in ihrer Zeit vor der Wahl zur Oberbürgermeisterin die Rot-Kreuz-Zusammenarbeit wiederbelebt hatte und jetzt zusammen mit Wjatscheslaw Kartuchin, dem Leiter der Akademie für Verwaltung und Wirtschaft, ein neues Forum ins Leben ruft, das den Austausch noch weiter intensivieren soll. Doch davon an anderer Stelle bald mehr.

Witalij Gurinowitsch, Maria Rodina, Irina Chasowa und Igor Konyschew

Witalij Gurinowitsch, Maria Rodina, Irina Chasowa und Igor Konyschew

Auch hinsichtlich der russischen Variante des Buches „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ tun sich unerwartete Perspektiven auf. In einem Gespräch mit Igor Konyschew, dem erst seit einem halben Jahr amtierenden neuen Direktor des Regionalmuseums, und seiner Stellvertreterin für wissenschaftliche Arbeit, Maria Rodina, gelingt es dem Historiker Witalij Gurinowitsch und Irina Chasowa, der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, rasch das Wesen der Publikation und ihre Bedeutung für die lokale Geschichte der Kriegs- und Nachkriegszeit darzustellen. Die Fachleute sind sich einig: Der im Dezember 2015 in Erlangen erschienene Band soll nach Möglichkeit mit photographischem Material aus dem Archiv ergänzt und im Rahmen einer Ausstellung zum Thema Kriegsgefangenschaft in den Räumen des Museums präsentiert werden, – voraussichtlich dann freilich erst im Frühjahr. Bis dahin hat Igor Konyschew dann möglicherweise sogar schon seinen Antrittsbesuch in Erlangen gemacht. So wie er anpackt, ist das durchaus zu erwarten.

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Der Aufschub gibt aber auch dem Übersetzungstrio mehr Zeit, an den Texten zu feilen, und Altoberbürgermeister Igor Schamow kann vielleicht weitere Sponsoren für das Projekt gewinnen, von dem die russische Seite glaubt, es gebe landesweit keine vergleichbare deutsch-russische Veröffentlichung über die Kriegsgefangenschaft.

Dieter Kümpers, P. Anatolij, Maria Fedotowa und Peter Steger

Dieter Kümpers, Anatolij Seida, Maria Fedotowa und Peter Steger

Aus der Fülle der Begegnungen den ganzen Tag über sei nur noch das Treffen von Dieter Kümpers mit dem Geistlichen, Anatolij Seïda, dem spirituellen Leiter des orthodoxen Pilgerzentrums, und seiner geschäftsführenden Tourismusexpertin, Maria Fedotowa, erwähnt. Hier, noch im 19. Jahrhundert als Siechenhaus neben der Erzengel-Michael-Kirche mit Blick über die Altstadt erbaut, hat man nicht nur mehr als ein Jahrzehnt wertvolle Erfahrung mit Gästen – 50 Betten für einfachste Ansprüche stehen zur Verfügung – gesammelt, sondern man ist auch bereit, mit dem Projekt der Rosenkranzgemeinde zusammenzuarbeiten und etwa die erarbeiteten Exkursionen zu heiligen Stätten in der ganzen Region mit den Katholiken zu teilen. „Wenn wir Christen über alle konfessionellen Grenzen hinweg nicht offen aufeinander zugehen und zusammenhalten, wer soll es dann tun?“ fragt der Geistliche, der nebenher auch noch landwirtschaftliche Eigenversorgung betreibt, mit einem Lächeln in die Runde, zeigt den Besuchern frischgeschlüpfte Küken und beschenkt sie zum Abschied mit Wachteleiern. Besser hätte das Dieter Kümpers vom Verein der christlichen Hoteliers auch nicht ausdrücken können, der natürlich auch interkonfessionell denkt und im Geist der Ökumene agiert. Ermutigend also nicht nur für das Pilgerzentrum der Rosenkranzgemeinde, sondern überhaupt eine schöne Wendung für all die vielen Windungen der Wege zwischen Erlangen und Wladimir.

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Eine abwechselungsreiche Woche liegt vor mir, als ich mit Günther Allinger, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Gemsdorf, am 3. Oktober pünktlich um 15.15 Uhr am Moskauer Flughafen Domodjedowo ankomme. Wir wollten mit dem Zug nach Wladimir fahren und hatten geplant, den Zug um 20.05 Uhr zu nehmen. Doch alles geht überraschend schnell, schon nach 15 Minuten sind wir durch die Kontrollen, das Gepäck ist auch bald da, und wir erreichen den Airport-Express um 16.30 Uhr, der uns in die Stadt zum Pawelezkij-Bahnhof bringt. Zwei Stationen mit der Metrolinie 5, und wir sind am Kursker Bahnhof, wo wir noch den Schnellzug um 18.25 Uhr nach Wladimir erwischen.

Nach einem Sonntag bei Freunden auf der Datscha hatte ich dann Gelegenheit, Olga Dejewa zu treffen, die gerade zum neuen Stadtoberhaupt von Wladimir gewählt worden war. So wurde ich ihr erster ausländischer Besucher und konnte ihr Briefe mit Glückwünschen aus Erlangen, besonders von unserem Oberbürgermeister, Florian Janik, übergeben.

Olga Dejewa und Wolfram Howein

Olga Dejewa und Wolfram Howein

Ich traf sie allerdings in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir, ein Amt, das sie im Frühjahr 2016 wegen der neuen politischen Aufgabe abgeben wird. Ich wollte mich über den Fortgang des Projektes „Ambulantes Hospiz“ informieren, das vom Erlanger Förderverein zur Unterstützung des Roten Kreuzes in Wladimir gesponsort wird. Neben Olga Dejewa nahmen an dem Gespräch der Projektkoordinator, Wladimir Prosor, eine Mitarbeiterin des Krankenhauses Nr. 5 und zwei Pädagoginnen einer medizinischen Schule für Pflegeberufe teil, die auch die ehrenamtlichen Helfer für die Hospizarbeit ausbilden sollen. Wladimir Prosor berichtete über den Stand des Projektes. Weil Hospizarbeit im russischen Gesundheitswesen Neuland bedeute, sei es schwer, an potentielle Patienten heranzukommen.

Anders die Situation bei den Helfern. Von den 1.500 Studenten der medizinischen Schule haben sich bereits 60 Freiwillige gemeldet. Die beiden Pädagoginnen berichteten über ihre Arbeit mit den Ehrenamtlichen, wobei auch psychische Probleme im Umgang mit den Patienten und deren Familien zum Ausbildungsprogramm gehören. Diese jungen Leute machen keine umfassende medizinische Behandlung, sondern sie sollen vorwiegend soziale Hilfe für die Kranken leisten. Die medizinische Behandlungen sollen durch Kooperationsverträge mit den Kliniken abgedeckt werden, mit einer Klinik ein solches Abkommen bereits abgeschlossen. Mit viel Engagement wurde einiges erreicht, es bleibt aber noch viel zu tun. Die weitere Förderung durch den Erlanger Förderverein wird auch davon abhängen, ob es gelingt, zunehmend russische Sponsoren zu gewinnen.

Bei einem überregionalen, russischen Fachtreffen hat eine der Pädagoginnen das Projekt vorgestellt. Man ist der Meinung, Wladimir leiste mit diesem Projekt landesweit Pionierarbeit.

Ohne einen Besuch in unserem Kinder-Reha-Zentrum „Blauer Himmel“ ist eine Reise von mir nach Wladimir nicht denkbar. Günther Allinger und ich fuhren also nach Penkino, wo man sich gerade auf eine neue Gruppe von Kindern vorbereitete. Gemeinsam mit Wasilij und Marina, zwei der Pädagogen, konnten wir die Anlage besichtigen und aktuelle Problem diskutieren. Die beiden sind mit viel persönlichem Engagement dabei, die Anlage zu verschönern. Lebensgroße Tierfiguren, ein kleines Holzhaus, eine Bauernstube und anderes sind Bastelarbeiten, die mit den Kindergruppen angefertigt und in der Anlage aufgestellt werden.

Blauer Himmel

Blauer Himmel

Die Pädagogen erzählten auch über ihre Außenaktivitäten, z. B. Wanderungen in den umliegenden Waldgebieten mit interessanten und spannenden Aufgaben für die Kinder. Marinas Teilnahme an der Winteruniversität Erlebnispädagogik im Bayerischen Wald hat neue Ideen und Anregungen gebracht! Schließlich besichtigten und testeten wir die von den Erlanger Pfadfindern errichteten Stationen auf dem Erlebnispfad. Kompliment, die Jungs aus Erlangen haben gute Arbeit geleistet!

Das Zentrum „Blauer Himmel“ ist jetzt fast sechs Jahre in Betrieb, trotzdem gibt es immer noch etwas zu verbessern. In der für die kalte Jahreszeit so wichtigen Werkstatt fehlt es nach wie vor an Ausstattung und Werkzeugen, auch der Gemeinschaftsraum bedarf noch medialer Aufrüstungen. Schließlich kommt die Versorgung des Zentrums mit Material für Basteln und Werken immer noch zu kurz. Wir haben gemeinsam mit den Pädagogen eine Wunschliste erstellt, die aus noch vorhandenen Restspenden befriedigt werden soll.

Erlebnispfad im Blauen Himmel

Erlebnispfad im Blauen Himmel

Da der „Blaue Himmel“ als Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik in Penkino an der Kljasma seine dauerhafte Heimat gefunden hat, ist das vor mehr als zehn Jahren aus Spenden erworbene Grundstück – in einem Dorf zwischen Wladimir und Susdal an der Nerl gelegen – nicht mehr nötig. Das Grundstück sollte daher an die Elterninitiative Swet übertragen werden (der Blog berichtete schon mehrfach über diese Organisation). Ein Grund für unsere Reise, bei der wir die Besonderheiten der russischen Bürokratie, noch verstärkt durch die Behandlung in zwei Sprachen, kennenlernen konnten. Protokolle von Besprechungen und Beschlüssen, Übergabeverträge und Kopien der Pässe wollten ins Russische übersetzt und mit zahlreichen Unterschriften und Stempeln vor den Augen einer Notarin versehen werden. Mit diesen Dokumenten konnten dann Ljubow Katz (als Vorsitzenden der Elternvereinigung Swet) und Günther Allinger (als Vorsitzender der Stiftung Lichtblick) das Übergabeprotokoll unterzeichnen. Inzwischen wurde das Grundstück rechtsverbindlich der Elterninitiative überschrieben, wie der Blog bereits am 29.10. berichtete.

Swetlana Schelesowa und Günther Allinger

Swetlana Schelesowa und Günther Allinger

Wie bei fast allen meinen Reisen hatte ich auch diesmal wieder Gelegenheit, mich in die Sprachkurse des Erlangen-Hauses einzubringen. Es gab sehr interessante und lange Diskussionen über die aktuelle Lage mit viele Fragen über Deutschland und unsere Situation mit den vielen Flüchtlingen aus moslemischen Ländern. Auch viele Russen sehen vor dem Hintergrund all der Ethnien in der Kaukasus-Region den Islam als Bedrohung.

Schließlich hatte ich noch tiefergehende Gespräche über die Situation des Erlangen-Hauses. Trotz eines Rückgangs der Teilnehmer an den Sprachkursen können wir wirtschaftlich ein ausgeglichenes Ergebnis für das Jahr 2015 erwarten. Hilfreich dabei im Hotelbetrieb nach wie vor eine zu erwartende Auslastung von mehr als 50 %.

Wolfram Howein

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Als ich am Dienstag nach Ostern auf dem Moskauer Flughafen Domodjedowo ankam, war alles noch grau in grau. Nach einer Woche voller Sonnenschein hatten die Bäume längs der Straße und der Zugtrasse  ein zartes Grün aufgelegt. Fer Frühling hat auch in Rußland Einzug gehalten. Und anders als in der politischen Großwetterlage zeigten sich auch bei den Projekten, die ich besucht habe, positive Ansätze, die es zu pflegen und zu entwickeln gilt:

Erlangen-Haus vom Garten aus gesehen

Erlangen-Haus vom Garten aus gesehen

Im Erlangen-Haus sind es vor allem die Deutschkurse, die Freude machen. Mit mehr als 230 Teilnehmern wurde 2013 ein neuer Höchststand erreicht. Dabei sind es die KiKuJuKu, die Kinder- und Jugendkurse, die auch dem Goethe-Institut (GI) in Moskau besonders gefallen und für die das Erlangen-Haus von dieser deutschen „Kulturbotschaft“ eine weitere interaktive Tafel und eine Dokumentenkamera bekommen hat. Das Erlangen-Haus gilt jetzt als die Nummer Eins unter den 18 Partnerinstituten des GI in der Russischen Föderation.

Wolfram Howein mit den Porfessoren für Erlebnispädagogik Ultrich Lakemann aus Jena und Werner Michl aus Nürnberg im Juni 2011, Erlangen-Haus

Wolfram Howein mit den Porfessoren für Erlebnispädagogik Ultrich Lakemann aus Jena und Werner Michl aus Nürnberg im Juni 2011, Erlangen-Haus

Im Kinder-Rehazentrum „Blauer Himmel“ merkt man, daß die leitende Ärztin und die erste Pädagogin im Februar an der erlebnispädagogischen Winteruniversität im Bayerischen Wald teilgenommen und begonnen haben, neue Ideen umzusetzen. Erste Anfänge eines Erlebnispfades waren zu sehen, der jetzt Zug um Zug von den folgenden Kindergruppen erweitert werden soll.

Erlebnispfad im Blauen Himmel

Erlebnispfad im Blauen Himmel

Beim Roten Kreuz Wladimir braucht das zarte Pflänzchen „Ambulantes Hospiz“ noch viel Pflege. Gerade mal 20 schwerstkranke Patienten kann man derzeit betreuen. Unsere Hilfe aus Erlangen ist dringend gefordert. Mehr Fahrt aufgenommen haben inzwischen die Kurse in Erster Hilfe, wobei der Beitrag des Erlanger Fördervereins in erster Linie aus materieller Unterstützung besteht.

Die Baumaßnahmen zum Pilgerheim der Rosenkranzgemeinde Wladimir

Die Baumaßnahmen zum Pilgerheim der Rosenkranzgemeinde Wladimir

Bei der Rosenkranzgemeinde wurde mit dem Bau des Pilgerzentrums begonnen. Ein Haus mit 46 Betten soll hier entstehen und später die Finanzierung des Sprengels sichern helfen. Dazu ist zunächst der Hang zum darüberstehenden Pfarrhaus durch eine Stützmauer zu sichern. In den nächsten Monaten wird sich auf dem Grundstück viel bewegen!

Speiseraum der Waldorfschule Wladimir

Speiseraum der Waldorfschule Wladimir

Zwei Schulen konnte ich besuchen, die Waldorfschule in Wladimir und die neunte Klasse eines Gymnasiums in Gus-Chrustalnyj, wo ich paar Bilder mit fränkischen Osterbrunnen zeigen durfte. Zwei unterschiedliche Konzepte der Schulbildung, die mir zeigten, wie sehr und lange in Rußland der sozialistische Einheitsbrei Vergangenheit ist.

Der Bettentausch von Wladimir

Der Bettentausch von Wladimir

Schließlich war ich noch im Unfallkrankenhaus, wo die restlichen ausgemusterten Betten des Erlanger Bettenhauses schon lange erwartet waren. Der Ärztliche Direktor, Jewgenij Jaskin, konnte mir die ersten Zimmer mit den Erlanger Betten zeigen. Eine ältere Patienten schilderte mir die Situation recht drastisch: „Einen Nacht habe ich schon in dem neuen Bett geschlafen, es war wie im Himmel. Die alten Betten waren die Hölle!“

Wolfram Howein

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Gestern feierte man in Wladimir mit einem Festakt den 145. Jahrestag der Gründung des Roten Kreuzes. Ob nun glückliche Fügung oder trefflicher Zufall: Ebenfalls gestern traf sich der Förderverein des Wladimirer Roten Kreuzes, um über die weitere Zusammenarbeit zu entscheiden. Um es gleich vorwegzunehmen, ohne gleich Interna auszuplaudern: Man einigte sich darauf, je nach Bedarf die beiden laufenden Projekte „Licht des Guten“ mit seiner Häuslichen Pflege und „Das sollte jeder wissen“ mit seinen Erste-Hilfe-Kursen weiter zu unterstützen. Gleich nach Ostern wird Wolfram Howein in die Partnerstadt reisen und mit Olga Dejewa, der Vorsitzenden des Roten Kreuzes, das weitere Vorgehen zu besprechen.

Förderverein Rotes Kreuz Wladimir, April 2014

Förderverein Rotes Kreuz Wladimir, April 2014

Wenn man die so vielgestaltigen medizinischen und sozialen Projekte der Städtepartnerschaft destilliert, bleibt am Ende immer wieder die eine Essenz zurück: Alle tragen sie den Lebenshauch des BRK Erlangen-Höchstadt in sich, alle sind sie inspiriert von Jürgen Üblacker und Brüne Soltau und ihrer überragenden Bedeutung für das Fortbestehen des Roten Kreuzes in Wladimir. Anfang der 90er Jahre, als die Zusammenarbeit begann, stand der Ortsverband in der Partnerstadt kurz vor seiner Auflösung, heute zählt er mehr als 700 Mitglieder und gewinnt stetig an Ansehen in Politik und Öffentlichkeit. Die beiden zusammen mit Erlangen entwickelten Projekte zur Pflege von Palliativpatienten („Licht des Guten“) und zur Erste-Hilfe-Ausbildung („Das sollte jeder wissen“) wurden nicht nur von der Stadtverwaltung Wladimir gefördert, sondern von ihr sogar wegen der außergewöhnlichen gesellschaftlichen Bedeutung als vorbildlich ausgezeichnet. Vor allem auch für die hervorragende Jugendarbeit und die gelungene Einbindung von ehrenamtlichen Kräften in alle Tätigkeitsbereiche. Davon wird hier im Blog sicher schon bald wieder zu berichten sein. Neue Mitglieder sucht man übrigens nicht nur in Wladimir, sondern auch beim Förderverein mit seinen knapp 50 Unterstützern. Bei Interesse bitte hier im Blog melden. Denn besonders in Erlangen gilt das Wort von „unserem“ Friedrich Rückert: „Helft, Ritter, wenn ihr Ritter seid, seid Retter!“

S. auch: http://is.gd/gAsap4

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Viel Zeit ließ sich die fünfköpfige Gruppe nach ihrer Ankunft in Nürnberg nicht. Kaum aus dem Flugzeug gestiegen und in der Jugendherberge einquartiert, ging es schon zum ersten Termin. Oder soll man besser Einsatz sagen? Denn fast so schnell vollzog sich alles, um nach dem Nachtflug noch am Vormittag die Feuerwehrwache zu besuchen, deren Leiter, Friedhelm Weidinger, die jungen Freunde aus Wladimir schon erwartete.

Alewtina Klimowa, Amil Scharifow, Friedhelm Weidinger, Gennadij Brajt, Jekaterina Medwedjewa, Sergej Konstantinow, Swetlana Sokolowa

Alewtina Klimowa, Amil Scharifow, Friedhelm Weidinger, Gennadij Brajt, Jekaterina Medwedjewa, Sergej Konstantinow, Swetlana Sokolowa

Bis zum Wochenende wird es in Begleitung von Amil Scharifow als Betreuer und Dolmetscher noch eine ganze Reihe solcher Einsätze geben: beim Bayerischen Roten Kreuz, bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, beim Technischen Hilfswerk – neben Treffen mit Jugendorganisationen, einem Empfang bei Bürgermeisterin Birgitt Aßmus und so manchem mehr. Denn viel lernen wollen die Gäste, vor allem im Bereich Katastrophenschutz und Rettungswesen und wie man dafür junge Ehrenamtliche gewinnt.

Gennadij Brajt, Jekaterina Medwedjewa, Swetlana Sokolowa, Alewtina Klimowa, Sergej Konstantinow

Gennadij Brajt, Jekaterina Medwedjewa, Swetlana Sokolowa, Alewtina Klimowa, Sergej Konstantinow

Sie alle nämlich arbeiten in dem Bereich und wollen noch mehr Gleichaltrige für den Freiwilligendienst gewinnen. Gennadij Brajt ist der einzige, der Erlangen schon von einem früheren Besuch kennt und deshalb auch als Primus inter pares auftritt, vor allem natürlich gegenüber seinem Schichtleiter, Sergej Konstantinow, mit dem zusammen er eines der fünf Dreierteams beim Wladimirer Katastrophenschutz bildet, die rund um die Uhr für Rettungseinsätze bereitstehen. Vorbereitet wird man für diese anspruchsvolle Arbeit in der Partnerstadt von der Organisation Retter, der Alewtina Klimowa nach sechsjähriger Zugehörigkeit und vor allem nach dem überraschenden Tod von Pjotr Ponassenko seit kurzem vorsteht. Vor der Aufgabe ist ihr noch ein wenig bange, aber sie will das Angebot sogar noch ausweiten auf Bergrettung, aber auch Freizeitgestaltung und Selbsterfahrung, um den Verein noch attraktiver für Jugendliche zu machen. Und dann sind da noch Jekaterina Medwedjewa, Schwesternschülerin im dritten Ausbildungsjahr, die ehrenamtlich beim Wladimirer Roten Kreuz beim Projekt „Licht des Guten“ hilft und schwerkranke Patienten pflegt, sowie die Studentin Swetlana Sokolowa, die „Politikerin“ in der Runde, Als stellvertretende Vorsitzende der Wladimirer Jungen Garde, der Nachwuchsorganisation der Partei Einiges Rußland, kümmert sie sich um das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen in allen denkbaren Bereichen – von der Ökologie über Bildung bis hin zum Sozialen. Damit sind wir auch wieder bei dem, was die Gruppe insgesamt verbindet. Sie alle wollen in der Partnerstadt Leben retten und Menschen helfen. Und das, so haben sie für sich entschieden, kann man am besten in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz. Doch davon hier in Ihrem Blog bald mehr. Jetzt lassen wir das Quintett erst einmal hier in Erlangen seine Erfahrungen sammeln.

Zum Vermächtnis von Pjotr Ponassenko geht es hier: http://is.gd/wUuViQ

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