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Posts Tagged ‘Rosenkranzgemeinde Wladimir’


So kann man sich die Bürgerpartnerschaft nur wünschen – mit einem Verein, der nicht nur etwas für den Austausch zwischen Erlangen und Wladimir tut, sondern der es auch trefflich versteht, darüber zu berichten, frei nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“!

Dieser Tage ging die Homepage https://nadjeschda-erlangen.de an den Start, ein Portal, das Informationen rund um die Aktivitäten des Fördervereins Nadjeschda bietet, der 2002 in Erlangen mit dem Ziel gegründet wurde, innerhalb der Städtepartnerschaft in Zusammenarbeit mit der Rosenkranzgemeinde zu Wladimir ökumenische Jugendbegegnungen zu unterstützen. Blogleser wissen es längst aus den vielen, über die Jahre verstreuten Reiseberichten der Jugendgruppen, aber nun soll die Homepage alles zusammenfassen, was den Förderverein im Innersten zusammenhält – mit den Rubriken „Aktuelles“, „Verein“, „Jugend“, „Aktiv werden“ und „Kontakt“ oder Links zu Projektpartnern sowie zum Homepageauftritt JADA Erlangen-Wladimir unter: https://is.gd/kcgWkA

Vieles, wenn nicht alles – auch auf der neuen Homepage – hängt nun davon ab, was weiter im Verein geschieht, der sich natürlich auch über neue Mitglieder freut. Schauen Sie zumindest einmal virtuell vorbei, vielleicht bekommen Sie ja Lust, selbst auch aktiv zu werden und die Zukunft des Austausches mitzugestalten. Добро пожаловать – Willkommen bei Nadjeschda!

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Auch wenn man sagen könnte „alle Jahre wieder“, ist es doch alles andere als eine Selbstverständlichkeit, wenn der Staatliche Regionalsender des Gouverneurs Wladimir auch heuer wieder am Heiligen Abend die Weihnachtsbotschaft von Sergej Sujew ausstrahlte, der nicht nur für seine insgesamt höchstens 500 katholischen Seelen spricht, wenn es im Vorspann zu Sendung heißt:

Die römisch-katholische Kirche in Wladimir

Heute feiern die Katholiken auf der ganzen Welt den Heiligen Abend. In der Katholischen Kirche zum Heiligen Rosenkranz der Allerheiligsten Jungfrau Maria ist alles bereit für das Fest: feierliche Girlanden, der Christbaumschmuck, die Weihnachtssterne, die Krippe und das Konzertprogramm. Und wenn Pfarrer Sergej Sujew dann selbst sagt:

Ich begrüße Sie alle, besonders freudig all jene Christen, die nach dem westlichen Kalender heute die Geburt Christi feiern. Heute ist Heiliger Abend, der Vorabend der Geburt Christi, und natürlich möchte ich an diesem Tag allen herzlich gratulieren und Freude sowie den Segen für dieses Freudenfest wünschen, das wir Katholiken heute auf besondere Weise begehen. Morgen dann, am eigentlichen Weihnachtsfest, am 25. Dezember, finden zwei Gottesdienste statt, um 12 Uhr mittags und für alle, die arbeiten, um 19 Uhr am Abend. Diese Tage bringen uns auch dem Neuen Jahr näher. Wir haben dazu ein herrliches Konzertprogramm vorbereitet. Am 29. Dezember gibt es gleich zwei Auftritte. Und vom 2. Januar an gibt es jeden Tag Orgel- und Kammermusikkonzerte. Ich wünsche allen Frohe Weihnachten. Ich wünsche Ihnen Gesundheit, Frieden in der Seele, Frieden auf den Straßen unserer Stadt, unseres ganzen Landes und auf der ganzen Welt. Möge Gott, der so klein und schutzlos in unsere Welt kam, uns darin bestärken und uns die Vorfreude auf etwas Heiliges und Gutes schenken.

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Es standen nach zwei Jahren gestern abend wieder Wahlen für den Vorstand des Vereins Nadjeschda an. Im Amt bestätigt wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig als Vorsitzender Dekan Josef Dobeneck mit seiner Stellvertreterin, Hannelore Röthlingshöfer, sowie Georg Kaczmarek als Kassier. Auch alle anderen wiederzubesetzenden Posten in dem 38 Mitglieder zählenden Verein zur Förderung des ökumenischen Jugendaustausches mit der Rosenkranzgemeinde in Wladimir erhielten – übrigens am dreizehnten Todestag von Pfarrer Konrad Wegner, dem Gründer von Nadjeschda – das Vertrauensvotum.

Georg Kaczmarek, Hannelore Röthlingshöfer und Josef Dobeneck

Die Förderung der alljährlichen Jugendbegegnungen mit Wladimir soll nun auf noch mehr katholische und evangelische Gemeinden ausgeweitet werden, nachdem in der Partnerstadt in diesen Austausch neben den Katholiken auch die orthodoxe Diözese und die Universität – vor allem mit den Lehrstühlen für Religionswissenschaft und Journalistik – eingebunden sind. Davon und von anderen Aktivitäten des Vereins, der zu Deutsch „Hoffnung“ heißt sicher bald mehr hier im Blog.

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Wenn man heute in Wladimir Eduard Sirin zu Grabe trägt, verabschiedet man sich von einem Mann, der zusammen mit seiner Mutter Walentina Anfang der 90er Jahre die katholische Gemeinde zu neuem Leben erweckte. Mit einer kleinen Spende aus Erlangen startete er eine Anzeigenkampagne, auf die hin sich die notwendigen 50 Interessenten meldeten, um eine Pfarrei zu gründen. Doch das war erst der Anfang eines langen Kampfes um die Anerkennung der Gemeinde als solches und vor allem um die Rückgabe des ihr vor der sowjetischen Enteignung gehörenden Grundstücks mit den seinerzeit vom Landesmuseum genutzten Gebäuden, sprich der Kirche und des Pfarrhauses.

Eduard Sirin, links im Bild, bei der Pilgerreise der Rosenkranzgemeinde nach Bamberg und Erlangen im Jahr 2000

Beharrlich arbeitete sich der mütterlicherseits polnischstämmige Eduard Sirin mit Unterstützung aus Erlangen durch alle Instanzen und schaffte es endlich sogar, mit dem Italiener, Stefano Caprio, den ersten Geistlichen nach Jahrzehnten für die Rosenkranzgemeinde zu finden. In den letzten Jahren hatte sich – auch krankheitsbedingt – der Wiederbegründer des katholischen Lebens in Wladimir zurückgezogen. Nun starb er mit nur 62 Jahren. Sein Werk hingegen lebt fort. R.I.P.

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Die Stadt

Es war Ende August 2018 nach 14 Jahren meine vierzigste Reise nach Wladimir. Strahlend blauer Himmel, die ganzen zehn Tage lang, der „Jubiläumsreise“ angemessen, meine ich.

Fußgängerzone Wladimir

Es ist immer wieder beeindruckend, zu erleben, wie sehr sich die Stadt in den wenigen Jahren entwickelt hat. Vor 14 Jahren waren Spaziergänge, vor allem bei schlechtem Wetter, eher ein Hindernislauf um Pfützen und Stolperfallen herum, heute sind Gehsteige gepflastert, und man wird allenfalls gelegentlich von Radfahrern gestört, die verständlicherweise die Bürgersteige den von Autos beherrschten Straßen vorziehen.

Fußgängerzone Wladimir

Auch die Straßen wurden modernisiert, nördlich von der Altstadt entstand eine neue, vierspurige Trasse, um den Durchgangsverkehr durch die Innenstadt besser zu verteilen. Allerdings kann der Straßenbau mit der Zunahme der Fahrzeuge nicht mithalten, und damit wird „Stop and Go“ zum Standard während der Rushhour. Das Internetportal mit der aktuellen Verkehrssituation zeigt jeden Tag morgens und nach Feierabend über die Stadt verteilt rot eingefärbte Straßenabschnitte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von weniger als 2 km/h.

Patriarchengarten

Eine Oase der Ruhe und Erholung ist dagegen die neue Fußgängerzone neben der Hauptstraße am Abhang zur Kljasma. Alte, restaurierte Häuser, Boutiquen und Andenkengeschäfte, kleine Museen sowie drei Aussichtsplattformen mit Blick zur Kathedrale, zur Kljasma und zum Patriarchengarten laden zum Verweilen ein. Dieser Park (Eintritt 80 Rubel) mit einer großen Fontäne und Blick auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale ist besonders schön im Mai, wenn die Kirschen blühen.

Springbrunnen im Zentrum von Wladimir

Ganz neu und erst zum Stadtfest am 26. August eingeweiht, ist der Springbrunnen vor dem Schauspielhaus am Goldenen Tor. Der Brunnen ist ebenerdig mit Gitterrosten angelegt, und so kann man zwischen den in der Intensität ständig wechselnden Fontänen einherspringen, ein Magnet für Kinder und gelegentlich auch für jung gebliebene Erwachsene. Abends erstrahlt das Ensemble dann in bunten Farben, und stündlich wird das Ganze noch mit Musik untermalt.

Wasserfreuden

Nicht weit entfernt liegt die Kirche der katholischen Rosenkranzgemeinde. Natürlich hat Pfarrer Sergej Sujew Zeit, mir die Fortschritte auf der Baustelle des Pilgerzentrums zu zeigen. Strom, Wasser, Abwasser und Heizung sind installiert, jetzt steht der Innenausbau an. Zurzeit wird aber noch an der Außenanlage gearbeitet. Durch einen Gerichtsentscheid wird das Grundstück geschätzte 100 m² größer, was z. B. zusätzliche Parkflächen ermöglicht. Leider erschweren und belasten immer wieder neue Auflagen die Kostenseite und damit den Fortgang der Arbeiten. So müssen jetzt alle Stromzuführungen unterirdisch verlegt werden, und dies trifft nicht nur den Neubau, sondern auch das Pfarrhaus und die Kirche. Bis zur Einweihung des Zentrums wird sicher noch mindestens ein Jahr vergehen, vorausgesetzt, die Spenden kommen rechtzeitig an.

Die Initiative Swet

Seit 1995 besteht in der Region Wladimir die Initiative Swet, in der sich mehr als 800 Eltern von Kindern mit den verschiedensten Behinderungen zusammengefunden haben. Ziel ist es, die jungen Leute aus der durch die administrativen Vorgaben und die medizinische Therapie entstandenen Isolation zu befreien und in die Gesellschaft zu integrieren, ein Recht, das ihnen durch die Gesetze der Russischen Föderation garantiert wird. Swet erfuhr vielfältige Unterstützung durch die Partnerschaft mit Erlangen. Mit Einzelspenden und Spendenaktionen wurden die Projekte gefördert. Mit Unterstützung von Erlangen entstanden Kontakte zu deutschen Einrichtungen und Institutionen der Behindertenarbeit, die WAB in Kosbach stellte z. B. Hospitationen zur Verfügung.

Jurij Katz in Susdal

Einer der Initiatoren und engagierten Repräsentanten ist Jurij Katz, mit dem ich über die Wiederbelebung von Hospitationen bei den Barmherzigen Brüder in Gremsdorf geredet habe. Diese Zusammenarbeit geht zurück auf das Projekt „Lichtblick“ mit dem Kinderzentrum „Blauer Himmel“. Aus dieser Zusammenarbeit erhielt Swet 2015 ein Datscha-Grundstück am Nerl zur geeigneten Verwendung. Das Grundstück wurde dann verkauft, weil die von Swet betreuten Menschen in der Gesellschaft, in Städten leben sollen, ein Leben auf dem Land würde wieder eine Isolierung bedeuten.

Swet-Baustelle in Susdal

Jurij Katz fuhr deshalb mit mir nach Susdal, um die aus dem Erlös des Grundstücks gekaufte Wohnung zu besichtigen. Sie liegt in der Mitte der Stadt, direkt gegenüber von den Handelsreihen. Es handelt sich um eine von drei Wohnungen in einem alten Holzhaus. Zurzeit läuft eine umfassende Renovierung, drei Handwerker waren auf der Baustelle tätig. Es entstehen drei Wohn-/Schlafzimmer, eine Wohnküche, ein WC mit Dusche und ein kleiner Lagerraum. Das Ganze soll als Schulungszentrum für Behinderte (ggf. mit Angehörigen) genutzt werden. Bis zu neun Personen können unterkommen und sollen in ein- bis mehrwöchigen Kursen die Grundlagen eines eigenständigen Lebens erlernen.

Jurij Katz im neuen Zentrum

Danach besuchten wir noch ein Therapiezentrum für behinderte Kinder in Susdal. In sozial schwachen Susdaler Familien sind 80 behinderte Kinder bekannt. Das Zentrum wurde von einer privaten Initiative gegründet, die Organisation Swet hilft beratend.

Therapiezentrum in Susdal

Die Finanzierung erfolgt durch Sponsoren, auch die Stadt Susdal gibt mit kleinen Anteilen Unterstützung. Ein verfallener Gebäudekomplex wird, getaktet durch die Verfügbarkeit von Spenden, Raum für Raum ausgebaut. Es ist immer wieder erstaunlich, was mit einfachen Mitteln erreicht werden kann!

Jurij Katz

Auf dem Weg zurück fällt uns etwa in der Mitte zwischen Susdal und Wladimir auf der linken Seite ein großer Neubau ins Auge, ein privates Museum mit Autos und Motorrädern. Darin befindet sich ein Café, an dessen Bar man auf Motorrädern Platz nimmt.

Wolfram Howein

Wir machen eine Sitzprobe, verziehen uns für unser Gespräch aber gerne auf die Stühle an den nebenstehenden Tischen. Ob sich das Investment rechnet? Ich bin mal gespannt, was daraus in einem Jahr geworden ist, wenn ich mal wieder nach Susdal fahren werde.

Wolfram Howein

Fortsetzung folgt.

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30.09.: Alle Welt fährt nach Wladimir

Die Schülergruppe, die mit uns schon am Nürnberger Flughafen durch die Sicherheitskontrolle gingen, stand nun am Anschlußflug nach Moskau in Frankfurt schon wieder da! Ein kurzes Gespräch am Gepäckband in Domodjedowo schaffte Gewißheit – wir sind nicht die einzigen, die gerade von Erlangen nach Wladimir unterwegs sind, und nicht die einzige Gruppe, die sich im 5 Uhr morgens verschlafen in die Schlange vorm Lufthansaschalter einreihte. Während unsere Mitreisenden direkt in den Bus nach Wladimir einstiegen, wurde unser eigener Trupp aus sechs neuen Rußlandabenteurern und zwei alten Hasen am Flughafen von drei freudig winkenden Studenten unserer Partnergruppe in Empfang genommen. Unseren Plan, das Gepäck am Bahnhof zu lassen und die paar Stunden zwischen Flug und Zugfahrt nach Wladimir mit einer Schnelltour durch Moskau zu füllen, konnten wir mit unseren begrenzten Sprachmöglichkeiten einigermaßen kommunizieren, und so führte unser erster Weg direkt auf den Roten Platz zum ersten Selfie vor der Basilius-Kathedrale. GUM, Lenin, Kreml von außen, Ewiges Feuer, Christ-Erlöser-Kathedrale von Innen, nächtlicher Blick von der Brücke über die Moskwa, Spaziergang zum Gorkij-Park – kaum sechs Stunden im Land, den Ohrwurm von „Wind of Change“ leise summend und philosophierend über die russisch-englisch-deutschen Wikipedia-Erklärungen unserer um ein paar Freunde unserer Moskauer Freunde erweiterten Tourigruppe, sind wir schon längst angekommen, mittendrin und herzlich willkommen in Rußland.

Jutta Schnabel

Auf dem Roten Platz

01.10. Oktober: Besuch bei den Kosaken

Den ersten Tag, bei unseren Austauschpartnern in Wladimir begannen wir mit lustigen Kennenlernspielen in der großen Gruppe. Nach diesem Einstieg machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um dort einen katholischen Gottesdienst zu besuchen, schließlich war ja Sonntag.

Danach fuhren wir zu einem kleinen Dorf außerhalb von Wladimir, das von Kosaken geführt wird. Der Ort wird von einer großen Kirche dominiert. Diese war das erste, was uns vorgeführt wurde. Innen sagte uns der Priester, die Akustik sei hier sehr gut. Daraufhin fing er laut an zu singen, um das zu beweisen. Er hatte recht.

Wer wollte, durfte auch selber Lärm machen. Der Priester führte uns auf den Kirchturm, der neben einer weiten Aussicht auch mehrere verschiedene Glocken hat. Nach einer kurzen Demonstration drückte der Priester uns die Glockenseile in die Hand.

Jetzt begann das eigentliche Kennenlernen der Kosaken und derer Kultur. Uns wurde erklärt, was einen Kosaken ausmacht und welche Aufgaben er hat. Besonders einprägsam war die Beziehung eines Kosaken zu seiner Waffe. Ein Kosake wächst schon ab dem Säuglingsalter mit einem Säbel auf, mit viel Erfahrung kann er dann eine Wasserflasche mit Schwung zerhacken. Nach dieser Vorführung durften wir uns selber in der Waffenkunst erproben. Leider nur mit Holzschwertern.

Ein Kosake ist kein echter Kosake ohne sein Pferd. Gegen Ende des Besuches wurde uns noch gezeigt, welche Kunststücke die Männer auf dem Rücken der Pferde beherrschen. Das war sehr beeindruckend.

Am Ende des Tages haben uns unsere russischen Freunde noch mit einem sehr guten Schaschlik-Essen überrascht. Eine schöne Willkommens-Geste.

Michael Flebsen

Vor Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl

… zu viel zu erzählen…

Würden wir mit dieser Genauigkeit weitererzählen wollen, könnten wir wohl ein ganzes Buch über die Begegnung schreiben, die, wie jedes Mal, so voll von Erlebnissen war, daß in der Erinnerung schon fast die Tage verschwimmen. Da gab es den Besuch des Deutschunterrichts an der Universität, bei dem sich vor allem die Frage stellte: Wie kann man an dem Austausch teilnehmen, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern? Dann führte unser Vormittag als Voluntäre uns zu verschiedenen “Veteranen der Arbeit”, alten Menschen, die Unterstützung zu Hause brauchen, wo wir uns bei allerlei Hilfsstellungen nützlich machen konnten. Anderentags  wurden alle Deutschen bei dem „Rent-a-German-Tag“ sozusagen “vermietet”, eine Aktion, angefüllt mit besonderen Erlebnissen zwischen Kochen in der Stundentenbude und Tagesausflug zu den nahen Verwandten. Banja, Karaokeabend, Schlittschuhfahren – keine wache Stunde blieb übrig, in der nicht etwas los war. So nahmen wir auch gefühlt zwei Abende lang Abschied von Wladimir und, viel wichtiger, von unseren Freunden.

Jutta Schnabel

Zeit zum Spielen in Wladimir

07.10.: Der letzte Tag in Wladimir

Am Samstag besuchten wir, in Gruppen aufgeteilt, die Innenstadt von Wladimir. Begleitet wurden Ernie und ich von Denis und Wiktoria, die manchmal Halt machten, um uns ein paar geschichtliche Fakten von den Gebäuden zu erzählen. Die ersten Gassen führten uns, an einem kleinen Flohmarkt vorbei, zu einem Geschäft, in dem handgefertigte Lederwaren, wie zum Beispiel kleine Beutel und Taschen, angeboten wurden. Der Verkäufer begrüßte uns freundlich, konnte ein wenig Deutsch und erzählte davon, wie er einmal im Europa-Park für kurze Zeit gearbeitet habe. Auf dem Weg durch die Stadt begegneten wir ein paar der in Wladimir aufgestellten Skulpturen wie dem Apotheker und dem Maler, mit denen wir uns gemeinsam ablichten ließen. Vorbei kamen wir auch an einem Platz, von dem aus man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt hat. Wir besuchten eine kleine Schmiede, welche für Touristen kleine Souvenirs (zum Beispiel Hufeisenmagnete) von Hand fertigt. Zum Mittagessen lud uns unser neuer Freund Denis zu sich ins orthodoxe Kloster ein. Dieses hatte, wie das in Susdal, eine Kirche, einen Pavillon und einen Glockenturm im Innenhof. Drinnen in der Kantine gab es (landestypisch) eine Suppe als Vorspeise, zum Hauptgang Hähnchen mit (dem hier üblichen) Buchweizen und Gemüse als Beilage. Gegessen wurde alles mit einem Löffel. Alles war einfach, aber sehr lecker. Danach kauften wir für Ernie eine Mütze im Stil der Kosaken. Diese patriotische Reitereinheit half früher bei der Verteidigung der Grenzen. Nachdem wir Postkarten gefunden und abgeschickt hatten, war der Nachmittag auch leider schon vorbei und wir trafen uns mit den restlichen Austauschleuten im Café.

Barbara Heller

Blockade-Museum in Sankt Petersburg

Ein letztes „Do swidanija“ in Piter

Gemeinsam mit unseren russischen Freunden ging es schließlich noch im Schlafwagen nach Sankt Petersburg, im Volksmund „Piter“ genannt, wo uns Teilnehmer aus dem Vorjahr, die inzwischen an der Newa leben, eine “besondere Tour” durch die Hinterhöfe der Stadt versprachen. Und es wurde etwas Spezielles, denn jenseits von Eremitage und Isaaks-Kathedrale wanderten wir einen Tag lang von einem verstecken künstlerischen Kleinod zum nächsten, gespickt mit Geschichten über die Menschen und Ideen, die diese Stadt geprägt haben. Nach einem Stop im Museum der Leningrader Blockade durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg (in dem es inzwischen deutsche Audioguides gibt!) schlossen wir den Tag stilecht auf dem Dach eines Petersburger Pendants zum Erlanger E-Werk ab und sagten wieder einmal “Auf Wiedersehen” – denn das ist ziemlich sicher!

Jutta Schnabel

Über den Dächern von Sankt Petersburg

Und hier geht es zum Reisebericht der eingangs erwähnten Erlanger Schülergruppe: https://is.gd/NqsNjw

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Ein gutes Jahr geht für den politisch wie konfessionell neutralen Verein „Nadjeschda“ zu Ende. Seit 15 Jahren aktiv in der Zusammenarbeit  und bei der Förderung des Jugendaustausches mit der katholischen Rosenkranzgemeinde Wladimir, ehrte Erzbischof Ludwig Schick die 39 Mitglieder für im Juli für ihre völkerverbindende Arbeit, und bereits im April hatte Vorstandsmitglied Jutta Schnabel aus den Händen der Bürgermeisterinnen Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß den „Ehrenbrief der Stadt Erlangen für besondere Verdienste im Bereich der Jugendarbeit“ erhalten.

Nadjeschda am Nikolaus-Tag 2017

Überhaupt die Jugendarbeit: Sie dominierte auch neben dem Projekt „Pilgerzentrum“ die gestrige Vollversammlung von „Nadjeschda“ – zu Deutsch „Hoffnung – unter dem Vorsitz von Dekan Josef Dobeneck mit einem ausführlichen Rückblick auf die jüngsten Begegnungen – dazu wird noch ein Bericht für den Blog erwartet – und einer Vorschau auf die Planungen für das nächste Jahr, in dem der Verein im Rahmen des 2018 anstehenden fünfunddreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums in verschiedenen Gemeinden einen „Wladimir-Tag“ veranstalten möchte, um über die Katholiken in Wladimir zu berichten und die Kollekte für deren Gemeindearbeit vorzusehen. St. Kunigund und St. Sebald haben in der Hinsicht für dieses Jahr bereits ihren Plan großmütig erfüllt. Vor allem aber: Jedes Mitglied zählt mit seinen Ideen und Aktivitäten. Wer also mitmachen will, ist herzlich eingeladen, sich bei Josef Dobeneck unter Tel.: 09131/4000350 oder per E-Mail unter josef.dobeneck@erzbistum-bamberg.de zu melden. Der Mindestmitgliedsbeitrag beträgt gerade einmal 15 Euro. Möglich sind aber natürlich auch Einzelspenden auf das Vereinskonto Nr. IBAN DE09 7635 0000 0022 0017 64. Vergelt’s Gott!

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