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Posts Tagged ‘Roman Alexandrow’


Eigentlich würde dieses Jubiläum eine ganz eigene Würdigung verdienen, aber wer Jürgen Ganzmann kennt, weiß, wie wenig ihm an Aufhebens um seine Person liegt. Ihm ging und geht es um die Menschen, in deren Dienst er sich beruflich wie ehrenamtlich stellt. So will es denn auch der Blog heute auch bei der schlichten Bemerkung bewenden lassen, daß der Leiter des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben heuer sein zwanzigjähriges Jubiläum der Zusammenarbeit mit Wladimir begeht und mit immer neuen Ideen und Impulsen weiterführt, was einmal mit der Kinderpsychiatrie begann und fortgesetzt wurde mit dem 2002 von Bundespräsident Johannes Rau ausgezeichneten Projekt „Lichtblick“, das sich dann mit einem weitverzweigten Austauschprogramm mit hunderten von Hospitationen weiterentwickelte zum „Blauen Himmel“, um schließlich in der Einführung von Erlebnispädagogik und in der inhaltlichen Unterstützung der Selbsthilfegruppe für Eltern mit schwerbehinderten Kindern „Swet“ zu münden, um nur die wichtigsten Stationen zu skizzieren.

Jurij Katz, Alina Alstut und Jürgen Ganzmann

Im Jahr 2010 dann eine wichtige Wegmarke mit der Aufnahme einer Kooperation mit Bernd Schleberger, der von Pskow aus ein Netzwerk für die Behindertenarbeit in russischen Städten und Regionen aufbaute. Siehe hierzu: https://is.gd/gjzjaw. Was sich in den Jahren seither tat, verdient höchste Anerkennung und jede denkbare Auszeichnung, denn mittlerweile ist da eine regelrechte Bewegung entstanden, die bilateral auf der Ebene von Experten und Praktikern die Fragen von Inklusion und barrierefreier Gesellschaft spürbar voranbringen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, resümiert jedenfalls Jürgen Ganzmann das letzte Treffen in Pskow vom 7. bis 11. April unter dem Titel „Entwicklung eines idealen Modells zu ambulanten Betreuungsdiensten für Menschen mit geistiger Behinderung“.

Jürgen Ganzmann, Ajschat Gamsajewa (Machatschkala), Roman Alexandrow und Jurij Katz

Acht Regionen – von Archangelsk bis Machatschkala, von Kaliningrad bis Irkutsk – und – erstmals als trilateraler Partner eine Delegation aus Minsk – trafen sich mit Jürgen Ganzmann und seiner Mitarbeiterin Arina Alstut – die beiden einzigen Fachleute aus Deutschland! – sowie mit Jurij Katz, Gründer von „Swet“, und Roman Alexandrow, Direktor des Jugendzentrums der Stadtverwaltung Wladimir. Nicht von ungefähr in dieser Konstellation, denn die Kooperation Erlangen-Wladimir gilt mittlerweile in diesen Fragen als Blaupause, und die Erfolge der russischen Partnerstadt – vor allem im Bereich „betreutes Wohnen“ – betrachtet man inzwischen landesweit als wegweisend zu einem idealen Modell. Schon entstanden nun nach dem Vorbild von Wladimir auch in Nischnij Nowgorod und Sankt Petersburg erste Projekte mit betreutem Wohnen. Um einander aber noch besser zu verstehen – die Begriffe sind in ihrer Vieldeutigkeit oft schwer zu übertragen – arbeitet man nun an einem Glossar zum Thema, das auch die unterschiedlichen bürokratischen Systeme transparent machen soll. Ermutigend dabei: Die Nichtregierungsorganisationen erfahren durch die örtlichen Behörden zunehmend Unterstützung, was sich auch darin ausdrückt, daß die Delegationen von Vertretern der kommunalen Verwaltungen begleitet wurden. Nur so lassen sich die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention, die ja auch die Russische Föderation unterzeichnete, erreichen. Die föderalen Gesetze sind nämlich – ähnlich wie in Deutschland – das eine, aber die Durchführung nach Kassenlage vor Ort etwas anderes, das sich nur mit dem Ehrenamt ins Werk setzen läßt.

Jürgen Ganzmann und Bernd Schleberger, stellvertretender Vorstand des BDWO und Koordinator des Projekts

Die nächsten Ziele sind nun neben der Einrichtung weiterer Wohnungen mit Betreuung die Organisation von Reisen für Behinderten. Nischnij Nowgorod denkt da an die Route Moskau –  Wladimir – Kasan, und Jurij Katz lädt eine Behindertengruppe aus Erlangen in sein neueröffnetes barrierefreies Haus nach Susdal ein. Noch nicht genug? Natürlich nicht: Im September reist Arina Alstut nach Irkutsk, um in Vertretung des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben zusammen mit 80 russischen Fachleuten Fragen der Betreuung von Behinderten aller Altersstufen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Eine Einladung, die zeigt, welches Ansehen sich Erlangen auf dem Gebiet erworben hat. Eine Auszeichnung, die Jürgen Ganzmann im zwanzigsten Jahr seines deutsch-russischen Fachaustausches sicher mehr bedeutet als jede Urkunde.

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Noch einmal kurz zurück zu dem Treffen in Berlin zum Thema „Teilhabe für Menschen mit geistigen Behinderungen in der Kommune“, angelegt als „praktische Konferenz“, also in Form von Arbeitsgruppen, wo Möglichkeiten besprochen wurden, wie man Sozialzentren vor Ort einrichten kann, die eine möglichst gelungene Inklusion von Menschen mit schweren Einschränkungen zum Ziel haben. (Siehe: https://is.gd/d6FWrQ) Wie wichtig man diese Fragen gerade auch in Wladimir nimmt, zeigt die Teilnahme von Roman Alexandrow, dem Direktor des Jugendzentrums, das sich auf diesem Feld stärker engagieren will.

Jurij Katz, Roman Alexandrow, Arina Alstut und Jürgen Ganzmann mit zwei der Redaktion unbekannten Damen in der Mitte

Jurij Katz, Gründer von Swet, einer der landesweit ersten, unserer Lebenshilfe vergleichbaren Initiative für Eltern mit zumeist schwerbehinderten Kindern, nutzte den Besuch in der Hauptstadt gestern auch noch zu einem Arbeitstreffen im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben, das er, damals noch geleitet von Dinah Radtke, bereits seit 2008 kennt. Ungläubig erinnert er sich noch an seinen Disput von damals mit der heutigen Ehrenbürgerin, die darauf beharrte, nur jemand mit einer Behinderung könne und solle Beratung für Menschen mit einem Handicap leisten, während der Gast aus Wladimir vor allem auf der Qualität der Konsultation bestand, die nicht vom Grad der persönlichen Einschränkung abhänge. Beide blieben damals bei ihrer Position, und beide hätten sich seinerzeit wohl nicht vorstellen können, daß heute das Zentrum von Jürgen Ganzmann geleitet wird, der zwar weiß Gott viel Erfahrung mitbringt, aber keine eigene Behinderung erkennen läßt.

Jurij Katz, Rainer Keßler, Albina Alstut und Axel Ebinger

Heute sei man da tatsächlich flexibler, meint denn auch Rainer Keßler, der als Leiter der Offenen Behindertenarbeit, freilich weiterhin meint, eine persönliche Betroffenheit erleichtere den Zugang zu Menschen mit einer ähnlichen Behinderung. In der Verwaltung freilich könne man aber – so wie Albina Alstut als Teamleiterin und dank ihrer Russischkenntnisse Verbindungsfrau zu Wladimir – auch als jemand ohne Einschränkungen arbeiten. Stichwort „arbeiten“. Jurij Katz bringt ein neues Projekt ins Gespräch: Einen inklusiven Jugendaustausch zwischen den Partnerstädten. Eine durchaus aufwendige Sache, die hier wie dort viel Vorbereitung braucht. Aber versuchen will man es auf jeden Fall, und schon im Dezember will man die Entscheidung treffen. Ganz im Sinne der „praktischen Konferenz“ in Berlin – etwas zum Anpacken.

Siehe auch: https://is.gd/GRGutg

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Beginnen wir heute mit einem kleinen Rätsel. Welche der drei Meldungen stimmt oder stimmen? 1. Die russische Staatsduma arbeitet an einem Gesetz, das die Bürger vor den Folgen von Knoblauchgenuß schützen soll. 2. Eine Konferenz in Moskau will sich der Schaffung eines Finanzsystems widmen, das auf den Werten der russisch-orthodoxen Kirche gründet. 3. Die Kosaken von Sankt Petersburg und die Anhänger der sogenannten Liberaldemokratischen Partei in Wladimir fordern die Rückgabe von Alaska und Kalifornien an Rußland. Erraten? Oder gar gewußt?

Ich bin Patriot

Ich bin Patriot

Es sind die Punkte 2 und 3! Schlimm daran besonders, daß noch vor zwei Jahren derartige Meldungen wie Zitate aus einem schlechten Steampunk-Roman geklungen hätten. Mittlerweile scheint aber die offizielle russische Geistesgeschichte wie auf einen Geisterzug aufgesprungen, der mit Volldampf in die Vergangenheit rast, etwa wie in dem Buch von William Gibson und Bruce Sterling „Die Differenziermaschine“.

Kind mit dem patriotischen Georgsband

Kind mit dem patriotischen Georgsband

Und die stramm staatsmännische Jugend Wladimirs fährt mit: In der Partnerstadt soll nämlich im Sommer ein zweimonatiges patriotisches Lager stattfinden, wo junge Menschen aus dem ganzen Land sich am Ufer der Kljasma auf Sinnsuche machen. Die geistige Landkarte hat nun schon einmal bei einem Vorbereitungstreffen Roman Alexandrow vorgezeichnet. Der Vorsitzende des Regionalen Jugendparlaments und Leiter des Jugendzentrums, um nur seine wichtigsten Funktionen zu nennen, hat dort eine flammende Rede, auch und besonders an die „geliebte Gouverneurin“ gerichtet, aus der hier einige für sich sprechende Sinnsprüche zitiert seien:

Patriotismus 21

Kleiner Patriot mit großer Fahne

Ich habe lange nachgedacht. Unser Land durchlebt derzeit tatsächlich eine schwierige Phase. Die unserem starken russischen Staat gegenüber mißgünstig gesonnenen Kräfte haben uns den Fehdehandschuh zugeworfen. Sie richten unsere Geschichte zugrunde, das Allerheiligste, das, was im besten Sinn mit Blut geschrieben ist. Da müssen wir uns wehren. Denn wen trifft dieser Anschlag wohl? Natürlich die Jugend. Meiner Meinung nach kommt es heute vor allem darauf an, just an der patriotischen Erziehung der Jugend zu arbeiten. Denn man kann zwar einen sehr gebildeten Menschen erziehen, aber wenn er nicht zum Patrioten wird, richtet er jede Menge Schaden an. Und er wird zum Feind, zum richtigen Volksfeind. Ich scheue mich nicht, diesen Begriff hier zu verwenden. Deshalb geht meiner Meinung nach der Patriot über alles. Ich werde mein Leben lang nicht mein erstes Jugendlager am Seligersee vergessen, wie es mich umformatiert hat. Im besten Sinn. Es hat mich einfach bis auf die Knochen staatstragend gemacht. Der Staat muß stark sein, patriotisch, mächtig, souverän, unabhängig, gebildet wie es nur geht. Danke für das Forum auf der Krim. Ich war zum zweiten Mal auf der Krim. Das erste Mal, als sie noch zur Ukraine gehörte, wie wir sagen. Aber jetzt ist für mich alles klar: Die Krim ist Rußland, und keiner wird mich, solange ich lebe, von etwas anderem überzeugen. Unser Roter Platz ist übrigens mit Steinen gepflastert, die man auf der Krim bricht. Warum sollten wir nicht auch in Wladimir ein solches Lager organisieren. Schließlich ist die Region Wladimir ein Landstrich, ausgesprochen reich an Geschichte. Man stelle sich nur vor: Schon in der Steinzeit gab es hier Menschen, wie die allseits bekannte Fundstätte Sungir bezeugt. Das ist die Steinzeit, 30 Jahrhunderte vor unserer Zeit. Dies ist die Wiege der Zivilisation, ja, der Menschheit! Eine einmalige geographische Lage: ein Zweistromland! Erinnert euch an die Geschichte von Tigris und Euphrat! Unser Zweistromland liegt zwischen Wolga und Oka. Hier wurde Rußland geboren. Dann die alten Bauwerke aus weißem Muschelkalkstein! Ich möchte sogar sagen… Die Genossen… Nein, nicht Genossen, sondern die Leute, die jetzt versuchen, den Staat Ukraine zu lenken, wollen unseren Fürsten Wladimir Rote Sonne für sich vereinnahmen. Wladimir an der Kljasma hieß es immer! Wladimirs Stadt! Und die tun nun so, als hätte unser Fürst Wladimir irgend so ein mittelalterliches – stellt euch nur vor! – europäisches Staatengebilde unter der Bezeichnung Rus-Ukraine geschaffen. Das schlägt doch dem Faß den Boden aus. Durch unser Goldenes Tor kommt jedenfalls kein Poroschenko! All diese Pfeiler wollen sie untergraben. Deshalb brauchen wir dieses patriotische Jugendforum mit geistig-moralischem Anspruch. Wir kämpfen gegen die Feinde, mit vernünftigen und konkreten Methoden.

 

Klofrau

Gesucht Putzfrau fürs Klo. Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation erforderlich. – Der russische Patriotismus ist ohne Sinn und ohne Rücksicht.

Wer gehofft hatte, der Mord an Boris Nemzow werde zumindest den Begriff „Volksfeind“, der ja an allen Fronten gegen den Oppositionellen in Stellung gebracht wurde, aus dem Vokabular der neopatriotischen Einpeitscher verbannen – und sei es aus Pietät -, sieht sich wieder einmal in seiner Naivität und Blauäugigkeit getäuscht. Als Antidot deshalb zur Abrundung des Themas ein Zitat aus dem tragischen Reiseerlebnis, „Mario und der Zauberer“, von Thomas Mann, dessen Bücher, daran sei nicht von ungefähr erinnert, in Deutschland und Italien auch schon einmal auf dem Index standen und brannten…

Das Fähnchen und das Kind - patriotische Früherziehung

Das Fähnchen und das Kind – patriotische Früherziehung

Man verstand bald, daß Politisches umging, die Idee der Nation im Spiele war. Tatsächlich wimmelte es am Strand von patriotischen Kindern, – eine unnatürliche und niederschlagende Erscheinung. Kinder bilden ja eine Menschenspezies und Gesellschaft für sich, sozusagen eine eigene Nation; leicht und notwendig finden sie sich, auch wenn ihr kleiner Wortschatz verschiedenen Sprachen angehört, auf Grund von gemeinsamer Lebensform in der Welt zusammen. Auch die unsrigen spielten bald mit einheimischen, sowohl wie solchen wieder anderer Herkunft. Offenbar aber erlitten sie rätselhafte Enttäuschungen. Es gab Empfindlichkeiten, Äußerungen eines Selbstgefühls, das zu heikel und lehrhaft schien, um seinen Namen ganz zu verdienen, einen Flaggenzwist, Streitfragen des Ansehens und Vorranges; Erwachsene mischten sich weniger schlichtend als entscheidend und Grundsätze wahrend ein, Redensarten von der Größe und Würde Italiens fielen, unheiter-spielverderberische Redensarten; wir sahen unsere beiden betroffen und ratlos sich zurückziehen und hatten Mühe, ihnen die Sachlage einigermaßen verständlich zu machen. Diese Leute, erklärten wir ihnen, machten soeben etwas durch, so einen Zustand, etwas wie eine Krankheit, wenn sie wollten, nicht sehr angenehm, aber wohl notwendig…

Bleibt nur, baldige Genesung bei der Sinnsuche am Ufer der Kljasma zu wünschen!

 

 

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Heute wieder ein Bericht über die so erfreulich vielfältigen Kontakte zwischen Jena und Wladimir, wieder aus der Feder von Anna Kulakowa, die in Erlangens thüringischen Partnerstadt ihr Freiwilliges Europajahr absolviert:

„Moskau ist eine Wahnsinns Hully-Gully-Stadt“, sang begeistert der berühmte Udo Lindenberg, der im Jahr 1985 in der Sowjetunion zu Besuch war. Der deutsche Rockmusiker erlebte einige Hindernisse, bedingt durch den Eisernen Vorhang, und trotzdem war er von der russischen Seele fasziniert.

Heute entwickelt sich der Musikaustausch zwischen Deutschen und Russen auf einer neuen Ebene und hält gute Möglichkeiten für die Entwicklung der deutsch-russischen Partnerschaft bereit.

Die Jenaer Rock-Band Carpe Noctem und vier weitere junge Leute aus Jena nahmen unter der Leitung von Sozialarbeiter, Thomas Grund (Winzerla Streetwork), und dem Sozialpädagogen, Friedrich Kühn (JZ Treffpunkt), an einem Jugendaustauschprogramm „Mix-Tour“ in Wladimir teil. In zehn ereignisvollen Tagen (vom 21. bis 30. Juli) lernten die Jugendlichen aus Jena drei altrussische Städte – Wladimir, Susdal und Murom – kennen. Das Programm, mit viel Liebe und Mühe von Leitern und Aktiven der städtischen Jugendorganisation „Wladimirer Euroklub“ vorbereitet, war reich an unterschiedlichen Veranstaltungen, aber im Mittelpunkt stand dann doch die Musik.

Carpe Diem in Puschin-Park, Wladimir

Carpe Noctem im Puschin-Park, Wladimir

Die Straßenmusiker von Carpe Noctem präsentierten ihre Musik den Passanten in Wladimir, indem sie neben dem Kinotheater „Rus“ und im Puschkin-Park spielten. Die Klänge ließen niemanden unberührt. Die ungewöhnliche Musik zog die Menschen wie ein Magnet an. Jeder, der vorbeikam, blieb stehen oder kam neugierig näher zu den Musikern. „Ich mag Rockmusik, aber ich habe noch nie Rock mit dem Cello und der Violine gehört“, meinte der Passant Oleg verwundert. Klassische Musikinstrumente auf der Straße sind in Wladimir eher die Ausnahme als die Regel.

Carpe Noctem auf der Bühne des Festivals in Susdal

Carpe Noctem auf der Bühne des Festivals in Susdal

Der Höhepunkt der Reise war die Teilnahme der Jenaer Straßenmusiker an einem Moto-Rock-Festival namens „In der sechsten Sendung“ in Susdal. Carpe Noctem stellte mit lautstarkem Erfolg ein Repertoire für musikalischen Feinschmecker aus dem ganzen Land vor. Die deutschen Gäste verließen die Bühne unter stürmischem Beifall und Jubelschreien. Nach dem wunderbaren Konzert gab es Zeit für starke Diskussionen und persönliche Kontakte mit anderen Bands und begeisterten Festivalbesuchern.

Die Gäste aus Jena mit Jugendlichen des Euroklubs auf Erkundungstour am Goldenen Tor

Die Gäste aus Jena mit Jugendlichen des Euroklubs auf Erkundungstour am Goldenen Tor

Die Straßenmusiker aus Jena hatten auch die Möglichkeit, die Wladimirer Rockmusiker von der Band AAASK kennenzulernen. „Obwohl unsere Band noch ganz neu ist, haben wir schon viele tolle Ideen, die wir in der Zukunft verwirklichen möchten. Ich habe schon ein paar Skizzen für unseren Song geschrieben. Die talentierten Jungs von Carpe Noctem sind ein gutes Beispiel der produktiven gemeinsamen Arbeit“, erzählte der Vokalist von AAASK, Aleksej.

Carpe Noctem und

Carpe Noctem und AAASK

Auch die kulturellen Aktivitäten waren gut geplant. Hier ist in erster Linie das Geocaching zu erwähnen. Die Jugendlichen aus dem Wladimirer Euroklub machten einen spannenden Stadtrundgang für die deutschen Gäste. „So viele Bauten aus Muschelkalkstein habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Die goldkuppelige Mariä-Entschlafens-Kathedrale, das Symbol der Stadt Wladimir – das Goldene Tor und die Demetrius Kathedrale haben mich besonders beeindruckt“, beschrieb  der zwanzigjährige Philipp seine ersten Eindrücke.

Carpe Diem beim Studium der Wanderroute durch Wladimir

Carpe Noctem beim Studium der Wanderroute durch Wladimir

Nach dem Kennenlernen der Stadt verwirklichten die jungen Leute aus Jena und Wladimir ein Graffiti-Projekt. Gemeinsame Ideen wurden an der Wand der Garage gegenüber dem Jugendpalast verewigt.

Erste Entwürfe

Erste Entwürfe

Unter dem Motto „Freundschaft, Blumen, Frieden!“ hatten Mitglieder des Euroklubs zusammen mit Jugendlichen aus Jena einen musikalischen Flashmob organisiert, an dem auch kleine Gäste aus dem Sommercamp „Ameisenhaufen“ gern mitgemacht haben.

Mauer der Freundschaft zwischen Jena und Wladimir

Mauer der Freundschaft zwischen Jena und Wladimir

Neben den Spielen und Tänzen gab die Band ein kurzes Konzert für die Kinder.

Carpe Noctem: Musik fasziniert in jedem Alter

Carpe Noctem: Musik fasziniert in jedem Alter

Auch die schöne Reise in die altrussische, 1152 Jahre alte Stadt Murom war unvergeßlich. Die deutschen Gäste wurden herzlich in einer der besten Schulen, der Staatlichen Schule Nr. 6 mit einem Willkommens-Brotlaib und dem Volkstanz „Kalinka“ vom Schülerensemble empfangen. Zu einer angenehmen Überraschung wurde die tolle Führung durch die ganze Schule, von Schülern in deutscher Sprache Deutsch vorbereitet.

Erfolg: Führung durch die Schule in Murom

Erfolg: Führung durch die Schule in Murom

Danach konnte die Delegation aus Jena die Hauptsehenswürdigkeiten von Murom besichtigen: das orthodoxe Männerkloster aus weißem Muschelkalk, die Heilige Quelle und das Denkmal zu Ehren von Ilja Muromez, dem Recken aus den altrussischen Sagen.

Jena willkommen in Murom

Jena willkommen in Murom

Die deutsche Delegation besuchte auch das Jugendamt von Wladimir. Interessierte junge Leute beteiligten sich an einem Gespräch mit dem Leiter, Roman Alexandrow, der informativ über die Abteilungen, Ziele und Funktionen dieser Einrichtung erzählte. Florian, Mitglied des Jugendparlaments Jena, berichtete über seine Erfahrungen mit der politischen Ebene in der Lichtstadt. Am Ende des Treffens tauschten beide Seiten Geschenke aus.

Im Jugendamt Wladimir

Im Jugendamt Wladimir

Die Auswertung der Reise fand im Sozialzentrum „Barmherzigkeit und Ordnung“ in Wladimir statt. Zum Thema „Partnerschaft ist unsere Zukunft“ besprachen die deutschen und russischen Jugendlichen in kleinen Gruppen zukünftige Projekte, die man in Wladimir oder in Jena in die Tat umsetzen könnte, etwa Schüleraustausch mit Musik- oder Theaterthemen und Projekte mit gemeinnütziger Ausrichtung.

Aufbruch und neue Ideen für die Zusammenarbeit zwischen Jena und Wladimir

Aufbruch und neue Ideen für die Zusammenarbeit zwischen Jena und Wladimir

Herzlichen Dank sagen wir den Stadtverwaltungen Jena und Wladimir für die finanzielle Unterstützung, den Sozialpädagogen, Thomas Grund und Friedrich Kühn. Wir bedanken uns bei den Leiterinnen vom „Wladimirer Euroklub“, Jelena Guskowa und Natalia Klimowa. Ein besonderer Dank gilt auch den Gastfamilien. Die Reise wäre nicht möglich geworden ohne aktive Jugendliche aus Jena und Wladimir. An sie alle ein großes Dankeschön und bis bald wieder!

Europäische Freiwillige Anna Kulakowa

Was Carpe Noctem so alles mit seinen Instrumenten anstellt, ist hier zu finden: http://is.gd/IKQ70Q, und mehr zu Anna Kulakowa gibt es im Blog unter: http://is.gd/FDgonw

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