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Posts Tagged ‘Reinhard Beer’


Gäste aus Wladimir ohne Dolmetscher auf Deutsch begrüßen zu können, passiert Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens nicht bei jedem Empfang. Aber eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus bringt natürlich ganz andere Voraussetzungen mit: das Sprachniveau A2 und eine zehnjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Gerhard Kreitz und Susanne Lender-Cassens

Am Donnerstag angekommen und auf die Gastfamilien verteilt, stand gestern zunächst einmal auf dem Programm, die gastgebende Volkshochschule kennenzulernen und zu erfahren, was in den kommenden zwei Wochen alles an Kursangeboten und Freizeitmöglichkeiten auf sie wartet. Stets begleitet und betreut vom Freundeskreis Wladimir und dessen Sprecher, Gerhard Kreitz.

Susanne Lender-Cassens und Heide Thies

Nach dem Wochenende in der Fränkischen Schweiz und bei landeskundlichen Exkursionen beginnt dann am Montag für die zwölf Gäste im Club International die Arbeit. Vormittags steht Deutsch auf dem Stundenplan, unterrichtet von Heide Thies und koordiniert von Reinhard Beer, dem Leiter der Sprachenabteilung an der VHS. Ein bewährtes Duo für Wladimir!

Die Gäste und ihre Gastgeber mit Reinhard Beer ganz rechts im Bild

Am Nachmittag und Abend geht es hinaus in das bunte deutsche Leben in und um Erlangen, wo es gilt, die Sprache zu sprechen, Sicherheit in der Praxis zu gewinnen.

Natalia Korssakowa, Dozentin am Erlangen-Haus und Leiterin der Gruppe, mit Susanne Lender-Cassens

Zum Abschiedsabend übernächste Woche hat sich die Bürgermeisterin übrigens schon angekündigt. Da will sie sich persönlich von den sprachlichen Fortschritten der Gäste überzeugen. Die Prüfungsergebnisse werden sicher im Blog nachzulesen sein, aber keine Sorge, ein Rigorosum dürfte das schon nicht werden.

Bilder: Nadja Steger

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„Hier hat für mich vor 17 Jahren alles begonnen“, erinnerte sich gestern Jelena Gorbunowa an ihre ersten Begegnungen im Rahmen einer Veranstaltung der Volkshochschule, wo die Leiterin des Klöppelvereins Wladimir mit an diesem selten gewordenen Kunsthandwerk Interessierten Kontakt aufnahm und ihre filigranen Kleinodien erstmals im Ausland zeigte. „Ohne diese Kontakte von damals würden wir heute nicht in ganz Europa unsere Arbeiten zeigen“, fuhr sie fort und meinte dabei die Ausstellung in Spanien, wo ihr Sohn Michail vor kurzem einen Stand auf einer Ausstellung betreute, und ihre eigene Meisterklasse, die sie dieser Tage in Limburg abhielt, bevor die beiden zu einem Kurzbesuch nach Erlangen kamen. Mit neuen Plänen:

Michail Paryschew, Jelena Gorbunowa, Reinhard Beer und Peter Steger. Photo: Nadja Steger

Im Februar 2018 plant Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der VHS, wieder die „Russisch-Deutschen Wochen“ und bietet an, in das Programm auch das Thema „Spitzenklöppeln“ einzubauen – in Form einer Schau aus dem Schaffen des Wladimirer Vereins und eines Kurses, geleitet von der Meisterin ihres Fachs, Jelena Gorbunowa. Mehr soll noch nicht verraten werden, nur so viel: Die Vorbereitungen für die Veranstaltungen laufen bereits an, und die ersten Vorschläge versprechen wieder ein vielseitiges Programm von russischer Geschichte bis zu Literatur und Malerei zum Auftakt des fünfunddreißigjährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft.

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Beim gestrigen Abschiedsabend für neunköpfige Damengruppe aus Wladimir präsentierte jede Besucherin ihr persönliches Lieblingswort der deutschen Sprache. Anna Nikonowa bekannte sich zu „geil“ und fand auch gleich die richtige Verwendung dafür, sogar im Superlativ: „Es war geil in Erlangen, megageil!“

Anna Nikonowa und ihr deutsches Lieblingswort

Anna Nikonowa und ihr deutsches Lieblingswort

Tatjana Kirssanowa, im Bild ganz links, begründete ihre persönliche Neigung zu dem Verb „lieben“ mit dessen Nähe zum „Leben“ und versprach: „Wir lieben Erlangen und nehmen diese Liebe zu Erlangen in unseren Herzen mit nach Hause, wo wir sie dann an unsere Schüler und Kursteilnehmer weitergeben.“

Reinhard Beer, Christine Flemming, Natalia Korsanowa, Anna Nikonowa, Tatjana Kolesnikowa und Elisabeth Preuß

Reinhard Beer, Christine Flemming, Natalia Korsanowa, Anna Nikonowa, Tatjana Kolesnikowa und Elisabeth Preuß

Wie groß diese Liebe zur deutschen Partnerstadt ist und wie gut sie Erlangen kennen, bewiesen die Besucherinnen denn auch mit dem Erfolg beim „Quiz 2016 für die Gäste aus Wladimir“, an dem sich auch die deutschen Freunde und Gastgeber beteiligten. Zwölf knifflige Fragen zum Knobeln hatte sich Reinhard Beer, Leiter der Sprachenabteilung an der Volkshochschule, ausgedacht, etwa danach, wo ein goldener Handschuh aus welchem Grund hängt, wann das Palais Egloffstein gebaut wurde und welche berühmte Persönlichkeit dort lebte oder wie viele Stockwerke das Erlanger Rathaus hat… Bis zu 14 Punkte konnten erreicht werden, und Anna Nikonowa hat mit einer Wertung von 13,5 das Maximum fast erreicht. Natalia Korsakowa und Tatjana Kolesnikowa belegten nur knapp hinter ihr mit einem halben Punkt weniger gemeinsam den zweiten Platz und freuten sich mit der Siegerin über einen Stick aus den Händen von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Christine Flemming, der Leiterin der VHS.

Dieter Argasts und die Gruppe aus Wladimir

Dieter Argast und die Gruppe aus Wladimir

Der Abend im Club International bot aber auch Gelegenheit, nochmals den Gastgebern zu danken und dem Freundeskreis Wladimir, besonders aber auch den ehrenamtlichen Dozenten, die den Gästen die unterschiedlichsten Themen näherbrachten. Dieter Argast, pensionierter Lehrer für Sozial- und Erdkunde, stellte das verwirrend vielfältige Schulsystem in Deutschland und Bayern vor.

Christofer Zwanzig und die Gruppe aus Wladimir

Christofer Zwanzig und Praktikantin Anja Kuplich mit der Gruppe aus Wladimir

Wie die Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus funktioniert, wie die Verwaltung mit den Medien und der Stadtgesellschaft interagiert, erklärte Pressesprecher Christofer Zwanzig.

Rudolf Schloßbauer und seine Gäste

Rudolf Schloßbauer und seine Gäste

Rudolf Schloßbauer, ehemaliger Schulreferent und einer der Väter der Erlanger Bürgerstiftung, empfing zu seinem Vortrag über die „Methodik des Fremdsprachenunterrichts“ sogar in seiner „Datscha“ in Waischenfeld, die über einem ehemaligen, in Stein gehauenen Bierkeller steht. Neun Mal war der begeisterte Pädagoge schon in Wladimir, bepackt mit Lehrmaterial und inspiriert vom Wissensdurst der russischen Kollegen an den bis heute 18 Schulen, wo Deutsch als erste Fremdsprache gelehrt wird.

Klaus Stuhlmüller, Gerhard Kreitz, Rudolf Schloßbauer und Wolfram Howein mit der Gruppe aus Wladimir

Franz Stuhlmüller, Gerhard Kreitz, Rudolf Schloßbauer und Wolfram Howein mit der Gruppe aus Wladimir

Auf Rudolf Schloßbauer gehen die ersten Deutsch-Olympiaden zurück, ausgetragen schon Mitte der 90er Jahre, und damals, vor gut 20 Jahren hatte er auch erstmals eine Gruppe von Deutschlehrerinnen nach Erlangen und Waischenfeld geladen. Eine gute Tradition, die nun ihre Fortsetzung fand.

Birgitt Aßmus und die Gruppe aus Wladimir

Birgitt Aßmus und die Gruppe aus Wladimir

Ein Thema des zehntägigen Arbeitsprogramms aber auch „Frauen in der Politik“, Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Stellung der Frau in der Politik, aus eigenem Erleben und Gestalten dargestellt von Stadträtin Birgitt Aßmus, die auch qua Amt, ihre Zugehörigkeit zum Vorstand der Stiftung „Erlangen-Haus“, eine ganz besonders enge Beziehung zu Wladimir pflegt.

Abschiedsabend im Club International

Abschiedsabend im Club International

Nimmt man all die Ausflüge von Coburg bis Weimar, von Bamberg bis Prichsenstadt oder Nürnberg, vor allem aber die vielen Gespräche und Begegnungen mit den Gastgebern hinzu, stimmt sicher, was Bürgermeisterin Elisabeth Preuß bei ihrem gestrigen Abschiedswort den Besucherinnen mit auf den Heimweg gab: „Ich hoffe, Sie haben erlebt und gespürt, wie freundschaftlich man in Erlangen – und nicht nur hier – russische Gäste aufnimmt, wie willkommen Sie uns sind.“ Aber das wurde ja eingangs schon von Anna Nikonowa unaufgefordert bestätigt: „Es war geil in Erlangen, megageil!“

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Das Programm ist schon voll im Gange: Unter Leitung der stellvertretenden Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, Swetlana Schelesowa, sind bereits am Mittwoch fünf Dozentinnen vom Wladimirer Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts und drei Deutschlehrerinnen aus Schulen der Partnerstadt eingetroffen, um ganze acht Tage lang ihre Kenntnisse von Sprache, Land und Leuten zu verbessern, die deutschen Freunde wiederzusehen.

Wiedersehensfreude am Flughafen Nürnberg

Wiedersehensfreude am Flughafen Nürnberg mit Gerhard Kreitz; Bild: Georg Kaczmarek

Zum ersten Mal findet nun eine derartige pädagogische Dienstreise der Deutschdozentinnen vom Erlangen-Haus statt, nachdem bisher immer die Kursteilnehmer verschiedener Niveaus und Stufen sieben Jahre in Folge Ende Juli gekommen waren, um an der Volkshochschule Sprachpraxis einzuüben und Landeskunde zu betreiben, stets sorgend betreut vom Freundeskreis Wladimir.

Die Gäste mit Amil Scharifow, Elisabeth Preuß und Gerhard Kreitz

Amil Scharifow, Elisabeth Preuß und Gerhard Kreitz mit den Gästen aus Wladimir

Für den sprachlichen Feinschliff sorgen natürlich vor allem die Fortbildungen des Goethe-Instituts in Moskau, und so liegt der Schwerpunkt des Programms in Erlangen auf der Landeskunde mit Vorträgen zu Themen wie Flüchtlingsfrage, Schulwesen, Aufgaben der Volkshochschule, Ehrenamt und Politik, Medienarbeit oder Schwerpunkte der Städtepartnerschaftsarbeit, umrahmt von Ausflügen nach Coburg, Nürnberg, ins Mainfränkische, in die Fränkische Schweiz…

Das Direktorat persönlich, Gerhard Nöhring und Gerhard Hammer, begrüßt die Gruppe aus Wladimir

Das Direktorat persönlich, Gerhard Nöhring und Gerhard Hammer, begrüßt die Gruppe aus Wladimir

Und natürlich darf auch ein Schulbesuch nicht fehlen, möglichst an einem Gymnasium, das bereits einen Austausch mit Wladimir unterhält, wie das Fridericianum, wo Reisen in die Partnerstadt seit dem Jahr 2000 auf dem Lehrplan stehen. Ein Besuch, der zeitlich symbolischer nicht sein könnte, fand er doch gestern statt, am Vorabend der offiziellen Verabschiedung des Direktors, Gerhard Hammer, der heute den Stab an seinen bisherigen Stellvertreter, Gerhard Nöhring, weitergibt.

ERH 4

Das Schaufenster nach Wladimir im Fridericianum

Einmal mitzuerleben, wie das Fach Deutsch an einer deutschen Schule unterrichtet wird, eine weitere Stunde dem Englischunterricht zu folgen, Literatur in fränkischer Mundart von Helmut Haberkamm vorgetragen zu hören… Was könnte interessanter sein für Sprachlehrerinnen?

Christiane Krautwurst und ihre Kolleginnen aus Wladimir

Christiane Krautwurst und ihre Kolleginnen aus Wladimir

Vielleicht nur noch die Führung durch das Gymnasium an der Hand der Kollegin, Christiane Krautwurst, die im Oktober die nächste Austauschgruppe aus Wladimir erwartet.

Jelena Krajnowa, Irina Smirnowa und Tatjana Kolesnikowa

Jelena Krajnowa, Irina Smirnowa und Tatjana Kolesnikowa

Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, formuliert es am Russischen Abend in der Volkshochschule treffend in seinen Dankesworten an die Gastfamilien, wo die Lehrerinnen untergebracht sind: „Unsere Besucherinnen haben da nicht nur ein Bett, sondern ein Zuhause, wo miteinander gesprochen, miteinander gesungen und manchmal sogar miteinander gekocht wird.“ Mit russischen Piroggen, gebacken in der Küche von Ute Schirmer, stehen denn auch für viel mehr als nur den kulinarischen Erfog des Treffens.

Reinhard Beer bei der Eröffnung des Russischen Abends

Reinhard Beer bei der Eröffnung des Russischen Abends

Es ist schon immer ein Kraftakt vor allem für Reinhard Beer, den Leiter der Sprachenabteilung an der VHS, Sommer für Sommer die Begegnungen mit Wladimir auszurichten. Aber die Deutschkurse am Erlangen-Haus – man kann es gar nicht deutlich und oft genug sagen – sind nun einmal vor 20 Jahren wesentlich auf seine Initiative zurückzuführen und verdanken ihren Erfolg gerade auch seiner ungebrochenen und vielfältigen Unterstützung. Das verbindet und verpflichtet.

Miteinander

Miteinander

Ebensowenig denkbar aber wäre das alljährliche Programm für die Gäste – in immer wieder neuer Zusammensetzung – ohne den Freundeskreis Wladimir mit all seinen Ideen für das begleitende Kulturprogramm, mit der Privatunterbringung, mit den Transfers und all den Gesten der Freundschaft.

Spontanquintett mit Tatjana Parilowa und Tatjana Kolesnikowa

Spontanquintett mit Tatjana Parilowa und Tatjana Kolesnikowa

Und wo schon so viele Gäste beisammen sind, ist auch noch Platz für die Musiklehrerin Tatjana Parilowa, die sich, seit gut einem Vierteljahrhundert der Partnerschaft eng verbunden, derzeit gerade über die Montessori-Pädagogik informiert und am gestrigen Abend das tat, worauf sie sich – bei all ihren Talenten – wohl am besten versteht: singen, – am besten im Chor.

Soloauftritt von Tatjana Parilowa

Soloauftritt von Tatjana Parilowa

Als Chorsängerin war sie nämlich auch 1990 zum ersten Mal in Erlangen, bevor sie vor allem beim Projekt „Lichtblick“ die Musiktherapie für Kinder in der Psychiatrie für sich entdeckte.

Stille Post

Stille Post

Kleine Rollenspiele, die „stille Post“ und eine Premiere füllten den Abend zusammen mit der Erstaufführung eines Werbefilms, gekonnt gedreht von einem Team des Goethe-Instituts als Image-Kampagne für die Deutschkurse an den 21 Sprachlernzentren in der Russischen Föderation. Und wen nimmt es da wunder, wenn das Erlangen-Haus eine zentrale Rolle einnimmt? Noch ist der Clip nicht offiziell veröffentlicht, aber in den nächsten Wochen sollte er freigeschaltet werden, und dann findet er sicher auch hier im Blog die gebührende Würdigung.

Hofspiele

Hofspiele

Auch für die Gäste ist der Besuch übrigens ein Kraftakt, denn der Rubel-Kurs hat sich zwar in den letzten Wochen etwas stabilisiert, liegt aber mit 1 : 70 gegenüber dem Euro immer noch fast doppelt so hoch wie vor zwei Jahren. Da kann man sich vorstellen, was bei einem Pädagogengehalt eine derartige Reise für das private Budget bedeuten mag. Und auch da beweist sich wieder der Freundeskreis, der fast 2.000 Euro gesammelt hat, um den Besucherinnen die Anreise etwas zu erleichtern.

Gerhard Kreitz, Swetlana Schelesowa und Wolfram Howein

Gerhard Kreitz, Swetlana Schelesowa und Wolfram Howein

Ein Dankschön, ein großes спасибо deshalb von Swetlana Schelesowa an alle Spender und Freunde, die geholfen haben, die Begegnungen zu ermöglichen, Begegnungen, die wir angesichts wachsenden Mißtrauens auf der Ebene der „großen Politik“ mehr denn je brauchen.

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Beim gestrigen Finale der 5. Russisch-Deutschen Wochen gab es nur Sieger – im Großen wie im Historischen Saal der Volkshochschule Erlangen. Vor allem die Vortragsveranstaltungen und der Liederabend waren, wie Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der VHS sowie preiswürdiger Produzent und Regisseur des Programms, hochzufrieden konstatieren konnte, bestens besucht und zeigten durchweg ein hohes Niveau.

Jelena Ljubar und Klaus Becker

Jelena Ljubar und Klaus Becker

Noch deutlicher wurde Christine Flemming, Leiterin der Volkshochschule, in ihrer Begrüßung, als sie versprach: „Dies waren bestimmt nicht die letzten Russisch-Deutschen Wochen!“ Eine Anerkennung nicht nur für die vielen Dozenten und Interpreten sowie das Organisationsteam, vor allem auch für die vielen ehrenamtlichen Helferlein, die vor allem diesen Abschlußabend auch kulinarisch zu einem Genuß machten.

Jelena Ljubar mit Doris Lang, sowie Angela und Hartmut Dörfler

Jelena Ljubar mit Doris Lang, sowie Angela und Hartmut Dörfler

Star des Abends war freilich unbestritten Jelena Ljubar. Ihren Vortrag über die architektonischen Wunder der Wladimirer Rus ging sie in ihrer zupackend-herzlichen Art und Weise an, wie ihre so ansprechenden Stadtführungen: mit dem geballten Wissen einer Kunsthistorikerin und der Vermittlungskunst einer passionierten Pädagogin, gepaart mit einem präzisen Gefühl für Publikum und Pensum.

Jelena Ljubar

Jelena Ljubar

Es ist schon eine besondere Kunst, innerhalb einer Dreiviertelstunde die Anfänge der russischen Staatlichkeit von der Kiewer über die Wladimirer bis hin zur Moskauer Rus, also die Periode vor dem Zartentum, auszuleuchten und in gesamteuropäische Zusammenhänge zu stellen, ohne dabei die Zuhörer mit Jahreszahlen und Namen zu traktieren. Möglich ist das nur, wenn man so in der Materie lebt und denkt, wie Jelena Ljubar.

Volles Haus im Großen Saal der Volkshochschule

Volles Haus im Großen Saal der Volkshochschule

Was alles in ihr steckt, ließ die Mitarbeiterin des Wladimirer Landesmuseums dann bei den anschließenden Fragen noch einmal so richtig hell aufblitzen. Aber da drängte dann doch schon die Zeit, denn nebenan, im Historischen Saal, wartete bereits das russisch-fränkische Buffet – und das Quiz „Wer wird Russionär?“ mit 21 Fragen hauptsächlich zu Wladimir, aber auch zur russischen Landeskunde insgesamt.

Reinhard Beer

Reinhard Beer

„Viel zu schwer für mich“, klagte Christine Flemming schon vorab im Gespräch nach einem kurzen Blick auf die drei gelben Seiten, und bei der Begrüßung meinte sie gar: „Wenn die Volkshochschule den Fragenkatalog zusammengestellt hätte, wäre es bestimmt leichter geworden.“ Weit gefehlt, Frau Direktorin! Sie hatte sich und die Abendgesellschaft gehörig unterschätzt.

Nadja Steger und Reinhard Beer

Nadja Steger und Reinhard Beer

Rasch stellte das Bewertungstrio – Natalia Kaiser, Nadja Steger und Reinhard Beer – nämlich fest: Kaum jemand war bei der Punktezahl im einstelligen Bereich geblieben. Mehr noch: Es gab vier Mal das gleiche Ergebnis mit 19 richtigen Antworten auf die 21 Fragen. Da konnte nur das Los entscheiden.

Christine Flemming, Reinhard Beer, Elisabeth Preuß, Dagmar Denzler und Peter Steger

Christine Flemming, Reinhard Beer, Elisabeth Preuß, Dagmar Denzler und Peter Steger

Dies war die Stunde der Glücksfee, Elisabeth Preuß, der als Bürgermeisterin mit Partnerschaftsexpertise die Aufgabe zukam, den ersten Preis, einen Sprachkursgutschein,  an die neue Russisonärin, Dagmar Denzler, zu verleihen. Eine verdiente Siegerin, die im Sommer vergangenen Jahres an der vom Freundeskreis Wladimir und Erlangen-Haus veranstalteten Studienreise teilgenommen hatte. Wie sich nun zeigt – mit großem Gewinn.

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Inge Howein

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Inge Howein

Verdient haben ihre Preise aber natürlich alle, etwa Inge Howein, die ebenfalls 19 Punkte erreicht hatte, oder – hört, hört! – Christine Flemming, die, ebenso wie Elisabeth Preuß, nur einen Platz dahinter zu liegen kam. So unbeantwortbar können die Fragen dann ja doch nicht gewesen sein…

Elfriede Vittinghoff

Elfriede Vittinghoff

Eine davon übrigens lautete, wann die Volkshochschule ihr Engagement für Wladimir aufgenommen habe: Anfang der 80er Jahre, Ende der 80er Jahre oder 1993? Ja, bereits Anfang der 80er Jahre, noch vor Aufnahme der partnerschaftlichen Beziehungen hatte die VHS unter Klaus Wrobel bereits Bürgerreisen nach Wladimir im Programm und damit eine Tradition begonnen, die bis heute mit den Stationen „Arbeitskreis Wladimir“, „Arbeitskreis Ost“, „Club International“, „Freundeskreis Wladimir“ sowie „Russisch-Deutsche Wochen“ fortlebt und die Volksdiplomatie so richtig aufleben läßt, von Mal zu Mal und gestern allemal wieder ganz besonders. Wie gesagt: Es gab nur Sieger und natürlich eine Russionärin.

 

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Fragt man nach dem Erfolgsrezept der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir, gehört zu den wichtigsten Zutaten unbedingt die Kontinuität in den kollegial-freundschaftlichen Beziehungen der politischen Spitzen hier wie dort. Das weiß niemand besser als Nikolaj Winogradow, der in seiner Amtszeit von 1996 bis 2013 stets darauf bedacht war, zu Erlangen auf allen Ebenen beste Kontakte zu unterhalten, alte Freundschaften zu pflegen und immer bereit zu sein, auch neue Verbindungen einzugehen. Stets im Geist der Verständigung und unter seinem Motto: „Es gibt keine schlechten Völker, Nationen oder Parteien, es gibt nur schlechte Menschen.“

Florian Janik und Nikolaj Winogradow

Florian Janik und Nikolaj Winogradow

Nach Erlangen freilich ist der Politiker im Ruhestand gekommen, um all die guten Menschen wiederzusehen, die er in den Jahren einer engen Zusammenarbeit kennengelernt hatte. Besonders freut es ihn da, nun auch zum ersten Mal mit Florian Janik zusammenzutreffen und sich davon überzeugen zu können, wie sehr sich Erlangens Oberbürgermeister in der Tradition seiner Vorgänger im Amt, Dietmar Hahlweg und Siegfried Balleis, sieht, gerade wenn es um die Bedeutung der deutsch-russischen Verständigung geht. Da verstehen sich die beiden auf Anhieb.

Nikolaj Winogradow im stillen Gedenken an Gerd Lohwasser

Nikolaj Winogradow im stillen Gedenken an Gerd Lohwasser

Von einem alten Freund konnte der Gast nur noch stillen Abschied nehmen. Mit Gerd Lohwasser hatte Nikolaj Winogradow vieles eng verbunden: Geradlinigkeit, Zugewandtheit, Überzeugungskraft, Verläßlichkeit und vor allem dieser besondere Sinn für Humor und Pointe. So unterschiedlich sie ihrer Parteizugehörigkeit nach waren – der eine führender Kopf in der CSU, der andere aus dem Leitungskader der Kommunistischen Partei -, verstanden sie einander doch prächtig und waren einander in freundschaftlichem Respekt zugetan. Gute Menschen eben.

Russische Wochen in Erlangen 2016: Reinhard Beer, Peter Steger, Nikolaj Winogradow und Christine Flemming

Russische Wochen in Erlangen 2016: Reinhard Beer, Peter Steger, Nikolaj Winogradow und Christine Flemming; Photo: Günter Wolf

Es war wohl sein Credo von der Macht der guten Menschen, sein Glaube an jene, die für Verständigung und Versöhnung eintreten, gemischt mit seinem verschmitzten Witz, was das Publikum am Montagabend im Club International der Volkshochschule so für den Referenten einnahm. Sicher aber auch seine große Dankbarkeit dafür und seine ansteckende Freude darüber, was er alles in seiner aktiven Zeit in der Zusammenarbeit mit Erlangen hat erleben und gestalten dürfen: besonders das Erlangen-Haus und der Blaue Himmel, die ohne Nikolaj Winogradows Unterstützung – auch wenn er selbst das nie so formulieren würde – kaum hätten Wirklichkeit werden können.

Russische Wochen in Erlangen 2016: Siegfried Balleis, Rudolf Schwarzenbach und Klaus Wrobel

Russische Wochen in Erlangen 2016: Siegfried Balleis, Rudolf Schwarzenbach und Klaus Wrobel, im Hintergrund Dieter Argast; Photo: Günter Wolf

Zum gestrigen Abschiedsessen lud denn auch Nikolaj Winogradow, der heute wieder die Heimreise antritt, all seine engsten Erlanger Freunde ein – und erlebte etwas, das zu dieser Bürgerpartnerschaft gehört und doch immer wieder überrascht: Er begegnet einem alten Bekannten aus Wladimir, Fjodor Lawrow, der, eben erst angekommen, als Gründungsmitglied von Rotary Wladimir zur Ausarbeitung eines neuen Projekts bei seinen deutschen Klubfreunden zu Gast ist. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte, die ein andermal zu erzählen ist.

Angelika Balleis, Ludmila Winogradowa, Ludmila Kondratenko, Fjodor Lawrow, Dietmar Hahlweg, Klaus Wrobel, Siegfried Balleis, Peter Steger, Nikolaj Winogradow, Rudolf Schwarzenbach und Rainer Hornschild

Angelika Balleis, Ludmila Winogradowa, Ludmila Kondratenko, Fjodor Lawrow, Dietmar Hahlweg, Klaus Wrobel, Siegfried Balleis, Peter Steger, Nikolaj Winogradow, Rudolf Schwarzenbach und Rainer Hornschild; Photo: Nadja Steger

Es blieb schließlich Dietmar Hahlweg überlassen, prägnant dem Geist der Begegnungen mit Nikolaj Winogradow und der Partnerschaft insgesamt Ausdruck zu verleihen: „Wir sind alten Freunden treu und für neue immer offen.“ Ein Wahlspruch, der sich über mehr als 30 Jahre bewährte, eine Maxime, die noch lange Zeit währen möge.

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Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon stehen in der Partnerschaft mit Wladimir große Ereignisse an: Die Volkshochschule veranstaltet vom 18. Januar bis 5. Februar – zum bereits fünften Mal im Zweijahresturnus – wieder die Russisch-Deutschen Wochen mit einem ansprechenden Programm aus Vorträgen zu Politik, Landeskunde und Geschichte, aber auch mit Veranstaltungen zu Sprache, Küche und Musik.

Dolfin-Schokolade, exklusiv in Erlangen erhältlich bei "Köstlich & Co.", Friedrichstr. 18

Dolfin-Schokolade, exklusiv in Erlangen erhältlich bei „Köstlich & Co.“, Friedrichstr. 18

Den Auftakt macht am Montag, den 18. Januar, um 20.00 Uhr im Club International der VHS Nikolaj Winogradow, von Dezember 1996 bis März 2013 Gouverneur der Region Wladimir und in seiner Amtszeit ein großer Freund und Förderer der Partnerschaft, dem u.a. die Verwirklichung des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ zu verdanken ist. Bis heute fühlt sich der Politiker mit nach wie vor engen Verbindungen zu Regierungskreisen dieser russisch-deutschen Volksdiplomatie eng verbunden, und so darf man gespannt sein auf die rückblickende Einschätzung seiner aktiven Jahre und die Bewertung der gegenwärtige Situation in seiner Heimat sowie die aktuellen Beziehungen zwischen Moskau und Berlin. Eines ist – ohne vorgreifen zu wollen – sicher: Von diesem klugen Mann des Ausgleichs sind keine Spitzen zu erwarten, aber er versteht es geschickt, sein Publikum auf rhetorische Gipfel zu führen, von wo aus man einen weiten Ausblick auf die gesellschaftspolitische Landschaft geboten bekommt.

Nikolaj Winogradow und Dietmar Hahlweg im Juni 2015

Nikolaj Winogradow und Dietmar Hahlweg im Juni 2015

Es ist hier nicht der Platz, all die vielen Termine ausführlich vorzustellen, deshalb nur im Telegrammstil die wichtigsten Angaben: Bereits am 20. Januar macht ab 19.00 Uhr in der Aula der VHS Klaus Steinke, emeritierter Professor für Slawistik an der FAU,  „Anmerkungen zum deutsch-russischen Dialog“ und stellt sein im Vorjahr gemeinsam mit Natalia Judina und Wiktor Malygin in Wladimir erschienenes Buch zum Thema vor. Am 22. und 29. Januar bietet Natalia Kaiser jeweils von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr im Raum 18 der VHS, Friedrichstraße 17, einen „Russischen Gesprächskreis“ für Fortgeschrittene an, und am 23. Januar machen Nadja Steger und Jekaterina Korschofski im Historischen Saal der VHS, Friedrichstr. 19, von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr in einer Kleingruppe „Fit für Rußland“ – mit sprachlichen und kulinarischen Schmankerln zum Thema „Essen und Trinken“, die über das hinausgehen, was der Blog bieten kann!

Alexandra Rauhtäschlein und Reinhard Beer, das Macherpaar der Russisch-Deutschen Wochen

Alexandra Rauhtäschlein und Reinhard Beer, das Macherpaar der Russisch-Deutschen Wochen

Am 25. Januar folgt von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr, wieder im Club International, der Vortrag von Wolfram Howein, dem vielgereisten Faktotum der Partnerschaft mit Wladimir, über „Städte und Landschaften am Baikalsee“. Wer seine photographischen Talente, auf die übrigens auch die Macher des Programmheftes der „Russisch-Deutschen Wochen“ zurückgriffen, bereits kennt, wird diesen Abend nicht auslassen wollen. Am 27. Januar präparieren Nadja Steger und Reinhard Beer Interessierte mit Sprachkenntnissen unterschiedlichen Niveaus für das „Europäische Sprachenzertifikat Russisch“. Die VHS Erlangen ist ja, wie mehrfach im Blog berichtet, eines von nur zwei anerkannten Prüfungszentren Russisch des Bayerischen Volkshochschulverbandes. Nutzen Sie also die Chance, Ihr Können zertifizieren zu lassen!

Michail und Olga Gantmann

Michail und Olga Gantmann

Am 29. Januar gibt es von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr im Club International „Russische Lieder live“ zu hören, von Romanzen bis Chansons, interpretiert von Michail und Olga Gantmann, die, aus Moskau stammend, dank einem Forschungsauftrag der FAU derzeit in Erlangen leben und in ihrer Heimat als profunde Kenner der sowjetischen und zeitgenössischen Liedermacherszene gelten. Einen Tag später schon, am 30. Januar, kann man sich wieder „Fit für Rußland“ machen lassen, dieses Mal von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr im Raum 20, Friedrichstr. 17, zum Thema „Sprachliche und landeskundliche Informationen und Tips“, zusammengestellt und vermittelt von der Dozentin Natalia Kaiser und Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, der schließlich am 2. Februar von 19.45 Uhr bis 21.30 Uhr in sein „Hauptquartier“, den Club International, einlädt. Der Veranstaltungsreigen endet am 5. Februar von 19.30 Uhr bis 22.00 Uhr im Historischen Saal der Volkshochschule mit dem Vortrag von Jelena Ljubar zu den „Architektonischen Wundern der Wladimirer Rus“. Schon jetzt sei verraten: Bei diesem Abend erfährt man von der partnerschaftserprobten Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin des Landesmuseums Wladimir-Susdal nicht nur, wie eng im Mittelalter schon die politischen und kulturellen Verbindungen zwischen Ost und West waren, sondern es gibt bei einem Wladimir-Quiz auch wieder attraktive Preise zu gewinnen, getreu dem Motto „Dabei sein ist alles, aufmerken ist mehr!“

Jelena Ljubar

Jelena Ljubar

Die Vorträge finden übrigens alle bei freiem Eintritt statt, nur für die Seminare und den musikalischen Abend erhebt die VHS eher symbolische Gebühren. Näheres hier im Programmheft zum Herunterladen: Programm Russische Wochen 2016

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