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Posts Tagged ‘Reinhard Beer’


Heute vor 25 Jahren, am Vorabend zum 50. Jahrestag des Sieges über den Nationalsozialismus, eröffneten die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, das Erlangen-Haus in Wladimir als Botschaft der Bürgerpartnerschaft, der Volksdiplomatie und der Verständigung zwischen Deutschen und Russen. Nach zweieinhalbjähriger Bau- und Sanierungsarbeit einer deutsch-russischen Brigade unter Leitung von Kira Limonowa und Helmut Eichler und einer heute wohl so kaum mehr möglichen Spendenaktion gelang es, am 7. Mai 1995 das einstige Kaufmannshaus, mittlerweile schon fast abrißreif, als Begegnungsstätte einzuweihen, die schon sechs Jahre später vom damaligen Bundespräsidenten, Johannes Rau, mit dem „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“ ausgezeichnet wurde. In der Zwischenzeit hatte das Team – zunächst unter Leitung von Tatjana Garischina, später von Jelena Jewtuchina-Tschilimowa und schließlich von Irina Chasowa – mit Hilfe der Volkshochschule Erlangen, namentlich Klaus Wrobel und Reinhard Beer, neben dem Gästetrakt die Deutschkurse in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Moskau derart erfolgreich aufgebaut, daß man ein eigenes, zertifiziertes Sprachlernzentrum etablieren konnte, das jedes Audit mit Bestnoten besteht und als erste Adresse für alle Lernwilligen gilt.

Zoom-Konferenz mit dem Erlangen-Haus

Dies und vieles mehr sollte heute eigentlich mit einer großen Delegation aus Erlangen unter Leitung des soeben im Amt bestätigten Oberbürgermeisters, Florian Janik, gewürdigt und gefeiert werden. Aber wenn der Virus es so will, steht die Partnerschaft ganz still. Nicht ganz! Immerhin gibt es ja das Internet mit den Sozialen Netzwerken, den Blog und neuerdings auch Zoom, ein Medium, das auf Initiative von Tatjana Kirssanowa, der Leiterin der Deutschkurse, dieser Tage erstmals genutzt wurde, um aktuelle Fragen mit den Freunden in Erlangen zu besprechen. Sicher nicht zum letzten Mal.

Florian Janik bei der Aufzeichnung seiner Grußbotschaft

Und es gibt die kleinen Videobotschaften, aufgenommen von TV Мы. Das Team Amil Scharifow – Peter Steger verfügt zwar noch nicht über alle technischen Möglichkeiten und Fertigkeiten, aber die ersten Versuche sind es wert, auch wenn manches Mal der Wind gar zu laut ums Smartphone pfeifen mag. Diese technischen Unzulänglichkeiten bittet das Duo, großmütig zu entschuldigen, und gelobt Besserung.

Amil Scharifow und Siegfried Balleis bei der Aufzeichnung der Grußbotschaft

Immerhin erhalten so neben Dietmar Hahlweg, dem Begründer der Partnerschaft und Visionär des Erlangen-Hauses, auch seine Nachfolger im Amt, Siegfried Balleis und Florian Janik, Gelegenheit, einen Gruß an das Team des Erlangen-Hauses zu richten.

Dietmar Hahlweg bei der Aufzeichnung seiner Grußbotschaft

Aber auch die beiden Stadträtinnen, Birgitt Aßmus und Anette Christian, beide Mitglieder des Vorstands der Stiftung Erlangen-Haus, und Wolfram Howein, Berater und Revisor, sowie Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der Volkshochschule und seit einem Vierteljahrhundert Förderer der Deutschkurse, kommen in eigenen Grußbotschaften zu Wort.

Amil Scharifow bei der Aufzeichnung der Grußbotschaft von Reinhard Beer, Wolfram Howein und Anette Christian

Dies alles kann natürlich das geplante Gartenfest im Erlangen-Haus nicht ersetzen, kann nur ein kleiner Trost für die ausgefallenen persönlichen Begegnungen sein, kann lediglich als Versprechen verstanden werden, das Treffen sobald als möglich nachzuholen, denn, wie Dietmar Hahlweg in seinem Grußwort sagt: „Wir brauchen das Erlangen-Haus gerade heute mehr denn je!“

Und so gratuliert denn auch der Blog im Namen all der vielen Gäste aus Erlangen dem liebreizenden Team vom Erlangen-Haus zu der fünfundzwanzigjährigen Erfolgsgeschichte. Man kann ohne jede Übertreibung sagen: Ohne das Erlangen-Haus wäre die Partnerschaft mit Wladimir nicht das, wofür wir alle diese einzigartig intensive und vielseitige deutsch-russische Zusammenarbeit so sehr schätzen. Ihr seid die besten! Молодцы!

Swetlana Schelesowa, Natalia Korssakowa, Irina Chasowa und Tatjana Kirssanowa

Und hier geht es nun zu den Videobotschaften: https://is.gd/ibWNdz und https://is.gd/veqAHA sowie https://is.gd/2F2W69

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So wie auch der schönste Abend einmal zu Ende geht, schließt selbst der längste Fortsetzungsbericht mit dem letzten Punkt. Und im Fall des Russischen Abends mit einem großen Dankeschön an die vier ehrenamtlichen Köchinnen, die für die russischen Teil des Büfetts sorgten, während das gastronomische Team vom Club International unter Leitung von Bernd Uebel den fränkischen Part und die Getränke beisteuerte.

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Jelena Schaab

Alle Getränke? Nein: Wie schon bei den letzten Russisch-Deutschen Wochen spendete Köstlich & Co. in der Friedrichstraße 18, von seinen Delikatessen aus aller Welt die richtige Teemischung für den Abend.

Gabriele Steinbach, Inh. von Köstlich & Co.

Geschmeckt hat es offensichtlich allen, jedenfalls blieb so gut wie nichts übrig, alles wurde brav aufgegessen. Kein Wunder aber auch nach dem gut eineinhalbstündigen Programm mit Reden und Präsentationen. Da war leibliche Stärkung angesagt.

Russischer Abend 46

Jekaterina Korschofski und Natalia Kaiser mit Othmar Wiesenegger als „Kiebitz“

Auch für Jekaterina Korschofski, die nicht nur beim Verpflegungsteam aktiv war, sondern auch am Dienstag, den 11. Februar, und am Donnerstag, den 13. Februar, im Rahmen der Russisch-Deutschen Wochen beweist: „Kyrillisch schreiben… ist gar nicht so schwierig“. Ob das so stimmt? Kalligraphisch ist es auf jeden Fall.

Essen hin, Trinken her, aber nie ohne den Bildungsauftrag der Volkshochschule! Viele grübelten auch noch bei Tisch, wie hier Hans Gruß, über den Quizfragen.

Unterdessen konnte sich das Orga-Team schon einmal erleichtert freuen: gut 130 Gäste beim Russischen Abend, um die 600 Teilnehmer an den bisherigen Veranstaltungen der Russisch-Deutschen Wochen. Eine Statistik, hinter der mehr als Zahlen stehen, sondern vor allem die ungezählten Ehrenamtlichen, die ihre je eigenen Verbindungen zu Wladimir pflegen, ihre je ganz besonderen Projekte entwickeln und einfach Freundschaft halten. Sie alle sind das Salz der Partnerschaft, um es biblisch auszudrücken.

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Elisabeth Hein, Nadja Steger, Reinhard Beer und Peter Steger

Da ist Fredi Schmidt, Fahrer des Erlanger Oberbürgermeisters, der sich schon auf seinen nächsten Laufwettkampf in Wladimir freut.

Russischer Abend 32

Nadja Steger, Fredi und Martina Schmidt

Da ist Tom Weinhold, Frontmann der Band Meloco, der zusammen mit Marcel Desch und Christian Marsch von Impvlse so begeistert von dem nun schon zehn Jahre währenden Austausch von Rockgruppen mit Wladimir berichten kann, der im Herbst schon – dann freilich mit anderen Ensembles – fortgesetzt wird.

Tom Weinhold

Da ist John Stackmann, der hofft, nach einem Jahr Pause zum zwanzigjährigen Jubiläum seines Winterwaldlaufs in der Brucker Lache wieder Athleten aus Wladimir am Start begrüßen zu können.

Michael Cassens, Susanne Lender-Cassens und John Stackmann

Da ist der Weltkriegsveteran, Wolfgang Morell, der ungeachtet seiner 96 Jahre noch kaum eine Veranstaltung der Russisch-Deutschen Wochen ausließ und voll des Lobes für das Orga-Team ist.

Russischer Abend 35

Wolfgang Morell

Da sind Helene Decker vom Jugendamt und Haram Dar vom Jugendparlament, die Ende des Monats nach Wladimir reisen, um dort ein ganz neues Austauschprojekt zu starten, von dem sicher hier im Blog bald zu lesen sein wird.

Helene Decker und Haram Dar

Da sind Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner vom Städtischen Bauamt, die in der Planungsphase für das Erlangen-Haus die architektonischen Grundlagen schufen und im Mai zu dessen fünfundzwanzigjährigen Jubiläum in die Partnerstadt fahren.

Michael Cassens, Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner

Da sind Rolf Wurzschmitt und Abram Dyck, die mit dem „Kesselhaus Erlangen“ und den gebrauchten VAG-Bussen Anfang der 90er Jahre maßgeblich halfen, die Infrastruktur Wladimirs zu stabilisieren und auch bei der Sanierung des Erlangen-Hauses eine hilfreiche Hand anlegten, während Stadtrat und Internist i.R., Jürgen Zeus, bis heute den von Rotary Erlangen finanzierten Medizinaustausch koordiniert.

Rolf Wurzschmitt, Peter Steger, Abram Dyck und Jürgen Zeus

Da ist das Ehepaar Eva und Gerhard Hammer, das im Vorjahr Wladimir besuchte, wo auf Initiative des damaligen Direktors, Gerhard Hammer und mit Unterstützung der seinerzeitigen Partnerschaftsbeauftragten, Nadja Jewrassowa, das Gymnasium Fridericianum seit zwanzig Jahren (!) seine russische Partnerschule hat.

Gerhard und Eva Hammer

Eine Galerie, die sich noch lange fortsetzen ließe, die aber – eingedenk der Einleitung – nun zu einem Ende kommen soll. Aber nicht ohne ein Bild vom Glückspilz des Abends, der die Reise nach Wladimir (und zurück, wie Reinhard Beer verschmitzt anmerkte) gewann. Sehr zur Mitfreude des ganzen Saals.

Sieghard Hellmann, festgehalten von Othmar Wiesenegger

Eine Fortsetzung der Berichterstattung über den Russischen Abend am 31. Januar gibt es jetzt nicht mehr. Aber zum einen werden ja die Russisch-Deutschen Wochen am kommenden Samstag um 15.00 Uhr im Club International der Volkshochschule unter dem Motto „Russischer Humor“ fortgesetzt, und zum andern gibt es schon die ersten Ideen für die nächste russisch-deutsche Biennale Anfang 2022. Es gilt eben auch hierfür der Sepp-Herberger-Spruch in Abwandlung: Nach dem Russischen Abend ist vor dem Russischen Abend!

Finis cum grano salis , Ende auf Anfang gesetzt, конец – молодец!

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Der Russische Abend am Freitag, um den gestrigen Bericht nun fortzusetzen, brachte den Veranstaltern viel Lob ein. Einige dieser Stimmen, die als Kommentare im Blog und auf Facebook eingingen, seien hier zitiert:

Lieber Peter und liebe alle an der Partnerschaft arbeitenden wunderbaren Menschen: Es war ein grandioser Abend. Danke!

Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin

Welche Wohltat, im täglichen Ohren und Geist abtötenden nationalen und internationalen Politlärm, solches zu hören,
Den Tag mit so einem Blog zu beginnen.

Richard Dähler, Zürich

Ein wunderbarer Abend mit vielen Erinnerungen , aber auch einem optimistischen Blick in die Zukunft.

Birgitt Aßmus, Stadträtin und Mitglied im Vorstand des Erlangen-Hauses

Das war ein sehr schöner Abend, toll organisiert, interessante Beiträge und coole Unterhaltung: eine wunderbare Freundschaft mit Wladimir. Herzlichen Dank.

Valerie Hellmann, Freundeskreis Wladimir

SCHADE! OHNE MICH! Trotzdem!!

Wiktor Malygin, Altrektor Universität Wladimir und Mitglied des Vorstands des Erlangen-Hauses

Klaus Steinke, Prof. em. und Inhaber des aufgelösten Lehrstuhle für Slawistik der FAU, Elisabeth Preuß, Andrej Matwijenko und Susanne Lender-Cassens im Gespräch mit Sabine Lotter

Nur eitel Lob? Das gibt es nicht einmal an einem solchen Festabend. Vielfach kritisiert wurde nämlich das Quiz mit der Frage, wer sich denn all die schwierigen Fragen ausgedacht habe, die man, wie ein Teilnehmer meinte, zum Teil nicht einmal mit kreativ-modernen Methoden der Suche per Kyrillisch im Internet habe lösen können. Nun, Xaver Y. Enigma, der Ratefuchs der Redaktion, ging daraufhin durchaus streng mit sich selbst ins Gericht, will sich allerdings, eingedenk des Bildungsauftrags der Volkshochschule, keineswegs schuldig sprechen, denn vor den Preis setzten bekanntlich schon die Götter den Schweiß. Und die Preise konnten sich ja auch sehen lassen. Nun aber, wie von Reinhard Beer am Ende des Abends angekündigt, für alle, auch jene, die nicht dabei sein konnten, der Rätsel Auflösung:

  1. Welcher russische Komponist hat ein berühmtes Märchen von E.T.A. Hofmann vertont?
  • Schostakowitsch
  • Tschajkowskij
  • Borodin

Das war verhältnismäßig leicht zu erraten, weil das Flötenquartett zur Einstimmung in den Abend zwei Stücke von Peter Tschajkowskij spielte.

  1. Boris Pasternak war einer der größten russischen Schriftsteller mit Weltruhm. Seine Sprache ist unglaublich reich und faszinierend. Womit vergleicht er die Sonne in seinem Roman „Doktor Schiwago“?
  • mit einer Orange
  • mit dem Auge eines geliebten Menschen
  • mit der russischen Seele

Schwierig, zugegeben, aber wer den Roman gelesen hat, wird sich an die Szene erinnern, wo der Autor Orange und Sonne gleichsetzt.

Russischer Abend 8

Andrej Matwijenko und Rose Ebding, eine der beiden Drittplatzierten

  1. Was bemerken die Gäste aus Erlangen am schnellsten in Wladimir, das sie in Erlangen vermissen?
  • Gastfreundschaft
  • WLAN in der Stadt
  • kostenloser Nahverkehr für Gäste

WLAN ist im Unterschied zu Deutschland nicht nur in Wladimir, sondern landesweit so gut wie in jeder Stadt selbstverständlich; es funktioniert sogar in der Metro von Moskau, tief unter der Erde.

Andrej Matwijenko und Georg Kaczmarek, einer der beiden Drittplatzierten

  1. Welche Sportart nahm 2019 nach einer sehr langen Unterbrechung wieder den Austausch auf?
  • Schwimmen
  • Langlauf
  • Schach

Das kann nur wissen, wer selbst mitgespielt oder aufmerksam die Sportspalte des Blogs gelesen hat. Es ist dank einer Initiative von Höchstadt und Krasongorsk – Schach, und für dieses Jahr ist schon das nächste Turnier geplant.

Georgios Tziafetas als einer der beiden Zweitplatzierten mit Andrej Matwijenko

  1. Zum wievielten Mal finden die Russisch-Deutsche Wochen in Erlangen statt:
  • 10 x
  • 12 x
  • 14 x

Wieder eine Frage zum Durchatmen, denn die Zahl zehn erklang oft genug von der Bühne oder fand im Blog Erwähnung.

  1. Zwischen dem Heiligen Römischen Reich und der Wladimirer Rus bestanden enge Verbindungen. Mit wem tauschte Großfürst Andrej Bogoljubskij Geschenke aus:
  • Kaiser Friedrich I
  • Kaiser Heinrich II
  • Papst Gregor der Große.

Friedrich Barbarossa schenkte Andrej Bogoljubskij zwei Armillae; eines dieser prunkvollen Armbänder ist im Louvre zu sehen, das andere im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Russischer Abend 11

Andrej Matwijenko und Harald Luft, einer der beiden Zweitplatzierten

  1. Der Vernichtungskrieg der Wehrmacht gegen die UdSSR firmierte als
  • Unternehmen Barbarossa
  • Operation Lebensraum
  • Vergeltung für Versailles.

Der schrecklichste Feldzug der Neuzeit, die Überfall auf die UdSSR unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“.

Xenia Sakerowa, Trägerin des Titels „Russionär 2020“, mit Andrej Matwijenko

  1. Wie oft ging der Nobelpreise für Literatur an russischsprachige Autoren?
  • 6 x
  • 7 x
  • 8 x

Bonuspunkt für die Nennung von Namen: _________________________

Iwan Bunin, Boris Pasternak, Michail Scholochow, Alexander Solschenizyn, Josif Brodskij, Swetlana Alexijewitsch.

  1. Russisch ist nicht nur eine der sechs Amtssprachen der UNO, es gilt vielmehr noch immer als lingua franca im postsowjetischen Raum. Wie viele Sprecher gibt es insgesamt?
  • 300 Mio.
  • 420 Mio.
  • 550 Mio.

Es sind knapp 300 Millionen.

  1. Kaum ein Lebensmittel verbindet man enger mit der russischen Küche als Kaviar. Woher aber kommt das Wort? Der Ursprung ist
  • persisch-türkisch
  • südslawisch
  • arabisch

Kaviar galt schon im alten Persien als Delikatesse, und aus diesem Raum stammt auch der Begriff für den Fischrogen.

Überraschungspreis für Reinhard Beer, verliehen vom 1. Konsul Andrej Matwijenko außer Konkurrenz: die Einladung zum Empfang anläßlich des Russischen Nationalfeiertags nach München

  1. Die Partnerstadt Wladimir trägt den Namen eines Großfürsten. Nennen Sie drei sowjetische bzw. russische Politiker mit diesem Vornamen:
  • ………………………………….
  • ………………………………….
  • ………………………………….

Wladimir Lenin, Wladimir Putin, Wladimir Schirinowskij. So verschieden sie sein mögen, der Vorname vereint sie.

  1. Die Initiative zur Gründung der Partnerschaft ging aus von
  • Erlangen
  • Wladimir
  • Bayerisch-Sowjetische Freundschaftsgesellschaft.

1981 schon äußerte Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, in Moskau den Wunsch nach einer sowjetischen Partnerstadt.

  1. Wie viele Austauschprogramme und Projekte gibt es zwischen Erlangen und Wladimir jährlich?
  • bis zu 50
  • bis zu 80
  • gut 100.

Die Zahl der Austauschprogramme pendelt sich in den letzten Jahren bei 100 ein.

  1. Der sowjetische Regisseur Andrej Tarkowskij drehte einen seiner Filme in Wladimir und Susdal. Es handelt sich um:
  • Andrej Rubljow
  • Nostalgia
  • Iwans Kindheit.

Das Leben des Wandermönchs, Andrej Rubljow, verfilmte der Regisseur an Originalschauplätzen in Susdal und Wladimir.

Russischer Abend 14

Sieghard Hellmann, der das große Los mit der Reise nach Wladimir zog, überreicht von Andrej Matwijenko und Reinhard Beer

  1. Die „Stimme des Großen Vaterländischen Krieges“ im Radio stammte aus Wladimir. Hitler erklärte den Sprecher zu seinem persönlichen Feind. Sein Name ist:
  • Jurij Lewitan
  • Isaak Lewitan
  • Boris Diktor.

Wladimir setzte seinem berühmten Sohn, Jurij Lewitan, ein sprechendes Denkmal, eine Statue mit seiner Stimme.

  1. Das Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts Moskau im Erlangen-Haus erhielt unlängst bei einem Audit Bestnoten. Wie viele dieser Zentren gibt es in der Russischen Föderation?
  • 12
  • 17
  • 20

Es sind ihrer zwanzig.

  1. Vor dem Jahreswechsel wurden in Moskau ein Chor und seine Leitung als landesweit bester ausgezeichnet. Es handelte sich um den
  • Knabenchor von Eduard Markin
  • Kammerchor von Tatjana Grin
  • Kammerchor Raspew von Natalia Kolesnikowa

Diesen begehrten Titel erhielt im Dezember der Knabenchor von Eduard Markin, der voraussichtlich im Advent wieder einmal nach Erlangen kommt.

Reinhard Beer und seine Mitstreiterinnen bei Vorbereitung und Organisation der Russisch-Deutschen Wochen und des Russischen Abends, Elisabeth Hein und Nadja Steger

Nochmals die Preise und Sieger: Der Ehrengast des Russischen Abends, der 1. Konsul Andrej Matwijenko, überreichte folgende Preise: an Rose Ebding und Georg Kaczmarek, die sich den dritten Platz teilten, je ein Kunstwerk aus Wladimir; an Georgios Tziafetas und Harald Luft, beide im zweiten Rang, einen Gutschein für einen ihrem Sprachniveau entsprechenden Russischkurs und Xenia Sakerowa als der Siegerin und Trägerin des Titels „Russionär 2020“ eine Einladung zum Empfang des Russischen Generalkonsulats anläßlich des Nationalfeiertags am 11. Juni ins Hotel Bayerischer Hof in München. Und dann die Überraschung: Der Diplomat überreichte auch Reinhard Beer, Hausherr und Cheforganisator der Russischen Wochen, eine Einladung zu diesem Fest in die Landeshauptstadt. Verdient, fürwahr! – Doch dann die Auslosung für den Hauptpreis. Fortuna entschied, und nur einer konnte die richtige Nummer gezogen haben: Sieghard Hellmann vom Freundeskreis Wladimir, der nun eine Reise nach Wladimir – hin und zurück, wie Reinhard Beer betonte – antreten und drei Tage im Erlangen-Haus wohnen darf. Ganz wie Friedrich Schiller sagte: „Das Überraschende macht Glück!“ – Glückwunsch an alle, die Lieblinge der Götter wie jene, die ihren Preis mit Schweiß verdienten!

Fortsetzung folgt

 

 

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Heute beginnt mit dem Russischen Gabelfrühstück um 11 Uhr im Club International der Volkshochschule die zweite Halbzeit der 10. Russisch-Deutschen Wochen. Grund genug, noch einmal zurückzublicken auf das, was bereits hinter uns liegt.

Jakow Orlowskij

Nach den Vorträgen von Julia Obertreis und Peter Smolka, von denen hier bereits die Rede war, entführte der seit 22 Jahren in Erlangen lebende Landvermesser Sibiriens, Jakow Orlowskij, sein begeistertes Publikum im überfüllten Historischen Saal auf eine Zeitreise. Begleitet oft nur von einem Theodolit aus Jena, zog der Geodät aus Leningrad jahrzehntelang durch die Taiga und Tundra Sibiriens, um die unendlichen Weiten des Landes festzuhalten und eine Karte anzufertigen, die erst 1985 fertig wurde und heute in Zeiten von GPS als obsolet gilt.

Jakow Orlowskij und sein Theodolit

Vergnüglich-unterhaltsam schilderte das älteste Mitglied der Jüdischen Gemeinde in Erlangen seine Forschungsreisen voller Anekdoten. Nur ein Beispiel von vielen: Der Forschertrupp sieht in einem Fluß einen Bären, der sich an den Fischen gütlich tut. Ein Mitarbeiter des Sammlers der Geodaten meint zu wissen, wie man das Raubtier auch ohne Gewehr unschädlich machen könne: Man brauche nur viel Lärm zu machen. Davon bekomme der Bär Durchfall und anschließend einen Herzinfarkt. Die Probe aufs Exempel folgte, doch das Experiment verlief nicht nach Plan. Anstatt sich in die Büsche zu schlagen, um seinen Darm zu entleeren und anschließend dort zu verenden, stürmte der Bär auf die Störenfriede zu, die nun ihrerseits Reißaus nahmen, Fersengeld gaben, sich die Hosen vollmachten und sich gerade noch auf eine Anhöhe retten konnten, die zu besteigen dem Tier wohl nicht der Mühe wert schien.

Das Forschungsboot „Der Schrecken von Tschukotka“

Kurzum: Es hatte niemand zu kommen bereut, und dies war sicher nur der erste und nicht der letzte Vortrag des Landstreichers von Sibirien, wie er sich in einem Telegramm an seine Tochter selbst nannte.

Reinhard Beer und Othmar Wiesenegger

Dann die Impression von Othmar Wiesenegger, Vorsitzender des Foto- und Videokreises Siemens und Wladimir-Freund, dem die Blog-Redaktion eine Vielzahl von Bildern verdankt, übrigens auch in diesem Beitrag. Seine Freundschaft mit dem Kollegen aus der Partnerstadt, Wladimir Fedin, währt zwar erst drei Jahre, mündete aber schon in einer persönlichen Ausstellung mit Arbeiten des Erlangers in Wladimir und bietet einen Fundus, aus dem sich ein kurzweiliges Abendprogramm zusammenstellen läßt: angefangen von seinen geliebten „lost places“ bis hin zu Kirchen und Klöstern, Kindern und kyrillischen Buchstaben, die es ihm besonders angetan haben.

Mastermind der Russisch-Deutschen Wochen, Reinhard Beer, Othmar Wiesenegger und Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, die sich kaum eine Veranstaltung entgehen lassen will

Dann gestern das große Experiment für die Kleinen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Russisch-Deutschen Wochen findet sich auch etwas für Kinder im Programm: zwei Märchen aus dem Koffer von Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko, ein Geschenk ihrer Großmutter, in dem all die Geschichten leben, die diese vor langer Zeit auf ihren Reisen durch die weite Welt von guten Leuten geschenkt bekommen hatte. Wie würde das ankommen? Würde überhaupt jemand kommen?

Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko und Denis Malinin, gesehen von Thorsten Hulke

Die Generalprobe hatte bereits im Kinderkrankenhaus stattgefunden, in ganz kleiner Runde: zwei Jungs, eine Mutter, ein Vater und eine Krankenschwester. Ganz nach dem Geschmack der Gäste, denn zu Hause treten sie auch gern im Familienkreis auf. „Je weniger Distanz zwischen Bühne und Zuschauern, desto besser“, so lautet das künstlerische Credo der Puppenspielerin, die erst vor drei Jahren – nach einer Kariere als TV-Journalistin – ihre Berufung entdeckte und nun mit Denis Malinin, der Bongo und das Tamburin schlägt, die Flöte, Maultrommel und die Balalaika spielt, ihre Premiere in Deutschland erlebt.

Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko und Denis Malinin, gesehen von Othmar Wiesenegger

Gestern morgen dann im Club International zunächst auch noch ein überschaubares Publikum, ein knappes Dutzend einschließlich der drei Kinder. Gut zum Aufwärmen bei dem Märchen aus dem hohen Norden Rußlands, wo der schwarze Rabe den Vogeleltern ihr einziges Wiegenlied raubt, ohne das ihr Küken nicht einschlafen kann. Gut zum Warmspielen, wenn der Vogelpapa, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, nach beschwerlicher Reise über das Eismeer den musikalischen Schatz zurück ins Nest holt, bevor sich dann bei der Nachmittagsvorstellung mit dem Märchen von der kleinen Waise Findling, die ein alter Jäger bei sich aufnimmt und die als einzige den Hirsch mit dem silbernen Zauberhuf zu Gesicht bekommt der Saal bis auf den letzten Platz füllt. Wie von Zauberhand. Der Bann ist gebrochen.

Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko und Denis Malinin

Nicht nur bei den Kindern, die am Ende des Stücks Frage um Frage stellten! Eine Großmutter besuchte sogar beide Vorstellungen und erkundigte sich nach Geschichte und Herkunft der Instrumente und Märchen, andere freuten sich über die Filzstiefelchen, die Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko nach dem „Vorhang“ verteilte. Interaktiv, diese Märchen, präsentiert, wie das bisher niemand in Wladimir macht.

Peter Steger, Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko und Denis Malinin, gesehen von Othmar Wiesenegger

Aber die Gäste aus Wladimir saßen auch selbst einmal im Publikum, gestern abend im Theater Kuckucksheim bei We are the Champions – Mir senn die Größdn, eine fränkische Viecherei von Helmut Haberkamm. Es soll ja in Erlangen noch Leute geben, die noch nie von diese Musentempel in der Scheune gehört haben, obwohl es hier, in Heppstädt, hinter Hemhofen, seit 30 Jahren Schauspiel für Kinder und Erwachsene gibt, das man nur als unbeschreiblich-einzigartig bezeichnen kann. Die russischen Gäste meinen denn auch, sie brauchten noch mindestens 27 Jahre, um dieses Niveau zu erreichen: „Uns fehlen nicht nur die deutschen, sondern sogar die russischen Worte“, so ihr Urteil unisono, „um auszudrücken, wie begeistert wird sind. Unglaublich!“

Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko, Benjamin Seeberger, Denis Malinin, Lukas Seeberger und Stefan Kügel

Aber Stefan Kügel, Gründer und Kopf von Kuckucksheim, der zum 30jährigen Jubiläum der Partnerschaft mit seinem Familienensemble schon einmal in Wladimir gastierte, hat ja seinerzeit auch klein angefangen, mit einem ganz ähnlichen Koffer voller Geschichten, Gedichten, Flausen und Einfällen. Und jetzt freut sich der Altmeister der Bühne darüber, daß in Rußland auch eine freie Szene entsteht, wie er sie kennt, sogar, wie die Besucherin aus der Partnerstadt erzählt, mit internationalen Festivals und mit einem wachsenden Publikum – zumindest in den großen Städten, wo es eine Gegenbewegung zu den großen staatlichen Kultureinrichtungen gebe.

Stefan Kügel, Denis Malinin, Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko, Lukas und Benjamin Seeberger

Auch wenn es Stefan Kügel – er hatte am Vormittag noch eine Kindervorstellung – nicht mehr schaffte, eines der beiden Märchen aus Wladimir zu sehen, hat sich da eine künstlerische Freundschaft ergeben, auf deren weitere Entwicklung man gespannt sein darf.

Igor Rjaschtschenko, Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko und Denis Malinin

Und nun ist es an der Zeit, Irinas Mann zu danken. Igor Rjaschtschenko besuchte im Sommer des Vorjahrs mit der Gruppe aus dem Erlangen-Haus den Deutschkurs an der Volkshochschule und erwähnte im Gespräch die Profession seiner Frau. Da war es dann nicht mehr weit zur Idee, ihr „Theater aus dem Koffer“ zu den Russisch-Deutschen Wochen einzuladen, zu einer Premiere. Zu einer gelungenen!

Peter Steger, Irina Ponomarjowa-Rjaschtschenko und Denis Malinin, Aufnahme: Othmar Wiesenegger

Der Vorhang ist übrigens noch nicht endgültig gefallen: Für Kurzentschlossene gibt es noch Restplätze beim deutsch-russischen Brücken e.V. in der Luitpoldstr. 45 um 15 und 16 Uhr, und dann ist da noch morgen exklusiv ein Auftritt um 10.00 Uhr in der Heinrich-Kirchner-Schule. Wo es den Koffer halt so hinträgt…

Kontakt: https://www.facebook.com/rusfairytale

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Auch der mittlerweile zwölfte zweiwöchige Deutschkurs an der Volkshochschule in Folge ging gestern für die Gäste aus dem Erlangen-Haus mit einem von der Wladimirer Gruppe gestalteten Abschiedsabend zu Ende. Ein wenig vorgezogen, denn nach Hause brechen die 16 zumeist jungen Besucher ja erst am Montag wieder auf. Aber heute heißt es zum letzten Mal die Schulbank im Club International drücken und das eigens zusammengestellte Lehrprogramm abzuschließen, bevor das Wochenende noch Ausflüge nach Bayreuth und in die Fränkische Schweiz bringt, zusammen mit dem Freundeskreis Wladimir, der sich von Besuch zu Besuch mit seinen Angeboten immer weiter steigert.

Iwan Schtscherbakow

Die Gäste wissen das zu schätzen und sind denn auch voll des Lobes für die Volkshochschule und Reinhard Beer, den „Vater dieser Sommerkurse“, den Freundeskreis Wladimir und natürlich besonders für die Familien, bei denen man sich „wie die eigenen Kinder fühlen“ durfte, wie es die mitgereiste Deutschlehrerin aus dem Erlangen-Haus, Jekaterina Ussojewa, so anrührend ausdrückt. Und so durften sich gestern abend, dem bisher heißesten Tag in der Wettergeschichte Erlangens, die Gastgeber entspannt zurücklehnen und genießen, was ihnen die russische Dankbarkeit zu bieten hatte. Iwan Schtscherbakow – Sie erinnern sich, der Feuermann? – brachte sogar einen in der Küche von Heidi und Jürgen Binder selbstgebackenen Apfelkuchen mit, der sinnbildlich für die liebevolle Phantasie steht, mit der die Gäste zu Werke gingen.

Wie sehr die Kommunalpolitik in Erlangen diese Bürgerpartnerschaft schätzt, erlebte die Gruppe dann aber auch, als Bürgermeisterin Elisabeth Preuß die Pause der Stadtratssitzung nutzte, um allen ihre Anerkennung auszusprechen und auf die unverzichtbare Bedeutung der Volksdiplomatie hinzuweisen. Dabei gehört die Politikerin selbst zum engen Kreis dieser Verständigung über die Grenzen hinweg, denn immer wieder nimmt sie selbst Besucher aus Wladimir bei sich auf. So auch dieses Mal in Person von Jekaterina Ussojewa.

Elisabeth Preuß vor dem Auditorium im Club International

Seit Juni vergangenen Jahres gehört die Germanistin, die in Sankt Petersburg studierte und dann in ihre Heimatstadt zurückkehrte, zum sechsköpfigen Dozententeam am Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts in Wladimir. Zum ersten Mal ist sie nun – nach zwei vorgelagerten Besuchen in Berlin – in Erlangen und leitete nicht nur die Gruppe souverän, sondern führte auch ebenso selbstischer wie sympathisch durch das deutsch-russische Unterhaltungsprogramm des Abends.

Jekaterina Ussojewa und Elisabeth Preuß

Auch Igor Rjaschtschenko kennt Deutschland von früheren Besuchen und kam nun zum ersten Mal in die Partnerstadt, wo Matthias Utzschneider ihm Kost und Logis mit nicht ausgeschlossener späterer Freundschaft bietet. Der Sänger seinerseits kennt Wladimir vom vorjährigen Auftritt seines Chores „Vocanta“ und will der nicht mitgereisten Frau des Gastes helfen, vielleicht einmal mit ihrem Puppentheater nach Erlangen zu kommen. Wenn man so hineinhört in die Gespräche, ist ohnehin immer wieder zu vernehmen, wie da auch ganz neue Verbindungen entstehen, die in der Zukunft die Städtepartnerschaft auf ihre Weise prägen dürften. Denn, das sei nie vergessen: Wer an diesen Sommerkursen – gleich auf welcher Seite – teilnimmt und mitwirkt, spielt stets auch eine Rolle im deutsch-russischen Miteinander und der Gestaltung von Beziehungen zwischen unseren Städten und Ländern.

Igor Rjaschtschenko und Matthias Utzschneider

Zum Kanon des Unterrichtsprogramms gehört von Beginn an die Stadt-Rallye, bei der die Kursteilnehmer in zumeist dreiköpfigen Teams ausschwärmen, um im „gemischten Doppel“ im Praxistest Erlangen zu erkunden und – dieses Mal – 18 Fragen zu beantworten, von denen die nach der täglich über die Städtepartnerschaft berichtenden Internetquelle noch die einfachste war. Die Siegertroika schaffte dabei etwas, das es so bisher nicht gegeben hatte: Das Trio machte keinen einzigen Fehler und holte alle 18 Punkte. Dazu war übrigens auch folgendes Rätsel zu lösen: „Es hat zwei Flügel und kann doch nicht fliegen. Es hat einen Rücken und kann doch nicht liegen. Es trägt eine Brille und kann doch nicht sehen. Es hat ein Bein und kann doch nicht stehen. Zwar kann es laufen, aber nicht gehen.“ Hätten Sie es gewußt? Kleine Denkhilfe für Literaturfreunde: Es handelt sich um ein Organ, dem Nikolaj eine seiner klassischen Grotesken widmete.

Artjom Isjumow, Jekaterina Tatarnikowa, Nadeschda Stachowskaja und Reinhard Beer bei der Verleihung des 1. Preises

Lew Kopelew, der Weltkriegsveteran, Autor und große Friedensstifter zwischen Russen und Deutschen, meinte einmal, ein guter Wille könne vieles leisten, auch den bösen Gewalten widerstehen und sie sogar bewältigen. Diesen guten Willen zeigten am gestrigen Abend alle. Möge er nicht der letzte seiner Art gewesen sein!

Erlangen-Haus 12

Siehe auch: https://is.gd/2sAgrM und https://is.gd/9VBTuU

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Am späten Montagabend in Nürnberg gelandet, sitzt die 16köpfige Gruppe aus dem Erlangen-Haus nun seit Dienstag jeden Morgen bis Freitag nächster Woche im Deutschkurs von Heide Thies im Club International der Volkshochschule, paukt Grammatik und übt Konversation. In der Freizeit und am Wochenende sollen die Gäste dann Erlangen – von „Klassik am Berg“ bis zu den Regnitzwerkstätten – und möglichst viel von Franken kennenlernen und sogar einen Ausflug bis nach Kloster Weltenburg unternehmen. Ein vielseitiges Programm, zusammengestellt vom Freundeskreis Wladimir, der auch diese, die zwölfte Sprachreise des Erlangen-Hauses in Folge, aufmerksam vorbereitete und begleitet. Immer für die zweiten Julihälfte schreibt das Erlangen-Haus in Kooperation mit der Volkshochschule Erlangen für seine jährlich gut 200 Deutsch-Kursteilnehmer diese Möglichkeit der Vertiefung von Sprachkenntnissen aus. Es kann nicht oft genug gesagt werden: Was von Klaus Wrobel, dem seinerzeitigen Direktor der VHS, und seinen Nachfolgen, Christine Flemming und Markus Bassenhorst, mit der tatkräftig-kompetenten Unterstützung des Sprachenbeauftragten, Reinhard Beer, schon Mitte der 90er Jahre ins Werk gesetzt wurde und unermüdlich fortgesetzt wird, trägt nicht nur erstaunliche Früchte, sondern entwickelt eine großartige Eigendynamik.

Markus Bassenhorst

Dank den Bemühungen von Klaus Wrobel und Reinhard Beer kamen die Deutsch-Kurse des Erlangen-Hauses unter die Fittiche des Goethe-Instituts Moskau, die wachsende Dozentenschar aus Wladimir wurde dort geschult und auf die eigenen pädagogischen, an der Sprachpraxis ausgerichteten Lehrmethoden eingeschworen. Mit Erfolg. Das Konzept hebt sich offenbar so wohltuend von den Angeboten anderer Einrichtungen – vor allem der Schulen und Universitäten – ab, daß die Kurse ungeachtet des allgemein zu Gunsten des Englischen nachlassenden Interesses an der deutschen Sprache immer stärker nachgefragt werden, besonders übrigens von jungen Leuten.

Florian Janik und Irina Chasowa

Beim gestrigen Treffen mit Oberbürgermeister Florian Janik zeigte denn auch Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, eine gehörige Portion Selbstbewußtsein, als Markus Bassenhorst bei seiner Begrüßung meinte, man werde an seiner Volkshochschule erst demnächst das erste Smartboard einsetzen können, eine Technik, die im Wladimirer Sprachlernzentrum bereits vor gut zwei Jahren den Praxistest bestanden hatte. Die Besucherin bot nämlich gleich schlagfertig ein Praktikum in der Partnerstadt vor, um die Erlanger Dozentenschaft von den Vorteilen der schlauen Weißwandtafel zu überzeugen. Ein Angebot, das Florian Janik, der als Gastgeschenk seine russische Lieblingsleckerei erhielt, gern aufgriff, denn: „Gründe, Wladimir zu besuchen, gibt es viele!“

Aber natürlich gibt es auch nicht weniger Gründe, Erlangen zu besuchen. Gerade in diesen Zeiten, wie das Stadtoberhaupt anmerkte, wo, ohne Schuldzuweisungen aussprechen zu wollen, das Verhältnis zwischen unseren Staaten besser sein könnte. Gerade da komme es auf den bürgerschaftlichen Austausch, auf die Volksdiplomatie an. Und die lebt tatsächlich zwischen Erlangen und Wladimir, zumal wieder alle Gäste in Familien untergebracht sind und so, wie sich Florian Janik wünscht, neue Verbindungen und Freundschaften zwischen Deutschen und Russen entstehen. Denn davon kann es gar nicht genug geben. Gerade in diesen Zeiten.

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Es herrscht ja gottlob kein Mangel an Zeichen und Gesten der Verständigung zwischen den Partnerstädten Erlangen und Wladimir. Aber was da am Mittwoch beim Abschiedsabend für die Gäste aus dem Erlangen-Haus im Club International der Volkshochschule seinen ebenso symbolischen wie handwerklichen Anfang nahm, dürfte eine besondere Strahlkraft entwickeln.

Reinhard Beer mit Ludmila Safronowa, Soja Ilina und Weronika Rytschkowa, dem Siegertrio

Doch der Reihe nach. Es gehört zum guten Brauch, die mittlerweile elfte Gruppe von Teilnehmern an den Deutschkursen des Erlangen-Hauses  im Club International der Volkshochschule mit einem bunten Abend zu verabschieden, den die Gäste einfallsreich mitgestalten und der Gelegenheit bietet, all denen zu danken, die den Besuchern für zwei Wochen ihre Türen öffneten und Familienanschluß boten. Fester Bestandteil dieses geselligen Beisammenseins ist immer eine von Reinhard Beer, dem Spirtus rector dieses Austausches, ersonnene Stadtrallye mit immer wieder neuen Fragen zu Geschichte und Gegenwart, dieses Mal mit einem weiblichen Trio auf dem Siegerpodest mit einem Allzeit-Rekordergebnis: 19 von 20 möglichen Punkten.

Robert Lerch, Gerhard Willner und Sabine Wellhöfer mit Elisabeth Preuß

Aber es gab auch eine Premiere. Seit 2011 ist die Erlanger Volkshochschule Prüfungszentrum für die russische Sprache, die einzige in ganz Bayern, nachdem Freising das Angebot mittlerweile aus dem Programm nahm. Eine sechsköpfige Gruppe legte dieser Tage die telc-Prüfungen auf der Stufe A1 ab, ausnahmslos erfolgreich, und so lag nahe, das an dem Abend anwesende Trio vorzustellen und Bürgermeisterin Elisabeth Preuß – sie hatte zu Gunsten dieser Veranstaltung auf das Konzert „Klassik am See“ verzichtet – um Überreichung der Urkunden zu bitten.

Natalia Kaiser, Natalia Korssakowa, Tatjana Kirssanowa und Jekaterina Korschofski

Anwesend neben den beiden Deutschdozentinnen aus dem Erlangen-Haus, Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa, auch Natalia Kaiser und Jekaterina Korschofski, die erfolgreich Russisch an der Volkshochschule unterrichten. Ein Bild, das keiner weiteren Kommentare bedarf, weder auf Russisch noch auf Deutsch, es spricht für sich.

Gäste und Gastgeber im Club International

Eigentlich tut es auch dieses Bild, wo Gäste und Gastgeber so bunt gemischt sind, wie man sich das nur wünschen kann. Dennoch, so gefährlich es sein mag, weil man doch immer jemanden vergessen könnte, Elisabeth Preuß wagt es, namentlich zu danken: Markus Bassenhorst und Reinhard Beer sowie Heide Thies, der bewährten Dozentin, für die Volkshochschule, Gerhard Kreitz für den Freundeskreis Wladimir, den gastgebenden Familien. Der Chronist bürgt erst recht nicht für Vollständigkeit…

Gemischter Wladimirer Chor mit Stefan Barth, dritter v.l.

Tatjana Kirssanowa, sichtlich bewegt, tut das auf ihre Weise – mit der Regie für den weiteren Ablauf des Abends und den Worten: „Wir lassen unsre Herzen hier, wenn wir morgen wieder nach Wladimir fahren!“ Schon erstaunlich, was die Gäste da alles innerhalb der knappen zwei Wochen vorzubereiten verstanden: Ein Ständchen, ein Stück am Klavier, Präsentationen zu Traditionen und Trends der Russen…

Kochkurs „Wladimirer Pfannkuchen“ mit Heide Thies links im Vordergrund

Und dann die Arbeitskreise. Schaukochen, ein Quiz, ein Malkurs und dann eben jenes bestrickende Symbol, von dem eingangs die Rede war: ein Freundschaftsschal.

Russisches Quiz

Diese Handarbeit, deren erste Maschen Tatjana Krutogolowa, Nachtwächterin im Erlangen-Haus, und Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, gemeinsam anschlugen, soll nun in der Partnerstadt von den deutschen Gästen – zusammen mit den russischen Freunden – fortgesetzt werden. Welch schönes Versprechen für die Zukunft!

Beobachtet von Marina Bit-Ischo stricken Tatjana Krutogolowa und Gerhard Kreitz am Freundschaftsschal

In die Zukunft gerichtet war dann auch noch der Besuch im Deutsch-Französischen Institut am gestrigen Vormittag, wenige Stunden vor der Heimreise. Linda Lahner nahm sich eine ganze Stunde Zeit, um ihren russischen Kolleginnen das pädagogische und kulturelle Angebot – mit allen Unterschieden wie Parallelen zu Wladimir – vorzustellen. Und schon entstanden neue Ideen für das Programm am Erlangen-Haus, etwa eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Kindergarten oder eine engere Kooperation mit der Universität. Besonders beeindruckt aber waren die beiden Besucherinnen von der Mediathek für Kinder. Man wird sehen, ob und wie sich dies und das auch in Wladimir umsetzen ließe.

Linda Lahner, Natalia Korssakowa und Tatjana Kirssanowa

Ein Schlußwort? Vielleicht genügt der Hinweis darauf, wie ernst dieses Austauschprojekt in Erlangen genommen wird. Zur Eröffnung kam Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, zum Abschiedsabend erschien ihre Kollegin, Elisabeth Preuß; VHS-Leiter Markus Bassenhorst besuchte beide Veranstaltungen und ließ sich dazwischen immer wieder sehen, von Reinhard Beer und dem Freundeskreis Wladimir, für das Aufenthaltsprogramm und die Unterbringung verantwortlich, ganz zu schweigen. Wladimir ist eben in Erlangen Herzenssache – und nun lassen die Wladimirer auch noch ihre Herzen in Erlangen zurück.

Gerhild Fabian und Soja Ilina, gesehen von Georg Kaczmarek

Wer wollte daran noch zweifeln, angesichts dieses Bildes: Wenn Abschiedstränen sprechen könnten…

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