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Posts Tagged ‘Region Wladimir’


Unter den 620 namentlich bekannten Fließgewässern der Region Wladimir findet sich auch ein Bach im Landkreis Wjasniki mit der ungewöhnlichen Bezeichnung „Edon“, die weder nach slawischen noch nach den hier häufigen finno-ugrischen Wurzeln klingt. Die Zeitung „Prisyw“ machte sich nun daran, die etymologische Quelle des Zuflusses des Tetruch zu suchen und kam zu folgendem Ergebnis:

Ortsschild Edon

Es gibt einen männlichen Vornamen Edon mit albanischen Wurzeln, und in Ohio sowie 400 km südwestlich von Paris gibt es Ortschaften, die so heißen. Doch lassen sich hierzu ebensowenig Bezüge herstellen wie zur gleichnamigen chinesischen Firma.

Bach Edon

Ein Blick ins Archiv führt da weiter. Bis Ende des 18. Jahrhunderts trug der Bach nämlich den Namen Edom. Und diesen Begriff – er bedeutet „rot“ – kennt man natürlich aus dem Alten Testament von Esau, der die rote Speise seines Bruders Jakob zu essen wünschte und vor allem vom Königreich der Edomiter. Siehe hierzu: https://is.gd/8A1C4r

Altes Haus in Edon

Der Geographie – gleich ob Dorf, Stadt, Gewässer oder Erhebung – biblische Namen zu geben und damit Nähe zum Heiligen Land zu schaffen, war, wie überall auf der Welt, nach der Christianisierung durchaus üblich. Am bekanntesten ist Neu-Jerusalem an der Istra bei Moskau, in Sergijew Possad gibt es die Einsiedeleien Bethanien und Gethsemane. Im Landkreis Kameschkowo der Region Wladimir liegt sogar ein Dorf namens Edem am gleichnamigen Fluß, die russische Variante des paradiesischen Gartens Eden.

Biberburg am Edon

Wie auch immer: Der Bach Edon (früher Edom), der unweit des gleichnamigen Dorfes in den schwer zugänglichen Wäldern um Wjasniki entspringt, ist ein wahres Paradies für Biber, die hier mit ihren Burgen ihr ganz eigenes Reich schaffen. Der Ort selbst führt seine Geschichte bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück.

Die Werkstore von Edon

Groß war er wohl nie: Noch 1905 zählt man hier ganze elf Gehöfte, doch in dem Jahr baut hier ein Unternehmer eine Textilfabrik, die von den Sowjets später verstaatlicht wird und Edon zu einem Arbeiterparadies macht, welches das ganze Umland in Lohn und Brot bringt, bis dann nach dem Zerfall der UdSSR der Niedergang einsetzt und 2004 sich die Werkstore endgültig schließen.

Was der Autor des Artikels im Prisyw nicht wissen kann: In der Passionszeit war in Halle an der Saale „Wer ist der, so von Edom kömmt?“ zu hören, und um von Erlangen aus in die Händel-Stadt zu kommen, darf man durch das Paradies der Partnerstadt Jena ziehen. So klein ist die Welt der Christenheit. Wo auch immer Sie diesen Beitrag lesen: einen gesegneten Sonntag!

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Erstmals hat eine Region der Russischen Föderation sich auf Regierungsebene in Slowenien präsentiert – als Standort für Wirtschaftskontakte ebenso wie als touristisches Ziel und kulturelles Zentrum – und eine Absichtserklärung über einen engen Austausch in all diesen Bereichen unterzeichnet. Der vorweihnachtliche Besuch in der ehemaligen Republik Jugoslawiens, die etwas kleiner ist als Franken und ungefähr die Hälfte der Einwohner zählt, fügt sich in eine Reihe von Bemühungen, das Gouvernement Wladimir bekannter und als Partner attraktiver zu machen. Eine Kooperationsvereinbarung mit Moskau ist bereits unter Dach und Fach, nun also Slowenien, und der Vertrag über eine Zusammenarbeit mit der Metropolregion Nürnberg ist unterschriftsreif. Doch Gouverneurin Swetlana Orlowa will mehr. Geht es nach ihr, steht Wladimir erst am Beginn einer internationalen Werbekampagne in eigener Sache.

Swetlana Orlowa in Ljubljana

Swetlana Orlowa in Ljubljana

Und das läßt man sich auch etwas kosten. Drei Millionen Rubel wurden in Summe für die zwei Tage Eigendarstellung mit großem Troß ausgegeben. In der Hoffnung auf Investitionen. Und was da so in der Projekt-Wunschliste aufgeführt wird, dürfte auch für die Metropolregion Nürnberg von Interesse sein: Konzepte für Recycling aller Arten von Abfall, Pharmazie, Medizintechnik, Tourismus, Nanotechnologie, Baustoffe, Landwirtschaft, Aufbau von Logistikzentren, Infrastruktur (Flughafen Wladimir), Konsumgüter… Viel zu tun für noch viele Partner – und gute Aussichten besonders für die Metropolregion Nürnberg. Kennengelernt hat man sich ja bereits, und erste Kontakte sind geknüpft. Nun sollte es bald konkret werden: http://is.gd/FRjpQd

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Es wurde in der Partnerstadt viel öffentlich spekuliert, ob Wladimir Putin zum Stadtfest nach Wladimir kommen werde. Er blieb in Moskau und schickte an seiner Statt Igor Schuwalow, den ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten, der schon am Freitag an einem Arbeitstreffen der Eurasischen Wirtschaftskommission der Zollunion Russische Föderation – Weißrußland – Ukraine – Kasachstan in Susdal teilgenommen hatte. Zu dessen Verstärkung sollte sogar noch Wladimir Putschkow, Minister für Katastrophen- und Zivilschutz, in die Hauptstadt des Goldenen Rings kommen. Doch er sagte seinen Besuch kurzfristig ab.

Wladimir Putin und Swetlana Orlowa

Wladimir Putin und Swetlana Orlowa

Hingegen zeigt der Präsident des Landes persönlich großes Interesse an Stadt und Region Wladimir, denn am Montagmorgen empfing Wladimir Putin in seiner Residenz Nowo-Ogarjewo die von ihm selbst kommissarisch bis zu den Wahlen am 8. September eingesetzte Gouverneurin, Swetlana Orlowa. Was da so alles zur Sprache kam, kann man – nebst dem Kompliment des Staatsoberhaupts an die einstige Vizepräsidentin des Föderationsrates, sie habe sich offenkundig rasch und gut in die Gegebenheit vor Ort eingearbeitet – einem recht ausführlichen Protokoll entnehmen, aus dem hier nur die wichtigsten Punkte zitiert werden sollen: Erfolge bei der Ansiedlung von Firmen aus der Region Moskau, denen das hauptstädtische Pflaster zu teuer geworden ist; Ausbau des Straßennetzes u.a. vierspurig zwischen Wladimir und Susdal; Projektierung der Hochgeschwindigkeitstrasse Moskau – Wladimir – Nischnij Nowgorod – Kasan – Jekaterinburg; Abwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften in Richtung Hauptstadt; Ausbildung von Staatsdienern; Zuteilung von Baugrundstücken für kinderreiche Familien; Schaffung von mehr Wohnraum und von zusätzlichen Arbeitsplätzen (2.500 in diesem Jahr in der ganzen Region).

Alles Themen, die auch den Wahlkampf befeuern und mit denen die aussichtsreichste Kandidatin sicher weiter punkten kann, zumal sich das Gerücht hartnäckig hält, ihr präsidialer Mentor werde vielleicht doch noch persönlich nach Wladimir kommen – so wie gestern Angela Merkel nach Erlangen.

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Zu den Gouverneurswahlen am 8. September in der Region Wladimir waren neun Kandidaten angetreten. Nach der formalen Prüfung der notwendigen Unterlagen durch die zuständige Kommission sind nur sieben Politiker  – und 16 von ursprünglich 25 Parteien – zugelassen.

Die formalen Kriterien sehen u.a. den sogenannten „kommunalen Filter“ vor. Jeder Kandidat nämlich benötigt 140 Unterschriften von Stadträten oder gewählten Stadtoberhäuptern aus der Region, die ihn unterstützen, sprich des Amtes für würdig halten. Schwierig dabei: Jeder Volksvertreter hat nur eine Stimme für nur einen Kandidaten. Bei Alexander Filippow von der Partei Bürgerliche Plattform beanstandete man nun zwölf Unterschriften, die just gegen diese Regel verstießen, also doppelt geleistet wurden. Der wirtschaftsliberale Politiker will die Entscheidung der Kommission zwar nun gerichtlich anfechten, doch selbst wenn er damit Erfolg hätte, dürfte er bei der Wahl keine große Rolle mehr spielen. Zu sehr schadet ihm der Skandal, den man ihm schon vor Wochen anhing, er habe illegal Geld ins Ausland transferiert. Auch wenn offenbar nichts Gerichtsverwertbares übrigblieb, hängen bleibt so etwas immer an einem. Es genügt allein schon der Verdacht. Viel helfen wird ihm auch nicht, daß ausgerechnet der kommunistische Ex-Gouverneur, Nikolaj Winogradow, den Geschäftsmann als einzigen Kandidaten der Opposition unterstützt. Die Kommunisten  nämlich sind weit entfernt von den einst so geschlossenen Reihen. Sie treten sogar mit zwei verschiedenen Parteien an, die einander die Stimmen streitig machen: die Kommunistische Partei der Russischen Föderation und die Kommunistische Partei der Sozialen Gerechtigkeit.

Alexander Filippow

Alexander Filippow

Ein weiterer von den ursprünglich neun Kandidaten hat wohl die Lust verloren; die vielen Mängel in seinen Unterlagen will er gar nicht erst beheben oder gerichtlich sanktionieren lassen. Es bleibt also, wenn sich Alexander Filippow nicht doch noch mit juristischen Mitteln durchsetzt, bei sieben Anwärtern auf das Amt des Gouverneurs: die beiden Vertreter der kommunistischen Parteien sowie je ein Politiker der Bürgerlichen Position, der Rechten Sache, der Liberal-Demokratischen Partei und der Patrioten Rußlands. Und schließlich – die einzige Frau und zugleich aussichtsreichste Kandidatin für den Posten, Swetlana Orlowa, nach Ablauf der Amtszeit ihres Vorgängers, Nikolaj Winogradow, von Präsident Wladimir Putin am 25. März kommissarisch eingesetzt.

Swetlana Orlowa

Swetlana Orlowa

Kaum jemand zweifelt daran, daß die ehemalige Vizepräsidentin des Föderationsrates (vergleichbar mit dem Bundesrat) mit ihren vielen Verbindungen zu den Mächtigen im Kreml das Rennen machen wird. Ihre Probezeit hat sie erfolgreich genutzt, um eine Vielzahl von neuen Projekten zu initiieren und sich selbst als Macherin zu inszenieren. Bei all ihrer populären Präsenz und politischen Potenz wird ihr nicht einmal ein durchaus irritierender Umstand schaden: Unter den 83 Regionen der Russischen Föderation, die bei der Zentralregierung in der Kreide stehen, nimmt das Gouvernement Wladimir mit fast vier Milliarden Rubel Miesen den drittletzten Platz ein. Höher verschuldet sind nur noch die fernöstlichen Regionen Primorije und Tschukotka. Swetlana Orlowa kontert Vorwürfe in die Richtung, die Schulden hätten sich erst in den sechs Monaten ihrer Amtszeit verdoppelt, mit dem Hinweis, es handle sich nur um Staatsanleihen, keine Kredite bei Geschäftsbanken, und die Rückzahlung zu günstigen Konditionen bereite keine Schwierigkeiten. Recht möge sie da behalten, andernfalls der Wechsel auf die politische Zukunft Wladimirs doch zu hoch ausgestellt sein könnte.

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Wir befinden uns im Jahr 13 n. P. Alle Gouverneursposten sind von Politikern der Partei Einiges Rußland besetzt. In ganz Rußland? Nein! Eine von unbeugsamen Wladimirern bevölkerte Region hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Moskauer Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Wladimir, Kowrow, Alexandrow und Gus-Chrustalnyj liegen.

Nikolaj Winogradow.

Nikolaj Winogradow.

So verlockend die Anspielung auf die gallischen Comic-Helden sein mag, wenn es ernst wird, zeigt sich ein ganz anderes Bild, nicht so einfach zu übertragen auf die Situation in Wladimir. Tatsächlich ist Nikolaj Winogradow, der letzte Kommunist im Amt eines Gouverneurs und seit 16 Jahren Landesvater der Region Wladimir, nämlich alles andere als ein Haudegen, der einen Haufen Aufständischer anführt. Sein rotes Parteibuch hat er zwar nie versteckt oder gar abgegeben, er trug es aber auch nie als Ikone vor sich her, machte es nie zur alleinigen Richtschnur seines politischen Handelns. Wurden die Genossen einmal gar zu radikal mit ihren Forderungen, ging er durchaus auf sichtbare Distanz zur Partei, agierte fast präsidial als Staatsmann und verstand es meisterhaft, mit Moskau ein gütliches Auskommen zu finden. Natürlich hat er seine politischen Gegner – übrigens auch in den Medien -, aber seine Leistungen, seine Fähigkeit zur ausgleichenden Führung, vor allem jedoch seine persönliche Integrität wird ihm niemand absprechen.

Jetzt aber beginnt sie allmählich doch, die Gouverneursdämmerung. Ende des Monats nämlich, so verkündete er dieser Tage auf seiner letzten Pressekonferenz werde über sein weiteres Schicksal entschieden. In Moskau. Im September stehen Wahlen an. Würde man ihn fragen und rufen, wäre er bereit für eine weitere Amtszeit. Geistig wie körperlich fühle er sich dazu in der Lage. Und am Willen zur Macht hat es ihm nie gefehlt. Dennoch könne er sich auch andere auf dem Posten vorstellen; vier Namen, die er natürlich nie in der Öffentlichkeit nennen würde, hätte er als Nachfolger in petto. Nur eines diktiert er den Journalisten in die Notizbücher: „Für mich ist nicht die Parteizugehörigkeit eines Kandidaten wichtig. Entscheidend ist allein die Kompetenz. Ich fürchte immer jene Menschen, die sich um solche Positionen reißen. Überzeugt und überredet muß man werden, dieses Amt anzutreten.“

Nikolaj Winogradow

Nikolaj Winogradow

Es ist zu früh für einen Nachruf auf Nikolaj Winogradow, und er selbst denkt gar nicht daran, jetzt schon seine Memoiren zu schreiben. Zu viele Aufgaben könne er sich auch im Fall einer Abberufung aus dem Weißen Haus in Wladimir vorstellen. Ins Austragshäusl will er deshalb noch lange nicht einziehen. Aber nun ist er nicht mehr Herr im eigenen Haus. Die Gouverneure werden zwar – das zumindest haben die Proteste nach den Wahlfälschungen bewirkt – nicht mehr unbedingt vom Präsidenten auf Vorschlag des Regionalparlaments bestätigt und eingesetzt, sondern können wieder frei gewählt werden. Das genaue Prozedere für das Gouvernement Wladimir ist freilich noch nicht festgelegt. Fest steht nur, daß nach dem Ende der regulären Amtszeit des 66jährigen – der vierten! -, in zwei Wochen also, bis zu den Wahlen im September die Leitung des Region Wladimir kommissarisch übernommen wird. Wohl kaum jedoch von Nikolaj Winogradow.

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Mindestens zwei Dinge sind noch unklar, was das Schicksal von Gouverneur Nikolaj Winogradow angeht. Zum einen, ob er, der letzte Kommunist auf diesem Posten, im nächsten Jahr noch einmal zur Wahl antritt, zum andern, wann die Wahlen überhaupt stattfinden: im März oder im September. Klar aber sagt er seine Meinung zu gesellschafts- und parteipolitischen Fragen, eine Meinung, die man auch außerhalb der Region Wladimir zur Kenntnis nehmen sollte. Im folgenden Auszüge aus einem Interview, das der Landesvater der Redaktion von Region 33 gegeben hat:

Nikolaj Winogradow

Jene Veränderungen, die in unserer Gesellschaft vonstattengehen, müssen in der Politik des Staates ihren Ausdruck finden. Wo das Hauptmotiv der Kritiker und Demonstranten darin besteht, konstruktiv Rußland zu einem starken Land zu machen, muß sich die Staatsmacht etwas überlegen und Änderungen durchführen. Dabei ist es so, daß die Veränderungen „von oben“ heute chaotischen Charakters sind. Wir eiern herum zwischen der Ernennung der Gouverneure und deren Direktwahl. Wir lassen das Mehrparteiensystem hinter uns, um dann wieder zu ihm zurückzukehren.

Was die Demonstrationen angeht, so sind sie eine Reaktion darauf, daß die Organe der Staatsmacht die Situation nicht immer adäquat einschätzen. Wenn man die Ereignisse vom Frühjahr nimmt, so ist das im wesentlichen die Antwort der Gesellschaft auf die Unzulänglichkeiten im Wahlkampf. Dabei wurden meiner Meinung nach noch immer nicht die richtigen Konsequenzen daraus gezogen. In einer Reihe von Fällen fanden als Ergebnis von Gerichtsprozessen die einen oder anderen Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen ihren Richter, aber noch immer stellt man sich die Frage, wer denn nun auf Bundesebene oder auf regionaler Ebene die Verantwortung dafür zu tragen habe. Soweit ich das beurteilen kann – noch immer unbeantwortet.

Mehr noch: Es kommt zu Versuchen eines „Rückfalls“ zu jenen Fälschungen, die bei der Durchführung der Dumawahlen vorkamen, beispielsweise in der Region Wladimir. Etwa bei der Zusammensetzung der regionalen Wahlkommission oder der Wahlkommission in Alexandrow. In ganz Rußland gibt es keinen einzigen Fall, wo der Kandidat des Gouverneurs nicht in die Wahlkommission aufgenommen würde. Nur in unserer Region ist das so.

Wir haben mit großer Mühe den politischen Monopolismus überwunden. Das war richtig so. Doch leider ist es in Rußland während der vergangenen Jahre zu einer Rückwärtsbewegung hin zur Herrschaft einer einzigen Partei gekommen. Dabei sollte doch keine Partei Mittel oder Instrument der Unterdrückung von Andersdenkenden sein. Denn die Demokratie stützt sich ja eben nicht auf die Unterdrückung von Kritik, sondern auf deren Berücksichtigung und Umwandlung in Politik. 

Was die weitere Entwicklung Rußlands angeht, braucht sie mindestens zwei Grundprinzipien: das Prinzip des Föderalismus und das Prinzip der Demokratie. Das ist die Zukunft. Hinsichtlich des Föderalismus ist zu sagen, daß er gleiche Rechte und gleiche Verpflichtungen garantieren sollte. Doch es lassen sich viele Beispiele für Verstöße finden. Nehmen wir nur den Föderationsrat, der, von wenigen Ausnahmen abgesehen, hauptsächlich durch Moskau vertreten wird. Und bei der gegebenen Mehrheitsverteilung in Föderationsrat und Staatsduma ist es einigermaßen sinnlos, diese oder jene Gesetzesentwürfe vorzulegen. Die Mehrheit hat nämlich hier wie dort die Partei Einiges Rußland, und da ist es klar, wie das Ergebnis ausfallen wird.

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Wenn stimmt, was Landeskundler dem Staatlichen Wladimirer Fernsehen dieser Tage berichteten, ist man in der Region Wladimir einem weiteren historischen Schatz auf einer Spur, die bis in die Jungsteinzeit zurückführen könnte. Entlang dem Schuschmor, einem Bach, der durch den Nationalpark Meschtschjora fließt, soll es verschiedenen Legenden nach einen verhexten Ort geben, wo immer wieder Menschen verschwinden. Auf Karten ist er bisher nicht verzeichnet, aber im Internet kursieren schon alle möglichen und wohl auch unmöglichen Erklärungen für die unerklärlichen Phänomene. Von Magnetismus ist die Rede, von geheimnisvollen Strahlen und überirdischen Kräften, die wohl vor allem die Phantasie von Esoterikern beflügeln. Doch neben all den neopaganen und parawissenschaftlichen Geistern zieht es hierher, wo sich 70 km nordöstlich von Wladimir Elch und Luchs gute Nacht sagen, bald wohl auch Archäologen.  Denn nun ist ein Expeditionsteam unter Führung eines Moskauer Forschers mit dem Fachgebiet Megalithen vier Steinen auf den Leib gerückt, die erst 2009 von Förstern entdeckt worden waren.

Megalithen im Nationalpark Meschtschjora

Ganz in der Nähe des Blausteins, von dem hier im Blog schon berichtet wurde, stehen vier Steine im Quadrat, die offenbar in vorchristlicher Zeit von Menschenhand bearbeitet wurden und mit astrologischen Zeichen versehen sind. Sie könnten eine Platte getragen haben, die nun verschwunden ist, unter der sich aber ein Grab befunden haben könnte. Wir sind hier eben in einem Reich, wo Magie und Wissenschaft ihre Grenzen erst noch ziehen müssen. Derartige Dolmen jedenfalls gibt es in Zentralrußland kaum, man findet sie allenfalls im Kaukasus. Stimmt also, was berichtet wird, könnten sich bald weitere Zeugen aus dem Neolithikum finden, und dann wäre die Region Wladimir um eine weitere Attraktion reicher, die sicher auch touristisch von Interesse wäre. Besonders  im Zusammenspiel mit Sungir, der Fundstätte unmittelbar bei Wladimir, die sogar bis in das Paläolithikum zurückreicht.

Zum Blaustein geht es hier: http://is.gd/BwufDU

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