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Unter den 620 namentlich bekannten Fließgewässern der Region Wladimir findet sich auch ein Bach im Landkreis Wjasniki mit der ungewöhnlichen Bezeichnung „Edon“, die weder nach slawischen noch nach den hier häufigen finno-ugrischen Wurzeln klingt. Die Zeitung „Prisyw“ machte sich nun daran, die etymologische Quelle des Zuflusses des Tetruch zu suchen und kam zu folgendem Ergebnis:

Ortsschild Edon

Es gibt einen männlichen Vornamen Edon mit albanischen Wurzeln, und in Ohio sowie 400 km südwestlich von Paris gibt es Ortschaften, die so heißen. Doch lassen sich hierzu ebensowenig Bezüge herstellen wie zur gleichnamigen chinesischen Firma.

Bach Edon

Ein Blick ins Archiv führt da weiter. Bis Ende des 18. Jahrhunderts trug der Bach nämlich den Namen Edom. Und diesen Begriff – er bedeutet „rot“ – kennt man natürlich aus dem Alten Testament von Esau, der die rote Speise seines Bruders Jakob zu essen wünschte und vor allem vom Königreich der Edomiter. Siehe hierzu: https://is.gd/8A1C4r

Altes Haus in Edon

Der Geographie – gleich ob Dorf, Stadt, Gewässer oder Erhebung – biblische Namen zu geben und damit Nähe zum Heiligen Land zu schaffen, war, wie überall auf der Welt, nach der Christianisierung durchaus üblich. Am bekanntesten ist Neu-Jerusalem an der Istra bei Moskau, in Sergijew Possad gibt es die Einsiedeleien Bethanien und Gethsemane. Im Landkreis Kameschkowo der Region Wladimir liegt sogar ein Dorf namens Edem am gleichnamigen Fluß, die russische Variante des paradiesischen Gartens Eden.

Biberburg am Edon

Wie auch immer: Der Bach Edon (früher Edom), der unweit des gleichnamigen Dorfes in den schwer zugänglichen Wäldern um Wjasniki entspringt, ist ein wahres Paradies für Biber, die hier mit ihren Burgen ihr ganz eigenes Reich schaffen. Der Ort selbst führt seine Geschichte bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück.

Die Werkstore von Edon

Groß war er wohl nie: Noch 1905 zählt man hier ganze elf Gehöfte, doch in dem Jahr baut hier ein Unternehmer eine Textilfabrik, die von den Sowjets später verstaatlicht wird und Edon zu einem Arbeiterparadies macht, welches das ganze Umland in Lohn und Brot bringt, bis dann nach dem Zerfall der UdSSR der Niedergang einsetzt und 2004 sich die Werkstore endgültig schließen.

Was der Autor des Artikels im Prisyw nicht wissen kann: In der Passionszeit war in Halle an der Saale „Wer ist der, so von Edom kömmt?“ zu hören, und um von Erlangen aus in die Händel-Stadt zu kommen, darf man durch das Paradies der Partnerstadt Jena ziehen. So klein ist die Welt der Christenheit. Wo auch immer Sie diesen Beitrag lesen: einen gesegneten Sonntag!

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Johann Wolfgang von Goethe schreibt in seinen „Wahlverwandschaften“:

Man ist niemals mit einem Portrait zufrieden von Personen, die man kennt. Deswegen habe ich die Portraitmaler immer bedauert. Man verlang so selten von den Leuten das Unmögliche, und gerade von diesen fordert man’s. Sie sollen einem jeden sein Verhältnis zu den Personen, seine Neigung und Abneigung mit in ihr Bild aufnehmen; sie sollen nicht bloß darstellen, wie sie einen Menschen fassen, sondern wie jeder ihn fassen würde. Es nimmt mich nicht wunder, wenn solche Künstler nach und nach verstockt, gleichgültig und eigensinnig werden. Daraus möchte denn entstehen, was wollte, wenn man nur nicht gerade darüber die Abbildungen so mancher lieben und teuren Menschen entbehren müßte!

Nikolaj Liwschiz

Nikolaj Liwschiz, Chefredakteur der Internetzeitung „Prisyw“, der am kommenden Montag um 19.30 Uhr mit zwei Kolleginnen aus der Partnerstadt im Club Internation der Volkshochschule zum Thema „Pressefreiheit in Wladimir“ spricht, veröffentlichte gestern auf Facebook eine Betrachtung, die wie eine Antwort auf die Klage des Romanciers aus Weimar klingt:

Projekt für einen Spielplatz im Stadtteil Kommunar von Wladimir

Wenn mir einmal in den Sinn kommen sollte, meinen Nachfahren mein Portrait zu hinterlassen (es gibt Photos, aber ein Portrait hat mehr Gewicht), werde ich mich an keinen der namhaften Künstler wenden. An keinen Maler oder Graphiker. Nicht einmal zu einem, der auf der Straße sitzt, werde ich gehen. Ich werde mich an jenen wenden, der die neuen Spielplätze im Stadtteil Kommunar projektiert hat, der nicht an Grün beim künftigen englischen Rasen spart, der großzügig Farben zwischen die Rutschbahnen, Schaukeln und Tore sprüht, der den Ort so großartig ausgestaltet, an dem ich jeden Tag vorbeigehe, wenn ich die Müllhalde links liegen lasse und mein Schuhabsatz die Glasscherben zertritt. Dieser Mensch nämlich hat eine reiche Phantasie. Er ist optimismusgeladen, er versteht, in jeder noch so verdächtigen Substanz ein Bonbon zu erkennen. Für unsere verknöcherten Realisten ist das unser Brachland, einfach Brachland, wo Hunde umhertoben und Tagdiebe Bier trinken. Für einen echten Künstler aber ist das ein paradiesisches Eck, eine Welt der Kindermärchen und der sommerlichen Muse. So einen brauche ich. So einer stellt mich als jemanden dar, wie mich noch niemand je sah: als breitschultrigen und braungebrannten Prachtkerl, einsneunzig groß mit dem Lächeln von Gagarin und den Muskeln von Schwarzenegger. „Wer ist denn das, wer ist denn das?“ werden meine Lieben mich fragen, wenn ich mit angehaltenem Atem und dem unter dem Hemd versteckten eingezogenen Bauch dieses wundervolle Portrait nach Hause bringe. „Wer das ist? Ich!“ werde ich stolz erwidern, während ich aus den abgetragenen Latschen schlüpfe und ins Zimmer zum heimischen Diwan stapfe. „Stellt das Bild neben den Spiegel zur Erbauung meiner Nachfahren!“ füge ich mit leiser Stimme hinzu und versuche meinen Leib so in die Kissen zu graben, daß die Hämorrhoiden und der Hexenschuß nicht aufwachen. „Sollen sie wissen, was ich für einer war!“ flüstere ich noch, während ich auf mein Herzrasen pfeife und meine Schweißausbrüche nicht weiter beachte…

Aber machen Sie sich selbst ein Bild von dem russischen Journalisten, der im Grunde – wohl ganz unbeabsichtigt – bestätigt, was der deutsche Dichterfürst mit anderen Worten beschrieb.

Siehe hierzu: https://is.gd/fWwZiG

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Am Montag, den 18. März, veranstaltet der Club International der Volkshochschule Erlangen, Friedrichstraße 17,  um 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Gästen aus Wladimir zum Thema „Russische Medien – Wie frei ist die Presse in Wladimir?“, moderiert von Georg Escher, Nürnberger Nachrichten. Das Trio aus der Partnerstadt hält sich vom 17. bis 22. März in Franken auf, um die hiesige Medienlandschaft kennenzulernen und die Diskussion fortzusetzen, die den im November in Wladimir aufgenommenen Dialog zu Fragen der Rolle von Presse für das Bild voneinander fortsetzt. Siehe hierzu: https://is.gd/MsOoV5

Julia Kusnezowa

Julia Kusnezowa arbeitet als Chefredakteurin und Moderatorin beim privaten Sender 6TV und schreibt auf dessen Homepage über sich selbst:

Im zweiten Studienjahr stieß ich einmal bei der Suche nach Arbeit im Telephonbuch auf die Nummer des hiesigen staatlichen Regionalsenders, wählte und stellte die Frage, ob man jemanden brauche. Auf die Erwiderung, man suche kluge und schöne Leute antwortete ich: „Dann meinen Sie mich.“ So begann meine journalistische Laufbahn mit unendlich vielen Drehs zu unterschiedlichen Themen von Sport bis Landeskunde, mit schlaflosen Nächten am Schreibtisch und im Schneideraum, mit der Moderation der Morgen- und Abendnachrichten beim Sender „Rossia“ und jetzt bei Kanal 6. Natürlich dachte auch ich schon einmal daran, mir etwas anderes zu suchen. Aber wenn ich mir dann vorstelle, jeden Morgen um 9 Uhr aufstehen und vielleicht sogar bereits um 8 Uhr mit all den Staus zur Arbeit fahren zu müssen, um dann bis zum Abend in einem staubigen und stickigen Büro zu sitzen… Uff! Da ist mir dann schon klar: Meine Arbeit ist die allerbeste! Stören tut nur eines: Wir als Moderatoren haben kein Recht auf eigene Stimmung. Wir können ja dem Zuschauer nicht erklären, daß wir uns mit der Mutter gestritten oder einen uns nahestehenden Menschen verloren haben…

Karina Romanowa

Die studierte Psychologin Karina Romanowa arbeitet bei Gubernia 33, einem vor fünf Jahren vom Gouvernement ins Leben gerufenen und finanzierten staatlichen Sender und ist dort u.a. für den Internetauftritt zuständig. Nicht verwunderlich deshalb, daß die Journalistin in einer kaum zu überschauenden Menge von News-Gruppen aktiv ist und sowohl bei Facebook als auch dessen russischem Klon, VKontakte, veröffentlicht.

Nikolaj Liwschiz

Nikolaj Liwschiz schließlich, der sich auf seinem Facebook-Auftritt als jemanden charakterisiert, er sei „fast so wie alle“, arbeitet als Chefredakteur von Prisyw, einer Zeitung, die Ende Juli 2017 zum hundertjährigen Jubiläum ihres Bestehens ihre Druckfassung einstellte und seither nur noch als Internetzeitung mit Stream-Diensten und TV-Angeboten erscheint. Hinzu kommt eine wöchentliche Videokolumne des Journalisten mit entspannt-nachdenklichen Kommentaren zum Zeitgeschehen in Wladimir und der Welt.

Das Arbeitsprogramm für die Troika mit Besuchen in verschiedenen Redaktionen stellte der Nürnberger Journalist Wolfgang Mayer, der im November die Prisma-Gruppe nach Wladimir begleitete, mit seinem Kollegen Klaus Schrage von den Nürnberger Nachrichten zusammen.

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Die Internetplattform Zebra-TV veröffentlicht Selbstbezichtigungen von Wladimirer Bürgern aus den 20er Jahren, als es schon – lange vor den Stalinschen Säuberungen und Repressionen – lebensgefährlich war, sich zu einer anderen Ideologie oder Weltanschauung als der staatstragenden, also der einzig wahren Lehre von Wladimir Lenin und seiner Russischen Partei der Bolschewiken, zu bekennen. Wer einigermaßen unbehelligt leben und es gar im Leben noch zu etwas bringen wollte, tat deshalb gut daran, seine früheren Irrtümer öffentlich zu bekennen und sich loyal zum neuen Regime auszusprechen. Das Podium dafür bot seinerzeit meist die Presse, im Falle von Wladimir die Parteizeitung „Prisyw“.

Weg mit Ostern!

Weg mit Ostern!

Im Archiv des Blattes findet sich deshalb das zerknirschte Eingeständnis eines gewissen Ilja Axelrod, der sich coram publico an die Brust klopft, weil er „drei bis vier Monate lang“ Mitglied der Partei der Menschewiken war:
Angesichts dessen, daß einige Leute mich noch immer für einen Menschewiken halten, möchte ich erneut kundtun, mich vollständig von den Menschewiken getrennt zu haben. Was meine jetzigen Überzeugungen angeht, anerkenne und unterstütze ich die sowjetische Staatsmacht und ihre führende Partei, die Russische Partei der Bolschewiken. Mit Genossengruß.
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Die Abkehr von ideologischen Verirrungen vollzogen aber auch die radikal-pazifistischen Anhänger des Großschriftstellers Lew Tolstoj, der für das Prinzip der Gewaltlosigkeit auch gegenüber dem Bösen eintrat, eine Haltung, die in dem von Staatsterror und Bürgerkrieg geschüttelten Land mit all seinen omnipräsenten inneren und äußeren Feinden, gegen die man glaubte, kämpfen zu müssen, nicht geduldet wurde. Und so schworen denn auch die Bauern eines ganzen Dorfes in der Region Wladimir den Irrlehren des Dichter-Grafen ab:
Wir, die Unterzeichner dieses Schreibens, weigerten uns als Anhänger Tolstojs und seiner Lehre im Sinne einer religiösen Bewegung in den Jahren 1919 und 1920, die Waffen in die Hand zu nehmen und den Oktober zu schützen, weil dies unseren Überzeugungen widersprach. In der Zwischenzeit aber haben wir uns von der Lehre Tolstojs losgesagt und stehen auf der Seite der Sowjetmacht. Da viele uns bis heute für Gefolgsleute Tolstojs halten, sehen wir uns erneut gezwungen, offen kundzutun, daß wir uns nicht für Gefolgsleute Tolstojs halten. sondern es für unabdingbar hielten und weiterhin halten wollen, die Errungenschaften der Oktoberrevolution streitbar zu schützen. Und wenn es von uns gefordert würde, zu ihrem Schutz die Waffen in die Hand zu nehmen, werden wir unsere Pflicht als Bürger der UdSSR ehrenvoll verfüllen. Diesem Beispiel zu folgen, bitten wir auch die anderen Gefolgsleute Tolstojs.
"Die mächtigste Vermittlung des Guten ist das Beispiel eines guten Lebens." Lew Tolstoj

„Die mächtigste Vermittlung des Guten ist das Beispiel eines guten Lebens.“ Lew Tolstoj

Sogar Priester stimmten in den Chor derer ein, die andere dazu aufriefen, es ihnen gleichzutun, etwa Michail Winogradow, der 1926 seine Amtsbrüder sogar dazu aufforderte, die Meßgewänder abzulegen:
Religion ist Rauschift. Weg mit den Popen.

Religion ist Rauschift. Weg mit den Popen.

Ich verlasse die alte Welt. Ich habe einen unumkehrbaren und entscheidenden Schritt getan: Heute bin ich noch Priester, morgen ein freier Bürger. Verzeiht mir, Gläubige, aber ich kehre nie mehr in eure Welt zurück, so voller Heuchelei, Liebedienerei und Lumperei. Am Vorabend meiner Abkehr höre ich das Geheule, Gezeter und Gebell der Frömmler: „Gottloser“, „Abtrünniger“, aber ich bin beflügelt von der Hoffnung auf die Unterstützung durch nüchtern denkende Menschen. Indem ich das Amt des Priesters niederlege und die Lumpengewänder fallenlasse, bitte ich um Aufnahme in eure Mitte und mir die Möglichkeit zu geben, meinen Fehler, mein Verbrechen vor dem arbeitenden Volk gutzumachen und am Aufbau eines neuen Lebens teilhaben zu dürfen. Ich rufe hiermit alle Kirchendiener dazu auf, meinem Beispiel zu folgen: Schluß damit, sich im Reich der Phantasie zu bewegen, Schluß mit Lüge und Betrug! Werft eure Kutten und Priesterröcke ab, laßt euch die Haare schneiden und kehrt zurück zu ehrlicher Arbeit, indem ihr allen Werktätigen helft, die Schmiede des allgemeinen Glücks, den Kommunismus, aufzubauen.

Religion ist Gift, schützt die Kinder davor!

Religion ist Gift, schützt die Kinder davor!

Ein Lehrbeispiel dafür, was Regime mit Menschen machen – natürlich nicht nur im frühkommunistischen Wladimir, sondern auch im Erlangen des Dritten Reiches und leider bis heute allüberall auf der Welt -, wenn es nur noch den einen heilbringenden Glauben geben darf, ein Lehrstück dafür, wie sehr es lohnt, sich in der Demokratie gegen jede Art von Totalitarismus zu wappnen und im übrigen Tolstoj und Voltaire gelten zu lassen im Geiste von: „Du bist anderer Meinung als ich, und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.“

 

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Gestern erschien in dem vor fast genau 98 Jahren von den demokratischen Parteien der Februar-Revolution gegründeten und im November 1917 dann von den Kommunisten vereinnahmten „Prisyw“ – seit 1991 ein politisch unabhängiges Blatt – ein Artikel unter der Überschrift „Deutsche Spuren in Wladimir“, der hier in Übersetzung wiedergegeben wird:

Schüler aus Wladimir suchen nach interessanten Fakten, die unsere Gouvernementshauptstadt mit Deutschland verbinden. Der Wettbewerb findet im Vorfeld des zwanzigjährigen Jubiläums des Erlangen-Hauses statt.

2015 wurde nicht nur zum „Jahr der Literatur“, sondern auch zum „Jahr der deutschen Sprache und Literatur in Rußland“ ernannt. Wladimir steht dabei nicht abseits. Unsere Schüler suchen in ihrer unmittelbaren Umgebung nach „deutschen Spuren“. Es kann sich dabei um berühmte Deutsche handeln, die in der einen oder anderen Weise Einfluß auf das gesellschaftliche oder soziale Leben Wladimir genommen haben, es kann aber auch mit Straßennamen, deutschen Unternehmen, Restaurants oder Geschäften zu tun haben… Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden im Mai vorgestellt, zur Jubiläumsfeier des Erlangen-Hauses.

Erlangen-Haus

Erlangen-Haus

Übrigens stellt das Erlangen-Haus selbst eine der auffälligsten „deutschen Spuren“ in Wladimir dar. Es wurde 1995 nach zwei Jahren der Sanierung des ehemaligen Kaufmannshauses aus dem 19. Jahrhundert im historischen Zentrum Wladimirs unter der Adresse Frunsestraße 25 eröffnet. Die Bauarbeiten wurden von einer Baufirma und Sponsoren aus Erlangen finanziert. Gewaltige Unterstützung bei der Renovierung leisteten die Architekten, Helmut Eichler und Kira Limonowa. Die Bauarbeiten wurden von einem deutschen Team ausgeführt.

Kira Limonowa

Kira Limonowa

„Die Schwierigkeiten bei der Sanierung lagen daran, daß es sich um ein ehemaliges Wohnhaus handelte, das in ein öffentliches Gebäude umzuplanen war“, erinnert sich die Architektin Kira Limonowa. „Aber es ist gelungen: Im Obergeschoß ein Hotel, unten Räumlichkeiten für Sprachkurse. Ein gutes Beispiel dafür, wie man ein baufälliges Haus in ein modernes Gebäude umgestalten kann. In ähnlicher Weise kann man mit vielen historischen Häusern in Wladimir verfahren.“

Mit der Sanierung stehen einige bemerkenswerte Umstände in Zusammenhang. Beim Umbau fand man romantische Briefe, die der Rechtsanwalt Terskij, der Anfang des vergangenen Jahrhunderts hier wohnte, seiner Braut geschrieben hatte. Die Wände, Mauern und Decken des Hauses blieben ungeachtet der Baufälligkeit des Innenausbaus in ihrem ursprünglichen Zustand, man brauchte sie gar nicht zu ersetzen. Im Keller befindet sich eine eingemauerte Wand. Was sich dahinter verbirgt, weiß niemand.

Die erste Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, Tatjana Eichler, umgeben von den drei "Vätern": Igor Schamow, Alexander Rybakow und Helmut Eichler

Die erste Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, Tatjana Eichler, umgeben von den drei „Vätern“: Igor Schamow, Alexander Rybakow und Helmut Eichler

Das Erlangen-Haus ist zum Zentrum der Partnerschaftskontakte geworden. Das Gebäude beherbergt Büros für drei russisch-deutsche Firmen sowie ein kleines Hotel. Besondere Aufmerksam verwendet man auf die Deutschkurse, die man dank der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Erlangen und dem Goethe-Institut in Moskau aufgebaut hat. Jahr für Jahr erlernen im Erlangen-Haus etwa 200 Teilnehmer die Sprache von Goethe und Schiller. Im Sommer werden die Prüfungen abgelegt, und man erhält ein Diplom des Goethe-Instituts nach internationalem Standard. Wladimir ist nach Moskau und Sankt Petersburg die dritte russische Stadt, wo dies möglich wurde.

Die Goethe-Institute in der Russischen Föderation

Die Goethe-Institute in der Russischen Föderation

Aber welche weiteren „deutschen Spuren“ gibt es in Wladimir? Auf diese Frage wollen wir schon jetzt antworten und den Schülern ein wenig vorgreifen. Und so sieht unsere Sammlung aus:

Goethe-Prüflinge im Erlangen-Haus

Goethe-Prüflinge im Erlangen-Haus

Alleen der Freundschaft. Die erste, mit Eichen gepflanzt von Kriegsveteranen aus Wladimir und Erlangen am Iwanow-Boulevard im Jahr 2005 anläßlich des sechzigjährigen Jubiläums der Kapitulation des Dritten Reiches; die zweite aus Thuyabäumen vor dem Landgerichtsgebäude 2013 zu Ehren des dreißigjährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft.

Geschäfte: In Wladimir sind die deutschen Groß- und Einzelhandelsketten Globus und Metro vertreten.

Busse: Ungefähr 200 Busse aus Erlangen bedienen die Linien innerhalb Wladimirs und der ganzen Region.

Troika des Roten Kreuzes: Bürgermeisterin Jelena Owtschinnikowa, Präsident des BRK Erlangen-Höchstadt Brüne Soltau und Geschäftsführerin des RK Wladimir Olga Dejewa

Troika des Roten Kreuzes: Bürgermeisterin Jelena Owtschinnikowa, Präsident des BRK Erlangen-Höchstadt Brüne Soltau und Geschäftsführerin des RK Wladimir Olga Dejewa

Rot-Kreuz-Zentrum: Es wurde 1999 gegründet, um der Bevölkerung medizinische und soziale Hilfe leisten zu können. Das Deutsche Rote Kreuz übernahm alle Sanierungskosten für die Räumlichkeiten in Höhe von 30.000 DM.

Katholische Gemeinde: Die Kirche wurde 1991 mit Hilfe der Katholiken aus Erlangen saniert. Hier wird Sozialhilfe für die Wladimirer geleistet.

Heizkessel für Wladimir

Heizkessel für Wladimir

Kommunale Infrastruktur: In Wladimir wurde ein Klärwerk mit Zulieferung aus Erlangen gebaut. Seit Herbst 1991 versorgt das Heizkraftwerk „Erlangen“ 1.500 Wohnungen, eine Schule und einen Kindergarten im Südwesten der Stadt.

Sozialprojekt „Lichtblick“: Umgesetzt von den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf unter Mitwirkung des BRK, im Rahmen dessen Gebäude des Psychiatrischen Krankenhauses saniert sowie medizinisches Gerät und Spielsachen für die kranken Kinder angeschafft wurden.

Spendensammlungen: Im Mai 2000 sammelten Gemeindemitglieder aus Erlangen Spenden zur Behandlung von zwei schwerkranken Mädchen.

Hilfe für Wladimir: Begonnen 1990, in deren Verlauf Erlanger Bürger mehr als drei Millionen DM sammelten. Das BRK organisierte fünf Jahre lang die Aktion und brachte die Hilfsgüter nach Wladimir. Von 1993 bis 1997 vollzog sich ein intensiver Austausch von Fachärzten.

Ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, Jewgenij Jaskin, und ein Bett aus Erlangen

Ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, Jewgenij Jaskin, und ein Bett aus Erlangen

Kinderhilfe Wladimir: Eine Aktion des Jahres 1998 mit einem Volumen von mehr als 600.000 DM, wofür Medikamente, Lebensmittel u.a. gekauft wurden. Vor zwei Jahren half ein Erlanger Frauenklub dabei, im Wladimirer Kinderkrankenhaus einen gynäkologischen Behandlungsraum einzurichten. Das Rot-Kreuz-Krankenhaus erhielt ca. 200 Patientenbetten.

Zum Thema passend: Ein Chirurg in spe

Im Wladimirer Rot-Kreuz-Krankenhaus absolviert der Sohn des Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, ein Praktikum. Dominik kennt Wladimir gut. Von Kindheit an kommt er mit seinem Papa hierher. Jetzt ist er erwachsen und studiert in Berlin Medizin.

Dominik Steger am Rot-Kreuz-Krankenhaus

Dominik Steger am Rot-Kreuz-Krankenhaus

Das Praktikum in einem Wladimirer Krankenhaus ist für mich sehr interessant, weil alles so anders ist als bei uns. Die Geräte sind zwar nicht so modern wie in deutschen Krankenhäusern, dafür haben aber die Ärzte mehr Erfahrung. Ein Unterschied besteht auch darin, daß es in Deutschland so gut wie keine Krankenzimmer mit mehr als zwei oder drei Betten gibt, während hier manchmal bis zu sechs Patienten zusammen untergebracht sind. Die Verständigung mit den Ärzten fällt mir manchmal nicht ganz leicht. Mein Russisch ist nicht ganz auf der Höhe, besonders hinsichtlich der medizinischen Fachbegriffe. Aber ich kenne ja die lateinischen Termini, was mir bei der Arbeit hilft. Ich habe gerade mein erstes Studienjahr hinter mir und weiß noch nicht so viel. Ich darf deshalb bei Operationen nur zusehen. Ich bin dem Krankenhaus für diese Möglichkeit sehr dankbar. Auf eine Fachrichtung habe ich mich noch nicht festgelegt, bisher studiere ich Allgemeinmedizin. Möglicherweise werde ich aber Chirurg.

Und hier geht es zum russischen Original: http://is.gd/wx8gB4

Anmerkung: Aufmerksame Leser werden die eine oder andere Ungenauigkeit vor allem im Zusammenhang mit dem Erlangen-Haus bemerkt haben. Hierzu sei gesagt, daß ein Buch über Geschichte und Gegenwart dieses Gemeinschaftsprojekt in Vorbereitung ist. Und für die Schüler bleiben noch viele in dem Artikel nicht verfolgte „deutsche Spuren“ zu entdecken. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

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Am 24. September ist in der Wladimirer Tageszeitung Prisyw ein Artikel von Alexander Cholodow unter der Überschrift „Studenten lernen erleben“ erschienen, der hier in Übersetzung zu lesen ist:

Prisyw

Wissenschaft kennt keine Grenzen. Diese Erkenntnis bewiesen wieder einmal die immer fester werdenden Beziehungen der Staatlichen Universität Wladimir mit anderen Ländern.

Heute geht in den Räumen der Hochschule die Arbeit der Internationalen Schule junger Führungskräfte zu Ende, an der deutsche Professoren, 15 Studenten aus Österreich, sieben aus Rußland und drei aus Bulgarien teilnahmen. Über den ganzen Sommer hatten sich bereits vier solcher Schulen verteilt, die gerade abgeschlossene ist die fünfte, zwei weitere folgen noch. An der Wiege dieses akademischen Austausches steht Wolfram Howein, Koordinator des Projekts Blauer Himmel, in dessen Rahmen im Dorf Penkino, Kreis Kameschkowo, mit Kindern gearbeitet wird, die wegen Auffälligkeiten und Behinderungen eine Therapie benötigen.

Die Schule für junge Führungskräfte bietet Vorlesungen und Praktika zur Psychologie der Persönlichkeit, wobei das Hauptziel darin besteht, die Teilnehmer darin zu unterrichten, anderen Menschen zu helfen. Im vergangenen Jahr erschien in Rußland der Band „Erlebnispädagogik“, übersetzt vom Lehrstuhl für Psychologie der Persönlichkeit und Sozialpädagogik der Universität Wladimir. Werner Michl, Autor der Publikation und Professor für Soziale Arbeit an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg, ist gekommen, um an der Schule für junge Führungskräfte zu unterrichten. Sein Buch enthält eine Vielzahl von praktischen Beispielen dafür, wie sich psychologische Probleme von Menschen mit Hilfe einer neuen Methodik lösen lassen.

„In Österreich gibt es mehr als 1.000 Experten für diesen Fachbereich der Psychologie. Und ich habe jetzt 1.000 Exemplare des Lehrbuchs mit nach Rußland gebracht“, berichtete Werner Michl bei der ersten Vorlesung, deren Stafette dann Ulrich Lakemann, Professor an der Universität Jena, übernahm. „Die Erlebnispsychologie ist in der Praxis eine ständige Wechselwirkung zwischen Patient und Psychologe. Nehmen wir einen Patienten mit einer psychosomatischen Erkrankung. Es fällt ihm schwer, seine Probleme zu lösen, er ist aufgeregt, nimmt sich alles zu Herzen. Man muß ihm beibringen, seine Furcht zu überwinden. Das kann man etwa mit Hilfe von Klettern tun. Fünf Patienten, zwei Bergführer und ein Psychologe steigen auf einen Gipfel. Der Psychologe ist im ständigen Gespräch mit den Patienten, die davon sprechen, wie sie die Hindernisse überwinden, wie sie zum Erfolg kommen. Der Psychologe teilt ihr Erleben. Zudem befindet sich die ganze Gruppe im Freien, und die Natur schenkt die Möglichkeit, die eigenen Alltagssorgen hinter sich zu lassen. Auf einer bestimmten Höhe angelangt, erkennt der Mensch, wozu er fähig ist, daß er nicht anders ist als die andern – und sogar stärker. Er beginnt nun auch, sich den anderen Schwierigkeiten im Leben zu stellen, verändert sich selbst.“

Die Hörer konnten das in den Vorlesungen Gehörte in der Praxis überprüfen.: Sie fuhren zum Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik Blauer Himmel in Penkino, besuchten eine Reihe weiterer Sozialeinrichtungen, lernten die Arbeit des Gouvernementskrankenhauses für Psychiatrie Nr. 1 und nahmen an Vorlesungen an der Hochschule teil. Die bulgarischen und österreichischen Studenten wollen später einmal als Sozialpädagogen und Sozialarbeiter tätig sein. Einer von ihnen, Maikl Dschungmaier ist schon ein gestandener Mann, 34 Jahre alt, und kommt aus Linz in Österreich.

Erzähl doch mal von Dir, Maikl: – Nach der Schule diente ich in Österreich in einer Panzereinheit. Wir haben Wehrpflicht. Ich habe einen Leopard 2 gefahren, so einen deutschen Panzer… – Das hat aber wenig mit Psychologie und sozialen Fragen zu tun. – Ja, ich bin erst mit der Zeit dazu gekommen. Nach der Armee studierte ich Physik und Wirtschaftsprogrammieren. Aber das war nicht mein Ding. Später arbeitete ich in Kaffeehäusern, Restaurants, Hotels. Dann änderte ich den Kurs. Jetzt studiere ich soziale und familiäre Arbeit. – Warum interessiert dich das? – Nicht des Geldes wegen. Sondern weil das Arbeit mit Menschen ist, eine Arbeit, die vom Staat unterstützt wird. Wir interagieren mit alten Menschen, mit Behinderten, mit schwierigen Familien. Was diese Familienbetreuung angeht, so arbeite ich mit den Kindern, mein Kollege mit den Erwachsenen. Die Kinder müssen zur Schule gebracht werden, alle möglichen Probleme sind zu lösen. – Ist das die freie Entscheidung der Familie, sie zu rufen? – Nein, die Regierung meint, wenn in einer Familie Kinder Schaden nehmen, müsse man ihnen helfen. – Wenn aber die Familie das gar nicht will? – Das kommt schon vor, meist wenn es sich um eine Familie handelt, wo Armut herrscht, Arbeitslosigkeit oder Trunksucht. Manchmal will man uns nicht reinlassen. Das kommt vor. Aber wir sind hartnäckig!

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In den Apriltagen des Jahres 1939 war in der Wladimirer Parteizeitung Prisyw ein Artikel zu der Schädlichkeit des Osterfestes zu lesen, der nun, 75 Jahre später, erstmals ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht werden soll und zurückführt in eine gar nicht so ferne Zeit, die, wie wir leider sehen werden, bis heute nachwirkt.

Einstiges Stalin-Denkmal in Wladimir

Einstiges Stalin-Denkmal in Wladimir

Die Arbeiter und Kolchosbauern der UdSSR begehen alljährlich die Revolutionsfeiertage. Dies sind Tage, die den herausragenden Ereignissen des heldenhaften Kampfes der Arbeiterklasse um die Befreiung der Werktätigen vom Joch der Kapitalisten, Gutsherren und Großbauern geweiht sind. Die Revolutionsfeiertage sind Freudenfeste anläßlich der Siege und Errungenschaften der Werktätigen im Kampf für den Sozialismus.

Ganz im Gegensatz dazu stehen die religiösen Feste. Diese Feste sollen im Bewußtsein der Werktätigen in den kapitalistischen Ländern die für die Ausbeuter so nützliche Sklavenideologie festigen: Vertröstung auf Gott, Duldsamkeit und Unterwürfigkeit gegenüber den Unterdrückern, Verzicht auf den Kampf um ein besseres Leben auf der Erde.

Wladimirer Traktor vor dem Stalin-Denkmal

Wladimirer Traktor vor dem Stalin-Denkmal

Dem Osterfest liegen dabei die allerschädlichsten Ideen zugrunde. Die Religion behauptet, der Mensch sei seiner Natur nach „sündig“, und alle Leiden der Menschen in den kapitalistischen Ländern – Arbeitslosigkeit, Hunger, Armut u.s.w. – erklärten sich nicht durch die Existenz eines ausbeuterischen, ungerechten und räuberischen Staatssystems, sondern durch die „Sündhaftigkeit“ der Menschen. Glückseligkeit, so die Religion, sei nur im Himmel möglich. Wem nutzt die Lehre vom jenseitigen Leben? Natürlich den Ausbeutern! Den Werktätigen der kapitalistischen Länder legt man nahe „auf Erden“, die Leiden zu ertragen, die Unterdrückung und die Armut zu ertragen, damit die Seele frohlocke… nach dem Tod.

Stalin

Ruhm dem großen Stalin, dem Baumeister des Kommunismus!

Auch in unserem Land spielt Ostern eine schädliche, eine reaktionäre Rolle. In den Ostertagen regt sich in seiner ganzen so widerwärtigen Nacktheit das Überlebte der alten Lebensweise, wird der sozialistischen Produktion Schaden zugefügt, besonders der Landwirtschaft. Im vergangenen Jahr gab es Fälle, wo der eine oder andere Kolchosbauer eine Reihe von Tagen lang nicht zur Arbeit ging. Das konnte nicht ohne Auswirkungen auf die rechtzeitige Ausführung der Pläne zu den Frühlingsarbeiten in den Kolchosen bleiben, was natürlich den Feinden des Kolchossystems, den Feinden des Volkes in die Hände spielte.

Es gibt keinen Gott!

Es gibt keinen Gott!

Ostern wird – ebenso wie andere religiöse Feste – von antisowjetischen Elementen verstärkt in ihrem Kampf gegen den Aufbau des Sozialismus eingesetzt. Man muß sich deshalb immer bewußt bleiben, daß die Entlarvung des Klassenwesens der kirchlichen Feste zu den wichtigsten Aufgaben der kommunistischen Erziehung aller Werktätigen bleibt. Religion ist ein Überbleibsel des Kapitalismus, und die Überwindung aller Nachwirkungen des Kapitalismus im Bewußtsein der Menschen ist von entscheidender Bedeutung in der kommunistischen Erziehung der Werktätigen. Nur so ist es möglich, neue Verhaltensweisen und Vorstellungen, die neue Lebensweise und Weltanschauung der sowjetischen Gesellschaft zu schaffen, die unvereinbar sind mit der sklavischen und erniedrigenden Ideologie der Religion.

Stalin

Geliebter Stalin, Glück des Volkes! Der selbstherrschende Gott schenkt der russischen Welt das Neue Testament.

Die von Ihnen, Genosse Stalin, gestellte Aufgabe, in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren die am weitesten entwickelten kapitalistischen Länder einzuholen und zu überflügeln, unterstützt unsere ganze Partei, das ganze sowjetische Volk. Unter Ihrer weisen Führung vernichtete die Partei die verachtungswürdigen Feinde des Volkes – die Trozkisten und Bucharisten ebenso wie die bürgerlich-nationalistischen Agenten des Faschismus – und reinigte die Organisationen der Sowjetunion und der Partei von den Abtrünnigen.

Plakat in Moskau

Plakat in Moskau: Die fünfte Kolonne. Fremde sind unter uns.

Morgen feiern Christen in der Ost- wie in der Westkirche gemeisam Ostern. Selbst stramme Kommunisten wird man da mit einer Kerze in der Hand vor Ikonen stehen sehen. Gleichzeitig wütet der Stalinismus noch immer in den Seelen von Menschen. Wie anders ist es zu erklären, daß im Heiligen Rußland wieder Listen mit Volksverrätern in Umlauf gebracht werden und von einer Fünften Kolonne die Rede ist, wenn man sich gegen die offizielle Ukraine-Politik stellt? Ein später Triumph für den Menschenschinder. Unwürdig eines Landes, das selbst am meisten unter dessen Terror zu leiden hatte!

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