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Posts Tagged ‘Peter Steger’


Ab 9.00 Uhr ist die komplette Gerade von der Einfahrt zur Altstadt von Wladimir über das Goldene Tor, den Kathedralenplatz, vorbei am Erlangen-Haus bis hinunter zum Michail-Frunse-Denkmal komplett für den Verkehr gesperrt, bereit für den ersten Halbmarathon der Partnerstadt, die Strecke abgesteckt, Bürgersteig und Straße wie geleckt.

Das Team Erlangen mit Freunden aus Wladimir vor dem Start. Photo: Dominik Steger

Gegen 11.00 Uhr nimmt das Team Erlangen mit Jonas Eberlein, Fredi Schmidt, Manuel Schmidt, Gertrud Härer und Peter Steger auf dem Kathedralenplatz Aufstellung, läuft sich ein, trifft Freunde vom Laufklub „Bodrost“, freut sich über das Wetter mit mäßiger Luftfeuchtigkeit, leichtem Wind und vor allem angenehmen Temperaturen um 16° C – unter bedecktem Himmel und ohne einen einzigen Regentropfen.

Jonas Eberlein und Fredi Schmidt. Photo: Dominik Steger

Nachgerade ideale Bedingungen, vor allem, wenn man weiß, wie verregnet und verhagelt der Wladimirer Sommer war. Und so zeigen sie denn auch ihre Lauffreude, Jonas Eberlein, der nebenbei auch noch mit drei Bällen jongliert, und Fredi Schmidt, der sich mit ihm – auf ärztlichen Rat – auf die Neun-Kilometer-Distanz macht. Beide laufen dann auch entspannt und gemeinsam als 109. und 110. von 155 Teilnehmern mit einer Zeit von 50:52 ins Ziel.

Peter Steger. Photo: Dominik Steger

Die drei anderen nehmen die Halbmarathon-Strecke mit persönlichen Bestleistungen – und das trotz der Härten des Auf-und-Ab-Parcours mit den dreieinhalb Runden und dem harten Asphaltprofil: Peter Steger kommt als 110. von 188 Teilnehmern mit 1:52:05 ins Ziel, und Manuel Schmidt bleibt als 132. im Feld mit 1:59:27 ebenfalls unter den magischen zwei Stunden.

Team Erlangen auf der Bühne. Photo: Dominik Steger

Und was ist mit Gertrud Härer? Sie zieht sich nach dem Lauf für eine halbe Stunde ins Erlangen-Haus zurück – und verpaßt leider die Team-Ehrung, von den Organisatoren ganz an den Anfang gestellt.

Team Erlangen in Siegerpose. Photo: Dominik Steger

Eine schöne Verneigung vor den Gästen, die mit ihrer Teilnahme der Veranstaltung nicht unbedingt den großen sportlichen Glanz verleihen, fehlt doch John Stackmann im Team, aber doch für ein internationales Flair sorgen.

Die Trophäen. Photo: Dominik Steger

Kompliment nicht nur für diese Geste an die Gastgeber, sondern auch für den gelungen Einstand. Zeitnahme, Verpflegungsstationen und Sauberkeit entlang der Strecke kann man nur vorbildlich nennen. Pawel Tschernow, immer wieder zu Gast beim Erlanger Winterlauf in der Brucker Lache, hat als Cheforganisator ein ausgezeichnetes Team zur Seite.

Die Freundschaft Erlangen – Wladimir hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Photo: Dominik Steger

Und da ist dann doch noch Gertrud Härer, die sich in ihrer Altersklasse nur Olga Sagitowa, ebenfalls regelmäßige Teilnehmerin am Winterlauf, mit 1:47:07 als elfte Frau im Feld durchsetzte. Und das nach fünf Wochen Radtour von Partnerstadt zu Partnerstadt. Applaus!

Gertrud Härer

An einem solchen Freudentag ist es aber auch gut, einmal innezuhalten und zurückzublicken auf die Wunder der deutsch-russischen Geschichte, wie aus Feinden Freunde wurden, kaum irgendwo mehr spürbar als hier am Platz des Sieges, in dessen unmittelbarer Nähe der Friedensbaum wächst, gepflanzt am 22. Juni 2011 von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, dem Erlanger Weltkriegsveteranen Wolfgang Morell und Wladimirer Kameraden.

Susanne Lender Cassens und Irina Chasowa

Schließlich noch eine wichtige Etappe mit dem Kauf von zwei Fahrrädern für das Erlangen-Haus. Eine Anschaffung, die sicher schon längst hätte getätigt werden müssen, die aber wohl zu warten hatte, bis Susanne Lender-Cassens ihren Antrittsbesuch macht. Die vier Kilometer zurück zum Erlangen-Haus sausen die Bürgermeisterin und der Partnerschaftsbeauftragte über deutlich schneller zurück als Irina Chasowa im Bus.

Susanne Lender-Cassens und Peter Steger. Photo: Irina Chasowa

Zu Gast bei Guram Tschjotschjew. Photo: Dominik Steger

Am Abend dann der Ausklang mit einem Bekenntnis im Freundeskreis der Orthopäden Guram Tschjotschjew: „Ich komme wieder nach Wladimir!“ Vielleicht ist ja der Bürgermeisterin die Partnerschaft auch schon zur „kleinen Heimat“ geworden, als die der gastgebende Orthopäde schon seit einem guten Vierteljahrhundert Erlangen betrachtet.

Mehr Bilder unter: https://is.gd/Nvslvw

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Montag, 7. August, Flug LH 2162 aus München ist fast pünktlich. Peter Steger und ich holen unsere Gäste aus Wladimir am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg ab. Der Vorstand des Roten Kreuzes in Wladimir kommt mit seiner Vorsitzenden, Olga Antropowa. und ihrem Stellvertreter, Wladimir Prosor. auf Einladung des Erlanger Fördervereins zur Unterstützung des Roten Kreuzes in Wladimir zu einem intensiven Informationsbesuch nach Erlangen. Gemeinsam suchen wir nach neuen Ideen und Wegen, um die unzureichende häusliche Versorgung schwerkranker Menschen in Wladimir zu verbessern.

Hans Ziegler, Melitta Schön, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Nadja Steger

Am Dienstagmorgen geht es schon um 7.30 Uhr los. Als Dolmetscherin begleitet uns Anastasia Blasch, eine Wladimirerin, die seit zwei Jahren in Erlangen lebt. Wir fahren zum Roncallistift, wo die Gäste nach kurzer Einführung durch Adelheid Seifert (Leitung Pflege und soziale Dienste) direkt beim Pflegerundgang im Bereich des betreuten Wohnens dabei sein können. In den Diskussionen werden alle Aspekte in Zusammenhang mit der Pflegeversicherung in Deutschland behandelt, eine gute Grundlage für die weiteren Gespräche in den folgenden Tagen. Bemerkenswert schon hier, die herzliche Aufnahme und die umfassende Information durch die Mitarbeiter des Stifts, ein Eindruck, der sich in allen Folgeveranstaltungen wiederholt hat!

Anastasia Blasch, Adelheid Seifert, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

Am späteren Vormittag besuchen wir SAPVPalliativa (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung), eine gemeinnützige GmbH, gegründet vom Hospizverein Erlangen e. V. und dem Hausärzteverein Erlangen und Umgebung e. V.. Die Ärztin Anette Christian informierte uns gemeinsam mit einem Team ausführlich über das Leistungsangebot. In der angeregten Diskussion bleibt keine der vielen Fragen unbeantwortet. Begleitet wird die Diskussion von Jürgen Binder, einem Freund der Partnerschaft und Gründer des Hausärztevereins Erlangen und Umgebung.

SAPVPalliativa-Team mit Anette Christian (Mitte), Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Anstasia Blasch und Jürgen Binder (ganz rechts)

 

 

Nachmittags steht ein Besuch des Rot-Kreuz Altenheims in Etzelskirchen an. Sein Leiter, Jan Pyschny, gleichzeitig auch stellvertretender Geschäftsführer des BRK Erlangen-Höchstadt und Leiter der ambulanten Pflegedienste, erwartet uns. Auf der Terrasse am großen Garten seiner Einrichtung diskutieren wir Themen der stationären und ambulanten Pflege. Mit der „Dementen WG“ kommt eine für die Russen neue Idee aufs Tapet. Besonders beeindruckend ist für unsere Freude der Streichelzoo im Eingangsbereich des Hauses.

Anastasia Blasch, Wladimir Prosor, Jan Pyschny und Olga Antropowa

Über die Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen erfahren wir am Mittwochvormittag. Unser Ziel ist der Förderverein zur Unterstützung der Tagespflege am Martin-Luther-Platz e.V. Die Leiterin, Kristin Kalden, erwarten uns, und wir erleben, wie Menschen, die wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten Hilfe benötigen, liebevolle und kompetente Zuwendung erfahren. Die Besucher kommen an vorher vereinbarten Tagen, meistens für den ganzen Tag. Ein Bus des BRK sorgt für den Transport. Die Kosten können z. T. mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden, der Verein braucht aber die Unterstützung seiner Mitglieder und anderer Spender. Wir erfreuen uns an der abwechslungsreichen und häuslichen Atmosphäre der behindertengerecht ausgestatteten großen Wohnung und bekommen umfassende Antworten auf unsere Fragen.

Danach gehen wir zum Verein Dreycedern e.V. am Altstädter Kirchenplatz. Brigitta Hildner, im Verein verantwortlich für den Betreuungsbereich, hat ihre Mittagspause für uns geopfert und informiert umfassend über das Konzept der fachlich geschulten „Betreuungspaten“, ehrenamtlich tätige Menschen, die die Familien mit dementen Angehörigen durch Aufklärung und Beratung sowie durch stundenweise Unterstützung und Aktivierung zuhause entlasten. Umfangreiche Schulungsangebote und Gesprächskreise im Haus des Vereins runden das Angebot ab.

Brigitta Hildner, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Anastasia Blasch

Der Nachmittag gehört dem Roten Kreuz in der Henri-Dunant-Straße in Erlangen. Mit dem Vorstand und Mitgliedern des Vorstandes des Fördervereins diskutieren wir die bisherigen Aktivitäten in Wladimir und die Ziele für die noch zu vereinbarende Weiterarbeit. In der Diskussion sind wir uns einig: Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit der zukünftigen Aktivitäten sind die wichtigsten Voraussetzungen für die weitere Unterstützung durch den Förderverein.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Ein Ergebnis der bisherigen Aktivitäten in Wladimir sind Pflegekurse für Angehörige schwerkranker Menschen. Olga Antropowa berichtet über daraus entstandene neue Kontakte:

Wir arbeiten jetzt erfolgreich mit dem Institut für Justiz zusammen, wo Fachkräfte für den Strafvollzug und die Rechtsprechung ausgebildet werden. Unsere Pflegekurse finden dort großen Anklang und helfen sicher, die Versorgung von Patienten in Gefängnissen oder in U-Haft zu verbessern. Von diesem guten Beispiel ausgehend, planen wir jetzt auch eine Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und weiteren staatlichen und ehrenamtlichen Einrichtungen, die bisher alle nur eine Grundausbildung in Erster Hilfe erhalten. Ich denke, auch die Politik versteht zunehmend, wie wichtig unser Beitrag zum Gesundheitswesen ist.

Olga Antropowa, Melitta Schön und Wladimir Prosor

Abschließend gibt es einen Rundgang durch die Einrichtungen des Zentrums, dessen Umfang und technischer Stand tief beeindrucken.

Wladimir Prosor und Olga Antropowa auf dem Weg nach Jena

Das Regio-Ticket Franken-Thüringen bringt uns drei am Donnerstag ab 9 Uhr für nur 32 € nach Jena (hin und zurück), wo uns mittags am Bahnhof bereits Iwan Nisowzew, ein in Jena lebender Ingenieur aus Wladimir, und Robert Hebestreit, Pflegedirektion des Universitätsklinikums Jena, erwarten. Iwan wird die Rolle des Übersetzers übernehmen. Bei Pelmeni in einem russischen Bistro im Stadtzentrum kommt Peter Schreiber, der Vorsitzende des DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda e.V., hinzu. Mit ihm besuchen wir die Rettungsleitstelle Jena und die DRK-Rettungszentrale, wo unsere Gäste die neuesten technischen Einrichtungen der Notarztfahrzeuge bestaunen. Anschließend erfahren wir an der Schule Duolinga, wie das Rote Kreuz in Jena sogar eine zweisprachige Grundschule und insgesamt fünf Kindertagesstätten betreiben kann. Auf dem Parkplatz des DRK-Zentrums fallen die in Reih und Glied aufgestellten Kleinwagen des Pflegedienstes auf, in Wladimir müssen die Pflegekräfte bisher mit dem öffentlichen Personennahverkehr klarkommen! Peter Schreiber erläutert uns abschließend noch die Organisationsstrukturen seiner Einheit.

Peter Schreiber, Norbert Hebestreit, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

In der abschließenden Diskussion mit Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew können noch Details der geplanten Folgebesuche und Kontakte mit dem Universitätsklinikum Jena geklärt werden, außerdem wird über mögliche Schulungen und Praktika russischer Pflegekräfte in deutschen Einrichtungen diskutiert. Dazu wären aber – wie bei der Zusammenarbeit mit der Wladimirer Psychiatrie – vorher Deutschkurse zu absolvieren. Voller Ideen und Eindrücke kommen wir gegen 21 Uhr wieder in Erlangen an.

Georg Meyer, Wolfgang Köstner, Melitta Schön, Olga Antropowa, Wladimir Prosor und Waldemar Wagner

Mit dem Freitagvormittag endet das Informationsprogramm. Wir fahren zum Hospizverein Eckental und Umgebung e.V., wo uns der Vereinsvorstand mit Georg Meyer, Melitta Schön und Wolfgang Köstner sowie die Koordinatorin Frieda Meier erwarten. Waldemar Wagner, wieder ein Wladimirer der in Franken seine neue Heimat gefunden hat, unterstützt uns als Dolmetscher. Es geht hier um die Begleitung sterbenskranker Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt, nach Möglichkeit in häuslicher Umgebung. Ca. 40 ehrenamtliche, durch den Verein ausgebildete Hospizbegleiter haben in den letzten Jahren etwa 60 Patienten begleitet. Wir können uns ausführlich über die Arbeit des Vereins, der über eigene Räume verfügt, informieren. Ein Sonderthema ist die in der Russischen Föderation so nicht bekannte Patientenverfügung.

Zurück in Erlangen, erwartet uns ein Gespräch mit der Bürgermeisterin Susanne Lender- Cassens, die als gelernte Krankenschwester die Gelegenheit nutzen will, den Austausch bei ihrem Besuch im September fortzusetzen.

Wladimir Prosor, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Susanne Lender-Cassens

Nachmittags ist Sightseeing angesagt. Wieder unterstützt durch Anastasia Blasch, fahren wir nach Bamberg und erkunden die Altstadt, natürlich darf eine Rauchbierprobe im Schlenkerla nicht fehlen. Die Smartphones leisten als Fotoapparate Schwerstarbeit, und im Rosengarten der Residenz stoßen die Akkus an ihre Grenzen, es reicht aber noch für eine abschließende Fotoserie bei den Fachwerkfassaden am Forchheimer Rathaus im strömenden Regen!

Der Samstag stand dann für unsere Freunde aus Wladimir zur freien Verfügung. Sie berichteten am Sonntag über den schönen Tag in Nürnberg, als Peter Steger und ich Sie morgens um 6 Uhr zum Flughafen bringen. Eine Woche mit intensiven und neuen Eindrücken geht zu Ende, von der Wladimir Prosor meint, sie sei ihm vorgekommen wie ein ganzer Monat.

Es bleibt mir ein herzliches Dankeschön an alle, die an den Treffen teilgenommen und mitgeholfen haben. Ein besonderer Dank gilt Anastasia, Iwan und Waldemar, die als Dolmetscher ihre Freizeit für diesen Besuch geopfert haben. Bleibt zu hoffen, aus dem Besuch entstehen im Laufe der Jahre noch neue Ideen für die Aktivitäten des Roten Kreuzes in Wladimir.

Wolfram Howein

Was Wolfram Howein sich selbst nicht aussprechen kann, sei hier nachgeholt: Danke und спасибо für die Vorbereitung des Programms und die Begleitung durch die intensiven Tage. Die glücklichen Gäste werden es ihm nicht vergessen!

 

 

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Schon Mitte Juni ging in der Redaktion des Blogs eine Zuschrift von Waltraut Firgau ein, die erst heute veröffentlicht wird, weil die dazugehörigen Bilder noch zu scannen und nachzureichen waren. Aber was bedeutet schon die Frist von einem Monat des Wartens angesichts der Spanne eines Vierteljahrhunderts, die zwischen damals und heute liegt…

Start mit einer Chartermaschine von Aeroflot auf dem Flughafen Nürnberg

Mein Enkel, Max Firgau, verbringt gerade ein Stipendiumssemester in Wladimir. Vielleicht haben Sie hier im Blog schon von und über ihn gelesen. Ich verfolge sein Leben dort mit großem Interesse, weil mein Mann und ich 1993 beim zehnjährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir dort einen Besuch gemacht haben.

Das Rasthaus „Skaska“ („Märchen“), vor fast einem Jahr abgebrannt, siehe: https://is.gd/JY4FfF

Die alten Bilder habe ich mir jetzt wieder angeschaut und mit denen von Max verglichen. Manches ist noch genau so geblieben, wie wir es damals kennengelernt haben.

Neubauvierte in Wladimir

Es war eine große Delegation¹, die damals zum Jubiläum fuhr. Wenn ich mich recht erinnere, wurde alles von Peter Steger² organisiert.

Die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow

Mit dabei waren natürlich Oberbürgermeister Dieter Hahlweg, mehrere Vereine, z.B. der Kosbacher Stadlchor und die Speeldeel Ihna und sehr viele Erlanger Bürger.

Die Kavalkade von Bussen bei einem Zwischenhalt an der Raststätte „Skaska“

Weil damals eine Partnerschaft zwischen einer deutschen und russischen Stadt noch etwas Besonderes war, wurden wir vom Flugplatz in Moskau mit vielen Bussen abgeholt und mit Polizeigeleit nach Wladimir gebracht.

Die Kirche der Altgläubigen, bisher noch Museum für Kristallglas, mit einem Motiv, das man heute dort nicht mehr zu sehen bekommt

Dort empfing man uns mit großer Herzlichkeit. Uns wurden viele Ausflüge und Führungen angeboten, in Wladimir selbst und in der Umgebung.

Auf dem Weg zu Mariä Schutz und Fürbitt

Das Erlangen-Haus war damals schon in der Planung, aber noch nicht eröffnet. Schön war unser Ausflug über die grüne Wiese zu der Kapelle Mariä Schutz und Fürbitt mit ihrer wundervoll gestalteten Fassade.

Bogoljubowo

Wir besuchten natürlich auch Gus Chrustalnyj und Susdal. Besondern hat mich dort das Glockenspiel fasziniert, das wir von außen gut beobachten konnten.

Fränkisches Fest

Der Jubiläumstag wurde bei schönem Wetter groß gefeiert mit Folkloreveranstaltungen und Chordarbietungen von beiden Seiten.

Kosbacher Stadlchor

Den Abschluß unserer Fahrt bildete ein kurzer Aufenthalt in Moskau auf dem Roten Platz, wo wir auch das Innere der Basilius-Kathedrale besichtigen konnten. Interessant dabei:

Folklore-Ensemble Rus

Damals standen das Historische Museum und das Tor daneben noch nicht. Sie wurden nach ihrer  Zerstörung erst 1996 wieder aufgebaut.

Dietmar Hahlweg auf dem Roten Platz im Gespräch

Es war eine beeindruckende Reise und ich freue mich darüber, wie mein Enkel das alles heute auch intensiv erleben kann.

Waltraut Firgau

Hier liegt heute die Fußgängerzone Wladimirs

Anmerkungen: 1) Es handelte sich tatsächlich um die bisher größte Bürgergruppe, die nach Wladimir reiste: 350 Personen. 2) An der Organisation waren natürlich noch viele beteiligt, vor allem, federführend, der Stadtverband Kultur und sein damaliger Vorsitzender, Karl Heinz Lindner, sowie natürlich die Gastgeber mit einem Arbeitsstab unter dem späteren Oberbürgermeister, Alexander Rybakow.

Das Motiv von damals heute

Sollte jemand noch ähnliche Schätze im Album bergen, freut sich die Redaktion immer über ähnliche Funde. Deutlich genug? Immer her damit!

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Ich hatte bei der Wahl der Praxis für meine Pflichtfamulatur in der Allgemeinmedizin großes Glück, da ich hierbei Jürgen Binder kennenlernen konnte, einen promovierten Arzt, der sich schon seit langem für den medizinischen Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir mit Herz und Seele engagiert.

Der Mediziner bot mir die unglaubliche Gelegenheit, ihn und eine Delegation von Ärzten aus Erlangen Mitte Juni in die russische Partnerstadt zu begleiten. Das Land faszinierte mich sowieso seit jeher, und nun hatte ich die Möglichkeit, sowohl die medizinische Versorgung vor Ort, als auch Land und Leute kennenzulernen. Wie könnte man da ablehnen?!

Wladimir bei Nacht

Die Anreise war sogleich unser erstes Abenteuer. Nachdem schon alle Passagiere an Bord gegangen waren, wurde ein technischer Defekt festgestellt (quasi in letzter Sekunde), woraufhin wir das Flugzeug wieder zu räumen hatten. Es folgten nervenzehrende Verhandlungen mit der Fluggesellschaft über das weitere Vorgehen, doch glücklicherweise konnten wir, zwar mit erheblicher Verspätung, unsere Fahrt dennoch am selben Tag antreten.

Bei unserer Ankunft wurden wir im Erlangen Haus trotz der frühen Zeit (4.30 Uhr) herzlich aufgenommen und konnten uns von den Strapazen der Anreise für einige Stunden erholen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, zeitlich wohl eher Brunch, starteten wir gestärkt und gespannt  in unser Programm für den ersten Tag:  die Besichtigung der Palliativabteilung sowie der Dialyseabteilung im Krankenhaus Nr. 6 und ein Treffen mit Alexander Kirjuchin, dem Leiter des Gesundheitsministeriums der Region Wladimir, am Nachmittag.

Prof. Christoph Ostgathe und seine Wladimirer Palliativkolleginen

Das Team der Palliativabteilung begrüßte uns mit Kaffee und Tee, sowie kleinen Häppchen. Anschließend wurden wir durch die Station geführt und konnten einen Eindruck von der palliativen Versorgung in diesem Krankenhaus gewinnen; durch Gespräche mit Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und auch Patienten lernten wir die Organisation  und die Herangehensweise dieser Fachdisziplin etwas näher kennen.

Flur der Palliativstation

Gerade für mich war es sehr spannend, da ich aus Studium und Praxis am Universitätsklinikum Erlangen eine hochmoderne High-Tech-Medizin gewohnt bin. Zu sehen, wie man auch mit einfachsten Mitteln den Bedürfnissen schwerkranker Patienten gerecht werden kann, weckte vor allem Demut für die Arbeit der Ärzte und Pflegekräfte dieser Abteilung.

Am Nachmittag waren wir dann im Gesundheitsministerium der Region bei Alexander Kirjuchin zu Gast. Hierbei wurden vor allem Brücken geschlagen, um den weiteren fachlichen und personellen Austausch im Bereich der Palliativmedizin zu festigen.

Empfang bei Alexander Kirjuchin

Abends lernte ich endlich meine Gastfamilie kennen, bei der ich die restlichen Tage wohnte. Dies war für mich in dieser Zeit eine besonders wichtige Erfahrung, da ich mich dort nicht nur fachlich austauschen konnte (beides Mediziner), aber auch den Alltag und das Miteinander einer russischen Familie erleben durfte. Die Gastfreundschaft, die mir in dieser Familie widerfuhr, kann man nicht beschreiben.

Felix Wackerbauer und seine Gastfamilie Seliwjorstow

Am darauffolgenden Tag besichtigten wir das Notfallkrankenhaus gemeinsam mit dessen ärztlichem Direktor, Jewgenij Jaskin. Wir wurden auch hier wieder herzlich (und kulinarisch) empfangen, bevor wir durch die Stationen geführt wurden.

Unsere Gruppe mit Jewgenij Jaskin und Irina Chasowa, unserer unermüdlichen Betreuerin und kompetenten Dolmetscherin

Die „Rot-Kreuz-Krankenhaus“ genannte Klinik dient vor allem der Notfallversorgung der Region und beherbergt insbesondere chirurgische Fachdisziplinen. Wie schon am Tag zuvor, konnte ich einen direkten Vergleich zu unseren modernen Kliniken ziehen und war wieder einmal erstaunt darüber, wie dort Medizin auf hohem Niveau betrieben wird – trotz der (in unseren Augen) einfachen, dort vorherrschenden Verhältnisse.

Ansicht des Rot-Kreuz-Krankenhauses unmittelbar nach der Fertigstellung vor gut einhundert Jahren

Hier begegneten uns auch die Krankenbetten wieder, die vor einiger Zeit, vom Uniklinikum Erlangen ausgemustert, an das Notfallkrankenhaus in Wladimir gespendet wurden.

Krankenbett aus Erlangen

Nach einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten wir uns dann vom Gastgeber und starteten anschließend in den Kulturteil unserer Reise.

Jewgenij Jaskin und Felix Wackerbauer

Hier möchte ich mich nun etwas kürzer fassen, da über Wladimir und Susdal in diesem Blog bereits mehrfach ausführlich berichtet wurde. Beide Städte liegen am sogenannten „Goldenen Ring“, nordöstlich von Moskau, mit seinen altrussischen Städten eines der bekanntesten Reiseziele im Land, das Einblick gibt in die Geschichte der Entstehung des Russischen Reiches. Hier lagen insbesondere die religiösen und wirtschaftlichen Zentren der mittelalterlichen Rus.

Ich hatte ehrlicherweise nach kurzer Zeit schon einen kleinen „Kirchenkoller“, will jedoch zugeben, die Kirchen, Kathedralen und Klöster, die wir besichtigten, wunderschön und wirklich beeindruckend gefunden zu haben. Insbesondere die Freskenmalereien im Inneren luden zum Staunen ein.

Am Tag unserer Abreise hatten wir noch die Gelegenheit, einige Stunden in der Hauptstadt zu verweilen. In der kurzen Zeit, die uns blieb, besichtigten wir den Kreml und den Roten Platz und fuhren selbstverständlich auch mit der Metro. Wir hatten auch zum ersten Mal schönes Wetter! Es war warm und die beiden Orte quollen vor Touristen schon beinahe über, dennoch war es toll, bei unserer Abreise noch „ein wenig Moskau“ mitnehmen zu können.

Felix Wackerbauer vor der Basilius-Kathedrale

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Jürgen Binder und Peter Steger bedanken, die mir diese großartige Erfahrung ermöglichten. Weiterhin möchte ich mich auch bei der Reisegruppe für die schöne Zeit und die angenehmen Gespräche bedanken, die ich mit allen führen konnte. Und zu guter Letzt möchte ich mich bei Iwan und seiner Familie bedanken, die mich für die Zeit des Aufenthalts bei sich zu Hause aufnahmen und mir die russische Lebensart ein wenig näher brachten. Ich habe hier einen sehr guten Freund gefunden!

Christoph Ostgathe, Thomas Schöllhammer, Stephan Horn, Christiane Schöllhammer, Anette Christian, Felix Wackerbauer und Jürgen Binder

„Wladimir wird mich wiedersehen“, verspricht Felix Wackerbauer

Siehe auch: https://is.gd/lzz0yh

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Nach jedem Gipfeltreffen der deutsch-russischen Partnerstädte stellt sich die Frage, wie es danach weitergeht, welche neuen Ziele man sich setzt. So auch gestern nach dem frühmorgendlichen deutsch-russischen Freundschaftslauf – zunächst für fünf Kilometer ausgeschrieben, dann auf gerade einmal drei Werst verkürzt – eines etwa einhundertköpfigen Teams durch einen der nebeldampfenden Parks von Krasnodar.

Sieg der Partnerschaft: Sergej Siwajew und Peter Steger

Nach der Rückschau auf die Ergebnisse der Arbeitskreise und die Präsentation der Projektvorschläge seitens der ungefähr einhundert Jugendlichen aus beiden Ländern in der Philharmonie, nach der Einladung zur nächsten Austragungsstätte 2019 in Düren, nach der Verabschiedung und dem verdienten Dank an die Organisatoren vor allem vom Deutsch-Russischen Forum und dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften (BDWO) sowie dem Internationalen Verband der Partnerstädte und der Gastgeber…

Der deutsch-russische Freundschaftslauf

Eine Frage, die zunächst natürlich jedes Partnerschaftspaar für sich zu entscheiden hat, eine Frage aber auch, der sich mehr denn je zuvor gerade auch die hohe Politik annimmt, wie es die nachstehende Vereinbarung der Außenministerien in Berlin und Moskau ganz undiplomatisch klar formuliert:

K 25

Elisabeth Preuß mit Peter Franke, Vorsitzender des BDWO, und Oxana Kogan-Pech, Schriftführerin des BDWO

Nach einem erfolgreichen „Jahr des deutsch-russischen Jugendaustausches 2016/2017“ sollen Austausch, Verständigung und gegenseitiges Vertrauen im deutsch-russischen Verhältnis durch eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit auf kommunaler und regionaler Ebene vertieft werden. Eine besondere Rolle kommt dabei den zahlreichen Partnerschaften zwischen Bundesländern, Regionen, Kreisen, Städten und Gemeinden sowie gesellschaftlichen Vereinigungen, Universitäten und Schulen zu. Diese Verbindungen bilden das Rückgrat aktiver deutsch-russischer Beziehungen. Viele dieser Partnerschaften feiern 2017 und 2018 ihr 25-jähriges Bestehen. Wir wollen diese Partnerschaften stärker in das öffentliche Bewußtsein rücken und die aus ihnen hervorgehende Dynamik nutzen, um für weitere Partnerschaften zwischen Deutschen und Russen zu werben und dadurch Vertrauen wachsen zu lassen. Wir sind überzeugt, die kommunalen und regionalen Partnerschaften stellen eine unverzichtbare tragende Komponente der bilateralen Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern dar.

Präsentation der Jugendprojekte

Wir, der Minister für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation und der Bundesminister des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland, stellen daher die Initiative eines „deutsch-russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“, das die Tradition erfolgreicher Kreuzjahre in unseren Ländern weiterführt, unter unsere Schirmherrschaft.

Das „Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften“ soll während der Städtepartnerschaftskonferenz vom 28. bis 30. Juni 2017 in Krasnodar eröffnet werden. Es soll eine positive Dynamik des Zusammenwirkens und der Kontakte zwischen den Zivilgesellschaften der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland sicherstellen. Wir hegen den gemeinsamen Wunsch, über die zahlreichen kommunalen und regionalen Partnerschaften die Zahl und Intensität der direkten Kontakte zwischen Russen und Deutschen zu steigern und dadurch den Dialog und das Verständnis zwischen unseren Gesellschaften zu stärken. Gerade in politisch schwierigen Zeiten kommt es auf sichtbare Zeichen der Zusammenarbeit an.

Daher verbinden wir mit dem „deutsch-russischen Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“ große Erwartungen. Die im Rahmen der kommunalen und regionalen Partnerschaften entstehenden Kontakte und Verbindungen zwischen Menschen aus verschiedenen Bereichen bürgerschaftlichen Engagements bieten eine unschätzbare Zukunftschance für das gutnachbarschaftliche Verhältnis zwischen Deutschen und Russen.

Elisabeth Preuß dankt den freiwilligen Helfern, den jungen Schutzengeln der Veranstaltung

Es ist dies jener „Schatz“, den es zu hüten gilt, von dem Sigmar Gabriel zur Eröffnung der 14. Städtepartnerkonferenz in Krasnodar am Mittwoch so eindringlich gesprochen hatte. Jetzt kommt es darauf an, dieses Talent nicht zu vergraben, sondern es nach Kräften zu mehren. Erlangen und Wladimir wollen das jedenfalls tun, gerade auch angesichts des 2018 bevorstehenden 35jährigen Jubiläums der Bürgerpartnerschaft.

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Unter diesem Motto startete gestern morgen im Expograd vor den Toren von Krasnodar der Arbeitstag der 14. deutsch-russischen Städtepartnerkonferenz mit einem ganzen Reigen von Diskussionsveranstaltungen mit Kurzvorträgen. Wer die als Biennale angelegten Veranstaltungen aus früheren Jahren kennt, weiß wie detailverliebt die Organisatoren das Programm gestalten.

Sergej Sacharow und Sergej Siwajew

Da gibt es einen Markt der Möglichkeiten, wo sich Initiativen mit ihren völkerverbindenden Aktivitäten präsentieren können, vor allem aber bespricht man in Arbeitsgruppen laufende und künftige deutsch-russische Projekte unterschiedlichster Ausrichtung.

Matthias Platzeck in der Arbeitsgruppe

Es geht um Wirtschaftskontakte, die helfen sollen, in schwierigen Zeiten durch Handel und Wandel die Zukunft gemeinsam zu schaffen. Man entwickelt eine Gedenkkultur, die an die in Leid und Freude verbindende Geschichte um der Zukunft willen erinnert. Kooperationsangebote in den Bereichen Bildung, Sprachförderung und Jugend stehen auf der Agenda, während der Sport seinen Beitrag zu Verständigung und Toleranz leisten soll. Schließlich kommen auch „aktive Bürger ins Gespräch“ und erörtern soziale Fragen im Rahmen von Städtepartnerschaften.

Elisabeth Preuß in der Arbeitsgruppe

In einer sechsten Gruppe sitzen all jene, darunter auch Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, zusammen, die sich, unterstützt von Sergej Sacharow, ehemaliger Oberbürgermeister von Wladimir und jetziger Stadtdirektor von Susdal, sowie von Sergej Siwajew, Professor an der Moskauer Hochschule für Urbanistik und einst erster stellv. Bürgermeister von Wladimir, den „aktuellen Herausforderungen der Kommunen und Perspektiven in der Zusammenarbeit“ stellen wollen.

Sergej Siwajew bei seinem Vortrag zur Rolle der Städte bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Es geht um Fragen wie Energieeffizienz und Verkehrssysteme in der Verantwortung von Kommunen, um das Bemühen, die Städte lebenswerter zu machen, die Bürgerschaft in Entscheidungen der Politik frühzeitig einzubinden und an allen Prozessen zu beteiligen, den Lebensraum der Menschen zukunftsfähig zu machen und nachhaltig zu wirtschaften.

Sergej Sacharow bei seinem Vortrag

Fachleute aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie oder der Deutschen Energieagentur sowie aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung stellen ihre Expertise den russischen Kollegen und den Partnerstädten zur Verfügung. Mehr noch: Es gibt die Möglichkeit sich an einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu beteiligen, die zum Ziel hat, deutsche und russische Städte bei ihrem gemeinsamen Streben nach einer nachhaltigen kommunalen Entwicklung zu unterstützen. Mit dabei die Paare Dresden – Sankt Petersburg, Gelsenkirchen – Nischnij Nowgorod sowie Erlangen – Wladimir auf der Suche nach Konzepten für die Stadt der Zukunft im Rahmen einer deutsch-russischen Kooperation für nachhaltiges Wirtschaften im urbanen Raum.

Elisabeth Preuß bei ihrem Vortrag

Elisabeth Preuß wirbt mit ihrem Vortrag dafür, die Erfahrungen Erlangens mit der Verlagerung des zentralen Siemens-Standorts auf den Campus im Süden der Stadt für Wladimir nutzbar zu machen, denn dort steht man wegen der Lage von Betrieben, die einst prägenden Charakter hatten und heute in großen Teilen brachliegen, vor durchaus vergleichbaren Herausforderungen. Ob aus dem Ansatz ein gemeinsames Projekt wird, vermag derzeit noch niemand zu sagen, aber den Schweiß der Tüchtigen ist die Sache in jedem Fall wert.

Elisabeth Preuß im Gespräch mit Maria Josten und Tanja Abendschein-Angerstein

Im übrigen ist es durchaus erstaunlich, was die russischen Städte unter teilweise recht schwierigen Bedingungen aus eigener Kraft auf die Beine stellen. Etwa Susdal, dem es mit Hilfe von Fördermitteln der Zentralregierung und der Regionalverwaltung gelungen ist – übrigens in enger Abstimmung mit den Einwohnern der Museumsstadt – ein neues System für die Straßenbeleuchtung einzurichten, das nicht nur Energie und Kosten spart, sondern auch noch „Luft“ läßt, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nachts anzustrahlen. Jetzt will man auch noch die veraltete Steuerungstechnik modernisieren, alles im Hinblick auf 2024, das tausendjährige Jubiläum der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Rings.

Nach getaner Arbeit: die Gruppe „Stadt der Zukunft“

Prognosen sind bekanntlich schwierig, besonders dann, wenn sie die Zukunft betreffen. Aber eines zeigt die Konferenz von Krasnodar schon jetzt, auch wenn sie erst heute zu Ende geht: Es braucht einem nicht bange zu sein, um das Fortbestehen der deutsch-russischen Partnerschaften. Sie erfinden sich nicht nur immer wieder neu, sondern sie erhalten auch zusehends Unterstützung von den Regierungen, können sich an staatlichen Programmen beteiligen, erfahren Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Mehr braucht es gar nicht, denn – da wiederholt Matthias Platzeck, seinerzeit selbst Stadtoberhaupt von Potsdam, gern noch einmal die Worte von Sigmar Gabriel -, „ginge es nach den Bürgermeistern, wären fast alle Probleme der Welt gelöst.“

Folkert Kiepe aus Köln, Beigeordneter des Deutschen Städtetages a.D., und Elisabeth Preuß

Dabei schätzen die Lokalpolitiker eines ganz besonders: ihre kommunale Selbstverwaltung, kraft welcher sie ja auch ihre ganz eigene Außenpolitik verfolgen, friedlich und zum gegenseitigen Nutzen, den Blick auf die Zukunft gerichtet und eingedenk der Verantwortung, die ihnen aus der Vergangenheit zuwächst.

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Nach unserem ersten Aufenthalt vor zwei Jahren freuten wir uns über eine erneute Einladung vom 12. bis 16. Juni nach Wladimir, verbunden mit der Teilnahme an dem dort seinerzeit ins Leben gerufenen Jazzfestival „Jazz Grom“.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann

Nastja und Igor, die derzeit an der Hochschule Geige studieren, holten uns wieder am Flughafen Domodedowo in Moskau ab, und so konnten wir schon auf der mehrstündigen Fahrt nach Wladimir unser geplantes Besuchsprogramm besprechen.

Wladimir im Frühsommer

Untergebracht waren wir erneut in einer Wohnung der Universität, wo uns am nächsten Vormittag Igor abholte und von wo wir gemeinsam mit dem elektrischen Bus der Linie 8 zur Philharmonie fuhren. Dort waren wir Zuschauer einer Aufführung von Studierenden des Instituts für Kunst und Musik, die unter Leitung von Larissa Uljanowa ein humorvolles Kindermusical über den russischen Schulalltag darboten.

Kindermusical

Danach lauschten wir in der Kunst- und Musikfakultät einer Probe und dem Konzert des „High Life Jazz Orchestras“ unter Leitung von Andrej Schewljakow, das dieses Mal ihren musikalischen Schwerpunkt auf Bossa Nova und Samba legten, und gaben selbst noch eine halbstündige Kostprobe unseres Konzertprogramms.

Andrej Schewljakow (ganz rechts stehend) und sein Ensemble

Der nächste Tag war zunächst angefüllt mit einem Seminar der Dekanin Larissa Uljanowa über die musikalische Ausbildungssituation hier wie dort, wobei Florian Fischer, unser Schlagzeuger und derzeit Student an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg, ein begehrter Gesprächspartner war. Einen Dank hier noch an Irina Chasowa vom Erlangen-Haus, die für uns dolmetschte.

Florian Fischer und Gunther Rissmann

Danach ging es in die Philharmonie für einen ersten Soundcheck für das morgige Konzert und dann noch weiter an die Berufsfachschule für Musik in Wladimir. Hier spielten wir Ausschnitte aus unserem Konzertprogramm, beteiligten uns an einer kleinen Jamsession mit den dortigen Studierenden und kamen in ein angeregtes Gespräch über Improvisationskonzepte und mögliche didaktische Umsetzungen.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann im Schatten von Wladimir Lenin

Gemeinsames Musizieren hat eben eine ganz stark verbindende Wirkung auch über Ländergrenzen hinweg, die in diesem Workshop auch gut zu spüren war.

Das Trio vor der Philharmonie

Am Donnerstag blieb am Vormittag noch Zeit, die neu angelegten Gärten eines ehemaligen Klosters zu besuchen, bevor wir am Nachmittag dann in die Philharmonie gingen für einen letzten Soundcheck und die Vorbereitung auf das Festivalkonzert. Der Konzertabend wurde von einem Chor aus Wladimir eröffnet, der jazzinspirierte Kompositionen darbot, gefolgt von unserem Trioauftritt.

Auftritt des „High Life Jazz Orchestra“

Nach einer Pause spielte zunächst die landesweit bekannte russische Formation „Acapella Express“, die Vokalmusik auf höchstem Niveau bot. Dann folgte das Konzert unserer Gastgeber, des “High Life Jazz Orchestra“, bevor der Moskauer Pianist, Sergej Schilin, den Abend mit seiner Darbietung beendete.

Das Jens-Magdeburg-Trio inmitten der Wladimirer Freunde

Am nächsten Morgen traten wir schon früh die Heimreise an und bestiegen den Zug nach Moskau, begleitet von Natalia Dumnowa, Dozentin am Erlangen-Haus, die sich freundlicherweise an ihrem freien Tag bereit erklärt hatte, uns Gesellschaft zu leisten.

Florian Fischer, Gunther Rissmann mit Natalia Dumnowa in der Moskauer Metro

So konnten wir abschließend noch ein paar Impressionen aus der beeindruckenden Zehnmillionen-Metropole Moskau erhaschen, bevor wir über Zürich wieder ins heimatliche Franken flogen.

Das Jens-Magdeburg-Trio auf dem Roten Platz

Unser Dank gilt wieder unseren herzlichen Gastgebern in Wladimir, Peter Steger sowie den Damen des Erlangen-Hauses für ihre Mühe und ihr Wohlwollen.

Jens Magdeburg

s. auch: https://is.gd/9clJsG

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