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Posts Tagged ‘Paula Politov’


Nach dem Bericht der Erzieherin Natalia Tarakanowa https://is.gd/OWVQ6r über das Sozialpraktikum von sieben Waldorfschülerinnen aus Erlangen in Wladimir kommen nun auch einige der Mädchen selbst zu Wort:

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Katharina Bayer, Paula Politov, Eva Eger, Elisa Salzbrunn, Mona Schleicher , Johanna Hofmann und Maja Politov mit ihren russischen Begleiterinnen

Für zwei Wochen habe ich in Wladimir in einer Gastfamilie gelebt und dort ein Praktikum in einem Kindergarten absolviert. Mir und meinen sechs Klassenkameradinnen ist besonders die außerordentliche Gastfreundlichkeit sofort aufgefallen. Schnell wurde uns aber auch klar: Mit Englisch werden wir nicht recht weit kommen. Das war allerdings überhaupt kein Problem, denn so kamen wir mit den Menschen noch näher in Kontakt! Mit meinen Gasteltern verständigte ich mich meistens pantomimisch, und so hatten wir stets eine Menge zu lachen:) Sehr positiv sind uns auch die öffentlichen Verkehrsmittel aufgefallen. Busfahrpläne gab es zwar keine, das war aber nicht weiter schlimm, da alle paar Minuten ein Bus fuhr und man somit sehr schnell von A nach B kam. Die Busse waren meist gut gefüllt, und somit hielt sich der Verkehr gut in Grenzen. Die russischen Kirchen sind zudem überall vorzufinden mit ihren wunderschönen Sahnehäubchen-Türmen. Besonders viele gab es davon in Susdal. Ich fühlte mich dort, wie in einem Märchenland. Jeden Tag kochte meine Gastmutter etwas typisch Russisches, was jedes Mal vorzüglich schmeckte. Einiges davon vermisse ich schon sehr, wie zum Beispiel Borschtsch, das ist eine Fleischsuppe. Wladimir hat mich auf jeden Fall an allen Ecken und Enden sehr positiv überrascht und ich möchte jedem ans Herz legen, dieses wunderbare Land einmal zu besuchen. Nach der Schule möchte ich meine Gastfamilie unbedingt ein zweites Mal besuchen kommen.

Johanna Hofmann

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Ich habe mein Sozialpraktikum vom 24. Juni bis 5. Juli in Wladimir, der Partnerstadt von Erlangen, in einem Waldorfkindergarten absolviert. Mit einer Freundin wurde ich sehr herzlich von einer netten Gastfamilie aufgenommen. Wir wohnten in einem schönen Einfamilienhaus. Die Familie hatte zwei Töchter im Alter von 15 und zwölf Jahren. Die Arbeit im Kindergarten hat mir auch gut gefallen, da die Kinder uns gegenüber sehr offen und nett waren. Zu unseren täglichen Aufgaben im Kindergarten gehörten u.a.: Gartenarbeiten, wie Blumen gießen und Unkraut zupfen, außerdem Tischdecken und Putzen. Mit den Kindern haben wir einige Spiele gemacht und ihnen beim Umziehen der Kleidung geholfen. Dies hat uns selbstverständlich am meisten Spaß gemacht, auch wenn die Verständigung oft nicht ganz einfach war. Wir konnten kein Russisch, und die Kindergartenkinder und unsere Gastfamilie kein Deutsch und kaum Englisch. Trotzdem haben wir uns alle sehr gut verstanden. Am Nachmittag haben wir uns oft im Erlangen-Haus getroffen und eine Gruppe von Jugendlichen beim Deutschlernen unterstützt. Es war sehr lustig, und es haben sich in dieser Zeit sogar ein paar Freundschaften entwickelt. Wir würden uns freuen, diese Leute auch einmal in Erlangen zu treffen. Meine Familie würde sich auch bereit erklären, russische Gastschüler aufzunehmen. Die Stadt Wladimir und der Ort Susdal haben mich mit ihren zahlreichen Kathedralen und Museen sehr beeindruckt. Besonders der Ausflug nach Moskau war nochmal ein „Highlight“ der Reise. Es ist eine sehr bunte, kulturelle Stadt, die mich mit ihrer Architektur zum Staunen gebracht hat. Der Besuch auf dem Roten Platz war für mich ein unglaublicher Augenblick. Das Land hat mich sehr überrascht, weshalb ich auch vorhabe, es noch einmal zu besuchen. Zu meiner Freude konnte ich noch ein paar Wörter aus meinem einwöchigen Russischkurs vom letzten Jahr abrufen, und auch das Lesen in russischer Schrift fiel mir zum Ende immer leichter. Ich bedanke mich bei der Stadt Erlangen und Peter Steger, die mir dieses Praktikum ermöglicht haben, und vor allem bei Heidi und Jürgen Binder für die Organisation, die Mühe und Fürsorge. Es war eine schöne Erfahrung mit bleibenden Eindrücken und Erlebnissen. Abschließend möchte ich sagen: „Ich kann jedem ein Praktikum bzw. einen Aufenthalt in einem anderen Land empfehlen.“

Katharina Bayer

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Als wir das erste Mal auf die Gastfamilien trafen und zu ihnen nach Hause fuhren, war es ein komisches Gefühl. Denn du kennst diese Menschen nicht und wirst für die nächsten zwei Wochen bei ihnen wohnen. Jede Familie hat schließlich ihre eigenen Gewohnheiten und Eigenheiten. Zudem kamen noch die anderen Gewohnheiten der Russen dazu, da es in diesem Land so üblich ist, zum Beispiel um 22 Uhr Tee zu trinken. Die Familien empfingen uns aber sehr nett. Am Anfang brauchte man natürlich seine Zeit, um sich an die „neue Familie“ zu gewöhnen, doch das ging sehr schnell. Die Russen sind nämlich sehr gastfreundlich und immer hilfsbereit und freundlich. Teilweise haben die Kinder der Familien im Wohnzimmer geschlafen, um uns ein Zimmer frei zu machen, was natürlich nicht selbstverständlich ist. Schließlich ist nicht jeder Mensch dazu bereit, fremde Jugendliche aufzunehmen und auch noch ein Zimmer frei zu machen. Wir hatten bei den Familien alles, was man brauchte. Auch das Essen war sehr gut. Einige Familien konnten nur wenig oder sogar überhaupt kein Deutsch (oder sie trauten sich nicht). Doch man konnte sich immer irgendwie verständigen. Mit Hand und Fuß ging es 😉 Und wenn gar nichts mehr geholfen hat, unterhielt man sich auch über den Google-Übersetzer. Allerdings kommt da teilweise so ein Schwachsinn raus, den man dann trotzdem nicht verstand. Doch irgendwie klappte es am Ende immer. Bei der Verabschiedung schenkten uns die Gastfamilien sogar noch etwas, obwohl ja wir zwei Wochen bei denen geschlafen hatten (natürlich schenkten auch wir unseren Gastfamilien etwas). Das war eine sehr nette Geste. Am Ende war es schwer, „Auf Wiedersehen“ zu sagen, man hatte ja schließlich eine Zeit mit dieser Familie verbracht und sich aneinander gewöhnt. Doch ein paar Familien werden auch nach Deutschland kommen, und darauf freuen wir uns sehr!

Mona Schleicher

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Der erste Eindruck war sehr spannend, da vieles anders als in Deutschland war. Wir (Johanna, Eva, Mona und Maja) wurden auf zwei Kindergärten aufgeteilt (Johanna & Eva kamen in einen staatlichen Kindergarten, Mona & Maja in den Waldorfkindergarten). Die Kinder waren zunächst schüchtern, aber dies verflog schnell. Manches war zunächst sehr fremd, doch mit der Zeit gewöhnte man sich daran. Nach ein paar Tagen erlebten wir es als Alltag an, und wir konnten uns auf alles einstellen. Nach einer Woche durften Mona und Maja einen anderen, einen staatlichen Kindergarten kennenlernen. Beide Einrichtungen hatten ganz unterschiedliche Methoden, die Kinder zu betreuen. Fazit: Es hat sehr viel Spaß gemacht, den Kindergarten zu besuchen, und es war eine tolle Erfahrung.

Maja Politov

Siehe auch: https://is.gd/OWVQ6r

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Gleich nach den Pfingstferien absolvierten zum zweiten Mal in Folge, angeleitet und begleitet von Heidi Binder, Waldorfschülerinnen aus Erlangen ein Praktikum in Wladimir. Hierzu ein kurzer Bericht der Pädagogin Natalia Tarakanowa.

Wie schnell doch die Zeit vergeht! Schon ist das Praktikum der Erlanger Waldorfschülerinnen wieder zu Ende. Wie schon im Vorjahr machten auch heuer Mädchen aus den höheren Klassen der Waldorfschule in der Partnerstadt ein Sozialpraktikum an Wladimirer Kindergärten.

Dieses Mal hatten sich sieben Mädchen für diesen Aufenthalt bei uns beworben. Vier von ihnen kamen an den Kindergarten Nr. 108 und drei an den Waldorfkindergarten, der übrigens mit Unterstützung aus Erlangen in den 90er Jahren gegründet wurde. Ich war selbst für diese drei wunderbaren jungen Gäste – Maja, Mona, Johanna und Eva – zuständig. Konkret in meiner Gruppe arbeiteten Maja und Mona.

Der Lebensrhythmus erwies sich als vertraut für die Mädchen, und sie klinkten sich rasch in die Arbeit ein. Eva und Johanna kamen in die traditionelle Gruppe zu den dreijährigen Kindern. Das Team war anfangs besorgt, wie die Kleinen mit den Praktikantinnen kommunizieren würden. Doch diese Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Die Mädchen waren ausgesprochen kontaktfreudig und aufgeschlossen. Außerdem spricht Eva gut Russisch.

Die Praktikantinnen nahmen am Gruppenleben teil, halfen in der Hauswirtschaft, kümmerten sich um die Beete und strichen die Wippe. Der wichtigste Teil ihrer Arbeit bestand aber natürlich darin, auf die Kinder einzugehen.

Und bitte glauben Sie nicht, es sei leicht, zu verstehen und zu antworten, wenn mehrere Kinder gleichzeitig etwas wissen wollen, hierhin oder dorthin rufen und etwas von sich erzählen möchten. Das fällt nicht einmal Muttersprachlern leicht, doch die Mädchen ließen sich nicht beirren. Zu Hilfe kamen ihnen dabei ihr Sinn für Humor sowie Lieder und Spiele. Für unsere Kinder war diese Erfahrung sehr wichtig, sie entwickelten die Fähigkeit neue Wege der Kommunikation zu suchen und zu finden.

Die Kleinen gewannen ihre neuen Bekannten lieb und fragen jetzt schon dauernd, wann sie diese denn wiedersehen. Auch die Eltern wollten sich mit den Gästen unterhalten und luden die Mädchen zu Ausflügen und Picknicks nach Bogoljubowo ein.

Ich hoffe, unseren Praktikantinnen – Mona, Maja, Johanna und Eva – gefiel es bei uns. Es wäre schön, wenn sie bei uns nicht nur das erhalten und erfahren hätten, was für ein Sozialpraktikum gefordert wird, sondern auch das Wichtigste: Herzenswärme und ungezwungenen Umgang mit einfachen Menschen. Ein großer Gruß und ein herzlicher Dank geht an das Ehepaar Heidi und Jürgen Binder. Dank dem Enthusiasmus und Optimismus von Heidi Binder ist dieses Miteinander überhaupt erst möglich geworden!

Natalia Tarakanowa

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