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Posts Tagged ‘Partnerschaftsdreieck Erlangen-Wladimir-Jena’


Die Partnerschaft und insbesondere das Dreieck Erlangen-Jena-Wladimir hat nicht nur viele Gesichter, sie nutzt auch die unterschiedlichsten Kanäle der Begegnung und des Austausches. Der Euroklub Wladimir ist da in Zusammenarbeit mit der Eurowerkstatt Jena besonders findig und nutzte am 6. Dezember, dem Internationalen Freiwilligentag die technischen Möglichkeiten des Informationszentrums für Atomenergie in der Partnerstadt zu einer Video-Konferenz.

Im Saal russische Schüler und Studenten, auf dem Bildschirm ein gemischtes Freiwilligenquartett in Jena mit dem Wladimirer Pärchen Jewgenij Sacharjewitsch und Xenia Muchajewa.

In der deutsch-russischen Tele-Diskussion ging es vor allem um die Erfahrungen, die man als Freiwilliger in Jena so macht, wie man Projekte umsetzt und was man zu tun hat, um in ein solches Austauschprogramm aufgenommen zu werden.

Wie Jelena Guskowa, die Leiterin des Euroklubs, berichtet, gab es für die Jugendlichen aus Wladimir eine kräftige Ladung positiver Energie, denn nun wissen sie alle, wie man mit dem Programm Erasmus + nach Deutschland kommen und dort als Freiwilliger arbeiten kann. Ein guter Ausblick auf das nächste Jahr. Es kann kommen – mit hoffentlich vielen neuen Freiwilligen aus Wladimir in Jena und Erlangen. Willkommen!

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Vom 5. bis 7. November fand in der Hauptstadt die Konferenz „Berliner Dialog“ statt. Diese deutsch-russische Gesprächsplattform gibt es bereits seit 15 Jahren, doch erstmals nahmen auch Wladimir und Jena an der Veranstaltung teil.

Jelena Guskowa und Jewgenij Sacharjewitsch (3. v.l.)

In den Arbeitsgruppen „Jugend“ und „Sport“ war Jelena Guskowa, Leiterin des Euroklubs Wladimir, vertreten, und den Euroklub Jena repräsentierte Jewgenij Sacharjewitsch aus der Partnerstadt. Ein besonderer Umstand der Konferenz: Die Repräsentanten der deutsch-russischen Zivilgesellschaft erhielten Gelegenheit, ihre Fragen und Probleme im Zusammenhang mit dem Jugendaustausch mit Abgeordneten des Bundestages zu diskutieren. Mit von der Partie waren auch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, das Russische Nationale Koordinierungsbüro für den Jugendaustausch mit Deutschland, Vertreter von Ministerien sowie regionalen und lokalen Verwaltungen, aber natürlich auch Lehrkräfte und Jugendleiter. Im Ergebnis erbrachte die Konferenz: Es bedarf einer besseren Finanzierung des Austausches seitens der beiden Staaten – und zwar auf allen Ebenen; die Angeboten und Chancen der Städtepartnerschaften sind noch längst nicht voll ausgeschöpft und verdienen mehr öffentliche Aufmerksamkeit; es sollte angestrebt werden, für den Jugendaustausch den Visazwang wesentlich zu erleichtern, am besten zumindest für Reisen von bis zu 30 Tagen ganz aufzuheben; es sollte eine Datenbank von Organisationen angelegt werden, die an einem Jugendaustausch interessiert sind, um effektiver kommunizieren zu können; beiderseits sollte beim Austausch mehr Wert auf den Spracherwerb gelegt werden.

Wer wollte da widersprechen?! Bis diese Forderungen erfüllt sind, heißt es für die Organisatoren vor Ort frei nach dem Pferd Boxer aus der Farm der Tiere: „Wir müssen noch härter arbeiten!“

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„Mein ganzer Stolz war eine Praktica 2 von Zeiss, die ich nach meiner Militärzeit in der DDR mit nach Wladimir brachte“, erzählt Nikolaj Schtschelkonogow beim gestrigen Empfang Oberbürgermeister Thomas Nitzsche. „Alle hielten mich für einen weiß Gott wie bedeutenden Photographen.“ In all den sechs Jahren seines Dienstes hatte der Veteran freilich nie Gelegenheit, Jena kennenzulernen. Immer sah er die Saalestadt nur auf der Durchfahrt – etwa nach Weimar, an dessen beschauliche Gassen sich der Gast noch bestens erinnert.

Nikolaj Schtschelkonogow und Thomas Nitzsche

Aber Nikolaj Schtschelkonogow ist es um mehr zu tun, als nur in Erinnerungen zu schwelgen: Er möchte auch in Jena seine Friedensbotschaft verkünden und zum Ausdruck bringen, für wie wichtig er das nun schon ins zwölfte Jahr gehende Partnerschaftsdreieck Erlangen-Jena-Wladimir hält.

Nikolaj Schtschelkonogow und Thomas Nitzsche

Und der Gastgeber kann sich nur freuen über diese „so eindrucksvolle Persönlichkeit“, den Zeugen einer Zeit, die wir nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen. Kein Wunder, wie Nikolaj Schtschelkonogow betont, denn in beiden Ländern sind mehr als 80% der Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg geboren.

Nikolaj Schtschelkonogow und Thomas Nitzsche

„Da ist es umso wichtiger“, betont der einstige Sowjetsoldat, an die Vergangenheit zu erinnern, das historische Gedächtnis zu bewahren. Und als Rüdiger Stutz beklagt, man habe auch in Jena viel zu lange gebraucht, um eine Gedenkstätte für das Außenlager Weimar und die Behelfsbaracken zu schaffen, von wo aus die aus ihren Häusern und Wohnungen vertriebenen Juden in den Tod geschickt wurden, sagt der Gast fast nachsichtig: „Besser spät als nie. Und so, wie ihr das macht, ist es gut. Meine Anerkennung!“

Nikolaj Schtschelkonogow und Rüdiger Stutz

Und dann ist der lange Tag nach der Anreise aus Erlangen auch fast schon wieder vergangen. Doch eine Begegnung steht noch aus, die mit dem Altersgenossen Günter Kuhne in Gera. Eine Begegnung, an deren Ende der Thüringer sagen soll: „Das war mein schönstes Weihnachtsgeschenk!“

Nikolaj Schtschelkonogow und Günter Kuhne

Auch diese beiden standen an der Front einander unmittelbar gegenüber, der eine, der nach einer schweren Verwundung, noch an Krücken gehend, in die Schlacht bei Halbe geschickt wurde und dort in Gefangenschaft geriet, der andere, der mit seiner Einheit auf Berlin vorrückte. „Es hätte sein können, daß wir aufeinander schießen hätten müssen“, sagt Günter Kuhne, der im Traktorenwerk Wladimir als Maschinenschlosser eingesetzt war, „und jetzt können wir uns in die Augen sehen und umarmen. Man hat uns beiden die Jugend gestohlen, aber jetzt, im Alter, finden wir in der gemeinsamen Erinnerung und im Zusammentreffen Trost.“ So gelingen kann das freilich nur, wenn man die Maxime von Nikolaj Schtschelkonogow beherzigt: „Wir müssen uns an das Verbindende halten und dürfen nicht dauernd das Trennende betonen!“ Und dann rufen die beiden Veteranen noch einen sozialistischen Wettbewerb aus: Sie wollen 100 Jahre alt werden und natürlich einander wiedersehen. Mehr zu Günter Kuhne unter: https://is.gd/sg1uul

Günter Kuhne und Nikolaj Schtschelkonogow

Damit ist man fast schon beim Thema des Tages angelangt: Nikolaj Schtschelkonogow feiert heute in Jena seinen 94. Geburtstag. С днём рождения! Sicher mit der einen oder anderen angenehmen Überraschung im Programm. Doch es soll noch von einem anderen Programm die Rede sein.

Morgen stellt Alfred Binner beim gVe-Konzert „Die Rettung der Welt“ mit Igudesman & Joo in der Heinrich-Lades-Halle sein Projekt unter dem Motto von Claudio Abbado „Die Musik zeigt uns, daß Hören grundsätzlich wichtiger ist als Sagen“ vor. Zur Gedenkfeier „75 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus“ der Partnerstädte Erlangen und Wladimir sucht der Geigenbaumeister einen Sponsor für die „Friedensvioline“, die er als Zeichen der engen deutsch-russischen Verbundenheit einem jungen förderungswürdigen Talent als Leihgabe überreichen will. Im Mai soll diese Geste der Verständigung Wirklichkeit werden, und mitmachen können alle. Mehr dazu unter kontakt@binner-alfred.de

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Wie gut sich gerade der Jugendaustausch im Rahmen des Partnerschaftsdreiecks Erlangen-Wladimir-Jena ausnimmt, zeigt der Bericht von Jelena Guskowa, der Leiterin des Euroklubs in Wladimir. Gewissermaßen die schriftliche Fortsetzung des gestrigen Videos ohne Worte.

Vom 13. bis 20. August hielt sich wieder eine Jugendgruppe des Euroklubs in Deutschland auf und besuchte in der Zeit neben Jena auch Erfurt, Weimar und Berlin. Mit Hilfe unserer Partner in Jena, der ÜAG, der Eurowerkstatt und des Deutschen Roten Kreuzes, erlebten die Gäste wie immer ein randvolles und interessantes Programm.

Auf den Stufen des Landtags von Thüringen

Der Ausflug nach Erfurt war vor allem dem Besuch des Thüringischen Landrats gewidmet. Aber wir besichtigten auch das Zentrum der Hauptstadt von Thüringen und den der Jungfrau Maria geweihten Dom.

Auf unserer Reise hatten wir auch Gelegenheit, die medizinischen Standards kennenzulernen, die in Deutschland gelten. So zeigte man uns bei einem Besuch beim Roten Kreuz, wie Notfallhilfe aussieht und wie man sich um Demenzkranke kümmert, während wir in der Universitätsklinik Jena, im größten Krankenhaus Thüringens, viel Neues entdeckten und Ähnlichkeiten wie Unterschiede im Gesundheitswesen unserer Länder feststellten.

Klinikbesuch in Jena mit Norbert Hebestreit (vorne in der Bildmitte)

Aber auch der Sport kam nicht zu kurz. Im herzlichen Miteinander verbrachten wir gemeinsam mit unseren Partnern und den Ehrenamtlichen eine großartige Zeit beim Volleyball und Fußball.

Gruppenbild beim Sport mit Norbert Hebestreit (links im Bild) und Iwan Nisowzew (Mitte)

Eine schwierige Etappe unserer Begegnungen erlebten wir beim Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Allerdings war dem ein Seminar vorgeschaltet, das half, sich in die Ereignisse von 1933 bis 1950 einzufühlen.

Gruppenbild in Weimar

Den Schlußpunkt setzte Berlin, dessen Eigenart und Unvergleichbarkeit uns erneut überwältigte. In der Hauptstadt besichtigten wir die Kuppel des Bundestages, von wo aus sich ein großartiger Blick auf die Stadt eröffnet.

Gruppenbild in Berlin

Allen, die an diesem Austausch teilnahmen, ein großes Danke! Wir hoffen, unsere Zusammenarbeit werde auch in Zukunft so fruchtbar sein!

Jelena Guskowa

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In den Alpen gibt es die Bergbauernhilfe, in der Region Wladimir packen Freiwillige aus Jena auf dem flachen Land mit an. Lukas Altmann, Student an der Friedrich-Schiller-Universität, half auf Vermittlung des Euroklubs einer 82jährigen Frau in Schepeljewo, wenige Kilometer südöstlich der Partnerstadt gelegen, im Garten. Und es gefiel ihm so gut, wie Gubernia 33 berichtet, daß er zurückkommen will.

Ich wurde Freiwilliger, weil ich Menschen helfen will und schon lange, seit der sechsten Klasse, Russisch lerne. Auch meine Eltern lernten Russisch. Ich will die Sprache besser sprechen.

Drei Tage dauerte der Einsatz zusammen mit Jugendlichen des Euroklubs, die zum Teil auch schon in Jena zu Gast waren und dort u.a. ehrenamtlich im Krankenhaus halfen. Was sonst noch so alles passierte, ist in diesem Video zu sehen, der ebenfalls eine Fortsetzung verspricht.

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Seit drei Tagen ist Cornelia Bartlau endlich einmal wieder in Wladimir. Die mittlerweile aus dem aktiven Dienst geschiedene Streetworkerin und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena – um nur zwei ihrer vielen Berufe und Ämter zu nennen – hat seit den 90er Jahren nicht nur den Jugendaustausch zwischen beiden Partnerstädten Erlangens aufgebaut, sondern auch internationale Frauenkonferenzen zwischen Saale und Kljasma organisiert. Alles ausgesprochen erfolgreich und vor allem mit Bestand.

Jelena Guskowa und Cornelia Bartlau mit vier Jugendlichen vom Euroklub

Und so kann sie natürlich, zwei Jahre nach ihrem letzten Besuch, beim Wiedersehen auf Facebook schreiben: „Vieles ist neu in Wladimir“, aber das liegt vor allem auch an ihrem stets frischen Blick und ihrer unerschöpflich lustvollen Kreativkraft. Wie anders wäre es erklärlich, wenn sie sich nun bei dem Privatbesuch mit ihrer einstigen Kollegin, Jelena Guskowa, der Leiterin des Euroklubs, trifft und gleich auch wieder mit Jugendlichen spricht, die schon im Herbst zur Eurowerkstatt nach Jena kommen, an jene Anlaufstelle unter anderem für Freiwillige aus aller Welt, die von Cornelia Bartlau aufgebaut wurde.

Kwaß-Wagen

Neues gibt es aber natürlich auch auf den Straßen, wenn auch im Gewand einer alten Tradition. Die Kwaß-Getränkewagen standen zu Sowjetzeiten an jeder Ecke zur Nahversorgung dehydrierter Passanten. In letzter Zeit verschwanden die ungeschlachten Zisternen auf Rädern weitgehend aus dem Stadtbild, wichen all den Kiosken und Läden, die Durstlöscher in Einwegplastikflaschen zuhauf anbieten. Nun steht da also wieder so ein reaktiviertes Relikt – mit einer bedauerlichen Neuerung: Früher spülten die Verkäuferinnen immer die Gläser nach Gebrauch. Heute, erkennbar am großen Abfalleimer, trinkt man wohl nur noch aus Wegwerfbechern und vermehrt den Müll ad ultimo.

Mariä-Entschlafens-Kathedrale mit Palas

Und die anderen Motive? Die sind natürlich nicht neu für Kenner der Partnerstadt. Aber es ist doch immer wieder überraschend, wie die Kathedralen und Denkmäler neu und anders betrachtet werden können.

Denkmal Wladimirs des Täufers

Und es ist dann schon so, wie Christian Morgenstern einmal meinte:

Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Mariä-Entschlafens-Kathedrale vom Lipki-Park aus gesehen

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Nach einer eher orientierungslosen Diskussionsrunde mit dem Titel „Quo vadis, deutsch-russische Beziehungen?“, die sich über weite Strecken auf dem deutungsvollen Feld der Politik oder besser deren Scheitern an den Fragen Krim und Ostukraine verlor, nahmen die sieben Arbeitsgruppen der XV. deutsch-russischen Städtepartnerkonferenz schon am frühen Nachmittag ihre Fachgespräche und Diskussionen auf – von der Energieeffizienz über die digitale Stadt, Strategien einer nachhaltigen Entwicklung, der Zusammenarbeit in Wissenschaft, Kultur und Sprachförderung bis hin zu Inklusion und Teilhabe sowie dem Block „Zivilgesellschaft gestaltet Städtepartnerschaften“. In dieser Gruppe durfte auch der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, einen Kurzvortrag darüber halten, wie es zum Dreieck Erlangen-Wladimir-Jena kam und was diese trilaterale Verbindung auszeichnet. Da ist in erster Linie der bereits in den 90er Jahren aufgenommene Jugendaustausch zu nennen, und der legte gestern auch gleich richtig vor. Unter den 60 nach Düren eingeladenen Jugendlichen, die noch bis morgen tagen, fand sich nämlich auch ein Quartett aus Jena und Wladimir zusammen – mit dem Ergebnis:  Wir brauchen eine gemeinsame deutsch-russische Informationsplattform, das WladJenaTeam, damit man sich in beiden Städten durch u.a. Soziale Netzwerke über gemeinsame Programme informieren kann und auf diese Weise motiviert wird, selbst zu den Projekten beizutragen. Auf youtube ist denn auch schon ein Anfang gemacht, der hier mit einem Klick einsehbar ist: https://is.gd/fOewMK

Aber das eine ist es, eine virtuelle Welt zu schaffen, das andere – realiter zusammenzuarbeiten, sprich Begegnungen zu organisieren. Aber auch da braucht einem nicht bange zu sein: Schon im August kommt die nächste Jugendgruppe des Euroklub aus Wladimir zur Eurowerkstatt nach Jena und fast parallel eine weitere Delegation im Austausch mit der katholischen Jugend nach Erlangen. Beide übrigens unabhängig voneinander, ohne voneinander zu wissen, wie sich gestern im Gespräch herausstellte. Aber dafür gibt es ja jetzt die Informationsplattform. Wir werden sehen. Apropos sehen: An Aufnahmen vom gestrigen Tag sehen Sie ja heute eher wenig, denn dem Berichterstatter ist auf der Heimreise mit der Bahn bei einem verspätungsbedingt längeren Zwischenhalt am Fernbahnhof Flughafen Frankfurt die Kamera nebst Speicherchip abhanden gekommen.

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