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Posts Tagged ‘Oxana Kogan-Pech’


Nach jedem Gipfeltreffen der deutsch-russischen Partnerstädte stellt sich die Frage, wie es danach weitergeht, welche neuen Ziele man sich setzt. So auch gestern nach dem frühmorgendlichen deutsch-russischen Freundschaftslauf – zunächst für fünf Kilometer ausgeschrieben, dann auf gerade einmal drei Werst verkürzt – eines etwa einhundertköpfigen Teams durch einen der nebeldampfenden Parks von Krasnodar.

Sieg der Partnerschaft: Sergej Siwajew und Peter Steger

Nach der Rückschau auf die Ergebnisse der Arbeitskreise und die Präsentation der Projektvorschläge seitens der ungefähr einhundert Jugendlichen aus beiden Ländern in der Philharmonie, nach der Einladung zur nächsten Austragungsstätte 2019 in Düren, nach der Verabschiedung und dem verdienten Dank an die Organisatoren vor allem vom Deutsch-Russischen Forum und dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften (BDWO) sowie dem Internationalen Verband der Partnerstädte und der Gastgeber…

Der deutsch-russische Freundschaftslauf

Eine Frage, die zunächst natürlich jedes Partnerschaftspaar für sich zu entscheiden hat, eine Frage aber auch, der sich mehr denn je zuvor gerade auch die hohe Politik annimmt, wie es die nachstehende Vereinbarung der Außenministerien in Berlin und Moskau ganz undiplomatisch klar formuliert:

K 25

Elisabeth Preuß mit Peter Franke, Vorsitzender des BDWO, und Oxana Kogan-Pech, Schriftführerin des BDWO

Nach einem erfolgreichen „Jahr des deutsch-russischen Jugendaustausches 2016/2017“ sollen Austausch, Verständigung und gegenseitiges Vertrauen im deutsch-russischen Verhältnis durch eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit auf kommunaler und regionaler Ebene vertieft werden. Eine besondere Rolle kommt dabei den zahlreichen Partnerschaften zwischen Bundesländern, Regionen, Kreisen, Städten und Gemeinden sowie gesellschaftlichen Vereinigungen, Universitäten und Schulen zu. Diese Verbindungen bilden das Rückgrat aktiver deutsch-russischer Beziehungen. Viele dieser Partnerschaften feiern 2017 und 2018 ihr 25-jähriges Bestehen. Wir wollen diese Partnerschaften stärker in das öffentliche Bewußtsein rücken und die aus ihnen hervorgehende Dynamik nutzen, um für weitere Partnerschaften zwischen Deutschen und Russen zu werben und dadurch Vertrauen wachsen zu lassen. Wir sind überzeugt, die kommunalen und regionalen Partnerschaften stellen eine unverzichtbare tragende Komponente der bilateralen Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern dar.

Präsentation der Jugendprojekte

Wir, der Minister für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation und der Bundesminister des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland, stellen daher die Initiative eines „deutsch-russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“, das die Tradition erfolgreicher Kreuzjahre in unseren Ländern weiterführt, unter unsere Schirmherrschaft.

Das „Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften“ soll während der Städtepartnerschaftskonferenz vom 28. bis 30. Juni 2017 in Krasnodar eröffnet werden. Es soll eine positive Dynamik des Zusammenwirkens und der Kontakte zwischen den Zivilgesellschaften der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland sicherstellen. Wir hegen den gemeinsamen Wunsch, über die zahlreichen kommunalen und regionalen Partnerschaften die Zahl und Intensität der direkten Kontakte zwischen Russen und Deutschen zu steigern und dadurch den Dialog und das Verständnis zwischen unseren Gesellschaften zu stärken. Gerade in politisch schwierigen Zeiten kommt es auf sichtbare Zeichen der Zusammenarbeit an.

Daher verbinden wir mit dem „deutsch-russischen Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“ große Erwartungen. Die im Rahmen der kommunalen und regionalen Partnerschaften entstehenden Kontakte und Verbindungen zwischen Menschen aus verschiedenen Bereichen bürgerschaftlichen Engagements bieten eine unschätzbare Zukunftschance für das gutnachbarschaftliche Verhältnis zwischen Deutschen und Russen.

Elisabeth Preuß dankt den freiwilligen Helfern, den jungen Schutzengeln der Veranstaltung

Es ist dies jener „Schatz“, den es zu hüten gilt, von dem Sigmar Gabriel zur Eröffnung der 14. Städtepartnerkonferenz in Krasnodar am Mittwoch so eindringlich gesprochen hatte. Jetzt kommt es darauf an, dieses Talent nicht zu vergraben, sondern es nach Kräften zu mehren. Erlangen und Wladimir wollen das jedenfalls tun, gerade auch angesichts des 2018 bevorstehenden 35jährigen Jubiläums der Bürgerpartnerschaft.

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Reinhard Beer, Sprachenreferent der VHS Erlangen und geistiger Vater der Russich-Deutschen Wochen, hat am gestrigen Morgen kalte Füße bekommen und eine richtige Entscheidung getroffen. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß die Einladung zum Russischen Abend mehr Menschen annehmen würden, als der Club International würde Plätze bieten können. Die Veranstaltung wurde kurzerhand in den Großen Saal verlegt. Aber daß es dann gut 120 Gäste sein würden, hat doch alle freudig überrascht.

Das Publikum

Christine Flemming, die Direktorin der Erlanger Volkshochschule, kann stolz auf ihr Team sein, das nicht nur erfolgreich eine bereits von ihrem Vorgänger, Klaus Wrobel, Anfang der 80er Jahre begonnene Tradition fortsetzt, sondern diese auch noch phantasievoll weiterentwickelt, ist die VHS doch viel mehr als nur ein Forum und Resonanzboden der Bürgerpartnerschaft, sondern ausgesprochen aktiv in der Gestaltung der Partnerschaft. Da sind zum einen die Sprachkurse, wo Russisch mittlerweile zur stärksten der selten unterrichteten Sprachen wurde, da sind die vielen Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und natürlich der Freundeskreis Wladimir sowie die Sprachbegegnungen im Club International. Vor allem aber ist da auch die Patenschaft für die Deutsch-Kurse im Erlangen-Haus mit ihren gut 200 Hörern. Da kommt es also nicht von ungefähr, wenn am gestrigen Abend Christine Loibl, Sprachenreferentin des Bayerischen Volkshochschulverbands, eigens aus München angereist kam, um in Erlangen nach Freising das zweite Prüfungskompetenzzentrum für Russisch einzuweihen und den Erlangern zu ihrem Erfolg zu gratulieren. Und da wundert man sich auch nicht, wenn Reinhard Beer jetzt schon externe Anfragen vorliegen, um die Zertifikate zu erhalten. Da könnten sich ganz neue Perspektiven für eine Zusammenarbeit auch mit privaten Sprachschulen entwickeln.

Die Hauptakteure

Da traf es sich gut, daß auch das Russomobil seine Arbeit vorstellte. Seit fast einem Jahr sind Oxana Kogan-Pech und Swetlana Koketowa mit ihrem Auto in ganz Deutschland unterwegs und halten an Schulen Schnupperunterricht, der Schülern wie Lehrern Lust auf Russisch vor allem als dritte oder vierte Fremdsprache machen soll. Aktuell waren sie in Nürnberg, und heute geht es nach Berlin zurück, wo schon wieder neue Anfragen warten. So gefragt seien die Angebote, daß man schon daran denke, ein oder zwei weitere Teams mit weiteren Russomobils an den Start zu schicken. Nach Erlangen wird das Russomobil wohl im nächsten Jahr nochmals kommen, denn die hiesigen Russischlehrer wollen versuchen, wenigstens an einem Erlanger Gymnasium Russisch als Wahlfach wieder zu etablieren. Den Nährboden dafür hat die Städtepartnerschaft bereitet, und für das Interesse sprach auch die unerwartet große Anzahl von Jugendlichen, von denen einer sogar einen zweiten Preis beim Quiz gewann.

Dieter Wenzel, Oleg Tjapkin und Christine Flemming

Und damit sind wir schon beim Höhepunkt des Abends, den 20 Fragen, die rund um die Partnerschaft und Rußland allgemein zu beantworten waren. Man mußte zwar nicht unbedingt Wladimirologe sein, um die Antworten zu finden, aber knifflig war die Sache schon. So war es zumindest möglich, den Sieger ohne Losentscheid zu ermitteln. Und es war ein Sieger, der es in jeder Hinsicht verdient hat. Vorübergehend an Krücken, betrat als Russionär und Gewinner jemand die Bühne, der den Preis wirklich verdient hat wie kaum ein anderer: Dieter Wenzel, emeritierter Professor, der seit 1990 wie kein anderer die medizinischen Kontakte zwischen den Partnerstädten buchstäblich mit Leben erfüllte, denn seine Arbeit rettete nachweislich viele Kinderleben in Wladimir. Oleg Tjapkin, Attaché des Russischen Generalkonsulats in München, war denn auch sichtlich erfreut und gerührt, als er dem Preisträger gratulierte und den Abend als eine große Sache für die deutsch-russische Zusammenarbeit bezeichnete. Und der Preis: ein Russisch-Sprachkurs. Dafür hat der Pädiater ja jetzt Zeit und Muße im Ruhestand. Und brauchen kann er es auch gut, denn der Kontakt zu Wladimir soll ja nicht abreißen…

Ganz bei der Sache.

Große Sachen sind nicht möglich ohne viele Helfer im Hintergrund, denen an der Stelle von Herzen gedankt sei. Zu nennen sind da das Café des Clubs International mit seiner leckeren Premiere russischer Speisen; Alexandra Rauhtäschlein für all den vielen organisatorischen Kleinkram, ohne den nichts geht; Edith Kaluza vom VHS-Team für die Deko, den Dozentinnen Natalia Kaiser, Natalia Grebnev und Nadja Steger, die ehrenamtlich geholfen haben den Abend vorzubereiten und in Windeseile die 85 Fragebögen für das Quiz auszuwerten verstanden; nicht zuletzt die vielen vielen Teilnehmer – darunter sogar eine Dame aus Chemnitz, die auf der Durchreise aus den Erlanger Nachrichten von der Veranstaltung erfahren hatte -, die nicht nur die Präsentationen und Vorträge genossen, sondern bis in den späten Abend hinein zusammensaßen und sich austauschten. Wer weiß, was da alles für neue Ideen geboren wurden. In jedem Fall sollten derartige Abende zu einer neuen Tradition werden. Der gestrige Abend verpflichtet regelrecht dazu.

Mehr zum Russionär unter: https://erlangenwladimir.wordpress.com/2010/09/24/ehrenbriefe-fur-zwei-ehrenhafte-der-partnerschaft

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