Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Olga Sagitowa’


Nach einem Jahr Pause konnte ich heuer endlich wieder die lieben Sportfreunde aus Wladimir zum Winterwaldlauf begrüßen und mit ihnen einen Tag vor dem Wettkampf die Strecke ablaufen. Das interessierte auch besonders die Neulinge unter ihnen, wie Wlad, Natalia und Anna. Wlad meinte nach 1,5 km: „Can we run faster?“ „No problem!“ erwiderte ich und zog an. Flotter mittlerer Dauerlauf, auch Olga blieb erstaunlicherweise in unserer Dreiergruppe und redete einfach weiter. Wlads Englisch war gut verständlich, obwohl nicht perfekt. Wir haben uns sofort verstanden, wie früher bei Dmitrij und Alexej anno 1992. Und ich spürte mit meinem Trainerinstinkt auch jetzt wieder bei unserer Unterhaltung den Ehrgeiz des Gastes: Er wollte die 15 km einfach sehr gut finishen. „How fast do you want to go?“ – „About 51 minutes.“ Das könnte schon zum Sieg reichen, dachte ich, denn die guten bayerischen Läufer sind alle in einer Woche bei der BLV-10-km-Meisterschaft in Neuhaus. Nachher machte er eindrucksvoll noch schnelle Steigerungen und Lauf-ABC mit seinen lange Beinen, und sein Haarzöpfchen stand dabei waagerecht im Laufwind. Die Lasagne meiner Ehefrau Manuela schmeckte uns allen danach prima. Sie hatte sich wieder reingehängt als aufmerksame Gastgeberin: Obst, Kuchen und … Doch ich mußte dann mal kurz weg zu Eisert, Drucksachen für die Teilnehmer hinbringen, die sich tags zuvor ihre Unterlagen abholen wollten. Schnell reingeradelt, aber doch nicht gleich wieder zurück, da trotz Zusage eine Helferin nicht kam und sich eine Lücke auftat, die ich schloß. Später waren Olga, Wlad, Wiktor und die anderen auch im Eisert – klar, daß ich mich um sie kümmerte. Manuela hatte sie nacheinander hinkutschiert.  Man hatte mich sowieso bei Eisert gebraucht, wie immer.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Siegerinterview: Wlad Demjanow und John Stackmann, Photo: Stefan Schöner

Denn schon die Anmeldezahlen (insgesamt 1660) waren so hoch wie nie zuvor. Am sonnigen Wettkampftag und tags zuvor gab es auch noch viele Nachmeldungen, zudem waren mehr als 120 Walker durch den Wald marschiert, so viele wie noch nie. Ganz abgetrocknet war die Strecke noch nicht gewesen von den kürzlichen Niederschlägen. Besonders im Startbereich gab es einiges an Schlamm und Pfützen. Also bin ich nach der Vorab-Startnummernausgabe bei Eisert noch los, um mit den Holzraspeln der KITA Mooswichtel e.V. die Piste nach dem Start zu verputzen. Die Frühlingssonne am nächsten Morgen stimulierte enorm, obwohl anfangs ein kalter Ostwind aufkam. Aber im Wald war der kaum zu spüren, und bei den Starts der Kleinsten ganz vergangen. Voll motiviert sprinteten schon die dann los (hinter mir her) mit ihren instruierten Eltern. Sie bauten zwar schnell ab, aber die Anfeuerungen der Eltern und deren Ziehkraft rissen sie weiter nach vorne. Ein ähnlicher Startsprint bei den zwei Tausendmeterläufen, aber mit nur wenigen Erwachsenen. Diesmal kam glücklicherweise trotzdem kein Kind zu Fall, denn ich hatte eindringlich auf Fairplay hingewiesen. Genau so wollte ich es haben.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Bambini-Lauf mit John Stackmann, Photo: Stefan Schöner

Der große Platz füllte sich immer mehr, der 15er-Hauptlauf stand bevor. Noch Siegerehrungen durchführen, den Johnny-Pokal übergeben, Ankündigungen, Hinweise nach kleine Zwischenfragen, Redemanuskript, Begrüßungen und gute Stimmung im heiteren Sonnenschein des Vorfrühlings. Pünktlich um 13 Uhr durften die gut 300 erwachsenen und 30 jugendlichen Läufer losrennen. Wlad und unser Felix nach einer Runde voran, Favorit Jürgen schon deutlich dahinter, bevor das restliche Feld kam. Nach zwei Runden Wlad dann alleine in der Spitzenposition nach seiner deutlichen Temposteigerung kurz zuvor. Das sah recht locker und souverän aus. Und so gewann Wlad Demjanow auch überlegen, die erste Überraschung des Tages! 51 Minuten und 10 Sekunden. Nach der Frauensiegerin, Angela Kühnlein, lief schon Olga Sagitowa als achte Frau ins Ziel, klar an der Spitze der W55. Auch Wiktor Winogradow überzeugte als Sieger der M70. Drei erste Plätze für Wladimir, darunter der Gesamtsieger. Ebenfalls drei erste Klassen-Plätze und den zweiten gesamt stellte die LG Erlangen.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Start 15-km-Lauf mit Wlad Demjanow, Photo: Stefan Schöner

Spannend auch das Jugendrennen: Zwei Kader-Triathletinnen gegen die Rekordhalterin Anja vom LAC. Triathletin Sofia Rubio entschied es für sich vor Anja, verfehlte aber knapp deren Rekord. Naja, sie lief ja dann noch in der LAC-Frauenstaffel mit Hannah, war da auch siegreich. Wieder viele asylsuchende Jugendliche von der Berufsschule waren dabei, sozusagen auf den letzten Drücker, und hatten ihren Spaß. Ich eilte derweil auf dem gesamten Platz umher, und neben meinen Hauptaufgaben Starts und Siegerehrungen löste ich so manches „Problemchen“, denn mit Micha moderierte auch Markus gut (ohne mich). Wieder Siegerehrungen (kleines Interview mit Wlad), die Micha wie immer sorgfältig vorbereitet hatte und zu denen Rüdiger pünktlich und schnell Listen und Urkunden lieferte. Es klappte wieder alles wie am Schnürchen, einfach professionell.

10-km-Start, Photo: Fabiana Garske

Kurz nach Hause gejoggt, kurz erholt und dann zum großen Finale: 10 km und Staffel bildeten wie üblich das größte Feld des Tages. Ob wir wohl die 500 knacken, trotz Neuhaus mit BLV-10? Zumindest waren wir knapp dran (496). (1-2-3🙂 Joseph hatte sich in alter Treue nachgemeldet, und ich habe ihn angestachelt, die 31 Min. zu unterbieten. Er drehte als erster weit vor allen anderen hinter dem Führungsfahrrad gekonnt und leicht seine zwei Runden im 3-Minuten-Tempo, sehr eindrucksvoll, Siegerzeit 30:26! Dann kam lange nichts. Erst nach drei Minuten finishte Markus klar vor Christian. Markus als aktueller LG-Starter und zwei Ex-LGler (Joseph und Christian) standen zusammen auf dem Podium. Treppenlauf-Europameister Christian Riedl war nicht undankbarer Vierter, denn er war hinter Markus zweiter der Siemens-Wertung vor meinem italienischen Freund Luigi. Ursula Schürle ließ sich diesmal den 10-km-Sieg nicht nehmen, lag aber deutlich hinter der siegreichen jugendlichen LAC-Frauenstaffel. Die zwei schnellsten Staffeln waren gemischte aus Forchheim und die von der LG Erlangen, wobei die Erlanger gegen die Gundermanns keine Chance hatten. Gesamtplatz 2 und zwei erste Plätze für die LG Erlangen und den zweiten Staffel-Rang des Mix-Teams gab es über 10 km, Wladimir überzeugte vor allem mit der bemerkenswerten Leistung des verletzt an den Start gegangenen Alexej Butakow, der vor wenigen Tagen erst seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte und mit 54 Minuten und 39 Sekunden auf den zweiten Platz der M70 lief.

Der Freundschaftspokal: Chankischi Emirgamsajew, Wlad Demjanow, John Stackmann, Wiktor Winogradow, Olga Sagitowa, Manuela Stackmann, Sofia Prutnikowa und sitzend Natalia Krutskich und Alexej Butakow

Aber das ist ja auch nicht so wichtig, denn den Freundschaftspokal hatten sie sicher. Und der wurde am nächsten Abend beim Abschiedsessen stimmungsvoll überreicht und mit Reden, die Peter übersetzte, und kleinen Geschenken unterfüttert. Und sie überreichten mir im Gegenzug den Läuferpokal von Laufklub Bodrost Wladimir. Eine Runde mit glänzenden, freudestrahlenden Gesichtern unter Freunden: Was gibt es Schöneres! Beim Betrachten der über 1.100 Bilder, von den Siemens-Photographen mit ihrem Gespür und Können aufgenommen, kommen mir am Tag darauf die Tränen.

Bodrost Kernteam

Das Kernteam mit John Stackmann

Welch eine schöne Veranstaltung hatten wir doch, das Orga-Team und die vielen Helfer, wieder auf die Beine gestellt und damit den über 1.430 Finishern welch eine Freude bereitet. Wie lange werde ich noch die Kraft dafür haben, obwohl mich mein Orga-Team aus fünf Freunden und am Veranstaltungstag bis zu 80 Helfer so gekonnt und freundlich unterstützen? Die Kraft, zu der Freude und Freundschaft so wesentlich beitragen. Kraft, die nicht nur in den Beinen steckt, die aber gefordert sein wird, wenn ich nachher mit Olga und Wlad trainiere. Kraft, die auch Manuela demonstriert, die schon den ganzen Tag nach dem Einkauf am Herd steht, um bei unserem Grillen für den Abendschiedsabend wieder für glänzende Gesichter zu sorgen. Natürlich, Freude und Freundschaft stecken einfach an.

John Stackmann

Read Full Post »


Er kam, lief und siegte: Wlad Demjanow, Jahrgang 1982 vom Laufklub Bodrost aus Wladimir – gestern beim Winterwaldlauf in der Brucker Lache, auf der 15-km-Strecke mit einer Zeit von 51 Minuten und 10 Sekunden. Zum ersten Mal dabei und dann gleich Gesamtsieger, eine Leistung, über die er sich mit seinem Team freuen kann.

Der später Sieger Wlad Demjanow bei der Eröffnung des Laufes mit John Stackmann

Und das besonders, weil es da noch weitere Mitglieder auf den Siegertreppchen der 15-km-Distanz gab.

Natalia Krutskich, Sofia Prutnikowa und Alexej Butakow

Olga Sagitowa belegte in ihrer Altersklasse W55 auf der gleichen Strecke mit 1.12.33 ebenfalls den ersten Platz, ebenso wie Wiktor Winogradow, M70, mit 1.16.35, während Chankischi Emirgamsajew, M55, mit 1.12.20 als sechster ins Ziel lief.

Wiktor Winogradow, Olga Sagitowa und Chankischi Emirgamsajew

Aber auch über die zehn Kilometer gab es Zeiten, die Grund zur Freude sind. Besonders herausragend Alexej Butakow, M70, dessen Zeit 54.39 immerhin für Silber in seiner Altersklasse genügte. Natalia Krutskich und Anna Tschischowa erreichten in W20 und W30 jeweils den sechsten Platz, während Sofia Prutnikowa, W50, als Nummer 13 und Dmitrij Kuschpita M55 als achtzehnter das Rennen beendete. Eine großartige Gesamtleistung bei strahlendem Frühlingswetter – und wieder einmal ein Sieg für die sportliche Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir, ermöglicht von John Stackmann und seinem Orga-Team von der Sportgemeinschaft Siemens Erlangen Leichtathletik. Gratulation!

Bilder: Nadja Steger

Read Full Post »


Da kann die Lage weltpolitisch noch so verfahren sein, Elisabeth Preuß ist sich beim gestrigen Empfang für die Sportfreunde aus Wladimir sicher: „Zwischen Erlangen und Wladimir paßt kein Blatt Papier. Wir lassen uns von nichts und niemandem auseinanderbringen.“

Anatolij Mitrofanow, Elisabeth Preuß und John Stackmann mit dem Freundschaftspokal

Anatolij Mitrofanow, Elisabeth Preuß und John Stackmann mit dem Freundschaftspokal

„Wie auch“, spinnt Anatolij Mitrofanow den Gedanken weiter, „wo wir uns doch hier in Erlangen wie zu Hause fühlen und gar nicht genug danken können für die Gastfreundschaft.“ Und John Stackmann, Cheforganisator der Winterwaldlaufs und mit Wladimir seit Anfang der 90er Jahre eng verbunden, findet schließlich die Formel für die Besonderheit dieser Partnerschaft, wenn er sagt: „Wir tun alles im Rhythmus der Freundschaft!“ Als äußeres Zeichen dieser innigen Verbindung übergibt der Marathon-Mann denn auch neben den Teilnehmerurkunden den diesjährigen Freundschaftspokal des Winterwaldlaufs, stellvertretend an Anatolij Mitrofanow, den dreimaligen Sieger im Fünf-Kilometer-Lauf der Nordischen Geher, nachdem Oberbürgermeister Sergej Sacharow darum gebeten hatte, den Vorjahrespokal, der ebenfalls an Wladimir gegangen war, als Dauerleihgabe in seinen Amtsräumen verwahren zu dürfen.

Elisabeth Preuß mit Familie Klaus und Doris Höhle sowie John Stackmann mit den Sport-Gästen aus Wladimir

Elisabeth Preuß mit Familie Klaus und Doris Höhle sowie John Stackmann mit den Sport-Gästen aus Wladimir

Zu dieser Freundschaft gehören auch die Sportlehrer um Michail Tschischow, die, wie schon in den Jahren zuvor, zu den Teilnehmern am Winterwaldlauf gestoßen sind und ebenfalls alte Bekannte treffen, wie das Ehepaar Klaus und Doris Höhle, die ja schon zwei Mal per Fahrrad Wladimir erkundet haben.

Der Gutschein

Der Gutschein

Dazu gehört aber auch eine Anerkennung der sportlichen Leistungen, eine Unterstützung für den weiteren Austausch, ein Gutschein über 1.000 Euro, ausgestellt von der SGS Erlangen Leichtathletik und dem Orgateam des Winterwaldlaufs für die Freunde aus Wladimir. Passend dazu die angeblich nur drei Worte, die Erlangens Bürgermeisterin auf Russisch spricht: Большое спасибо! Мир. Дружба. – Herzlichen Dank! Friede. Freundschaft.

Brauereibesichtigung Kitzmann

Brauereibesichtigung Kitzmann mit Benjamin Kloos in der Mitte stehend

Der Mensch lebt freilich nicht vom Sport allein. Schon lange ein Herzenswunsch der Läufer und Sportlehrer: nach Erlangen kommen und Kitzmann sehen! Kitzmann steht ja in Wladimir spätestens seit dem Fränkischen Fest 1993 mit 10.000 Litern Freibier für die Qualität des bayerischen Gerstensaftes. Am Montag war es dann soweit. Von den Brunnen mit dem 3.000 Jahre alten Quellwasser über die Gärung bis zur Abfüllung und einer Degustation an der kundigen Hand von Braumeister Benjamin Kloos.

Anatolij Mitrofanow beim Aufstieg zur Riesenhöhle

Anatolij Mitrofanow beim Aufstieg zur Riesenhöhle

Doch ein unerwarteter Höhepunkt war für die Besucher bereits am Sonntag erreicht, als sie staunend die Riesenhöhle erkundeten, die Pfade und Stufen auf- und abstiegen und die höchsten Gipfel erklommen.

Anatolij Mitrofanow auf dem Gipfel des Glücks oberhalb der Riesenhöhle

Anatolij Mitrofanow auf dem Gipfel des Glücks oberhalb der Riesenhöhle

„Ein sagenhaftes Gefühl, umwerfend, grandios“, lauteten noch die zurückhaltendsten Kommentare, die in dem nicht mehr steigerbaren „это круто!“ gipfelten.

Olga Sagitowa und ihr Sohn Sergej mit der Fränkischen Schweiz zu ihren Füßen

Olga Sagitowa und ihr Sohn Sergej mit der Fränkischen Schweiz zu ihren Füßen

Ebenso unerwartet aber auch das Wiedersehen mit Jekaterina Lehmann, die im Jahr 2000 im Rahmen des Projekts Lichtblick als eine der ersten Hospitantinnen aus Wladimir nach Gremsdorf gekommen war. Zwei Jahre später folgte ihr zweiter Aufenthalt bei den Barmherzigen Brüdern, sie verliebte sich und heiratete 2003. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in Gößweinstein, hat eine Stelle gefunden, die einigermaßen ihrer krankenpflegerischen Qualifikation entspricht – und ist künstlerisch tätig.

Treffen von Sport und Kunst: Jekaterina Lehmann

Treffen von Sport und Kunst: Jekaterina Lehmann

Wer freilich in der Fränkischen Schweiz Kunst schafft, wird früher oder später von Elvira und Heinz Gerhäuser entdeckt. Von da ist dann der Weg nicht mehr weit zu einer Ausstellung wie der, die am Sonntag unter dem Motto „Verborgene Talente und Nachwuchskünstler“ in der Burggalerie Waischenfeld vom 1. Vorsitzenden des Fördervereins des Kunstforums Waischenfeld, Heinz Gerhäuser, eröffnet wurde. Die Arbeiten, darunter auch die von Jekaterina Lehmann geschaffenen Schmuckstücke aus Glasperlen, sind dort von Donnerstag bis Sonntag noch bis zum 10. Mai zu sehen. Ein lohnendes Ziel.

Elvira Gerhäuser, Jekaterina Lehmann mit ihren Töchtern Diana und Viktoria sowie Heinz Gerhäuser

Elvira Gerhäuser, Jekaterina Lehmann mit ihren Töchtern Diana und Viktoria sowie Heinz Gerhäuser

Angemerkt sei da nur noch, daß Heinz Gerhäuser, Ehrenprofessor der Universität Wladimir, bereits 2001 zusammen mit Ehefrau Elvira und in Kooperation mit den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf an seinem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen eine Ausstellung unter dem Titel „Einblicke“ gezeigt hat, u.a. mit Arbeiten von Psychiatriepatienten aus dem Krankenhaus, an dem seinerzeit Jekaterina Lehmann arbeitete. So schließen sich im Rhythmus der Freundschaft die Kreise zwischen Erlangen und Wladimir und der Fränkischen Schweiz, zwischen Sport und Kultur und Wissenschaft. Bis eben kein Blatt mehr dazwischenpaßt.

Read Full Post »


Zum vierten Mal in Folge nehmen nun schon Sportler vom Laufklub Bodrost aus Wladimir am Winterwaldlauf in der Brucker Lache teil. Dieses Mal wieder – trotz Einladung an Rennes, Jena, Eskilstuna und Stoke-on-Trent sowie Umhausen und Cumiana als alleinige Vertreter aller Erlanger Partnerstädte, nachdem im Vorjahr immerhin ein ganzer Bus voll Läufern aus Jena und ein Pärchen aus Stoke-on-Trent mit an den Start gegangen waren. Wieder einmal so ein Zeichen für die besonderen Beziehungen Wladimirs zu seiner deutschen Partnerstadt.

Gennadij Mitrofanow, John Stackmann, Lilia Samjatina, Olga Sagitowa und Sergej Sagitow

Anatolij Mitrofanow, John Stackmann, Lilia Samjatina, Olga Sagitowa und Sergej Sagitow

Nach gutem Einlaufen und eingehender Streckenerkundung mit Cheforganisator, John Stackmann, am Freitag, fiel gestern bei idealen Wetterbedingungen der Startschuß zum 15. Winterwaldlauf mit acht Teilnehmern – zwei Damen hatten kurzfristig abgesagt – aus Wladimir.

Gennadij Mitrofanow am Start Nordic Walking

Anatolij Mitrofanow am Start Nordic Walking

Begonnen wurde um 9.45 mit dem Doppelstart für Nordic Walking auf den Distanzen 5 km und 10 km. Zum dritten Mal im Pulk der insgesamt knapp 40 Teilnehmer Anatolij Mitrofanow, der auf der Fünf-Kilometer-Strecke bereits 2013 und 2014 Bestzeit gelaufen war.

Gennadij Mitrofanow vorneweg

Anatolij Mitrofanow vorneweg

Auch dieses Mal lag der Wladimir Senior von Beginn an ganz vorne – und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab, wo er zwar abgekämpft, aber glücklich mit neuer persönlicher Bestzeit, eine Minute schneller als im Vorjahr, als Gesamtsieger einlief.

Manuela Stackmann und Gennadij Mitrofanow

Manuela Stackmann und Anatolij Mitrofanow

Man glaubt dem Maschinenbauingenieur nicht, wenn er erzählt. heuer noch 77 Jahre alt zu werden. Dazu muß er schon erklären, sein ganzes Leben lang Sport getrieben und einen gesunden Lebensstil gepflegt zu haben. Und das bei einer bis heute enormen ehrenamtlichen Leistung, denn bereits zu seiner aktiven Berufszeit im Traktorenwerk, als da noch 25.000 Beschäftigte tätig waren, war er Betriebsbeauftragter für das soziale, kulturelle und sportliche Wohlbefinden der Werktätigen und hielt die ganzen Freizeiteinrichtungen des größten Arbeitgebers der Region Wladimir am Laufen. Derlei Aufgaben halten jung bis weit ins Rentenalter hinein.

Peter Steger und John Stackmann

Peter Steger und John Stackmann

Um kurz vor 13.00 Uhr dann ein kurzes Grußwort vom Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, der die Schirmherrin, Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, vertreten durfte, die noch auf der Rückreise von der nikaraguanischen Partnerstadt, San Carlos, war und dann ging es schon ab mit dem ersten der beiden Hauptläufe über die Distanz von 15 km mit Sergej Sagitow, Olga Sagitowa, Nikolaj Petrow, Chankischi Emirgamsajew und Lilia Samjatina am Start.

Sergej Sagitow, Olga Sagitowa, Nikolaj Petrow, Chankischi Emirgamsajew und Lilia Samjatina

Sergej Sagitow, Olga Sagitowa, Nikolaj Petrow, Chankischi Emirgamsajew und Lilia Samjatina

Alle fünf mit beachtlichen Leistungen: Sergej und Olga jeweils als 5., Lilia als 8., Nikolaj gar als 2. und Chankischi immerhin noch als 6. in der jeweiligen Altersklasse. Wenn das kein gutes Ergebnis ist bei insgesamt 306 Teilnehmern!

Dmitrij Kuschpita, Peter Steger und Sergej Tschernow

Dmitrij Kuschpita, Peter Steger und Sergej Tschernow

Der zweite Hauptlauf über 10 km startete dann um 15.15 Uhr -, wie im Vorjahr mit Dmitrij Kuschpita und Sergej Tschernow im 432 Teilnehmer zählenden Feld.

Peter Steger und Sergej Sagitow

Peter Steger und Sergej Sagitow

Dann aber die vielleicht schönste Geste des Tages: Sergej Sagitow, der nach seinem 15-km-Lauf noch mehr als genug Puste hatte, zog seinen deutschen Lauffreund, Peter Steger, auf den letzten Metern ins Ziel und verhalf ihm zur persönlichen Bestzeit von fünfzig Minuten und 25 Sekunden. Wie könnte Partnerschaft schöner sein?!

Dmitrij Kuschpita und Sergej Tschernow

Dmitrij Kuschpita und Sergej Tschernow

Am Ende der Läufe sind jedenfalls alle Sieger. Da spielen die Platzierungen keine große Rolle mehr. Der Sportgeist hat gewonnen. Wieder einmal. Wer freilich alle Resultate nachlesen will, schlage nach bei dem fleißigen Orgateam der SGS Leichtathletik Erlangen, der für den vorzüglichen Ablauf des Wettkampfs ebenso zu danken ist wie den vielen Sponsoren dieses großen Lauffestes: http://www.winterwaldlauf.de

 

 

Read Full Post »


Der gestern hier aufgegriffene Gedanke von Klaus Springen findet zwar in der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir jeden Tag seinen anschaulichen Ausdruck, aber er ist einfach zu schön, um ihn nicht noch einmal zu zitieren: „Vielleicht war die Reise auch ein Exempel für die, die in ihrem Kämmerlein ihre Vorurteile pflegen. Man muß etwas für den Frieden tun – zum Beispiel nach Wladimir fahren!“ Das nämlich hat Ende Juli eine neunköpfige Pfadfindergruppe vom Stamme Asgad vor, um, einer Idee von Oberbürgermeister Florian Janik folgend, im Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik Blauer Himmel gemeinsam mit russischen Studenten einen „Pfad der Sinne“ anzulegen. Da war bei dem gestrigen Treffen im Blockhaus noch vieles im Werden und Entstehen, aber mit Hilfe von Wolfram Howein, dem ehrenamtlichen Berater des Blauen Himmels zeichneten sich rasch erste Konturen ab: Welches Werkzeug, welche Ausrüstung, welchen Finanzrahmen man brauche… Alles Fragen, bei deren Lösung aber auch Stadtrat Helmut Wening, im „Nebenehrenamt“ überdies Erster Vorsitzender des Förderkreises der Pfadfinder vom Stamme Asgard, behilflich sein will.

Sergej Sagitow, Wolfram Howein und Helmut Wening mit dem größeren Teil der Reisegruppe vom Stamm Asgard

Sergej Sagitow, Wolfram Howein und Helmut Wening mit dem größeren Teil der Reisegruppe vom Stamm Asgard

Nach einem gut einstündigen Trainingslauf im Sebalder Forst ebenfalls dabei Sergej Sagitow, der gestern mit der sechsköpfigen Vorhut – weitere vier Gäste reisen heute an – des munteren Wladimirer Laufvereins Bodrost eingetroffen ist und die Sentenz von Klaus Springen partnerschaftlich wendet und spiegelt: „Man muß etwas für den Frieden tun – zum Beispiel nach Erlangen fahren!“ Das tun die Sportler nun schon zum vierten Mal in Folge, um am morgigen Winterwaldlauf in der Brucker Lache teilzunehmen, mit alten wie neuen Gesichtern, in einer Stadt, die, wie es der Nordische Geher und Delegationsleiter, Anatolij Mitrofanow, so schön ausdrückt, „uns zur zweiten Heimat geworden ist, wo wir uns bei Freunden wohlfühlen.“

Angekommen im Hause Stackmann

Angekommen im Hause Stackmann: Sergej Satiow, Olga Sagitowa, Nikolaj Petrow, Chankischi Emirgamsajew (sitzend) und Anatolij Mitrofanow, Lilia Samjatina, Manuela und John Stackmann

Für dieses Gefühl weiß bestens das Ehepaar Manuela und John Stackmann zu sorgen, in deren Haus die lauffreudigen Freunde ein Willkommensessen erwartete – und natürlich jede Menge Läuferlatein über all die vielen Wettkämpfe, hinter und vor den Sportlern liegend. Hauptsache: nicht zu ernst und keinesfalls verkrampft angehen, schön locker bleiben. Deshalb heute nur ein paar leichte Trainingsrunden, damit die Beine morgen dann sicher über alle Runden und rasch ins Ziel tragen. Und wenn noch einige Zuschauer zu den Läufen – über 15 km um 13.00 Uhr und über 10 km um 15.15 Uhr – kommen wollten, würde das die Stimmung sicher nur noch weiter aufhellen. Deshalb mehr zu der Veranstaltung hier: http://www.winterwaldlauf.de

Read Full Post »


Vor einigen Tagen schickte Werner Hütter Bilder, die er im September vergangenen Jahres beim 90. Geburtstag von Ralf Oehler gemacht hatte. Heute nun feiert sein Vater das gleiche Jubiläum. „Es war schon sehr bewegend, wie die beiden alten Freunde sich in den Armen lagen! Für Rolf war dieser Besuch sicher ein großes Geburtstagsgeschenk“, heißt es im Begleittext zu den Photos.

Ralf Oehler und Paul Hütter

Ralf Oehler und Paul Hütter

Die beiden Kameraden, die sich im Kriegsgefangenenlager von Wladimir kennengelernt hatten, verbindet ein schier unglaubliches Schicksal, das hier im Blog unter der Rubrik „Veteranen“ nachzulesen ist. Und unter dem Link http://is.gd/1QM5Vi gibt es eine kleine TV-Reportage zu sehen, die Paul Hütter bei seiner freiwilligen Rückkehr nach Wladimir im September 2012 zeigt. „Bewegend“, wie sein Sohn schreibt.

Das Laufteam aus Jena

Das Laufteam aus Jena

Bewegend auch, was der Weltkriegsveteran Friedhelm Kröger, gestern angesichts der Ereignisse in der Ukraine und auf der Krim schrieb: „Was ist los in der Welt? Auf meine einfach so hingeworfene Frage erwarte ich keine Antwort! Haben wir uns eigentlich in den zurückliegenden Jahrzehnten schon so sicher gefühlt und den Frieden als etwas Selbstverständliches angesehen? Und nun diese völlig neue Situation!“

Jena und Wladimir vereint in Erlangen: Elisabeth Wackernagel, Olga Chromowa, Gennadij Mitrofanow, und Rüdiger Grunow

Jena und Wladimir vereint in Erlangen: Elisabeth Wackernagel, Olga Chromowa, Gennadij Mitrofanow, und Rüdiger Grunow vor dem kyrillischen Alphabet in der Grundschule Brucker Lache

Es mag keine rechte Antwort auf die Frage sein, aber für Paul Hütter und all die anderen geläuterten Kriegsteilnehmer mag es doch als kleiner Trost wirken, diese Bildern vom 14. Winterwaldlauf 2014 zu sehen und darin zu erkennen, daß ihre Friedensarbeit nicht ganz vergebens ist, sich davon zu überzeugen, wie der Sport Länder, Städte und Menschen verbindet.

Der jüngste Teilnehmer, Emil aus Jena

Der jüngste Teilnehmer am Winterwaldlauf, Emil aus Jena

Bilder zum Geburtstag eines Mannes, der den Krieg in sich besiegt und gelernt hat, über das Unsagbare zu sprechen. Freue Dich an diesen friedlichen Bildern, lieber Paul! Und noch viele schöne und lange Radtouren für Dich! Auf bald wieder in Erlangen!

Am Start für Nordic Walking beim 14. Winterwaldlauf

Am Start für Nordic Walking beim 14. Winterwaldlauf

Doch nun zu den Bildern von Läufern aus Erlangen, Jena, Wladimir und Stoke-on-Trent, die gestern den ganzen Tag über gemeinsam am Start waren.

Gennadij Mitrofanow und Jekaterina Budajewa vorneweg

Gennadij Mitrofanow und Jekaterina Budajewa vorneweg

Bilder davon, wie man gemeinsam große Schritte macht, um ans gleiche Ziel zu gelangen. Und das möglichst rasch.

Zum Aufwärmen vor dem Start: Peter Steger mit Lauffreunden aus Wladimir und Stoke-on-Trent

Zum Aufwärmen vor dem Start: Peter Steger mit Lauffreunden aus Wladimir und Stoke-on-Trent

Bilder, wie man bei jedem Wetter unterwegs sein kann, wenn man gemeinsame Absichten verfolgt.

Beth Dawid mit Schirmherrin Elisabeth Preuß vor dem Start

Beth Dawid mit Schirmherrin Elisabeth Preuß vor dem Start

Bilder, die mehr sagen als alle noch so gesuchten Worte. Auch wenn da eine Pistole im Spiel ist…

Beth Dawid beim Zieleinlauf

Beth Dawid beim Zieleinlauf

Einige Erläuterungen sollen dennoch sein. Nicht nur zum Wetter, von dem sich allein die beiden englischen Gäste angetan zeigten.

Anatolij Iwantschenio beim Zieleinlauf

Anatolij Iwantschenio beim Zieleinlauf

Während der Laufklub Bodrost (zu übersetzen mit „Munter“) aus Wladimir schon zum dritten Mal in Folge am Winterwaldlauf teilnimmt, sind Jena und Stoke-on-Trent zum ersten Mal vertreten.

Phil und Beth Dawid

Phil und Beth Dawid

Im Vorjahr waren John Stackmann, einer der Organisatoren der Veranstaltung, und der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, in der englischen Partnerstadt, um am erstmals dort veranstalteten 10-km-Lauf teilzunehmen. Kennengelernt hatten sie dabei Beth Dawid, die ohne langes Zögern zusammen mit ihrem Mann Phil, der das Laufen angeblich nicht ausstehen kann, dann aber doch die 15-km-Distanz erfolgreich hinter sich brachte, die Einladung nach Erlangen annahm.

Wiktor Winogradow

Wiktor Winogradow

Auch Jena war zum ersten Mal in der Brucker Lache vertreten, obwohl Rüdiger Grunow, der einen ganzen Bus voller Teilnehmer zusammengestellt hatte, schon seit Ende der 80er Jahre eine Lauffreundschaft mit John Stackmann verbindet, der – wiederum gemeinsam mit Peter Steger – im Vorjahr beim Kernberglauf hoch über den Dächern der thüringischen Partnerstadt dabei gewesen war.

Start des 10-km-Laufs

Start des 10-km-Laufs

Sogar aus Rennes – auch da waren John Stackmann und Peter Steger 2013 gelaufen – nahm eine Sportlerin teil: Marion Brière, die derzeit in Erlangen studiert.

Wladimir Moriganow, Wiktor Winogradow, Peter Steger, Olga Sagitowa und

Wladimir Moriganow, Wiktor Winogradow, Peter Steger, Olga Sagitowa und Jekaterina Antonowa nach dem 10-km-Lauf

Nun sollte es beim nächsten Mal noch gelingen, Athleten aus dem schwedischen Eskilstuna, dem italienischen Cumiana, dem tiroler Umhausen und vielleicht sogar dem kalifornischen Riverside für eine Teilnahme zu gewinnen. Dann wäre das Partnerschaftsfest perfekt.

Rückansicht von Olga Sagitowa, Wiktor Winogradow und Wladimir Moriganow nach dem 10-km-Lauf

Rückansicht von Olga Sagitowa, Wiktor Winogradow und Wladimir Moriganow nach dem 10-km-Lauf

Hoffentlich dann zumindest bei etwas weniger Regen, der gestern doch stellenweise den Lauf in eine rechte Schlammschlacht verwandelt hat. Vor allem für jene, die so richtig Fersengeld gaben und die Beine in die Hand nahmen wie dieses Wladimirer Trio.

Das Team von Bodrost nach den Läufen

Das Team von Bodrost nach den Läufen

Die Gäste aus Wladimir zumindest werden aber sicher wiederkommen. Wenn auch mit einem schlechten Gewissen, denn in der russischen Partnerstadt gebe es keine vergleichbare Laufveranstaltung, zu der man die Erlanger Freunde einladen könnte. Nur ein Cross-Rennen, also eine Disziplin, die nach Auskunft von John Stackmann hierzulande nicht so gefragt sei.

Der Freundschaftspokal für die Partnerstädte

Der Freundschaftspokal für die Partnerstädte

Aber was soll’s! Das wichtigste und schönste Nebenprodukt des Sports ist die daraus erwachsende Freundschaft.

Ehepaar Stackmann

Manuela und John Stackmann

Und die sollte nach einer Idee von John Stackmann auch eine schöne Form erhalten – als Pokal mit den Inschriften Freundschaft, friendship, amitié. дружба. Zu verleihen an das jeweils erfolgreichste Team aus einer Partnerstadt.

Die Lauffreunde aus Wladimir und Stoke-on-Trent mit dem Freundschaftspokal

Die Lauffreunde aus Wladimir und Stoke-on-Trent mit dem Freundschaftspokal

Man muß wohl nicht lange raten, wer mit dem Freundschaftspokal ausgezeichnet wurde für – wie schon in den Vorjahren – viele Plätze ganz weit vorne, die hier gar nicht alle aufgezählt werden können und bei Interesse zu finden sind unter http://www.winterwaldlauf.de bei Eingabe der Namen oder des Laufklubs. Nur dies noch: Jekaterina Budajewa und Gennadij Mitrofanow kamen beim Nordic Walking als erste ins Ziel, der gesundheitlich angeschlagene Anatolij Iwantschenko wurde dieses Mal „nur“ Zweiter in seiner Altersklasse auf der 15-km-Strecke, und der 21jährige Alexander Lapschin ging gleich bei beiden Distanzen, den zehn wie den fünfzehn Kilometern, an den Start. Aus lauter Lauffreude!

Read Full Post »


1.220 Laufbegeisterte sind gestern beim 13. Winterwaldlauf in der Brucker Lache ins Ziel gekommen, solche, die auf Zeit liefen, andere, die einfach dabei sein und die Atmosphäre genießen wollten. Gleich mit welchen Erwartungen und Hoffnungen man an den Start ging, die Bedingungen waren für alle gleich: ein steifer Ostwind, dessen winterlich-kalter Atem erst im Wald nachließ, trockene Wege, ein malerisch schöner Parcours und eine straff-ordnende Regie der Veranstaltung.

Jekaterina Budajewa und Anatolij Mitrofanow am Start.

Jekaterina Budajewa und Anatolij Mitrofanow am Start.

Schon um 10.00 Uhr waren die ersten 100 am Start beim Nordic Walking, darunter auch Jekaterina Budajewa und Anatolij Mitrofanow. Beide zum ersten Mal in Erlangen und überhaupt zum ersten Mal bei einer derartigen Veranstaltung dabei. In Wladimir nämlich geht man noch kaum am Stock, ist diese Art der Fortbewegung keine Disziplin, der eigene Wettkämpfe gewidmet sind.

Das Siegerpaar: Anatolij Mitrofanow und Jekaterina Budajewa.

Das Siegerpaar: Anatolij Mitrofanow und Jekaterina Budajewa.

Aber das war in Erlangen vor elf Jahren auch noch nicht anders, als, wie John Stackmann, Kopf des Organisationsteams, zu berichten weiß, auch nicht immer so. 2001, hatte man diese Sportart erstmals ins Programm genommen, angemeldet war dann aber nur ein einziger Teilnehmer. Der wollte aber so ganz alleine doch nicht laufen. Und heute bzw. gestern? Da stehen gut einhunder Frauen und Männer am Start, und das Wladimirer Pärchen setzt sich ohne große Ambitionen auf der Fünf-Kilometer-Distanz an die Spitze: Jekaterina Budajewa lief bei den Frauen auf den ersten und Anatolij Mitrofanow bei den Männern auf den zweiten Platz. Ein guter Einstieg und ein vielversprechender Auftakt für den weiteren Verlauf des Tages, in dessen Verlauf die Wladimirer nicht enttäuschten.  

Aus der Vogelperspektive.

Der Lauf aus der Vogelperspektive.

Einziges Manko: Es hätte ein wenig mehr Publikum sein können. Aber bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ist es ja auch nur auszuhalten, wenn man ständig in Bewegung ist.

John Stackmann und Elisabeth Preuß.

John Stackmann und Elisabeth Preuß.

Auch Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, zum zweiten Mal Schirmherrin des Winterwaldlaufs, kam erst zu den Nachmittagsrennen in die Brucker Lache. Zunächst ans Mikrophon, später selbst an den Start.

Nikolaj Petrow und Alexej Butakow am Start zum 15-km-Lauf.

Nikolaj Petrow und Alexej Butakow am Start zum 15-km-Lauf.

Wissen wollten es dann beim 15-Kilometer-Lauf drei Sportler aus der starken Seniorenmannschaft von Bodrost Wladimir. Nikolaj Petrow, der in der Wertung M 60 mit einer Stunde und vier Minuten den dritten Platz belegte, und Alexej Butakow, der vor 30 Jahren den Laufklub in der Partnerstadt gegründet hat und gestern noch eine Minute schneller als sein Landsmann war und auf dem ersten Platz in der Kategorie M 65 landete.

Siegerehrung mit Anatolij Iwantschenko und Alexej Butakow.

Siegerehrung mit Anatolij Iwantschenko und Alexej Butakow.

Hinter ihm Anatolij Iwantschenko, Jahrgang 1948, auf dem zweiten Rang, eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um vier Minuten und Anlaß zu richtiger Freude. Der meditativ-stille Läufer ist ja eigentlich Marathonspezialist, aber die Strecke in Bruck liegt ihm auch hervorragend und ist überhaupt für die russischen Sportler eine erste Herausforderung nach der langen Winterpause.

Bodrost mit Olga Sagitowa nach dem Aufwärmen und vor dem 10-Kilometer-Lauf.

Bodrost mit Olga Sagitowa nach dem Aufwärmen und vor dem 10-Kilometer-Lauf.

Auch auf der 10-Kilometer-Strecke ließen die Gäste aus Wladimir nichts anbrennen. Herausragend die Leistungen von Olga Sagitowa, die als erste der Frauen in der Altersgruppe W 50 ins Ziel kam – in 49 Minuten und 42 Sekunden. Wiktor Winogradow, Jahrgang 1946, distanzierte mit einer Zeit von 47 Minuten und 51 Sekunden alle Mitbewerber in der Kategorie M 65. Aber auch all die anderen aus Wladimir liefen immer ganz vorne mit. Ein starkes Team eben!

Die Rathaus-Troka: Fredy Schmidt, Peter Steger und Elisabeth Preuß vor dem Start zum 10-Kilometer-Lauf.

Die Rathaus-Troika: Fredy Schmidt, Peter Steger und Elisabeth Preuß vor dem Start zum 10-Kilometer-Lauf.

Stark ungeachtet der Witterungsbedingungen in der Heimat, die ein Wintertraining kaum zulassen. Sergej Sagitow, der mit 38 Minuten und 33 Sekunden den 13. Platz in der Gesamtwertung im Feld belegte, berichtet von den harten Konditionen. Laufen sei da nur auf der Straße möglich, bei oft gnadenlosem Frost, bei Schnee und Eis. Nur einer von ihnen nutze die sogenannte Manege, wo man eine 100-Meter-Bahn im Kreis nutzen könne: „Alle anderen bekommen davon den Drehwurm…“ 

Das "Kücken" Anastasia Golikowa bei der Siegerehrung.

Das „Küken“ Anastasia Golikowa bei der Siegerehrung.

Die Bedingungen für den Laufsport mögen in Wladimir nicht ideal sein. Andere Disziplinen erfahren mehr öffentliche Aufmerksamkeit, mehr Förderung durch die Kommunalpolitik, mehr Unterstützung seitens der Sponsoren. Aber an Talenten mangelt es wahrlich nicht. Eine Entdeckung ist sicher Anastasia Golikowa, Jahrgang 1990, die mit 43 Minuten und 29 Sekunden den 5. Platz in der Frauenwertung und den 2. Rang in der AK W erlief. Weitere Ergebnisse: Nikolaj Kruglow und Wladimir Moriganow 1. und 2. Platz bei M 50! In der gleichen Klasse belegten Wladimir Poljudow, Sergej Smirnow und Sergej Tschernow die Plätze 5, 9 und 26. Konstantin Sotskow siegte bei M 55. Den Teamsieg nimmt damit der Laufklub Bodrost (frei übersetzt mit „Frisch und Munter“) verdient nach Hause. Glückwunsch, Wladimir! Молодцы!

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: