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Posts Tagged ‘Olga Dejewa’


Nicht nur für viele Erlanger, gleich ob alteingesessen oder zugezogen, bedeutete die Privatbrauerei Kitzmann einen Teil der Identität ihrer Heimat. Bier und Erlangen: eine jahrhundertealte Tradition – und nun mit Peter Kitzmann die letzte Generation. Was das bedeutet, wird man wohl erst mit einiger Zeit Abstand so richtig begreifen.

Dietmar Hahlweg, Gennadij Adrijanow, Igor Schamow und Richard Heindl beim Fränkischen Fest, gesehen von Wladimir Filimonow

Für Wladimir stand Kitzmann stellvertretend für die Qualität des fränkischen, des bayerischen, des deutschen Biers. Nicht mehr und nicht weniger. Viele kamen überhaupt erst dank Kitzmann auf den Geschmack, denn das Brauen gehörte nicht eben zu den Stärken der sowjetischen Getränkeindustrie. Und so waren denn auch die zehntausend Liter Kitzmann-Bier, die im September 1993 zum Fränkischen Fest in Wladimir kostenlos ausgeschenkt wurden, eine Probe, die im kollektiven Gedächtnis der Partnerstadt fortlebt.

Partnerschaftskrug Wladimir

Natürlich gab es auch Versuche, das Bier aus Erlangen nach Wladimir zu exportieren. Doch Zoll und Transportkosten standen dem entgegen, wohl auch der ökologisch zu begrüßende Umstand, daß Kitzmann sein Bier einzig im Mehrwegsystem, also abgefüllt in Flaschen und Fässern, abgab, was die Fuhren doppelt teuer gemacht hätte.

Sportlehrergruppe aus Wladimir bei Kitzmann

Aber immerhin holte sich Alexander Juswik, ein Jungunternehmer aus Wladimir, das Rüstzeug bei Kitzmann, um sein eigenes Bier vor Ort zu brauen. Und natürlich besuchten fast alle Delegationen und Gruppen Gaststätten und Keller, wo der Gerstensaft nach Erlanger Rezeptur ausgeschenkt wurde, manche baten – immer wohlgelitten – gar um eine Führung durch die Brauerei, vom Sudhaus bis zur Abfüllanlage.

Jochen Buchelt, Florian Janik, Olga Dejewa, Petra „Willy“ Paulsen und Peter Kitzmann

Erst vor zweieinhalb Jahren beging man auch im Hause Kitzmann die 500 Jahre Reinheitsgebot, und Bürgermeisterin, Olga Dejewa, nahm natürlich an den Festivitäten teil und trank auf das Wohl von Peter Kitzmann, der nun nach drei Jahrhunderten seinen Betrieb verkaufen mußte. Ja, auch die Kulmbacher werden dann in Erlangen weiterhin Bier brauen. Aber es ist dann eben kein Kitzmann-Bier mehr. Schade, jammerschade! Und ein großer Dank an Peter Kitzmann für alles, was er Wladimir Gutes getan. Es bleibt unvergessen – wie die süß-bittere Erinnerung an den ersten Schluck Bier.

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Vom 28. August bis 2. September besuchte eine Delegation der Stadt Jena das partnerschaftlich verbundene Wladimir. Die Reise knüpfte an die einjährigen Kooperationsbemühungen im Bereich Gesundheit und Pflege an und war eingebettet in einen mehrjährigen, lebendigen Austausch. Angeführt wurde die Delegation von Norbert Hebestreit, Pflegewissenschaftler am Universitätsklinikum Jena, begleitet von Iwan Nisowzew, Vorstand der Eurowerkstatt Jena e. V., Johanna Großer, Studentin am Institut für Slawistik, Dagmar Kunze, stellvertretende Leiterin der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena, sowie Andreas Dippl, Bereichsleiter für Pflege und Soziale Dienste beim Deutschen Roten Kreuz Jena-Eisenberg-Stadtroda. Ebenfalls mit im Reiseteam – Ramona Schumacher, Sektionsleiterin Pflegewissenschaft am Koch-Metschnikow-Forum Berlin, begleitet von ihrem Mann Bernd.

Ziel des Besuches war die Weiterentwicklung der Kooperation zwischen der Berufsschule für Gesundheitsfachberufe Wladimir und den eingebundenen deutschen Partnerinstitutionen. Im Mittelpunkt der Kooperationsabsichten stehen Austauschprogramme für Schüler, Fach- und Lehrkräfte beider Schulen und angebundener Kliniken sowie gemeinsame Forschungsprojekte im niedrigschwelligen, drittmittelgeförderten Bereich. Entsprechend der vorgenannten Felder potentieller Projekte der Zusammenarbeit stellten die Gastgeber ein umfassendes Angebot an Besichtigungen fachlich unterschiedlich ausgerichteter Kliniken und Versorgungszentren zusammen. Hierzu zählen die Städtische Klinik für Notfall- und Unfallversorgung (Rot-Kreuz-Krankenhaus), das Zentrum für Tuberkuloseprävention und -behandlung, das Regionale klinische Onkologiezentrum sowie das Regionale Zentrum für Transfusionsmedizin. Neben dem fachlichen Austausch mit den jeweiligen leitenden Medizinern und Pflegekräften wurden auch Perspektiven des Austauschs von Fachleuten zu Hospitationszwecken eruiert und gegenseitige Fragen zum Schwerpunkt Fachausbildung erörtert.

Empfang im Rathaus mit Olga Dejewa

Von besonderer Bedeutung war der Empfang durch Oberbürgermeisterin Olga Dejewa im Rathaus, begleitet von der Leiterin des Roten Kreuzes, Olga Antropowa, und von Jelena Gusjewa, Vorsitzende des Euroklubs, einer Partnerorganisation der Eurowerkstatt Jena e. V. im Bereich Jugendaustausch. Frau Dejewa betonte ausdrücklich das Interesse ihrer Stadt an einem Auf- und Ausbau der Kooperationen zwischen Wladimir und Jena insgesamt und insbesondere im Bereich Gesundheit und Pflege, da die fachlichen Voraussetzungen und die zukünftigen Herausforderungen auf russischer wie auch auf deutscher Seite gleichermaßen hoch seien.

Norbert Hebestreit

Diesen Gedanken vertiefend, fand in der einladenden Berufsschule für Gesundheitsberufe unter Leitung der Direktorin, Inna Morosowa, die erste gemeinsam vorbereitete wissenschaftlich-praktische Fachkonferenz statt. Diese Tagung erwies sich aus fachlicher und kooperationsbezogener Sicht zweifellos als der Höhepunkt der Delegationsreise: aus beiden Ländern wurden Bildungsstandards, Curricula der unterschiedlichen Ausbildungsberufe und wissenschaftliche Projekte der Pflege- und Gesundheitsfachberufe präsentiert und als Impuls für einen intensiven – sprachmittlerisch herausfordernden – Fachdialog aufgegriffen. Die im Kreis der Fachkonferenz unter Pädagogen geführten Diskussionen setzte der kleine Kreis der Kooperationsentwickler – also die Leitungsebene der beteiligten Einrichtungen – im Hinblick auf zentrale Themen der zukünftigen Zusammenarbeit fort.

Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, und Norbert Hebestreit

Neben den fachlichen und kommunalpolitischen Programminhalten wurden die Delegationsmitglieder erneut Zeugen der ausgeprägten Gastfreundschaft und hohen Wertschätzung durch die Gastgeber. Ein den Arbeitsteil weit umspannender, kultureller und kulinarischer Anteil des Gesamtprogrammes führte die Teilnehmer gemeinsam mit den russischen Kollegen unter anderem nach Susdal, der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Ringes, zu den architektonischen Denkmälern der Stadt Wladimir und an den neu erbauten und zum diesjährigen Stadtfest eingeweihten musikalischen Springbrunnen – magnetischer Anziehungspunkt für die gesamte Stadtbevölkerung.

Ausflug nach Susdal

Diese Mischung aus fachlichem Austausch, freundschaftlicher Begegnung und kultureller Erfahrung hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Mitreisenden und ist zugleich Impulsgeber für die Zukunft der Zusammenarbeit beider Städte.

Inna Morosowa und ihre Gäste aus Jena

Die Reise fand im Rahmen des Jahres der Deutsch-Russischen kommunalen und regionalen Partnerschaft 2017/18 statt, wurde gefördert durch die Stadt Jena, die Stiftung West-Östliche-Begegnungen e. V. und das Koch-Metschnikow-Forum Berlin e. V. und organisatorisch vorbereitet, begleitet und nachbereitet durch die Eurowerkstatt Jena e. V.

Dr. Norbert Hebestreit, Delegationsleiter, Johanna Großer, Programmkoordination, Iwan Nisowzew, Delegationsleitung

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Heute freut sich das Festkomitee des Blogs, Altoberbürgermeister Siegfried Balleis zum 65. Geburtstag gratulieren zu dürfen. Wann, wenn nicht zu diesem Jubiläum, sollte eine besonders erfreuliche Nachricht bekanntgemacht werden: Erlangen und Wladimir nahmen an dem Wettbewerb deutscher und russischer Städte und Initiativen anläßlich des Abschlusses des „Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“ teil. Unter den fast 250 Bewerbungen aus beiden Ländern entschied sich die Jury als „Beispiel herausragender Partnerschaftsarbeit“ für den „Wladimir-Blog“, der vor fast zehn Jahren – noch während der Amtszeit von Siegfried Balleis – ins Netz ging und, wie man hört, zur täglichen Morgenlektüre des Erlanger Ehrenbürgers gehören soll. Ausgezeichnet wurde aber auch das Gesprächsforum „Prisma“, angeregt vom Begründer der Städtepartnerschaft, Dietmar Hahlweg, und mit großem persönlichen Einsatz ins Leben gerufen von Florian Janik, der die partnerschaftlichen Traditionen seiner beiden Vorgänger im Amt gerade in diesen schwierigen zwischenstaatlichen Turbulenzen ebenso beherzt wie umsichtig weiterführt. Die nicht dotierte Ehrung wird am Freitag, den 14. September, im Rahmen einer Veranstaltung des Deutsch-Russischen Forums im Außenministerium zu Berlin durch die Minister Heiko Maas und Sergej Lawrow vorgenommen. Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und ihre Wladimirer Kollegin, Olga Dejewa, nehmen die Urkunde an.

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Olga Dejewa wollen wir denn auch in der Reihe der Geburtstagsgratulanten den Vortritt lassen:

Lieber Herr Balleis,

zu Ihrem Geburtstag gratuliere ich Ihnen herzlich und wünsche Ihnen, Ihren Verwandten und Freunden Wohlergehen, Gesundheit, Glück und Erfolg!

Ihr Jubiläum fällt mit einem anderen Datum zusammen, 35 Jahre Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen. Was in den fernen 80er Jahren begann und in den 90er Jahren mit der humanitären Hilfe so richtig Fahrt aufnahm, mündete in vergleichsweise kurzer Zeit in eine Vielzahl von gemeinsamen Aktionen in den verschiedensten Bereichen: Wirtschaft, Bildung, Medizin, Kultur, Sport. Besonders wichtig aber: Jahr für Jahr können Hunderte von einfachen Bürgern unserer Städte ungezwungen einander kennenlernen und miteinander Freundschaft schließen. Wir geben damit ein ausgezeichnetes Beispiel einer Volksdiplomatie am Werk.

In Ihrer Zeit als Oberbürgermeister bewahrten Sie sowohl die Traditionen als auch die Prinzipien unserer Partnerschaft, indem Sie das Format des Austausches erweiterten, unsere Völker einander näherbrachten und die kulturellen sowie andere Verbindungen stärkten. Und das alles taten Sie mit großer Offenheit, Herzlichkeit und Verständnis. Dank Ihnen bleiben Erlangen und Wladimir Partnerstädte mit beachtlichen Entwicklungsperspektiven. Und nach wie vor helfen Erlanger uneigennützig Wladimirern im Rahmen aktueller Wohltätigkeitsprojekte.

Ich freue mich, Ihre persönliche Bekanntschaft gemacht zu haben, und hoffe, lieber Siegfried, Sie auch bald einmal wieder in Wladimir begrüßen zu dürfen.

Mit den besten Wünschen, Ihre Olga Dejewa

Sergej Sacharow und Siegfried Balleis

Mein lieber Freund Siegfried,

von ganzem Herzen möchte ich Dir zum Geburtstag gratulieren und meine herzlichen Glückwünsche zu diesem Tag übermitteln! Ich erinnere mich immer mit viel Freude und Wärme an unsere gemeinsame Zeit der Festigung und Fortsetzung der Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir. Ich bin Dir dankbar für die Erfahrung einer positiven Kommunikation, für die persönliche Begegnungen und Familientreffen, für Deine guten beruflichen Ratschläge und für Dein Vorbild, das mich anregte, das Fahrradtraining wieder aufzunehmen. Dank Dir treibe ich noch immer Radsport und versuche, mich fit zu halten. Das hilft mir sehr im Leben und im Beruf.

Ich bin sicher, uns stehen noch viele Treffen unter Freunden bevor, und wir werden noch so manches Gläschen Wodka oder Schnaps auf unser Wohl und das Wohl unserer Familien sowie das Fortbestehen unserer Freundschaft trinken. Nochmals meine herzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag und feiere heute schön im Kreise Deiner Familie sowie mit Freunden und Verwandten!

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen, Dein Sergej Sacharow aus Susdal und Wladimir

Julia Starikowa, Siegfried Balleis und Julia Krajnowa

Die Reihe der Gratulanten – auch aus den anderen Partnerstädten von Jena bis Umhausen, von Riverside bis Cumiana – ließe sich ad infinitum fortsetzen, und überall verdiente der Beitrag des Jubilars zum Gelingen des Austausches alle Ehren. Hier aber nur noch ein kleiner Hinweis auf eine große Initiative, die Siegfried Balleis als Rotarier wesentlich mitträgt: die Finanzierung von jährlich zwei vierzehntägigen Hospitationen aus Wladimir an den Universitätskliniken. Eine Aktion, die auch heuer im Herbst wieder fortgesetzt wird.

Siegfried Balleis mit Frau Angelika, beklatscht von Florian Janik und Edmund Stoiber bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde 2014

Auch wenn schon alles gesagt und gewünscht scheint, danke sagen kann man nie genug. Siegfried Balleis ließ sich bereits 1989, damals noch Wirtschaftsreferent, von Dietmar Hahlweg auf den „steinigen Acker“ der ökonomischen Kontakte nach Wladimir entsenden, radelte 1993 mit einer Stafette in die Partnerstadt und übernahm 1996, an die Spitze des Rathauses gewählt, das Erbe der Volksdiplomatie, um es, reich vermehrt, vor vier Jahren an seinen Nachfolger, Florian Janik, zu übergeben. Gäbe es nicht dieses hohe Maß an kommunalpolitischer Kontinuität im kommunalen auswärtigen Dienst – hier wie in Wladimir -, hätte sich auch die Bürgerpartnerschaft nie so erfolgreich entwickeln können, gäbe es sicher nicht die bevorstehende Auszeichnung in Berlin, wie schon einmal im Jahr 2002… Dafür Dank an den Jubilar und seine beiden Erlanger Kollegen sowie an Igor Schamow, Alexander Rybakow und Sergej Sacharow, mit denen Siegfried Balleis zusammenarbeitete, aber auch an Olga Dejewa, die nun in Wladimir diese Tradition mit eigenen Ideen am Leben erhält.

 

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Olga Dejewa zum Geburtstag


Ende September 2015 wurde in der Nachfolge von Michail Swonarjow, Wladimir Kusin, Igor Schamow, Alexander Rybakow und Sergej Sacharow mit Olga Dejewa die erste Frau in das Amt des Stadtoberhaupts gewählt. Bürgermeisterinnen hatte es in der Partnerstadt schon einige gegeben, aber ganz an der Spitze hatte noch nie zuvor eine Politikerin gestanden.

Florian Janik und Olga Dejewa

Ihr Standvermögen hatte die Wirtschafts- und Finanzwissenschaftlerin schon vor diesem Karrieresprung in den unterschiedlichsten Ämtern unter Beweis gestellt, etwa in der Zivilgesellschaftlichen Kammer der Region Wladimir. Aus Erlanger Sicht von besonderer Bedeutung ihre Rolle als ehrenamtliche Leiterin des Ortsverbandes Wladimir des Russischen Roten Kreuzes. Unter der Ägide von Olga Dejewa erst gelang es der humanitären Organisation im vertrauensvollen Zusammenspiel mit dem Förderverein und dem BRK, in Politik und Gesellschaft wieder Ansehen und Autorität zu gewinnen.

Susanne Lender-Cassens, Julia Obertreis, Olga Dejewa und Peter Steger

Mit Ihrer Wahl entschied sich Wladimir auch für eine Kontinuität in der Städtepartnerschaft. Ein Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist. Oft meint man nämlich, die gerade in dieser durchaus gelungenen deutsch-russischen Verbindung entstandene Volksdiplomatie sei auch ohne das Mitwirken der Politik – aus sich selbst schöpfend – stark genug, die zivilgesellschaftlichen Beziehungen zu pflegen. Doch die Praxis vieler trauriger Beispiele zeigt ein anderes Bild: Sobald die gewählten Vertreter auch nur das Interesse aneinander verlieren – von schlimmeren Entwicklungen, etwa dem offiziellen Abbruch der Kontakte, ganz zu schweigen – hält auch die beste Bürgerpartnerschaft nicht mehr lange dagegen.

Olga Dejewa, Elisabeth Preuß und Jelena Owtschinnikowa

Olga Dejewa, Mitglied der Partei Einiges Rußland, also ein Glücksfall für die Partnerschaft, zumal sie auch bestens mit dem Erlangen-Haus in Wladimir zusammenarbeitet und sich stets auf dem neuesten Stand des Austausches befindet. Vor allem aber verleiht die Mutter und Großmutter der eigenen Stadt, in der sie heute vor 60 Jahren geboren wurde, ein weltoffenes und sympathisch-gewinnendes Gesicht.

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Zu ihrem Jubiläum gratulierte denn auch Florian Janik seiner Kollegin mit Worten des Danks für die so erfolgreiche Zusammenarbeit und in der Vorfreude auf eine weitere Vertiefung der Kontakte. Der Blog kann sich da nur anschließen und die Glückwünsche im Namen all der vielen aussprechen, die bei eigenen Besuchen in Wladimir oder bei einem Termin in Erlangen Gelegenheit hatten, mit Olga Dejewa ins Gespräch zu kommen, sie kennen und schätzen zu lernen.

Melitta Schön und Olga Dejewa

Deshalb hier ein virtuelles „Hoch soll sie leben“ auf die Jubilarin. Auf Russisch klingt das mit abschließendem Geburtstagsgruß dann so: https://is.gd/fvgmDe

 

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Wer den Austausch zwischen Erlangen und Wladimir verfolgt, weiß, welche herausragende Rolle der Medizinaustausch spielt. Da nimmt es denn auch nicht wunder, wenn man beim Besuch des Regionalkrankenhauses, am Stadtrand jenseits der Kljasma gelegen, auf viele bekannte Gesichter trifft.

Iwan Seliwjorstow, Ljubow Bykowa, Majra Bulanowa und Peter Steger

Ljubow Bykowa, seit gut zwei Jahren ärztliche Direktorin des 800-Betten-Komplexes, kennt Erlangen von einem Besuch in ihrer damaligen Funktion als stellvertretende Leiterin des regionalen Gesundheitsamtes und berichtet gern von den vielen organisatorischen Veränderungen, die sie dank dem Austausch einführen konnte, während  Iwan Seliwjorstow, Radiologe und Koordinator des Rotary-Austausch-Programms vor allem das konkrete Fachwissen betont, das bei den Hospitationen in Franken auf den neuesten Stand gebracht wird. Etwas, das auch Majra Bulanowa, stellvertretende Leiterin des Krankenhauses, verstärkt fördern will.

Alexej Junjew

Erfreulich zu sehen, wie sich innen wie außen alles zum Besseren, um nicht zu sagen zum Besten, verändert hat. Etwa eine halbe Milliarde Rubel flossen in den letzten Jahren in bauliche Maßnahmen und die technische Ausstattung. Kein Vergleich mehr mit dem, was sich hier noch vor zehn oder gar zwanzig Jahren dem traurigen Blick des Gastes bot. So ist nun ein Austausch möglich, der wegkommt vom ursprünglich humanitären Ansatz, der sich ganz den Inhalten und der Fortbildung widmen kann.

OP der Neurochirurgie

Bei der Ausstattung findet man auf Schritt und Tritt Firmenlogos aus Deutschland, sogar der OP-Tisch, über den sich der Neurochirurg Nikolaj Nikitin besonders freut, ist made in Germany. Freilich hätte man gern noch mehr von deutschen Herstellern gekauft, wenn da nicht die hohen Preise wären, derentwegen ein weltweit agierender Elektrokonzern aus Erlangen unlängst bei einer Ausschreibung außen vor blieb.

Deutsches Gerät im Einsatz

Auch Andrej Mnjow, Oberarzt der Neurologie und kundiger Führer durch sein Reich, kennt Erlangen aus eigener Anschauung. Und so entstehen bald Ideen für neue Austauschprojekte, denn das Krankenhaus will sich neu organisieren und erweitern. Der Masterplan des Universitätsklinikums in der Partnerstadt könnte da für Wladimir eine gute Blaupause abgeben.

Andrej Mnjow, Peter Steger, Anna Judina und Nikolaj Nikitin

Und – auch der Austausch im Bereich der Pflegekräfte soll vorankommen, ein besonderes Anliegen von Oberschwester Anna Judina.

Zentrum für Surdologie und Mikrochirugie des Ohrs sowie Kind-Interhören

Wer also in der Region Wladimir, immerhin so groß wie ganz Franken und die halbe Oberpfalz zusammen, vor Ort in den Kreiskrankenhäusern nicht ausreichend versorgt werden kann oder keinen Platz mehr findet, ist hier gut aufgehoben. Die Sterblichkeit liegt unter dem landesweiten Schnitt, die Zimmer und Behandlungsräume zeigen sich licht und freundlich, und das Personal erweist sich als motiviert. Schließlich freut man sich auch schon auf den nächsten Fachbesuch aus Erlangen: Jürgen Binder und ein Medizinstudent der FAU haben ihr Kommen für Anfang Juni angekündigt.

Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale im Abendlicht

Aber auch die Politik weiß die Bedeutung des Medizinaustausches zu schätzen. Nicht von ungefähr ist deshalb Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Unfallkrankenhauses „Rotes Kreuz“, zum gestrigen Abendessen mit Oberbürgermeisterin Olga Dejewa geladen. Seine Klinik unterhält bereits seit Ende der 80er Jahre Kontakte zur Chirurgie in Erlangen, und die will man weiter ausbauen, gerade auch – siehe oben – im Bereich der Pflegekräfte, deren Bedeutung für die Therapie zunehmend in den Fokus gerät.

Marina und Jewgenij Jaskin, Wjatscheslaw und Olga Dejew, Peter Steger

Schließlich wird sogar noch diskutiert, ob man nicht auch ein Schmerz-Zentrum einrichten sollte, nachdem es doch nach Erlanger Vorbild bereits gelungen ist, Palliativstationen zu eröffnen. In der Sache wird man also bald schon Fachbesuch aus Wladimir erwarten dürfen. Willkommen!

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Auch nach dem erst vor einem Jahr vollzogenen Wechsel des Betreibers – von den Franziskusschwestern aus Vierzehnheiligen an die Malteser – bleibt das Waldkrankenhaus in Erlangen auf seinem internationalen Kurs und weiter offen für den Austausch mit Wladimir. Sogar mehr denn je.

Roman Lorz und Guram Tschjotschjew

Guram Tschjotschjew kam als junger Orthopäde mit der ersten Medizinerdelegation aus der Partnerstadt erstmals 1991 hierher und fand so Anschluß an Forschung und Lehre im Westen. Vor allem aber fand er Freunde und Kollegen, die ihn förderten und ihn auf den Wegen in die weltweit agierenden Gremien und Verbände begleiteten. Der Nordossete, in den 80er Jahren aus dem Kaukasus nach Wladimir gekommen, hatte sich in der neuen Heimat schon einen Namen bei der Behandlung von kleinwüchsigen Kindern gemacht. Nun fand er aber auch in Erlangen Anerkennung und rasch Aufnahme in den Deutschen und Amerikanischen Orthopädenverband, hielt weltweit Vorträge zu seinem Fachgebiet, habilitierte sich und gilt heute als Koryphäe nicht nur in seinem Land.

Raimund Forst und Guram Tschjotschjew, die beiden Professoren der Orthopädie

Bestimmt sieben bis acht Hospitationen folgten am Waldkrankenhaus, doch der letzte Besuch liegt nun doch schon zwölf Jahre zurück. Zeit, die Fäden wieder aufzunehmen. Und in Raimund Forst, Direktor des Universitätsklinikums im Waldkrankenhaus, findet der Gast denn am Freitag auch das Gegenüber, auf das er gehofft hatte. Schon nach wenigen Minuten ist man sich einig, der Austausch soll fortgesetzt werden, und es gibt auch gleich ein Thema, das den Gast brennend interessiert und wo der deutsche Kollege Pionierarbeit leistet: Duchenne, eine seltene, tödlich für die Kinder verlaufende Muskeldystrophie. Dank der Therapie von Raimund Forst werden nicht nur die Beschwerden gelindert, sondern auch die Lebenserwartung steigt signifikant an. Bisher kann man den Kindern in Rußland nicht helfen; das könnte sich jetzt bald ändern.

Chefarzt Horst Beyer und Guram Tschjotschjew

Und dann ein Rückblick auf die Geschichte des Waldkrankenhauses mit dem Chefarzt der Medizinischen Klinik I, Horst Beyer, der auch seinerseits Bereitschaft zeigt, den Austausch mit Wladimir fortzusetzen. Beste Voraussetzungen also für ein ganz neues Projekt, das Ingrid Dresel-Fischer, Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege, und Roman Lorz, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung am Waldkrankenhaus, vorschlagen: einen Austausch im Bereich der Pflegekräfte. Guram Tschjotschjew, hocherfreut über das Angebot, will sich in Wladimir umgehend in der Sache kundig machen und schlägt seinerseits vor, das Projekt mit älteren und erfahreneren Schwestern zu beginnen, um dann zu sehen, wie sich die Sache entwickelt. Eines ist klar: Da wächst schon bald ein neues Pflänzchen im fruchtbaren Garten der Partnerschaft.

Roman Lorz, Ingrid Dresel-Fischer und Guram Tschjotschjew

Den viertägigen Arbeitsbesuch beendete die fünfköpfige Delegation von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa im Kreis von alten Freunden. Vor genau 20 Jahren war Jürgen Ganzmann, damals Leiter der Werkstatt bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf, heute Geschäftsführer der WAB Kosbach, zum ersten Mal in Wladimir und kam mit der Idee zurück, im Bereich der Psychiatrie das Projekt „Lichtblick“ zu gründen, das in einen breiten Austausch mit ungezählten Praktika mündete und schließlich sogar den „Blauen Himmel“ mit seinem erlebnispädagogischem Ansatz hervorbrachte. In das Netzwerk mit Wladimir sind nun auch Städte wie Pskow, Nischnij Nowgorod und Irkutsk eingebunden, wobei Wladimir natürlich auch in Zukunft den Schwerpunkt bilden soll. Immer dem Motto entsprechend: Nicht alles bei uns ist gut, und nicht alles bei euch ist schlecht. Also im Geist des gegenseitigen Lernens.

Nadja Steger, Guram Tschjotschjew, Irina Tartakowskaja, Alina Kartuchina, Melitta Schön, Hans Ziegler, Olga Dejewa, Wladimir Rybkin, Jürgen Üblacker, Arina Alstrud, Jürgen Ganzmann und Alexander Krutow

„So oft ich jetzt schon in Erlangen war und Gäste aus der Partnerstadt in Wladimir empfangen konnte“, meinte am späten Freitagnachmittag kurz vor der Heimreise Olga Dejewa, „einen derart intensiven Einblick in die Dinge, einen derart innigen Kontakt zu den Menschen habe ich bisher noch nie erlebt. Wir gehören wirklich zusammen und können nichts Besseres tun, als noch viel öfter zusammenzukommen.“ Aber auch in Erlangen darf man ein erfreuliches Fazit ziehen. Das Konzept von „Prisma“ bewährt sich und verspricht für die Zukunft noch viele solcher Begegnungen, die zusammenbringen, was zusammenwill.

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„Ich hatte mir schon überlegt“, meinte gestern abend bei der Rückfahrt nach Erlangen, „ob es sich denn lohnt, den weiten Weg nach Jena zu machen. Gute zwei Stunden einfach unterwegs, nur um die Honneurs zu machen. Aber jetzt bin ich richtig froh, dabei gewesen zu sein.“

Erlangen auf dem Schreibtisch des Oberbürgermeisters

Der stellvertretende Vorsitzende der Wladimirer „Zivilgesellschaftlichen Kammer“, sprach damit wohl allen russischen Gästen aus dem Herzen, denn, so Olga Dejewa, die klimatischen Bedingungen – immerhin gilt Jena als der zweitwärmste Ort Deutschlands – übertragen sich offenbar auch auf das Wesen der Menschen.  Die Oberbürgermeisterin ist die einzige in der Delegation, die Jena bereits von einem Besuch aus dem Jahr 2013, damals noch in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Roten Kreuzes, kennt und seither zu schätzen weiß.

Olga Dejewa und Albrecht Schröter

Als Stadtoberhaupt war dies nun gestern ihr Antrittsbesuch und die erste Gelegenheit mit Ihrem Amtskollegen, Albrecht Schröter, über die weitere Ausgestaltung des Partnerschaftsdreiecks Erlangen-Jena-Wladimir zu sprechen – und an seiner Seite ein wenig die Stadt zu erkunden.

Dabei treffen die beiden auf Schritt und Tritt auf russische Spuren: mal auf die Ankündigung eines Vortrags über Michail Gorbatschow, den in seiner Heimat wohl erst künftige Historiker vom Makel des Totengräbers der Sowjetunion befreien werden, mal die Erinnerung die Station Jena auf dem langen Lebensweg von Lew Tolstoj.

Gedenktafel am Frommannschen Anwesen

Wichtiger als der Blick zurück – auch in die bereits zehn Jahre währende Dreieckspartnerschaft – ist den Deutschen und Russen die Überlegung, was sie in Zukunft gemeinsam angehen könnten. Und da bietet sich ein breites Spektrum.

Über den Dächern von Jena

Das Freiwilligenprogramm soll fortgesetzt werden, das Rahmenabkommen zwischen der Friedrich-Schiller-Universität und der Wladimirer Universität bietet noch ungenutzte Möglichkeiten für den Wissenschaftsaustausch, bei Kultur und Sport gäbe es noch viel zu tun… Und dann ist da noch der Vorschlag von Albrecht Schröter, gern einmal jemanden aus der Wladimirer Stadtverwaltung einzuladen, um auszuloten, in welchen Bereichen der Administration ein Erfahrungsaustausch nützlich sein könnte.

Albrecht Schröter und seine Gäste

Und natürlich darf die Gegeneinladung nicht fehlen: vielleicht schon zum Wirtschaftsforum im Juni oder spätestens zum Stadtfest im Herbst. Gleichviel, Hauptsache man bleibt im Gespräch und Austausch, so die einhellige Meinung.

Albrecht Schröter und Olga Dejewa, im Hintergrund Norbert Hebestreit

Schon sehr weit gediehen sind die Überlegungen für eine konkrete Zusammenarbeit auf Initiative von Norbert Hebestreit im Bereich der Krankenpflege. Da versprechen sich beide Seiten einen Gewinn, da wollen beide Seiten voneinander lernen, da soll noch heuer ein Austauschabkommen zwischen der Berufsfachschule in Wladimir und dem Klinikum Jena abgeschlossen werden.

Nach der Führung durch das Klinikum Jena

Da darf natürlich auch eine Führung durch die größte Klinik Thüringens und eines der modernsten Krankenhäuser in ganz Deutschland, wenn nicht gar europaweit, nicht fehlen. Immer im Blick auf die künftige Zusammenarbeit zwischen Jena und Wladimir.

Alexander Krutow, Renate Winzen, Olga Dejewa, Nadja Steger, Wladimir Rybkin, Anette Christian und Guram Tschjotschjew

So ein Tag endet natürlich beim Abendessen zurück in Erlangen mit Stadträtin Anette Christian am besten mit einem Trinkspruch, den Wladimir Rybkin in ebenso einfachen wie einprägsamen Worten ausbringt: „Ich stehe auf, um mein Glas auf die Gastgeber zu erheben, und ich knöpfe meine Jacke zu dem festlichen Anlaß zu, aber mein Herz ist bis auf den letzten Knopf aufgeknöpft nach all den wunderbaren Begegnungen hier in Deutschland.“

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