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Posts Tagged ‘Norbert Hebestreit’


Wie gut sich gerade der Jugendaustausch im Rahmen des Partnerschaftsdreiecks Erlangen-Wladimir-Jena ausnimmt, zeigt der Bericht von Jelena Guskowa, der Leiterin des Euroklubs in Wladimir. Gewissermaßen die schriftliche Fortsetzung des gestrigen Videos ohne Worte.

Vom 13. bis 20. August hielt sich wieder eine Jugendgruppe des Euroklubs in Deutschland auf und besuchte in der Zeit neben Jena auch Erfurt, Weimar und Berlin. Mit Hilfe unserer Partner in Jena, der ÜAG, der Eurowerkstatt und des Deutschen Roten Kreuzes, erlebten die Gäste wie immer ein randvolles und interessantes Programm.

Auf den Stufen des Landtags von Thüringen

Der Ausflug nach Erfurt war vor allem dem Besuch des Thüringischen Landrats gewidmet. Aber wir besichtigten auch das Zentrum der Hauptstadt von Thüringen und den der Jungfrau Maria geweihten Dom.

Auf unserer Reise hatten wir auch Gelegenheit, die medizinischen Standards kennenzulernen, die in Deutschland gelten. So zeigte man uns bei einem Besuch beim Roten Kreuz, wie Notfallhilfe aussieht und wie man sich um Demenzkranke kümmert, während wir in der Universitätsklinik Jena, im größten Krankenhaus Thüringens, viel Neues entdeckten und Ähnlichkeiten wie Unterschiede im Gesundheitswesen unserer Länder feststellten.

Klinikbesuch in Jena mit Norbert Hebestreit (vorne in der Bildmitte)

Aber auch der Sport kam nicht zu kurz. Im herzlichen Miteinander verbrachten wir gemeinsam mit unseren Partnern und den Ehrenamtlichen eine großartige Zeit beim Volleyball und Fußball.

Gruppenbild beim Sport mit Norbert Hebestreit (links im Bild) und Iwan Nisowzew (Mitte)

Eine schwierige Etappe unserer Begegnungen erlebten wir beim Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Allerdings war dem ein Seminar vorgeschaltet, das half, sich in die Ereignisse von 1933 bis 1950 einzufühlen.

Gruppenbild in Weimar

Den Schlußpunkt setzte Berlin, dessen Eigenart und Unvergleichbarkeit uns erneut überwältigte. In der Hauptstadt besichtigten wir die Kuppel des Bundestages, von wo aus sich ein großartiger Blick auf die Stadt eröffnet.

Gruppenbild in Berlin

Allen, die an diesem Austausch teilnahmen, ein großes Danke! Wir hoffen, unsere Zusammenarbeit werde auch in Zukunft so fruchtbar sein!

Jelena Guskowa

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Vom 28. August bis 2. September besuchte eine Delegation der Stadt Jena das partnerschaftlich verbundene Wladimir. Die Reise knüpfte an die einjährigen Kooperationsbemühungen im Bereich Gesundheit und Pflege an und war eingebettet in einen mehrjährigen, lebendigen Austausch. Angeführt wurde die Delegation von Norbert Hebestreit, Pflegewissenschaftler am Universitätsklinikum Jena, begleitet von Iwan Nisowzew, Vorstand der Eurowerkstatt Jena e. V., Johanna Großer, Studentin am Institut für Slawistik, Dagmar Kunze, stellvertretende Leiterin der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena, sowie Andreas Dippl, Bereichsleiter für Pflege und Soziale Dienste beim Deutschen Roten Kreuz Jena-Eisenberg-Stadtroda. Ebenfalls mit im Reiseteam – Ramona Schumacher, Sektionsleiterin Pflegewissenschaft am Koch-Metschnikow-Forum Berlin, begleitet von ihrem Mann Bernd.

Ziel des Besuches war die Weiterentwicklung der Kooperation zwischen der Berufsschule für Gesundheitsfachberufe Wladimir und den eingebundenen deutschen Partnerinstitutionen. Im Mittelpunkt der Kooperationsabsichten stehen Austauschprogramme für Schüler, Fach- und Lehrkräfte beider Schulen und angebundener Kliniken sowie gemeinsame Forschungsprojekte im niedrigschwelligen, drittmittelgeförderten Bereich. Entsprechend der vorgenannten Felder potentieller Projekte der Zusammenarbeit stellten die Gastgeber ein umfassendes Angebot an Besichtigungen fachlich unterschiedlich ausgerichteter Kliniken und Versorgungszentren zusammen. Hierzu zählen die Städtische Klinik für Notfall- und Unfallversorgung (Rot-Kreuz-Krankenhaus), das Zentrum für Tuberkuloseprävention und -behandlung, das Regionale klinische Onkologiezentrum sowie das Regionale Zentrum für Transfusionsmedizin. Neben dem fachlichen Austausch mit den jeweiligen leitenden Medizinern und Pflegekräften wurden auch Perspektiven des Austauschs von Fachleuten zu Hospitationszwecken eruiert und gegenseitige Fragen zum Schwerpunkt Fachausbildung erörtert.

Empfang im Rathaus mit Olga Dejewa

Von besonderer Bedeutung war der Empfang durch Oberbürgermeisterin Olga Dejewa im Rathaus, begleitet von der Leiterin des Roten Kreuzes, Olga Antropowa, und von Jelena Gusjewa, Vorsitzende des Euroklubs, einer Partnerorganisation der Eurowerkstatt Jena e. V. im Bereich Jugendaustausch. Frau Dejewa betonte ausdrücklich das Interesse ihrer Stadt an einem Auf- und Ausbau der Kooperationen zwischen Wladimir und Jena insgesamt und insbesondere im Bereich Gesundheit und Pflege, da die fachlichen Voraussetzungen und die zukünftigen Herausforderungen auf russischer wie auch auf deutscher Seite gleichermaßen hoch seien.

Norbert Hebestreit

Diesen Gedanken vertiefend, fand in der einladenden Berufsschule für Gesundheitsberufe unter Leitung der Direktorin, Inna Morosowa, die erste gemeinsam vorbereitete wissenschaftlich-praktische Fachkonferenz statt. Diese Tagung erwies sich aus fachlicher und kooperationsbezogener Sicht zweifellos als der Höhepunkt der Delegationsreise: aus beiden Ländern wurden Bildungsstandards, Curricula der unterschiedlichen Ausbildungsberufe und wissenschaftliche Projekte der Pflege- und Gesundheitsfachberufe präsentiert und als Impuls für einen intensiven – sprachmittlerisch herausfordernden – Fachdialog aufgegriffen. Die im Kreis der Fachkonferenz unter Pädagogen geführten Diskussionen setzte der kleine Kreis der Kooperationsentwickler – also die Leitungsebene der beteiligten Einrichtungen – im Hinblick auf zentrale Themen der zukünftigen Zusammenarbeit fort.

Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, und Norbert Hebestreit

Neben den fachlichen und kommunalpolitischen Programminhalten wurden die Delegationsmitglieder erneut Zeugen der ausgeprägten Gastfreundschaft und hohen Wertschätzung durch die Gastgeber. Ein den Arbeitsteil weit umspannender, kultureller und kulinarischer Anteil des Gesamtprogrammes führte die Teilnehmer gemeinsam mit den russischen Kollegen unter anderem nach Susdal, der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Ringes, zu den architektonischen Denkmälern der Stadt Wladimir und an den neu erbauten und zum diesjährigen Stadtfest eingeweihten musikalischen Springbrunnen – magnetischer Anziehungspunkt für die gesamte Stadtbevölkerung.

Ausflug nach Susdal

Diese Mischung aus fachlichem Austausch, freundschaftlicher Begegnung und kultureller Erfahrung hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Mitreisenden und ist zugleich Impulsgeber für die Zukunft der Zusammenarbeit beider Städte.

Inna Morosowa und ihre Gäste aus Jena

Die Reise fand im Rahmen des Jahres der Deutsch-Russischen kommunalen und regionalen Partnerschaft 2017/18 statt, wurde gefördert durch die Stadt Jena, die Stiftung West-Östliche-Begegnungen e. V. und das Koch-Metschnikow-Forum Berlin e. V. und organisatorisch vorbereitet, begleitet und nachbereitet durch die Eurowerkstatt Jena e. V.

Dr. Norbert Hebestreit, Delegationsleiter, Johanna Großer, Programmkoordination, Iwan Nisowzew, Delegationsleitung

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„Ich hatte mir schon überlegt“, meinte gestern abend bei der Rückfahrt nach Erlangen, „ob es sich denn lohnt, den weiten Weg nach Jena zu machen. Gute zwei Stunden einfach unterwegs, nur um die Honneurs zu machen. Aber jetzt bin ich richtig froh, dabei gewesen zu sein.“

Erlangen auf dem Schreibtisch des Oberbürgermeisters

Der stellvertretende Vorsitzende der Wladimirer „Zivilgesellschaftlichen Kammer“, sprach damit wohl allen russischen Gästen aus dem Herzen, denn, so Olga Dejewa, die klimatischen Bedingungen – immerhin gilt Jena als der zweitwärmste Ort Deutschlands – übertragen sich offenbar auch auf das Wesen der Menschen.  Die Oberbürgermeisterin ist die einzige in der Delegation, die Jena bereits von einem Besuch aus dem Jahr 2013, damals noch in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Roten Kreuzes, kennt und seither zu schätzen weiß.

Olga Dejewa und Albrecht Schröter

Als Stadtoberhaupt war dies nun gestern ihr Antrittsbesuch und die erste Gelegenheit mit Ihrem Amtskollegen, Albrecht Schröter, über die weitere Ausgestaltung des Partnerschaftsdreiecks Erlangen-Jena-Wladimir zu sprechen – und an seiner Seite ein wenig die Stadt zu erkunden.

Dabei treffen die beiden auf Schritt und Tritt auf russische Spuren: mal auf die Ankündigung eines Vortrags über Michail Gorbatschow, den in seiner Heimat wohl erst künftige Historiker vom Makel des Totengräbers der Sowjetunion befreien werden, mal die Erinnerung die Station Jena auf dem langen Lebensweg von Lew Tolstoj.

Gedenktafel am Frommannschen Anwesen

Wichtiger als der Blick zurück – auch in die bereits zehn Jahre währende Dreieckspartnerschaft – ist den Deutschen und Russen die Überlegung, was sie in Zukunft gemeinsam angehen könnten. Und da bietet sich ein breites Spektrum.

Über den Dächern von Jena

Das Freiwilligenprogramm soll fortgesetzt werden, das Rahmenabkommen zwischen der Friedrich-Schiller-Universität und der Wladimirer Universität bietet noch ungenutzte Möglichkeiten für den Wissenschaftsaustausch, bei Kultur und Sport gäbe es noch viel zu tun… Und dann ist da noch der Vorschlag von Albrecht Schröter, gern einmal jemanden aus der Wladimirer Stadtverwaltung einzuladen, um auszuloten, in welchen Bereichen der Administration ein Erfahrungsaustausch nützlich sein könnte.

Albrecht Schröter und seine Gäste

Und natürlich darf die Gegeneinladung nicht fehlen: vielleicht schon zum Wirtschaftsforum im Juni oder spätestens zum Stadtfest im Herbst. Gleichviel, Hauptsache man bleibt im Gespräch und Austausch, so die einhellige Meinung.

Albrecht Schröter und Olga Dejewa, im Hintergrund Norbert Hebestreit

Schon sehr weit gediehen sind die Überlegungen für eine konkrete Zusammenarbeit auf Initiative von Norbert Hebestreit im Bereich der Krankenpflege. Da versprechen sich beide Seiten einen Gewinn, da wollen beide Seiten voneinander lernen, da soll noch heuer ein Austauschabkommen zwischen der Berufsfachschule in Wladimir und dem Klinikum Jena abgeschlossen werden.

Nach der Führung durch das Klinikum Jena

Da darf natürlich auch eine Führung durch die größte Klinik Thüringens und eines der modernsten Krankenhäuser in ganz Deutschland, wenn nicht gar europaweit, nicht fehlen. Immer im Blick auf die künftige Zusammenarbeit zwischen Jena und Wladimir.

Alexander Krutow, Renate Winzen, Olga Dejewa, Nadja Steger, Wladimir Rybkin, Anette Christian und Guram Tschjotschjew

So ein Tag endet natürlich beim Abendessen zurück in Erlangen mit Stadträtin Anette Christian am besten mit einem Trinkspruch, den Wladimir Rybkin in ebenso einfachen wie einprägsamen Worten ausbringt: „Ich stehe auf, um mein Glas auf die Gastgeber zu erheben, und ich knöpfe meine Jacke zu dem festlichen Anlaß zu, aber mein Herz ist bis auf den letzten Knopf aufgeknöpft nach all den wunderbaren Begegnungen hier in Deutschland.“

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Austausch und voneinander Lernen – unter dieser Prämisse fand vom 23. bis zum 27. Oktober ein Delegationsbesuch aus Wladimir in Jena statt. Die Gruppe bestand aus Inna Morosowa, Direktorin der Medizinischen Fachschule, Natalia Uschakowa, Abteilungsleiterin der Krankenpflege an der Fachschule, und Julia Arsenina, stellvertretende Direktorin vom Department für Gesundheitswesen des Wladimirer Gouvernements.

Empfang bei Oberbürgermeister Albrecht Schröter

Die Gäste kamen auf Einladung von Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der das Trio persönlich begrüßte und bei einer kleinen Führung die Stadt zeigte. “Das russische Gesundheitssystem ist hoch entwickelt. Von einem kontinuierlichen Dialog können beide Städte profitieren. Eine Zusammenarbeit ist also wünschenswert”, betonte er. Wie diese aussehen kann, sollte nun in Sondierungsgesprächen ausgelotet werden.

Jena pflegt seit zehn Jahren eine partnerschaftliche Verbindung zu Wladimir. Eine Besonderheit durch die Dreiecksbeziehung mit Erlangen, geprägt von regelmäßigem Austausch und Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Gebieten wie der Jugend- und Frauenarbeit, in der Verwaltung sowie auf kultureller Ebene.

Stadtführung mit Iwan Nisowzew

Die Partnerschaft soll nun um den Bereich Gesundheitswesen und Pflege ergänzt und bereichert werden. Insofern stand bei diesem Besuch vor allem ein avisiertes Kooperationsvorhaben zwischen dem Bereich Pflegebildung am Universitätsklinikum Jena (UKJ) und der staatlichen Berufsschule für Medizinische Fachberufe in Wladimir im Mittelpunkt. Aber auch eine Zusammenarbeit mit der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena (SBBS) sollte ausgelotet werden. Neben dem gegenseitigen Interesse an gemeinsamen Fachthemen zur schulischen und außerschulischen Ausbildung geht es darüber hinaus darum, gemeinsame Aktivitäten wie Studienreisen oder bilaterale Forschungsarbeiten vorzubereiten. Mögliche Themenfelder sind historische Fragen im Kontext der Gefangenschaft Deutscher in russischen Lazaretten oder das große Thema Robotik und Telemedizin in der Pflege. Außerdem besteht großes Interesse an einem fachlichen Austausch über curriculare Fragen im Kontext der jeweiligen Ausbildungsangebote und -standards in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen.

Während ihres Besuchs trafen sich die Gäste mit Arne-Veronika Boock, Pflegedirektorin und Norbert Hebestreit, leitender Pflegewissenschaftler am UKJ, der bereits im Februar Gelegenheit hatte, in Wladimir die ersten fachlichen Kontakte zur Gesundheitsfachschule knüpfen zu können. Gemeinsam mit Iwan Nisowzew, Vorstand des Vereins Eurowerkstatt Jena e.V. und aus Wladimir stammend, hat der promovierte Pflegewissenschaftler den Kooperationsbesuch vorbereitet. Für beide ist es besonders wichtig, eine Zusammenarbeit mit gegenseitigem Nutzen aufzubauen. Beide Partner sind auf unterschiedlichen Gebieten spezialisiert und an den gegenseitigen Erfahrungen interessiert. Der Verein Eurowerkstatt Jena e.V. koordiniert mehrere Programme im Bereich internationaler Jugend- und Bildungsarbeit. Aus diesem Grund wurde von den Vereinsmitgliedern das ausgerufene Deutsch-Russische Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 mit großem Enthusiasmus aufgegriffen und der Delegationsbesuch in diesen Kontext gestellt.

Regina Halbfinger, Anastasia Owtscharow, Martina Berrocal, Johanna Großer, Iwan Nisowzew, Inna Morosowa, Ramona Schumacher, Natalia Uschakowa, Norbert Hebestreit, Julia Arsenina, Janine Tavangarian, Arne-Veronika Boock und Albrecht Schröter

Auch ein Besuch an der SBBS stand im Programm. Hier trafen die russischen Gäste auf Dagmar Kunze, kommissarische Leiterin der Schule, und ihre Lehrerkolleginnen und Schüler unterschiedlicher Ausbildungsberufe. In Unterrichtsvisiten, Besichtigungen der Lehrkabinette und Skills-Labs sowie insbesondere in vielen fachlichen Gesprächsrunden gab es umfangreiche Gelegenheiten zur Sondierung möglicher Themen für eine weiterführende Zusammenarbeit und zum persönlichen Kennenlernen.

In den Gesprächen wurde deutlich: Auch wenn 2.200 km zwischen den beiden Städten liegen, sind die Herausforderungen im Pflegebereich doch sehr ähnlich. Der Fachkräftemangel macht sich verstärkt bemerkbar, und dadurch wird es immer wichtiger, Gesundheitsfachberufe wettbewerbsfähig zu halten. „Es ist für uns sehr interessant zu sehen, wie in Jena und in Deutschland gearbeitet wird“, sagt Julia Arsenina. Ein Austausch über mögliche Lösungsansätze sowie über den Pflegealltag, die Pflegeorganisation und die bestehenden Prozesse im Allgemeinen kann einen Mehrwert in Form von neuen Lösungsansätzen für beide Seiten bringen. Für Jena ist zum Beispiel das Berufsbild des sogenannten “Feldschers” interessant, einer Position, die zwischen den Ärzten und dem Pflegepersonal angesiedelt ist und eigene Sprechstunden abhält. Ein Haupteinsatzgebiet im russischen Gesundheitswesen liegt in der medizinischen Prophylaxe und der medizinischen Grundversorgung.

Iwan Nisowzew, Regina Halbfinger, Kati Egerland, Anastasia Owtscharow, Natalia Uschakowa, Julia Arsenina, Johanna Großer, Inna Morosowa und Norbert Hebestreit

Aber auch das breite Spektrum der außerschulischen Arbeit ist für die Jenaer Seite von großem Interesse. Wladimir wiederum interessiert sich besonders für die Begegnung von pädagogischen Fachkräften zum intensiveren fachlichen und curricularen Austausch sowie für die umfassende Untergliederung der unterschiedlichen Gesundheitsfachberufe, wie zum Beispiel für das Berufsbild des „Heilerziehungspflegers“.

Das Kooperationsvorhaben und insbesondere die damit verbundenen fachlichen Austauschprogramme werden durch das Koch-Metschnikow-Forum e. V. inhaltlich und ideell intensiv unterstützt. Der Verein fördert deutsch-russische Projekte im Bereich Medizin und Pflege. Ramona Schumacher, Sektionsleiterin Pflege / Pflegewissenschaft und langjährige Pflegemanagerin, war aus diesem Grund ebenso in Jena zu Gast, um aus ihren umfangreichen Erfahrungen im Kontext vergleichbarer Projekte Ideen und Anregungen zu geben und als Expertin insbesondere für russisch-deutsche Pflegebildungsprojekte zur Verfügung zu stehen.

Johanna Großer, Regina Halbfinger, Julia Arsenina, Ann-Kathrin Nefe-Schneider, Inna Morosowa, Anastasia Owtscharow, Uta Mayer, Iwan Nisowzew, Norbert Hebestreit, Dagmar Kunze und Natalia Uschakowa

Sprachmittlerisch vorbereitet und begleitet wurde der Delegationsbesuch von den Studentinnen Regina Halbfinger, Johanna Großer und Anastasia Owtscharow vom Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität, die im Rahmen eines studentischen Praktikums im Vorfeld der Besuchswoche erforderliche Übersetzertätigkeiten vorgenommen und während aller Termine als Dolmetscherinnen gearbeitet haben. Die Studierenden wurden angeleitet durch die Dozentin und Praktikumsbeauftragte des Instituts, Martina Berrocal.

Neben den finanziellen Mitteln der Stadt Jena und der beteiligten Kooperationspartner wurde der Delegationsbesuch finanziell unterstützt durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen (WÖB), deren Zweck es ist, Austauschprojekte zwischen Deutschland und den östlichen Partnerländern zu fördern. Andere Projekte innerhalb der Verbindung Jena – Wladimir wurden bereits durch die Stiftung finanziert. Insofern ist es besonders erfreulich, nun auch für Vorhaben im Bereich Gesundheit und Pflege Mittel zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Die Gäste verbrachten vier Arbeitstage in Jena. Es wurden viele fachliche Gespräche geführt, persönliche Kontakte hergestellt und gemeinsam Kultur erlebt. Das Wichtigste aber: Man schmiedete bereits konkrete Pläne für die Zukunft. Zunächst wollen die Partner in Telekonferenzen die gemeinsamen Arbeitspakete besprechen und verhandeln, um dann auf beiden Seiten an konkreten Schritten zur Umsetzung der Kooperation arbeiten zu können. Dem folgt eine Delegationsreise der deutschen Seite im folgenden Jahr – die Einladung dazu nach Wladimir wurde bereits ausgesprochen.

Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew

Kontakt: russisch@eurowerkstatt-jena.de

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Das Jahr ist noch nicht um, doch Jena zeigt, wie sich, geht man die Sache zielstrebig an, auch in gerade einmal neun Monaten ein neues Kapitel der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Wladimir schreiben läßt. Nach einem Erkundungsbesuch von Norbert Hebestreit, Leiter des Bereichs Pflegebildung am Universitätsklinikum Jena, und Iwan Nisowzew, dem ehrenamtlichen Koordinator des Austausches, Ende Februar und zwei über Erlangen arrangierte Begegnungen mit Fachbesucherinnen aus Wladimir in Jena hielt sich nun vom 23. bis 27. Oktober eine dreiköpfige Wladimirer Delegation aus dem Gesundheitsbereich an der Saale auf. Zusammenfassend schreibt das Presseamt der Stadtverwaltung, von der Blogredaktion leicht bearbeitet, zu dem Besuch:

Gegenseitiger Austausch und voneinander Lernen bringt einen voran – unter dieser Prämisse ist derzeit eine Delegation aus der russischen Stadt Wladimir in Jena. Ziel des Besuches ist es, eine Zusammenarbeit im Pflegebereich auszuloten. Denn auch wenn 2.200 Kilometer zwischen den beiden Städten liegen, sind die Herausforderungen im Pflegebereich doch sehr ähnlich: Der Fachkräftemangel macht sich verstärkt bemerkbar, und dadurch wird es immer wichtiger, den Berufszweig wettbewerbsfähig zu halten. Ein Austausch über mögliche Lösungsansätze sowie über den Pflegealltag, die Pflegeorganisation und die bestehenden Prozesse im allgemeinen kann einen Mehrwert in Form von neuen Lösungsansätzen für beide Seiten bringen. Für Jena ist zum Beispiel das Berufsbild des sogenannten “Feldschers” interessant, einer Position, die zwischen den Ärzten und dem Pflegepersonal angesiedelt ist. Wladimir will mehr über die Freiwilligenarbeit in Jena erfahren, die es so in Rußland nicht gibt.

Das Gastgeberteam mit der Wladimirer Delegation, flankiert von Iwan Nisowzew und Norbert Hebestreit vor dem Universitätsklinikum

Zu der Delegation gehörten Inna Morosowa, Leiterin der medizinischen Fachschule Wladimir, Natalia Uschakowa, Abteilungsleiterin für Krankenpflege an der Fachschule, und Julia Arsenina, stellvertretende Direktorin vom Department für Gesundheitswesen der Region Wladimir. Sie trafen sich während ihrer Zeit in Jena mit Arne-Veronika Boock, Pflegedirektorin der Universitätsklinik Jena, Norbert Hebestreit, Leitender Pflegewissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena, und Iwan Nisowzsew, Vorstand des Vereins Eurowerkstatt e.V. und selbst aus Wladimir stammend. Das  Programm des Besuches wird auch von dem Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität unterstützt. Martina Berrocal leitet die Gruppe aus drei Slawistik-Studierenden, die schriftlich und mündlich die Sprachbarriere fallen lassen.

Albrecht Schröter mit Gästen und Orgateam am Eingang zum Rathaus

Oberbürgermeister Albrecht Schröter ließ es sich nicht nehmen, die Delegation persönlich zu begrüßen. “Rußland hat ein hochentwickeltes Gesundheitssystem. Von einem kontinuierlichen Dialog können beide Städte profitieren. Eine Zusammenarbeit ist also wünschenswert”, betonte er.

Wie diese aussehen kann, wurde in Sondierungsgesprächen ausgelotet. Daneben standen auch der  Besuch des Universitätsklinikums, eine Unterrichtshospitation sowie ein Treffen mit der Eurowerkstatt auf dem Programm.

Im nächsten Jahr soll eine Vereinbarung über den Fachaustausch geschlossen werden. Dann besteht die Kooperation zwischen Jena und Wladimir seit 10 Jahren. Die Besonderheit ist, daß Jena und Wladimir mit Erlangen dieselbe Partnerstadt pflegen. Diese Dreiecksbeziehung ist geprägt von regelmäßigem Austausch und Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Gebieten wie der Jugend- und Frauenarbeit, in der Verwaltung sowie auf kultureller Ebene.

Mehr zum Thema unter: https://is.gd/Z3iyD1 und https://is.gd/f8IBKQ sowie hier mit einem Bericht der Ostthüringischen Zeitung: https://is.gd/rR6VtZ

P.S.: Wer hätte sich heute vor 28 Jahren – als die Mauer fiel – vorstellen können, was heute selbstverständlich und doch so großartig ist. DDR und BRD wurden eins, die UdSSR zerfiel, aber die deutsch-russische partnerschaftliche Zusammenarbeit hält alle zusammen.

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Montag, 7. August, Flug LH 2162 aus München ist fast pünktlich. Peter Steger und ich holen unsere Gäste aus Wladimir am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg ab. Der Vorstand des Roten Kreuzes in Wladimir kommt mit seiner Vorsitzenden, Olga Antropowa. und ihrem Stellvertreter, Wladimir Prosor. auf Einladung des Erlanger Fördervereins zur Unterstützung des Roten Kreuzes in Wladimir zu einem intensiven Informationsbesuch nach Erlangen. Gemeinsam suchen wir nach neuen Ideen und Wegen, um die unzureichende häusliche Versorgung schwerkranker Menschen in Wladimir zu verbessern.

Hans Ziegler, Melitta Schön, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Nadja Steger

Am Dienstagmorgen geht es schon um 7.30 Uhr los. Als Dolmetscherin begleitet uns Anastasia Blasch, eine Wladimirerin, die seit zwei Jahren in Erlangen lebt. Wir fahren zum Roncallistift, wo die Gäste nach kurzer Einführung durch Adelheid Seifert (Leitung Pflege und soziale Dienste) direkt beim Pflegerundgang im Bereich des betreuten Wohnens dabei sein können. In den Diskussionen werden alle Aspekte in Zusammenhang mit der Pflegeversicherung in Deutschland behandelt, eine gute Grundlage für die weiteren Gespräche in den folgenden Tagen. Bemerkenswert schon hier, die herzliche Aufnahme und die umfassende Information durch die Mitarbeiter des Stifts, ein Eindruck, der sich in allen Folgeveranstaltungen wiederholt hat!

Anastasia Blasch, Adelheid Seifert, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

Am späteren Vormittag besuchen wir SAPVPalliativa (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung), eine gemeinnützige GmbH, gegründet vom Hospizverein Erlangen e. V. und dem Hausärzteverein Erlangen und Umgebung e. V.. Die Ärztin Anette Christian informierte uns gemeinsam mit einem Team ausführlich über das Leistungsangebot. In der angeregten Diskussion bleibt keine der vielen Fragen unbeantwortet. Begleitet wird die Diskussion von Jürgen Binder, einem Freund der Partnerschaft und Gründer des Hausärztevereins Erlangen und Umgebung.

SAPVPalliativa-Team mit Anette Christian (Mitte), Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Anstasia Blasch und Jürgen Binder (ganz rechts)

 

 

Nachmittags steht ein Besuch des Rot-Kreuz Altenheims in Etzelskirchen an. Sein Leiter, Jan Pyschny, gleichzeitig auch stellvertretender Geschäftsführer des BRK Erlangen-Höchstadt und Leiter der ambulanten Pflegedienste, erwartet uns. Auf der Terrasse am großen Garten seiner Einrichtung diskutieren wir Themen der stationären und ambulanten Pflege. Mit der „Dementen WG“ kommt eine für die Russen neue Idee aufs Tapet. Besonders beeindruckend ist für unsere Freude der Streichelzoo im Eingangsbereich des Hauses.

Anastasia Blasch, Wladimir Prosor, Jan Pyschny und Olga Antropowa

Über die Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen erfahren wir am Mittwochvormittag. Unser Ziel ist der Förderverein zur Unterstützung der Tagespflege am Martin-Luther-Platz e.V. Die Leiterin, Kristin Kalden, erwarten uns, und wir erleben, wie Menschen, die wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten Hilfe benötigen, liebevolle und kompetente Zuwendung erfahren. Die Besucher kommen an vorher vereinbarten Tagen, meistens für den ganzen Tag. Ein Bus des BRK sorgt für den Transport. Die Kosten können z. T. mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden, der Verein braucht aber die Unterstützung seiner Mitglieder und anderer Spender. Wir erfreuen uns an der abwechslungsreichen und häuslichen Atmosphäre der behindertengerecht ausgestatteten großen Wohnung und bekommen umfassende Antworten auf unsere Fragen.

Danach gehen wir zum Verein Dreycedern e.V. am Altstädter Kirchenplatz. Brigitta Hildner, im Verein verantwortlich für den Betreuungsbereich, hat ihre Mittagspause für uns geopfert und informiert umfassend über das Konzept der fachlich geschulten „Betreuungspaten“, ehrenamtlich tätige Menschen, die die Familien mit dementen Angehörigen durch Aufklärung und Beratung sowie durch stundenweise Unterstützung und Aktivierung zuhause entlasten. Umfangreiche Schulungsangebote und Gesprächskreise im Haus des Vereins runden das Angebot ab.

Brigitta Hildner, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Anastasia Blasch

Der Nachmittag gehört dem Roten Kreuz in der Henri-Dunant-Straße in Erlangen. Mit dem Vorstand und Mitgliedern des Vorstandes des Fördervereins diskutieren wir die bisherigen Aktivitäten in Wladimir und die Ziele für die noch zu vereinbarende Weiterarbeit. In der Diskussion sind wir uns einig: Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit der zukünftigen Aktivitäten sind die wichtigsten Voraussetzungen für die weitere Unterstützung durch den Förderverein.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Ein Ergebnis der bisherigen Aktivitäten in Wladimir sind Pflegekurse für Angehörige schwerkranker Menschen. Olga Antropowa berichtet über daraus entstandene neue Kontakte:

Wir arbeiten jetzt erfolgreich mit dem Institut für Justiz zusammen, wo Fachkräfte für den Strafvollzug und die Rechtsprechung ausgebildet werden. Unsere Pflegekurse finden dort großen Anklang und helfen sicher, die Versorgung von Patienten in Gefängnissen oder in U-Haft zu verbessern. Von diesem guten Beispiel ausgehend, planen wir jetzt auch eine Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und weiteren staatlichen und ehrenamtlichen Einrichtungen, die bisher alle nur eine Grundausbildung in Erster Hilfe erhalten. Ich denke, auch die Politik versteht zunehmend, wie wichtig unser Beitrag zum Gesundheitswesen ist.

Olga Antropowa, Melitta Schön und Wladimir Prosor

Abschließend gibt es einen Rundgang durch die Einrichtungen des Zentrums, dessen Umfang und technischer Stand tief beeindrucken.

Wladimir Prosor und Olga Antropowa auf dem Weg nach Jena

Das Regio-Ticket Franken-Thüringen bringt uns drei am Donnerstag ab 9 Uhr für nur 32 € nach Jena (hin und zurück), wo uns mittags am Bahnhof bereits Iwan Nisowzew, ein in Jena lebender Ingenieur aus Wladimir, und Robert Hebestreit, Pflegedirektion des Universitätsklinikums Jena, erwarten. Iwan wird die Rolle des Übersetzers übernehmen. Bei Pelmeni in einem russischen Bistro im Stadtzentrum kommt Peter Schreiber, der Vorsitzende des DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda e.V., hinzu. Mit ihm besuchen wir die Rettungsleitstelle Jena und die DRK-Rettungszentrale, wo unsere Gäste die neuesten technischen Einrichtungen der Notarztfahrzeuge bestaunen. Anschließend erfahren wir an der Schule Duolinga, wie das Rote Kreuz in Jena sogar eine zweisprachige Grundschule und insgesamt fünf Kindertagesstätten betreiben kann. Auf dem Parkplatz des DRK-Zentrums fallen die in Reih und Glied aufgestellten Kleinwagen des Pflegedienstes auf, in Wladimir müssen die Pflegekräfte bisher mit dem öffentlichen Personennahverkehr klarkommen! Peter Schreiber erläutert uns abschließend noch die Organisationsstrukturen seiner Einheit.

Peter Schreiber, Norbert Hebestreit, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

In der abschließenden Diskussion mit Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew können noch Details der geplanten Folgebesuche und Kontakte mit dem Universitätsklinikum Jena geklärt werden, außerdem wird über mögliche Schulungen und Praktika russischer Pflegekräfte in deutschen Einrichtungen diskutiert. Dazu wären aber – wie bei der Zusammenarbeit mit der Wladimirer Psychiatrie – vorher Deutschkurse zu absolvieren. Voller Ideen und Eindrücke kommen wir gegen 21 Uhr wieder in Erlangen an.

Georg Meyer, Wolfgang Köstner, Melitta Schön, Olga Antropowa, Wladimir Prosor und Waldemar Wagner

Mit dem Freitagvormittag endet das Informationsprogramm. Wir fahren zum Hospizverein Eckental und Umgebung e.V., wo uns der Vereinsvorstand mit Georg Meyer, Melitta Schön und Wolfgang Köstner sowie die Koordinatorin Frieda Meier erwarten. Waldemar Wagner, wieder ein Wladimirer der in Franken seine neue Heimat gefunden hat, unterstützt uns als Dolmetscher. Es geht hier um die Begleitung sterbenskranker Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt, nach Möglichkeit in häuslicher Umgebung. Ca. 40 ehrenamtliche, durch den Verein ausgebildete Hospizbegleiter haben in den letzten Jahren etwa 60 Patienten begleitet. Wir können uns ausführlich über die Arbeit des Vereins, der über eigene Räume verfügt, informieren. Ein Sonderthema ist die in der Russischen Föderation so nicht bekannte Patientenverfügung.

Zurück in Erlangen, erwartet uns ein Gespräch mit der Bürgermeisterin Susanne Lender- Cassens, die als gelernte Krankenschwester die Gelegenheit nutzen will, den Austausch bei ihrem Besuch im September fortzusetzen.

Wladimir Prosor, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Susanne Lender-Cassens

Nachmittags ist Sightseeing angesagt. Wieder unterstützt durch Anastasia Blasch, fahren wir nach Bamberg und erkunden die Altstadt, natürlich darf eine Rauchbierprobe im Schlenkerla nicht fehlen. Die Smartphones leisten als Fotoapparate Schwerstarbeit, und im Rosengarten der Residenz stoßen die Akkus an ihre Grenzen, es reicht aber noch für eine abschließende Fotoserie bei den Fachwerkfassaden am Forchheimer Rathaus im strömenden Regen!

Der Samstag stand dann für unsere Freunde aus Wladimir zur freien Verfügung. Sie berichteten am Sonntag über den schönen Tag in Nürnberg, als Peter Steger und ich Sie morgens um 6 Uhr zum Flughafen bringen. Eine Woche mit intensiven und neuen Eindrücken geht zu Ende, von der Wladimir Prosor meint, sie sei ihm vorgekommen wie ein ganzer Monat.

Es bleibt mir ein herzliches Dankeschön an alle, die an den Treffen teilgenommen und mitgeholfen haben. Ein besonderer Dank gilt Anastasia, Iwan und Waldemar, die als Dolmetscher ihre Freizeit für diesen Besuch geopfert haben. Bleibt zu hoffen, aus dem Besuch entstehen im Laufe der Jahre noch neue Ideen für die Aktivitäten des Roten Kreuzes in Wladimir.

Wolfram Howein

Was Wolfram Howein sich selbst nicht aussprechen kann, sei hier nachgeholt: Danke und спасибо für die Vorbereitung des Programms und die Begleitung durch die intensiven Tage. Die glücklichen Gäste werden es ihm nicht vergessen!

 

 

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Im Partnerschaftsdreieck Erlangen – Jena – Wladimir gibt es seit Mittwoch eine neue treibende Kraft, von der man getrost viele Impulse für das deutsch-russische Zusammenwirken erwarten darf. Das Manifest der Deutsch-Russischen AG hat exklusiv für den Blog ihr Mitbegründer, Iwan Nisowzew, verfaßt, der schon in seiner Zeit als Student in Wladimir an der dortigen Universität einen internationalen Klub ins Leben gerufen hatte.

Drei Studentinnen vom Institut für Slawistik und Kaukasiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die neben anderen Sprachen auch Russisch lernen, kamen vorgestern im Büro der Euro-Werkstatt Jena e.V. am Löbdergraben 28 zusammen, um sich Gedanken über das fünfmonatige Praktikum zu machen, währenddessen an dem Projekt der gerade neuentstehenden Partnerschaft zwischen dem Universitätsklinikum Jena und der Medizinischen Berufsschule Wladimir gearbeitet wird. Ein Delegationsbesuch aus Wladimir ist in Jena für den Oktober geplant. Die Koordination des Programms übernimmt die Deutsch-Russische Arbeitsgruppe von der Euro-Werkstatt: Anja Kulakowa, Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew haben schon viele Vorgespräche und Absprachen in der Sache hinter sich. Die Idee der Kooperation und eines Delegationsbesuches aus Wladimir nimmt allmählich Gestalt an, hat sich bereits als ein Projekt bei der Stiftung West-Östliche-Begegnungen und der Stadtverwaltung Jena etabliert und findet immer mehr Interesse in der Öffentlichkeit. Ab jetzt aber soll es richtig losgehen. Mit viel neuer Kraft, jeder Menge Ideen und großer Motivation starten Johanna Großer, Anastasia Owtscharow und Regina Halbfinger unter Betreuung durch die Dozentin des Instituts für Slawistik, Martina Berrocal, ihren Weg über das weite Feld der deutsch-russischen kommunalen Beziehungen.

Iwan Nisowzew, Anna Kulakowa, Anastasia Owtscharow, Johanna Großer und Regina Halbfinger

Auf dem Tisch liegen mehrere Listen von Aufgaben, Personen, Terminen. Organigrammen, Bildern, Grafiken, Tabellen. Man nimmt die Sache ernst. Ende Oktober sollen Vertreterinnen der Gesundheitsbehörde der Region Wladimir, die Direktorin der Medizinischen Berufsschule und ihre Stellvertreterin, nach Jena kommen. Es braucht ein Programm, wo alles reibungslos läuft, weil in fünf Tagen vieles geplant ist: Besuche am Universitätsklinikum, an der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales,  an der Ernst-Abbe-Hochschule, ein Empfang der Stadtverwaltung… Bei all diesen wichtigen Terminen stehen Fachgespräche, Vorträge, Führungen an, das Thema Pflege und Pflegebildung im Vordergrund. Das fachbezogene Dolmetschen insbesondere im medizinischen Bereich ist nicht gerade die einfachste Übung. Deswegen beginnt die Vorbereitung schon jetzt und soll in den nächsten Monaten über Textarbeit und Übersetzen bis hin zum Dolmetschen beim Besuch und bei der Nachbereitung laufen. Dabei werden vielleicht auch die Lateinkenntnisse endlich einmal gut zu gebrauchen sein. Jedenfalls sind die Slawistik-Studentinnen mit ihren vielfältigen Sprachkenntnissen da gerade richtig im Projekt.

Neben den Praktika bietet der Verein Euro-Werkstatt Jena seine zahlreiche Möglichkeiten und Netzwerke. Auch die Themen und Programme der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch oder des Deutsch-Russischen Forums kommen hier zum Zug. Die guten Kontakte zum „Euroklub Wladimir“ und zur Staatlichen Universität Wladimir wecken zusätzlich das Interesse der Slawistik-Studentinnen. Allen Studenten steht ja ein Auslandssemester bevor. Es geht aber auch nicht nur um die Partnerschaft mit Wladimir, sondern generell rund um Russisch und auch andere europäische Sprachen. Denn nicht umsonst ist die Euro-Werkstatt Jena eine anerkannte Einsatzstelle und koordinierende Organisation für die Europäischen Freiwilligendienste im Programm ERASMUS+. Und natürlich kommen in diesem September wieder neue europäische Freiwillige nach Jena, die dann zum 3. Oktober auch in Begleitung der Slawistik-Studentinnen in Erlangen erwartet werden.

Dann wünschen wir den neu startenden Lotsinnen stets guten Wind in die Segel, denn die Partnerschaft braucht mehr denn je Pflege.

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