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Posts Tagged ‘Nikolaj Liwschiz’


Um es vorwegzunehmen: Im Titel fehlt das Fragezeigen nicht von ungefähr. Die beiden Journalistinnen, Julia Kusnezowa und Karina Romanowa, sehen sich in ihrer Arbeit in keiner Weise eingeschränkt oder bevormundet und widersprechen damit gestern bei der abendlichen Podiumsveranstaltung im Club International all den Vorurteilen und Stereotypen, die man hierzulande so von der russischen Presse haben mag. „Kommen Sie zu uns nach Wladimir, und überzeugen Sie sich selbst davon, wie es bei uns zugeht“, lädt denn auch am Ende der zweistündigen Diskussion Julia Kusnzeowa das Publikum ein.

Georg Escher, Julia Kusnezowa, Peter Steger und Karina Romanowa

Aber beginnen wir beim Anfang, an dem das Forum „Prisma“ mit dem Thema „Medienfreiheit“ im November vergangenen Jahres stand, begleitet von Wolfgang Mayer, bei den Nürnberger Nachrichten vor seinem Ruhestand zuständig für den Bereich Wirtschaft. Auf seine Initiative hin sollte eine dreiköpfige Journalistengruppe (Nikolaj Liwschiz erkrankte leider am Tag vor der Abreise an Grippe und konnte die Einladung nicht annehmen) nach Erlangen kommen, um einen Fachaustausch aufzunehmen – und natürlich über die eigenen Arbeitsbedingungen und Auffassungen zum Beruf zu berichten. Und das gelang – der Reaktion des Publikums gemäß – vortrefflich.

Peter Gertenbach

Nach der kurzen Begrüßung durch Peter Gertenbach, an der Volkshochschule zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, übernahm Georg Escher von den Nürnberger Nachrichten und dort für die internationale Berichterstattung verantwortlich, die Moderation, wobei ihm seine Vertrautheit mit der russischen Politik und Medienlandschaft natürlich zum Vorteil gereichte, ohne seine Kenntnisse zu sehr in den Vordergrund zu spielen; vielmehr überließ der von manchen als „Putin-Versteher“ diskreditierte Gesprächsleiter viel Raum für Fragen aus dem vollbesetzten Saal, in dem ein dritter Gast aus der Partnerstadt saß, Wjatscheslaw Kartuchin, Leiter der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung und Koordinator des Diskussionsforums „Prisma“ auf Wladimirer Seite.

Wjatscheslaw Kartuchin

„Wir sollten mehr nach dem suchen, was uns verbindet, als nach dem, was uns trennt“, lautete der Konsens im Vorgespräch. Doch im Laufe des Abends schälten sich dann doch gerade auch die Unterschiede zwischen dem Selbstverständnis von Presse hier wie dort heraus. Vereinfacht gesagt und an vielen Beispielen von beiden Journalistinnen belegt: Die russischen Medien, zumindest auf lokaler Ebene, begreifen sich als Vermittler von Nachrichten, die von möglichst vielen Seiten – seien es Fachleute, Politiker oder Menschen von der Straße bei Umfragen – ausgeleuchtet, aber nicht vom Reporter kommentiert und aus eigener Sicht beurteilt werden sollten. „Wenn ein Kommentar zur Nachricht benötigt wird“, so Julia Kusnezowa vom privaten Sender TV6, wo sie nicht nur moderiert, sondern auch als Chefredakteurin die Verantwortung für den Inhalt trägt, „haben wir schlecht berichtet.“ Eine Auffassung die Karina Romanowa von der Anstalt Gubernia33, ebenfalls Moderatorin, aber auch zuständig für die Pflege der immer wichtiger werdenden Homepage, nicht weniger apodiktisch bestätigt: „Das Publikum soll sich seine eigene Meinung bilden. Die Nachricht sollte für sich sprechen.“ Ein ganz anderer Ansatz als bei uns, wie Bürgermeisterin Elisabeth Preuß in einer Wortmeldung meint, denn ein Kommentar – etwa zum Auszug der AfD aus dem Bayerischen Landtag während der Rede von Charlotte Knobloch zum Holocaust-Gedenktag – könne möglicherweise zum Nachdenken anregen und das Bewußtsein für eine Problematik schärfen. „Nicht unsere Aufgabe“, betonen die beiden Russinnen, „denn Stellungnahmen anderer Politiker und weiterer Zeugen des Vorfalls, die wir in den Bericht einbauen würden, hätten genug Substanz, damit sich der Zuschauer eine eigene Meinung bilden kann.“ Vielleicht haben dabei die Gäste ja den vielzitierten „mündigen Medienkonsumenten“ im Sinn. Vielleicht trauen sie ihrem Publikum mehr zu, als die Medien das hierzulande tun. Und schließlich noch die Sentenz, die – nicht unerwartet – beim Kommentator Georg Escher Protest hervorruft: „Die eigene Meinung von Journalisten hat in den Nachrichten nichts zu suchen; dafür gibt es die Talkshows!“

Georg Escher

Und was ist mit der journalistischen Freiheit? Kein Problem für Karina Romanowa, auch wenn ihr Sender vom Gouvernement getragen und finanziert wird: „Die Politik mischt sich nicht in unsere redaktionelle Arbeit ein, solange wir gesetzeskonform handeln. Aufpassen müssen wir eher, im Wahlkampf wirklich alle Parteien paritätisch zu Wort kommen zu lassen, wenn wir nicht eine Anzeige von politischen Gegnern oder eine Rüge seitens der Medienaufsicht riskieren wollen.“ Und auch Julia Kusnezowa bestätigt: „Der Geschäftsmann mit Sitz in Moskau, dem die Holding gehört, von der wir in Wladimir ein kleinerer Teil sind, gibt uns umfassende reaktionelle Freiheit. Und überhaupt ist es so, je weiter von Moskau weg, desto weniger Begrenzungen.“ Möglicherweise hängt das auch mit einer weiteren Besonderheit zusammen: Die lokalen Medien verstehen sich als Vertreter ihres Publikums, nehmen deren Sorgen und Nöte auf, wissen, wo der Schuh drückt und transportieren die Probleme vor Ort gegebenfalls bis in die Pressekonferenz mit Präsident Wladimir Putin. Wie etwa im Fall einer Werkstatt für Blinde im Besitz eines Privatmanns, der Insolvenz anmeldete und damit die Belegschaft hätte auf die Straße setzen müssen. Auf Intervention der Presse setzte sich der Kreml dann aber erfolgreich für den Erhalt der Werkstatt in Wladimir ein. „Das macht uns froh und schenkt uns ein Erfolgserlebnis, denn so kommen wir unserem sozialen Auftrag nach, wenn wir die Behörden und Politiker vor Ort dazu bewegen können, das zu tun, was sie bisher zu tun versäumten“, schließt Karina Romanowa den Themenblock.

Julia Kusnezowa und Peter Steger

Gefahr für Leib und Leben? Eher nicht in Wladimir, aber ganz ungefährlich muß es deshalb auch nicht immer zugehen. Karina Romanowa erinnert einen Fall  bandenmäßigen Betrugs mit der Vermietung von Wohnungen an Illegale. Da kam es tatsächlich zu Morddrohungen gegenüber der investigativ arbeitenden Kollegin, die aber am Thema – freilich mit weiterer Unterstützung aus dem Team und unter Einschaltung der Polizei – dranblieb und ihre Recherche erfolgreich zu Ende führte. Die Bande wurde übrigens zerschlagen. Und zu Beginn ihrer TV-Karriere erlebte Julia Kusnezowa, die auch Vorträge zum Thema Journalistik anbietet und ihren Beruf mehr für eine Lebensform und weniger für eine Arbeit hält, etwas nicht minder Beängstigendes, als ihr ein junger Mann nachstellte und drohte, sie entführen zu wollen. Er litt wohl an einer gewissen Störung und ging auch schon bald der Polizei ins Netz.

Karina Romanowa

Eines ist klar: Der West-Ost-Dialog in Sachen Medien steht noch ganz am Anfang. Man weiß viel zu wenig voneinander. Aber immerhin werden die beiden Journalistinnen zu Hause von dieser so offenen und freundlichen Begegnung berichten und wohl auch eine Reportage zeigen, von der hier noch die Rede sein wird: Darüber, wie in Erlangen das Thema Müll und Recycling angepackt wird. Denn kaum eine Problematik ist derzeit dringlicher in Wladimir als die von wilden Deponien und unerwünschtem Abfall – vor allem aus der Region Moskau. Genug Stoff noch für die Zusammenarbeit der Partnerstädte.

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Johann Wolfgang von Goethe schreibt in seinen „Wahlverwandschaften“:

Man ist niemals mit einem Portrait zufrieden von Personen, die man kennt. Deswegen habe ich die Portraitmaler immer bedauert. Man verlang so selten von den Leuten das Unmögliche, und gerade von diesen fordert man’s. Sie sollen einem jeden sein Verhältnis zu den Personen, seine Neigung und Abneigung mit in ihr Bild aufnehmen; sie sollen nicht bloß darstellen, wie sie einen Menschen fassen, sondern wie jeder ihn fassen würde. Es nimmt mich nicht wunder, wenn solche Künstler nach und nach verstockt, gleichgültig und eigensinnig werden. Daraus möchte denn entstehen, was wollte, wenn man nur nicht gerade darüber die Abbildungen so mancher lieben und teuren Menschen entbehren müßte!

Nikolaj Liwschiz

Nikolaj Liwschiz, Chefredakteur der Internetzeitung „Prisyw“, der am kommenden Montag um 19.30 Uhr mit zwei Kolleginnen aus der Partnerstadt im Club Internation der Volkshochschule zum Thema „Pressefreiheit in Wladimir“ spricht, veröffentlichte gestern auf Facebook eine Betrachtung, die wie eine Antwort auf die Klage des Romanciers aus Weimar klingt:

Projekt für einen Spielplatz im Stadtteil Kommunar von Wladimir

Wenn mir einmal in den Sinn kommen sollte, meinen Nachfahren mein Portrait zu hinterlassen (es gibt Photos, aber ein Portrait hat mehr Gewicht), werde ich mich an keinen der namhaften Künstler wenden. An keinen Maler oder Graphiker. Nicht einmal zu einem, der auf der Straße sitzt, werde ich gehen. Ich werde mich an jenen wenden, der die neuen Spielplätze im Stadtteil Kommunar projektiert hat, der nicht an Grün beim künftigen englischen Rasen spart, der großzügig Farben zwischen die Rutschbahnen, Schaukeln und Tore sprüht, der den Ort so großartig ausgestaltet, an dem ich jeden Tag vorbeigehe, wenn ich die Müllhalde links liegen lasse und mein Schuhabsatz die Glasscherben zertritt. Dieser Mensch nämlich hat eine reiche Phantasie. Er ist optimismusgeladen, er versteht, in jeder noch so verdächtigen Substanz ein Bonbon zu erkennen. Für unsere verknöcherten Realisten ist das unser Brachland, einfach Brachland, wo Hunde umhertoben und Tagdiebe Bier trinken. Für einen echten Künstler aber ist das ein paradiesisches Eck, eine Welt der Kindermärchen und der sommerlichen Muse. So einen brauche ich. So einer stellt mich als jemanden dar, wie mich noch niemand je sah: als breitschultrigen und braungebrannten Prachtkerl, einsneunzig groß mit dem Lächeln von Gagarin und den Muskeln von Schwarzenegger. „Wer ist denn das, wer ist denn das?“ werden meine Lieben mich fragen, wenn ich mit angehaltenem Atem und dem unter dem Hemd versteckten eingezogenen Bauch dieses wundervolle Portrait nach Hause bringe. „Wer das ist? Ich!“ werde ich stolz erwidern, während ich aus den abgetragenen Latschen schlüpfe und ins Zimmer zum heimischen Diwan stapfe. „Stellt das Bild neben den Spiegel zur Erbauung meiner Nachfahren!“ füge ich mit leiser Stimme hinzu und versuche meinen Leib so in die Kissen zu graben, daß die Hämorrhoiden und der Hexenschuß nicht aufwachen. „Sollen sie wissen, was ich für einer war!“ flüstere ich noch, während ich auf mein Herzrasen pfeife und meine Schweißausbrüche nicht weiter beachte…

Aber machen Sie sich selbst ein Bild von dem russischen Journalisten, der im Grunde – wohl ganz unbeabsichtigt – bestätigt, was der deutsche Dichterfürst mit anderen Worten beschrieb.

Siehe hierzu: https://is.gd/fWwZiG

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Am Montag, den 18. März, veranstaltet der Club International der Volkshochschule Erlangen, Friedrichstraße 17,  um 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Gästen aus Wladimir zum Thema „Russische Medien – Wie frei ist die Presse in Wladimir?“, moderiert von Georg Escher, Nürnberger Nachrichten. Das Trio aus der Partnerstadt hält sich vom 17. bis 22. März in Franken auf, um die hiesige Medienlandschaft kennenzulernen und die Diskussion fortzusetzen, die den im November in Wladimir aufgenommenen Dialog zu Fragen der Rolle von Presse für das Bild voneinander fortsetzt. Siehe hierzu: https://is.gd/MsOoV5

Julia Kusnezowa

Julia Kusnezowa arbeitet als Chefredakteurin und Moderatorin beim privaten Sender 6TV und schreibt auf dessen Homepage über sich selbst:

Im zweiten Studienjahr stieß ich einmal bei der Suche nach Arbeit im Telephonbuch auf die Nummer des hiesigen staatlichen Regionalsenders, wählte und stellte die Frage, ob man jemanden brauche. Auf die Erwiderung, man suche kluge und schöne Leute antwortete ich: „Dann meinen Sie mich.“ So begann meine journalistische Laufbahn mit unendlich vielen Drehs zu unterschiedlichen Themen von Sport bis Landeskunde, mit schlaflosen Nächten am Schreibtisch und im Schneideraum, mit der Moderation der Morgen- und Abendnachrichten beim Sender „Rossia“ und jetzt bei Kanal 6. Natürlich dachte auch ich schon einmal daran, mir etwas anderes zu suchen. Aber wenn ich mir dann vorstelle, jeden Morgen um 9 Uhr aufstehen und vielleicht sogar bereits um 8 Uhr mit all den Staus zur Arbeit fahren zu müssen, um dann bis zum Abend in einem staubigen und stickigen Büro zu sitzen… Uff! Da ist mir dann schon klar: Meine Arbeit ist die allerbeste! Stören tut nur eines: Wir als Moderatoren haben kein Recht auf eigene Stimmung. Wir können ja dem Zuschauer nicht erklären, daß wir uns mit der Mutter gestritten oder einen uns nahestehenden Menschen verloren haben…

Karina Romanowa

Die studierte Psychologin Karina Romanowa arbeitet bei Gubernia 33, einem vor fünf Jahren vom Gouvernement ins Leben gerufenen und finanzierten staatlichen Sender und ist dort u.a. für den Internetauftritt zuständig. Nicht verwunderlich deshalb, daß die Journalistin in einer kaum zu überschauenden Menge von News-Gruppen aktiv ist und sowohl bei Facebook als auch dessen russischem Klon, VKontakte, veröffentlicht.

Nikolaj Liwschiz

Nikolaj Liwschiz schließlich, der sich auf seinem Facebook-Auftritt als jemanden charakterisiert, er sei „fast so wie alle“, arbeitet als Chefredakteur von Prisyw, einer Zeitung, die Ende Juli 2017 zum hundertjährigen Jubiläum ihres Bestehens ihre Druckfassung einstellte und seither nur noch als Internetzeitung mit Stream-Diensten und TV-Angeboten erscheint. Hinzu kommt eine wöchentliche Videokolumne des Journalisten mit entspannt-nachdenklichen Kommentaren zum Zeitgeschehen in Wladimir und der Welt.

Das Arbeitsprogramm für die Troika mit Besuchen in verschiedenen Redaktionen stellte der Nürnberger Journalist Wolfgang Mayer, der im November die Prisma-Gruppe nach Wladimir begleitete, mit seinem Kollegen Klaus Schrage von den Nürnberger Nachrichten zusammen.

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Der Wladimirer Autor Nikolaj Liwschiz hat dieser Tage eine nachdenklich satirische Glosse veröffentlicht, die im Blog heute in Übersetzung vorgestellt werden soll.

Mit der Kultur stimmt derzeit etwas nicht. Während Raumschiffe das Weltall durchpflügen und das Problem des Importersatzes intergalaktische Sphären erreicht (man hört Gerüchte, es gebe Pläne, mit einer russische Raumstation die ICC zu ersetzen), herrscht in der Kultur Stille und Flaute; keinerlei Anstrengungen sind wahrnehmbar, der von jenseits des Ozeans eingeschleppten eine heimische Dominante entgegenzusetzen. Das ist doch ein unhaltbarer Zustand, und zu anderen Zeiten hätte man im Zentralorgan der Presse unseres Landes unsere Kulturschicht auf diese Tatsache deutlich hingewiesen. Etwa der Art:

Warum nur spricht man über den Importersatz einzig und allein im Bereich der Wirtschaft? Wir leben doch nicht vom Brot allein! Heute muß die Volksfront nicht nur quer durch die Apfelhaufen von Polen oder Melonenberge von Italien, sondern auch durch unsere Konzertsäle, unsere Bühnen der Unterhaltungsmusik, denn just dort ergießt sich die trübe und unaufhörlich strömende Brühe der uns fremden Lieder und Instrumentalwerke. Es ist an der Zeit, das westliche Angebot ideologischer Massenware durch preiswerte, aber qualitätsbewußte vaterländische Musik zu ersetzen!

Wir verfügen in dieser Hinsicht über Erfahrung mit effektiver Arbeit. Dazu brauchen wir gar nicht so sehr tief in der Geschichte zu graben. In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts befriedigten die Interpreten unserer Gesangeskunst erfolgreich die Bedürfnisse gleich welchen Publikums der Chormusik. Anstelle eines absichtlich dissonanten und wirren Stroms von Klängen, abgehackten Melodien und bloßen Ansätzen von musikalischen Phrasen, die untergingen im Getöse, Geklirre und Gekreische des westlichen Pops lieferten unsere vaterländischen Komponisten dem Urteil des Publikums harmonische und dem Geschmack der breiten Massen verständliche Werke, die sich an jedes Alter richteten.

Die ältere Generation, die entschieden jeden Formalismus in der Kunst ablehnte, hörte russische Volkslieder und Romanzen in der Interpretation von Lilia Ruslanowa, Wadim Kosin, Pjotr Leschtschenko (die zwar zunächst auch verurteilt, später aber rehabilitiert wurden). Die Schlichtheit, der Realitätssinn und die Zugänglichkeit des Ausdrucks in den Werken von Josif Kobson, Eduard Chil, Walentina Tolkunowa, Edita Pjochi, Jurij Bogatikow und vielen anderen ausgezeichneten Sängern entsprach den hohen Ansprüchen der Menschen mittleren Alters, während das junge Publikum mit Interesse die vokal-instrumentalen Gruppen wie „Fröhliche Jungs“, „Ariel“, „Blumen“, „Blaue Gitarren“, „Autogramm“, „Sonntag“ und die Newcomer der russischen Rockmusik Alexander Gradskij, Andrej Makarewitsch, Maik Naumenko, Boris Grebenschtschikow u.a.

In jener Zeit brachte Andrej Makarewitsch, der heute eine abweichende, um nicht zu sagen ganz und gar schädliche Position in der Kunst einnimmt, Verständnis und Begeisterung für die Notwendigkeit unserer Kultur auf, jede Grobheit und Wildheit aus allen Ecken unseres Sowjetalltags zu vertreiben. Es waren seine Musik und die Musik von Liedermachern seines Schlags, die für viele Millionen unserer Menschen erfolgreich das ihnen fremde Surrogat von ausländischen bourgeoisen Gruppen mit den bezeichnenden Namen „Käfer“, „Dunkelpurpur“, „Bleizeppelin“, „Tiere“, „Rollende Steine“ u.a. zu ersetzen.

Auch heute, in unserer schweren Zeit mit all den Herausforderungen, müssen die russischen Kulturschaffenden ihr gewichtiges Wort zur Sache des Importersatzes sagen. Sie müssen ihre Qualitätsproduktion dem  neuen und verstärkten, ideologisch immer verkommeneren und zersetzenderen Schaffen westlicher Gruppen in der Tradition der einstigen „Tiere“ und „Türen“ entgegensetzen.

Alle Akteure der Musikkunst – Komponisten, Liedermacher, Interpreten – müssen heute darauf hören, was das junge Publikum in der Musik erwartet und sucht. Warum nur zieht es die Jungen und Mädchen der Städte Wladimir, Iwanowo, Jaroslawl und anderen zutiefst russischen Städten ausgerechnet zu den Werken von zweifelhaften Ausländern wie Justin Timberlake, Katy Perry, Rihanna? Warum nur begeistern sie sich für RAP &nd RN’B und ihre Adepten 50 Cent, The Black Eyed Peas, Beyonce, Ne-Yo und Big Time Rush, die den verdorbenen Geschmack des Publikums mit ihrer frechen, marktschreierischen und unmoralischen Musik kitzeln? Ist es nicht an der Zeit, dem allen ein Ende zu machen?

Statt die Streitereien mit dem patriotisch gestimmten Schriftsteller Prochanow in die Länge zu ziehen, sollten Andrej Makarewitsch und die übrigen Judas-Musiker besser verstehen: Ihre Treue gegenüber dem Volk, das ihren im vollen Umfang die Möglichkeit gegeben hat, ihre Meisterschaft zu entdecken, vor großem Publikum aufzutreten, landesweiten Ruhm zu genießen, muß sich in konkreten Schritten äußern, nämlich in der Produktion von guter Musik, die dem anspruchsvollsten Geschmack des heimischen Publikums gerecht wird.  Man muß sich daran erinnern: Volkskomponisten schreiben Volksmusik, und Antivolkskomponisten schreiben Antivolksmusik. Dabei kann es keine Zwischentöne geben, keinen Mix. Wenn du für uns bist: Hier hast du unsere Hand. Wenn sich der Feind nicht ergibt, wird er zerstört.

Ich meine, diese Anforderungen sollte man an alle Kulturschaffenden stellen, an Schriftsteller, Künstler, Bildhauer, Theater- und Kinoleute. Die Arbeit am Bewußtsein der Massen, an der Verdrängung der bourgeoisen Kunst aus dem Angebot ist die wichtigste Aufgabe der zeitgenössischen russischen kreativen Intelligenz! Um einen Ausspruch des genialen Schriftstellers Michail Bulgakow zu paraphrasieren: „Der Importersatz erfolgt nicht in den Klos, sondern in den Köpfen.“

Nikolaj Liwschiz

Mehr zu Andrej Makarewitsch unter: http://is.gd/KQ5ITK

 

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Was einem Jubilar schenken, dem Erlangen nicht weniger als seine vielfältige kulturelle Gestalt verdankt, und dem zu Ehren heute, an seinem 75. Geburtstag, ein Jubiläumsempfang gegeben wird? Was schreiben zu jemandem, der nicht nur in Erlangen die Literaturszene geprägt hat, sondern sein Wort auch an den Anfang der Städtepartnerschaft mit Wladimir gesetzt hat? Welche Stationen seines künstlerischen, sportlichen und politischen Wirkens nachzeichnen, deren Zahl Legion ist? All das wird die reizvolle Aufgabe des Laudators und Weggefährten, Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg, sein, der heute abend im Palais Stutterheim sprechen wird. Hier im Blog, wo es, nebenbei bemerkt, schon viele Spuren von Wolf Peter Schnetz zu finden gibt, deshalb nur die Übersetzung einer Erzählung – mit Vor- und Nachwort – des Wladimir Autors und Journalisten, Nikolaj Liwschiz, die dem Jubilar und hoffentlich auch der geneigten Leserschaft im Blog Einblick in die „russische Seele“ geben und Freude bereiten mag. – Und von Herzen alles Gute zum Geburtstag, lieber Wolf Peter!

Wolf Peter Schnetz

Wolf Peter Schnetz

Diese kleine Erzählung entstand vor langer Zeit, damals, als ich noch keinen Rechner hatte. Geschrieben ist von Hand auf dem Blatt eines Heftes, das, doppelt gefaltet, eine Zeitlang als Lesezeichen für den Roman „Gebrannt“ von Wassilij Axjonow diente. Dort blieb es dann auch nach Lektüre des Buches stecken und nahm zwischen den Seiten eine Gelbfärbung an. Kürzlich nun, im Verlauf einer Revision meiner Privatbibliothek, wurde das Stück Papier wieder ans Tageslicht gebracht und dank der Handschrift identifiziert. Nach ein oder zwei Wochen des Nachdenkens, ob der Text denn abgeschrieben werden sollte (der Faulheit zum Trotz!), erhielt er dann doch eine „digitale“ Form. Vielleicht interessiert sich ja jemand für ihn. Wenn nicht, bitte ich um Entschuldigung. Dann wollen wir einfach meinen, der Autor habe vergebens ein kleines Beispiel für seine frühe, noch unreife Prosa veröffentlicht, zumal er sich schlicht und einfach nicht mit reiferer Prosa – da inexistent – brüsten kann.

 

Ein Streit im Krankenzimmer

 Der Streit drehte sich um die letzten Dinge. Um Gott. Kriwow sagte: „Gott gibt es.“ Mololin meinte: „Nein.“ – „Es gibt ihn nicht“, winkte Mololin ab. „Gäbe es ihn, hätte man das bewiesen.“ – „Und woher weißt du, daß es Amerika gibt?“ – „Na, woher wohl“ Mololin stutzte. „Das ist doch allgemein bekannt.“ – „Nein, wirklich, woher?“ – „Na, du gefällst mir! Und die Weltkarte? Da ist doch Amerika drauf!“ – „Und eine Ikone? Auf der Ikone ist Gottes Antlitz zu sehen. In der Schule hat man dir die Landkarte aufgehängt, mit dem Finger draufgedeutet – da ist es, Amerika. Und so glaubst du denn: Amerika! Warum glaubst du dann nicht auch den Ikonen und Fresken in der Kirche?“ – „Meinetwegen. Eine Weltkarte mag ja noch kein Beweis sein. Von mir aus. Aber was ist mit den Sendungen im Fernsehen? Über Amerika? Hm?“ – „Hast du etwa noch nie eine religiöse Sendung gesehen?“ – „Aber da zeigt man doch Städte, du Kauz. Amerikanische. Und die ganze Natur…“ – „Dann fahr mal nach Israel. Da zeigen sie dir auch so einiges: die Höhle, wo Jesus zur Welt kam. Den Ort des Letzten Abendmahls. Golgatha. Und die ganze Natur. Eigentlich brauchst du gar nicht hinfahren. Schau einfach fern, den Kanal Spas.“ – „Aber die Leute?“ Mololin geriet ganz außer sich. „Die Leute gibt es doch? Die Amerikaner. Die gibt es!“ – „Hast du sie schon mal gesehen?“ stichelte Kriwow. – „Woher soll ich das wissen. Das steht ihnen doch nicht an die Stirn geschrieben. Gesprochen habe ich allerdings auch noch mit keinem. Na und? Paschka, der Schlagzeuger, ein Bekannter, der hat sich zwei Jahre lang in Amerika rumgetrieben. Er war dort, verstehst du? Hat dort gelebt. Hat sieben Staaten bereist. Bis sie ihn dann ausgewiesen haben. Er kennt Amerika wie seine Westentasche. Weißt du, was er erzählt hat…“ – „Ich zeige dir im Spas-Kupalischtsche-Kloster eine Nonne“, gab Kriwow zurück, „die hat Gott gesehen. Und sogar mit ihm gesprochen. Es gibt viele, die mit Gott Verbindung hatten. Sie glauben an Gott, aber Amerika haben sie noch nie gesehen.“ – Mololin schwieg, schniefte und zerknüllte sein Leintuch. – „Mehr noch“, machte ihn Kriwow gar fertig, „da ist auch noch der Zen-Buddhist, mit dem ich gesprochen habe. Er ist schon auf andere Planeten geflogen. Er, verstehst du, glaubt, geflogen zu sein. Und wenn du ihm auch die Zunge abschneidest. Und du glaubst, es gebe Amerika. Wer behauptet, es existiere nicht, ist für dich ein Irrer. Und für den ist ein Irrer, wer denkt, man könne nicht fliegen.“

Schweigen. Im Türfenster erschien die mattfarbene Haube der Oberschwester. Der Blick hinter ihrer Hornbrille streifte die beiden schlaflosen Patienten. Die Tür knarze:

„Was schlaft ihr denn nicht?“ flüsterte die Krankenschwester. „Wir unterhalten uns“, gab Mololin unwillig zurück. – „Über die Medizin,“ konkretisierte Kriwow. „Na, ihr seid mir so Hypokratesse“, lächelte die Frau und überlegte, ob sie sich auf dem Stuhl niederlassen und die Kranken zur Ordnung rufen oder einfach weitergehen sollte. Sie entschied sich, nicht Platz zu nehmen. Streng fragte sie: „Kriwow, wie war der Stuhlgang?“ – „Mit Gottes Hilfe normal!“ scherzte Mololin anstelle seines Nachbarn. „Von der Farbe einer Meereswoge.“ – „Ach, ihr Scherzkekse!“ beendete die Krankenschwester das Gespräch und verließ das Zimmer.

„Gott, Amerika… An die Menschen muß man glauben, an den Fortschritt!“ machte sich der bisher so schweigsame Serow bemerkbar, der still in seinem Bett am Fenster lag. „An den Fortschritt!“ ließ sich ein weiterer „Schweiger“, Alesejew, vernehmen, der scheinbar schon vor etwa einer Stunde eingeschlafen war. „Bist du wach?“ wandte sich Serow ihm zu. „Natürlich an den Fortschritt. Die Technik entwickelt sich doch weiter. Das Leben wird leichter. Wir fliegen in den Weltraum.“ – „Ich hatte eine Frau“, begann Alexejew, ohne sich an jemanden bestimmten zu richten, und verstummte wieder. – „Was kommst du da mit deiner Frau?“ warf Mololin ungeduldig ein. Es verdroß ihn, daß sich die anderen in sein Gespräch mit Kriwow einmischten und es in eine andere Richtung lenkten. – „Ich hatte eine Frau“, fuhr Alexejew mit unterdrückter Stimme fort. „Ich habe sie geliebt. Zehn Jahre haben wir zusammen gelebt. Ein Auto hat sie überfahren. Tödlich. Einfach so. Das Glück war davon. Manchmal empfinde ich Freude, das will ich nicht abstreiten. Wenn ich heim zu mir aufs Dorf komme. Alt ist es, schon anno dazumal wurde es gegründet. Wenn ich die Banja einheize, die mein Vater gezimmert hat. Wenn ich früh morgens in die Pilze gehe, die dort schon tausend Jahre wachsen, wenn nicht eine Million… Da pfeif ich doch auf den Fortschritt. Ich brauche ihn nicht.“ – „Schon wieder Puschkin“, fuhr Kriwow fort. – „Was heißt da Puschkin?“ fragte Serow nach. – „Ich will ja nur sagen, daß Puschkin lebte, als es weder Licht, noch Fernseher, noch Waschmaschine gab. Wozu auch! Er verliebte sich, war glücklich, schrieb Gedichte. Und was für Gedichte! Heute schreibt niemand mehr solche Gedichte, nicht einmal mit der Elektrizität.“ Schweigen. „Woran soll man nun glauben?“ brummte Mololin, noch immer unzufrieden und verwirrt. – „An die Medizin“, scherzte Kriwow, still und fast ohne es zu wollen. „Dr. Kajnow hat gesagt, ich habe Nierensteine, und tatsächlich habe ich Nierensteine! Wie soll man ihm da nicht glauben?“ Im Krankenzimmer wurde es still. Alle sind eingeschlafen.

***

Soweit die kleine Erzählung. Übrigens habe ich mir bei der erneuten Lektüre folgendes gedacht: Sogar in der Sowjetzeit war der Glaube an die Existenz Gottes, wenn auch nicht auf offizieller Ebene, sondern besser gesagt im Alltagsleben, im familiären Bereich doch recht fest verankert. Schon als Kind konnte man immer wieder hören: „Tu dies oder das nicht, sonst straft dich der liebe Gott!“ Und das war nicht spaßig, sondern ganz im Ernst gemeint.

Und jetzt, wo das Reich endgültig und unumkehrbar an Gott glaubt, wo alle, angefangen von den hohen Staatslenkern, sich zu beten anschicken und an Prozessionen teilnehmen, jetzt paßt das Wort von Josef Brodskij, gemünzt auf das Sechstel der Erdoberfläche, wonach hier „Gott nicht in den Ecken lebt, wie das die Spötter meinen, sondern überall“.

Und was nun Amerika angeht… Mit Amerika ist alles brüchig, unsolide und illusorisch. Einmal verstand man Amerika als romantisches Land mit Cowboys und Indianern und gleichzeitig gab es das Bild eines Monsters ab mit Schluchten zwischen Wolkenkratzern, wo Massen von Arbeitslosen herumstreichen, oder wo Unmenschen in weißen Kapuzen Neger lynchen. Und dann wurde Amerika wieder durchaus sympathisch und freundschaftlich, ein Land, mit dem man, wie unser letzter Generalsekretär meinte, zusammen auf den Mars fliegen könnte. Nun nimmt es in unserem Bewußtsein wieder düstere und abstoßende Züge an.

Und geht es wirklich nur um Amerika?! Gibt es nicht noch mehr als genug andere, die wir mal von ganzem Herzen lieben und dann wieder aus tiefster Seele hassen? Wäre ich ein Eierkopf von Professor, der durch das Labyrinth seiner stubengelehrten Ideen streift, würde ich zu diesem Thema wahrscheinlich ein Traktat verfassen, wo, sagen wir mal, folgender Gedanke zum Ausdruck käme: „Auf der Grundlage einer langjährigen Analyse des mehrheitlich von meinen Landsleuten geteilten Bildes von der Wirklichkeit ist glaubwürdig bezeugt, daß Gott und Rußland existieren. Alles andere hingegen kann durchaus nicht mehr sein als dem Wesen nach eine Chimäre, die Frucht einer überreizten Phantasie und Opium für das Volk.“

Übersetzung: Peter Steger

 

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Russische Jugendliche

Zumindest dann nicht, wenn er noch heranwächst. Seit dem 11. Januar gilt für Kinder und Jugendliche in Wladimir ein nächtliches Ausgangsverbot. Zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr dürfen sie nicht ohne Begleitung eines Erwachsenen ausgehen. In den Ferien gilt die Sperrstunde erst ab 23.00 Uhr. Wird dagegen verstoßen, kostet das die Eltern 1.000 Rubel Strafe. Wie das regionale Gesetz gehandhabt und angewendet wird, muß die Praxis noch zeigen. Vor allem ist noch zu klären, was im Wiederholungsfall an Sanktionen verhängt werden können.

Aber nicht nur nachts will die Politik für das Wohl der jungen Generation sorgen. Generell draußen bleiben müssen Heranwachsende vor Läden, die mit Alkoholika oder Pornographie handeln – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und dann soll es noch ein Zutrittsverbot für Etablissements geben, wo „der Gesundheit von Kindern und ihrer physischen, intellektuellen, psychischen und moralischen Entwicklung Schaden zugefügt werden kann.“ Wo dieses Off Limits gelten soll, darüber debatiert die Politik noch mit der Polizei in einer Kommission.

Mehr Kopfzerbrechen macht aber der Jugendschutz im Internet. Ein Runder Tisch widmete sich deshalb dieser Tage in Wladimir dem Thema „Medien für ein sicheres Internet“. Dabei kam zur Sprache, daß in Rußland jeder fünfte Nutzer des Netzes unter 14 Jahren alt ist, was etwa 10 Mio. Menschen entspricht. Zwei Drittel davon bewegen sich in den virtuellen Welten ohne elterliche Aufsicht. Schlimmer noch: Sind die Kinder etwa elf Jahre, endet die Kontrolle der Eltern über die Internetausflüge ihrer Kinder meist ganz.

Wie schafft man es nun, Eltern dazu zu bewegen, gewisse Seiten sperren zu lassen, wie das ja Arbeitgeber, besorgt um den Ausfall von Zeit und die sittliche Ordnung im Betrieb oder Amt, längst tun? Oder muß ein Ausschuß her, der die regionalen Seiten auf moralische Integrität hin prüft? Nein, so das Fazit des Runden Tisches, und das aus zwei Gründen: Zum einen liege da nichts im argen, die lokalen Medien seien alle jugendfrei. Zum andern aber, und das zeigt doch, wie weit die Diskussion fortgeschritten ist, solle man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Der Journalist und Autor, Nikolaj Liwschiz, will nichts wissen von Zensur im Netz: „Gut gemeinte Absichten führen in aller Regel dazu, daß auch gar nicht so schlechte Seiten den repressiven Maßnahmen zum Opfer fallen. Versuche dieser Art gab es bereits zuhauf. Man wollte diese oder jene Internetauftritte dem Selbstverpflichtungskodex der Medien unterwerfen, eigene Regeln einführen… Am Ende steht dann die Zensur für Andersdenkende und Dissidenten, und dann wird man zuallererst die Homepage des liberalen Radiosenders „Echo Moskau“ schließen, weil da den Mächtigen so mancher Kommentar nicht paßt und die Tugendwächter sich an dem einen oder anderen Kraftausdruck stören könnten.“ Da will man – gottlob! – nicht von China lernen. Die Verantwortung für die virtuellen Exkursionen ihrer Kinder wird kein Staat der Welt den Eltern abnehmen können. Und das ist besser so.

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