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Posts Tagged ‘Natalia Reschetowskaja’


Alexander Solschenizyn

In Gus-Chrustalnyj, 70 km östlich von Wladimir, will die Stadtverwaltung ein Museum einrichten, gewidmet dem Nobel-Preisträger Alexander Solschenizyn. Gezeigt werden soll dort der Archivschatz der ersten Frau des Schriftstellers, Natalia Reschetowskaja, mit Zeugnissen aus seiner Zeit in der Region Wladimir. Vorgesehen sind eine Bibliothek und ein Infozentrum mit Dokumenten, Photographien, persönlichen Dingen und Büchern des 2008 verstorbenen Autors, der nach langen Jahren des Exils in den USA seine letzte Schaffensperiode im postkommunistischen Rußland erlebte. Eröffnet werden soll das Alexander-Solschenizyn-Haus bereits im nächsten Jahr, zum 95. Geburtstag des Verfassers der epochalen Werke Ein Tag Tag im Leben des Iwan Denissowitsch, des Archipel Gulag oder der Krebsstation., der seine Zeit als Physiklehrer Mitte der 50er Jahre in der Wladimirer Provinz der berühmten Erzählung Matrjonas Hof unterlegt hat.

Sowjetische Briefmarke zum 150. Geburtstag von Alexander Herzen

Bleiben wir noch kurz bei der Literatur. In Rußland begeht man 2012 den 200. Geburtstag des Philosophen und Schriftstellers, Alexander Herzen, der seinen deutschen Namen seiner aus Stuttgart stammenden Mutter verdankt, die den unehelichen Sohn ein Kind des Herzens nannte. Eine Herzensangelegenheit verbindet den großen Denker des 19. Jahrhunderts übrigens auch mit Wladimir: Hierher entführte er seine Braut aus Moskau, um sie in der leider von den Sowjets zerstörten protestantischen Kirche zu heiraten. Hierher wurde er aber auch wegen seiner Oppositionstätigkeit gegen den Zaren zwei Jahre – von 1838 bis 1840 – verbannt, um schon knappe zehn Jahre später, als Impetus und Einheit der Andersdenkenden verlorengingen, ohne je in seine Heimat zurückzukehren nach Westeuropa zu emigrieren, . Von da, genauer aus der Schweiz, sind nun einige seiner Nachkommen, darunter eine Ururenkelin, in Erlangens Partnerstadt zur Eröffnung einer Ausstellung gekommen, die besonders der Wladimirer Schaffensperiode, aber auch Originalausgaben aus London und Genf des großen Vorfahren gewidmet ist.

Es lohnt sich eben, auch auf der Reise durch die russische Literatur- und Geistesgeschichte einen Halt in Wladimir einzulegen, die so geprägt ist von Verbannung und Exil wie kaum eine andere in Europa.

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