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Posts Tagged ‘Natalia Kostina’


Die Partnerschaft zwischen dem Euroklub Wladimir und der Eurowerkstatt in Jena, entstanden aus der gemeinsamen Verbindung mit Erlangen hält nun schon seit fünfzehn Jahren. Grund genug auch für das Rathaus der Partnerstadt, den wichtigsten Akteuren dafür zu danken, so viele junge Menschen zusammengebracht zu haben. Grund genug, diese natürlich auch im Blog nochmals zu nennen: Jelena Guskowa, Cornelia Bartlau, Elke Kerber, Thomas Kaktus Grund, Natalia Kostina, Iwan Nisowzew und Anna Kulakowa.

Aber auch in Jena würdigt man dieses völkerverbindende Engament. So erhielt Elke Kerber, mittlerweile im Ruhestand, für ihren Einsatz im Rahmen des Austausches der Überbetrieblichen Ausbildungsgesellschaft ÜAG mit Jugendlichen aus Wladimir, unlängst aus den Händen von Oberbürgermeister Thomas Nitzsche eine Ehrenurkunde.

Thomas Nitzsche und Elke Kerber

Von den vielen Berichten über diese Begegnungen sei nur dieser Bericht aus dem Blog https://is.gd/z7SVNg angeführt, und ein kreatives Zeugnis der Zusammenarbeit findet man noch heute in Jena.

Bleibt nur, weiter Glück und Erfolg bei der Völkerverständigung auch für die kommenden fünfzehn Jahre zu wünschen. Und Dank zu sagen an alle, die mitwirkten und dabeibleiben.

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Bei seinem Gespräch am 31. Januar mit Sergej Schtschedrin, dem Pressesprecher des Wladimirer Stadtrats, hatte Markus Hörath, Leiter der Lokalredaktion der Erlanger Nachrichten, die Idee, Straßeninterviews in Wladimir zum Thema Olympische Spiele zu machen. Gesagt, getan. Der Wladimirer Kollege zeigte sich spontan begeistert von dem Einfall und versprach, nach seiner Rückkehr Texte und Bilder zu liefern. Die sind nun eingetroffen und heute in den Erlanger Nachrichten auf der ersten Seite zu entdecken. Nicht mehr so ganz aktuell zwar, denn nach dem gestrigen russischen Doppelsieg der Paare im Eiskunstlauf würden die Reaktionen sicher euphorischer ausfallen. Aber auch so Dank an Sergej Schtschedrin für seine Mühe und die Möglichkeit, von Menschen auf der Straße zu hören, was sie von Olympia in Sotschi denken:

Iwan Komarow

Iwan Komarow

Iwan Komarow, Direktor des Zentrums zur Unterstützung des Unternehmertums

Ich habe mir die Eröffnungsfeier in Sotschi angesehen. Es hat mir sehr gefallen. Eine gelungene, farbenprächtige und inspirierende Show. Besonders eindrucksvoll für mich war die Einlage im Zusammenhang mit der sowjetischen Periode. Eindrucksvoll und prächtig waren da die positiven Momente zu sehen, die oppositionelle Jugendbewegung Stiljagi etwa oder die ganzen Reformen. Ungewöhnlich das alles, und ich hoffe, es hat dem Rest der Welt auch gefallen.

Ich schaue mir auch gern die Wettbewerbe an. Ich bin ein Fan von Showboard, fahre selbst, aber ich schaue mir auch Eiskunstlauf und Biathlon an. Und freue mich auf unsere Siege!

Die Olympischen Spiele sind für unser Land eine großes Sportereignis. Sie gehen einen starken Impuls zur weiteren Entwicklung unseres Sports. Dabei geht es ja nicht nur um den Sport, wenn ein Land zeigen kann, was es bei Bau von Wettkampfanlagen und der Organisation von Großveranstaltungen zu leisten vermag. In Sotschi sind jetzt die Bedingungen geschaffen, damit unsere Sportler auch nach den Spielen in ultramodernen Stadien und Arenen trainieren und unter besten Voraussetzungen ihre Form verbessern können.

Nadeschda Lipans

Nadeschda Lipans

Nadeschda Lipans, Rentnerin

Ich habe mit den Kindern und Enkeln die Eröffnungsfeier im Fernsehen verfolgt, von Anfang bis Ende. Wir waren alle  hellauf begeistert. Obwohl wir auch bedauerliche Fehler in der Szene des ersten Balls von Natascha Rostowa entdeckten. Ganz unerwartet für uns tauchte da eine Person aus einem ganz anderen Roman von Lew Tolstoj auf. Der allgemeine Eindruck blieb aber: eine großartige Eröffnungsfeier!

Jetzt fiebern wir mit unseren Sportlern mit. Doch wenn die mal nicht dabei sind, schauen wir uns auch die andern gern an. Mir gefällt, wie die Sportler alle eingestellt sind, und natürlich gefällt mir auch der Anblick des olympischen Sotschi. Ich habe mir die Snowboarder begeistert angeschaut, und natürlich freue ich mich über das Gold unserer Eisläufer. Die habe ich mir gleich mehrfach auf den verschiedenen Kanälen angeschaut! Ich bin ganz begeistert von dem, was sie zeigen, welche Klasse sie erreicht haben.

Ich glaube nicht, daß die Spiele ein Fest während der Pest sind. Vielmehr fühlt sich meine Familie stolz auf die Spiele und freut sich an ihnen. Gott möge einen Terroranschlag verhüten und alles gut zu Ende gehen lassen!

Familie Kostin

Familie Kostin

Natalia und Maxim Kostin, junge Eltern

Natürlich haben wir die Eröffnungsfeier gesehen. Wir haben aber mehr erwartet. Was da gezeigt wurde, erinnerte mich mehr an eine Fernsehshow, die Einlagen waren etwas in die Länge gezogen. Wahrscheinlich war es für die Zuschauer im Stadion nicht besonders interessant. Gefallen hat mir aber einer der wichtigsten Momente, nämlich die Zeremonie der Entzündung der olympischen Fackel: ein ganz ungewöhnliches Design, ein wirklich origineller Anblick!

In den ersten Tagen waren wir enttäuscht wegen des unglücklichen Auftritts unseres Biathleten, Anton Schipulin, der beinahe Bronze geholt hätte. Gefallen haben uns aber unsere Eiskunstläufer. Erstmals in der olympischen Geschichte in neuer Konstellation, als Mannschaft, und dann gleich die ersten.

Wir werden weiter für die Biathleten die Daumen drücken und warten auf den Beginn des Eishockey-Turniers. Wenn unsere Jungs gewinnen, verzeihen wir alles andere! Natürlich wären wir gern in Sotschi dabei, aber wir haben ein Baby. Also schauen wir eben von zu Hause aus zu, wenn das Kind es erlaubt.

Sergej Ljosow

Sergej Ljosow

Sergej Ljosow, Passant

Ich schaue mir Biathlon an, weil ich früher selbst Ski gelaufen bin. Ich habe das sogar professionell betrieben und hätte es beinahe in die Kategorie „Meister des Sports“ geschafft. Klar, daß ich mir da gestern das 30-km-Rennen angesehen habe. Bisher haben es ja unsere Sportler noch nicht so richtig auf die Treppchen gepackt, aber ich hoffe da noch auf mehr.

Die Eröffnungsfeier hat mir sehr gut gefallen, ein grandioses Schauspiel. Ich bin ganz und gar nicht einverstanden mit denen, die sagen, die Olympischen Spiele bräuchten wir nicht. Sehen Sie doch einmal, wie Sotschi sich verändert hat, man erkennt es kaum wieder! Was da für moderne Arenen entstanden sind! Und Eiskanäle brauchen wir. Unsere Schlittenfahrer haben im ganzen Land nur zwei Bahnen, eine in Moskau und jetzt eben in Sotschi. Davon bräuchten wir viel mehr. Dann könnten wir den Ruhm einer sportlichen Großmacht zurückerobern.

Tatjana Buchnajewa

Tatjana Buchnajewa

Tatjana Buchnajewa, Angestellte

Ich bin verrückt nach Eiskunstlauf. Der reinste Balsam für die Seele war der gestrige Sieg in der Mannschaftswertung. Ich freue mich riesig für unsere Sportler! Bravo! Unser kleines Sternchen, Julia Lepnizkaja, ist ein richtiges Wunder, ein Beispiel dafür, wie schon Kinder dem Gold zustreben! Ich freue mich für unsere Paare und natürlich für Jewgenij Pljuschtschenko.

Die Eröffnungsfeier habe ich fast komplett gesehen. Phantastisch und voller Herz, ein paar Mal hatte ich richtig zu schlucken. Unsere Olympioniken brauchten sich hinter den anderen nicht verstecken, ihre Kleidung brachte den russischen Geist zum Ausdruck. Ich bin überzeugt, wir haben da alles richtig gemacht, die Olympischen Spiele bei uns auszurichten, ist gut. Unser Land sollte wieder aufstehen. Klar wurde viel dafür ausgegeben, aber Olympia in Sotschi ist das wert.

Mehr zu Sergej Schtschedrin und seinem Besuch bei den EN unter: http://is.gd/rkdRNE und mehr zu Wladimir und Olympia unter: http://is.gd/8K4qcn

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Erst seit wenigen Wochen ist die Idee überhaupt in der Welt. Der Jenaer Studentenverein Festvial de Colores will im Juni nächsten Jahres in der thüringischen Partnerstadt eine Woche der russischen Kultur veranstalten. Mit Vorträgen, Konzerten, Diskussionen, Schulveranstaltungen, Begegnungen. Rock und Klassik, Puppentheater und Ausstellungen. Alles ist noch in Bewegung, die Dinge suchen erst ihren Platz. Nur das Motto für das Festival steht schon fest: Rußland nah und fern. Das weitere fügt sich alles gewiß wie von selbst, denn Namen sind Samen, aus denen wächst, was ihnen bestimmt.

Iwan Nisowzew, Anna Kulakowa, Judith Antkowiak, Natalia Kostina und Thérèse Tabbone

Iwan Nisowzew, Anna Kulakowa, Judith Antkowiak, Natalia Kostina und Thérèse Tabbone beim ersten Treffen Anfang Dezember 2013 in Jena

Erfahrung, gute Erfahrung hat Festival de Colores bereits in den vergangenen neun Jahren mit derartigen internationalen Kulturtreffen gesammelt, etwa mit Frankreich oder Polen. Aber nun Rußland? Zum zehnjährigen Jubiläum! Ein bißchen viel, ein bißchen weit. Wer wüßte da so recht Geleit? Zum Greifen nah ist da Wladimir im fünften Jahr der Zusammenarbeit im Städtepartnerschaftsdreieck. Und nicht lange bitten läßt sich die Troika Iwan Nisowzew, Anna Kulakowa und Natalia Kostina, die derzeit in Jena studiert und hospitiert, wenn es um Einfälle geht und Vorschläge für das Fest der russischen Kultur im Zusammenspiel mit Judith Antkowiak vom Festival de Colores und Thérèse Tabbone aus dem Partnerschaftsbüro im Rathaus. Unter http://www.facebook.com/festivaldecolores gibt es erste Vorschläge für das Motto. Nun aber ein kleiner Anreiz für mehr dergleichen: Wer sich den Wahlspruch ausdenkt, den die Veranstalter am Ende auswählen, erhält eine Dauerkarte für das Festival – und ein kleines Taschengeld gegebenenfalls für Anreise und Übernachtung (nach Kassenlage des Partnerschaftsetats der Stadt Erlangen). Dann mal los und her mit den Ideen: давай-давай!

Das erste Wladimirer "Walroß"

Das erste Wladimirer „Walroß“

Unterdessen zur Rekreation und Inspiration ein erstes Bild von den Wladimirer Walrössern, den Eistauchern, denen kein Frost etwas anhaben kann und die man nun wieder an russischen Gewässern in kleineren wie größeren Trupps antrifft. Keine Abhärtungsmethode für Warmduscher!

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Wie Iwan Nisowzew aus Wladimir nach Jena kam, schilderte er hier http://is.gd/ty8glF. Heute erzählt er von seinen Erfahrungen in der weiten Welt der Partnerschaft. 

André brachte mich mit seinem Auto in mein neues Zuhause, das wir später „Casa Loca Internationale“ nannten, was man frei aus dem Spanischen übersetzen kann mit „Internationales Narrenhaus“. Die Bezeichnung oder besser der Spitzname hat übrigens durchaus seine Berechtigung. Freiwillige aus ganz Europa und angrenzenden Ländern treffen hier zusammen und verteilen sich auf drei Stockwerke. Junge Leute aus Bulgarien, Spanien, Italien, aus der Slowakei und der Türkei, aus Rumänien und sogar meine Kollegin vom Euroklub Wladimir, Natalia Kostina, haben hier ein Dach gefunden. Einige Freiwillige blieben nach Ablauf ihres Programms in Jena und besuchten uns immer wieder. Kurzum, wir waren stets in großer Runde zusammen, und es ging laut zu. Eine ständige Abfolge von verschiedenen Themenabenden, Vorführungen von Filmen aus unterschiedlichen Ländern, eine internationale Küche, kulturelle Veranstaltungen in verschiedenen Einrichtungen Jenas, die gemeinsame Arbeit bei Stadtfesten und Festivals, die Freiwilligentreffen bei Conny Bartlau, Geburtstagsfeiern, die Ankunft neuer Freiwilliger, die Verabschiedung von „Altgedienten“, das Freiwilligenfest, die Reise zu einem Rockfestival in Würzburg, die Bootsfahrt auf der Saale, unendliche Grillabende mit Thüringer Rostbratwürsten und natürlich mit Bier.

Casa Loca Internationale in Jena.

Casa Loca Internationale in Jena.

Aber auch am Jenaer Hochschulleben nahm ich teil. Sozusagen einer alten Verbindung folgend als Mitglied der internationalen Organisation AIESEC. Auch beim Universitätsfestival „Global Village“ war ich dabei, zu dem sogar mein Kollege Alexej von der Wladimirer Universität mit seiner künftigen Frau Rita kam. Zusammen fuhren wir nach Erlangen zu unseren alten Bekannten Maria und Walter Müller, trafen uns mit Jürgen. (Die drei waren im Sommer vorigen Jahres bei uns in Wladimir.) Walter zeigte uns nicht nur Erlangen, sondern brachte uns sogar mit dem Auto nach Bamberg und bot uns eine ausgezeichnete Führung.

Iwan Nisowzew mit Jugendgruppe.

Iwan Nisowzew mit Jugendgruppe.

Die ununterbrochenen Austauschmaßnahmen im Rahmen des Partnerschaftsdreiecks Wladimir, Jena und Erlangen ließen keine Langeweile aufkommen. Die Ankunft von zwei Bussen mit Kindern aus ganz Rußland mit ihren Volksliedern und Volkstänzen oder die vom Euroklub und dem Friedenshaus in Wladimir organisierte Reise waren echte Feste. Ich hatte sogar das Glück, die Konzertreise des Chores Raspew begleiten zu dürfen, die mich auch wieder nach Erlangen brachte. Diese Konzerte inspirierten mich so, daß ich heute im russischen Chor von Jena singe. Der Aufenthalt einer Gruppe aus der Berufsschule für Bau- und Restaurationswesen und anderer Institute aus Wladimir und der Region könnte ich als eines der erfolgreichsten Partnerschaftsprojekte benennen, organisiert vom Euroklub und der ÜAG Jena. Die Vorbereitung der Jugendlichen auf ihre Wladimir-Reise im Rahmen des Sommerprogramms von Mixtour 2012 zusammen mit Kaktus (Thomas Grund) wurde für mich zu einem ganz eigenen „Briefumschlag“, in den ich meine „Grüße“ an die Heimatstadt stecken konnte. Die Veranstaltungen zum 3. Oktober in Jena und die Organisation eines Programms für die Delegation aus Erlangen bot mir wiederum Gelegenheit, eine Schülergruppe aus Wladimir zu begleiten. Die Arbeit an der Ausstellung über deutsch-deutsche Städtepartnerschaften war für mich Ehrensache. Schließlich war auf einer riesigen Landkarte unter Dutzenden von Partnerstädten auch mein heimatliches Wladimir zu erkennen.

Iwan Nisowzew mit Studentengruppe an der FSU.

Iwan Nisowzew mit Studentengruppe an der FSU.

Der Besuch von Oberbürgermeister Sergej Sacharow in Jena, sein Treffen mit Conny Bartlau und mir als einem Teilnehmer am Europäischen Freiwilligenprogramm vermittelte mir die interessante Erfahrung, wie man internationale Unterredungen führt und gleichzeitig als Dolmetscher fungiert. Später durfte ich dann auch noch Jenas Bürgermeister, Frank Schenker, auf seiner Reise nach Wladimir begleiten und für ihn übersetzen. Die Teilnahme an solchen Begegnungen und Gesprächen haben schon immer mein Interesse geweckt. Recht anregend war dabei für mich, diese Erfahrung mit verschiedenen interessanten Begebenheiten zu vergleichen, wie in dem Buch „Statist auf diplomatischer Bühne“ von Prof. Paul Schmidt dargestellt, der im Außenministerium des Dritten Reiches arbeitete. Das Interesse an der Erfahrung dieses Dolmetschers bewegte mich nicht nur, sein Buch zu lesen, sondern sogar eine Seite auf Wikipedia über ihn ins Russische zu übersetzen. Und so überzeugte ich mich bei der Lektüre seines Buches und anhand seines Beispiels ein weiteres Mal davon: Je mehr Fremdsprachen man beherrscht, desto reicher die eigene Innenwelt, desto besser in der Lage, den Aufbau der Welt zu begreifen, desto stärker das Streben nach Harmonie. Schade, daß er immer nur „Statist“ blieb, obwohl er, wie er in dem Buch auszudrücken versucht, durchaus seinen Beitrag zur Erreichung des Friedens in der Welt geleistet haben will.

Iwan Nisowzew unterwegs mit dem Rad.

Iwan Nisowzew unterwegs mit dem Rad.

Die Fahrt nach Leipzig, um bei den Duma-Wahlen am 4. Dezember 2011 meine Stimme abzugeben, brachte mir neue Bekanntschaften. Ich begann, mit Organisationen von Landsleuten in Erfurt und Jena zusammenzuarbeiten. Später lud man mich sogar nach Düsseldorf zu einer deutschlandweiten Jugendkonferenz für russische Landsleute ein. Dank diesem Umstand durfte ich dann auch noch am Neujahrsempfang der Russischen Botschaft in Berlin teilnehmen.

Fortsetzung folgt.

Iwan Nisowzew (aus dem Russischen von Peter Steger)

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