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Posts Tagged ‘Natalia Dumnowa’


Wer Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, tut gut daran, das Grüne Diplom des Goethe-Instituts zu erwerben. Eine durchaus anspruchsvolle Urkunde, die sich nur erwerben kann, wer schon ausgezeichnete Deutschkenntnisse (mind. Niveau C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen), ein abgeschlossenes Hochschulstudium Deutsch als Fremdsprache und/oder Germanistik inkl. fachdidaktischer Komponente sowie Lehrerfahrung im Bereich Deutsch als Fremdsprache nachweisen kann. Ein Leichtes freilich für die Dozentinnen am Sprachlernzentrum des Erlangen-Hauses, wo bereits Tatjana Kirssanowa und Natalia Dumnowa die vierstufige Ausbildung und den Abschluß geschafft haben.

Natalia Korssakowa vor dem Goethe-Institut Moskau

Seit kurzem gehört auch Natalia Korssakowa zum erlesenen Kreis der Grünen Diplomanden. Ein Erfolg, zu dem man ihr in Erlangen schon morgen gratulieren kann, wenn die Dozentin mit einer Gruppe von Teilnehmern an den Deutschkursen des Erlangen-Hauses für zwei Wochen an die Volkshochschule Erlangen kommt, wo jener Geist waltet, von dem ihr Nachbar von einst, Friedrich Rückert, sprach, dem ja kaum eine Sprache der Welt fremd war: „Mit jeder Sprache mehr, die du erlernst, befreist du einen bis dahin in dir gebundenen Geist.“

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Nach unserem ersten Aufenthalt vor zwei Jahren freuten wir uns über eine erneute Einladung vom 12. bis 16. Juni nach Wladimir, verbunden mit der Teilnahme an dem dort seinerzeit ins Leben gerufenen Jazzfestival „Jazz Grom“.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann

Nastja und Igor, die derzeit an der Hochschule Geige studieren, holten uns wieder am Flughafen Domodedowo in Moskau ab, und so konnten wir schon auf der mehrstündigen Fahrt nach Wladimir unser geplantes Besuchsprogramm besprechen.

Wladimir im Frühsommer

Untergebracht waren wir erneut in einer Wohnung der Universität, wo uns am nächsten Vormittag Igor abholte und von wo wir gemeinsam mit dem elektrischen Bus der Linie 8 zur Philharmonie fuhren. Dort waren wir Zuschauer einer Aufführung von Studierenden des Instituts für Kunst und Musik, die unter Leitung von Larissa Uljanowa ein humorvolles Kindermusical über den russischen Schulalltag darboten.

Kindermusical

Danach lauschten wir in der Kunst- und Musikfakultät einer Probe und dem Konzert des „High Life Jazz Orchestras“ unter Leitung von Andrej Schewljakow, das dieses Mal ihren musikalischen Schwerpunkt auf Bossa Nova und Samba legten, und gaben selbst noch eine halbstündige Kostprobe unseres Konzertprogramms.

Andrej Schewljakow (ganz rechts stehend) und sein Ensemble

Der nächste Tag war zunächst angefüllt mit einem Seminar der Dekanin Larissa Uljanowa über die musikalische Ausbildungssituation hier wie dort, wobei Florian Fischer, unser Schlagzeuger und derzeit Student an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg, ein begehrter Gesprächspartner war. Einen Dank hier noch an Irina Chasowa vom Erlangen-Haus, die für uns dolmetschte.

Florian Fischer und Gunther Rissmann

Danach ging es in die Philharmonie für einen ersten Soundcheck für das morgige Konzert und dann noch weiter an die Berufsfachschule für Musik in Wladimir. Hier spielten wir Ausschnitte aus unserem Konzertprogramm, beteiligten uns an einer kleinen Jamsession mit den dortigen Studierenden und kamen in ein angeregtes Gespräch über Improvisationskonzepte und mögliche didaktische Umsetzungen.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann im Schatten von Wladimir Lenin

Gemeinsames Musizieren hat eben eine ganz stark verbindende Wirkung auch über Ländergrenzen hinweg, die in diesem Workshop auch gut zu spüren war.

Das Trio vor der Philharmonie

Am Donnerstag blieb am Vormittag noch Zeit, die neu angelegten Gärten eines ehemaligen Klosters zu besuchen, bevor wir am Nachmittag dann in die Philharmonie gingen für einen letzten Soundcheck und die Vorbereitung auf das Festivalkonzert. Der Konzertabend wurde von einem Chor aus Wladimir eröffnet, der jazzinspirierte Kompositionen darbot, gefolgt von unserem Trioauftritt.

Auftritt des „High Life Jazz Orchestra“

Nach einer Pause spielte zunächst die landesweit bekannte russische Formation „Acapella Express“, die Vokalmusik auf höchstem Niveau bot. Dann folgte das Konzert unserer Gastgeber, des “High Life Jazz Orchestra“, bevor der Moskauer Pianist, Sergej Schilin, den Abend mit seiner Darbietung beendete.

Das Jens-Magdeburg-Trio inmitten der Wladimirer Freunde

Am nächsten Morgen traten wir schon früh die Heimreise an und bestiegen den Zug nach Moskau, begleitet von Natalia Dumnowa, Dozentin am Erlangen-Haus, die sich freundlicherweise an ihrem freien Tag bereit erklärt hatte, uns Gesellschaft zu leisten.

Florian Fischer, Gunther Rissmann mit Natalia Dumnowa in der Moskauer Metro

So konnten wir abschließend noch ein paar Impressionen aus der beeindruckenden Zehnmillionen-Metropole Moskau erhaschen, bevor wir über Zürich wieder ins heimatliche Franken flogen.

Das Jens-Magdeburg-Trio auf dem Roten Platz

Unser Dank gilt wieder unseren herzlichen Gastgebern in Wladimir, Peter Steger sowie den Damen des Erlangen-Hauses für ihre Mühe und ihr Wohlwollen.

Jens Magdeburg

s. auch: https://is.gd/9clJsG

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Vor wenigen Tagen kam es zu einem kurzen Mailverkehr mit dem FAU-Studenten Max Firgau, an dessen vorläufigem Ende folgende Nachricht stand:

Max Firgaus Bude, Ansicht 1

Ich habe nach Erhalt Ihrer Mail ein wenig gesurft und stelle immer mehr Verbindungen fest, der Kreis schließt sich immer mehr:

– Irina Schadowa, die noch für zehn Tage in Erlangen ist, hat mir in meinen ersten Tagen hier geholfen, mich zurechtzufinden.

– Der Kontakt zu Irina entstand über ein Austauschprogramm der Katholischen Jugend Erlangen, bei dessen letzter Begegnung im vergangenen Jahr einige meiner Freunde dabei waren.

– Das Planungskomitee für dieses Programm war vor zwei Wochen für ein paar Tage in Wladimir und ich habe mich mit ihnen getroffen.

– Wiederum bei diesem Abend war Natalja Dumnowa dabei, die als Sprachlehrerin im Erlangen-Haus arbeitet, wo ich seit drei Wochen regelmäßig bin und den Schülern beim Deutschlernen helfe.

– Auf dem Blog „erlangenwladimir“ habe ich rechts in der Linkliste den Blog von Philipp Schütze gefunden, den ich schon vor einem halben Jahr gelesen hatte, als es für mich um die Organisation des Auslandssemesters ging. Ich schreibe ebenfalls einen Blog, falls das für Sie und die Öffentlichkeitsarbeit in der Städtepartnerschaft von Interesse ist: 5monatemitwladimir.blogspot.ru

Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt und hoch erfreut, wie dicht das Netz und die Strukturen zwischen unseren beiden Städten sind, man findet immer wieder Gemeinsamkeiten und Überschneidungen!

Als ich mich vergangenen September für das „Go East“ – Stipendium des DAAD bewarb, hatte ich die Wahl zwischen Wladimir und Jekaterinenburg. Obwohl zweitere Stadt größer ist und vermutlich (ich war nicht dort) mehr zu bieten hat, entschied ich mich für Wladimir, da ich mir durch die Städtepartnerschaft Vorteile wie soziale Kontakte und Unterhaltung erhofft hatte. Ich wurde nicht enttäuscht!:)

Max Firgaus Bude, Ansicht 2

Seit Februar studiert und unterrichtet also Max Firgau in Wladimir und berichtet regelmäßig über seine Erfahrungen im bisweilen noch etwas fremden Alltag, aber auch von Ausflügen nach Moskau (etwa, um dort ein falsch ausgestelltes Visum ändern zu lassen) und Nischnij Nowgorod, wo er mit Russen endlich wieder einmal richtig Deutsch sprechen kann und mit einem amerikanisch-brasilianischen Paar eine Erkundungstour unternimmt. Da kommt jedenfalls Lust auf, auch die noch kommenden Einträge zu lesen.

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Was ein richtiger Arbeitstag in Wladimir ist, beginnt – so wie am gestrigen Morgen – mit einem Empfang und Arbeitsgespräch im Rathaus mit Oberbürgermeisterin Olga Dejewa und Oberstadtdirektor Andrej Schochin, um gemeinsam mit Alina Wedechina, der Leiterin des Kulturamtes, dem die Internationalen Beziehungen unterstellt sind, Wladislaw Poldjajew, persönlicher Mitarbeiter der Oberbürgermeisterin sowie der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, Irina Chasowa, und der Partnerschaftsbeauftragten, Olga Dugina, akutelle Fragen des Austausches zu besprechen – vom Newcomer Festival bis zum 2018 anstehenden 35jährigen Partnerschaftsjubiläum.

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Alina Wedechina, Olga Dejewa, Wolfram Howein, Andrej Schochin, Irina Chasowa, Wladislaw Poldjajew und Olga Dugina

Dann aber geht es mit Wolfram Howein, der vorgestern auf eigenen Wegen angereist ist, gleich weiter zur Rosenkranzgemeinde, um den Fortgang der Bauarbeiten am Pilgerzentrum in Augenschein zu nehmen.

Tor zur Rosenkranzgemeinde

Tor zur Rosenkranzgemeinde

Und da ist tatsächlich in den letzten Wochen wieder viel passiert.

Maria im Schnee

Maria im Schnee

Die Fassaden und Fenster sind ebenso fertiggestellt wie das Dach. Sogar erste Ornamente wurden bereits angebracht.

Pilgerzentrum

Pilgerzentrum

Im Eingangsbereich, der übrigens nach russischen Bauvorschriften behindertengerecht zu gestalten ist, bleibt noch einiges zu tun, vor allem die Aufschüttung hoch zur Tür und die Anlage des Weges.

Pilgerzentrum Eingangsbereich

Pilgerzentrum Eingangsbereich

Aber die gußeiserne Feuertreppe am rückwärtigen Teil des Gebäudes steht.

Pilgerzentrum mit Feuertreppe sowie Rosenkranzkirche im Hintergrund

Pilgerzentrum mit Feuertreppe sowie Rosenkranzkirche im Hintergrund

Vor allem aber: Die Besucher sind angetan von der Qualität der handwerklichen Arbeit gerade auch im Innenbereich.

Dieter Kümpers in einem der Zimmer

Dieter Kümpers in einem der Zimmer

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Mauerwerk, das laut Auflagen des Denkmalschutzes den Maßen von Pfarrhaus und Kirche entsprechen soll, um die Einheitlichkeit des Komplexes zu wahren.

Eisblumen

Eisblumen

Sogar die Fenster – so die Vorschrift – sind im neugotischen Stil gehalten, was den Räumen eine ganz eigene Spiritualität verleiht, an Klosterzellen denken macht.

Fensterfront

Fensterfront

Überall sind Sorgfalt und das Bemühen um gute Ausführung zu sehen. Und auch wenn es nicht mehr gelang, vor der Frostperiode die Heizung einzubauen, braucht man sich keine Sorgen um die Substanz zu machen.

Durchblick

Durchblick

Sämtliche Anschlüsse sind verlegt, die Vorgaben der Behörden erfüllt, ein architektonisches Juwel reift da heran, das sich ideal einfügen dürfte in das Ensemble um die Rosenkranzkirche herum. Nun gilt es, die katholischen Hilfswerke „Renovabis“ und „Kirche in Not“ sowie die Bistümer, die bereits ihr Scherflein zum Gelingen des Projekts Pilgerzentrum beigetragen haben, für die Fortsetzung der Unterstützung zu gewinnen.

Rosenkranzkirche

Rosenkranzkirche

Dieter Kümpers läßt sich deshalb auch genau das Konzept für den späteren Betrieb des Zentrums erläutern. Der Unternehmensberater und Tourismusfachmann verfügt als Vorstandsmitglied des Vereins Christlicher Hoteliers nicht nur über jahrzehntelange Berufserfahrung, sondern ist auch mit Wladimir eng verbunden, seit er 1989 in Erlangen die „Woche der Russischen Küche“ und im Jahr darauf in der Partnerstadt die „Woche der Fränkischen Küche“ durchführte.

Dieter Kümpers und Sergej Sujew

Dieter Kümpers und Sergej Sujew

Wichtig dabei auch Kennzahlen zum Fremdenverkehr in Wladimir. Gerade ist eine Statistik erschienen, wonach die Nachbarstadt Susdal unter ausländischen Touristen auf der Beliebtheitsskala den 12. Platz unter allen russischen Städten einnimmt; Wladimir kommt immerhin noch auf die Position 28.

Sergej Sujew, Ljubow Kunzewa, Wolfram Howein, Swetlana Schelesowa, Dieter Kümpers, Alexej Kurilow und Dmitrij Pawlow

Sergej Sujew, Ljubow Kuzewa, Wolfram Howein, Swetlana Schelesowa, Dieter Kümpers, Alexej Kurilow und Dmitrij Pawlow

Die beiden Bauunternehmer, Dmitrij Pawlow und Alexej Kurilow, haben ihren Teil bestens erledigt, die Abnahme ist fast nur noch Formsache; nun gilt es also für Pfarrer Sergej Sujew, gemeinsam mit seiner Haushälterin, Ljubow Kuzewa, und Swetlana Schelesowa, stellvertretende Leiterin des Erlangen-Hauses, sowie Dieter Kümpers und Wolfram Howein einen Geschäftsplan zu erarbeiten.

Blick vom Pfarrhaus zur Altgläubigenkirche

Blick vom Pfarrhaus zur Altgläubigenkirche

Eine lohnende Aufgabe, wie Dieter Kümpers meint, denn eine hohe Auslastung kann er sich durchaus vorstellen. Doch um sich eine endgültige Meinung bilden zu können, sind für den anderen Tagen weitere Fachgespräche angesetzt. Seine Expertise will ja Hand und Fuß haben.

Rosenkranzkirche

Rosenkranzkirche

Nach all den Gesprächen gönnen sich die Gäste einen Spaziergang zurück zum Erlangen-Haus in winterlicher Abendstimmung.

Der gestiefelte Kater

Der gestiefelte Kater

Der Weg führt vorbei am Schauspielhaus, wo demnächst das Weihnachtsstück „Der gestiefelte Kater“ gegeben wird,

Altgläubigenkirche und Goldenes Tor

Altgläubigenkirche und Goldenes Tor

hinüber zur Altgläubigenkirche, die das berühmte Glasmuseum beherbergt und zum Goldenen Tor.

Dieter Kümpers am Kontrabaß vor dem Goldenen Tor

Dieter Kümpers am Kontrabaß vor dem Goldenen Tor

Immer wieder begegnen den winterlichen Flaneuren unterwegs Skulpturen, die der Stadt ein künstlerisches Flair verleihen.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Am Befestigungswall entlang, den die Mongolen im Februar 1238 erstürmten, richten sich die Schritte zu dem Platz, wo einst Großfürst Andrej Bogoljubskij seine Residenz errichtete und wo seit dem späten 18. Jahrhundert die Verklärungskirche steht.

Fahrradständer

Fahrradständer

Verwunderlich nur, wie wenig Passanten in der hier angelegten Fußgängerzone anzutreffen sind. Es kann nicht nur am Frost liegen.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Möglicherweise fehlt doch in all dieser patriarchalen und erhabenen Schönheit ein irdischer Fixpunkt mit gastronomischen Angeboten, vielleicht auch ein Kiosk oder kleiner Laden.

Blick zur Kuppel des Goldenen Tors von der Verklärungskirche

Blick zur Kuppel des Goldenen Tors von der Verklärungskirche

Aber das kann ja noch kommen. Bisher allerdings menschenleer, ein Freiluftmuseum ohne Publikum.

Verklärungskirche

Verklärungskirche

Wenn da nicht immer wieder diese Figuren und Skulpturen wären, die dem Weichbild ihre Strukturen verleihen.

Feuerwache

Feuerwache

Städtebaulich freilich bestens gelungen, was hier entstanden ist.

St. Georgij

St. Georgij

Ein großer Gewinn auch die Restaurierung der Wohnhäuser, die sich noch vor wenigen Jahren in einem beklagenswerten Zustand befanden.

Häuserzeile in der Fußgängerzone

Häuserzeile in der Fußgängerzone

Aber jetzt sollen einfach die Bilder für sich wirken. Es muß ja nicht immer alles kommentiert werden…

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Wladimirer Bazi-Lumpazi

historische Zollstation

historische Zollstation

Der Wladimirer Spitzel

Wladimirer Spitzel

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Dieter Kümpers vor St. Georgij

Dieter Kümpers vor St. Georgij

Dieter Kümpers und der Wladimirer Apotheke

Dieter Kümpers und der Wladimirer Apotheker

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

zweisprachige Wegweiser

zweisprachige Wegweiser

Was Dieter Kümpers vor kurzem noch angemahnt hatte, ist jetzt schon umgesetzt: In der gesamten Altstadt von Wladimir findet man zweisprachige Wegweiser.

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Natalia Dumnowa und stehend Tatjana Kolesnikowa

Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa, Natalia Dumnowa und stehend Tatjana Kolesnikowa

Und dann sind wir schon wieder im Erlangen-Haus, wo sich die Deutsch-Dozentinnen über vorweihnachtliche Mitbringsel der Gäste freuen, gut geeignet zur Auszeichnung von Kursteilnehmern mit besonderen Leistungen.

Kathedralenplatz

Kathedralenplatz

Unterdessen ist es ganz dunkel geworden, doch überall gehen die Lichter in Wladimir an. Für manchen Geschmack mancherorts ein wenig zu viel der Illumination, aber es geht auch ganz dezent mit wenigen Kerzen wie im Fenster des Erlangen-Hauses.

Abendgruß im Erlangen-Haus

Abendgruß im Erlangen-Haus

Bevor wir das Licht nun löschen noch ein Wintergruß an Erlangen bei erfrischenden 15 Grad Frost.

 

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Das Erlangen-Haus hat viele Vorzüge. Wie anders ließe sich erklären, daß eine solche Einrichtung seit mehr als einem Vierteljahrhundert derart erfolgreich tätig sein kann! Das größte Pfund, mit dem die Außenstelle der Städtepartnerschaft in Wladimir freilich wuchern kann, ist zweifelsohne das Team um Geschäftsführerin Irina Chasowa mit seiner Dozentenschaft. Abzulesen sicher auch daran, daß man sich hier nie mit dem erreichten Niveau zufriedengibt, nie stehen bleibt, immer neue Herausforderungen annimmt.

Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa

Tatjana Kirssanowa und Natalia Korssakowa

So hat jetzt die Koordinatorin der Deutschkurse, Tatjana Kirssanowa, gemeinsam mit ihrer Kollegin, Natalia Korssakowa – getreu dem Motto: Man lernt im Leben nie aus – erfolgreich eine Weiterbildung beim Goethe-Institut Moskau zum Thema „Landeskunde Cross Media“ abgeschlossen, um den Unterricht noch lebendiger und abwechslungsreicher zu gestalten.

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Und soeben hat eine weitere Dozentin, Natalia Dumnowa, die sprachliche Begleiterin des BDKJ-Austausches, das Programm „Grünes Diplom“ abgeschlossen und damit ein Zertifikat erhalten, das auf der ganzen Welt als Nachweis der Qualifizierung als Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache anerkannt wird. Das macht Freude und verdient drei große Komplimente!

Natalia Dumnowa

Natalia Dumnowa

Aber es gibt auch die verstörende Nachricht von dem einundvierzigjährigen Mann, der vorgestern abend ganz in der Nähe des Erlangen-Hauses von mindestens fünf Schüssen, zum Teil in den Kopf, so schwer verwundet wurde, daß er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Hintergründe und Motive des Verbrechens sind noch unklar. Freud und Leid – wie immer und leider auch hier wieder – ganz nah beisammen.

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Irgendwann im Juli war da eine Idee – so dahin gesagt, aus einer Laune heraus: „Fahren wir im September nach Wladimir ins Erlangen-Haus“. Ja, warum eigentlich nicht?

Georg Kaczmarek und ich, Ruth Savelsberg, kannten unsere Partnerstadt Wladimir und das Erlangen-Haus bereits von früheren Besuchen und hatten uns dort immer sehr wohl gefühlt. Begeistert machten wir uns also an die Planung. Alles Nötige wurde in die Wege geleitet: Einladung des Erlangen-Hauses in Wladimir angefordert, Visa beantragt, Flüge gebucht – fertig.

Ruth Savelsberg und Georg Kaczmarek am Flughafen Domodjedowo

Ruth Savelsberg und Georg Kaczmarek am Flughafen Domodjedowo

Am 1. September ging es dann endlich los. Von Nürnberg mit der Lufthansa über Frankfurt nach Moskau-Domodjedowo. Von dort mit dem Aero-Express zum Jaroslawskij Bahnhof, weiter mit der Metro-Linie 5 zum Kurskij Bahnhof und weiter mit dem „Strisch“ nach Wladimir. Klingt viel komplizierter als es in Wirklichkeit ist – alles verlief reibungslos und im wahrsten Sinne des Wortes zügig. Müde, aber voller Erwartungen, erreichten wir am Abend unsere Unterkünfte bei Olga Amelina und Olga Michajlowa. Wir kannten die beiden reizenden Russinnen schon aus dem Vorjahr, und die Wiedersehensfreude war groß. Wir wurden mit einem opulenten, alle Klischees erfüllenden Essen empfangen: gegrillter Fisch und Hühnchen, Kotelett, Kartoffeln, Gemüse, Salat, Brot, Kuchen, Wein und Tee. Ach – und natürlich nicht zu vergessen: WODKA. Wir aßen, tauschten uns über die Geschehnisse des vergangenen Jahres aus und saßen bis in die frühen Morgenstunden zusammen.

Ruth Savelsberg und

Ruth Savelsberg und ein „Bavaria-Hot-Dog“

Der nächste Tag sollte genau wie die folgenden mit einem grandiosen Frühstück beginnen. Frische Kräuter, Tomaten und Gurken aus dem eigenen Garten, Omelette und Würstchen, Brot und Kuchen auf einem liebevoll eingedeckten Tisch. Was ich jedes Mal vergesse, wenn ich nach Wladimir reise: eß- und trinkfest muß man auf jeden Fall sein! Die Waage sollte man zu Hause lassen.

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Mit dem deutschen Bus in Wladimir unterwegs

Gut gestärkt, traf ich mich morgens nach dem Frühstück mit Georg, und wir zogen gemeinsam Richtung Erlangen-Haus. Für gewöhnlich bestritten wir diesen Weg mit dem Bus, allerdings war das Wetter so erfrischend, dass ich mich des Öfteren für den Fußweg entschied. Sehr zu empfehlen, denn die Distanzen im Wladimirer Zentrum sind überschaubar, außerdem passiert man zwangsläufig immer wieder das Goldene Tor, an dem ich mich nicht satt sehen kann.

Georg Kaczmarek mit Freunden in Wladimir

Wladimir Tichomolow, Georg Kaczmarek, Alexandra Piramidina und Pawel Rasorjonow

Im Erlangen-Haus angekommen, erwarteten uns bereits unsere Dozentinnen, Anna Nikonowa und Natalia Dumnowa. Wir kannten beide Damen von früheren Besuchen und hatten im Vorfeld mit ihnen die Unterrichtsstunden abgesprochen sowie unsere Stundenpläne von ihnen erhalten. Wie jedes Jahr wurden wir aber auch vom ganzen Team des Erlangen-Hauses sowie Familienmitgliedern begrüßt. Man hat fast das Gefühl, nach Hause zu kommen. Daß man hier auch übernachten kann, paßt nur zu gut zu der offenen und wohlwollenden Atmosphäre. Uns gefällt es im Erlangen-Haus so gut, daß wir die Räumlichkeiten häufig auch nachmittags zum Lernen nutzten.

Die folgenden Tage waren also mit Unterricht am Vormittag und mit Lernen am Nachmittag ausgefüllt. Die restliche Zeit verbrachten wir damit, Wladimir und Umgebung zu erkunden:

Löffelmuseum

Löffelmuseum

Wir spazierten zum Beispiel durch die Große Moskauer Straße und entdeckten in einer Seitengasse ein Löffelmuseum, das erst vor einem Jahr eröffnet wurde. Es stellt Löffel aus der ganzen Welt aus, insbesondere natürlich russische – große, kleine, bemalte, unbemalte, alles, was das Löffelliebhaberherz eben so begehrt. Mehr dazu unter: https://is.gd/MzjfTo

Xenia Latarzewa und

Xenia Latarzewa, Leiterin des Museums, mit Ruth Savelsberg

Wir besuchten außerdem die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die Demetrius-Kathedrale, das Christi-Geburts-Kloster, die Dreifaltigkeitskirche, den Wasserturm, und und und.

Blintschiki

Blintschiki

An einem Nachmittag trafen sich Georg und ich mit unseren Olgas zum Pfannkuchen-Essen in dem kleinen, gemütlichen Lokal „Blintschiki“ in der Nähe des Platzes auf dem Spasskij-Hügel am Wasserturm mit dem Denkmal „Wladimirer Kirsche“. Solche Unternehmungen sind ein Muß für jeden Wladimir-Besucher, denn diese Stadt bietet unzählige Gaststätten, in denen man einkehren und urige Stunden verbringen kann.

Wladimirer Kirsche

Wladimirer Kirsche

Die beiden Damen führten uns nach dem Essen unter anderem zu St. Georgij dem Siegreichen, durch die neue Fußgängerzone zur Alten Apotheke und zum Fürstinnen-Kloster.

St. Georgij

St. Georgij

Eines Abends besuchte ich mit Olga Michajlowa das Wladimirer Symphonieorchester, das Sergej Prokofjews Konzert zu „Romeo und Julia“ spielte. Was ich nicht wußte war, daß zeitgleich die traditionelle Wladimirer Theaternacht «Ночь в театре» stattfand. Wir sahen uns also nach dem Konzert eine Kabarettvorstellung mit dem Titel „Die Drei Brüder“ (!!!) von Anton Tschechow an. Wir amüsierten uns köstlich. Ich erlebte den russischen Humor und die Bereitschaft zur Selbstironie hautnah mit. Ein Feuerwerk vor dem Theater krönte diesen unvergeßlichen Abend.

An den Wochenenden unternahmen wir Ausflüge in die Umgebung Wladimirs. Ich besuchte mit Maja Bolgarewa, einer russischen Freundin, in Kidekscha eine alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert, vier km von Susdal entfernt und Weltkulturerbe. Wir besichtigten außerdem die Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche an der Nerl sowie das Kloster Bogoljubowo.

Kidekscha

Kidekscha

Wir verbrachten, wie immer, auch einen Tag in Moskau. Der Rote Platz mit dem GUM, Flanieren auf dem Arbat und Besichtigung des Denkmals der Moskauer Chansonnier-Legende Bulat Okudschawa war unser Ziel.

Ruth Savelsberg und Georg Kaczmarek auf dem Roten Platz

Ruth Savelsberg und Georg Kaczmarek auf dem Roten Platz

Abends gönnten wir uns als besonderes Highlight Tickets für das Folklore-Theater „Russisches Lied“ mit einer Vorstellung von „Kostroma“, einer nationalen russischen Tanzshow.

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Ruth Savelsberg und Georg Kaczmarek vor der Tanzshow aus Kostroma in Moskau

Dank dieser vielen wunderbaren Unternehmungen verging die Zeit leider wieder einmal wie im Flug. Was fällt mir nun rückblickend ein, wenn ich an unseren diesjährigen Aufenthalt in Wladimir denke?

Ruth Savelsberg im GUM

Ruth Savelsberg im GUM

Gastfreundliche Menschen, die mich mit offenen Armen empfingen, unvergessliche Gespräche bei Tee und selbstgemachtem Gebäck bei Olga Michajlowa, Spaziergänge durch die Altstadt Wladimirs mit Freunden, vorbei an bunt bemalten Holzhäusern, der kühle Wind, der mir beim Sonnenuntergang ins Gesicht blies, Olgas und Jurijs Hund Slim, der mich von weitem jeden Abend schwanzwedelnd begrüßte, die halsbrecherischen Schlaglöcher im Asphalt, die jeden Autofahrer zur Weißglut treiben, die liebevoll gepflegten Gärten, an denen ich bewundernd vorbeizog. Ich erinnere mich auch an die klapprigen, voll besetzten Busse bekannter Herkunft, die einen Erlanger jedes Mal unmißverständlich auf den richtigen Ausstieg hinweisen und an die knorrigen aber sympathischen Schaffnerinnen und letztendlich an die typisch russische Atmosphäre Wladimirs.

Bulat Okudschawa und Georg Kaczmarek

Bulat Okudschawa und Georg Kaczmarek

Wir denken aber auch an Natalia Dumnowa und Anna Nikonowa sowie an alle weiteren Dozentinnen im Erlangen-Haus, die sehr kompetent, freundlich und geduldig sind.

Natalia Dumnowa, Georg Kaczmarek, Ruth Savelsberg und

Natalia Dumnowa, Georg Kaczmarek, Ruth Savelsberg und Anna Nikonowa

Wir sind stolz und glücklich, diese Menschen unsere Freunde nennen zu dürfen und freuen uns auf den nächsten Besuch.

Ruth Savelsberg

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Pawel Martynow, der Vater der Dozentin Natalia Dumnowa vom Erlangen-Haus, ist ein Feuerwehrmann aus Kameschkowo im Wladimirer Gouvernement. Er hatte beim Besuch seiner Tochter in Erlangen nur einen einzigen Geschenkwunsch: „Besorge mir bitte deutsche Feuerwehrhandschuhe“. Auf meine Frage „Warum ausgerechnet deutsche, gibt es in Rußland denn keine?“ antwortete er mir: „Ja, schon, aber die deutschen sind qualitativ die besten.“ Eigentlich kein einfaches Ding für einen Laien auf dem Gebiet, das Gewünschte zu besorgen. Zum Glück aber gibt es in Erlangen eine große Feuerwache. Dort wird man mir sagen können, wie ich daran kommen kann. Ein kurzer Anruf bei der Kleiderkammer der Wache, und schon stand der Besuchstermin fest. Andreas Färber, ein für die Ausrüstung zuständiger Feuerwehrmann, wußte sofort Bescheid: Für den Löscheinsatz kommen nur die Handschuhe der Marke Rosenbauer, Typ Safe Grip 2 in Frage. In Erlangen sind alle Feuerwehrleute mit diesen Einsatzhandschuhen ausgerüstet. Etwas Besseres gibt es im Moment nicht. Klare Sache also, Größe 11 geht nach Kameschkowo – und einige Paare gebrauchter Arbeitshandschuhe mit dazu.

Georg Kaczmarek und Färber

Georg Kaczmarek und Andreas Färber

Bei meinem Russischunterricht im Erlangen-Haus im Juli dann die nette Überraschung: die Einladung der Familie Martynow, einen Samstag mit auf der großelterlichen Datscha zu verbringen, verbunden mit einem kurzen Abstecher nach Susdal, der unerklärten Hauptstadt des Goldenen Rings. Der samstägliche Kurztrip dorthin vom Busbahnhof aus entpuppte sich autoparkmäßig allerdings sehr bald als eine harte Nuß.

Busbahnhof

Busbahnhof

Trotz mehreren Rundreisen durch die mit überzahlreichen Bussen und Autos total verstopfte Stadt war leider kein Parkplatz in Sicht. Alles total dicht. Dann doch, was für ein Glück, eine kleine Parklücke an der Kamenka, die durch Susdal fließt. Direkt an der Anlegestelle des Ausflugsschiffchens.

Handschuhe 10
Ein Zufall, der für uns sehr attraktive Folgen hatte. Anstatt eines Stadtbummels mit Besichtigung der Sehenswürdigkeiten stand die Entscheidung sofort fest. Diesen Ausflug lassen wir uns nicht entgehen.

Handschuhe 11

Es wurde ein Genuß sondergleichen daraus, gemütlich vorbei am Kreml, an unzähligen Kirchen und Klöstern zu schippern. Sagenhaft.

Handschuhe 7
Es blieb dennoch ein wenig Zeit für den Stadtbummel. Man mußte dazu allerdings ein schmales Brückenbauwerk über die Kamenka überqueren. Ein kleines Abenteuer, wie man auf den Bildern sehen kann.

Natalia Dumnowa

Natalia Dumnowa

Für einen Bauingenieur wie mich eigentlich unverständlich, wie man eine nicht einmal durch beidseitige Geländer gesicherte, unfertige Brücke für den Durchgangsverkehr von Touristen freigeben kann. Man kann, wie man sieht. Bei uns total undenkbar.

Handschuhe 4

Natalia Dumnowa hatte bei ihrem letzten Besuch als Begleiterin der Wladimirer Jugendgruppe ein Geschenk ihres Vaters, Pawel Martynow, für Andreas Färber übergeben wollen: Wladimirer Lebkuchen, eine Martjoschka und Embleme der russischen Feuerwehr. Aus Urlaubsgründen von Andreas Färber, habe ich stellvertretend die Präsente gerne überreicht.

Georg Kaczmarek

Handschuhe 9

Mit diesen Eindrücken endet die kleine Folge von Reiseberichten, zusammengestellt von Georg Kaczmarek, der Anfang Juli einen zweiwöchigen Russischkurs am Erlangen-Haus absolvierte. Aber wir dürfen uns auf weitere Reportagen aus der Partnerstadt freuen, denn Anfang September geht es schon wieder nach Wladimir, dieses Mal in Begleitung. Aber davon sicher bald mehr in Ihrem Blog.

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